Gerüchteküche

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Orelina
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Re: Gerüchteküche

Beitrag von Orelina » So 3. Feb 2019, 14:36

Der Uhrturm der Sphärologischen Fakultät zu Astralur hat sich über die letzten Monde einen besonderen Beinamen verdient, nämlich Flüsterstatt. Gerne zogen sich Gelehrte, Zauberkundige oder Diener in diesen quadratischen Dachboden zurück um ungestört plaudern zu können. So auch an jenem Vormittag, als Dekan Lyon Dechiffre und Sohrren von Brill, Leiter des arkanen Forschungszweigs an der Fakultät, dort einander trafen um ungestört das Gespräch führen zu können.

Sohrren: Warum hier, Lyon? Dein einladendes Dekanat birgt doch wesentlich mehr Komfort als diese Besenkammer im Uhrturm.

Lyon: Weil ich mich sowieso stets der Gerüchte erwehren muss, dass ich den arkanen Zweig der Fakultät bevorzuge und ich möchte diese unhaltbare Anschuldigung nicht noch weiter nähren, mein Freund.

Sohrren: Sei ehrlich, du scheust das daraus resultierende Gelaber von Ehrwürden Ursula.

Lyon: Ich bin der Dekan dieser ehrwürdigen, magischen Forschungsanstalt, Sohrren. Und ich fürchte weder eine aufmüpfige Schattenpriesterin noch sonst Jemand unter meiner.

Sohrren: Ja, und in Shattrath ist Muttertag, also, worum geht’s hier eigentlich?

Lyon: Wie du sicherlich weißt hat der Zirkel mit der Scholomance ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen, ich spreche von der Errichtung einer permanenten Portalverbindung zwischen der Darrowehr und Astralur. Tharsonius wurde seitens des Zirkels damit betraut, wer von den Stümpern seitens der Scholomance betraut wurde, weiß ich nicht, es ist mir auch gleichgültig.

Sohrren: Die Leichenschinder waren noch nie deine Freunde, hm?

Lyon: Und werden es auch niemals sein. Ungeachtet meiner Zweifel an diesem Vorhaben werden wir die daraus entstehenden Möglichkeiten nutzen um etwas Betriebsspionage zu betreiben. Tharsonius wird infolge seiner Tätigkeit sicher hin und wieder an die Darrowehr reisen müssen, dort wird schließlich der Portalring entstehen. Ich will das du ihn hin und wieder begleitest und ihm unter die Arme greifst, so die offizielle Version. Du sollst jedoch deine Möglichkeiten nutzen um Informationen über die Scholomance zu sammeln.

Sohrren: Du weißt, dass es sich um eine nekromantische Lehranstalt handelt, Lyon.

Lyon: Ja, sicherlich. Aber Ambrosius war schon immer ein ambitionierter Forscher der arkanen Künste. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist er nicht an weltlicher Macht interessiert, sondern an Ergebnissen in den Sparten der Magie. Die Scholomance verändert sich unter seiner Leitung und ich will diese Entwicklung nicht verabsäumen, mein Freund.

Sohrren: Der Dekan möchte diesem Projekt nicht selbst beiwohnen?

Lyon: Der Dekan hat Pflichten an seiner Fakultät, Sohrren. Außerdem mische ich mich nicht in Tharsonius Projekt ein. Weiteres bedenke, dass es etwas auffällig wäre, wenn ich dort auf tanze. Meine Abneigung gegenüber dieser Schule ist ein offenes Geheimnis.

Sohrren: Sohrren von Brill, der Mann fürs Grobe. Ich werde mit Tharsonius sprechen.

Lyon: Mein Dank ist dir gewiss.

Sohrren: Fördergold für den arkanen Forschungszweig wären mir lieber.

Lyon: Fördergold für die gesamte sphärologische Fakultät wären mir sogar noch lieber und jetzt genug davon.

Beide verließen darauf zeitversetzt den Uhrturm der Sphärologischen Fakultät.
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Khelperetocs
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Im Rückzugsort des Direktors

Beitrag von Khelperetocs » Mi 10. Apr 2019, 14:01

Das Direktorium lag tief in den Katakomben der Darrowehr verborgen und stellte seit je her den persönlichen Rückzugsort des amtierenden Direktors der Scholomance dar. Seit der Absetzung von Ignaz Waldemar Zimmerer, der sehr auf Etikette und Heraldik bedacht war, haben diese Räume den wenigen Glanz und Prunk vollends verloren. Sein Nachfolger Dunkelmeister Ambrosius Firlar war praktisch orientiert und der Doktrin des Kults der Verdammten ergeben. Er scherte weder politisch noch gesellschaftlich aus, dennoch war es sein erklärtes Ziel die Schule für angewandte Nekromantie in ein neues Zeitalter zu führen.

An jenem Nachmittag bat er die Nekromantin Khelperetocs Durand in seine Gemächer. Die „schwarze Rätin“ nimmt eine gewichtige Position an der Scholomance ein und ist in mannigfaltige Abläufe der Darrowehr eingebunden. In gewohnt freizügiger Kleidung nahm sie gegenüber dem Dunkelmeister auf einem schauderhaften Knochenstuhl Platz.

Ambrosius: Setz dich, mein Kind. Es gilt Wichtiges zu besprechen.

Khelperetocs: Da könnte ich doch glatt eine Vermutung aussprechen, worum es sich handeln wird.

Ambrosius: Du irrst dich, mein Kind. Nehelenya Thanator, die Tochter der Zirkelmeisterin. Schon vor geraumer Zeit war ein Zweitstudium hier bei uns an der Scholomance ein Thema. Sie ward kürzlich beim Haus des Zirkels im Hof gesehen worden. So will ich erneut deine Meinung über ihre Person hören.

Khelperetocs: Nehelenya beschreitet wissbegierig die dunklen Pfade der Magie. Ohne Furcht beschwört sie Dämonen und weiß diese auch zu kontrollieren. Dies stellte sie mehrmals unter Beweis, Dunkelmeister. Ihr Gemüt entspricht dem einer jungen, revolutionären Heranwachsenden, was wohl öfter die Rute denn ein strenges Wort fordern würde. Aber dies entzieht sich meinem Einfluss, ihr versteht sicherlich.

Ambrosius: Ich will das du dafür Sorge trägst, dass Nehelenyas weiterer Weg an unsere Lehranstalt führt, mein Kind. Scholomance wie Zirkel profitieren von einer gelebten Form des Schulterschlusses. Die Zirkelmeisterin soll aus erster Hand von der Kompetenz und vom Curriculum unserer ehrwürdigen Lehranstalt erfahren. Dies sehe ich als einzigartige Möglichkeit unsere Macht unter Beweis zu stellen. Nicht zuletzt um diesen eingebildeten, verblendeten Dekan dieser was-weiß-ich Fakultät klar zu machen, dass wir weder Anfänger noch Stümper sind. Kümmere dich darum!

Khelperetocs: Wie ihr wünscht, Dunkelmeister.

Nachdenklich verließ die junge Nekromantin das Direktorium und begab sich in höhere Stockwerke der unterirdischen Gänge.
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Vom Schatten in den Schatten

Beitrag von Khelperetocs » Fr 12. Apr 2019, 11:34

Veränderung lag in der Luft. Wobei erwähnt sei, die Luft an der Scholomance war im besten Falle stickig, faulig und von Nebelschleiern durchdrungen. In diesem Fall hatte die Veränderung einen konkreten Namen, nämlich Dimiona Galbert. Ihre Ankunft polarisierte die gesamte Darrowehr und die Nachricht ihres Besuchs breitete sich aus wie ein Lauffeuer. Studenten tuschelten, Arbeiter erzählten und Lehrmeister steckten die Köpfe zueinander. Doch warum zog die junge, blonde Schattenpriesterin vom Zirkel der schwarzen Sonne ungewollt so viel Aufmerksamkeit auf sich? Dazu ein kurzer Exkurs in die Vergangenheit.

Die Jahre 31 und 32 n.d.Ö.d.d.P. Durch ein Komplott hievte sich der Nekromant Ignaz Waldemar Zimmerer selbst in den Stuhl des Direktors der Scholomance und etablierte über einige Monde hinweg sein Schattenreich. Dieses dehnte sich von der Scholomance gen Norden bis nach West-Stratholme aus und gipfelte in seiner eigenen Familiendynastie. Um seinen Machtanspruch zu festigen, besetzte er wichtige Positionen mit engen Vertrauten. Dimiona Galbert nahm damals eine solche Rolle ein und fungierte als persönliche Beraterin in spirituellen Angelegenheiten. Sie genoss nicht nur seine Gunst, ihr wurde ein eigener Bereich in der Bastion zu West-Stratholme zugesprochen. Weitreichende Kompetenzen wurden ihr dazu eingeräumt. Zwar bezog sie während des Sturzes von Ignaz Waldemar Zimmerer klar Position an der Seite ihrer Liebe und dem Zirkel der schwarzen Sonne, dennoch blieb bei einigen Bewohnern der Darrowehr ein leichter Beigeschmack ihrer Person betreffend. Zimmerers Nachfolge, der Nekromant Ambrosius Firlar, war sehr darum bemüht die Zimmerer Herrschaft aus der Geschichte der Lehranstalt auszuradieren, und dennoch konnte er sich nicht allen Überbleibseln jener Zeit entledigen. Als einstige Adoptivtochter Zimmerers war Khelperetocs Durand nicht unumstritten. Und jetzt tauchte auch noch jene Schattenpriesterin auf, deren Vergangenheit sogar in den Schattenhammer Kult zurück geht.

