Megann Derrington - Botengänge und mehr

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:25

Megann hat geschrieben:"Hier ist noch eine Lieferung nach Dalaran, Chef!" rief es aus dem Lagerraum in Richtung Büro.
Megann stand vor dem Wochenplan und trug für Donnerstag "Dalaran" ein.
"Geht klar. Leg die Lieferung zu den anderen Waren. Ich nehm es am Donnerstag mit. Oder ist es eilig?" rief sie nach vorne und legte dann den Kopf schief.

Sie hörte kurzes Rumpeln und Rascheln von Paketen und Briefen und das unterdrückte Stöhnen, als Cedric sich wohl das Schienbein an einer Kiste angeschlagen hatte.
"Nee Chef, steht nichts drauf!" kam es dann zu ihr gerufen.

Sie nickte und ihre Augen huschten über den Wochenplan. Sie seufzte leise als sie die ganzen Termine sah. Die Pilgerfreudenfeste standen an und da es ein Vorwinterhauchfest war, bedeutete es, dass die Leute alle ihren Lieben gedachten und hier schon die Post mehr beansprucht wurde als üblich.

Gegen Ende des Monats würde dann das Chaos so richtig ausbrechen ... und es hatte sich immer noch niemand auf ihren Aushang gemeldet. Meg seufzte erneut und wickelte sich dabei mit einer geschickten Handbewegung die rabenschwarzen, langen Haare zu einem Dutt und steckte diesen mit einem Stift fest.

"Du übernimmst die Sturmwinder Tour heute und schau zu was du geschafft bekommst, Cedric. Ich werde, wie abgemacht, gleich aufbrechen und ...hörst du mir auch zu?" fragte sie laut und kurz darauf tauchte das bärtige Gesicht des jungen Mannes im Türrahmen auf.
"Hör alles, Chef!" meinte er und dem Kopf folgte der hochgewachsene Körper mit wohl geformten Muskeln.

Megann lächelte leicht als sie ihn so sah. Noch vor ein paar Jahren war er dürr und schlacksig gewesen und man hätte nicht meinen können, dass aus dem Burschen noch ein gutaussehender stattlicher junger Mann werden würde.
Sie räuspert sich leicht und deutet auf den Plan. Cedric stellte sich neben seine Cheffin, die er um einige Köpfe überragte und blickte auf den Plan.

"Wie du siehst, werde ich wohl erst Morgen wieder auftauchen. Ich muss nach Eisenschmiede, Kharanos und zum Südtorpass. Informationen zufolge hat es auch ordentlich schon Neuschnee gegeben, also weiß ich nicht wie die Wege beschaffen sein werden. Du musst also alleine hier klar kommen", sagte sie und tippte dabei erklärend auf die Karte neben dem Plan.

Cedric nickte und kratzte sich am Hinterkopf.
"Soll ich zu Sturmwind auch noch die Lieferung zum Holzfällerlager und Goldhain reinpacken, Chef?"
Meg schaute auf die Karte und nickte dann.
"Das wäre gut ... aber du könntest mal bei Herrn Swann vorbei gehen und nachfragen, ob er derzeit ein paar Hilfskräfte hätte, die er entbehren könnte. Wenn nicht, müssen wir wohl einige Aufträge abgeben", sagte sie und wirkte dabei nicht gerade erfreut darüber.

"Geht klar, Chef. Mach ich gleich nachher, wenn ich ihm Post bringe."

Meg nickte und schaute ihn an.
"Gut, dann verlass ich mich auf dich und bin dann mal weg. Kümmer dich um alles", sagte sie während sie sich ihre Jacke anzog und zu knöpfte.
Cedric nickte und folgte dann seiner Chefin, die nach draussen ging, wo bereits ihr beladener Widder wartete.

"Falls was sein sollte ... du weißt ja was zu tun ist", sagte sie ihm und nahm Hannibal am Zügel.

"Ja, Chef. Alles klar. Wird schon nichts passieren", meinte er und lächelte ihr zuversichtlich zu. Megann schenkte ihm einen ihrer bekannten Blicke und nickte dann.
"Bin ich Donnerstag nicht da, dann musst du die Lieferungen nach Dalaran übernehmen und die Abholung dort, ist das klar?"
"Glasklar!"

Erneut nickte Megann und dirigierte dann Hannibal auf die Gasse in der Altstadt. Es war noch früh am Morgen des Zehnten Tages als sie sich auf den Weg zur Tiefenbahn machte.
Verfasst am: 10. Nov 2015,

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:25

Megann hat geschrieben:Für unter der Woche war es gestern einfach viel zu spät für sie geworden. Erst um 22 Uhr kam sie von der Kammwacht weg, musste dann im Nieselregen durch Elwynn reiten und hatte einen bockigen Widder, dem es ebenfalls zu spät war. Immerhin waren sie so recht schnell durch den Wald und in der Stadt.

In den Gassen waren vereinzelt Leute unterwegs. Auswärtige, Feiernde, Metzen und ihre Freier, Gauner und Feuergaukler ... alles was die späte Abendstunde eben zu bieten hatte.

Als Meg Hannibal in den Stall gebracht hatte ging sie auch direkt durch die Altstadtgassen nach Hause.
Lucky wartet bereits auf sie und strich ihr schnurrend um die Beine. Sie fütterte den roten Flauschball und ging dann auch sofort schlafen.

Die Nacht war viel zu kurz und es war noch dunkel als sie schlaftrunken aus dem Bett krabbelte, geweckt vom Rumpeln und Rumoren Cedrics, der bereits die Taschen für die erste Tour packte.

Ohne viele Worte, man kannte sich mittlerweile, packten sie alles für die erste Runde.

Die blaue Stunde beherrschte die Stadt als Megann sich den Schal um den Hals schlung und die Türe zum Post-Express hinter sich zu zog und abschloss.
Cedric klappte den Kragen seiner Jacke hoch und nickte seiner Chefin zu als sie sich schweigend teilten und einer rechts und der andere links ging.

Meganns erster Weg führte sie zur Kaffeebude am Kanal. Sie bestellte ihren Kaffee wie üblich, bekam ihn schweigend gereicht, sie bezahlte und genoß ihn erst einmal.

Langsam erwachten ihre Lebensgeister und als der Himmel über der Stadt heller wurde und das tiefe dunkleblau einem helleren wich, war ihre Müdigkeit auch verschwunden. Sie gab den Becher zurück und schulterte ihre Posttasche.

Ihre erste Runde am Tage führte sie entlang der Geschäfte im Kanalviertel.
Verfasst am: 19. Nov 2015

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:25

Megann hat geschrieben:Tock tock tock, ging der Hammer und Megann wusste genau, dass Cedric gerade den Aushang am Haus erneuerte. Sie seufzte leise und wuchtete ein Paket in den Karren. Es hatte sich immer noch keiner gemeldet und somit hatten sie einen Arsch voll an Arbeit. Sie schufteten derzeit von Frühmorgens bis spät in die Nacht.

Wenn es hochkam viel sie gegen 2 oder 3 Uhr ins Bett und krabbelte dann gegen 5 oder 6 Uhr wieder aus den Federn. So zumindest war es die letzten 4 Nächte gewesen. Cedric schlief im Lager und war so meist erreichbar.

Megann notierte sich gedanklich, dass sein Bonus für dieses Jahr entsprechend ausfallen musste. Er war ihr wirklich eine unbezahlbare Stütze geworden und hatte sich zu einem verantwortungsvollen, cleveren jungen Mann entwickelt.

"Bin mal grad am Pie Stand, Chef. Soll ich Euch was mitbringen?" rief er von draussen und Megann schaute um die Ecke.
"Das wäre lieb von dir. Brauchst du Geld?"
"Nein, ich hab noch vom Frühstück", kam die ehrliche Antwort des großgewachsenen Rothaarigen.
"Bitte ein Hackfleischküchlein mit Minze", rief sie ihm zu "und wenn sie das nicht haben Steak und Nieren!"
"Geht klar", hallte es von draussen und Megann sah ihn noch weggehen. Die Hände in den Taschen der Jacke vergraben, die Schultern hochgezogen und der Schal eng um den Hals geschlugen.

Meg schüttelte leicht den Kopf. Sie würde ihm wohl einen richtigen Mantel besorgen müssen. So ging das ja nicht.
Ein Blick auf die Taschenuhr zeigte an, dass es bereits kurz vor Mittag war. Nach dem Essen würden sie eine weitere Tour drehen und eine grosse Lieferung musste ins Magierviertel gebracht werden.

Am Abend dann erwartete sie 3 Aushilfen aus dem Armenhaus, die ihr von Pater Edward geschickt wurden. Hoffenltich waren das brauchbare Kandidaten dabei. Es wäre dann allen gedient.

Bis Cedric mit den Pies auftauchte hatte Megann Briefe sortiert und sie in die Taschen gepackt. Der Winterhauchhorror war im vollen Gange.
Verfasst am: 3. Dez 2015

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:26

Megann hat geschrieben:Zufrieden blickte Megann aus dem Fenster und schaute in die Gassen des Magierviertels. Die neuen Fenster im Wohnzimmer brachten mehr Licht herein und liessen den Raum noch ein wenig größer wirken.

Sie nippte an der Tasse Tee und lächelte. Irgendwie lief derzeit alles recht zufriedenstellend. Ihr Haus im Magierviertel war wohnlich und nur hier und da fehlten noch Details, die kleine Wohnung in der Altstadt hatte sie untervermietet und für den Post-Express hatte sie zwei fleißige Lagerarbeiter eingestellt, die ihnen das Sortieren abnahmen und sogar ab und an schon in der Verteilung von einfachen Lieferungen innerhalb der Stadt eingelernt wurden.

Cedric war ihr eine große Hilfe und übernahm die Arbeit vor Ort, wenn sie außerhalb Botengänge zu erledigen hatte oder sich einfach mal eine Auszeit gönnte.

Unten klapperte es in der Küche und erneut schmunzelte Megann. Sie hatte sich eine Angestellte fürs Haus geleistet, denn schließlich musste so ein Haus auch sauber gehalten werden und wenn sie ehrlich war, war sie dafür nicht wirklich selbst geeignet.

Hilde, die Hausdame, stammte ursprünglich aus Gilneas und hatte alles verloren. Meg hatte sie vor einem der Freudenhäuser der Stadt bewahrt und ihr die Stelle angeboten, die sie nur zu gerne angenommen hatte. Natürlich hatte Meg sich zu vor von dem tadelosen Charakter der Frau überzeugt bevor sie sie eingestellt hatte.

Nun hatte Hilde ein Dienstbotenzimmer hinter der Küche und kümmerte sich darum, dass die Wohnung sauber war und blieb und sorgte dafür, dass Meg nicht hungrig aus dem Haus ging oder ins Bett.

Meg blätterte in ihrem Auftragsbuch ... bald würde sie einen Botengang machen müssen, der sie für ein paar Tage aus der Stadt lockte. Nun, das sollte das Problem nicht sein. Jetzt allerdings wurde es Zeit für ein ausgiebiges Bad und dann wollte sie ihre Freundin mit Mann und Kindern zum Kaffee besuchen gehen.
Verfasst am: 21. Feb 2016

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:26

Megann hat geschrieben:Auf dem Gras lag weißlich glitzernd der Morgenfrost und blass zeigten sich die ersten Spuren der Sonne im wolkenverhangenen Himmelszelt. In Elwynn würde es sicherlich bald regnen, doch die Stadt würde wohl vom Regen weitestgehend verschont bleiben.

Es war ein kühler Morgen, jedoch war dies nicht verwunderlich, herrschte doch immer noch Winter, auch wenn die ersten Anzeichen des Frühlings deutlich zu spüren waren. Kam die Sonne raus, dann konnte es bereits angenehm warm werden und die Frühlingsblumen begannen zu sprießen, die Vögel zwitscherten und verschiedene Feste wurden gefeiert.

Derzeit schipperten Liebesboote durch die Kanäle und Pärchen, oder welche die es wollten, oder jene die einfach nur gesehen werden wollten ließen sich durch die Kanäle schippern, hielten Händchen oder blickten sich verliebt an.

Um die Uhrzeit jedoch waren noch keine Boote unterwegs und das einizge Geräusch, welches Megann vernahm ,als sie in eine Decke eingekuschelt am offenen Fenster saß, war der Milchmann, der klappernd die Milchflaschen an die Türschwellen der Häuser stellte, der frühmorgendliche Zwitschern der Vögel und ab und an das Klappern von Rüstung, wenn ein Wachmann unten oder auf den Zinnen vorbei patroullierte.

