Megann Derrington - Botengänge und mehr

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Megann
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Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:47

Verfasst am: 2. März 2012
Megann hat geschrieben:Megann kam in Gilneas als einzige Tochter eines Gemüsehändlers und einer Wäscherin zur Welt. Ihr großer Bruder Jack Derrington war ein bekannter "Händler" aus Gilneas. Sie wuchs im Gewusel der Stadt auf lernte lesen und schreiben, denn wer was werden will, der muss Bildung haben, hieß es immer von ihren Eltern. Sahen sie doch in ihrer kleinen Prinzessin etwas Besseres als Gemüsehändlerin oder Wäscherin.

Megann dachte auch nicht an Gemüse oder Wäscherei, sondern liebte es mehr, nach der Schule durch die Gassen zu streifen oder am Marktplatz die Leute zu beobachten.

Am liebsten war ihr der Münz-Trickser, der die Leute durch seine Kunststücke in Faszination zog und sie ab und an noch um ihre Börse erleichterte. Megann schaute fasziniert zu und eignete sich so manche Fertigkeit an in den Jahren ihrer Beobachtungen.

Als Gilneas von den wilden Worgen überrannt wurde, befand sie sich gerade bei ihrer Tante in Sturmsiel. Dort auf dem Land, bekam man von den schrecklichen Ereignissen nichts mit. Bis ein Flüchtling aus Gilneas in Sturmsiel eintraf. Er war verwundet gewesen und kam taumelnd ins Gasthaus, japste etwas von Angriff und brach zusammen. Ein paar Stunden später brach die Hölle los in Sturmsiel ... es war grauenvoll. Doch der Sohn des Viscount schaffte soviele Leute wie möglich zu den kleineren Booten unten an den Klippen, die auch schon mal zum Schmuggeln sonst genutzt wurden. Megann hatte sich mit ihrer Tante und ihrer Cousine in der kleinen Kapelle verschanzt und hieb mit allem was ihr in die Finger kam auf einen Worgen ein, der sie packen wollte. Der beherzte Schlag des neuen Paters Edward, auf den Kopf des Ungetiers, schickte ihn in die Bewusstlosigkeit.

Just in dem Augenblick kam der Sohn des Viscount, blass und zitternd in die Kapelle gestolpert und blickte um sich. "Raus hier! Raus ... die Untoten sind hier" keuchte er.

Die kleine Gruppe scharte sich um den Sohn des Viscount und Fragen prasselten auf ihn ein. Der Pater hatte sein Holzstück noch fester umklammert und schaut so, als würde er jedem Einzelnen liebend gerne das Holz quer durch den Kopf rammen.

"Das letzte Boot und an der Bucht" sagte der Sohn des Viscount und schubste sie aus der Kapelle.

Megann zog ihre Cousine hinter sich her, die nur noch haltlose Schluchzen konnte. Ihre Mutter hielt sich die Schulter die leicht blutete. Als sie zum Abstieg kamen, drehten sie sich um, als ein komisches Geräusch zu hören war.

Spinnen ... Spinnen strömten in den Ort.

"Lauft!" schrie der Pater und schob die Frauen hinter sich. Megann zögerte nicht lange und legte einen Zahn zu. Spinnen! Sie war schon ein gutes Stück weiter unten als ihre Cousine, als sie deren Schrei hörte. Megann's Kopf sauste nach oben und erblickte, wie ihre Cousine von einem Worgen geschnappt wurde und dann war sie verschwunden.

"CLAIRIIIIIICE" brüllte Megann und wollte ihr hinterher laufen. Doch von oben kam der Pater den Weg runter geeilt und packte sie mit erstaunlich festen Armen über die Schulter. "Kein guter Gedanke, Mädchen" keuchte er und mit wippendem Kopf schaute Megann, über die Schulter geworfen nach oben, wo der Horror tobte. "Wo ist meine Tante? Clairiiiiiice" brüllte sie noch einmal nach der geliebten Cousine. "Verloren" keuchte der Pater, der schnell über die Steine sprang und rannte.

de Gabaston hatte unten das letzte Boot vom Tau genommen und wartete schon ungeduldig. "Schneller" brüllte er und der Pater schien noch eine Spur zu zulegen.
Schließlich fühlte sich Megann in das Boot geworfen und die Männer drückten das kleine Segelboot in die Wellen. Keine Sekunde zu spät sprangen sie hinein und begannen heftig zu rudern.

Am Uferweg konnten sie zwei Worgen ausmachen, die nach unten hetzten. "Rudert, Mann, rudert!" brüllte Megann und klammerte sich an der Reling fest.

Die Männer strengten sich noch mehr an und das Ufer entfernte sich. Der Sohn des Viscount zog das Segel hoch und sofort erfasste der Wind das Tuch und immer kleiner und kleiner wurde der Strand und die Worgen die zu einem schrecklichen Geheul anstimmten.

"Das Licht beschütze uns!" murmelte der Pater.


TEIL 1 - ENDE

OOC:
Bei der erwähnten Clairice - handelt es sich NICHT um die hier bekannte. Sondern es ist einfach ein Name.

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:48

Verfasst am: 3. Jun 2012,
Megann hat geschrieben:Gut 4 Jahre später ...

Megann bürstet sich ihr volles, rabenschwarzes Haar während sie auf dem Bett in der kleinen, angemieteten Kammer sitzt. Leise fluchend kämmt sie sich einige Gräser aus dem Haar. Überbleibsel der Nacht. Nach meheren Strichen mit der Bürste, legt sie diese ordentlich auf die kleine Holzkommode zurück. Die schmalen, feingliedrigen Finger langen nach dem kleinen Handspiegel, der neben der Bürste bereit liegt.

Ein kritischer Blick in den Spiegel zeigt ihr, die gewohnten dunkelblauen Augen, die im fahlen Licht des Zimmers wieder einmal fast violett wirken. Die gerade Nase passt perfekt in das hübsche, herzförmige Gesicht, welches ohne Makel ist. Megann nickt zufrieden, bevor sie den Spiegel wieder weg legt.

"So kann man gehen", murmelt sie leise zu sich selbst. Mit schnellen geübten Bewegungen steigt sie in eines ihrer Arbeitskleider und mit ebenso flinken Handgriffen, hat sie die Verschnürung angebracht, so dass das Kleid perfekt an ihrem schmalen Körper sitzt.

Der Saum des Kleides wird gehoben und in den Schaft der weichen Lederschuhe, wird ein kleiner, tödlicher Dolch geschoben. Der Rock des Kleides fällt wieder raschelnd zu Boden, nachdem sie ihre übliche Vorkehrung getroffen hat.

Mit raschen Schritten verlässt sie das Zimmer, zieht die Türe hinter sich zu, schließt ab und verstaut den Schlüssel an seinem üblichen Platz im Almosenbeutel, welcher ihr quer über die Brust geschultert hängt.

Mit gelupftem Saum hastet sie eilig die Stufen der Treppe hinunter, welche in eine kleinen Hausflur führt, der immer spärlich beleuchtet ist. Rasch durchquert sie auch diesen Raum. Leise hört man die Gespräche im Waffenladen neben an. Mit einer energischen Bewegung öffnet sie die Türe. Heller Sonnenschein heißt Megann willkommen als sie auf die Straßen von Sturmwind tritt.

An ihr vorbei rattert ein Handkarren, gezogen von einem leicht buckligen Mann. Das übliche Treiben der Altstadt an einem sonnigen Werktag. Der Tag ist erst wenige Stunden alt und wirklich viel hat Megann die letzte Nacht nicht geschlafen gehabt, dennoch wirkt sie ausgeruht, erholt und beschwingt, als sie sich durch die Gassen schlängelt und mit direktem, ausholenden Gang einer kleinen Person sich ihren Weg sucht.

Unterwegs zum Schloß kauft sie sich noch eine kleine Fleischpastete, welche sie genüsslich verspeist als sie die Stufen zum Schloss hoch hastet. Die Wachen schenken ihr keine besondere Aufmerksamkeit. Vor dem Dienstboteneingang macht sie kurz halt und kontrolliert, ob noch Krümel an ihr hängen. Zufrieden setzt sie ein Lächeln auf und geht durch die Türe.

Selbstsicher geht sie mit leisen Schritten durch die Gänge des Schlosses und wird von einige Dienstboten höflich gegrüßt. Ihre Schritte verharren vor einem Wandteppich, sie kniet sich runter, als ihr einige Diener entgegen kommen und fummelt an einem ihrer Schuhe herum. "Verflixte Schnallen" brummelt sie laut genug, dass die beiden Klatschweiber sie hören können.

Röcke rascheln an ihr vorbei. Als die etwas drallere Dienerin sich an der Ecke nochmals umdreht, ist die kleine, zierliche Person verschwunden, die zuvor noch im Gang gekniet hatte und sichtlich Malester mit einem ihrer Schuhe hatte. Während die dralle Frau sich noch wunderte, wo die Frau so schnell hin verschwunden war, hatte Megann schon fast ihr eigentliches Ziel erreicht.

Leise und ohne einen Laut zu verursachen, war sie in einen der Geheimgänge geschlüpft und hatte etliche Stufen hinter sich gebracht. An einem Guckloch blieb sie kurz stehen, als sie eine Bewegung und Geräusch wahrgenommen hatte. Durch die Fasern des Wandteppichs im Raum vor dem Geheimgang konnte sie ein Lustspiel ausmachen, welches wahrlich wohl nicht für alle Augen bestimmt war.

"Ach sieh einer an", dachte Megann als sie die beiden Personen im Raum erkannt hatte und einen Schritt zurück trat. Leise stieg sie weiter nach oben und zählte die Zimmer ab. Ein kurzer Blick ins Interieur zeigte ihr, dass der Raum leer war.
Geräuschlos schlüpfte sie in den Raum und näherte sich einer einfachen, jedoch sehr gut verarbeiteten Holztüre.

Ihr Klopfen hallt leise durch den Raum. "Herein", ertönt eine volle Männerstimme.
Megann schlüpft in den Raum und zieht die Türe hinter sich zu.

Ihr Blick fällt auf den grauhaarigen Mann, der ihr den Rücken zugewandt am Schreibtisch sitzt und schreibt.
Ruhig bleibt sie stehen, während der Mann den Brief zu Ende schreibt. Nach einiger Zeit legt er die Feder bei Seite und dreht sich um.

Megann versinkt in einen leichten Knicks.
"Ah, meine liebste Botin" sagt der Mann warm. "Tretet näher, Miss Derrington."
Megann erhebt sich aus dem Knicks und tritt wie geheißen näher.

Wache, klare Augen blicken sie direkt an.
"Ich hab einen Auftrag für Euch."
"Sire?", Megann blickt fragend.

"Diese Botschaft ist nach Eisenschmiede zu überbringen. Heute noch." Sein Blick gleitet über ihren Körper, bevor er weiter spricht. "Am besten kleidet ihr Euch entsprechend. Ich erwarte Diskretion und Unauffälligkeit, wie immer."
"Sicher, Sire" antwortet Megann mit einer leichter Verbeugung.

"Ebenso bin ich Kunde geworden, dass der Earl of Warwick in der Stadt weilen soll. Er war ein Freund meines Sohnes. Sucht ihn und ... greift ihm ein wenig unter die Arme wenn es sein muss."
Er reicht ihr ein Schreiben ohne Siegel.
"Sehr wohl, Sire." Megann nimmt das Schreiben entgegen und verstaut es.

Der Blick seiner grauen Augen weilt auf ihr. Als sie aufblickt schaut er sie immer noch sehr direkt an.
"Ihr seid sehr hübsch geworden, Miss Derrington" spricht er leise und warm.

In Megann's Magengegend krampft es sich leicht zusammen. "Oh Licht, bitte nicht" denkt sie aber lächelt den Mann vor sich leicht an.
"Sire ..." setzt sie an, doch er unterbricht sie mit einer Handbewegung. Gehorsam schließt sie den Mund.
"Ihr könnt gehen", langsam dreht er sich wieder gen Schreibtisch und nimmt die Feder auf.

Megann war schon fast an der Seitentüre des prunkvollen Gemachs, als sie hinter sich noch einmal seine Worte vernahm.
"Geht Varian aus dem Weg. Ihr wäret genau sein Fall"
"Ja, Sire" antwortet sie ernst und dreht sich nochmals um.

Genn Graumähne saß immer noch mit dem Rücken zu ihr und tunkte die Feder in das Tintenglas. Leise verschwand sie durch die Seitentüre seines Privatgemachs. Als die Türe ins Schloß klickte, lehnte sich Megann für einen kurzen Augenblick an das Holz und schloß die Augen.

Für einen Schreckmoment hatte sie befürchtet gehabt, der König wolle ihr Avancen machen. Dem Licht sei Dank war es nicht so.
Langsam öffnet sie wieder die Augen und fasste sich. Megann nahm dieses Mal den direkten Weg durch die Geheimgänge nach draussen. Keiner würde die junge Frau aus dem Schloß gehen sehen.

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:48

Verfasst am: 4. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Megann schlendert gemächlich durch die Gassen der Altstadt und nickt ein paar bekannten Gesichtern zu. Der Obstverkäufer am Platz zur Wachkaserne wirft ihr einen Apfel zu und wackelt mit den Brauen. Das glockenhelle Lachen von Megann lässt ein paar Köpfe herum wandern. Megann beißt in den Apfel, kaut und schluckt nach einer Weile, dann spricht sie lauter zu dem Obsthändler, "Da muss schon mehr kommen als ein Apfel, Guntram." Sie zwinkert ihm keck zu und geht dann Apfel essend weiter.

Grüne Augen verfolgen den Weggang der kleinen Person, die so selbst sicher durch die Strasse geht, als würde sie ihr gehören. Ein Schmunzeln breitet sich auf dem durchaus attraktiven Männergesicht aus. Megann bleibt an einem Stand für Haarbänder stehen und zeigt Interesse an ein paar Bändern. Kurz bevor sie geht, dreht sie leicht forschend den Blick, hatte sie doch das Gefühl gehabt, dass Augen auf ihr ruhen würden.

Niemand der sie wirklich anblickte und auch niemand der auf eine Art auffällig wirkte. Sie wendet sich der jungen Verkäuferin zu und bezahlt das Haarband, welches sie sich ausgesucht hatte. Während sie darauf wartet, dass ihr Band eingepackt wird, verspeist sie weiter ihren Apfel und schaut sich, wie jeder Marktgänger interessiert um.