Vor allem die Lehrmeister verfolgten die Anwesenheit besagter Person einerseits mit Interesse, andererseits mit Argwohn. Während ihnen zu Abend Weißbrot und Schafkäse serviert worden war, hatte man Dimiona Galbert frischen Fisch vom südlichen Hügelland angeboten. Ihr ehemaliges Gemach in der Burg war akquiriert worden und ein Schreiner mit der Reparatur der dortigen Möbel beauftragt worden. Der Dunkelmeister scheute weder Aufwand noch Kosten für seinen Ehrengast und daher fragten sich einige Lehrmeister zurecht, warum all dies? Argneta Zeferon und Instrukteurin Malicia gehen davon aus, dass der Dunkelmeister Einfluss auf den Zirkel nehmen möchte. Innerhalb der Studenten gehen die Gerüchte weit auseinander. Es geht von „Galbert hat den Dunkelmeister unter ihre Gedankenkontrolle gebracht“ bis „Galbert hat eine Affäre mit der Vize-Direktorin“. Fakt ist, die Schattenpriesterin bringt sich in den alltäglichen Ablauf der Schule ein und bietet vorwiegend ihre Heilkünste an. Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen, wo die Wahrheit begraben liegen mag. Doch wie man es wohl von der Scholomance nur zu gut weiß, bleibt dort nie etwas lange begraben.
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Steg Geflüster

Beitrag von Khelperetocs » Mi 24. Apr 2019, 15:51

Wer hätte je gedacht, dass Almia und Shokon ein heimliches Liebespaar sind. Almia, diese junge, rothaarige von Temperament sprühende Schönheit aus dem Süden der östlichen Königreiche und Shokon, ein ehemaliger Zwangssträfling der Jahre seines jungen Lebens in Tol Barad verbüßt hat. Sie eine ambitionierte Studentin und heranwachsende Koryphäe auf dem Gebiet der Schattenflüche, er ein ausgewachsener Hüne und Arbeiter im Sägewerk auf der Insel Darrowehr. Meist treffen sie sich heimlich bei nächtlicher Stund unter dem ersten Steg und verfallen in eine leidenschaftliche Küsserei. Dies geschah auch an jenem Abend.

Shokon: Morgen muss ich früh raus, Rotlöckchen.

Almia: Wieso das?

Shokon: Anweisung von ganz unten, also von den Katakomben, also dann eigentlich von ganz oben, vom Dunkelmeister selbst. Soll demnächst ein Bankett geben und er will in Salz eingelegte Fische servieren lassen.

Almia: Weißt du wer kommt?

Shokon: Der Hausmeister faselte etwas von der Zirkelmeisterin.

Almia: Oh, sie steht dem Zirkel der schwarzen Sonne vor. Könnt glatt meine Mutter sein bei der Haarfarbe. Hab gehört ihre Tochter hat sich für ein Zweitstudium bei uns eingeschrieben.

Shokon: Echt? Wie ist die so?

Almia: Das hat dich nicht zu interessieren, mein Bär. Du hast nur Augen für mich.

Shokon: Sag mal, wer ist eigentlich diese blonde Tante die stets mit finsterem Blick neuerdings hier rum lungert?

Almia: Das ist Ehrwürden Dimiona Galbert, eine Priesterin der Schatten. Gehört auch zum Zirkel. Revin erzählte mir, dass die einst dem Schattenhammer angehört hat. Finds pissig das so eine hier hofiert wird, ich mein, wir huldigen dem Lichkönig und nicht den Alten Göttern.

Shokon: Die ist vorgestern mit der hübschen Schwarzhaarigen ausgeritten, zwischen Nacht und Nebel.

Almia: Welche Schwarzhaarige? Und hübsch bin nur ich!

Shokon: Die ständig hustet und rum rotzt.

Almia: Khelperetocs? Echt? Das muss ich Salaria erzählen. Sie vermutet nämlich das diese Dimiona etwas ausheckt.

Shokon: Genug gequatscht, die Robe hast du jetzt lang genug angehabt.

Kurze Zeit später konnte man gewisse Geräusche unterm Steg vernehmen.
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Re: Gerüchteküche

Beitrag von Orelina » Mo 6. Mai 2019, 09:42

Stimmen der Mitglieder des Zirkels wurden laut, so laut es eben geht, wenn sie geflüstert werden.

"Jetzt wo die Schattenpriesterin weg ist, holt sie sich die kleine Schwarzhaarige ins Haus"
"Vielleicht will sie sie asoptieren, so wie die kleine Mistbrut, die sie jetzt zur Sholomance geschickt hat"
"Das glaubst du doch wohl selbst nicht, die ist doch froh, dass sie die Brut los ist"
Lachend verzogen sich die 3 Mitglieder des azirkels, jeder für sich in Glauben, die Wahrheit zu kennen
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Gespräche am Dachboden der Lagerhalle

Beitrag von Khelperetocs » Mo 13. Mai 2019, 15:46

Nachdem ihre heimliche Beziehung nach dem letzten Treffen am Steg fast aufgeflogen wäre, haben sich Almia und Shokon dazu entschlossen, einen Ortswechsel zu vollziehen. So fanden sich die rothaarige Studentin und der stämmige Arbeiter in jener Nacht auf dem Dachboden der Lagerhalle der Darrowehr ein. Sichtlich genossen sie die traute Zweisamkeit und überhäuften sich mit leidenschaftlichen Küssen. Zwischendurch folgten aber auch Gespräche zu aktuellen Ereignissen an der Darrowehr.

Shokon: Du wirst nun wohl ein paar Tage auf mich verzichten müssen, Schnecke.

Almia: Warum?

Shokon: Morgen geht’s nach Stratholme. Scheinbar bezieht diese Priesterin dort ein Quartier oder was auch immer. Da stehen ein paar Reparaturen an, Jut, Herge und ich sollen uns darum kümmern.

Almia: Stratholme ist nicht um die Ecke und obendrein ein sehr gefährlicher Ort. Mensch, das gefällt mir nicht. Kann nicht jemand anderes statt deiner gehen, Liebster?

Shokon: Keine Sorge, der Direktor stellt uns Skelettwachen zur Seite.

Almia: He, wenn du dort bist, du musst etwas rumschnüffeln. Würde mich echt interessieren, was mit dieser Dimiona da abgeht. Vor allem warum sie der Direktor so hofiert. Mittlerweile glaube ich auch, dass sie die Schulleitung mittels Gedankenkontrolle unter ihre Herrschaft gebracht hat. Ich hadere, ob ich etwas unternehmen soll.

Shokon: Liebste, ich bitte dich. Du liest zu viele Schundromane. Ich war dabei als uns der Direktor die Anweisung gab und er war bei klarem Geist. Da ist alles in Ordnung, glaub mir.

Almia: Leah, die Tutorin, will aber schon zweimal gesehen haben, dass Khelperetocs der Priesterin nach Stratholme gefolgt ist. Das Ganze stinkt zehn Schritt gegen den Wind, das ist eine ausgeklügelte Intrige. Außerdem, gestern Abend sah ich einen Mann die Lehranstalt verlassen. Er trug ein oranges Halsband. Der war vom Syndikat, drauf möchte ich wetten. Die Beiden haben den sicher angeheuert um den Direktor auszuschalten.

Shokon: Es wäre nicht das erste Mal, dass Mitglieder des Syndikats die Darrowehr aufsuchen. Du steigerst dich da in etwas hinein, Liebste. Widmen wir uns doch besser den Annehmlichkeiten des Lebens.

Knarzende Geräusche erfüllten in jener Nacht den Dachboden der Lagerhalle.
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Gespräche im Stübchen

Beitrag von Khelperetocs » Fr 14. Jun 2019, 13:47

An jenem Abend traf sich die Elite der Studentenschaft an der Scholomance im sogenannten „Stübchen“. Ein vor Jahren trocken gelegtes Kanalrohr diente der Gemeinschaft als Ort des Gesprächs. Man traf sich ungezwungen um über den Schularbeiten Stoff, die Lehrmeister oder über Alltägliches zu reden. Das Stübchen war mit einfachen Stühlen, einem Tisch und sogar einer kleinen Bar notdürftig eingerichtet worden. Unter den Studenten sprach man von einem Privileg, wenn man in diesen durchlauchten Kreis aufgenommen wurde. Das Wortrecht lag meist bei den älteren Semestern und bei Jenen, deren schulische Leistung ausgezeichnet war.