Im Magierviertel tickten die Uhren ein wenig anders. Hier machten die Läden später auf und die Bewohner der Häuser schliefen meist ein wenig länger, wenn man von den Bediensteten absah. In der Altstadt hingegen, so wußte Meg, hatte bereits geschäftige Betriebssamkeit begonnen. Marktstände waren längst errichtet, der Bäcker hatte gebacken und der Duft von frischem Brot, Brötchen oder anderen Leckereien zog bereits durch die Gassen und machte einem Hunger. Hier und da torkelten noch ein paar Versumpfte durch die Gassen und derangierte Dirnen gingen müde und schnellen Schrittes zu ihren Häusern zurück.

Meg nippte an ihrem Tee und kraulte Lucky, den roten Kater, und ließ ihren Gedanken wieder freien Lauf. Sie sah genau vor sich, wie es im Zwergenviertel bestellt wäre um diese Uhrzeit. Fleißige Kehrer würden die Stufen des Zählhauses und der Verkaufshalle fegen und die Schmiede heizten bereits ihre Öfen ein. Teppiche würden ausgeklopft oder Eimer ausgeschüttet werden, denn Zwerge waren reinlich und sehr geschäftig. Irgendein Händler rollten mit dem zweiten Frühstück durch die Gassen und pries seine Ware feil und von der Tiefenbahn hörte man das rumpeln der Züge und ab und an sah man Ankommende aus dem Tunnel kommen oder Arbeiter in den Tunnel gehen, die ihren Dienst in Eisenschmiede antreten würden.

Schmunzelnd nippte Meg am Tee, wenn sie daran dachte, wie es hingegen auf dem Kathedralenplatz jetzt aussehen würde. Die Läden waren noch geschlossen und im Waisenhaus war hier und da ein Licht zu sehen, genauso wie im Krankenhaus, welches fast nie zu schlafen schien. Putzkolonnen säuberten den Platz um den Brunnen und hielten die Gassen saubern, war die Kathedrale doch die ersten Anlaufstelle vieler Besucher und die Kirche legte großen Wert auf Reinlichkeit.

Ein paar Kleriker waren sicherlich zu sehen. Manche hatten die Hände in ihren Ärmeln versteckt und die Kapuze ihrer Kutte hochgezogen, um sich vor der Kälte und dem Wind zu schützen. Die Kathedrale war geöffnet, für jene die zum Gebet kamen oder einfach nur einige Zeit verweilen wollten, oder dort ihren Dienst verrichteten.

Ab und an hörte man klerikale Gesänge aus der Kathedrale nach draussen, auf den fast leeren Platz hallen und das hatte dann etwas so erhebendes, das Megann meist stehenblieb, lauschte und für einige Minuten dem Licht seinen Platz erlaubte.

Mit einem Nicken grüßte Megann einen Wachmann, sicherlich Peter der meist um die Uhrzeit patroullierte, und dachte dann an das Handelsviertel. Sie schüttelte leicht den Kopf bei dem Gedanken. Die Tore waren gerade geöffnet worden und Händler, Fuhrwerke, Reisende und Glücksuchende strömten in die Gassen und erfüllten das Handelsviertel erst einmal mit Leben. Viele Buden und Läden hatten schon geöffnet und würden die Ankömmlingen mit ihren Waren locken wollen. Heiße Getränke, leckere Backwaren und Stadtplänen. Sicherlich würde auch irgendwo ein Bursche stehen, der Besuchern versprach ihnen die Häuser der Adligen und Wichtigen zu zeigen.

Das Handelsviertel glich meist einem Bienenstock, der brummte und summte, egal zu welcher Uhrzeit. Von dort strömten sie weiter über die Kanäle, wo ein paar Angler ihr Glück mit dem Morgenfang versuchten und fahrende Händler ihre Waren verteilten. Die Geschäfte machten hier erst ein wenig später auf und so zog es die Leute meist erst dorthin,wo sie hin wollten.

Viele strömten gen Hafen, denn Sturmwind war ein Seeort und somit Anlaufstelle für Reisende die ankamen oder weg wollten. Abenteurer, Halunken, Soldaten und Händler. Im Hafen würde es geschäftig sein. Ladung wurde gelöscht oder neue Ladung auf die Schiffe verfrachtet, die im Hafen auf die richtige Gezeit warteten, um auslaufen zu können. Man würde Rufe, Hämmern, Sägen und Geschäftigkeit von den Werftstellen hören und Taschendiebe, Trickbetrüger und Dirnen würde schon in vollem Einsatz sein.

Megann lächelte und streckte sich ein wenig. Sie mochte Sturmwind.
Verfasst am: 24. Feb 2016

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:27

Megann hat geschrieben:Der volle Postsack landete mit mäßigem Schwung auf dem bereits gut beladenen Karren. Leise klapperte die Klappe, als Megann den Briefkasten wieder verschloss und dann hinter den Schubkarren trat, um noch die letzten Briefkästen zu leeren.

Sie war wieder alleine auf Tour und ihre Hilfe, die sie übers Wochenende gehabt hatte, war leider wieder gegangen.
Es wurmte sie selber, dass ihr der Mann fehlte. Ein Stiller war er und er verlor keine unnötigen Worte. Welch ein Gegensatz zu Fayren und welch Ähnlichkeit zu Lesther. Sie seufzte und nickte dann ein paar Sturmwindern zu die sie kannten.

Immerhin hatten sie es noch geschafft, die Möbel für das zweite Gästezimmer aus dem Lager zu holen und nach oben zu bringen. Somit war es ein durchaus produktives Wochenende gewesen und die Hilfe von Dominik war ihr gerade recht gekommen.

Das nächste Mal, so hatte er versprochen, würde er sich das andere Zimmer zur Brust nehmen und das Wohnzimmer war auch noch nickt komplett mit Möbeln bestückt und wirkte noch nicht ganz so heimelig, wie Megann es gerne hätte.

Als er ging hatte sie ihm, wie verabredet das Goldstück in die Hand gedrückt. Er würde eine Weile dafür abarbeiten müssen, aber immerhin wusste sie wo er war und wenn er nicht, wie versprochen, kam würde sie sich schon etwas einfallen lassen.

Meg streckte sich nachdem sie den letzten Sack in den Karren geworfen hatte. Sie brauchte ein wenig Abwechslung und es musste dringend noch ein Mitarbeiter her, der sie unterstützte.

Nun, sie war gespannt, ob Dominik Wort halten würde, und einen Kumpel vorbeischickte, der vielleicht für sie arbeiten könnte. Sie konnte selber nicht verstehen, dass sich immer noch niemand auf ihre Aushänge gemeldet hatte. Es musste doch verantwortungsvolle, des Lesens fähige Menschen in und um Sturmwind geben, die keine Arbeit scheuten und dafür ein anständiges Gehalt bekamen.
Verfasst am: 2. März 2016

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:27

Megann hat geschrieben:Die morgendliche Runde der Post war vorbei und Megann hatte gerade ein Päckchen mit ausgelassenen Butterkringeln bei der Wache für Leutnant Landerford abgeliefert, gesponsert durch ein Briefchen mit den Worten "Ich komme heute leider etwas später, CC".

Somit war der Botengang auch vollbracht und Meg hatte jetzt ein wenig Zeit für sich. Somit kaufte sie frisches Obst auf dem Markt ein, mit einem Holzkistchen bestückt schlenderte sie durch die Gassen und nickte eine älteren Frau zu. Die Dicke Berta, Führerin eines der angesagtesten Freudenhäuser der Stadt, nickte ihr ebenso zu.

Man kannte sich. Schließlich war man ja einige Jahre mehr oder minder Nachbarn gewesen.
Was Berta nicht wusste, war, dass es Megann war, die immer mal wieder Wache über dem Quartier hielt und dafür sorgte, dass die Dirnen unbehelligt und unbeschadet die Nacht überstanden.

Eingebürgert hatte es sich das Wache halten jeweils zu Beginn eines neues Monats. Nämlich dann wenn es neuen Sold gegeben hatte und die Kundschaft ein wenig mehr wurde. Schnell nahmen dann Gewalttaten und Trunkenheiten überhand. Megann mochte sich nach außen zwar oft anders geben, aber sie hatte schon immer eine Schwäche für Randgruppen und Schwächere gehabt.

Zwar hatten die Dirnen es auch teils faustdick hinter den Ohren und so mancher Gast kam mit leichterem Geldsäckel raus, als er es wollte ... aber hier ging es um die körperliche Gewalt an Frauen und das war etwas, das Meg keinesfalls tolerieren konnte und wollte.

Sorgsam stellte sie die Obstkiste ab und tippte Cedric auf die Schulter. Vornübergebeugt saß der junge Mann dann und hielt ein Nickerchen.
"Bin wach, Chefin!" sagte er aufgeschreckt und rieb sich mit der Hand übers Gesicht.

"Geh nach Hause und leg dich für ein paar Stunden aufs Ohr, Cedric. Und keine Widerrede. Du kannst auch gleich das Obst deiner Mutter mitnehmen, ich behalten mir nur ein wenig was für mich und auch für Miss Potter hier", sagte sie und klaubte sich 3 Äpfel und ein paar exotische Bananen aus der Kiste.

Cedric nickte und stand auf. Er nahm die Kiste an sich und grinste dankbar.
"Um 17h bist du wieder hier und jetzt hau ab!" Mit einem Grinsen schickte sie ihn raus und er ließ es sich nicht zweimal sagen.

Mit einem Schmunzeln ging Meg nach oben zu der untervermieteten, kleinen Wohnung und legte 3 Bananen und zwei Äpfel oben vor die Türe.

Kurz darauf saß sie, die Beine auf dem Schreibtisch, in ihrem Büro und las ihre Post.
Verfasst am: 3. März 2016

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:28

Megann hat geschrieben:Lautes Schnurren und eine Pfote, die ständig an der Bettdecke zupfte, ließ Megann müde die Augen aufschlagen. Die Sonne stand schon recht hoch und in ihr Sichtfeld schob sich das breite, rote Gesicht von Kater Lucky, ehemals Liam.

"Morgen Nervbacke", murmelte sie und kraulte das Fellmonster. Lucky belohnte sie mit Getrampel auf ihrer Brust und dem ein oder anderen Sabbertropfen.

"Ja, ja, du hast mir auch gefehlt. Sicherlich hast du die Katzendamenwelt von halb Sturmwind schon mit deiner Männlichkeit beglückt, du Schlingel" sagte sie mit sanfter und noch leicht verschlafener Stimme, während sie den rotgetigerten Kater sacht am Bauch kraulte.

"Hilde hat mich wohl schlafen lassen", murmelte sie und gähnte danach ausgiebig, gefolgt von einem Strecken.

Irgendwann mitten in der Nacht war sie angekommen. Ein Eilauftrag hatte sie, per Portal, nach Pandaria gebracht. Immerhin hatte es sich gelohnt und die Lieferung wurde fristgerecht zugestellt.

Zu ihrer Freude und der Freude ihres Geldsäckels hatte sie auch gleich noch eine Lieferung mit zurück bekommen. Pandaria. Meg war zum ersten Mal dort gewesen und hatte in den paar Tagen, in denen sie von A nach B gebraucht hatte, die unglaubliche Landschaft bestaunt. Zum Glück hatte sie Pandaren schon kennengelernt und wie es sich gehörte, hatte sie sich mit der Kultur und ihren Gepflogenheiten bereits vertraut gemacht - schließlich konnte man als Bote nie wissen, wohin der Weg führen würde.

Meg schlüpfte aus dem Bett und ging zum Spiegel. Gut, sie sah nicht dicker aus ... aber sie fühlte sich so. Wieviel essen konnten diese Pandaren nur.
Megann strich sich über den flachen Bauch und grinste. Zum Glück wuchs ihr kein Fell.

Sie schlüpfte in die Fellpuschen und zog sich ihren Morgenmantel über, dann ging sie aus dem Zimmer und die Stufen ins Erdgeschoss hinab.
"Hilde, seid ihr da?"

In der Küche klapperte es just in dem Moment und Meg grinste. Als sie die Türe öffnete stand ihre Haushälterin mit dem Rücken zu ihr und knetete an einem Teig rum, der entweder für einen Kuchen gedacht war oder sie macht Brot.

"Es ist Kaffee in der Kanne auf dem Tisch", sagte die Frau ohne sich umzudrehen.

"Danke", sagte Megann, ging zum Tisch und schenkte sich einen Kaffee in die bereitgestellte Tasse.