"Ma'am. Darf es noch was sein? Ein Tuch vielleicht für die kühleren Abende?" Megann dreht sich wieder zu der Verkäuferin um und lächelt sie freundlich an. "Nein, danke. Dieses Mal wirklich nur das Band. Gehts den Eltern denn schon besser, Sigrun?"
"Mal so, mal so, Ma'am. Leider scheint Papa's ... Krankheit weiter fortzuschreiten."
Dunkelblaue Augen huschen über das junge Mädchen, welches vielleicht gerade mal 15 ist. Ein kleiner blauer Fleck am Hals erregt Meganns Aufmerksamkeit, jedoch gibt sie nicht zu erkennen, das sie gesehen hat, was sie gesehen hat.

"Ich verstehe. Nun, dann grüß mir deine liebe Frau Mama nocheinmal von mir."
"Sehr wohl, Ma'am", sagt das junge Mädchen höflich.
Megann nickt und reicht dem Mädchen 1 Silberstück. "Hier dafür kaufst du dir mal was ordentliches zum Essen. Und glaub mir, ich bekomme heraus, wenn es dein Vater bekommt." Sie schenkt dem Mädchen einen Blick der keine Widerrede duldet und wirkt erst dann zufrieden, als das Mädchen lächelt und sich das Silberstück einsteckt.
"Gewiß nicht, Ma'am. Danke, vielen Dank."

Megann nimmt sich ihr Band und geht dann weiter. Ihre leisen Schritte führen sie durch das Gewühl der engen Gassen. Mit wachen Augen nimmt sie wahr, wie einer der Bengel einem dicken Kaufmann die Börse aufschneidet und dann im Dunkeln der Gassen verschwindet.
Sie schnauft leise und wirft den Apfelkern in einen der Mülleimer. Sicherlich würde der Dicke gleich den Diebstahl bemerken. Megann wendet sich ab und schlendert auf die andere Seite der Gasse, wo sie kurz darauf an einem weiteren Stand stehen bleibt.

"Es geht um alles oder nichts. Wer möchte bieten? Wer hat die Nuss entdeckt?"
Sie blickt auf den Stand und erkennt, dass sie sich zum Hütchenspiel gestellt hat, was wie immer Schaulustige anzieht.
Ein blond bezopfter Mann erregt Megann's Aufmerksamkeit. Er lehnt an der Mauer des Hauses und beobachtet die Menschen, die vorbei gehen. Megann geht einen Schritt zurück und steht nun im schattigen Bereich des Daches, von dem Mann nicht zu sehen.

Sie jedoch konnte wunderbar verfolgen, wen der Mann taxierte.
Überrascht hob Megann eine Braue. Entweder war er ein Dieb oder aber er wollte was anderes von den Männern, die er ins Visier nahm ... und vielleicht auch beides, dachte Megann.

Ein Auge des Blonden zwinkerte und Megann schaute erneut, wen er dieses Mal im Blickfeld hatte. Groß, schlank, dunkelhaarig und wie die Kleidung und die Ringe schließen lassen, ein augenscheinlich wohlhabender Mann.

Megann jedoch seufzt als sie den Mann erkannt hat und schüttelt leicht den Kopf. Der Blonde scheint noch nicht lange in der Stadt zu sein. Leise verschwindet Megann in den Schatten und taucht einige Häuser weiter vorne wieder auf der Gasse auf. Sie schlendert offensichtlich gut gelaunt durch die Straßen, bis sie knapp vor dem Blonden ist und plötzlich von einem jungen Burschen angerempelt wird, der vor einem Gleichaltrigen davon rennt.

"Verdammt!" flucht sie als sie taumelt und rückwärts fällt. Starke, männliche Armen fangen sie auf und sie blickt verwirrt um sich.
"Elende Drecksbengel!" schimpft sie aufgebracht und blickt dann zu dem Mann hoch.
"Ach ihr?" ertönt es melodisch aus dem Mund des blonden Mannes.
Megann richtet sich auf und streicht sich die Bluse richtig.
"Das nenn ich aber Glück, dass ihr mich aufgefangen habt. Vielen lieben Dank."
Der Mann lächelt süffisant. "Hätte ich gewußt, dass es die Person ist, die mich beim Würfeln gut was gekostet hat, hätte ich es mir noch einmal überlegt."
"Na, ihr seid mir ein munteres Persönchen" sagt Megann leicht entrüstet.

"Man tut was man kann, Miss." Sein Blick wandert von ihr in die Gasse. Doch die Beute war verschwunden. Ein kleines Seufzen aus seinem Mund, dann blickt er wieder zu Megann. Die sich augenscheinlich wieder gefangen hatte.

"Vielen Dank nochmals und bei nächsten Mal geb ich Euch was zum Trinken aus."
"Das ist ein Wort", sagt der Mann und lächelt leicht.
"Sicher. Sogar mehrere wenn man es genau nimmt", kontert sie trocken.
Sein warmes Lachen lässt den Mann entspannter wirken als zuvor.
"So gerne ich noch plaudern würde, ich muss leider weiter", sagt Megann mit einem freundlichen Nicken.
"Nur zu."
"Gute Tag noch", sagt sie und wendet sich ab.

Leise vernimmt sie ein, "Das wäre zu wünschen" gemurmelt.
Mit einem Schmunzeln geht sie weiter und verschwindet in der Menge.

Einiges später, wenn er nach seinem Geldsack schauen würde, würde er feststellen, dass jener durch einen anderen ersetzt worden ist, der erheblich mehr Inhalt aufzuweisen hatte, als der vorige.

Megann schmunzelte noch eine ganze Weile vor sich als sie daran dachte, wie der dunkelhaarige Blender sich aufregen würde, wenn er feststellte, dass er seine Börse eingebüßt hatte und auch noch einen Rubinring, den er am kleinen Finger getragen hatte.

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:49

Verfasst am: 6. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Der Wind pfiff durch die Gassen Sturmwinds, am Horizont braute sich ein Gewitter zusammen, dunkel bauschten sich die Wolken am nächtlichen Himmel, Blitze zuckten in der Ferne und erhellten die Nacht für einen kurzen Moment.

Eine zierliche, kleine, schwarz verhüllte Gestalt huschte über die Dächer der Altstadt, ohne einen Ziegel ins Rutschen zu bringen. Megann's Augen leuchteten im Dunklen. Sie hatte immer Freude an solchen Nächten. Der Wind sang ein Lied und manches Mal fühlte sie sich nach Gilneas zurückversetzt in solchen Nächten.

Eine Bewegung im Augenwinkel ließ Megann stutzen und sich hinter dem nächsten Schornstein verstecken.
Sie blickte hinter dem Schornstein hervor und über den Kanal in Richtung Zwergenviertel. Es schien als wäre sie nicht alleine über den Gassen unterwegs. Dort drüben bewegte sich, kaum sichtbar ein Schatten über die Dächer.
"Interessant", dachte Megann während ihre Augen den Schatten verfolgten. Plötzlich blieb jener stehen und schaut direkt in ihre Richtung. Geschwind duckte sich Megann wieder. "Er kann mich nicht sehen", grübelte sie in Gedanken vor sich hin und wagte erneut einen kleinen Blick über die Dächer.

Dach für Dach suchte sie ab, doch der Schatten auf der anderen Seite des Kanals blieb verschwunden. Megann wartete noch einige Minuten, bevor sie sich wieder hinter ihrem Schornstein hervorwagte, Anlauf nahm und auf ein neues Dach hopste. Schnell und zielgerichtet huschte sie weiter, bis sie ihren Einsatzort erreicht hatte. Unter ihr herrschte das Treiben der Näherinnengasse und sie erkannte einige Männer, die wohl ein wenig Zeitvertreib suchten.

Eine der Dirnen, eine etwas fülligere Person, schaute zu dem Platz an dem Megann sich befand und kniff leicht die Augen zusammen. Megann ließ sich für einen kurzen Augenblick im Schein der Laterne erkennen. Ein dunkler Schatten, verhüllt bis auf die Augen, und liess sich dann wieder in die Schatten der Nacht zurückfallen. Die Matrone nickte kurz und blickte dann wieder in die Gassen. Megann machte es sich auf dem Dach gemütlich und behielt die Gasse im Auge.

Ihre Nachtschicht für heute hatte begonnen und in der Ferne grollte der Donner über den Wald von Elwynn.

Die Nacht war recht ereignislos gewesen. Eine kleine Schlägerei unter Freiern, doch Waffen waren keine zum Zuge gekommen und Megann musste nicht eingreifen.

Sie hatte die Zeit genutzt ein wenig nachzudenken über den Mann, den sie kennengelernt hatte und den sie immer mal ab und an traf. Wer war er wirklich? War er wirklich der Hafenarbeiter, den er vorgab zu sein?
Eines Tages hatte Megann die Gunst der Stunde genutzt, als sie in Verkleidung eine Lieferung am Hafen erledigen musste und nach ihm geschaut. Tatsächlich hatte sie ihn gefunden, wie er Gegenstände von A nach B trug. In ihrer Verkleidung als schmächtiger Junge war sie nicht weiter aufgefallen und konnte ihn so eine Weile beobachten. Das Spiel seiner Muskeln, die Sonne auf seiner leicht gebräunten Haut und die Scherze mit den anderen Hafenarbeitern.

Gut eine Stunde hatte sie dort am Kai gesessen, einen Apfel gegessen und so getan, als würde sie sich einfach eine Auszeit gönnen. Ein schmächter, kleiner Bursche der eben ein wenig faulenzt.

Irgendwann zur Mittagsstunde fielen die Hüllen der Arbeiter bis auf die Hosen und Megann konnte ein wenig Vergleiche ziehen. Ihr Zielobjekt hatte mit Abstand den hübschesten Hintern von allen und sie mochte die Muskulatur seine Rückens. Kurz hatte sie bildlich vor Augen gehabt, wie er sie anblickte und ein kleiner Seufzer war ihr entwichen, welches einen der Männer hatte schauen lassen.

"Na, Kle'ner? Wenn du auch mal so Muckis willst, musste schleppen und was machen un nich faul inner Sonne sitzen. Keine Haare im Gesicht und am Sack aba faulenzen wie n Alter." schallte es zu ihr rüber. Einige Männer lachten leicht.
"Besser keene Haare am Sack als Läuse inner Tasch", feixte Megann im Gossenslang zurück, worauf einige der Männer in schallendes Gelächter ausbrachen. Der Mann, der zuvor noch gefeixt hatte wurde leicht rot im Gesicht und ob es eher an der Sonne und dem Zwergenbier lag oder Megann ins Schwarze getroffen hatte, spielte nicht die Rolle für sie als der Typ auf sie zukam.
"Warts ab, du Würmchen. Dir lehr ich Respekt", grollte der untersetzte, stämmige Mann und polterte auf sie zu.
Megann war aufgestanden und hatte sich ihre Tweedmütze weiter ins Gesicht gezogen.
"Lass doch den Bengel in Frieden, Ragnar", sprach der Mann, den sie beobachtet hatte ruhig zu seinem Kollegen. "Der ist doch nochn Kind."
"Genau, Ragnar", schallte es von hinten. Megann schaute und blickt auf einen jungen, blonden Mann mit Bart, den sie auch einmal gesehen hatte. Er machte der jungen Obstverkäuferin den Hof und schien ganz anständig zu sein. "Heb dir dein Temperament lieber für die rassige Maureen auf!"

Ragnar stutzte und blickte Megann an, die sich so hingestellt hatte, dass sie mit einem Fußtritt und einem beherzten Sprung über ein paar Kisten hätte fliehen können. Der Mann schnaufte, "Zisch ab, Bengel" und drehte sich dann um.
Megann streckte ihm in bester Bengelmanier die Zunge raus, was er ja nicht sah, aber ihr wieder ein paar Lacher einbrachte. Sie wartet gar nicht erst ab was passierte sondern sprang über zwei Säcke und flitzte den Holzsteg runter.

So sah sie nicht, wie der Mann, den sie zuvor beobachtet hatte ihr auf den vermeintlichen Jungenhintern starrte und dann leicht verwundert über sich selbst den Kopf schüttelte. Als sie gut zwanzig Meter entfernt war, hielt sie, drehte sich um und rief, "Ragnar ... und du hast doch LÄUSE!", streckte ihm nochmal die Zunge raus und flitzte dann davon.

Megann schmunzelte auf ihrem Dachposten, als sie an den Nachmittag dachte.

Ein Laut aus der Ferne ließ sie aufblicken. Ein Schuß hatte durch die Nacht gehallt und ihm folgten Schreie. Megann wollte schon ihren Posten verlassen, doch erinnerte sich dann, dass dies nicht Gilneas ist und sie nicht mehr im Dienst war. Kurze Zeit später hörte sie die Schritte von zwei Wachposten die Hauptgasse entlang rennen.

Megann blickte wieder in die Tiefe. Doch hier herrschte Ruhe. Die meisten Freier waren nach Hause gegangen oder waren mittlerweile zu betrunken, um sich zu kümmern. Gerade wurde aus dem Bordell ein Mann gerollt, der definitiv zu betrunken war, um noch irgendwas zu merken.

Die Matrone trat aus der Türe und winkte in die Luft. Für Megann das Zeichen, dass ihre Schicht beendet war und kein Gast mehr im Haus verweilte. Hinter dem Trunkenbold schloss sich die Türe und er saß lallend auf dem Stein.

Hinter der Maske seufzte Megann leise und sprang lautlos, wie eine Katze vom Dach.
In den Schatten bewegte sie sich auf leisen Sohlen und trat dann ins spärliche Licht der Laterne.
"Komm schon. Sonst bist du gleich Schuhe und Börse los, wenn da noch was drinnen ist."
"Bishn hng ...gna" gluggerte es von unten.

Megann schüttelt leicht den Kopf, als sie den Mann auf die Füsse zog und an die Hauswand lehnte.
Schlanke Finger in schwarzen Lederhandschuhen lupften das Kinn des Mannes an, um zu erkennen, wer da vor ihr schwankte.