Im letzten Jahrgang hoben sich besonders zwei Studenten hervor. Ullar vom Silberwald, eine von Narben entstellte, junge Menschfrau, die einst als Bedienstete auf Burg Schattenfang gelebt hatte. Ihre magische Begabung war spät erkannt worden und so kam sie erst mit 26 Jahren an die Scholomance. Ihr Metier waren die Todesflüche. Ihr gegenüber saß Otnor di Chelar, ein Untoter, der seine Wurzeln in Lordaeron wusste und ein ambitionierter Alchemist werden sollte. An diesem Abend gab es nur ein einziges Thema, die anstehende Wahl des neuen Schuldirektors.

Ullar: Eines ist gewiss, wenn Malicia die Wahl gewinnt, dann wird der Pestnebel als Hauszauber ins Curriculum aufgenommen und wir stehen uns täglich die Beine in den Bauch um die westlichen Ländereien zu verpesten. Nein, das kann doch nicht als Fortschritt bezeichnet werden, meine Mitstudenten. Hofft ihr nicht auch wie ich, dass der Nekromantenrat und die Lehrmeister weiser entscheiden?

Otnor: Und welche Wahl wäre für dich denn weise, Ullar? Etwa Meister von Mersingen? Mersingen, ein eifriger Fanatiker, seinen Widersachern vom Lichte doch ähnlicher als ihm lieb ist. Er will eine Elite heranziehen, die er für seine Zwecke gebrauchen kann. Ganz seinen Eigendünken und seiner Willkür untergeordnet. Mersingen kann kein Wunschkandidat sein! Ein Direktor muss Offenheit für alle Fächer demonstrieren und leben.

Ullar: Meister von Mersingen ist ein fähiger Ausbilder, der uns als Individuen fördert und das Letzte aus uns herausholt. Sein Drill kommt nicht von ungefähr, Otnor. Er erkennt in Jedem von uns das Potential das in einem jeden von uns schlummert.

Otnor: Wäre ich stimmberechtigt, meine Stimme hätte Shiar Khan. Sie fordert nicht nur unseren Geist, körperliche Ertüchtigung steht ebenso an der Tagesordnung. Wobei das in meinem Fall eher unwichtig erscheinen mag. Aber dennoch, sie bereitet uns auf genau jene Zukunft vor, die uns bevorsteht und diese lässt sich mit einem einzigen Wort gut beschreiben: Krieg! Es wird darauf hinaus laufen das wir unser Recht erstreiten müssen. Wir sind die Jünger des Lichkönigs, an uns liegt es, seine Wiederkehr vorzubereiten, ihm den Weg zu ebnen.

Ullar: Wenn ich mich recht erinnere Otnor, warst du doch einer der Lieblingsschüler von Direktor Zimmerer?

Otnor: Was willst du damit andeuten, Ullar?

Ullar: Ach, nichts läge mir ferner als fragwürdige Andeutungen auszusprechen. Was denkst du von mir. Aber wir alle wissen, dass Zimmerer aus seiner Kerkerhaft befreit wurde. Und wir alle wissen, dass er sicher seine ehemaligen Günstlinge zu sich berufen wird.

Otnor: Wähle deine Worte mit Bedacht, Ullar! Im Endeffekt ist jedes weitere Wort Verschwendung. Nicht wir wählen das nächste Direktorat. Die Zukunft dieser alt-ehrwürdigen Lehranstalt liegt in den Händen des Nekromantenrates und der Lehrmeister selbst.

Ullar: Dann wechseln wir von Kultur auf Kulinarik, ich habe nämlich eine Flasche Wein für uns hereingeschmuggelt.

Bis in die Nacht konnte man heitere Stimmen aus dem Stübchen vernehmen.
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In der Zisterne

Beitrag von Khelperetocs » Fr 20. Sep 2019, 13:25

Nahe der Bediensteten Unterkünfte tief in der Enklave der Finsternis befindet sich eine trockengelegte Zisterne. Das wenige Wasser, welches sich zu einem winzigen Rinnsal verbunden hat, ist verschmutzt und dreckig. Der kalte Stein ist modrig und von Spinnweben umhüllt und dennoch finden sich hin und wieder Gestalten für heimliches Getuschel dort ein. An jenem Abend waren es zwei ehemalige Kultisten des Schattenhammer Kults, die nun loyal den Töchtern der Nacht verbunden sind.

Rehan: Bist du dir sicher?

Marlies: Natürlich bin ich mir sicher, Rehan. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. Sie wurde in das Sprechzimmer der Hohepriesterin gebracht. Ich hörte, sie sei mit dem Untod gesegnet worden und stünde in den Diensten des Lichkönigs. Eine Todesritterin, Rehan!

Rehan: Ob sie wirklich dem Lichkönig untersteht ist ungewiss. Tatsache ist, dass hier etwas nicht stimmt. Mir wurde gesagt, sie diente einst dem sogenannten Erzverräter, gegen den sich auch unsere Bemühungen richten. Dann hätte man also dem Feind Tür und Tor geöffnet.

Marlies: Es könnte doch sein, dass die Nekromantin mittels des Kristalls Kontrolle über diese Todesritterin ausübt.

Rehan: Das bezweifle ich. Meines Wissensstandes handelt es sich bei Todesritter um sehr mächtige, beseelte Wesen und diese lassen sich mit Sicherheit nicht so einfach kontrollieren.

Marlies: Seltsam ist auch, dass die Nekromantin nicht an der Besprechung teilnimmt. Vor gut zwei Kerzenlängen begab sie sich auf ihr Gemach, begleitet vom Meister der Schilde. Er wirkte besorgt.

Rehan: Er wirkt immer besorgt, Marlies. Hast du je seine Blicke verfolgt? Wie sie an der Nekromantin haften. All sein Wirken steht in ihren Diensten. Man spricht davon, dass er für den Schutz der Enklave verantwortlich sei. Gewiss bin ich weder Stratege noch Militär, aber ich frage mich, womit wir diese Festung verteidigen sollen wenn der Feind naht. Mit Müh und Not gewährleistet man die Grundversorgung und blickt doch einem Krieg in die Augen.

Marlies: Die Schatten schützen ihre treuesten Diener, Rehan. Die Hohepriesterin wird uns zum verheißenen Erbe führen und durch die Vernichtung unserer Feinde erlangen wir die Erlösung!

Rehan: Und gerade deshalb missfällt es mir, dass Manche den Schattenmessen fernbleiben. Agravaine von Streizig und ja, sogar die Nekromantin selbst. Hat sie sich jemals zum Schatten bekannt? Was wenn sie heimlich den Lichkönig anbetet? Was?

Marlies: Behalte deine Gedanken für dich, Rehan. Zweifel sind unangebracht! Und nun lass uns gehen bevor unsere Abwesenheit Fragen aufwirft.

Schleichend kehrten sie ungesehen in ihre Unterkünfte zurück.
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Unterricht im Lehrsaal der Scholomance

Beitrag von Khelperetocs » Do 3. Okt 2019, 14:04

Lehrsaal 1, vierte Unterrichtseinheit, Fach „Pestilenzen, Seuchen und nekrotische Umweltverschmutzung“. Vize-Direktorin Malicia schritt vor dem schweren Eichentisch auf und ab während die Studenten vertieft einer Abschrift nachgingen. Die blonde Hochelfe hing ihren Gedanken nach als Ulwine langsam die Hand hob. Die zierliche Schülerin aus Alterac stammend war für ihren Mut als auch ihre gewagten Aussagen an der Scholomance bekannt.

Malicia: Ulwine, sprich deine Frage aus.

Ulwine: Ich nehme jedoch keinen Bezug auf die aktuelle Unterrichtseinheit, Madam Professor.

Malicia: Worauf dann?

Ulwine: Ich spreche aus, was die meisten hier im Saal nicht wagen würden, Madam Professor. Ich frage mich, ob wir noch eine Schule sind oder bald eine militärische Ausbildungsstätte. Liegen wir schon bald in Schützengräben, anstatt in unseren Strohbetten? Opfert man uns als Speerspitze für die Glorie des Lichkönigs?

Malicia: Studenten, legt die Feder und das Buch beiseite. Ich bin gewillt auf diese Frage einzugehen, wenngleich es nicht Thema dieser Unterrichtseinheit sein sollte. Ich brauche euch nicht daran zu erinnern, welche Gefahr von dem verfluchten Erzverräter Ignaz Waldemar Zimmerer ausgeht. Einige unter euch erinnern sich an seine despotische Herrschaft hier in diesen Gemäuern zurück. Er war es, der die Ideale unserer Existenz aufhob, für null und nichtig erklärte und Widerstand mit Strafen beantwortete. Alles dies wohlgemerkt, nur um sich selbst ein Denkmal zu setzen und eine Dynastie ins Leben zu rufen, die konträr zu unserem Überzeugungsbild steht. Ich mache keinen Hehl daraus, in Nordend keimt erneut Unkraut, gesät aus seinem pervertierten Gedankengut! Und jetzt, werte Studenten der altehrwürdigen Lehranstalt für angewandte Totenbeschwörung, liegt es an Euch diesen Schandfleck aus unseren Reihen auszumerzen. Weder können wir uns den Streitern des Lichts erwehren, noch die Rückkehr unseres Herrn einleiten, wenn giftige Eitergeschwüre in uns wuchern. Der Erzverräter muss sterben und zwar durch unsere Hand!