"Heute Nachmittag bekomme ich Besuch zum Tee, soll ich Euch ein Stück Kuchen aufbewahren?" fragte ihre Haushälterin und schaut sie dann über die Schulter hinweg an.

"Ja, das wäre nett ... wer kommt denn?" fragte Meg, hockte sich auf die Tischkante und pustete über das schwarze Gebräu.

"Frau McKenzie", sagte Hilde knapp und knetete dann den Teig weiter.

Megann schmunzelte. Sie mochte die Art ihrer Haushälterin. Typisch gilneisch eben. Es tat ihr gut jemanden aus der Heimat um sich zu haben und Hilde war einfach ein Goldstück. Wenn auch ziemlich eigensinnig in manchen Dingen. Aber wer war das nicht.

"Morgenzeitung und Post liegen auf dem Tischlein im Flur, Miss und Euer Termin mit der Schneiderin ist morgen um 10.30h", sagte Hilde während sie den zuvor ausgerollten Teig in die Kuchenform drückte.

Die Kaffeetasse wurde auf den Tisch gestellt und Megann rutschte von der Tischkante.
"Danke, Hilde", sagte sie und schlenderte gen Türe.

"Ich hab Euch auch ein Geschenk mitgebracht. Es liegt auf der Anrichte im Esszimmer", sagte Megann noch bevor die Türe ins Schloss fiel und sie sich der Morgenzeitung und der Post zuwandte.

Hilde lächelte leicht und schüttelte sacht den Kopf.
Als ob sie das Geschenk nicht schon längst entdeckt hätte.
Verfasst am: 18. März 2016

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:28

Megann hat geschrieben:Ihre Augen glänzten als sie das Schreiben zusammenrollte und den Boten anblickte, der es ihr übergeben hatte.
Sie nickte dem Mann zu und erhob sich.
"Ich werde zugegen sein", sagte sie und der Bote nickte, verneigte sich und verließ dann das Büro in der Altstadt.

Megann blickte für kurze Zeit auf ihren Schreibtisch und dann zu dem Bild welches eine Landschaft aus Gilneas zeigte.
"Cedric!" rief sie und öffnete die oberste Schreibtischschublade.
"Ja, Ma'am?" fragte der junge Mann als er den Kopf zu Türe hereinstreckte.

Sein Blick wurde ernst als er das Gesicht seiner Chefin sah.
"Alles in Ordnung?" kam es zögerlich über seine Lippen.
"Ich werde für eine Zeit weg sein, Cedric" sagte Megann ihm und überreichte ihm ein versiegeltes Schreiben.

"Sollte ich nicht mehr wieder kommen, dann ist das Schreiben hier sehr wichtig. Verstehst du?" Mit eindringlichem Blick sprach sie ruhig zu dem jüngeren Gehilfen.
Cedric nickte und schluckte.
"Aber Ma'am ...ihr werdet doch wieder kommen, ja?"

Sie lächelte knapp und tätschelte ihm den Arm.
"Ich werde mein Bestes geben, Cedric. Aber versprechen kann ich nichts. Du bist jetzt hier der Chef. Also ruinier mir nicht meinen Laden, hörst du?"

Die Gesichtsfarbe des Jüngeren wurde eine Spur blasser, doch nickte er und schob sich das Schreiben in die Westeninnentasche.
"Du weißt wo alles ist und was zu tun ist. Ich vertraue auf dich", sprach Meg und nahm sich den Waffengurt von der Wand.

Sie drückte ihm den Waffengurt samt Klinge an die Brust.
"Ich möchte, dass du von nun an stets bewaffnet bist und ich möchte auch, dass du deiner Mutter das sagst. Und ... es würde mich freuen, wenn ihr in mein Haus im Magierviertel zieht, bis ich wieder da bin."

Cedric nickte immer nur und schaute sorgenvoll.
"Gut ...gut, dann .. pass auf dich auf", mit den Worten drehte sich Meg um und ging aus ihrem Büro.

Leise sprach Cedric, "Ihr auch auf euch ..."

Doch das hörte sie schon nicht mehr. Mit strammen Schritten ging sie durch die Gassen und ihr Weg führte sie zu ihrem Haus. Ohne viel Zeit zu verschwenden nahm sie die Treppe mit großen Schritten. Sie wusste, dass Hilde um die Zeit nicht im Haus war und so brauchte sie sich nicht noch einer Person erklären.

Meg öffnete die Geheimtür und trat in den Raum, den ausser ihr sonst niemand kannte. Leise klackte die Türe hinter ihr ins Schloss.
Sie schritt zu einem Kästchen und öffnete es.

Ohne hineinzublicken schritt sie zu einer Kleidertruhe, öffnete sie und zog sich um. Schnallen wurden sorgsam geschlossen, der Waffengurt justiert und der Wappenrock gerade gezogen.

Ganz zum Schluss trat sie wieder an das Tischlein und griff in das Kästchen. Das Abzeichen des Hauptmanns wurde herausgenommen und an der Rüstung befestigt.

Ein Pillendöschen wurde aus dem Regal genommen, geöffnet und eine kleine schimmernde Pille fand ihren Weg in den Mund. Meg schüttelte sich leicht als sie sie schluckte und verschloss dann das Döschen wieder.

Die schmalen Finger schoben das Döschen an seinen Platz in der Gürteltasche und dann wurde die Augenklappe angelegt. Megann tratt vor den leicht angelaufenen Spiegel und blickte hinein.
Sie nickte als sie sich erblickte.

Heather Derrington, Hauptmann Genn Graumähnes war bereit für den Einsatz im Dienste der Allianz und des Königs.

Gerüstet und bereit für den Einsatz verließ Megann den Geheimraum. In der Küche legte sie ein Schreiben auf den Tisch und schaute sich nochmal um.

Lucky, ihr roter Kater, blickte sie etwas fragend an und strich ihr schnurrend um die Beine.
"Pass auf dich auf, kleiner Schatz" sagte sie leise und kraulte ihn am Kopf. Dann ging sie aus dem Zimmer und verließ kurz darauf das Haus.

Blond, mit Augenklappe und der Hauptmannsuniform von Gilneas Truppen schritt sie durch die Gassen, bis sie zum vereinbarten Zeitpunkt am vereinbarten Ort eintraf.

Als das Schiff ablegte blickte sie, wie so viele andere, auf die Stadt und fragte sich, ob sie sie je wieder sehen würde.
Verfasst am: 10. Aug 2016

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:28

Megann hat geschrieben:Ein Kreischen zerrieß die Luft. Ein Laut, der Megann bereits im Schlaf verfolgte und den sie, so fürchtete sie, auch nie wieder los werden würde. Sie duckte sich im Graben und kroch dann, so leise wie nur möglich, über die Erde. Wie nur hatte sie in diese Lage kommen können?

Sie hatte es schon fast vergessen ... doch nein, natürlich - es war ihre Schuld gewesen. Nun ja, mehr oder minder ihre Schuld. Schließlich war noch einer beteiligt gewesen. Einer der sie wahrscheinlich schon vergessen hatte, aber den sie wohl nicht vergessen würde, würde sie hier jemals wieder lebend raus kommen.

Die Erde zitterte. Sie hielt den Atem an und wühlte sich in den Schlamm noch tiefer ein. Alles vibrierte und dann fiel der Schatten über sie. In dem Moment begann sie zu beten, wie sie noch nie in ihrem Leben gebetet hatte.
Würde sie hier rauskommen und würde sie Sturmwind, ihren Laden, ihre Freunde jemals wieder sehen ... dann, so versprach sie dem Licht, würde sie jeden Sonntag in die Kirche gehen und ihren Dienst in der Armee des Königs quittieren, sie würde redlich ihr Geld verdienen und weiterhin den Armen unter die Arme greifen, wie sie konnte. Wenn das Licht ihr nur helfen möge.

Der Dämon, der ihr auf den Fersen war, starrte um sich. Irgendwo war dieses garstige Wesen, welches ihm ein Auge ausgestochen hatte und er würde es vernichten. Widerliches, kleines Menschenwesen. Abschaum! Er schnüffelte und kreischte erneut ...und ein weiteres Kreischen folgte aus der Ferne.

Megann seufzte innerlich. Ihre Tagen waren bald gezählt das stand fest. Megs Gedanken schweiften ab zu Cedric, zu Cedis Mutter, zu Matt, zu Piers, zu Gilneas, zu Fayren, zu Lesther und das Leben lief vor ihrem inneren Auge ab während sie so still lag, wie sie nur konnte.

Die Erde vibrierte erneut und ein weiteres Kreischen kam dazu. Doch dieses Kreischen kannte sie ... es waren Kanonenschüsse, die herab prasselten. Der Dämon schleuderte mit Fel um sich und verfehlte Megann nur knapp, als einer seiner Schüsse von einer magischen Barriere abprallte und über sie hinweg zischte.

Erneut begann die Erde zu zittern. Der Dämonen rannte, sprang über den Graben hinweg in dem Megann lag und dann hörte sie den Einschlag und der Zerfetzen von Haut und Knochen. Der neuerliche Schuss hatte gesessen. Meg wartete noch kurz ab und lugte dann vorsichtig aus dem Versteck.

Über ihr, am Himmel schwebte ein Luftschiff der Allianz. Die Motoren röhrten, was vorher unter dem Gebrüll des Dämons nicht zu hören war. Hastig fummelte Megann an ihrem Gürtel und fand die Pistole, sie reckte den Arm in die Höhen und schoß.

Rot leuchtend stieg die Leuchtrakete empor. Würde man sie sehen?
Bitte! Bitte!
Megann blickte wild um sich. Erneut hörte sie ein Brüllen. Näher.
Schon wollte sie aufgeben und erneut flüchten, da flimmerte die Luft vor ihr und um sie herum. Runen erschienen, umkreisten sie und dann wurde sie weggezogen.

Das nächste Mal als Megann um sich blickte, sah sie Himmel und Gesichter die zu ihr runter starrten.
"Sie lebt!" kam eine männliche Stimme.
"Willkommen Soldat" brummte es und ein bärtiger Magier grinste sie an.
"Hauptmann ... Derrington" sagte sie schwach und dann wurde alles schwarz vor ihren Augen.
Verfasst am: 9. Dez 2016,

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:29

Megann hat geschrieben:Sterne funkelten am Firmament … und sie drehten sich. Drehten sich schnell. Doch halt, nein, sie drehte sich – oder war es doch die Erde unter ihr?

Megann griff auf den Boden und spürte harten Stein unter ihren Finger. Dann klärte sich ihr Blick und die Sterne verschwanden. Schwammig formte sich ein Raum vor ihren Augen und ein Gesicht schob sich vor ihres „Müsst ihr kotzen?“ fragte die schnarrende Stimme des Gnomenmagiers.

Jetzt wusste sie es wieder. Sie war durch ein Portal gereist.
„Sturmwind?“ fragte sie und bekam ein Tätscheln auf den Arm. Sie zuckte leicht zusammen als der Schmerz in ihre Schulter schoß.
„Gut erkannt, Miss. Willkommen in der Universität zu Sturmwind und jetzt“ der Magier machte eine kuschende Handbewegung „geht bitte zur Seite, da baut sich gleich wieder ein Portal auf“. Meg rappelte sich schwankend auf und stützte sich an einer Magierschülerin ab, die ihr zur Seite kam.

„Keine Sorge. Der Schwindel ist gleich vorbei. Wenn ihr spucken müsst, bitte hier hin“ sagte die Schülerin und deutete zu einer Schüssel.
Meg winkte dankend ab, lehnte sich aber an die Steinwand. „Geht schon“ murmelte sie „Nur kurz verschnaufen“.
Die junge Frau, vielleicht gerade 15 Jahre alt, nickte ihr zu und eilte dann zu ihrem Lehrmeister, der bereits ungeduldig mit der Hand wedelte.

Den Kopf an den Stein gelegt schaute sich Megann um. Der Raum war riesig und in der Mitte, dort wo sie angekommen war, leuchteten Runen in einem hellblauen Licht auf dem Boden. Die Luft flirrte und ein leuchtendes Portal formte sich. Undeutlich begann sich eine Figur zu zeigen, die immer deutlicher wurde und dann durch das Portal schritt, als wäre es das Einfachste und Alltäglichste überhaupt.

Eine Maga mit dem Zeichen der Kirin Tor schritt aus dem Runenkreis und nickte dem Magier dankend zu. Dann schwebte sie fast aus dem Raum. Immerhin kam es Megann so vor. Sie jedoch spürte gerade sehr deutlich die Schwere ihrer Knochen. Nun, es half ja nichts. Sie musste sich bewegen.