Mit einem leisen Seufzen, stützte Megann den Weinhändler Gallinas und schleppte ihn mehr als er ging, in Richtung Wachhaus. Eine Ausnüchterung in der Zelle konnte nicht schaden, dachte Megann und fluchte leise mit ihm auf dem Weg zum Wachhaus.

Wie in der Nachtwache üblich stand keine Türbewachung da. So ließ Megann den Besoffenen auf die Stufe sinken und klopfte dann beherzt und laut an die verschlossene Holztüre. Sie wartete kurz, bis sie von drinnen ein Schlurfen hörte.

Als sich die Türe öffnete und der Weinhändler nach hinten auf die Stiefel des Wächters kippte, war Megann bereits wieder im Dunkeln der Nacht verschwunden. Der Morgen graute bereits über den Dächern der Stadt als Megann in ihr Zimmer kletterte.

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:51

Verfasst am: 7. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Megann beugte sich zu dem kleinen Mädchen runter und reichte ihr eine Zuckerwatte. Das Mädchen lächelte zu ihr hoch und die Augen in dem leicht dreckverschmierten Gesicht strahlten glücklich.
"'anke" murmelte es, nahme die Zuckerwatte und schaute sich um.
"Iss ruhig, Kleine. Ich pass schon auf, dass keiner dir das weg nimmt", sprach Megann sanft, deutlich und ruhig. Das Mädchen setzte sich in ihren Lumpen auf die Wiese und begann erst vorsichtig und dann mit zunehmender Freude die Watte zu verspeisen.

Megann lächelte das Kind an und schaute immer mal wieder um sich. Die Gaukler scherten sich einen Dreck um die kleinen, verwahrlost wirkenden Kinder, die nicht zu ihrem Volk gehörten. Die Kleine neben Megann war dünn und gerade mal vier Jahre alt. Jedoch zeigten ihre Augen eine gewiße Erwachsenheit, die Megann wütend machte. Ein Kind sollte ein Kind sein dürfen und nicht so leben müssen, dachte sie während sie an ihrem Wasser nippte.

Der Dunkelmond-Jahrmarkt zog allerlei Gäste an. Megann jedoch ging eher selten auf den Markt, doch als sie heute Morgen aufgestanden war, da hatte sie überlegt, was sie heute an ihrem freien Tag machen könnte.
Zunächst einmal hatte sie sich ein ausgiebiges Bad im Pfeifenden Schwein gegönnt und überprüft, ob dort Nachrichten für sie eingegangen waren.

Nach dem Bad mit einem neuen Badezusatz, den sie sich vor ein paar Tagen bei der rothaarigen Roselyn O'Finnigan gekauft hatte und einer ausgedehnten, anschließenden Körperpflege hatte sie bei einem herrlichen Frühstück mit einer Freundin beschlossen, dem Jahrmarkt mal wieder einen Besuch abzustatten.

Das kleine Mädchen zupfte an Megann's Bluse und Megann blickte das Mädchen fragend.
"'anke noma. Ich geh jetzt zu meiner Mama", die Kleine deutete auf einen Pulk Kinder und eine Frau, die gut und gerne das dreifache an Megann war, jedoch mit roten Wangen und feuerroten, wirren Locken lachend im Kreis der Kinder stand.

Megann lächelte dem Mädchen zu und nickte.
"Warte mal." Sie kramte aus ihrer Börse ein paar Münzen raus und streckte sie dem Mädchen hin.
"Das gibst du mal deiner Mama und sie soll sich und deinen Geschwistern was schönes kaufen", sagte Megann eindringlich und sanft zu dem Kind, welches erst zögerte und dann flugs das Geld einsteckte.
Dann flitzte das Kind in Richtung der Mutter und rief dabei, "Maaaaaaaaaaaamaaaaaaa. Maaaamaaaaaa."
Die Frau schaut auf und ging in die Hocke und begann mit der Kleinen zu reden.

"Zeit zum Gehen", dachte Megann, stand auf und schob sich an ein paar Tauren vorbei. Als die rothaarige Mutter der gut acht Kinder aufblickte und schaute wohin das Mädchen zeigte, war der Platz an dem sie zuvor noch gesessen hatte, leer.

Megann schlenderte weiter über den Markt, beschaute sich manche Attraktion und ließ die Blicke schweifen. Paare bummelten Händchen haltend über den Markt oder knutschten an Ecken und im Schatten der Zelte herum. Am Schießstand gewann Megann einen kleinen Kuschellöwen, der schon kurze Zeit später einen neuen Besitzer fand. Dieses Mal ein kleiner Junge vom fahrenden Volk, der ganz stolz das Tierchen zu seinen Eltern schleppte, wobei das Tier fast größer war als er selber.

Seine Eltern winkten Megann zu sich und sie plauderten eine Weile bei einer Tasse Tee. Die Frau wollte Megann unbedingt aus der Hand lesen als Geschenk und nach einiem Zögern reichte Megann die Hand über den Holztisch.

"Ah ich sehe viele ... Abenteuer", die Frau blickte Megann mit einem Schmunzeln an und Megann konnte einfach nur zurückschmunzeln. Dann senkte die braunhaarige, rassige Frau den Kopf wieder und fuhr die Linien von Meganns Hand nach.
"Viel Trauer, Einsamkeit ... und Sehnsucht, sehe ich hier. Aber auch Leidenschaft, Hingabe und Verlangen", die Frau nickte und schnalzte mit der Zunge.
"Drei Männer liegen hier auf der Hand und einer davon ist der Richtige für dich."
Megann blickte neugierig und schnaufte leicht.
"Ach?", Megann klang eher weniger überzeugt.
"Wenn ich es dir sage! Alle drei sind gut, jeder auf seine Art", sie blickte Megann mit ihren großen, mandelförmigen Augen an und Megann schaute mit ihren nahezu lila anmutenden Augen zurück.
"Ah ... dein Herz ist nicht hart. Du wirst es schon richtig machen", sagte die Zigeunerin dann und ließ lächelnd ihre Hand los.

Megann blickte nocheinmal kurz auf ihre Hand und legte sie dann unter den Tisch.
"Ja, ehm. Danke" sagte sie freundlich und blickte sich um.

Da fiel ihr ein blonder Haarschopf auf und sie seufzte leicht.
Die Zigeunerin blickte nach, wo sie hinschaute und grinste dann.
"Das ist aber keiner von den Dreien, Nachtauge", lachte sie leise.
"Nachtauge?", fragte Megann und hob eine Braue hoch.
Die Frau tippte sich unter ihr linkes Auge und zwinkerte dann.

Von der Seite kam die männliche Stimme ihres Mannes.
"Weil deine Augen so samtig sind wie der nächtliche Himmel", sagte er und lächelte ihr zu.
"Da hör dir meinen Mann an...", sagte sie und winkte ihn mit der Hand weg.
Megann schmunzelte erst und lachte dann warm auf.
Die beiden Eheleute stimmten im Gelächter mit ein und so kam es, dass Megann die nächsten Stunden mit Rum und Gesprächen verbrachte. Ab und an wurden ihre Gespräche unterbrochen, als Leute kamen, welche die Zukunft vorhergesagt haben wollten.

Megann blieb dann stumm sitzen und beobachtete das Verhalten der Zigeuner, die sich dann viel zigeunerischer gaben, als zuvor mir ihr.
Innerlich schmunzelte Megann und amüsierter sich köstlich. Letzten Endes jedoch stand sie auf und verabschiedete sich höflich und mit dem Versprechen ihnen Sturmwind zu zeigen, sollten sie einmal in der Nähe sein.

Es war mittlerweile späterer Abend geworden und die Fackeln erleuchteten den Markt und tauchten ihn in eine seltsame, fast unwirklich anmutende Atmosphäre. Als Megann sich dem Pier näherte erklangen die ersten Töne von Musik.
Ein Lächeln stahl sich auf Megann's Gesicht und sie beschleunigte die Schritte.
Kurz darauf suchte sie sich einen Platz auf den Bänken vor der Tribüne. Das Konzert der Chieftains hatte noch nicht begonnen, aber ein einsamer Musiker geigte für die sich sammelnden Zuschauer.

In der Menge erkannte sie plötzlich den Earl of Warwick wieder, den sie zuvor schon einmal kurz gesehen hatte. Er befand sich in der Begleitung eines ansprechend aussehenden Herren mit dunklen, etwas längeren Haaren, Bart und einem Hemd, das fast bis zur Gürtelschnalle offen war. Megann schmunzelte und blickte weiter um sich.

Ein paar Gesichter kamen ihr bekannt vor und sie glaubte auch eine blonde Frau zu erkennen, die sie schon ein paar Mal Waren hatte ausliefern sehen, vom Hof der Wollertons. Die Ränge füllten sich und Megann's Sicht wurde von einem fetten Ork blockiert, der sich direkt vor sie gesetzt hatte.

Sie tippte dem Ork auf die Schulter, woraufhin jener sich umdrehte und sie musterte.
"Sie sitzen mir im Sichtfeld", sagte Megann ruhig und deutet auf sich und dann nach vorne.
Bräunliche Zähne grinsten sie an und kleine Augen huschten über ihren Körper. Daraufhin folgte eine Bemerkung, die mit eindeutig, zweideutigen Handgesten untermalt war. Die Begleitung des Orks grinste und offenbarte einen Goldzahn, sowie ein paar weitere braune Stumpen.
Auch seine Bemerkung war sehr offensichtlich für Megann, die freundlich ihr Lächeln weiter behielt und sich dann nach vorne beugte.

"Ihr könnt von Glück sagen, dass ich heute gut gelaunt bin, ansonsten hätte ihr jetzt schon den ewigen Frieden gefunden für Eure obszönen Bemerkungen", sagte sie mit einem herzlichen Lächeln und wackelte leicht mit den Brauen.
Die beiden, die natürlich kein Wort verstanden hatten stubsten sich an und sagten wieder etwas und untermalten es mit Handzeichen die darauf schließen liessen, dass sie Megann nach dem Konzert gerne sehen würden.
Megann strahlte weiterhin freundlich und legte dann einen Arm um den fetten Ork und den anderen um den schlankeren mit dem Goldzahn. Ihre Hände strichen über deren Köpfe und sie öffnete leicht ihre Lippen. Die beiden Orks starrten sie an, Megann's Hände glitten über die Köpfe in deren Nacken und mit einer kleinen, flinken Bewegung drückte Megann den Punkt im Nackenbereich, der zu einer friedlichen Bewußtlosigkeit führt. Die beiden wussten nicht einmal wie ihnen geschah und sackten gegeneinander.

Megann richtete sich wieder auf, liess die beiden prall gefüllten Geldbörsen der beiden unter ihrer Jacke verschwinden und tätschelte dann beiden die Schultern.
"Schlaft gut" murmelte sie, stieg an ihnen vorbei und setzte sich ein paar Plätze weiter.

Sie saß gerade, als die Chieftains auf die Bühne traten und das Konzert begann. Es dauerte nicht lange, da tanzte Megann mit den anderen Konzertbesuchern, außer zwei Orks, die verliebt aneinander lehnten und zu schlummern schienen.

Der Gitarrist auf der Bühne zwinkerte ihr einmal zu, doch Megann stand nun wirklich so gar nicht auf Blutelfen. Kurz darauf sah sie, wie er der blonden Frau, die sie vorher gesehen hatte ebenfalls zu zwinkerte und wie diese zurück zwinkerte.

Megann tanzte kurz mit einem Zwerg, der aber mehr auf ihre Brüste starrte als auf alles andere. Langsam tanzte Megann sich an den Rand des Geschehens und schlüpfte dann wieder aus dem Konzertraum. Auf der Mittelgasse des Marktes atmetet sie einmal tief durch und strich sich durch die Haare, dann straffte sie sich und schritt in Richtung Ausgang.

Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:52

Verfasst am: 12. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Eine Flut von blonden, langen Haaren wurde gelöst und fiel schwer auf einen bezaubernden, weiblichen Rücken. Das Rückendekolleté offenbarte mehr als es verdeckte und zeigte dem geneigten Herren zwei schön geschwungene Schulterblätter und einen makellosen, gebräunten Rücken. Kurz bevor es prikant wurde hörte das Dekolleté auf und ging über in einen weichfallenden Rock, welcher jedoch das schmale und dennoch weibliche Hinterteil der Dame betonte, welche in dem Kleid steckte.

Jene lachte gerade perlend und drehte sich mit einem Glas edelstem Perlwein in der Hand um.

Der Herr, welcher noch bis zu jenem Moment einen Blick auf den Rücken genossen hatte, indem er sich unbewußt über die Lippen geleckt hatte, lächelte der Schönheit zu, die ihn nun wieder anblickte.

Lange Wimpern, welche die dunkelblausten Augen umrandeten, die er je gesehen hatte. Eine gerade Nase unter welcher sich ihm der köstlichste Mund offenbarte, den bald zu küssen gedenkte.

Oh ja ... er würde bald noch mehr schmecken von dieser süßesten aller Versuchungen. Wieso war sie ihm bisher nicht am Hofe aufgefallen? dachte er sich für einen Moment, doch dann wurde ihm klar, dass sie ja gesagt hatte, sie wäre hier nur für einen Besuch bei einer Tante, da ihr Mann im Kampf gegen das Übel gefallen sei und die Tante ihr Obdach angeboten hatte.

Eine Frucht, die sicherlich danach hungerte wieder benäßt zu werden, schoß es ihm durch den Kopf als die Dame auf ihn zutrat.

"Was für eine trottelige Kammerzofe", sagte sie und schüttelte ihr Haar leicht, so dass das Licht der Kerzen auf den blonden Haaren schimmerte.
"Wie meinen, Mylady?" fragte er höflich und nahm ihr dankend das Glas ab, welches sie ihm reichte.

"Die Kammerzofe, hat das Haar nicht ordentlich gesteckt. Seht doch wie es nun aussieht", seufzte sie und wirkte leicht betroffen. Ihre Lippen stülpten sich leicht und er verspürte ein Ziehen in der Leistengegend.

Er stellte das Glas ab und trat auf die Frau zu, die kurz auf das Glas geblickt hatte an dem er noch nicht genippt hatte.
"Aber es sieht hinreissend aus, meine Schönheit", sprach er sanft und hob seine Hand, um ihre Haare zu berühren.