Ulwine: Dunkelmeister Ambrosius Firlar legte wert auf die Erlangung von Wissen, die Lehre und Forschung in der arkanen Schule der Nekromantie. Er pflegte zu sagen, dass dies eine Schule sei und keine Militärposten. Der gesamte Unterricht wird nur mehr auf eine Sache ausgerichtet, auf Krieg. Nur zu, so hinken wir weiterhin den Kirin Tor hinterher.

Malicia: Wähle deine Worte mit Bedacht, Ulwine! Denn du bist nur eine Schülerin ohne Geburtsrecht und Privilegien. Abgesehen davon seid ihr alle gleich. Und was deine Kritik betrifft, du kannst sie, sofern wir scheitern, gerne dem Erzverräter persönlich vortragen. Sollte er obsiegen und infolge die Schule schleifen lassen, wirst du im besten Fall als untotes Krüppel unter seiner Kontrolle enden, törichtes Gör. Denke einen Schritt weiter bevor du deinen verlausten Mund öffnest. An uns liegt es die Pestländer zu verteidigen und unseren rechtmäßigen Platz einzunehmen. Und wenn du damit überfordert bist, dann beende am besten selbst deine jämmerliche Existenz und füge dich in die Reihen unserer untoten Diener ein. Es erspart dir vielleicht schlimmeres. Und nun, vollendet euren Aufsatz! Ach, und nur damit es nicht in Vergessenheit gerät, Ambrosius Firlar ist tot. Diese Diskussion erkläre ich für beendet.
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Tharsonius
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Ein Gast

Beitrag von Tharsonius » So 6. Okt 2019, 08:58

Draußen herrschte finsterste Nacht, dichte Wolken verbargen den Mond und die Sterne und der herbstliche Nebel der über dem See aufzog ließ dievDarrowehr unheimlicher wirken als sonst. Nur in einem Studierzimmer brannte noch Licht. Hillarius von Mersingen ging angespannt hinter seinem Schreibtisch auf und ab. "Und du bist dir ganz sicher?" Die Anspannung in seiner Stimme war nicht zu überhören. "Ja, Meister. Ich bin sicher. Es handelt sich um einen Paladin. Ich habe selber gehört wie er sich vorstellte und abends in seiner Kammer zum Licht betete." Elfriede Hullheimer kniete vor dem Magus um ihre Unterwürfigkeit zu zeigen. Sie war Hilarius' Augen und Ohren in Andorhal, zumindest was den Teil der Stadt betraf den die Allianz kontrollierte. "Und er will hier her? An die Darrowehr? " "Ich denke schon. Er erkundigte sich nach dem Weg, eventuellen Gefahren und wer über das alte Barov-Anwesen herrscht. Glaubt ihr, dass die Kriegsanstrengungen der Dunkelmeisterin zu viel Aufmerksamkeit erregt haben?" "Was weiß denn ich, wenn ja haben wir ein Problem. Wir werden sehen was er hier will. Im besten Fall müssen wir eben erneut einen neuen Direktor wählen, und diesmal werde ich nichts dem Zufall überlassen." Diabolisch grinsend blickte Hilrius auf. "Du bist ja noch da?! Los verschwinde und pass auf das dich niemand sieht."
Das Licht brannte noch lange im Studierzimmer des Lehrers zur Verteidigung gegen die Künste des Lichts. Lange dachte er darüber nach, was es zu bedeuten habe das ein Paladin an die Darrowehr unterwegs war. Noch dazu ein Zwerg! Konnte Elfriede Recht haben? Waren die Kriegsanstrengungen der Dunkelmeisterin zu auffällig? Oder hatte man einen Verräter in den eigenen Reihen? Der alte Magister blieb die ganze Nacht wach, er musste immerhin vorbereitet sein. Vielleicht war der heilige Krieger ja auch ihm auf der Spur.

Kormek Raft
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Gen Norden

Beitrag von Kormek Raft » Sa 12. Okt 2019, 17:47

Unablässig pflügte die Sturmtrutz durch die raue See. Die Mannschaft hatte alle Hände voll zu tun trotz des rauen Wetters auch bei Nacht zu segeln. Während Hochwürden Galbert an der Reling stand und geistesabwesend aufs Meer hinaus blickte, konnte Bronnian vom Osttal seinen Blick nicht von Tavina und Kormek abwenden. Heute Morgen hatte der Liebling der dunklen Gräfin ihm ein Veilchen verpasst, ganz ohne Grund.
"Ihr könnt euch von dem jungen Ding ja kaum losreißen," hörte er plötzlich Caiborns kratzige Stimme. "Warum geht ihr nicht hin und sagt ihr was ihr fühlt." "Pah. Ich fühl´ doch nix für die Kleine. Ich will sie nur nackt sehen. Vor mir kniend und meinen..." "Ja, ja schon gut. Ich verstehe was ihr meint, Bronnian. Und ihr denkt Kormek stünde euch im Weg?" Bronnian deutete auf sein geschwollenes blaues Auge: "Das war ER. Ich hab ihn heute morgen getroffen und ihm gesagt das er vorsichtig sein soll wenn die kleine Akolythin bei ihm ins Zimmer schleicht. Hochwürden Galbert könnte das vielleicht falsch verstehen. Daraufhin hat er mir eine gescheuert," er reib sich die linke Gesichtshälfte während er sah wie Dimiona von Khelperetocs in den Arm genommen wurde, "und was für eine." "Nun, dann wäre es vielleicht ratsam die Finger von Fräulein Tavina zu lassen wenn bereits ein anderer Anspruch auf sie erhebt und offenbar ihre Gunst genießt." "Pff, ihr habt leicht reden. Ihr seid alt, doch ich bin ein Mann im besten Alter! Ich habe gewisse Bedürfnisse!" "Ach, wenn ihr im besten Alter seid habt ihr ja noch genug Zeit um eure Bedürfnisse zu stillen," meinte Caiborn sarkastisch. "Seid ihr mal in meinem Alter, müsst ihr jede Gelegenheit nutzen die sich euch bietet. Deshalb wünsche ich euch eine geruhsame Nacht mein Freund und grübelt nicht mehr zu lange über Fräulein Schattenschön nach." Mit diesen Worten verabschiedete sich der Meister der Wege und ging, begleitet von zwei Matrosinen die sich links und rechts bei ihm einhakten, unter Deck.
Bronnian blieb allein zurück und merkte nun das sowohl Khelperetocs und Dimiona, als auch Kormek und Tavina verschwunden waren. "Oh ihr Götter! Bin ich der einzige heute der nicht auf seine Kosten kommt?" Offenbar hatte er das laut gesagt, denn jemand tippte ihm auf die Schulter. "Wennste willst kannst ja zu mir komm´n, Schnuggelchen. Ich find schon was, das du sicher gut kannst." Kunigunde Krippler, die erste Offizierin warf ihm einen Kussmund zu und Bronnian verspührte eine Gänsehaut am ganzen Körper. War er so verzweifelt das er ihr Angebot annahm? Die Antwort war: JA

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Gunhild
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Registriert: Mi 13. Mär 2019, 12:53

Spuren im Schnee

Beitrag von Gunhild » Fr 18. Okt 2019, 13:27

Späte Stunde an der Mauer hinter der Schmiede von Neu-Herdweiler. Der ehemalige Mundbrucher Bettler Phred und der Söldner Emmert stehen beim Austreten im Schnee nebeneinander.

Phred: Hast den Weiberaufmarsch neulich mitverfolgt, Emmert?

Emmert: Sicher, war ja bei der Parade dabei. Kapiere es nicht, warum der Herzog so einen Zirkus wegen denen aufführt.

Phred: Wer sind die eigentlich?

Emmert: Die scharfe Schwarzhaarige und die süße, aber finster dreinblickende Blonde nennen sich scheinbar Töchter der Nacht. Und da war noch eine dabei, aber die hatte ihre Kapuze soweit heruntergezogen.

Phred: Ein Kul Tiraner ist auch darunter. Markes erzählte mir, er habe neulich Nacht fünf Wachen förmlich abgeschlachtet. Sauerei! Seitdem war der Pisser nicht mehr gesehen. Bin mir sicher, der Herzog lässt den Gauner schon bald hinrichten.

Emmert: Frage mich echt was die hier eigentlich wollen. Ich werde mal Gunhild fragen, ob sie mehr weiß. Bei all dem Geschwätz, das sie in der Schmiede mithört, muss ja was Brauchbares darunter sein. Ach ja, da fällt mir auf, dass das hübsche Langohr schon länger nicht mehr da war. Irgendwann traue ich mich und lade sie auf ein Bier ein.

Phred: Die Tochter des Herzogs, Emmert! Pass auf was du von dir gibst. Der Herr ist gütig mit uns, kennt aber keine Gnade. Außerdem hast du da nichts zu melden als Mensch. Die soll dem Hauptmann der Sindorei versprochen sein. Der ist sicher von edlem Blute und nicht so ein dahergelaufener Lump wie du.

Emmert: Aber eines ist gewiss, als Söldner habe ich sicher bessere Chancen als ein zahnloser Gauner wie du es bist. So, rein in die Schmiede. Mir wird langsam kalt und kalt soll doch nur das Bier sein!