Die schmale Hand griff nach dem Seesack, der fast so groß war wie sie selbst, und schulterte ihn auf die unverletzte Schulter. Den linken Arm in der Schlinge behinderte ihre Gelenkigkeit, doch nach ein paar Flüchen hatte sie alles so, wie es sein sollte. Nicht ganz schwebend, sondern eher müde schlurfend und noch leicht wankend, verließ sie den Raum.

Durch einen langen und recht breiten Gang, wer wusste schon, was alles durch so ein Portal kam … gelangte sie ins Freie. Kühle, jedoch angenehme Luft, begrüßte sie und die Dachziegel des Magierviertels leuchteten im Schein der Sonne in sattem Lila. Tränen schoßen Megann leicht in die Augen. Sturmwind. Groß, laut, voll, dreckig, wunderschön, facettenreich und voller Leben. Sie war zurück.
Tief sog sie die Luft ein und schaute nach unten als ihr der Duft von Maronen in die Nase kroch.

Sie blickte auf geschmückte Winterhauchbäume und festliche Dekorationen. Unter ihr wuselte die ganze Vielfalt an Besuchern und Einheimischen, die Sturmwind aufbieten konnte. Mit einem leichten Lächeln auf dem müden und schmalen Gesicht ging sie den Wendelgang nach unten und hinein ins Getümmel.

Behindert durch ihr Gepäck und die Verletzung dauerte es erheblich länger als üblich, bis sie sich durch die Menge der Personen gekämpft hatte und letzten Endes auf dem Platz vor ihrem Haus stand.

Hilde hatte Winterhauchkränze an der Türe angebracht und auch in den Fenstern hing dekorativer Festtagsschmuck. Meg nickte leicht und schritt zur Türe, dort betätigte sie den schweren Türklopfer und wartete.

Von drinnen hörte sie Schritte und dann wurde die Türe geöffnet.

Hilde blickte auf die kleine, schmale Gestalt mit den kurzen Haaren, die das schmale Gesicht umrahmten.
„Was ...“ setzte sie an und blickte in die Augen der kleinen Person vor sich.

Die patente Hauswirtschafterin schlug die Hände klatschend vor dem Mund zusammen.
„Lichtes Gnade! Ma'am... seid ihr es wirklich?“ krächzte die Frau.

Meganns Augen füllten sich mit Tränen und sie nickte.
Daraufhin wurde sie in die Arme und an die wogende Brust ihrer Haushälterin gezogen und erst einmal herzhaft gedrückt.
Sie keuchte leicht und stöhnte dann schmerzhaft nach einer Drücktirade.

„Licht, Licht, Licht... ihr seid ja so dünn und die Haare, die schönen Haare … und dünn und müde und VERLETZT. Licht, ihr seid ja verletzt.“ Mit den Worten wurde Megann begutachet und dann sanft ins Haus bugsiert.

Ihr wurde der Seesack abgenommen und der Mantel, der wohl auch schon bessere Tage gesehen hatte. Dann wurde sie nach oben in ihr Zimmer bugsiert. Worte prasselten auf sie ein, die sie gar nicht alle verstand. Sie nickte immer mal oder schüttelte den Kopf. „Bad“ und „Essen“ verstand sie noch und beides klang gut. Sie nickte erneut und hinter ihr ging die Türe zu. Entfernt hörte sie im Flur ein Schluchzen und dann die resoluten Schritte die Treppe hinunter.

Meg blickte auf das flauschig und riesig wirkende Bett, wankte dorthin und setzte sich.
„Nur kurz“ murmelte sie und war schon eingeschlafen, kaum berührte ihr Kopf das Kissen.

Als Hilde kurze Zeit später ins Zimmer kam schlief ihre Miss tief und fest und das sollte auch für die nächsten 16 Stunden so bleiben. Tief und fest schlief sie, traumlos, alptraumlos … sicher und warm. Lucky schnurrte neben ihr und selbst den kurzen Besuch von Cedric, der in das Zimmer lugte, um sicher zu stellen, dass die Nachricht stimmte, bekam sie nicht mit.

Zuhause.
Verfasst am: 17. Dez 2016

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:30

Megann hat geschrieben:Der Kräuterduft der Salbe war immerhin angenehm und so war es nicht ganz so schlimm, die Salbe dick aufzutragen, so wie ihr Stewie geraten hatte.
Selber dick auftragen war leider nicht möglich und so übernahm das rigoros Mistress Hilde. Die Lippen missbilligenden geschmälert trug sie, mit erstaunlich sanfter Hand, die Salbe auf.

Megann verzog leicht das Gesicht vor Schmerzen.
"Schrecklich ist das ... ganz schrecklich" brummte Hilde und versuchte so vorsichtig wie möglich die Salbe über den gebrochenen und angeknacksten Rippen aufzutragen.
"Licht sei es gedankt, dass ihr wieder hier seid. Ich werde euch schon aufpäppeln Miss. Zum Glück hat Cedric alles im Griff. Ihr werdet euch schön schonen!" schimpfte die Haushälterin tadeln und Megann ließ es geschehen.

Es war irgendwie schön sich um nichts sorgen zu müssen. Cedric hatte wirklich alles im Griff und der Post-Express lief wunderbar. Einige Helfer hatte er einstellen können und somit war das Chaos, welches sie befürchtet hatte, ausgeblieben.

Das Festtagsgeschäft lief in vollem Gange und das Licht hatte es gut mit ihnen gemeint und die Arbeiter, welche sie über das Armenhaus bezogen hatten, konnten alle gut anpacken und waren verlässlich. Somit war allen gedient. Die Männer bekamen Geld und konnten so ihren Familien helfen und der Post-Express bekam Manneskraft und somit gute Einnahmen.

Die Bücher, welche sie sich gestern nach ihrem Besuch bei Stewie angesehen hatte, waren einwandfrei und das Plus, welches erwirtschaftet wurde, stellte Cedric für Winterhauch eine schöne Provision in Aussicht. Meg war stolz und glücklich. Ced hatte sich wirklich gemausert und war zu einem verantwortungsvollen, jungen Mann herangewachsen in den letzten Jahren.

"So, jetzt zieh ich euch wieder an und dann gibt es gleich erst mal ein stärkendes Frühstück für euch", sagte Mistress Hilde und schob den strammen Verband über den Rippen wieder richtig.

Ihre Haut war immer noch dunkel,von der Schulter bis zur Hüfte, schillerte ihre linke Seite in dunkelblauen Hautschattierungen. Sie hatte den Eindruck, dass es etwas heller geworden war. Zumindest war es nicht mehr ganz so schmerzhaft seit Matthew ihr gestern die Hände aufgelegt hatte und getan hatte, was immer er so tat.

Wie genau das mit dem druidischen Heilkram funktionierte interessierte sie nicht. Aber wenn es wirkte, dann war das um so besser.

Megann blickte zu der dunklen, getrockneten Rose, die auf ihrer Waschkommode lag und ihre Gedanken wanderten zu Dominik als ihr von Hilde in das Kleid geholfen wurde.

Sie würde ihm schreiben und mal sehen, ob er sie vergessen hatte oder nicht. Es wurde Zeit den nächsten Schritt zu gehen und sich von Fayren endgültig zu lösen. So konnte und wollte sie es nicht mehr haben.

"Danke, Mistress Hilde" sagte sie ehrlich und mit einem Lächeln.
Ihre Haushälterin brummelte und ging gen Türe.

"Wollen sie das Essen hier oben einnehmen?" fragte sie und schaute ihre Herrin an.
"Nein, nein. Ich komme runter zu Euch in die Küche ... wenn ich darf" fügte Megann hinzu und grinste etwas.

Hilde schnaubte leicht und schloss dann die Türe.
"Das war wohl ein Ja", meinte Meg amüsiert und kraulte Lucky, der lang ausgestreckt auf ihrem Bett lag.

"Wollen wir einen Brief schreiben, Schätzchen, hm?" meinte Meg sanft und Lucky blickte sie kurz an, hob die Pfote und leckte sie sich.
"Auch das war wohl ein Ja", erwiderte Meg und ging zu ihrem Sektretär. Nach kurzer Zeit hörte man die Feder über das Papier kratzen.
Verfasst am: 20. Dez 2016,

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:30

Megann hat geschrieben:Langsam versank die Sonne im Meer und zauberte die herrlichsten Farben über das glitzernde Nass.

Megann auf dem kleinen Ausguck, den sie auf ihr Dach hat setzen lassen und auf dem gerade zwei Menschen platz hatten. In der wärmeren Zeit lagen hier große Sitzkissen, wie bei den Blutelfen schon mal üblich und sie liebte es die frische Luft und die Kulisse zu haben.

Der Wind und die kälte des Winters bissen an ihrer Haut und sie kuschelte sich ein wenig mehr in den gefütterten Wintermantel ein. Die ein langen und nun kurzen Haare, waren unter einer warmen Mütze versteckt, die sie von Mistress Hilde zu Winterhauch bekommen hatte.

Mütze, Schal und warme Wollsocken bis hoch zum Knie. Sie hatte sich wirklich gefreut. Überhaupt war Winterhauch ein geselliges Fest gewesen. Sie hatte mit Mistress Hilde, Cedric und Ceddys Mutter gefeiert. Ein großer Baum stand festlich geschmückt im Gesellschaftsraum und Feuer prasselte im Kamin.

Megann hätte ja Essen kommen lassen, aber Hilde hatte es sich nicht nehmen lassen ein Festessen zu kredenzen. Also gab es eine Gans, Klösse und Rotkohl. Davor eine Bouillon und als Nachtisch noch Winterhauchpudding.

Von Cedric hatte sie einen Wandteller mit dem Motiv von Gilneas Stadt bekommen. Die Künstlerin war die junge Frau, die bei ihr über dem Laden wohnte und mittlerweile eine feste Anstellung bei der Hofmanufaktur gefunden hatte.

Von Cedrics Mutter hatte sie handgeschöpfte Seife mit Rosenduft bekommen und Taschentücher, welche mit ihrem Monogram bestickt worden waren.

Sie hatte sich sehr gefreut und noch mehr hatte sie sich über die Freude der anderen gefreut. Hilde bekam ein neues Messerset für die Küche. Hochwertig hergestellt und von exzellenter Qualität.
Cedric hatte eine beträchtliche Summe bekommen als Gratifikation für seine hervorragenden Dienste und dazu noch ein paar neue Lederstiefel.
Seine Mutter hatte von ihr einen schönen Wintermantel bekommen und schicke Damenschnürstiefelchen.

Am zweiten Tag hatte sie ihre Freunde am Kanalviertel besucht. Die Kinder machten ein großes Geschrei um all die Päckchen und Pakete, die sie von ihrer Patentante im Auftrag des Allvaters überreicht bekamen. Holzsteckenpferdchen, Holzschwerter, Kleidung ud Süßigkeiten, sowie ein paar hübsche Stofftierchen und Puppen, fanden hellen Anklang.
Für ihre Freundin und deren Mann hatte sie je einen Gutschein für ein Kleidungsstück ihrer Wahl bei einer renommierten Schneiderin im Magierviertel geholt. Auch das Geschenk war freudig angenommen worden.

Mit viel Bier, Wein und zünftigem Essen feierten sie gemeinsam und es war sehr spät als Meg endlich wieder zu Hause angekommen war.

Von Dominik hatte sie leider noch nichts gehört. Aber wen wunderte es. Meg schlug den Kragen des Mantel höher als die Sonne im Meer versank und es immer dunkler wurde.

Ob Matt und seine Frau ihre Geschenke bekommen hatten, das wusste sie nicht. Abgeliefert worden waren sie ... per Greifen. Denn sie hatte es nach Alterac liefern lassen, da sie nicht vergessen hatte, dass er dorthin reisen würde.

Also wurden die Winterkleidungstücke für die Kinder schön eingepackt, wie auch den seltenen gilneeschen Whiskey für Stewie und den feingearbeiteten Lederköcher für seine Frau, der mit ihrem Wappen und Verzierungen des Waldes punziert wurde.

"Ma'am. Verkühlen sie sich nicht", mit den Worten des Wachmanns, der an der Stadtmauer entlang patrouillierte wurde Meg aus ihren Gedanken geschreckt.

"Nein, nein, Soldat Peters. Aber ich geh jetzt auch rein. Habt eine ruhige Nacht und grüße an die Frau Mama", meinte Megann freundlich bevor sie sich tatsächlich umdrehte und dann die paar Stufen nach unten nahm, um dann durch das geöffnete Atelierfenster in ihr Dachatelier zu steigen.