Schüchtern lächelte die Frau und wandte leicht den Blick ab.
Der Zeigefinger seiner rechten Hand legte sich unter ihr Kinn und hob es hoch, damit sie ihn ansehen konnte.
"Wie lange ist Euer Gemahl schon bei den Ahnen?" fragte er mitfühlend.
"Seit vier Jahren" sagte die Frau und blickte ihn an, als wäre er die Schlange und sie das Kaninchen.

Der Blick in seinen Augen zeigte der Frau, dass sie genau das Richtige gesagt hatte. Wie leicht sie doch zu durchschauen sind, dachte sich die kleine Person und seufzte schwer.

"Ihr müsst ihn sehr vermissen", sagte der Mann und trat ihr näher. Sie roch ihn nun, ein Gemisch aus Kiefernadeln und etwas süßlichem, welches sie als eine Art Droge identifizierte, welche die gelangweilten Reichen gerne mal tranken.
"Sehr, oh ja", sie schlug die Augen dezent nieder, befeuchtete sich jedoch ihre Lippen dabei.

Er trat noch näher.
Ihr Busen wogte im Dekoletté und sie registrierte wie er kurz darauf blickte, bevor er sie wieder ansah.
"Und kein Mann an Eurer Seite, der Euch hält" sprach er leise und sie schüttelte sachte den Kopf, nun war es an ihr, ihm ein klein wenig zu zu neigen.

Und der Plan ging auf.

Der Mann neigte sich zu ihr hinunter, seine braunen Augen schauten sie mit schweren Lidern an, als er sich weiter zu ihr neigte. Ihre Lider flatterten leicht und sie schloß dann die Augen züchtig, als seine Lippen die ihren trafen.

Seine Zunge bahnte sich den Weg in ihren Mund und sie ließ es zu, scheinbar versunken im Kuß schmiegte sie sich noch enger an ihn und hob eine Hand, um ihm durch die Haare zu streichen. Erst sanft, dann intimer, williger, lüsterner. Er lächelte leicht in den Kuss, das spürte sie und die Bewegung seiner Hand zeigte ihr an, dass er sich den Hosenverschluß öffnete, um dann wohl überraschend weiter das Geschehen zu vertiefen.

Ihre Hand glitt durch sein leicht graues Haar und über den Hinterkopf den Nacken entlang.
Dort verhielt sie und brach den Kuss ab.
Sie blickte den Mann an, der sie fragend anschaute.
"Ihr seid ein Mörder an Eurem Volke" sagte sie trocken und die blauen Augen funkelten.
Der Mann wurde blass und wollte sich bewegen. In dem Moment drückte Megann zu, ein Knacken und der Mann, welcher mitschuldig am Fall der Mauer und des Verrats von Gilneas war und bisher im Verborgenen agiert hatte, fiel zu Boden, die Augen noch weit geöffnet vor Überraschung.

Megann goß den Perlwein über den Leichnahm und arrangierte alles so, dass es aussah, er wäre unglücklich im betrunkenen Zustand gestürzt. Dann entfernte sie alle Zeugnisse, dass er nicht alleine war und huschte durch einen der Geheimgänge unbemerkt aus dem Zimmer.

Der König würde am nächsten Tag von dem erledigten Auftrag erfahren. Megann jedoch zog sich im Steingang um und verstaute die Kleidung. Die magisch veränderten Haare versteckte sie unter einem Hut, bevor sie aus dem Gang schlüpfte und nun eher wie ein Bäckersjunge aussah, der voll mit Mehl war und einen Sack mit Brot schleppte.

So ging sie murrend grüßend an den Wachen vorbei und nach draußen auf die Straßen der Stadt.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:52

Verfasst am: 13. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Megann hatte den Tag sehr ruhig verbracht und war in den Wäldern von Elwynn gewesen. Sie brauchte ihre Ruhe mit der Natur und ohne die Intrigen und Machenschaften in der Stadt. Gerade nach ihrem gestrigen Einsatz hatte sie die Stille gesucht, war Fliegenfischen gewesen und hatte sich am Lagerfeuer einen prächtigen Fisch zu bereitet. Dort hatte sie lange gesessen und sogar überlegt die Nacht im Wald zu verbringen, bis zu jenem Moment als es zu Tröpfeln begann.

Ein Tröpfeln blieb es im Wald meist nie und so löschte sie das Feuer mit Erde, schnappte sich ihre Sachen und machte sich auf den Weg in die Stadt. Kurz vor der Stadt kam der Wolkenbruch und schon nach kürzester Zeit war sie bis auf die Knochen durchnässt.

Statt zu fluchen, grinste sie nur, zog sich den Hut noch tiefer ins Gesicht und stapfte unbeeindruckt weiter. Regen war nichts Neues für sie, in Gilneas hat es oft geregnet und zwar richtiger Regen. Regen der selbst die dickste Kleidung mit kleinen, winzigen Tropfen durchdrang. Sie vermisste das Wetter und die Brise vom Meer. Ihr fehlten die Klippen und die Häuser, die Gassen und vorallem die Menschen, die sie ins Herz geschlossen hatte, die ihre Familie waren.

Sie wich einem Fuhrwerk aus, welches über die Brücke holperte und hielt an, um auf die Türme der Stadt zu blicken. Sturmwind war nicht Gilneas und das würde es auch nie für sie werden, doch es war ihr ebenso eine Heimat geworden und wie hatte sich alles verändert. Ein leises Seufzen kam von ihren Lippen und wurde vom Prasseln des Regens verschluckt.

Ein Druck am linken Bein ließ Megann den Kopf senken und zum Pflaster schauen. Dort saß eine kleine Katze, die sie mit großen Augen anblickte und leicht zitterte.
"Na Spätzchen? Was machst du denn hier? Wo sind deine Leutchen?" fragtge sie und ging gleichzeitig in die Knie.
Das rote Kätzchen maunzte Herz erweichend und schob sich noch enger an sie.
Megann blickte sich um und sah niemanden. Das Kätzchen zitterte und war triefend naß.
"Du siehst aus wärest du fast ertrunken, mein Kleiner" sagte Megann leise, sanft und mit einem warmen Unterton. Dann nahm sie das Katzenkind auf den Arm und steckte es unter die Jacke.

Sein Fell durchnäßte ihre Bluse noch mehr, doch Megann drückte das zittrige Balg sanft an sich, stand auf und blickte dann über die Brüstung. Unten im Wasser, am Ufer sah sie etwas Dunkles liegen, was ein Sack sein könnte.
"Dreckspack" murrte sie, drehte sich um und machte sich auf den Weg runter gen Ufer.

Unten angekommen bestätigte sich ihr Gedanke. An dem Sack waren Steine befestigt und ein kleines Loch klaffte dort, wo sich der kleine Racker rausgekämpft hatte.
Megann atmetet tief durch und bückte sich dann, um den Sack ganz aus dem Wasser zu ziehen, dann riss sie den Sack auf und blickte hinein.

Tränen rollten über Meganns Gesicht, als sie zwei weitere Katzen aus dem Sack zog, still und stumm lagen sie da und muckten sich nicht.
"Elendes Pack" schimpfte Megann und rubbelte die Bäuchlein der Katzenbabies. Doch sie hatte keinen Erfolg. Nach einiger Zeit gab sie auf, nahm ihren Rucksack vom Rücken und wickelte die kleinen Kätzchen in ihre leicht klamme Decke ein. Dann nahm sie das rote Kätzchen wieder an sich, trug die Decke ebenfalls nah bei sich und machte sich auf den Weg gen Kathedrale.

"Ihr seid gestorben in Unschuld, ermordet durch die Hände von bösen Menschen, ihr sollt wenigstens auf geweihtem Boden liegen, wie es sich für Eure Seelen gehört", sprach Megann ruhig und leise, während sie am hintersten Ende des Friedhofes ein kleines Grab für die beiden Kätzchen aushob.
Das rote Kätzchen lag schlummernd unter ihrer Jacke und nur das Köpfchen schaute heraus, ab und an zuckten die Schnurrhaare und die Stirn war gerunzelt.

Nachdem Megann die Decke in das Grab gelegt hatte und die Erde nun ihre karierte Decke bedeckte, sprach sie ruhig "Aus dem Licht wurdet ihr geboren und das Licht hat Euch erneut empfangen. Möge das Licht Eure Qualen von Euch nehmen und ihr im Licht heilen, so dass Eure Seelen befreit sind von den Vorkomnissen hier auf Erden", dann schlug sie das Zeichen des Lichts über dem Grab und stand noch eine Weile still da.

Ein tiefer Seufzer wollte sich den Weg aus ihrer Brust bahnen, doch Megann dämpfte ihn und schüttelte den Kopf. Jetzt nicht. Jetzt nicht.
Ganz vorsichtig nahm sie das Bündel auf, welches ihre Jacke mit dem Kätzchen darstellte und drückte es sich an die Brust.

"Mir scheint, du hast ein neues Zuhause bekommen", flüsterte sie zu dem Kätzchen, welches unbeirrt weiter schlummerte. Als sie gerade den Weg über den Steg nehmen wollte, um den Kathedralenplatz zu vermeiden, sah Megann den Legaten, einen gerüsteten Mann, den sie am Humpeln als den Kommandanten der Bruderschaft identifizierte und einen rotbraunen Mann, welcher über die Schulter des Kommandanten geworfen war und vor sich hin stöhnte.

Megann stockte im Schritt und spähte hinter dem Gebüsch vor, welches sie noch verdeckte. War das ein Armbrustbolzen, der aus der Schulter des geschulterten Mannes schaute, den sie im Licht der Straßenlaterne erkennen konnte.

Das Kätzchen maunzte leise im Schlaf, riß Megann jedoch aus der Beobachtung und den Gedanken.
"Was mag da nur geschehen sein?", dachte sie und beschleunigten ihren Gang ein wenig.

Erst einmal hieß es die Katze versorgen. Sie brauchte es warm und dann noch was zum Fressen.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:53

Verfasst am: 14. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Megann ging die Straße entlang in Richtung Stadt. Sie hatte zuvor den kleinen Liam zu der Katzendame gebracht, die im Wald wohnte. Gerne hätte sie Liam behalten, doch wer würde sich um den kleinen Fratz kümmern, wenn sie nicht da wäre? Es war besser so, dachte Megann und dachte über den Tag gestern nach.

Ereignislos im weitesten Sinne. Sie hatte immer noch die blonden Haare gehabt und war, nachdem sie den Kater getrocknet, versorgt und ihn Molly der Hauswirtin zum aufpassen gegeben hatte bis zum Abend, wieder ins Schloß gehuscht, hatte dort ihre Verkleidung abgelegt und sich in ihrem Zimmer dort in ein elegantes Kleid geworfen, wie es bei Hofe so üblich war.

Schließlich spielte sie die Nichte einer älteren Tante, welche jedoch zu krank gewesen war, um wirklich in die Stadt zu reisen. Es hatte Megann einige Wochen Recherche gekostet, welche Dame dafür in Frage kam. Aber letzten Endes hatte sie jemanden gefunden, der zwar vom Namen angesehen war, aber wirklich so selten in die Stadt kam, dass man Näheres nicht hätte sagen können.

Megann hatte die letzten Tag einige Besorgungen für die vermeintliche Tante erledigt und sich die Waren gen Schloß liefern lassen. Gestern dann war der letzte Tag für sie gewesen. Endlich. Es war nicht immer leicht ein Blondchen zu spielen, welches auf Etikette bedacht war und vorallem keinen Akzent aufwies.

Nachdem sie sich ausgehfein gemacht hatte, war Megann zur Mittagsstunde in die Stadt gegangen, hatte hier ein wenig geschaut und da und blieb lange beim Juwelier an der Auslage stehen und bewunderte die feinen Schmuckstücke dort, die meist jedoch Fälschungen waren, wie sie feststellen konnte am Bruch des Lichtes im Inneren. Die echte Ware lag, so nahm sie an, sicherlich gut verwahrt für einen richtigen Interessenten im Safe.

In der Kathedrale hat sie eine Kerze aufgestellt und hatte anschließend einen beträchtlichen Betrag in die Kollekte geworfen. Schließlich zahlte der König, da konnte sie auch mehr spenden, als sie es sonst hätte können. Wie es der Zufall so wollte, lief ihr der Legat über den Weg.

Megann schreckte aus ihren Gedanken hoch, als sie ein Lachen vernahm, welches ihr bekannt vorkam. Ihr kamen de Gabaston und der Priester entgegen, scherzten miteinander und lachten. Megann blickte sich kurz um und ohne zu zögern, ging sie von der Strasse und versteckte sich hinter einem Baum.

Jetzt blieb nur zu hoffen, dass die beiden Männer sie nicht gesehen hatten. Doch das Glück war ihr hold, die beiden gingen weiter und Megann spähte ihnen nach. Sie wirkten gelöst und beide schienen ein paar Kilo abgenommen zu haben. Von der Kleidung her zu urteilen, waren sie beide eine ganze Weile zu Fuß unterwegs gewesen und ihre Haut wirkte sonnengebräunt. Megann schaute den beiden Herren noch ein wenig nach, bis ihr einfiel, dass sie ja auf Pilgerschaft gewesen waren.

Ein Lächeln erhellte Megann's Gesicht als de Gabaston den Priester mit einem Klaps auf den Hintern kurz aus dem Konzept brachte. Sie mochte die beiden sehr, waren es auch sie gewesen, denen sie womöglich ihr Leben verdanken konnte. Ab und an trafen sie sich auf ein Gläschen, das letzte Mal war jedoch auch schon wieder gut drei Monate her gewesen.

Megann schubste sich vom Baum ab, umrundet ihn und ging dann weiter in Richtung Stadt.

Der Legat hatte sich sichtlich unwohl gefühlt mit der Leibwache an seiner Seite. Megann hatte von der Statur und dem Verhalten her geschlussfolgert, dass es Eligor Morgenbringer's Tochter sein musste, die den Pater eskortiert hatte.
Megann mochte den Pater und so hatte sie ihn gestern angesprochen, ob er sie nicht begleiten würde gen Schloß, da sie sich nicht so auskennen würde und Gesellschaft schätzen würde.