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Gunhild
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Ein Blumenstrauß aus Nordend

Beitrag von Gunhild » Mo 28. Okt 2019, 12:56

Ein heiterer Abend in der Schmiede-Schenke zu Neu-Herdweiler. Einige Söldner und Arbeiter des Schattenreich Neu-Alterac amüsierten sich, hoben die Humpen und wussten neueste Entwicklungen auszutauschen.

Gunhild Aggram, Dunkeleisenzwergin, Schmiedin und General des herzöglichen Heeres war gerade damit beschäftigt eine Plattenrüstung auszubeulen, als Bronnian vom Osttal an sie herantrat. Ein süffisantes Grinsen umgarnte seine Gesichtszüge und obwohl er etwas schmierig rüberkam, wusste er doch durch charmanten Humor die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Er platzierte sich keck neben der Zwergin und lehnte sich am warmen Gemäuer des Ofens an.

Bronnian: Naaaa?

Gunhild: Was naaaaa?

Bronnian: Wie ist die Luft da unten?

Gunhild: Es gibt echt bessere Zwergenwitze, Bronnian. Was willste?

Bronnian: Sag mal, die Akolytin der Töchter der Nacht, sie sucht doch auch öfter die Schmiede auf. Wie schätzt du sie ein?

Gunhild: Bei Muradins Bart, sag doch gleich das du ein Auge auf das Mädl geworfn hast, Eiterbeule. Um den heißn Brei herum labern kotzt mich an. Außerdem, dass kannst sowieso vergessn, du Held. Mit deinem Gehabe beißt die nie an. Na echt, sowas, schiebt jede Nacht ne Andere hinter der Schmiede und meint echt was reißen zu können. Wirst es net glaubn, aber vielleicht gibt’s wirklich noch Mädls mit Anstand die mehr als zuckersüße Worte hörn wolln!

Bronnian: Warum gleich so aggressiv, Rotschopf? Es war ja nur eine einfache Frage.

Gunhild: Nur weil ich hier Waffn und Rüstungen schmiede, Bier ausschenke und derbe Witze erzähl heißts noch lang net, dass ich Beratungen in alln Lebenslagn geb. Und jetzt raus aus meiner Schmiede, ich hab zu tun!

Nachdenklich und langsamen Schrittes verließ Bronnian die Schmiede und trottete den Hang Richtung Norden zur Stadtmauer hinauf. Wer war Tavina eigentlich? Und warum berührte diese eine junge Frau sein Herz? Warum berührte ihn ihr Anblick? Er beobachtete das Geschehen in der Stadt und versuchte sich abzulenken, indem er Möglichkeiten bedachte, Meister Caiborn zu provozieren. Doch selbst dafür wollte ihm nichts einfallen. Vielleicht sollte er Tavina einen Strauß frischer Blumen pflücken, doch dann besann er sich wohl wissend, in Nordend zu sein.

Kormek Raft
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FEUER!!

Beitrag von Kormek Raft » Fr 1. Nov 2019, 07:51

Es war eine mondlose Nacht in den Pestländerm, über dem See zog langsam Nebel auf und bald schon würde der ganze Platz in dichtem Grau liegen. dies waren optimale Voraussetzungen um den Plan umzusetzen.
Leises Fiepen erklang aus einer der beiden kleinen Kisten die am Boden standen. Es war nicht leicht gewesen die Ratten zu finden und zu fangen, immerhin hatte die Dunkelmeisterin schon vor Wochen angeordnet sämtliche Kleintiere zu vernichten. Sie fürchtete durch Khelperetocs kontrollierte Spione in den Mauern der Scholomance. Dies dürften die letzten fünf Ratten an der gesamten Darrowehr gewesen sein.
Die dunkle Gestalt atmete tief durch, denn sein Plan barg Risiken. Sollte er in diesem Moment von einem ungesehenen Beobachter erkannt werden war ihm der Tod gewiss. Die Khan-Geschwister würden keine Gnade zeigen. Er würde in den Heerwurm aus Untoten eigegliedert werden, bestenfalls. Es war soweit, eine dicke Nebelschicht bedeckte bereits den Boden und die wenigen Wachen die unterwegs waren würden "seine" Angreifer nicht entdecken. Hilarius Nepomuk von Mersingen öffnete die kleine Kiste und zog eine der Ratten heraus. In weiser Voraussicht hatte er sich einen Kettenhandschuh angezogen, wollte sich die Ratte doch durch herzhaftes Zubeißen aus dem eisernen Griff befreien. "Nur die Ruhe, meine Kleine. Du wirst helfen die Hochmütigen zu Fall zu bringen."
Mit der Linken nahm Hilarius nun eine kleine Phiole aus der anderen Kiste und entkorkte sie vorsichtig mit den Zähnen. Er goss den Inhalt der kleinen Flasche über den Nager in seiner Rechten bis dieser völlig durchnässt war. Dann setzte er die Ratte auf den Boden und sah zu wie sie blitzschnell das Weite suchte und im Nebel verschwand. Sofort zog er die nächste Ratte heraus und die nächste Phiole wurde geleert. Auch diese Ratte wurde auf eine Reise in den Nebel geschickt und ihre drei Geschwister folgten kurz darauf. "Und nun warten wir."

Zwei drei Kerzenstriche später war es soweit. Aus fünf Ecken der Darrowehr stieg plötzlich Rauch auf. In der Finsteren Nacht war er nur schwer zu erkennen, doch nach wenigen Momenten sah man die dazugehörigen Flammen. "Interessant welche Ziele ihr euch gewählt habt." Hilarius stand oben auf der Wehrmauer und sah gen Osten, dorthin wo Stratholme lag. "Ich hoffe das war kein Fehler."

Die Alarmglocken der Darrowehr riss die die Bewohner aus dem Schlaf. Wurde man angegriffen? Nein, die Glocken hießen Feuer! Es brannte. Fünf Gebäude standen in Flammen, die Schmiede, die Baracken der Söldner, und drei Wohngebäude. Was sollte man zuerst löschen? Überall liefen die Leute durcheinander und riefen sich Kommandos zu. Dazwischen sah man den ein oder anderen brennenden Ghul laufen und nach wenigen Schritten zusammenbrechen. Es herrschte Chaos!

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Tharsonius
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Re: Gerüchteküche

Beitrag von Tharsonius » Mo 4. Nov 2019, 16:13

Sten

Was hatte er nur getan. Wie war es soweit gekommen. Er blickte auf seine Hände hinab, sah den schmalen Dolch in seiner Rechten und wie seine Linke zitterte. Er hatte Mora getötet, warum konnte er nicht sagen. Sie war tot und das war alles was zählte. Mittlerweile sollten die Ghule ihre Leiche vollständig verschlungen haben, niemand würde sie finden. Und er? Was sollte er nun machen? Er musste mit dieser Schuld leben. Musste er? Nei, er konnte es nicht. Er musste mit jemandem darüber reden, musste seine Tat jemandem beichten. Die Dunkelmeisterin! Sie würde ihm ein offenes Ohr schenken, ganz sicher. Und wenn er ihr zeigte das er bereit war Buße zu tun, würde sie ihm bestimmt vergeben.

Langsam schlich Sten durch die Korridore der Scholomance. Die Wachen die in den langen Fluren patrouillierten ignorierten den jungen Studenten, immerhin hatte er ja nichts angestellt. Unschlüssig stand er von der Treppe zu den Unterkünften der Lehrer. Hier hatte ausnahmslos kein Schüler alleine Zutritt. Vorsichtig schlich Sten die Treppe hoch. Er lugte um die Ecke und rechnete fest damit von einer Skeletthand gepackt zu werden....doch nichts geschah. Am Ende des Ganges, so wusste Sten, lagen die privaten Gemächer der Dunkelmeisterin und davor standen, hoch aufragend und schwer gerüstet, zwei Elite-Skelette. Die Wachen verharrten regungslos und blickten mit ihren leeren Augenhöhlen starr geradeaus. Sten entkleidete sich, er wollte im Gewand des Bußfertigen vor Khan treten. Beherzt nahm er einen seiner Stiefel und warf ihn geräuschvoll gegen eine der Zierrüstungen die in einem Seitengang stand. Sofort setzten sich die Skelette in Bewegung und suchten nach dem Ursprung des Lärms. Sten nutzte die Gunst der Stunde und huschte durch die unversperrte Tür in die Gemächer der Dunkelmeisterin.