Als sie das Fenster schloß, rieb sie sich die linke Seite. Dort war die Haut nicht mehr blauschwarz sondern schillerte mittlerweile in grün-lila Tönen.
Verfasst am: 28. Dez 2016

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:31

Megann hat geschrieben:Laut tockte und hämmerte es in der Gasse. Megann setzte einen neuen Nagel an und schlug jenen ebenfalls in das Anschlagsbrett am Haus.

"Na, immer noch auf der Suche nach wem?" fragte der Schuster von der gegenüberliegenden Seite.

"Ja, es ist eben nicht so leicht wen zuverlässigen zu finden", rief Megann rüber und packte dann Hammer und Nägel zusammen.

Gut sichtbar hing der Aushang am Laden des Post-Express.

Die Saisonkräfte waren zwar gut, aber ein richtiger Bote musste eben mehr können. Megann ging hinein und verstaute das Werkzeug.

Cedric beobachtete seine Chefin während er Briefe sortierte.

"Geht es Ihnen denn heute besser, Miss?" fragte er dann und schaute sie prüfend an.

"Danke, Cedric. Es geht schon bedeutend besser" war ihre Antwort und nein, sie hatte nicht gelogen. Die Flecken waren jetzt nur noch sachte gelb-grün und es tat kaum noch weh. Dank sei Stewies Behandlung und die Salbe, die zwar für ihre Nase stank wie toter Iltis, aber sie wirkte und das war das Einzige was zählte.

Sie rieb sich über den festen Verband um die Rippen.

"Ich werde aber mal sehen, ob mein Leibarzt wieder in der Stadt ist ..." sagte sie und lächelte, dann griff sie zu der Posttasche und warf sie Cedric zu.

"Deine Runde. Ich sortier weiter" merkte sie mit einem Grinsen an.

Cedric salutierte vor der kleinen Person.
"Aye, Chef!" sagte er ernst und packte die vorsortierte Post aus dem Schuber "Sturmwind" in die Tasche. Ein paar kleinere Päckchen schob er dazu und als die Tasche prall gefüllt war, zog er sich den Wintermantel mit dem Emblem des Derrington Post-Express an.

"Und wenn du schon unterwegs bist, Cedric. Leg doch noch ein paar Gesuche aus, ja?"
"Geht klar", kam es gedämpft unter dem Schal hervor.

Kurze Zeit später war Megann alleine und saß auf dem hölzernen Drehstuhl, um die Briefe nach Bestimmungsort zu sortieren. Die Hilfskräfte würden erst wieder am späteren Nachmittag kommen.

Leise schabte Papier über Papier, als sie Briefe und Päckchen sortierte und so die Zeit verstrich.
Verfasst am: 4. Jan 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:32

Megann hat geschrieben:Der Nebel hing noch dick und schwer, wie eine Decke, über den Bucht von Sturmwind und man konnte nur angestrengt die Topmasten der Schiffe im Hafen erkennen. Es war früh am Morgen als Megann, in einem warmen Mantel gehüllt, mit einer Tasse Kaffee in der Hand auf ihrem Dachsitz stand und die frische, prickelnde Winterluft genoss.

Ein Schnurren und eine Bewegung an ihren Beinen ließ sie nach unten blicken. Lucky hatte sich zu ihr gesellt und strich schnurrend um ihre Beine. "Na du Rumtreiber. Wo warst du denn wieder die ganze Nacht, hm?" sie ging in die Hocke und kraulte Lucky hinter den Ohren. Er schmiegte sich an ihre Finger und stricht mit seinem kleinen Gesichten zärtlich daran entlang.

"Du süßer, kleiner Schatz, du. Unten bei Hilde ist Fressen" sprach sie sanft. Kaum hatte sie ausgesprochen, da flitzte Lucky durch den Spalt des Fensters ins Innere.

"Verräter" rief Meg lachend hinterher und richtete sich wieder auf.

Sie lächelte und streckte sich.
"Fehler" brummte sie als die lädierten Rippen sich meldeten. Sie seufzte. Wahrscheinlich hätte sie sich auch ein wenig mehr schonen sollen. Vielleicht sollte sie Stewie mal wieder konsultieren. Ausserdem wollte sie sehen, ob es ihm und seiner Familie gut ging.

Meg griff nach ihrer Tasse und ging die zwei Stufen herunter und dann ins Innere ihres Dachateliers. Sie schloß das große Fenster und schlenderte gen Schreibtisch. Sie wollte den Sonntag Morgen nutzen, um ein wenig die Bücher durchzugehen und sich um ihre eigene Post zu kümmern.
Verfasst am: 8. Jan 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:33

Megann hat geschrieben:Den Schal dick um den Hals geschlungen, ging Megann über das knirschende Grün im Magierviertel. Es war sehr früh am Morgen. Die Laternen beleuchteten spärlich die dunklen Gassen, aber es waren schon die üblichen Verdächtigen unterwegs.

Megann wurde höflich gegrüßt und sie grüßte automatisch zurück. Ihre Gedanken schweiften zu ihrem Gast, der wohl noch friedlich in seinem Gästebett schlief. Sie hatte sich sehr über Dominiks Besuch gefreut. Wenn es auch, nach der längeren Zeit, etwas komisch gewesen war zu Anfang.

Ein ungeschickter Fußgänger rempelte an Meg und ihr erster Griff ging gen Börse. Alles noch da. Sie blickte der verhüllten Gestalt nach.
"Pass nächstes Mal besser auf" rief sie dem Mann nach, drehte sich dann wieder um und ging weiter.

Am Bäckerstand im Handelsviertel kaufte sie, wie fast üblich, erst einmal Frühstück für sich und Cedric und ging dann weiter.
"Wieso verliebst du dich nicht in Cedric?" hatte ihre Freundin sie mal gefragt. Sie hatte Jenny entgeistert angeblickt als hätte sie ihr sonst etwas vorgeschlagen.

Cedric. Das war doch keine Option. Sicherlich war er zu einem hübschen Mann herangewachsen. Aber sie kannte ihn ja schon seit ein paar Jahren und da war er ein spindeldürrer Bursche gewesen. Nee, Cedric war mehr ... Cedric eben als sonst etwas.

Sie schüttelte den Kopf und machte einem Kohlekarren Platz, der an ihr vorbeiholperte.

Vielleicht sollte sie die ganze Männergeschichte an den Nagel hängen. Machte ja eh keinen Sinn. Die einzigen beiden Männer, die sie je wirklich geliebt hatte ... waren weg.
Lesther verschollen und höchstwahrscheinlich tot und ... Fayren, wo auch immer dieser Vollidiot steckte. Immerhin hatte er ihr vorher das Messer in die Brust gerammt und war nicht einfach so abgehauen. Sie kickte ein Steinchen über das Pflaster.

Männer. Innerlich schnaufte sie und kramte nach dem Schlüssel. Licht schien schon schwach aus der Poststelle. Cedric war also schon da. Auch gut.

Brummig trat sie ein und drückte Cedric ohne Worte die Tüte mit ihrem Frühstück an die Brust, ging dann in ihr Zimmer und machte die Türe betont leise zu.

Cedric schaute auf die Holztüre. "Aber ich hab doch gar nichts gemacht", murmelte er leise.
Verfasst am: 9. Jan 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:33

Megann hat geschrieben:Irgendwie war der Tag etwas anders verlaufen, als geplant. Ziemlich ander um genau zu sein.

Zwar war sie am Morgen im Post-Office erschienen und die Kälte des frühen Morgens hatte sie wenigstens für eine gute Weile wach gehalten. Nämlich so lange, bis sie wieder im Post-Office, nach der ersten Runde, angekommen war und sie in ihrem warmen Büro saß, eine dampfende Tasse vor sich und ein zweites Frühstück lag auf einem Tellcherchen.

Es war so heimlig und so warm gewesen ... und irgendwann mussten ihr die Augen zugefallen sein. Irgendwer, also wahrscheinlich Cedric, musste sie dann in den kleinen Raum neben ihrem getragen haben, in dem sie ein Feldbett stehen hatten. Dort nämlich wachte sie auf.

Leicht verwirrt gähnte sie und wuschelte sich durch die kurzen Haare. Sie erhob sich und tappte aus dem dunkelen Räumchen. In ihrem Zimmer brannte die kleine Leuchte an der Wand und auf ihrem Schreibtisch stand der mittlerweile kalte Tee und ein kleines Schreiben lehnte an dem Muffin, der ihr zweites Frühstück sein sollte.

Sie nahm das Schreiben in die Hand, roch am herzhaften Bacon-Muffin und biss dann hinein.

"Miss. Bin die Abendrunde laufen. Wenn ihr dann wach werden solltet, bin ich nicht da und alles ist gut gelaufen. Geht ruhig nach Hause, ich regel alles weitere heute. Gute Besserung! Cedric"

Abendrunde? Megann blinzelte verwirrt und schaute auf die Taschenuhr, die auf dem Schreibtisch lag.
20 Uhr? Sie hatte den verdammten ganzen Tag verschlafen!

Meine Güte. Sie schüttelte den Kopf, ging zur Türe und lugte in den großen Raum hinaus. Alles leer und dunkel.

"Tja, dann geh ich eben nach Hause ..." sagte sie zu sich selbst, nahm ihre dickgefütterte Jacke vom Hacken, schlang sich einen wärmenden Schal um den Hals, zog sich Handschuhe an und machte die Wandleuchte aus.

Im fahlen Halbdunkel ging sie durch den Postraum und schloß die Türe auf, nachdem sie festgestellt hatte, dass Cedric vorbildlich abgeschlossen hatte. Kalte Luft kitzelte an ihrer Haut und in der Nase als sie aus dem Gebäude in die Gasse trat.

Die Schlüssel klimperten und die Schlösser klackten zu. Meg steckte die Schlüssel weg und schob die Hände in die Jackentaschen. Nach Hause oder noch eine kleine Runde durch die Stadt?
Verfasst am: 12. Jan 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:34

Megann hat geschrieben:Kaffeeduft machte sich im Zimmer breit, als Hilde mit einer Tasse Kaffee ins Schlafzimmer trat, die Tasse auf Meganns Nachttisch stellte und dann die dicken Vorhänge aufzog.

"Guten Morgen, Miss. Es ist jetzt zwei Stunden vor Mittag. Ich bin jetzt weg und hier ist euer ... Gebräu", sagte sie mit einer Herzlichkeit, die nur ihr zu eigen war.

Ein verstrubbelter schwarzer Haarschopf wurde sichtbarer, als Meg langsam die Bettdecke von ihrem Kopf zog und müde aus halbverhangenen Augen blickte.
"Ist gut, Hilde. Schönes Wochenende. Bis morgen Abend" brummte sie noch halbverschlafen.

Hilde nickte nur und rauschte dann mit raschelnden Röcken raus. Megann gähnte lautstark, streckte sich und wuschelte sich durch die kurzen Haare.

Sie griff nach der Tasse, nahm eine Prise von dem köstlichen Duft auf und nippte daran. Sie lächelte etwas, als die Mélange von Kaffee und Milch stimmte. Hilde war einfach die Beste. Auch wenn sie brummiger war als ein gilneescher Küstenbär.

Megann setzte sich im Bett richtig hin und zog die Beine was an. Ihre Gedanken schweiften zum gestrigen Abend zurück. Es war wirklich nett gewesen in Goldhain.

Sie hatte feststellen müssen, dass sie schon viel zu lange nicht mehr aus gewesen war. Vor ein paar Jahren war das noch ganz anders gewesen. Meg starrte zum Fenster raus und nahm mehrerer Schlucke. Wurde sie vielleicht alt?

Meg schüttelte den Kopf. Nee, sie wurde nicht alt. Sie war eine vielbeschäftigte Geschäftsfrau. Einmal die Postsache und dann die andere Sache. Sie nahm noch einen Schluck vom Kaffee.

Seit sie von den verfluchten Inseln zurück war, hatte sie schon zwei Aufträge ablehnen müssen. Lukrative Aufträge. Sie strich sich über den festen Verband um die Rippen. Hoffentlich hatte Stewie Recht und die gebrochene Rippe wäre bald wieder fest.

Erneut nippte sie am Kaffee und blickte zu den Kuscheltierchen, die auf ihrer Kommode saßen. Ihre beiden Patenkinder würden sich sicherlich über die Tierchen freuen.