Sie hatte richtig gelegen mit ihrer Einschätzung und so ging sie bald mit ihm und der Leibwache in Richtung Schloß. Der Pater hatte in Gedanken gewirkt, war jedoch sehr höflich gewesen zu ihr, wie eigentlich immer, wenn sie ihm begegnet war. Ihre Studien zu ihm, hatten ihr offenbart, dass er durchaus oft unterschätzt wird hier in der Stadt. Aber so war es wie so vieles, die Menschen sahen, was sie sehen wollten. Amüsiert dachte sie über einen Bericht nach den sie von ihm gelesen hatte und lachte leise vor sich hin bei dem Gedanken.

Ein interessanter Mann, für wahr.

Die Abreise der Ladyschaft hatte sich als sehr unkompliziert herausgestellt. Fast täglich kamen und gingen Leute. So fiel es nicht weiter auf, dass die blonde, junge Frau in die Kutsche mit dem gefälschten Wappen stieg, bepackt mit Gütern, die später wie durch ein Wunder bei den Armen der Stadt landen würden, und von dannen zuckelte.

Megann war glücklich gewesen, als der Magier, den sie für solche Zwecke der Verkleidung konsultierte, ihr wieder ihr normales Aussehen zurück gab. Sie legte dem Mann die Bezahlung auf den Tisch und schlich sich hinter dem Sichtschutz davon. Er hatte sie nie gesehen und würde sie auch nie sehen, wenn alles nach Plan verlief. Auch sie wusste nicht wie er aussah, sie wusste nur, dass auf ihn verlass war.

Der restliche Abend war gemütlich verlaufen. Sie hatte Ihn wieder gesehen. Alleine das hatte ihr schon den Abend gerettet. Sie hatten eine Weile am kleinen Teich neben dem Schwein gesessen und geredet und auch später, als der Earl of Warwick, dessen Namen Megann offiziell ja gar nicht kannte, während einer Schnitzeljagd zu ihnen stieß für ein Weilchen, hatten sie einen schönen Abend verbracht.

Als der blond bezopfte Earl nach einigen Schlucken Port wieder gegangen war, hatte Megann ihren Begleiter gefragt, ob er nicht bei ihr schlafen wolle.

Megann lächelte vor sich hin und ein entgegenkommender Reisender, schaute ihr nach und lief prompt gegen eine Laterne, was sie jedoch nicht mitbekommen hatte, so in Gedanken war sie an die Nacht gewesen, die danach gefolgt war.

Am Morgen war sie in seinen nackten, gebräunten und starken Armen erwacht und sie hatte sich nocheinmal an ihn geschmiegt und ein wenig weiter geschlafen. Geborgen und sicher und eingehüllt von seinem persönlichen Duft, der sie jedes Mal ein wenig schwach werden ließ. Meerluft und Freiheit ...

Megann blieb an einer Hausecke stehen und hielt sich am Stein fest.
"Nein" murmelte sie vor sich hin und schüttelte den Kopf. "Nein, nein... nur das nicht", sagte sie leise zu sich selbst. Sie blickte auf und schüttelt erneut den Kopf, als wolle sie einen Gedanken vertreiben, und ging dann weiter.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:56

Megann hat geschrieben:Megann war schon recht früh in der Stadt gewesen und hatte ihre neue Robe abgeholt, welche sie auch sogleich angezogen hatte und dann gen Schloß geeilt war.

Immer noch leicht ärgerlich über ihr Mißgeschick von gestern hatte sie die unerhörte Summe von 1 Gold der Schneiderin auf den Tisch gelegt.
Die Schneiderin hatte sich lächelnd bedankt und Megann durfte die Robe auch gleich anziehen.
"Immerhin passt sie", brummelte Megann vor sich hin.

Der gestrige Tag war fast ein reines Ärgernis gewesen. Nachdem sie Liam bei der Katzenfrau abgegeben hatte, war alles schief gelaufen.

Sie hatte einen Stapel Bücher wegtragen sollen und der Diener des Königs hatte ihr zuviele Bücher aufgestapelt. So war sie balancierend durch die Gänge gegangen, bedacht darauf, die kostbaren Bücher nicht runterzuwerfen. Alles war gut gegangen, bis sie in den Gang kam, der zum inneren Park des Schloßes führte.

Am Eingang zum Park hatte sie König Varian mit einige Hofdamen gesehen, die turtelnd um ihn herum standen und gackerten wie die Hühner, die vom Hahn zur Kenntnis genommen werden wollen. Megann wollte sie leise an der Wand entlang vorbei schleichen, ohne große Aufmerksamkeit zu erregen.

Sehr deutlich waren ihr noch die Worte ihres Königs im Kopf geblieben. Varian war ein Mann, den abzulehnen es sehr schwer sein würde, ohne gleich ihre Anstellung am Hofe zu verlieren und das konnte sie sich nicht leisten. Ebenso wie mit dem König ins Bett zu steigen. Gewollt oder ungewollt.

Megann mochte den Gedanken nicht und sie verabscheute die "Gepflogenheiten" am Hofe. Wenn sie als Bäckersjunge verkleidet in der Küche saß konnte sie genug von den Kammerfrauen mitbekommen. Ein Rock war oft zum hochheben da und selbst hier am Hofe war es nicht anders.

Megann war bisher von solchen Avancen weitest gehend verschont geblieben. Abgesehen von einem allzu vorwitzigen Speichellecker, der schnell erkennen musste, dass man sich nicht an einer Bediensteten des gilnee'schen Hofes vergreifen sollte, wollte man seine Kronjuwelen behalten. Seitdem Vorfall machte er einen weiten Bogen um Megann und vielleicht hatte es sich herumgesprochen, dass mit der jungen, stilen Frau, nicht gut Kirschen essen ist. Megann hatte auf alle Fälle ihre Ruhe.

Just in dem Moment als sie hatte um die Ecke biegen wollen, rannte der Mops einer Adligen ihr zwischen die Beine und brachte sie zu Fall. Mit einem lauten Rumms, flogen die Bücher auf den Gang und Megann hinten drein.

Sie konnte hören, wie das Gegacker kurz stockte und vernahm dann sehr deutlich die Bemerkungen der Damen. Gespött und Gezischel wurden laut und Megann ließ die Haare vors Gesicht fallen, als sie die Bücher einsammelte.

König Varian musterte die kleine Person kurz, die dort am Boden eilige die Bücher einsammelten, dann an ihre Brust drückte und schnellen Schrittes davon ging. Er schmunzelte leicht als er ihren Weggang beobachtete und wandte sich dann wieder den Hofdamen zu, die ihn unglaublich langweilten.

Megann knallte dem Bibiliothekar die Bücher auf den Tisch, was ihr einen nicht sehr freundlichen Blick, des ansonsten sehr ausgeglichenen Mannes einbrachte.
"Sorgsamkeit ist die Tugend der Gelehrten", ermahnte er sie und musterte ihre Erscheinung. Megann bürstete sich gerade mit der Hand den Staub von der Robe.
"Dann wollen wir mal sehen", flötete er dann und begann die Bücher zu inspizieren.

Kurze Zeit später kreischte der Bibliothekar auf. "Was ist das?" fragte er und hielt eine lose Seite hoch.
"Eine Seite", antwortete Megann trocken, die einige Buchrücken in den Regalen betrachtet hatte.
"Seid nicht frech, Kind! Das sehe ich selbst" fauchte sie der Mann an.
"Wie kommt das?" wollte er mit hektischen Flecken im Gesicht wissen.

Megann zuckte mit den Achseln und dann erzählte sie ihm was ihr passiert war.

"Beim Licht! Ihr werdet dafür arbeiten, Mädchen" schalt er sie aus und knallte ihr Buchleim hin.
"Sorgsame Arbeit!" velangte er, kreuzte die Arme vor der Brust und blickte Megann mit einem Blick an, der nichts Gutes bedeutete.
Sie setzte sich auf einen Stuhl und brummte "Was kann ich denn dafür?"
"Das interessiert mich nicht!", keifte der Mann.
"Das interessiert mich nicht", keifte Megann innerlich und begann sorgsam die Seite an der richtigen Stelle im Buch zu verkleben.

"Den Rest mach ich", sagte der Bibliothekar dann und wedelte mit der Hand. Wobei er ihr mit einem Schwung, ob absichtlich oder nicht, den Leim auf die Robe goss.
"Verfluchte Scheiße!" schalt Megann und sprang auf.

Der Mann lächelte nur leicht und ging mit seinem Buch weg.
Megann schaute auf die Bescherung. Der halbe Topf war auf den Rock gelaufen.
"Ganz ... toll", seufzte sie leise und stapfte ihren Weg zurück durch die Gänge.

Hinter einer Säule trat König Varian hervor, der nun einen guten Blick auf das Gesicht der leicht dunkelhäutigen Frau bekommen hatte. Er schnippte den Rest des Apfels weg und blickte der kleinen Person nach, die anscheinend recht wütend davon eilte. Er schätzte Feuer in einer Frau und Gilneerinnen waren meist besonders feurig. Das sie eine wahr stand für ihn ausser Frage, wenige Frauen konnten die Mode der Gilneer so elegant tragen, wie eine echte Gilneerin und diese kleine Frau trug sie wie eine zweite Haut. Er lächelt und das Lächeln hätte Megann sehr nervös werden lassen, wenn sie es gesehen hätte.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 14:56

Verfasst am: 17. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Ein Rückblick

"Das schaffst du nie, du bist doch ein Mädchen", prahlte Jack, der Sohn des Ziegenfleischhändlers und kreuzte die Arme vor der Brust.
Megann, die Kleinste und Schmächtigste in der Bande von Halbwüchsigen blickte den Jungen an, so dass er bald die Augen abwandte und meinte, "Niemals!"

Megann legte den Kopf in den Nacken und schaute nach oben. Weit nach oben. Das andere Mädchen, Lilly, stand in ihrem Kleidchen da und zwirbelte an ihren Zöpfen, "Du wirst dir deine Sachen ruinieren, Meggy", sagte sie.

"Nenn mich nicht so", brummte Megann und trat an das Mauerwerk, dann dreht sie sich um und schaute herausfordernd, das spitze Kinn leicht erhoben. "Was bekomme ich, wenn ich es schaffe?"

Die Jungs schauten sich an und dann grinste Leoric, der Anführer der kleinen Truppe. "Wenn du das schaffst, dann darfst du mit mir zum Tanz!"
Dunkelblaue Augen fixierten ihn, schüttelte dann den Kopf. "Nee, dann gehst du mit Lilly und ich bekomme dafür dein Messer", Megann nickte zu dem kleinen, scharfen Gürtelmesser, welches Leoric von seinem Vater dem Bierschenk bekommen hatte.
"Das hat mir mein Vater geschenkt, was ... na gut" sagte er dann, denn er wollte ja nicht zugeben, dass er ihr glauben würde, dass sie es schaffen könnte. Niemand war bisher auf die Mauer gekommen und außerdem war es verboten. "Deal" sagte er, streckte die Hand aus und spuckte rein. Megann trat von der Mauer weg, spuckte in ihre kleine Hand und klatschte sie auf Leo's. "Deal!"

Dann drehte sich Megann um, wischte sich die Hände ab, bückte sich und rieb sich was Erde auf die Handflächen, zog sich die Schuhe aus und blickte nach oben.
"Du schaffst das, Meg" spornte sie sich innerlich selber an und griff nach der ersten Haltemöglichkeit.

Sie kletterte nach oben, suchte Halt und hielt dann wieder inne. Der lange, dicke, schwarze Zopf, welcher ihr auf den Rücken fiel schwing hin und her, als sie sich nach neuen Haltemöglichkeiten umsah.

"Komm runter, das schaffst du nie!" rief Theo nach oben. Der kleine, dickliche Junge blickte gebannt nach oben und schaute seiner besten Freundin nach. "Die bricht sich alle Knochen, wenn sie fällt", sagte Jack mit einem Tonfall der nach "sieht bestimmt krass aus" klang. Lilly drückte sich ein wenig bange an Leoric, der daraufhin seine doch leicht besorgte Miene änderte und grinste.

Megann blickte nicht nach unten sondern, streckte sich und zog sich weiter hoch. Finger und Zehen, suchten ständig nach neuem Halt und obwohl ihr Herz langsam schneller schlug, weil sie genau wusste, dass es jetzt schon verdammt tief nach unten ging, kletterte sie weiter.

Die Jugendlichen unten schauten die Mauer hoch, welche Gilneas von der anderen Welt abschnitt, "Sie schafft es", raunte Lilly und hibbelte leicht.
"Schade um dein Messer, Leo" blaffte Theo und freut sich, dass der große Junge das Maul zu voll genommen hatte.

Megann kümmerte sich einen Scheiß um ihre Freunde und versuchte angestrengt, den nächsten Halt zu finden. "Meine Arme", dachte sie und der Schweiß lief ihr von der Stirn. Nur noch ein Stück lag vor ihr, der Rand der Mauer war fast zum greifen nahe, sie wollte gerade ihre Hand in einen Mauerschlitz stecken, als eine Echse aus dem Loch schoß und sie erschreckte, das Tier huschte davon und Megann vor Schreck zusammengezuckt, rutschte von ihrem Halt und baumelte an einem Arm, die Füße versuchten erneut den Halt zu finden, ratschte sich das Knie auf dabei. Von unten hörte sie das Kreischen von Lilly, die sich an Leo's Brust gedrückt hatte.

Der Fehler, den sie zuvor nicht gemacht hatte, geschah ihr nun, sie blickte nach unten und die Welt begann sich zu kippen.
Sie keuchte und blickte nach oben, die Zähne zusammengebissen, hangelte sie sich nach der Mauerspalte, sie streckte sich und fand Halt. Schwer atmend drückte sie sich eng an die Mauer und klammerte sich daran fest. Sie hatte die Augen geschlossen und das Herz raste.

"Sie hat Halt", krächzte Jack und starrte gebannt nach oben, wie nun alle. Die Jugendlichen waren alle blass wie Kalkstein, aber sie schauten hoch, wie ihre Freundin an der Mauer klebte, wie eine Echse.

Megann kletterte den letzten Meter nach oben, warf sich auf die Brüstung und rollte sich rum. Kurz lag sie da und atmete schwer. Ihr Blick fiel auf eine Wolkenformation, die aussah wie ein Fuchs. Von unten drang der Jubel ihrer Freunde nach oben. "Ich habs geschafft" dachte sie erst und murmelte es dann laut. "Beim Licht, ich habs geschafft", keuchte sie und wollte sich gerade aufrappeln, als ein Schatten auf sie fiel.