Der große Raum in dem Sten nun stand wurde dominiert von einem großen schwarzen Himmelbett mit purpurnen Seidenlaken. Edle Teppiche lagen auf dem kühlen Steinboden und auf einem Tisch waren allerlei Köstlichkeiten aufgetragen worden. Überall tauchten Kerzen den Raum in angenehm warmes Licht. Aus einem Nebenraum hörte Sten ein Plätschern. Nahm die Dunkelmeisterin etwa gerade ein Bad? Er sah seine Chance. Er kletterte in das große Bett, warum konnte er nicht genau sagen. Es schien im Moment einfach das Richtige zu sein. So wartete er auf die Dunkelmeisterin, nackt und bereit ihr den Mord an Mora zu gestehen.
„Shiar, bist du das?“ hörte Sten plötzlich die Stimme eines Mannes. Im selben Augenblick kam Lucardus Khan, der Bruder der Direktorin und General der Streitkräfte, aus dem Nachbarzimmer. Er war nackt und trocknete sein nasses Haar gerade mit einem purpurnem Handtuch ab. „WAS BEI ALLEN DÄMONEN MACHST DU HIER!“ schrie er als er Sten sah. „WER BIST DU! UND WAS SOLL DAS HIER!“ Sten wusste nicht wie ihm geschah. Was sollte er machen? Warum stand der Bruder der Dunkelmeisterin plötzlich hier vor ihm? Und warum war er nackt? „Ich...ich...ich..“ begann Sten stotternd als sich die Tür öffnete und Shiar Khan eintrat. Ihrem Gesichtsausdruck nach, traute sie ihren Augen nicht was sie sah. „Was soll das denn?“ fragte sie khül. „ICH HAB SIE GETÖTET! ICH WAR´S! ICH HAB MORA GETÖTET UND AN DIE GHULE VERFÜTTERT!“ schrie Sten die Dunkelmeisterin in und sprang aus dem Bett in Richtung Khan. Erst jetzt realisierte er den Dolch den er die ganze Zeit in seiner Hand hielt. „Wenn sie mir nicht vergiebt, muss sie eben auch sterben!“ ging es dem jungen Mann durch den Kopf. Doch ehe er auch nur in die Nähe Shiar Khans kommen konnte, packte ihr Bruder ihn am Handgelenk und schlug ihm den Dolch aus den Fingern. Ein kräftiger Schlag traf Sten ins Gesicht und ein Tritt in seine edelsten Teile raubte ihm den Atem. Er sank zu Boden und kurz bevor Schwärze ihn umfing sah er den hochhackigen, ledernen Stiefel der Dunkelmeisterin auf sein Gesicht zu sausen.

„Wer ist das?“ fragte Shiar Khan ihren Bruder. „Wolltest du mich mit ihm überraschen heute Nacht?“ „Ich hab ehrlich gesagt gedacht, es wäre auf deinem Mist gewachsen. Vielleicht genüge ich alleine dir ja nicht mehr.“ „Du scherzt. Dieser Wurm ist ja noch nicht mal ein Mann. Warum also sollte er sich hier herein schleichen? Und wer ist diese Mora?“ „Ich finde es raus, Shiar. Ich verspreche dir diese Geheimnis zu lüften.“ „Gut, dann mach das. SOFORT!“ Verdutzt blickte Lurcadus seine Schwester an. Er hatte sich gerade etwas anderes erhofft, doch die Pflicht duldete keinen Aufschub. Er lies den Eindringling von einer Wache ins Verlies tragen und rief nach Professor von Mersingen. Vielleicht stand der junge Mann ja unter einem Bann.

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Khelperetocs
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Die Liebe am Steg

Beitrag von Khelperetocs » Di 5. Nov 2019, 14:17

Die uns beiden wohl bekannten Studenten Almia und Shokon trafen sich in jener Nacht heimlich unter dem Steg an der Westküste der Darrowehr Insel. Ganze drei Monate ist es her, dass sie einander nahe waren. In diesen Tagen war es wesentlich schwerer geworden sich zu treffen, geschweige denn eine geheime Liebesbeziehung zu führen. Strenge und Disziplin prägten den Alltag an der Darrowehr und der aufkeimende Konflikt zu den Töchtern der Nacht und dem Schattenreich Neu-Alterac war stetig präsent. Umso größer war die Freude als sich die Beiden heute Nacht nach so langer Zeit wiedersahen.

Shokon: Zieh dir die Decke über, es ist eisig kalt hier draußen!

Almia: Es kann nicht kälter als die Stimmung da drinnen sein, Liebster. Seit dem Brand hat man die Zahl der Wachen verdoppelt, die Gemeinschaftsräume inspiziert und die Studentenheime auseinandergenommen. Wurde auch deine Habseligkeiten konfisziert?

Shokon: Ja, aber ich erhielt sie am nächsten Tag zurück. Momentan wird Jeder verdächtigt mit den Töchtern der Nacht unter einer Decke zu stecken. Als würde ich ernsthaft mit diesem Scheusal von Khelperetocs kokettieren.

Almia: Bist du davon überzeugt, dass die neue Schulleitung besser ist? Ich sage dir, die Khan Geschwister verheizen uns noch in einem sinnlosen Bruderkrieg und die Orden des Lichts reiben sich jetzt schon die Hände. Das uns verheißene Erbe des Lichkönigs und der Anspruch über die Pestländer waren und sind nichts weiter als leere Versprechungen.

Shokon: Almia, sprich niemals mit den Anderen so, wie du gerade mit mir sprichst. Die Khans haben überall ihre Spitzel. Und die Bluthunde von den Grauen Krallen schnüffeln auch an jeder Ecke der Darrowehr herum.

Almia: Ich bin hier um eine Totenbeschwörerin zu werden, Liebster. Erinnerst du dich an die Ansprache von Khelperetocs zum Schulball vor etwa zwölf Monden? „Wir sind die Schatten, die das Licht vertreiben“ sprach sie. Und jetzt jagen wir vermeintliche Verräter durch die Pestländer während der eigentliche Feind bereits seine Blicke auf uns richtet. Allianz, Horde, die Scharlachroten, sie werden über uns hinwegfegen wie ein Sturm. Siehst du denn nicht, was hier passiert? Unter Zimmerer und Firlar war dies eine Schule mit Idealen! Jetzt ist sie zu einem Truppenübungsplatz verkommen und die denkende Elite des Kults der Verdammten, die wir sind, sollen den Stab gegen das Schwert eintauschen. Dazu bin ich nicht bereit!

Shokon: Auf welcher Seite stehst du eigentlich, Almia? Wir haben einfach gar keine Wahl, denke doch mal nach. Die Flugblätter sind doch nichts weiter als Propaganda und Manipulation. Denkst du wirklich, die Töchter der Nacht sind anders als die Khans? Wach endlich auf und besinne dich! Du riskierst dein Leben.

Es klatschte und Shokon wurde sich schmerzlich bewusst, dass er sich eine Ohrfeige eingehandelt hat. Mit dem Wort „Feigling“ ließ Almia ihren Liebsten allein unter dem Steg zurück.
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Tharsonius
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Re: Gerüchteküche

Beitrag von Tharsonius » Di 5. Nov 2019, 17:12

Stens Ende

„Ist er wach?“ Lucardus´ Unterton lies erahnen in welcher Stimmung der General war.
„Nein, und das wird er auch nicht so schnell. Ich war so frei und habe ihm von Professor Draaken ein Schlafmittel verabreichen lassen.“ Argneta Zeferon, die Professorin für Bannungsmagie, war wie immer kreidebleich geschminkt und stand auf der anderen Seite des Tisches. Sten lag reglos darauf und nahm niemanden um sich herum war.
„Was stimmt mit ihm nicht?“ Lucardus´ Ungeduld war deutlich zu hören. „Nun, wie es aussieht wurde auf nicht natürliche Art Einfluss auf seinen Geist genommen,“ erklärte Zeferon. „Nicht natürlich? Also magisch!“ „Das können wir leider nicht genau sagen,“ mischte sich nun Hilarius von Mersingen ein. Er stand neben Argneta und betrachtete den schlafenden Mann. „Leider wurde bis dato wenig Wert auf die Ausbildung in Hellsichts- und Analysemagie gelegt. Ein Versäumnis der früheren Direktoren. Die geschätzte Kollegin konnte lediglich eine Beeinflussung feststellen, mehr jedoch nicht.“ „Könnt ihr ihn wieder in Ordnung bringen?“ „Ich könnte, wüsste ich die genaue Art der Beeinflussung. Gerade was die Geisteskontrolle angeht ist die Bannung äußerst kompliziert. Ein Fehler und der junge Mann ist nicht mehr als ein sabbernder Pflegefall.“ „Könnt ihr herausfinden wer ihn beeinflusst? Und was sein Ziel war?“ „Leider tappen wir da im Dunkeln. Zumindest was sein Ziel betrifft sind sich Professor Hilarius und ich einig. Laut eurer Beschreibung sollte er die Dunkelmeisterin angreifen. Welch Glück, das ihr noch etwas mit ihr besprechen wolltet.“
Lucardus ging langsamen Schrittes um den Tisch herum. „Was passiert wenn wir ihn wecken?“ „Das vermag keiner zu sagen, geschätzter General. Es könnte sein das er sich wehrt, sich versucht umzubringen oder reglos verharrt bis die Dunkelmeisterin erneut in seine Nähe kommt.“ "Nun, dann ist er momentan also nutzlos,“ stellte Lucardus enttäuscht fest, „Dann werden wir eben ein Exempel an ihm statuieren.“