Aus dem Flur drang das Schlagen der Standuhr. Sie seufzte, schlug die Decke zurück und schwang sich aus dem Bett. Hatte ja keinen Sinn. Immerhin wartete die Mittagsschicht nicht.
Verfasst am: 14. Jan 2017,

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:35

Megann hat geschrieben:Als Megann ihr Haus im Magierviertel verließ war es draußen noch dunkel. Die Morgenluft schlug ihr kalt ins Gesicht und ließ sie den Schal um ihren Hals etwas höher ziehen.

Nebel zog durch die Gassen des Magierviertels und die Laternen zauberten Illusionen von Schatten und Figuren, als Meg über das knirschende, angefrorene Gras schritt.

Sie lächelte. Solch Wetter ließ sie immer an Zuhause denken. Gilneas mit all den Ecken und Gassen. Die Wäsche, die hoch über den Gassen im Wind flatterte und die Geräusche, so alt bekannt und doch mittlerweile so weit weg.

Meg zoch die Schultern ein wenig hoch und fiel in den üblichen Gang, den sie sich im Laufe der Zeit angeeignet hatte. Ihre Gedanken schweiften zum gestrigen Abend.

Ihre Begleitung hatte für ein wenig Aufregung gesorgt. Aber das war ihr von vorne herein klar gewesen. Schließlich war es auch Aufregung für sie gewesen, als er so mir nichts dir nichts vor ein paar Tage vor ihr stand ... mehr oder minder vor ihr.

Megann blieb an der Brücke zum Handelsviertel stehen und ließ einen Kohlekarren vorbei rumpeln. Man grüßte sich einsilbig und dann ging sie weiter.
Margrit hatte schön ausgesehen in ihrem Hochzeitskleid und hatte gestrahlt, wie eine Braut strahlen sollte. Sie hatte sich wirklich für sie gefreut. Meg dachte an das Hochzeitskleid, welches irgendwo in Gilneas verschollen war und mittlerweile wohl verrottet oder am vermodernden Körper einer Untoten schlabberte. Wer wusste das schon und es war auch egal. Vergangenheit war Vergangenheit. Es war nie zur Hochzeit gekommen und der Zweite, der ihr das mal in Aussicht gestellt hatte ... war gegangen und wieder aufgetaucht.

Sie brummte leise vor sich hin als sie durch den Bogen der Unterführung ging. Gestern war sie etwas nostalgisch geworden und er hatte dann auch noch ihre Hand genommen. Nun, sie gingen es langsam an. Sie nickte zu sich selbst und schlug den Weg über die Brücke zur Altstadt ein.

Als ob sie ihn heiraten würde. Meg blickte auf das Wasser des Kanals und hielt kurz inne. Würde sie?
Ihr Näschen kräuselte sich leicht als sie überlegte. Sie wusste es nicht. Er brachte ihr Herz immer noch zum schlagen und machte ihren Magen ganz flau. Aber das?
Meg schüttelte leicht den Kopf. Hochzeiten! Brachten einem immer Flausen in den Kopf und darüber galt es jetzt wirklich nicht nachzudenken.

Ein weiterer Kohlekarren rumpelte an ihr vorbei und man nickte sich nur wortlos zu. Es war einfach noch zu früh für eine Unterhaltung. Der Nebel hing immer noch schwer über der Stadt und füllte die Straßen und Gassen mit einer eigentümlichen Atmosphäre.

Megann ging weiter und dirigierte Schritte und Gedanken in eine andere Richtung.
Sie würde gleich erst mal die Lieferungen für die Greifenpost wegbringen und dann wäre auch sicherlich schon Cedric da.

Vor der großen Holztüre nahm sie den Schlüssel vom Gürtel und schloss auf. Das Lämpchen am Eingang wurde angemacht und hochgedreht, um mehr Licht in den Raum zu bringen.

Eine neue Arbeitswoche hatte begonnen.
Verfasst am: 23. Jan 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:35

Megann hat geschrieben:"Interessant" dachte Megann und schmunzelte ein wenig. Ihre Lieferung nach Elwynn und die Rückreise hatte sich doch noch als unterhaltsam herausgestellt, als sie den Goldschmied aus dem Magierviertel gesehen hatte und was danach so geschehen war.

Wirklich interessant.

Meg ging in den Schatten des Waldes vom Lager der Strauchdiebe weg, die fluchten und dem Elfen alle möglichen Kraftausdrücke hinter her warfen. Leichtfüßig huschte sie über den Waldboden und erst als sie in Sichtweite der Hauptstraße kam, nahm sie den üblichen Botengang an, den sie sich zu gelegt hatte.

Sie pfiff vor sich hin und schlenderte, hier und da grüßend durch das große Stadttor. Es herrschte wie immer reger Betrieb an Neuankömmlingen, Händlern, Reisenden, Beutelschneidern.
Die kleine Person mit den kurzen Haaren schlüpfte durch die Menschenmenge und genoss das Durcheinander der Stadt. Wie einfach man viele Leute bestehlen könnte. Einfach zu dumm, dass sie so ehrlich war.

Leise gluckste sie vor sich hin. "Niemand bestiehlt mich", dachte sie und grinste breiter. Ein Mann fühlte sich angesprochen und machte eine anzügliche Geste, die Megann mit Nichtbeachtung kommentierte, denn ihre Gedanken waren ganz anderer Natur als sie den Weg gen Büro einschlug.
Verfasst am: 24. Jan 2017,

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:38

Megann hat geschrieben:Ein Rückblick


„Eleganter!“ schimpfte es aus der Ecke und die Fiddel hörte auf zu spielen. Die junge Frau in einer weiten Leinenhose und einer kurzärmeligen Bluse stemmte die Hände in die Hüften und funkelte den Mann in der Ecke an, der die Fiddel in der Hand hielt.

„Eleganter? Du willst, dass ich eleganter tanze?“ feixte sie den Mann an.
„Mehr Haltung und Spannung in den Armen. Du siehst nicht aus wie eine Lady sondern wie ein Bauerntrampel“, kam es ruhig aber bestimmt zurück.
Die junge Frau, von vielleicht gerade mal 16 Jahren funkelte zurück.
„Erstens kann ich nicht elegant sein, wenn ich das hier trage“ sie zupfte an ihrer Kleidung „und außerdem fehlt mir der Tanzpartner“, keifte sie zickig zu dem Mann.

Lesther legte die Fiddel zur Seite und kam aus der Ecke auf Megann zu. Die junge Frau blickte an ihm nach oben. Seine grünen Augen funkelten und ruhig sprach er „du willst einen Tanzpartner?“ fragte er sie ruhig.
Megann reckte das spitze Kinn, „Ja, wenn ich tanzen soll brauch ich ja wohl einen Partner“.
Die Augen leisteten sich einen kleinen Schlagabtausch, dann kratzte der Mann sich überlegend am Kinn.

„Nun gut, dann werde ich mir etwas überlegen“ meinte er schließlich und deutete dann aber auf sie „Und du, kleine Mauerechse, bringst für das nächste Mal ein Kleid mit“, er führte fort als Megann den Mund aufmachen wollte „ein angemessenes Kleid“.

Das kleine Persönchen verschränkte die Arme vor der Brust, „Ach und wie soll ich das machen?“ Lesther zuckte mit den Schultern, „Lass dir was einfallen. Borg es dir wenn es sein muss und du kein eigenes Kleid besitzt“, er musterte ihre sehr schlanke Gestalt.
„Immerhin hast du lange Haare, dann verwechselte man dich nicht mit einem Burschen“, kam es trocken von ihm.

Meganns Augen funkelten ärgerlich und sie stapfte mit dem Fuss auf. „Das nimmst du zurück....!“
Er hob sachte eine Braue und konterte ruhig, „Ich schätze die Stunde ist für heute beendet. Du darfst gehen und ich will dich morgen früh bei Sonnenaufgang am Osttor sehen“ sagte er und blickte auf sie runter.

Schlanke Finger ballten sich zu einer Faust und sie straffte sich ein wenig widerwillig, „Jawohl“. Er blickte sie mit sacht gerunzelter Stirn an und daraufhin folgte ein gepresstes „Sir“. Er nickte und Megann drehte sich auf ihren Fußspitzen um und hoffte nur, dass ihm die Haare durchs Gesicht peitschen würden. Was sie jedoch leider nicht taten.

Er gönnte ihr den theatralischen Abgang nicht und war selber zu der Ecke gegangen, um die Fiddel einzupacken. Das erzürnte sie noch viel mehr und leise schimpfend warf sie die Holztüre hinter sich zu und stapfte die Treppen runter.
„Glotz nicht so blöd!“ keifte sie einen Kameraden an, der einfach nur in ihre Richtung schaute.

Wütend ging sie durch die engen Gassen der Stadt, stahl sich einen Pie und erleichterte einen jungen Edelmann um einen hübschen Smaragdring an seinem kleinen Finger. Nach gut einer Stunde herumwanderns durch die Stadt setzte sie sich auf ein Mäuerchen und aß einen Apfel, den sie zuvor geborgt hatte. Sie blickte auf das Schmuckstück und ließ es im Sonnenlicht etwas glitzern. Dann steckte sie es wieder ein.

„Scheiße, wenn er das rauskriegt hab ich noch viel mehr Ärger als das blöde Maskenfest“, knurrte sie. Sie würde wohl oder übel herausfinden, welchem Edelmann sie den Ring gestohlen hatte, und auf dem Ball die Gelegenheit nutzen, es ihm zurück zu geben.
Verfasst am: 11. Feb 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:38

Megann hat geschrieben:Der Morgen dämmerte und das sanfte Licht zog sich über die Dächer der Stadt und es würde noch eine Weile brauchen, bis sie auch die schmalen Gassen erhellten.

Megann war schon bei der ersten Morgen Runde und sammelte die Post jener Briefkästen ein, für die ihr Unternehmen zuständig war und die Konzession hatte. So rumpelte sie über das Kopfsteinpflaster, den Handkarren vor sich herschiebend, als ein Schrei durch die Gassen hallte.

Sie blieb stehen und ihr Blick führte erst einmal nach oben auf die Dächer der Stadt. Leise hmte sie und blickte wieder vor. Bei so einem Schrei brauchte sie gar nicht eilen. Wer so schrie, der lebte wahrscheinlich nicht mehr und sie würde noch früh genug die Nachrichten hören.

So ging sie gemächlich ihrer Arbeit weiter und dann hörte man es schon tuscheln und murmeln. "Habt ihr mitbekommen ...."

Megann hörte sich natürlich alles an. Im Postgewerbe zu sein hatte wirklich große Vorteile. Man bekam wirklich so einiges mit, was los war.

Leise pfeifend hob sie einen halbvollen Sack in den Wagen und zockelte dann weiter. Ein schöner Tagesanfang.
Verfasst am: 16. Feb 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:38

Megann hat geschrieben:Bevor Megann in die Tiefenbahn nach Sturmwind stieg, brachte sie noch einige Aushänge in Eisenschmiede an, dann legte sie in der Tiefenbahn am Ticketschalter noch das Stellenangebot aus.

Natürlich hatte sie sich zuvor eine entsprechende Genehmigung eingeholt. Mit Zwergen war da nicht zu spassen.

Das Zugabteil hatte sie ganz für sich alleine und so streckte sie die Beine ein wenig aus und döste vor sich hin.

Ihr Tage hatte schon begonnen, da war es noch Dunkel gewesen und der Morgen noch ein paar Stunden entfernt. Aber es half ja nichts. Die Ware musste ausgeliefert werden und die Vorgaben des Auftraggebers waren recht genau gewesen. Da Megann in solcher Hinsicht keine Fragen stellte, hatte sie das Paket noch vor Sonnenaufgang in Eisenschmiede abgeliefert.

Danach hatte sie ein kurzes Pläuschlein mit einem Kollegen aus Eisenschmiede gehalten und dankend das warme Morgenbier abgelehnt. Als die Bahn in Sturmwind hielt ging es schon auf die Mittagszeit zu. Megann trat aus dem Tunnel in helles Sonnenlicht und lächelte. Der Tag hier war ein schöner Vorfrühlingstag, die Luft war bereits merklich milder geworden.

Ihre Schritte führten sie gen Post-Express und auf dem Weg dorthin tauschte sie die alten Aushänge gegen neue aus. Sie kaufte sich einen Steak & Kidney Pie und für Cedric einen Pilz Pie. Der gute Junge war sicherlich wieder am Fleischfasten jetzt.

Das konnte ihr ja nicht passieren. Sie wartet auf die Pies und schaute sich ein wenig in der Gasse um. Ihre Augen streiften über die Passanten und gewohnheitsmäßig klassifizierte sie sie ein. Ihr Blick schnellte suchend zu einem Gesicht, das ihr bekannt vorgekommen war. Doch ... es war bereits weg. Sie schüttelte leicht den Kopf.
"Ihre Pies, Miss Derrington" meinte die fleißige Geschäftfrau und Megann drehte sich zu der Verkäuferin mit einem Lächeln um.
"Danke, Mistress Dellingford und schöne Grüße an die Tochter. Ich hoffe sie hat sich erholt."