"Was haben wir denn da?", fragte eine männliche Stimme und Megann's Herz setzte für einen Moment aus. In ihr Gesichtsfeld schob sich ein junger Mann in Lederrüstung und mit einem tödlich aussehenden Gewehr in der Hand.

Megann, gerade mal 15 Jahre alt, blickte zu dem jungen Mann mit dem fast verhüllten Gesicht, seine grünen Augen schienen sich bis auf den Grund ihrer Seele zu bohren. "Ich ... " begann sie und wurde überrascht, als er ihr mit einer Geste befahl nicht zu sprechen. Er neigte sich leicht gen Brüstung und von unten hörte er ein Japsen hoch hallen und sah vier Jugendliche, die geschockt nach oben blickten.

"Ich seh schon", sagte er ruhig und langte fast beiläufig nach Megann Schulter, um sie vor dem Davonrennen zu hindern. Megann spürte den beiläufigen, doch festen Griff und hielt mitten in der Bewegung inne.
"Keine Chance, Mauerechse", sagte er ruhig und wandte den Blick von den Jugendlichen, die sich vom Schreck erholten hatten und nun selber kehrt machten, um das Weite zu suchen.
Grüne Augen bohrten sich in dunkelblaue und Megann meinte, der Mann würde lächeln. "Wie heißt du?"

Megann überlegte kurz ob sie dem Mann einen falschen Namen sagen sollte, doch verwarf den Gedanken, dann genauso schnell wieder.
"Megann Derrington, Sir" presste sie hervor und hob ihr Kinn leicht an.
Seine Augen huschten über sie und er nickte dann ruhig.

"Gehen wir, Megann Derrington", erwiderte er und nickte nach vorne.
Megann rutschte nun völlig von der Brüstung und kam mit leicht wackligen Beinen auf dem Stein zum Stehen. Ihr Blick ging kurz über die Bäume auf der anderen Seite.
Der Mann, welcher hinter ihr stand, blickte ebenfalls in die Richtung.

"Na, ein Blick?"
Megann nickte und er neigte sich vor, "Dann schau".

Niemand hatte sie auf den Anblick vorbereitet, den sie jetzt sah. Weit erstreckten sich die Wipfel der Bäume vor ihr. Der Wald schien kein Ende nehmen zu wollen. Doch unter ihr befand sich eine Lichtung, alles wirkte so friedlich und weit.

"Es ist ja so friedlich. Wo sind denn die Monster vor denen man uns immer warnt?" wollte sie wissen und blickte weiter mit leichtem Staunen in die weite Welt außerhalb der Mauern.
"Siehst du immer die Gefahr, die im Meer lauert?" fragte die ruhige Stimme des Mannes, welcher sie immer noch an der Schulter hielt und mit ihr über den Wald schaute.
"Seid doch nicht dumm... ehm ... also ... ich wollte nicht", stammelt sie und schaute zu ihm hoch.

Sie ging ihm gerade mal bis zur Brust, aber er reagierte nicht auf ihre Unverfrorenheit und schaute weiter nach draußen.
"Hm ... natürlich nicht. Die Raubfische sieht man nicht ständig. Das wäre schön dumm von ihnen", sagte sie dann und blickte wieder in den Wald.

"Da hast du deine Antwort, Megann Derrington", erwiderte er wieder mit dem selben ruhigen Tonfall.
Megann verstand und nickte, dann drückte er leicht ihre Schulter.
"Gehen wir weiter", meinte er und drehte sie leicht in Laufrichtung.

Megann gehorchte und schwieg, bis sie zu einem Abstieg kamen.
"Wohin?" fragte sie nun doch und wagte es ihn nochmal anzusehen.
"Zu meinem Kommandanten", sagte er ruhig und Megann schluckte.
"Ins ... Gefängnis?" fragte sie nun bange und ihre von Natur aus braunere Haut wurde leicht blass.
Nun blickte der Mann sie ruhig an und dieses Mal war kein Lächeln in den Augen.
"Noch nicht", antwortete er und sie begannen den Abstieg.

Megann's Herz schlug bis zum Hals und sie verfluchte sich für ihre Unbesonnenheit.

Der junge Mann, dessen Gesicht sie bis auf die Augen nicht sehen konnte, schwieg ebenfalls als er sie durch Gänge führte, von denen sie gar nicht gewusst hatte, dass es so etwas geben müsste. Sie mussten sich unterhalb der Stadt befinden, dachte sie und schaute sich mehrmals verwundert um.

Der Mann führte sie zu einer Holztüre, öffnete diese und schob sie hinein. Sie standen in einem kleinen Raum, der mehrere Truhen beherbergte und weitere Türen, die ins Ungewisse führten.

Ein Mann stand da, er hatte blondes Haar und einen dichten Bart ansonsten war er in eine Robe gekleidet, die nach dem neuesten Schnitt verarbeitet war. Nicht das Megann das interessiert hätte, dafür war sie viel zu nervös.

"Was haben wir denn da?" fragte der Mann mit krächzender Stimme und blickte auf den Mann, der sie geführt hatte.
"Eine Mauerechse. Bleibt bitte bei ihr, während ich den ... Kommandanten hole", sagte der junge Mann ruhig und der Blonde schaute ihn an, nickte und blickte Megann dann nicht mehr an.

"Aber..." wollte Megann sagen und schaute zu dem jungen Mann, der ihr Vertrauen irgendwie hatte.
Der Mann stand in einer der Türen, drehte sich kurz um und zwinkerte dann keck, dann war er verschwunden.

Megann blickte noch eine Weile auf die Türe, die sich hinter ihm leise geschlossen hatte.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 15:27

Verfasst am: 18. Jun 2012

Megann lies die Beine ins Wasser baumeln und wackelte mit den nackten Zehen hin und her. Ihr Kopf war gen Himmel geneigt und die Augen geschlossen, ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie so da saß und ihre Mittagspause genoß.

Sie war schon sehr früh aufgewesen und das bedeutete, dass sie nicht sehr lange geschlafen hatte. Dennoch war sie erholt und munter in den Morgendunst der Stadt getreten, hatte sich einen Becher Kaffee besorgt, war zu ihrem geheimen Briefkasten geschlendert und hatte dort gemütlich ihren Morgenkaffee getrunken und unauffällig nach Botschaften gefühlt.

Unten am Hafen hatten sich die Arbeiter Morgengrüße zu gerufen und die Möwen kreischten und kreisten um die Fischerboote. Megann liebte es, wenn sie es schaffte, am frühen Morgen, wenn der Dunst noch über den Gassen hing und alles in leichten Nebel kleidete am Hafen zu sein oder durch die Strassen zu schlendern. Alles wirkte dann ein wenig heimeliger ... erinnerte mehr an Gilneas.

In der großen Ledertasche, die neben ihr an der Mauer stand, lagen bereits die ersten Briefe, die sie heute zustellen musste. Wie die Erfahrung es ihr gezeigt hatte, kamen neue Aufträge im Laufe des Tages dazu.

Heute hatte sie den ganzen Tag für ihre Botengänge zur Verfügung. Keine Arbeit die im Schloss anstand und keine anderen Tätigkeiten. Sie mochte die Arbeit am Liebsten. Es brachte sie herum und sie lernte viele Leute kennen, sah und hörte viel. Gewiß mochte sie auch die Arbeit im Schloß, bei der sie meist den Bibliothekar unterstützte und kleinere Botengänge im Schloß erledigte, als Angestellte des gilne'schen Königshauses.

Megann trank den letzten Schluck der braunen Flüssigkeit nicht aus, sondern kippt ihn wie immer weg. Sie mochte den Satz nicht, der sich am Grund bildete. Sie schulterte die große Ledertasche, wusch den Becher im Brunnen kurz durch und steckte ihn dann ein.

"Dann wollen wir mal", sagte sie zu sich selbst, zog einen Brief aus der Tasche und schaute darauf. Mit einem munteren Liedchen auf den Lippen, welches sie vor sich hinpfiff, ging sie im üblichen Boten-Schlender-Gang, der durchaus an einen Wachsoldaten-Gang, erinnerte durch die Straßen der Stadt und zu ihrem ersten Botendienst des Tages.

Nun, einige Stunden und Botschaften später genoß sie die Mittagssonne und lauschte dem Plaudern der Leute, die geschäftig durch die Kanäle unterwegs waren. Es war heute ein schöner Tag.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 11. Feb 2019, 15:27

Verfasst am: 22. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Ein Rückblick

Die Grillen zirpten und es wehte ein milder Wind vom Meer her. Die Heide wehte im sanften Wind und man hörte ein paar Schafe blöcken. Ein idyllischer Tag, der die Nordmark im schönsten Licht zeigte. Sanft zogen Möwen ihre Bahnen am Himmel und krächzten sich zu, es raschelte und ein Hase streckte den Kopf nach oben mit zuckendem Näschen.

Ein Schuß zerriß die Stille und der Hase nahm Haken schlagend reiß aus.
"Konzentration, Megann. Konzentration!" herrschte eine Männerstimme.
"Ich hab Hunger", maulte eine junge Frauenstimme.

"Du kannst essen, wenn ich dir sage, dass du essen kannst. Nun konzentrier dich und liefere gute Arbeit ab", brummte es befehlend.

Ein Mann stand am Rand einer Klippe und blickte nach unten. Er war mittelgroß, drahtig gebaut, hatte pechschwarzes Haar, welches im Wind leicht wehte. Um einen Felsen neben ihm war ein Seil gebunden, welches über den Abhang ragte.

"Konzentration!" rief er und warf einen Apfel in die Luft, hinaus Richtung Meer.
Der Apfel sauste gen rauschende See und kurz bevor er das Wasser erreichte, zerriss ein weiterer Schuss die Luft und der Apfel zerplatzte in der Luft.

"Hah!" rief es von unten hoch und folgte man dem Ruf, sah man eine zierliche Gestalt in Lederkleidung an einem Seil am Abgrund baumeln, eine Pistole in der Hand, welche noch rauchte. Die Haare der jungen Frau, die vielleicht 17 Jahre zählte, waren zu einem dicken Zopf zusammegefasst und baumelten auf ihrem Rücken. Schwarz, wie die des Mannes, der nun leicht lächelnd oben stand, in der Gewißheit, dass sie sein Lächeln nicht sehen würde.

"Ganz passabel" meinte er trocken. "Kletter hoch" befahl er ihr dann und wandte sich vom Abgrund ab.

Megann schaute auf die Apfelstückchen, die auf der Oberfläche des Meeres dümpelten und zog eine leichte Grimasse. "Passabel, pfff. Das war Können!" grummelte sie, steckte die Pistole in die Halterung am Rücken und kletterte dann langsam empor.

Als ihre Hand sich über den Abhang schob und sie Halt fassen wollte, griff eine starke Männerhand nach ihr und ein Kopf schob sich über den Abgrund. Grüne Augen blickten sie an. "Darf ich helfen?" fragte der junge Mann galant.
"Zu gütig" schnaufte Megann und lies sich den Rest hochziehen.

Der schwarzhaarige Mann blickte Megann an, als sie sich die Kleidung abklopfte, wandte sich dann jedoch ab, als sie den Kopf hob, um ihn anzublicken.
"Du hattest Hunger?" fragte er und deutete auf eine Decke, die er ausgebreitet hatte.
"Klasse!" rief sie aus und wollte schon zur Picknickdecke gehen, als er sie am Arm packte, nicht fest, aber dennoch haltend.

Dunkelblauen Augen trafen Grüne für einen Moment.
"Es wäre mir eine Freude, wenn die Dame nach guter Manier, die Bedienung übernehmen würde", sprach er akzentfrei und sein Blick zeigte eine gewiße höfische Etikette.

Megann wollte schon eine Erwiderung bringen, die nicht wirklich höfisch gewesen wäre, presste dann kurz die Lippen aufeinander, atmete dann durch antwortete mit einer anderen Stimme zuvor, "Es wäre mir eine ausserordentliche Freude, Mylord".

Er nickte huldvoll und nahm dann auf der Decke platz. Mit Argusaugen, beobachtete er, wie sie ihn bediente und sich benahm, dann als alles zu seiner Zufriedenheit war, deutete er ihr an sich zu setzen.

Megann nahm sittsam auf der Decke platz und nur ihre Augen funkelten leicht als sie ihn anblickte.
Er quittierte das Funkeln mit einem charmanten Lächeln.
"Gute Arbeit. Lass es dir schmecken" sagte er dann und schob ihr einen Teller hin, zog das Tüchlein runter und sie blickte auf zwei dicke Bacon-Sandwiches.

Statt gierig danach zu greifen, wie sie es vielleicht noch vor fünf Monaten getan hätte, bevor die Etiketteausbildung begonnen hatte, nahm sie nun sittsam den Teller auf den Schoß und begann langsam das Sandwich zu verspeisen.

"Der Kommandant hat einen Auftrag für dich", kam es nach einer Weile von ihm.
Sie kaute zu Ende und schaute ihn dann fragend an.
"Du wirst dieses Mal alleine sein, Megann", antwortete er ruhig und sein Blick bohrte sich forschend in den ihren.

Megann's Herz pochte stark und sie nickte ihm zu. Ihr erster Auftrag, alleine. Das müsste heißen, dass sie bereit war. Zwei Jahre hartes Training und nun durfte sie endlich unter Beweis stellen, dass sie auch alleine agieren konnte.

"Was soll ich tun, Lesther?" fragte sie ihn aufmerksam und voll bei der Sache.

Lesther lächelte und blickte sie mit einem gewissen Stolz an. Seine Mauerechse hatte wahrlich gelernt, dachte er und ihm fiel erneut auf, wie erwachsen sie geworden war.

Langsam nickte er und begann ihr zu erzählen, was sie zu tun hatte.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:47

Verfasst am: 23. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Eine Flut von schwarzen Haaren lugte unter der Bettdecke hervor, die fast bis über den Kopf gezogen war. Das Zimmerchen wirkte ansonsten friedlich, auf dem Boden lagen verstreut ein Paar Schuhe und ein Kleid, welches achtlos auf den Boden geworfen wurde in der Nacht. Ein nackter Fuß lugte unter der Bettdecke hervor, ein Zeh wackelte leicht und ein Murren folgte, gedämpft von der Decke die über das Gesicht gezogen war.