Am Abend des selben Tages wurden alle Bewohner der Darrowehr und sämtliche Schüler der Scholomance in den großen Hof zitiert. Auf einem Podest hatte man ein großes hölzernes X gestellt und Sten mit Händen und Füßen daran gefesselt. Er war wach, schlug wie wild mit dem Kopf um sich und versuchte sich zu befreien. Seinen Mund hatte man geknebelt, nachdem er sich selbst die Zunge abgebissen hatte. Der Stoff des Knebels war blutdurchtränkt.
„BEWOHNER DER DARROWEHR, VEREHRTE SCHÜLER!“ Shiar Khan erhob ihre Stimme und schlagartig verstummte jedes Getuschel. „SEHT HIER! EINER DER UNSEREN WURDE VOM RECHTEN PFAD ABGEBRACHT UND DURCH SCHÄNDLICHE MAGIE BEEINFLUSST! IHM WURDE DER FREIE WILLE GENOMMEN UND AUFGETRAGEN MICH HEIMTÜCKISCH ZU ERMORDEN!“ Die Versammlten sahen sich ungläubig an. Einige erkannten Sten und fingen zu tuscheln an. „ER HAT UNS VERRATEN! UNS ALLE! DURCH IHN GELANG ES DEM FEIND BIS INS HERZ UNSERER GEMEINSCHAFT VORZUDRINGEN! DAHER VERURTEILEN WIR IHN ALS VERRÄTER ZUM UNTOD!“ Mit Khans letzten Worten zog Lucardus sein Schwert und durchstieß von Hinten Stens Brust. Der Tod ereilte ihn augenblicklich, doch war dies keine Erlösung für ihn. Die Dunkelmeisterin selbst wandte sich ihm zu und die Studenten wussten genau welchen Zaubercantus sie nun nutzte. Wenig später durchfuhr untotes Leben Stens Leichnam und Lucardus löste die fesseln. „ER WIRD NUN UNS DIENEN UND JENEN DIE SCHULD AN SEINEM SCHICKSAL SIND DEN SICHEREN TOS BRINGEN!“ Vielen Beteiligten war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, doch die Söldner der Grauen Krallen brachen in lauten Jubel aus.

Das Spektakel war vorbei und alle gingen wieder zurück in ihre Quartiere. „Hier. Geh zum Matrixvisualisator und sieh dir das in Ruhe an. Sag mir was du gesehen hast.“ Shiar Khan gab ihrem Bruder den kleinen Kristall den sie damals von Tharsonius erhalten hatte und der nun das Gedächtnis Stens enthielt.

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Visite in Zul Drak

Beitrag von Khelperetocs » Mi 13. Nov 2019, 13:13

Das Ziggurat im Süden Zul Draks war vollkommen eingeschneit und man hatte gar erst einen Weg frei schaufeln müssen, um es betreten zu können. Ein Gast aus fernen Gestaden war eingetroffen und zum hiesigen Dunkelmeister gebracht worden. Ghomal al Therk, Vorsteher des Kults der Verdammten in Zul Drak, erfreute sich des Anblicks seines Gastes. Eine blonde, graziöse Blutelfe verneigte sich tief vor ihm.

Malicia: Die Toten sollen dienen, Dunkelmeister!

Ghomal: Die Toten sollen dienen, Vize-Direktorin Malicia! Willkommen in Zul Drak und in einer der letzten verbliebenen Bastionen unserer Gemeinschaft.

Malicia: Ich überbringe Grüße und Kunde von Dunkelmeisterin Khan aus den Pestländern. Wie ihr wisst, erhebt sich im Süden der Drachenöde das neue Machtzentrum des Erzverräters. Es ist unsere Pflicht, diesen verräterischen Schandfleck unserer Zunft von der Landkarte Azeroths zu tilgen, auf das wir uns den eigentlichen Pflichten wieder widmen können.

Ghomal: Ja, ich pflichte euch bei, Vize-Direktorin. Es gilt die Wiederkehr unseres Herrn vorzubereiten, ihm den Weg zu ebnen und Finsternis über Azeroth zu bringen. Der Zeitpunkt dafür könnte nicht günstiger sein, jetzt wo Allianz und Horde geschwächt sind. Und doch müssen wir uns mit Verrätern aus den eigenen Reihen plagen.

Malicia: Dunkelmeisterin Khan trifft mannigfaltige militärische Vorbereitungen um Ignazs Schattenreich auszuradieren. Es gelang uns Söldner anzuheuern und regionale Kräfte für unsere Sache zu begeistern. Die Darrowehr erstarkt und doch benötigen wir Beistand für diesen aufwändigen Feldzug, Dunkelmeister. Als Bittstellerin trete ich vor euch!

Ghomal: Ignaz war einst Schüler von Kel Thuzad und ein Mann der ersten Stunde. Sein Verrat schmerzt! Umso mehr ist dies ein Grund sich seiner zu entledigen und ihr sollt meine Unterstützung haben. Wenngleich sie nicht in dem Ausmaß anfallen wird wie erhofft, Vize-Direktorin. Unsere Gemeinschaft musste über all die Jahre zahlreiche Verluste hinnehmen, es bedarf keiner Rechtfertigung. Dennoch, ich entsende dreißig unterworfene Trolle. Ihr Geist wurde mittels dunkler Magie gebrochen und hat sie so zu willenlosen Werkzeugen unseres Wortes geformt. Sie gehören euch, sie werden für euch arbeiten oder auch kämpfen!

Malicia: Der Dank der Darrowehr ist euch gewiss, Dunkelmeister! Ihr unterstützt damit den Fortbestand des Kults und die Wiederkehr unseres Herrn und Meister.

Lächelnd zog sich die schlanke Blutelfe darauf zurück und verweilte noch zwei Tage in Zul Drak, bevor sie ihr Weg in den Heulenden Fjord führen sollte.
OOC:
Der Erfolg dieses Gesprächs wurde vorab ausgewürfelt. Das Ergebnis bei /random 20 war 2
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Besuch aus Sturmwind

Beitrag von Khelperetocs » Fr 6. Dez 2019, 15:17

Nervös wartete Agravaine von Streizig auf dem Vorplatz zur einstigen Bastion von Stratholme, die nun den vielsagenden Namen Enklave der Finsternis trug. Er hielt Ausschau nach jenem Vertrauten, der sein Kontaktmann in Sturmwind war und nun eine weite und vor allem gefährliche Reise auf sich genommen hat. Zwei Draenei Wachen flankierten den Meister des Schildes, wie von Streizig hier genannt wurde. Ihm oblag die Verteidigung der Enklave und dieses Unternehmen rückte immer mehr in den Mittelpunkt in Anbetracht des sich abzeichnenden Konflikts mit dem Kult der Verdammten hier in den Pestländern.

Plötzlich zog sich ein Schatten über den Platz, die Umrisse eines groß gebauten Mannes formten sich. Netheniel Howe trat gemächlichen Schrittes an Agravaine heran und streckte die Hand zum Gruße aus.

Agravaine: Willkommen in der blühenden Metropole von Stratholme.

Netheniel: Agravaine, ich habe deinen trockenen Humor vermisst.

Agravaine: Eigentlich habe ich dich früher erwartet und war schon geneigt anzunehmen, du würdest das Verließ von Sturmwind wieder einmal von innen bewundern.

Netheniel: Ach, man wird mit jedem Vergehen vorsichtiger, mein Freund. Aber ich muss gestehen, ich war über deine Bitte, dass ich hierherkommen soll, sehr überrascht. Dir ist bewusst das ich mich während meiner Abwesenheit nicht um unsere Geschäfte kümmern kann.

Agravaine: Ja, aber momentan gibt es wichtigere Agenden, Neth! Die Details möchte ich dir später bei Brot und Wein näher darlegen. Soviel vorweg, wir brauchen Kämpfer, fähige Kämpfer, und zwar bald. Dabei dachte ich an deine Verbindungen zu diesem Wettkampf Ring unterhalb der Tiefenbahn von Sturmwind.

Netheniel: Diese Schlägerbanden wissen eine Taverne zu verwüsten aber keinen Krieg zu führen, Agravaine. Von welcher Dimension sprechen wir denn? So von der Skala Kneipenschlägerei bis zwei Armeen auf offenem Felde.

Agravaine: Na ja, eher Letzteres. Die Töchter der Nacht sehen sich wohl bald mit einer bunt zusammengewürfelten Streitmacht der Darrowehr konfrontiert. Untote, Söldner, Sklaven, du wirst Alles darunter finden.

Netheniel: Hmmm, wie so oft in Azeroth lässt sich vieles mit Gold regeln, Agravaine. Das wissen wir Beide wohl zu gut.

Der smarte schwarzhaarige Meister des Schildes nickte, nahm Netheniel Howe an der Schulter und führte ihn in das Innere der Enklave der Finsternis. Eine lange Nacht bei Brot und Wein stellte sich ein.
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Kormek Raft
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Neulich in Stratholme

Beitrag von Kormek Raft » So 29. Dez 2019, 06:24

Ein Gespräch zweier Mitglieder der Söldnereinheit Brionas Bukaniere am Abend bei einem Humpen Bier.