Mistress Dellingford, eine etwas drallere Mitvierzigerin lächelte erfreut und nickte.
"Aber ja doch. Alles gut überstanden und dem Baby geht es auch wunderbar!" meinte sie und plapperte ein paar Minuten vergnügt drauf los.
Megann schaute sich immer mal unauffällig nach den grünen Augen um, die ihr so bekannt vor gekommen waren und nickte an den passenden Stellen oder sagte ein "Ja, wirklich?"

Als ein neuer Kunde kam packte Mistress Delllingford ihr noch einen kleinen Apfelkuchen ein. "Weil sie so nett sind" meinte sie leise und Megann bedankte sich mit einem herzlichen Lächeln als sie bezahlte.

Schnellen Schrittes glitt sie zwischen den Passanten durch und grüßte hier und da ein bekanntes Gesicht. Die Brücke zur Altstadt war gesperrt, wegen einem kleinen Karrenunglück, also ging sie aussen herum am Schloß vorbei.

Wachleute ordneten das Chaos auf der Brücke und in dem sich stauenden Kanalviertel. Das übliche Chaos in Sturmwind eben. Pfeifend sprang Meg über eine Pfütze und drückte sich danach an die Wand, als ein Reiter sein Pferd nicht unter Kontrolle hatte und gefährlich nahe kam. Mit den Pies in Sicherheit gelangte sie dann ohne Zwischenfälle bei ihrem Office an.

Sie schloß auf und drehte das Schild auf geöffnet. Cedric schien noch unterwegs zu sein. Die Pies brachte sie erst einmal ins Büro.
Verfasst am: 1. März 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:39

Megann hat geschrieben:Träge flog die dicke Hummel an der fetten, gelben Blüte vorbei. Brruuuuuummmm ... donnerte sie von links nach rechts, schwebte brummend, wie ein Nilpferd mit Flügeln über dem satten gelb und schien unschlüssig. Doch dann setzte sie sich nieder und die dick bepollten Beine wurden noch ein wenig schwerer.

Bäuchlings auf dem Boden liegend beobachtete Megann den Flug der Hummel. Die Posttasche lag neben ihr im satten Grün der Wiese und sie hörte das Chrups Chrups Mampfen von Hannibal, welcher neben ihr graste und wie ein gnomisches Sauggerät jeden Grashalm inhalieren wollte.

Vom allgemeinen Futtern angesteckt schob Megann sich eine gesalzene Nuss in den Mund. Sie hatte die Gelegenheit einer kleinen Reise genutzt, als ihr Kontaktmann in Eisenschmiede ihr mitgeteilt hatte, dass er für ein paar Tage, aus persönlichen Gründen, nicht in der Lage sein würde Aufträge ausserhalb Eisenschmiedes zu erledigen und war mit Hannibal im Schlepptau selber aufgebrochen, um den Auftrag auszuliefern.

Der Widder schien recht froh gewesen zu sein, mal wieder einen größeren Ausflug machen zu können, zumindest hatte er weniger Leute beißen wollen als sonst. Das hieß ja schon etwas.

Aber er war nicht alleine. Megann hatte einen kleinen Stadtkoller bekommen. Es war einfach nichts los. Naja, nichts anderes los als eben so das Übliche. Tagein, tagaus Post einsammeln, sortieren, austragen, und so weiter und so fort. Selbst ihre Ausflüge über die Dächer hatten sie nicht aufmuntern können und sie hatte sie auch kurzzeitig runtergefahren, da sie das Gefühl hatte, immer wieder beobachtet zu werden.

Überhaupt ... ließ sie das Gefühl jetzt auch nicht los. Doch bisher hatte sie ihren Verfolger noch nicht sehen können. Und das hieß wirklich etwas! Entweder täuschte sie sich. Was sie nicht glaubte, oder aber ihr war ein Profi auf den Fersen. Und das wiederum könnte interessant werden.

Eine weitere Tatsache, die ihr die Reise auf prickelnde Art und Weise - manch einer würde eher sagen; irrsinnige Weise - noch freudiger gestaltete.
Sie hasste Langeweile!

Es brummte wieder neben ihr und Megann blickt auf den Hummelbrummer, der just in dem Moment abhob, ab Hannibals weiches Schnauze sich die fette Wiesenblume einverleibte, auf der zuvor die Hummel gesessen hatte.

"Ach Hannibal, du kleiner Fressack!" sagte Megann und grinste als der Widder sie brummig anblickte. Manches Mal hatte sie den Eindruck, dass er grinste.
Aber wieso auch nicht.

"Genug gefuttert!", sagte sie, sprang von der Wiese auf und warf die Tasche wieder über den Sattel, wo sie sie sorgfältig festzurrte. Hannibal blieb geduldig stehen und wartete ab, bis seine Herrin aufgestiegen war.

Megann zog sich in den Sattel hoch und nahm die Zügel in die Hände. Mit leisem Zungenschnalzen und einem Schenkeldruck ging es dann wieder voran. Schließlich hatte sie noch ein paar Stunden Ritt bis Thelsamar vor sich.

Sie ließen die Lichtung hinter sich und zockelten im Trab gen Straße. Reiterin und Tier waren schon ein ganze Stück weg, als ein Schatten sich hinter einem Gebüsch vorschob und den beiden nachblickte.
Verfasst am: 11. Mai 2017,

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:40

Megann hat geschrieben:Stimmengewirr, Fiddelmusik und der unumwindbare Duft von Bier lag in der Luft und schwängerte den Raum mit der untrüglichen Essenz einer vollen Taverne.

Megann hatte es sich in einer Ecke des vollen Raumes bequem gemacht und konnte somit einen guten Teil der Taverne überblicken.
Vor ihr stand ein Krug mit Zwergenbier und eine drallen Zwergenschönheit stellte vor ihr gerade einen Holzteller mit köstlich duftendem Braten, Wurzelgemüse und frischem Brot ab.

"Hier Schätzelchen, damit du was auf die Rippen bekommst. So wie ich!", mit den Worten lachte die Zwergin und klopfte sich auf die beträchtliche Oberweite. Was zu einem begeisterten Gröhlen der benachbarten Zwerge führte, die an den umliegenden Tischen saßen.

Megann grinste und nickte. "Daran komm ich wohl nicht ran. Aber ich versuchs" sagte sie und zwinkerte mit Humor zurück.

Zufrieden über die Antwort drehte sich die Bedienung ab und nahm weitere Bestellungen auf, die in etwa so lauteten: "Bier!" "Mehr Bier" "Hier noch Bier!"

Zwerge verstanden es eben zu feiern. Und wenn es nur der Abend nach einem harten Arbeitstag war. Thelsamar beherbergte aber nicht nur Zwerge, sondern man sah hier auch Reisende nach Eisenschmiede oder in andere Gebiete der Östlichen Königreiche.

Megann konnte an einem Tisch ein paar Männer sehen, deren Kleidung und Trinkart auf eine Arathi Herkunft schließen liessen. Am Nebentisch saß ein Händler mit Frau und zwei Kindern. Hautfarbe und Kleidungsstil ließen auf Menethil vermuten.

Die Türe öffnete sich und herein kamen zwei Gilneer in Begleitung einer Frau der Südlande. Schokobraune Haut, krause Haare und der Hang zu bunten Tüchern. Eindeutig aus den südlichen Ländern.

Sie nippte am Bier und wich dem Blick eines Mannes an der Theke aus. Sie wollte keine Sitzgesellschaft und hoffte, der Mann würde den Hinweis verstehen. Tat er zum Glück. Denn er gesellte sich zu der Gruppe aus Arahti und wurde dort mit einem lauten Hallo begrüßt. Man kannte sich wohl.

Erneut öffnete sich die Türe als fünf Zwerge gingen. Dafür strömten noch ein paar Reisende herein, die noch einen Platz für die Nacht suchten. Draussen senkte sich der Abend über das Land und auf der Dorfstraße leerte es sich zusehends.

Die Taverne war gut besucht und mittlerweile gerammelt voll. Megann hatte gut gespeist, getrunken und die Fiddelmusik genossen. Sie hatte ein paar nette und informative Gespräche geführt und kurze Bekanntschaft mit der Händlerfamilie geschlossen. Sie kamen tatsächlich aus Menethil und waren auf dem Weg nach Sturmwind, um dort ihr Glück zu versuchen.

Anscheinend hatte die Familie den Fischladen eines Onkels dort geerbt und Sack und Pack zusammen gepackt, um neu zu starten. Megann hatte die halbe Familiengeschichte erfahren und konnte den Eheleuten Douglas ein paar wichtige Tipps für den Anfang nennen. Sie hatte ihnen natürlich auch ihre Karte gegeben, denn Kundschaft konnte ja nie schaden.

Es wurde Zeit fürs Bett. Und da Megann nicht gerade sehr groß war, hatte sie Glück gehabt und noch ein Bett in der Taverne ergattern können, welches eher für Zwerge ausgelegt war, denn für Langbeiner.

Aus einer der Ecken beobachteten grüne Augen die kleine Person, als sie durch die Taverne in die hinteren Räume ging. Die Frau blieb kurz stehen, blickte sich um, doch der Platz des Beobachters war so geschickt gewählt, dass sie ihn nicht sehen konnte.

Megann schaute sich im Gastraum um. Sie hatte es wieder gespürt. Dieses Gefühl, dass sie beobachtet wurde. Aber sie hatte den ganzen Abend niemanden gesehen, der ihr aufgefallen war. Das wurmte sie. Mit entschlossenen Schritten ging sie weiter und in ihrem Kopf ratterte es.

Wer verfolgte sie? Wieso?
Nun dafür gäbe es diverse Gründe. Was jedoch bedeuten würde, das die Person wusste was sie sonst noch tat. Was wiederum bedeuten würde, dass er auf sie angesetzt worden war. Oder jemand hegte noch einen persönlichen Groll auf sie. Was wiederum auch nicht ungewöhnlich wäre.

Fragen über Fragen und keine befriedigenden Antworten.
Zumindest noch nicht.

Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen und die Nacht konnte kommen.

Und nichts ... aber auch gar nichts passierte.
Außer dass der Mond zu hell war und die Sonne, wie üblich, morgens aufging.
Verfasst am: 12. Mai 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:41

Megann hat geschrieben:Fast schon enttäuschend langweilig war der Weg über den Pass ins Sumpfland gewesen. Keine Orks, die meinten einen überfallen zu müssen. Nichts.

Dabei hatte Megann schon fast auf einen kleinen Zwischenfall gehofft. Auf der anderen Seite. Ein Ork war gut händelbar. Wurden es zwei oder mehr, dann kam schon ein gewißes Größen- und Stärkeproblem auf.

Davon abgesehen war auch das Gefühl der Beobachtung seit heute Morgen weg.
Der Pass wäre ein guter Hinterhalt gewesen, aber wer auch immer ihr gefolgt war ... jetzt war er nicht da.

Seltsam.

Ihre Blicke waren aufmerksam auf die Landschaft gerichtet. Hannibal war trittsicher genug und der Wille und Wunsch nach Futter und Wasser trieben ihn eh stets immer voran.
Ein paar Aasvögel kreisten weiter oben am Berghang. Dort hatten sie wohl Nahrung gefunden. Sicherlich ein armer Widder, der abgestürzt war. Dies kam ja öfters in der Gegend vor.

In nicht allzu weiter Ferne hinter ihr kam der Trupp von Arathimänner auf ihren Pferden an.
Höchstwahrscheinlich würden sie bald aufgeschlossen haben. Nun, ein wenig Gesellschaft mochte auch nicht schaden.

Sie behielt recht. Gut eine halbe Stunde später hörte sie das Trappeln der Pferdehufe hinter sich und ein frendliches "Hey da!"
Megann drehte sich im Sattel um und winkte freundlich.
"Hey da" grüßte sie zurück.

Die Reiter schloßen auf und man kam schnell ins Gespräch. Ruppig, freundlich, wie es die Art der Arathor war, hatten sie schnell beschlossen, die Botin nicht alleine reiten zu lassen und waren bei ihr geblieben, bis sie das Lager der Zwerge erreicht hatten, wo sie ihre Ware ablieferte.