Das Fenster war einen Spalt geöffnet und der Lärm der Straße drang langsam in Megann's Realität. Die Bettdecke wurde ein Stück herunter gezogen und langsam schob Megann den Kopf nach oben, die Augen immer noch fest geschlossen.

"Hngmah", murmelte sie, ihre linke Hand tastete neben sich und fühlte ...Leere. Sie seufzte, drehte sich auf den Rücken, zuckte leicht schmerzhaft zusammen und öffnete dann ein Auge. Sie hob den Kopf leicht und schaute sich im Zimmer um. Alleine, wie eigentlich fast immer, wenn sie am morgen erwachte.

Megann ließ den Kopf auf ihr Kissen zurücksinken und blickte dann an die Holzdecke. Sie hatte fast gehofft, dass er bleiben würde, doch war es auch keine Überraschung, dass er wieder fort war. "Vielleicht besser so", dachte sie und fuhr sich mit den Händen ein wenig rubbelnd über das Gesicht.

Der Schlaf war aus den Augen gewischt und dem Licht sei Dank hatte sie keine Kopfschmerzen von dem Portwein bekommen. Dennoch stand sie nicht auf und blieb noch eine Weile liegen. Sie blickte an die Decke und lies die Gedanken zum gestrigen Tag schweifen.

Ihr Geburtstag hatte ganz gut angefangen, zählt man die Nacht dazu, wie sie in den Geburtstag gekommen war. Megann seufzte im Bett und erinnerte sich sehr bildlich an die Zärtlichkeiten, die ausgetauscht worden waren. So ganz anders als sonst, so innig und liebevoll. "Gefährlich", dachte Megann und fuhr sich durch die dicken Haare.

Auch Gestern war er schon weggewesen, als sie erwachte und so hatte sie ihm gar nicht danken können für die schöne Art und Weise, wie sie in ihren Geburtstag gekommen war.

Sie hatte sich das neue Hemd angezogen, welches sie vor ein paar Tagen gekauft hatte und die Kombination von Hose und Hemd hatte ihr sehr gut gefallen. Mit einem Lächeln auf den Lippen war sie durch die Gassen gegangen, hatte ein wenig Obst gekauft und es sich dann in die große Ledertasche gesteckt.

Gerade als sie sich umgedreht hatte, blickte sie auf eine Rose, die ihr ins Gesicht gehalten wurde.
"Für die schönste aller Blumen", krächzte heiser ein in Lumpen gehüllter, etwas gebeugter Mann, der unter seiner Gugel kaum hervorsehen konnte.
Megann lächelte und nahm die Blume an, fischte nach einem Kupferzehner und reichte es dem Mann.
"Nein, nein ..." wedelte er mit den in Lumpen gehüllten, vor Dreck starrenden Händen.
"Doch, doch ..." erwiderte Megann lächelnd, nahm seine Rechte und legte ihm das Geldstück rein.

Der Mann drückte ihr die Hand und die Berührung durchzuckte Megann wie einen Blitz, sie blinzelte ein wenig und der Augenblick war auch schon vorbei. Er hatte seine Hand zurück gezogen, das Geld eingesteckt und hatte sich wacklig verneigt.

"Schon gut alter Mann", murmelte Megann und widerstand dem Drang ihn erneut anzufassen.
"Das Licht segne dich", krächzte er und verschwand dann in der Menge. Megann blickte auf die wunderschöne Rose und roch daran, der Duft erinnerte sie an die Rosenhecken der Heimat, so schwer, so samtig, so innig.

Ihre Augen suchten noch einmal die Menschenmenge ab, doch der alte Mann war schon verschwunden. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, doch sie sah ihn nicht mehr.

Immer wieder an der Rose schnuppernd war sie dann zu ihrer Freundin gegangen, wo bereits ein Geburtstagsfrühstück auf sie wartete.
"Du bist spät", wurde sie begrüßt und hastig umarmt. "Jetzt hab ich gar nicht mehr so viel Zeit ... alles Gute!" rief Liz dann, riss die Arme hoch und zog ihre kleine Freundin an die füllige Brust.

"Du ...er...stickst mich" keuchte Megann lachend und schob ihre schwangere Freundin ein wenig von sich.
"Ein wenig Zärtlichkeit kann dir nicht schaden" murrte Liz dann, stellte ihr einen Becher mit Kaffee vor die Nase und deutete auf die Rose.

"Hast du endlich einen Verehrer?"
Megann nippte am Kaffee und seufzte wohlig.
"Was?" fragte sie als ob sie die Frage nicht gehört hatte.
"Du hast schon verstanden, Mädchen", kam es von Liz zurück, die sich schwer auf den Stuhl sinken ließ.
"Was will ich denn mit nem Mann, hm?" fragte Megann und blickte Liz an.

"Kinder, ein Haus, Sex?" Liz blickte sie an und nippte an ihrer Kräutermilch.
"Kinder will ich nicht, mir reichen deine zwei und bald drei, ein Haus brauch ich derzeit nicht und Sex ..." Megann schmunzelte und Liz schnaubte.
"Megann, hast Du ihn wieder getroffen?" Liz schüttelt den Kopf, lehnte sich dann aber nach vorne und grinste, "Und?" sie wackelte mit den Brauen.

Megann grinste nur breit und nippte dann wieder an ihrem Kaffee.
"Na immerhin hast du ein wenig Spass, aber lass das bloss nicht meinen Mann hören, der schleift dich gleich zur nächsten Beichte", sie verdrehte leicht die Augen.

Das warme, leicht kehlige Lachen von Megann füllte die Küche und danach hatte sie einen wirklich schönen Vormittag gehabt.

Megann setzte sich im Bett auf, neigte sich nach vorne und drückte das Fenster ganz auf. Dann krabbelte sie aus dem Bett, fühlte mit einer Hand nach ihrem Rücken und runzelte leicht die Stirn, Schürfwunden brannten immer wie Hölle. Sie ging zu dem Schrank, öffnete ihn und langte nach einer ganz hinten stehenden Salbe. Nachdem sie sich ein wenig mit gelenkigen Verrenkungen, den Rücken eingesalbt hatte, wusch sie sich, kämmte die Haare, während sie auf die Rose blickte, die in einer geleerten und nun mit Wasser gefüllten Weinflasche stand und dachte an den weiteren Tagesverlauf.

Sie hatte die Rose hierher gebracht, war dann zum Schwein gegangen und hatte die Nachrichten abgeholt, die für sie bestimmt waren und dann hatte ihr Arbeitstag als Botin begonnen. Als sie durch die Gassen lief und Päckchen, Pakete, Briefe oder sogar mündliche Botschaften transportiere, hatte sie immer mal wieder nach dem alten Mann geschaut, doch ihn nicht mehr gesehen.

Vier ihrer Lieferungen waren persönlicher Natur gewesen, so hatte sie einen Ausflug in den Wald von Elwynn gemacht, unterwegs eine Lieferung im Gasthaus in Goldhain abgegeben und war dann weiter zum Hof der beiden Menschen gegangen, die sie gerettet hatten. de Gabaston und der Pater waren nicht da gewesen und so hatte sie den Geschenkkorb auf die Stufen gestellt und war wieder zurück gegangen.

Ein Teil des Weges hatte sie auf einem Heuwagen mitfahren dürfen und genoss das Ruckeln und Zuckeln über die holprige Straße. Die nächste Auslieferung brachte sie zur Kathedrale, wo sie ein Päckchen für Pater Infastus hinterlegte, in dem er exquisiten Portwein finden würde. Sie kannte ihn zwar noch nicht lange, doch sie mochte ihn aus einem Grund, der sich ihr bisher verschloss. Geschäftlich war es nicht und auch etwas anderes war es nicht, allerdings zog er sie an und sie freute sich wenn sie ihn sah.

Megann legte die Wildschweinbürste weg, fasste sich die Haare zu einem Zopf zusammen. Sie stand immer noch da, wie sie erschaffen wurde und blickte grübelnd auf ein paar Kleidungsstücke, dann griff sie nach einem Apfel und verkrümelte sich nochmals in Bett, wo sie den Apfel genüßlich aß und weiter den gestrigen Tag Revue passieren liess.

Die andere Flasche Portwein hatte sie dem Baron Selfried zukommen lassen. Sie hatte ihn vor Monaten kennen gelernt und ein wenig mit ihm geflirtet, ohne dass etwas geschehen wäre, aber es hatte ihr gefallen und er hatte ihr gefallen. Sicherlich würde er ihr immer noch gefallen, doch sie hatte ihn, seit sie wieder in der Stadt war seitdem nicht mehr gesehen. Er lebte, das hatte sie in Erfahrung gebracht und so würde er auch die Flasche Portwein bekommen.

Sie liebte es Geschenke zu machen, wenn sie Geburtstag hatte und so hatte sie es schon immer irgendwie gehalten. Wohl weil ihre Eltern auch so verfahren waren und vielleicht war es eine Art Brauchtum in Gilneas, denn jeder hatte immer seinen Freunden ein kleines Geschenk gemacht, wenn er selber Geburtstag hatte. Ein Zeichen der Freundschaft und des Dankes, dass man sie kannte und einem etwas bedeuteten. Aus diesem Grunde hatte sie auch das letzte Geschenk abgegeben.

Der Weg hatte sie hierfür zum Zwergenviertel geführt, wo sie im Gasthaus eine Nachricht für Ihn hinterlegt hatte. In dem Umschlag würde er nur eine Fahrkarte nach Eisenschmiede finden, bezahlt für den heutigen Tag. Sie hatte sich gefreut ihm diese Freude zu machen, hatte er ihr doch erzählt, dass er bisher noch nie dort gewesen sei.

Nach den Erledigungen hatte sie ihre Tour beendet und war kurz vor Ende auf eben jenen Pater gestossen, den sie beschenkt hatte. Er hatte am Kai des Sees gesessen und gerade das Brieflein gelesen, welches sie dem Päckchen beigefügt hatte, neben ihm stand die Flasche Portwein, die sie ein paar Silber gekostet hatte.

Megann grinste in ihrem Bett als sie an die Unterhaltung dachte, in der er wissen wollte, wer denn ihm das Päckchen geschickt hätte. Aus ihrem Zeichen M.D. war er wohl nicht schlau geworden. Sie hatte zu ihm gemeint, dass es unter das Briefgeheimnis fallen würde, aber sie würde wissen wer es gewesen war. Daraufhin hatte er sie gebeten, doch der Person auszurichten, dass er sich auf ein Glas Port mit ihr/ihm freuen würde und wo er zu finden sei. Sie hatte ihm versichert das auszurichten und war dann ihren letzten Brief abgeben gegangen.

Danach hatte sie sich beeilt, war zu ihrer Unterkunft zurück, hatte sich kurz frisch gemacht und umgezogen und war dann in einem sommerlichen Kleid und Schuhen zum Treffpunkt gegangen.

Megann blickte auf das Kleid am Boden und schnippte dann den Stiel des Apfels aus dem Fenster.

Er hatte Zivil an und sah in seiner schwarzen Robe sehr gut aus, wieder trug er Handschuhe und Megann registrierte es, doch ging nicht darauf ein. Sie wählten ein Platz an dem sie in Ruhe reden konnten und Megann führte ihn zu einer ruhigen Stelle überhalb des Hafens.

Die Gespräche waren für sie überraschend gewesen und noch viel überraschender war der Tanz der folgte, als er erfuhr, dass es ihr Geburtstag sei. Er hatte sie geführt und im Kreis gedreht und Megann hatte es wirklich genossen, die Zweisamkeit und auch die Nähe.

Megann verschränkte die Arme hinter dem Kopf und dachte an den Priester und wie sie ihm klargemacht hatte, dass eine Freundschaft alles sei, was zu geben sie einem Mann bereit wäre ... derzeit. Er hatte es verstanden, natürlich hatte er es verstanden aber irgendwie hatte Megann das Gefühl gehabt, dass er kurz davor gewesen war dieses Verständnis über den Haufen zu werfen.

Was hätte sie dann getan? Megann schob den Gedanken weg und blickte aus dem Fenster, über die Dächer der Altstadt.

Nach dem Abend mit dem Pater hatte sie eine Weile für sich sein wollen und war ans Meer runter gegangen, hatte auf das Wasser geblickt und an die Vergangenheit gedacht. Auch jetzt seufzte sie wieder und schluckte.

Sie vermisste sie alle so sehr und sie vermisste besonders das Lachen ihrer Mutter, die Falten um ihre Augen. Papa der immer seinen Bauch streichelte und meinte, dass es bald soweit wäre und Jack, der wohl fast jeden Rock der Stadt und der umliegenden Dörfer kannte und ständig damit prahlte ...und ... sie vermisste Lesther.

Megann atmete tief durch, stand nun endlich auf und zog sich nach kurzem Überlegen an.

Wie der Rest des Abends verlaufen war, zeigte die Schürfwunde an ihrem Rücken und der leicht durchgeschabte Stoff am Rücken ihres Kleides. Sie war ihm an den Docks begegnet, hatte noch mehr Portwein getrunken gehabt und der Mangel an Essen hatte sein übriges getan.

Auf dem Weg zu ihrem Zimmer hatten sie sich geküsst und er hatte ihr wieder die Gedanken vertrieben, durch seine Anwesenheit, seine Küsse und das was er noch mit ihr anstellte.

Megann hängte sich die Tasche um, stapfte aus dem Zimmer und schlug die Türe laut zu. Kurz darauf trat sie in die helle Sonne, blinzelte und begann ihre Arbeit.
OOC:
Sorry .... aber ich war im Schreibfluss

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:48

Verfasst am: 25. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Vor ein paar Tagen

Der Bibliothekar im Schloss des Königs schaute die junge Gilneerin abfällig an und rümpfte leicht die Nase. Er hatte die junge Frau noch nie leiden mögen, viel zu hübsch und dann noch dieser Gang, ganz zu schweigen von den neumodischen Ideen die angebracht hatte. Jetzt endlich hatte er die Möglichkeit diesen Störfaktor aus seinem Reich zu verbannen.

