Tagebuch einer Nekromantin

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Khelperetocs
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Stirb endlich!

Beitrag von Khelperetocs » Mi 31. Mär 2021, 09:22

Das wenige Mondlicht, welches durch das graue Wolkengeflecht brach, spendete kaum ausreichend Licht um den Weg von der Burg Darrowehr zu den Gebäuden entlang des Strandes zu beleuchten. Ein paar wenige Fackeln wären die Lösung des Problems gewesen, aber man sei ja schließlich bemüht den illusionären Schleier um die Insel Darrowehr zu bewahren, flackernde Flammen könnten diesen Effekt mitunter stören.
So stolperte die schwarzhaarige Schönheit mehr vor sich hin und es lag gewiss nicht nur an der mangelnden Beleuchtung. Da war auch wohl ein Gläschen Rum zuviel im Spiel gewesen, aber wie sie es befand, in Anbetracht der Situation auch notwendig. Khelperetocs versuchte so die Last, welche sie sich selbst auferlegt hatte, leichter zu ertragen. Das Amt der Dunkelmeisterin war stets ihr großes Ziel gewesen, das der Entmachtung ihres einstigen Ziehvaters Ignaz Waldemar Zimmerer einhergegangen war. Sein Tod markierte den Wendepunkt zu ihrem Aufstieg, eine Genugtuung, an der sie sich selbst nach über einem Jahreskreis noch immer ergötzte. Schlussendlich hatte sie seine Naivität ausgenutzt und die hörige Tochter gemimt. Dieser Punkt war abgehackt und der nächste, die Etablierung der neuen Darrowehr in den Pestländern, sollte bald folgen. Es gab nur noch eine Sache, die sie jetzt noch aufhalten konnte, nämlich ihre eigene Gesundheit.
So schleppte sie sich zu jener Hütte, in welcher ihre Mutter Berenike gepflegt wird. Diese befindet sich in einer Art mentalen Verbindung zu Khelperetocs. Einst wirkte die Schattenpriesterin Dimiona ein Ritual, bei welchem sie Mutter und Tochter so weit geistig verschmolz, dass Khelperetocs Gebrechen teils auf Berenike übergingen. Solange ihre Mutter am Leben war, erträgt sie auch das Leid ihrer Tochter und mindert so ihre Atemwegsbeschwerden. Ein Akt der Grausamkeit, für Khelperetocs hingegen ein willkommene Erleichterung, noch dazu weil sie ihrer Mutter nur Hass entgegenbringt. So öffnete die junge Nekromantin die Tür zu der Hütte und sprach ein lautes "Verschwinde!" gen Estre aus, welche die schwerkranke Berenike pflegte. Anschließend saß sich Khelperetocs hustend an das Bett ihrer verhassten Mutter.

Berenike: Bald werde ich Azeroth verlassen, aber ich sterbe mit der Genugtuung zu wissen, dass du mir bald folgen wirst. Mein Tod war dann nicht umsonst, ich erlöse diese Welt von einem großem Übel.

Khelperetocs: Große Worte für eine unbedeutende Person, an die sich kein Schwein mehr erinnern wird. Du hinterlässt Azeroth nichts, ich hingegen schon bald ein Reich, das sich über die ganzen Pestländer ausbreiten wird. Ungeachtet dessen muss ich dich enttäuschen, denn ich werde nicht nur bis zum letzten Atemzug um mein Leben kämpfen, sondern habe auch bereits Vorbereitungen getroffen, falls ich tatsächlich dahinscheiden sollte. All deine Hoffnungen verlaufen sich in Nichts, Mutter.

Berenike: Selbst das Licht dringt an die finstersten Orte vor und bestraft Jene, die so handeln wie du!

Khelperetocs: Erspar mir das Gefasel von deinem Licht, ich bin aus einem anderen Grund hier. Du wirst bald dahinscheiden, das wissen wir Beide. Wenn du dich jetzt beugst und vor mir um Gnade flehst, bin ich bereit deinen Körper nach deinem Ableben dem Feuer zu übergeben. Ansonsten wird deine Seele niemals Frieden finden, dafür werde ich persönlich Sorge tragen.

Berenike: Du Monster!

Khelperetocs: Bettle, winsle um Gnade und ich werde mich vielleicht dazu hinreissen lassen! Knie nieder und sag es, hier und jetzt!

Berenike fürchtete wohl nichts mehr als diese Drohung, die ihr eben ausgesprochen worden war. Sie tat es tatsächlich, kniete schwer krank vor ihrer Tochter nieder und bettelte um Gnade. Khelperetocs triumphalem Blick folgten lediglich die Worte: "Ich werde es mir noch überlegen." Daraufhin verließ sich hustend wie lachend die Hütte.
Erhebe dich erneut und setze dein Werk fort meine Feinde zu vernichten - Khelperetocs gesprochen zur Leiche eines Soldaten

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