"Hast du das heute mitbekommen?"
"Was?"
"Na das mit der Schülerin der der Bischöfin, dieser Tavina."
"Ne, was war denn?"
"Die ist heuet Vormittag durch die Stadt geritten."
"Ja und? Vielleicht will sie nicht zu Fuß gehen oder hat es eilig gehabt, oder was weiß ich."
"Ja, aber die ist nicht auf ´nem Pferd geritten."
"Worauf denn sonst? Sag nicht auf ´nem Elek."
"Nee, auf ´ner Katze aus Knochen und Moos."
"Pffffss," ein Schluck Bier wird über den Tisch gespuckt. "Ne Katze aus Knochen und Moss, ja klar. Kann´s sein das das hier heute nicht dein erstes Bier ist?"
"Wenn ich´s doch sag. Ein riesen Ungetüm, sicher größer als die Katzen auf denen diese Spitzohren reiten."
"Soso, und wo soll diese Katze aus Knochen und Moos hergekommen sein?"
"Was weiß ich. Ich hab nur von einem Draenei gehört das vorgestern diese Caiborn ne Gefangene zur Bischöfin gebracht hat und die Zelle bis heute leer ist."
"Dann wird die Bischöfin sie vermutlich verhört haben und dann...," ein Finger wird symbolisch über die Kehle gezogen.
"Oder sie hat sie in ´nem dunklen Ritual verwandelt."
"In ´ne Katze aus Knochen und Moos, damit ihre Schülerin was zum reiten hat. Echt jetzt?"
"Aus deinem Mund klingt das irgendwie blödsinnig."
"Glaub mir, es klingt aus deinem Mund nicht weniger blödsinnig. Die Gefangene wird verhört worden sein und danach wurde sie beseitigt, ganz einfach."
"Und die Katze aus Knochen und Moos?"
"Die geht uns nichts an. Meinetwegen kann die Schülerin der Bischöfin auf ´nem dressierten Hochbergtauren durch die Stadt reiten, wenn´s mich stört schau ich in die andere Richtung."
Zwei Humpen stoßen aneinander und kurz darauf wird eine weitere Runde bestellt.

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Khelperetocs
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Steggeflüster

Beitrag von Khelperetocs » Di 14. Jan 2020, 12:59

Früher Abend des 18 Tages im 01 Mond. Eine undurchsichtige Nebelwolke drückte auf die Insel der Darrowehr nieder und bescherte den Illusionisten der Scholomance eine kurzzeitige Pause. Diese waren sonst damit beschäftigt, die Wehranlage zu verschleiern. Doch keine Nebelwolke hätte es vermocht, so auf die Stimmung der Bewohner einzuwirken, wie es die jüngsten Ereignisse im Pestwald taten.

Die Armee des Kults der Verdammten war von den Streitkräften der Töchter der Nacht und des Schattenreich Neu-Alterac aufgerieben worden. Lucardus Khan, Bruder der Dunkelmeisterin und Oberkommandant, war gefallen. Wie Gift in einer Wunde verbreiteten sich Gerüchte, Getuschel und Gemurmel in jedem Gewölbegang war die Folge. Man sprach vom Versagen der Khans, vom Zorn des Ignaz Waldemar Zimmerer und von den möglichen Folgen dieser Entwicklung. Erschwerend reihte sich die Tatsache ein, dass Vize-Direktorin Malicia verschwunden war. Gewiss hatte sie die Scholomance in Anbetracht der jetzigen Situation hinter sich gelassen. Kurzum, man blickte einer ungewissen Zukunft entgegen.

Das junge Paar Almia und Shokon suchten einmal mehr die Nähe und traute Zweisamkeit unter dem Steg am See. Sorgenfalten zogen sich über die Stirn des jungen Mannes und die sonst ungetrübte Heiterkeit der Beiden war fort.

Shokon: Was jetzt?

Almia: Habe ich es dir nicht immer gesagt, Shokon? Ich könnte Orakelseherin werden, wenn die Darrowehr unter den Füßen der Töchter der Nacht einbricht. Vielleicht irgendwo in Kul Tiras oder so. Kommst du mit?

Shokon: Almia, wir können nicht abhauen. Wir tragen das Siegel der Scholomance auf unserer Haut. Als Mitglieder des Kults der Verdammten sind wir denen auch auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Niemand da draußen will uns, für uns ist kein Platz in der Gesellschaft.

Almia: Khan ist zu allem bereit, Sho. Das weißt du genauso gut wie ich. In ihrem Wahn wird sie uns und die ganze Festung verheizen, ohne Rücksicht, ohne Skrupel. Wir sind nur Bauernopfer in einem irrsinnigen Spiel der Mächte. Und daher kann es nur einen Weg geben, man muss sich Jenen anschließen, deren Licht heller leuchtet.

Shokon: Folgt jetzt gar eine Predigt vom heiligen Licht?

Almia: Du weißt wie ich es meine. Khan verliert Rückhalt und Zuspruch. Denkst du der Kult der Verdammten wird ihr Vorhaben weiterhin unterstützen? Wir sprechen von dem Kult, der nur mehr ein Schatten seiner einstigen Größe ist und mehr zu verlieren als zu gewinnen hat. Denkst du, das Feuer, dass die Gebäude verheert hat, war Zufall? Die Töchter der Nacht haben hier Sympathisanten. Sho, alleine wegen meiner Zuneigung zu dir weiß ich, auf welcher Seite ich stehen will. Nämlich auf der der Sieger! Wandelnde Leichensäcke werden wir noch früh genug, bis dahin will ich noch etwas leben und zwar mit dir an meiner Seite! Sei nicht töricht und halte an wertlosen Prinzipien fest.

Shokon: Und was denkst du soll anders werden, wenn die Flaggen der Töchter der Nacht und des Raben an der Turmspitze wehen?

Almia: Nichts, aber wir werden immerhin noch am Leben sein und uns anpassen. Khans Zeit ist vorbei.

Shokon: Sie kontrolliert noch immer eine große Schar Untoter und die Mauern der Darrowehr hielten sogar schon die Orcs während des zweiten Krieges ab. Willst du wirklich gegen sie intrigieren?

Almia: Ich will bereit sein und zum richtigen Zeitpunkt auf der richtigen Seite stehen!

Ein Signalhorn beendete den abendlichen Ausgang der Studenten und die Beiden begaben sich hurtig in den Schlafsaal.
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Im Lehrmittelzimmer

Beitrag von Khelperetocs » Fr 5. Jun 2020, 14:40

Das Lehrmittelzimmer neben dem Konferenzraum der Scholomance bot kaum Platz, dennoch bot es immer wieder genug Raum für heimliche Gespräche und listigen Gedankenaustausch. An jenem Abend war es Argneta Zeferon die Ines Ophenos auf eine Unterredung gebeten hat. Die beiden Lehrmeisterinnen vergewisserten sich, dass sie alleine waren und sprachen im Flüsterton.

Ines: Macht es besser kurz, Argneta. Die Gemäuer selbst haben Augen und Ohren und dies meine ich nicht im übertragenen Sinne. Hier spionieren nämlich Tote für die Lebenden. Was wollt ihr?

Argneta: Diese Buhlschaft um die Studenten geht doch auch an euch nicht spurlos vorbei, Ines. Wir werden Zeuge eines Machtkampfes zwischen der Hochgeweihten und der Vize-Direktorin. Beide buhlen um die Gunst der Zöglinge! Sagt mir wo das noch hinführen soll?

Ines: Religion wurde schon immer zur Manipulation der einfachen Gemüter genutzt. Hochwürden weiß ihre Anhänger zu begünstigen und das sorgt gewiss für Zündstoff. Die Vize-Direktorin wird es auf ihre Weise gleich machen, Argneta. Zwischen die Fronten zu geraten bedeutet, dazwischen zerquetscht zu werden.

Argneta: Also sollen wir einfach wegsehen, wenn die gesamte Insel durch diesen Weiberkrieg gespalten wird?

Ines: Das letzte Wort hat immer noch die Dunkelmeisterin. Wir wären töricht anzunehmen, sie bekommt das nicht mit.

Argneta: Aha, und warum handelt sie dann nicht? In den wöchentlichen Konferenzen wurde dieses Thema nicht einmal angesprochen. Die Studententaverne genießt mehr Aufmerksamkeit als dieser fragwürdige Wandel. Verdammt nochmal, das ist noch immer eine Lehranstalt für magiekundliche Sparten und kein Tempel! Bald beten wir alle zu den Alten Göttern, Ines. Ich weigere mich!

Ines: Leider kann ich eure Sorge nur teilweise teilen, Argneta. So oder so können wir keinen Einfluss auf diese Entwicklung nehmen. Und ich würde mich davor hüten Partei zu ergreifen! Euch rate ich selbiges. Seht euch doch unseren stets lächelnden Sindorei Kollegen an. Er wird es sein, der am Ende Alles überdauert und warum? Weil er schwieg! Und das sollten wir auch.

Die Tür des Lehrmittelzimmers öffnete sich und Ines verließ prüfenden Blickes die Katakomben. Argneta hingegen widmete sich hingegen den Hausübungen der zweiten Schulstufe. Ihre Stimmung war frostig, aber das war ja bekanntlich nichts neues.
Erhebe dich erneut und setze dein Werk fort meine Feinde zu vernichten - Khelperetocs gesprochen zur Leiche eines Soldaten

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