Die Männer des de la Varre Clans zogen nach einer kurzen Rast weiter. Und Megann blieb bei dem Lager der Zwerge, um dort auf einen Auftrag zu warten, den sie nach Eisenschmiede zur Forscherliga bringen sollte.
Verfasst am: 13. Mai 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:42

Megann hat geschrieben:Der Dunst des frühen Morgens hing über dem Sumpfland, als Megann dem Lager der Forscher der Rücken zu kehrte und sich auf den Rückweg machte. Es hatte sich gelohnt noch zu warten. Der Auftrag war recht lukrativ und in Thelsamar würde sie auch noch Ware aufladen.

Der Passweg führte Megann höher ins Gebirge und hier und da huschte ein Fuchs mit erstauntem Gesicht aus ihrem Blickfeld. Das Flackern der Tunnelbeleuchtung schien durch das Grau des Morgens und ließ von Weitem schon erkennen, dass der Bergaufstieg durch den Berg als bald beginnen würde.

Aus dem Dunst schälten sich eine Gruppe an Gestalten heraus. Megann saß locker im Sattel, die Hand sachte auf ihrer Waffe liegend. Erst als sich die Konturen besser abzeichneten nahm sie die Hand von der Waffe.

Ein zwergischer Ruf schallte zu ihr hinab, als die Wachen den Widder sahen.
Megann antwortete in der Gemeinsprache "Guten Morgen!" und ritt näher zu den Gestalten im Morgennebel.

"Ah, guten Morgen, Miss Derrington!" sprach ein ihr bekannter Gebirgsjäger.
"Meister Haldbar, seid gegrüßt."
Es folgte ein Austausch von Höflichkeiten.

"Alles ruhig in den Tunneln, Miss. Es ist noch ein Wanderer auf dem Weg. Also wundert euch nicht, wenn ihr ihn trefft", meinte der Zwerg mit dem geflochtenen Bart.
"Habt vielen Dank für die Auskunft. Soll ich oben was ausrichten?" fragte Megann und blickte die Zwerge fragend an.

Meister Haldbar, ein grauhaariger Zwerg mit kunstvoll geflochtenem Bart, nickte dankbar.
"Aye, Mädchen. Richtet doch bitte aus, dass wir Nachschub an Bier brauchen. Die Kehle wird schon arg trocken hier am Mittag."
Megann nickte.
"Natürlich doch!"

Dann folgten noch ein paar knappe Floskeln der Höflichkeit und Megann zockelte auf Hannibal in die Tunnel davon.

Der Weg nach oben war ohne weitere Zwischenfälle. Sie legten eine Rast ein und Megann ging einige Zeit neben Hannibal her, um ihn ein wenig zu entlasten. Wobei ihre paar Kilo ihm wahrscheinlich eh egal waren.

Den angekündigten Wanderer sah Megann jedoch nicht.
Verfasst am: 15. Mai 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:42

Megann hat geschrieben:Wie jedes Jahr um diese Zeit herrschte Hochbetrieb in allen Botendienstunternehmen der Stadt. So war es wenig verwunderlich, dass auch im Derringtonschen Post Express das Chaos zu herrschen schien.

Für jeden Aussenstehenden mag dies auch der Fall zu sein, doch für Megann und Cedric steckte ein ausgeklügeltes System in den gestapelten Kisten, Fässern und Päckchen. Die Aushilfen wurden angewiesen, eingewiesen und irgendwie schien es fast so, als ob das Licht in dem Bürogebäude niemals wirklich erlischte in der vorwinterhauchlichen Zeit.

Dies schien nicht nur so. Dies war auch so. Megann und Cedric wechselten sich ab. Einer musste nämlich die strenge Oberhand behalten und wieder einmal war Meg unfassbar dankbar für ihre rechte Hand.

Cedric schufftete, wie sie, für zwei und manches Mal sogar für drei. Viel Schlaf bekamen beide nicht in der hektischen Zeit. Doch das Geschäft boomte, die Kasse klingelte und die Botengänge rissen nicht ab. Selbst Nachts wurde teils noch ausgeliefert.

Manche Botschaften waren auch am besten nur Nachts zu erledigen und Megann konnte jene Auftrag niemand anderem überlassen. Schließlich versprach sie Stillschweigen und auch vor Winterhauch wollten manche Geschäfte erledigt werden.
So bekamen Gläubiger das was sie verlangten und die Schuldner, dass was sie verdienten. So war es eben mit dem Geschäft der Botengänge.

Wieder einmal bimmelte die Türglocke und Megann lugte kurz aus ihrem Büro. Gerade hatte sie es geschafft ihre eigene Post ein wenig durchzuarbeiten. Ein Mann, den Hut tief ins Gesicht gezogen, sprach mit Cedric und der Rothaarige überragte ihn gut um anderthalb Kopf. Meg sah wieder weg und schob die Türe ein wenig zu. Schließlich musste nicht gleich jeder in ihr Büro blicken.

Was Miss Blake wohl von ihr wollte?
Megann nippte am Tee und biss danach in den noch lauwarmen Steak & Nieren Pie hinein. Sie seufzte. Endlich etwas zu essen.
Verfasst am: 19. Dez 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:43

Megann hat geschrieben:Es war bereits weit nach Mitternacht, als Megann endlich die wohlige Wärme ihres Hauses spüren konnte. Mistress Hilde war natürlich schon längst im Bett und die Lampen waren soweit herunter gedreht, dass sie nur ein sanftes Licht begrüßte, als sie die Haustüre aufschloss.

Leise schloß sie die Holztüre hinter sich, zog ihren Wintermantel aus und hängte ihn über den Stuhl. Hilde würde ihn bis morgen weggeräumt haben, aber so war es ihr lieber, wie Meg herausgefunden hatte.

Die Flurbeleuchtung drehte sie herunter, als sie vorbei lief, um nach oben zu gehen. Ihre Schritte führten sie direkt ins Dachgeschoss, zu ihrem Büro. Sie drehte den Docht der Lampe nach oben, um den Raum heller auszuleuchten und stellte die Tragelampe, die sie zuvor aus dem Flur mitgenommen hatte, auf den Schreibtisch.

Hilde hatte die Vorhänge der großen Fenster zugezogen und somit war Meg ungestört und ohne Beobachtung von außen. So nahe am Stadtwall zu wohnen brachte gerne neugierige Blicke von gelangweilten Wachen mit sich. Etwas auf das Megann nur allzu gerne verzichten konnte.

Sie zog aus der Westeninnentasche ein silbernes Amulett hervor. CD war in schwungvoller Schrift eingraviert. Sie öffnet das Medallion und legte es vor sich auf den Tisch.
Aus einem kleinen Geheimfach holte sich Megann einen kleinen Schlüssel und ein paar kurze Schritte führten sie zu einem weiteren Versteck, aus dem sie eine flache Truhe holte.

Sehr schwer schien sie nicht zu sein, doch hatte es den Anschein als wöge sie schwer, als Meg die Truhe auf den Tisch abstellte. Der kleine Schlüssel wurde ins Schloss gesteckt und nach einem bestimmten Mechanismus gedreht, bis es mehrfach klackte. Erst dann konnte man die Truhe öffnen.

Ein paar Schriftstücke, Briefe, Bilder, ein Fächer, eine Haarspange, ein Derrington PJ1 Revolver, eine leere Flasche gilneescher Portwein, eine kaputte Taschenuhr und ein einzelner Damenhandschuh lagen in der Truhe.

Meg nahm sich den kleinen Stapel an Bildern heraus. Es waren Kopien von einst größeren Bildern gewesen. Bilder die einst in den Häusern ihrer Familie gehangen hatten und jene kleineren Ausgaben waren Beigaben der Künstlerin gewesen, die jene Bilder gemalt hatte. Sie strich sanft über ein paar Gesichter. Gesichter, die sie schon lange nicht mehr gesehen hatte und wohl auch so bald nicht wieder sehen würde.
Ein Bild von einer jungen, blonden Frau blieb in ihren Fingern.

"Clairice", sagte sie und seufzte leise.
"Immerhin hast du jetzt deinen Frieden gefunden", sie nickte der jungen Frau zu, die mehr eine kleine Schwester gewesen war, denn eine Cousine.

Das Bild in der einen Hand, griff sie zu dem Medallion. Dasselbe Gesicht lächelte ihr entgegen ...neben einem Bildnis von ihr selbst, als sie noch jünger war.
Sie wusste noch, wann Clairice das Amulett bekommen hatte. Es war ihr 18. Geburtstag gewesen. Nur ein paar Monate vor dem schrecklichen Wahnsinn, der über das Land einbrach, welches sie so sehr geliebt hatte und liebte.

All die Jahre hatte sie geglaubt, dass Clairice, ihre geliebte Cousine, von einem Worgen getötet und höchst wahrscheinlich gefressen worden war. So schrecklich der Glaube auch gewesen war, so hatte sie gedacht, dass sie ihren Frieden gefunden hatte.

Bis ... bis Miss Blake ihr am Abend etwas anderes mitgeteilt hatte. Untot sei sie gewesen. Die arme Clairice. Faulend und verdammt.
"Sylvanas" knurrte Megann und ballte die Faust um das Medallion.

Wie gerne hätte sie dieses Weibsbild schon längst umgebracht, für das was sie den Gilneern, dem König angetan hatte. Doch es war nahezu unmöglich an sie heranzukommen. Und somit war der Auftrag bisher noch nicht erteilt worden.

Meg schüttelte den Kopf leicht und ihre Hand lockerte sich um das Medallion.
"Wir sehen uns wieder", sagte sie leise und gefasst und legte das silberne Schmuckstück in die Truhe zu den anderen Wertgegenständen.
Das Bild wurde zu den andren gelegt und sie strich zärtlich über den einzelnen Damenhandschuh. Er hatte ihrer Mutter gehört und Piers hatten ihn ihr mitgebracht, als er sich mal wieder nach Gilneas reingeschmuggelt hatte.

All diese Gegenstände waren Mitbringsel aus ihrem Haus und dem Haus ihrer Tante. Leise schloss sie die Truhe wieder und verbrachte sie an den Geheimort. Nachdem alles verstaut war, löschte sie das Licht und öffnete die Vorhänge leicht. Sie legte sich auf das Kanapee und zog die Wolldecke über sich.

Irgendwann fielen ihr die Augen zu und sie schlief friedlich.
Verfasst am: 21. Dez 2017

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:43

Megann hat geschrieben:Megann ließ ihre Seele baumeln ... im wahrsten Sinne des Wortes betrachtete sie gerade die Welt von einem anderen Blickwinkel. Wie hatte sie nur so unvorsichtig sein können?

Sicherlich war es der Pudding gewesen, den Mistress Hilde nur zu großzügig mit viel zu viel Gehaltvollem versehen hatte. Ja, der musste es schuld sein. Sie seufzte und spannte die Bauchmuskulatur an.

Oder vielleicht war es auch die Ente? Oder der Fasan, den es gab als Piers und Ned sie besucht hatten? Theoretisch hätte es wohl auch der Portwein, die Neujahrsbrezel oder diese verdammten, gefüllten Kringel sein können ... aber Megann wusste es besser, sie war einfach viel zu faul gewesen in der letzten Zeit.

Aber wie sollte man auch trainieren, wenn man dauernd für den Post-Express unterwegs war. Der Fuss wurde aus dem Seil befreit und sie zog sich am Gebälk nach oben.

So konnte das nicht weiter gehen. Cedric musste mehr Verantwortung bekommen. Schon seit einer ganzen Weile überlegte sie sich, ob sie ihm eine Gewinnbeteiligung anbieten sollte. Er hatte sich wahrlich gut gemacht in den letzten Monaten und Jahren. Mittlerweile war er ihr die größte Stütze und hielt ihr den Rücken frei soweit es ging.

Sie fixierte den anderen Balken und sprang, dieses Mal ohne Mühe, hinüber. Megann fixierte das Ziel und überlegte. Noch einen Schritt nach vorne und der Mechanismus würde in Gang gesetzt werden.

Meg kräuselte die Nase leicht und ein Sprichwort von Lesther fiel ihr ein. Sie lächelt leicht und schüttelte den Kopf. Jetzt noch zu früh. Sie machte einen Schritt nach hinten, fiel die paar Meter gerade zu Boden und kam sanft auf dem Holz auf.

Für heute war noch lange nicht genug trainiert. So verbrachte sie noch einige Stunden in ihrem Trainigslager. Abgeschirmt, ruhig und konzetriert, während nur ein paar Meter von ihr das Leben Sturmwinds tobte und die Leute sich dem Altagsstrom der Stadt hingaben.
Verfasst am: 2. Jan 2018

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