"Ich brauch Euch nicht mehr", sagte er mit einer gewißen, herablassenden Genugtun in Stimme und Blick.

Megann blinzelte und schaute ihn an. "Dieser verdammte, alte Dreckssack", schoß es ihr durch den Kopf, als er seine schmalen Lippen zu einem selbstgefälligen Grinsen verzog.
Sie selbst besann sich darauf, die wohlerzogene Bibliothekarsgehilfin und Buchbinderin zu sein und schnappte dann nach Luft.

"Aber, aber ..." antwortete sie und versuchte ein gewisses Zittern in die Stimme zu legen.
Er hob die Nase leicht an, die ihm Megann so gerne in just jenem Moment eingeschlagen hätte und blickte noch ein wenig blasierter drein.
"So eine stümperhafte Arbeit kann ich hier nicht dulden. Ich weiß ja nicht, wie das in Gilneas war, aber h i e r ... in Sturmwind, ist Eure Arbeit nicht von Nöten, junges ...Fräulein".

Seine Stimme triefte vor unterdrückter Freude und Megann musste sich sehr zusammenreissen, ihm nicht entsprechend zu antworten.

"Bitte, Sir ..." drückte sie sich bibbernd heraus und trieb es sogar so weit, die Hände zu wringen. "Ich kann doch nur das ..." sagte sie und schaute ihn an.

Sie wußte nur zu gut, dass er soweit es ging eh kaum einen Schritt vor die Mauern der Burg setzte und so in seiner verstaubten, Buchwurm zerfressenen Welt lebte, dass es gar nicht wissen konnte, dass sie auch als Botin noch ihren Unterhalt verdiente ... außer, ihr Blick fiel auf den Lehrling des Bibliothekars, der nun, das Megann ihn anblickte, flugs so tat, als würde weiter den Rücken des Buches einfetten, welches vor ihm lag.

"Ich habe es anders vernommen" kam es auch schon schmierig von dem alten Drecksack, der ihr immer wieder auf die Brüste gestarrt hatte, während sie für ihn die Bücher neu verleimt und gebunden hatte.
"Mir scheint ihr seid doch guten Fußes als ...." er mustert sie und sein Blick bleibt wieder zu lange auf ihren Brüsten, als es schicklich gewesen wäre, "Botin", endete er abfällig.

"Davon kann ich aber nicht leben", antwortete Megann leicht gepresst, obwohl sie durchaus wusste, dass sie nicht am Hungerstuch nagte. Es war nur so, dass ihr die Beschäftigung am Hofe, eine Möglichkeit geboten hatte, auch hier unbemerkt mitzubekommen, was so getratscht wurde. Jetzt musste sie dem König mitteilen, dass diese Möglichkeit verwirkt war und ob so schnell ein neuer Einsatzort gefunden werden konnte, war fraglich.

"Nun, ich bin mir sicher ..." wieder jenes Mustern, "ihr findet da noch eine Möglichkeit". Seine alten, gichtigen Finger rieben sich dabei aneinander und er leckte sich über die schmalen, widerlichen Lippen.

Megann blinzelte, "Der alte Sack ...", dachte sie innerlich und kochte.
"Ich ... verstehe" presste sie hervor, drehte sich um und verließ mit schwingendem Rock den Raum, beim Hinausgehen fegte sie noch einen Stapel Bücher vom Tisch, dass es rummste.
"Impertinentes ..." den Rest hörte sie nicht mehr, da er im Knall der schweren Holztüre unterging, als sie jene mit Schwung ins Schloß warf.

"Schmieriger, dreckiger, Sack!" murmelte sie und wäre fast in einen Mann gerannt, der aber so geistes gegenwärtig war, sie zu stoppen, bevor sie mit seiner Brust kollidierte.

"Weder schmierig noch dreckig, Mylady" sagte eine ruhige Stimme und sie blickte in die braunen Augen eines gutaussehenden schwarzhaarigen Adligen, wie es ihr die Kleidung und Haltung sofort zeigte. Es ratterte in ihrem Kopf als sie in einen tiefen Knicks versank und um Verzeihung bat.

"Ihr dürft Euch erheben", kam es leicht gelangweilt von dem Mann und Megann tat wie geheißen. Seine Augen musterten sie ein wenig und endlich wusste Megann, wen sie da vor sich hatte. Der Graf von Mercia, ein Adliger aus dem Arathi, schaute sie an und nickte ihr dann nochmal zu bevor er weiterging.

Megann verließ das Schloss und ließ dem König eine geheime Nachricht zu kommen, in dem sie schilderte, dass sie den Posten als Gehilfin in der Bibliothek verloren hatte und wie nun zu verfahren sei.

Am Abend hatte sie eine kurze Nachricht erhalten, mit dem Befehl erst einmal als Botin zu arbeiten und sich bereit zu halten, sollte sie benötigt werden. Alles Weitere würde man zur gegebenen Zeit klären.

Megann hatte sich an dem Abend noch Karten fertigen lassen, die sie am nächsten Tag in der Stadt verteilt hatte.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:48

Verfasst am: 27. Jun 2012
Megann hat geschrieben:Es graute schon leicht über den Dächern von Sturmwind. Bis die Sonne in die Gassen fallen würde, würde es noch eine Weile dauern. Megann war leise aus dem Bett geglitten und hatte auf die schlafende Gestalt geschaut, die halbbedeckt, mit einem Arm das Kissen umschlungen dort lag und noch tief und fest schlummerte.

Ganz leise hatte sie sich gewaschen und angezogen und immer mal wieder zum Bett geschaut.
"Er hat mir tatsächlich angeboten zusammen zu ziehen", dachte sie sich als sie sich die Haare zu einem Zopf zusammenband und ihre Augen über ihn glitten.

Sein Körper, seine Augen, seine Stimme, die Art wie er lachte und die Art, wie er ihr die Gedanken nahm, das prägte sich immer mehr ein und ganz ehrlich wusste sie nicht, ob das gut war.

"Wieso arbeitest du an den Docks?" fragte sie sich im Stillen, als sie den Gürtel mit ihrem Kurzschwert daran befestigte. Das fragte sie sich schon seit einer ganzen Weile. Je näher sie ihn kennenlernte, desto mehr merkte sie, wie klug er eigentlich war. Viel zu klug, um sich dort unten kaputt zu machen, wie seine Kumpane.

Megann neigte sich über ihn und küsste seine Wange. "Wach auf" hauchte sie in sein Ohr. Ein Brummeln kam von seinen Lippen und sie schmunzelte, strich ihm ein langes Haar zurück und knabberte leicht an seinem Ohrläppchen, "Komm schon ... wach auf" hauchte sie ihm erneut ins Ohr.
Er drehte sich auf den Rücken und blinzelte verschlafen.

"Guten Morgen, mein Seebär" sagte sie lächelnd und richtete sich wieder auf.
"Seebär, huh?" seine Augen glitten über ihren Körper und er stützte sich auf seine Ellenbogen.
"Du bist schon angezogen, wie ich sehe. Ich hab nicht verschlafen, oder?" fragte er sie noch leicht morgenheiser und schaute dann aus dem Fenster.

"Heilige Scheiße, es ist ja noch mitten in der Nacht", raunte er dann und blickte sie an.

"Naja, es graut langsam. Ich muss früh raus heute und bin jetzt auch raus. Zieh die Türe zu und schließ ab." Mit den Worten warf sie ihm einen Schlüssel zu, den er, obwohl müde, ziemlich geschickt fang.
Er drehte den Schlüssel in der Hand und blickte sie dann an. "Deiner?" fragte er und dabei zog er leicht den Mundwinkel nach oben.

"Sicher. Ich hab selten Zweitschlüssel", meinte sie und hängte sich die Tasche um.
"Also seh ich dich später?" fragte er dann und legte den Kopf dabei leicht schräg. Seine Augen glitten über ihren Körper und blieben dann an ihren Augen hängen.
"Wäre schön. Ich schlaf ungern auf der Strasse", erwiderte sie mit einem leisen Lachen.

Er grinste und winkte sie mit dem Zeigefinger zu sich.
Megann zögerte kurz und trat näher. "Hm?" fragte sie und jauchzte dann leise auf, als er sie am Gürtel packte und zu sich zog.

"Erst noch das..." raunte er heiser, bevor er sie in einen leidenschaftlichen Kuss zog. Megann's Herz schlug schneller und eine Hitze raste durch ihren Körper, als ihre Zungen sich zu einem leidenschaftlichen Spiel vereinten und seine Hände über ihren Oberkörper streichelten, verlangend, bestätigend und ein Vorgeschmack was sein würde.

Langsam löste er sich aus dem Kuss und schob sie leicht von sich. Seine Augen lächelten und glänzten. Megann lächelte zurück und in dem Moment wurde ihr bewusst, dass er schon längst einen Platz in ihrem Herzen eingenommen hatte.

"Nun geh" raunte er leicht heiser und nicht nur sie hatte ein wenig schneller zu atmen begonnen. Es würde für beide ein Tag voller verlangender Sehnsucht werden.

Megann nickte und drückte sich aus dem Bett.
"Bist du in der Stadt unterwegs?" fragte er noch, als sie schon fast durch die Türe war.
"Auch. Ich muss ausserorts was abliefern", erwiderte sie, blickte über die Schulter, lächelte ihm zu und zog dann die Türe hinter sich zu.

Eilig ging Megann durch die Gassen, holte ihre Post ab, die sie ausliefern musste und machte sich dann auf, um die Tiefenbahn nach Eisenschmiede zu nehmen.

Nachdem sie gestern Nachmittag und den Abend nicht gearbeitet hatte, bedeutete es heute für sie eine doppelte Schicht zu fahren. Eisenschmiede und dann noch Sturmwind. Sie hatte nicht gelogen, als sie ihm erzählt hatte, dass durch den Wegfall der Arbeit am Schloss sie erhebliche Geldeinbussen hatte. Das Geld welches sie verdient hatte, hatte sie angelegt und es war für die Zukunft fest eingeplant. Ihre monatlichen Kosten von Unterkunft und Leben, hatte sie bisher durch ihre Arbeit decken können und sich durch die Botengänge ab und an noch etwas Extra erlauben können, wie auch ein paar Ärmeren unter die Arme zu greifen.

Wollte sie das immer noch tun, so musste sie mehr arbeiten und der gestrige Ausfall, wegen ihrem Freund, dem Pater Infastus, hatte ihr ein wenig weh getan. Doch was tat man nicht alles für eine Freundschaft.

"Einmal Eisenschmiede. Hin- und Rück", sagte sie zu dem Gnom hinter dem Schalter und bezahlte die Kosten für die Fahrt.

Ein langer Arbeitstag hatte begonnen.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:49

Verfasst am: 3. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Irgendwie waren die Tage wie im Fluge vergangen, dachte Megann sich und gähnte herzhaft.

Die Sonne knallte auf das Fleckchen an dem sie sich für ihre Mittagspause hingesetzt hatte. Die Schuhe lagen auf der Wiese, wie auch ihre Weste. Die Beine der Hose waren hochgekrempelt und so genoß Megann die herrlichen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut.

An dem kleinen Teich saßen noch ein paar andere Sonnenhungrige, die sich ebenfalls eine Auszeit vom Trubel der Stadt genommen hatten.

Ein paar Wappenröcke erblickte Megann ebenfalls, die verstreut am Seeufer saßen, oder aber eilig vorbei gingen.
Welch ein Trubel, ging es ihr durch den Kopf als sie in die Pastete biss, welche sie sich zuvor bei einem Verkäufer ihres Vertrauens in der Altstadt gekauft hatte.

Es waren viele Menschen in der Stadt heute. Das Sonnenwendfest endete und in den Gassen und auf den Plätzen herrschte reger Betrieb und ausgelassene Stimmung. Die Taschendiebe hatten sicherlich einen hervorragenden Tag. Megann hatte auf ihrer Morgenrunde mehrere Langfinger gesehen, die mit dick gefüllten Börsen davon huschten.

So einfach, hatte sie sich mehrfach gedacht, bei einigen sehr unvorsichtigen Besuchern. Innerlich kopfschüttelnd war sie durch die Gassen gegangen, hatte ihre Augen wandern lassen und beobachtet.

Ein Pferd wäre fast mit seinem Reiter durchgegangen gewesen, einem hochnäsigen Plattenträger, der sich zu fein war abzusteigen und sein Pferd durch die Menge zu führen. Zum Glück für ein paar Passanten hatte ein Mann im Wappenrock der Erbauer, beherzt nach den Zügeln des Tieres gegriffen, ihm einen Schlag gegen das Maul versetzt, um es zu beruhigen und hatte sehr unmissverständlich den Mann aufgefordert sofort abzusteigen.

Megann hatte, wie ein paar andere Leute beifällig genickt und war dann aber weitergegangen. In der Altstadt hatte sie neue Aufträge bekommen und Tabetha, die Besitzerin des Hurenhauses in der Näherinnengasse, hatte ihr kurz zugenickt und sich mit der verabredeten Geste über die Brust gestrichen.

Heute Nacht hatte sie also Wachdienst über der Gasse. Megann leckte sich die Finger ab und rieb dann mit der Hand über das Gras, um den letzten Rest von der Pastete abzuwischen. Sicherlich wird viel los sein heute Nacht, ging es ihr durch den Kopf.

Es würde gefeiert werden und das bedeutete, dass die Männer nur zu willig waren ein wenig mehr Geld für weitere Annehmlichkeiten auszugeben. Leider würde es auch bedeuten, dass es mehr Betrunkene und somit wohl auch Randalierer geben würde. Vorsichtshalber nehm ich auch die zwei Pistolen mit, beschloss sie im Geiste und blickte über das Wasser des Teiches.

Heute war auch Vollmond, noch ein Grund ein wenig aufmerksamer zu sein als üblich. Vollmond und Abschluss der Feierlichkeiten. Ein Garant für erheblich Ärger. Sicherlich fluchen die Kollegen der Wache schon, dachte Megann und wickelte einen Grashalm um ihren schlanken Zeigefinger. Kollegen, sind doch gar nicht mehr Kollegen, schoß es ihr dann in den Sinn und grübelnd blickte sie weiter ins Nichts.

Die Gedanken kreisten in ihr seit einiger Zeit und immer mehr fühlte sie sich unwohl damit, wie sich ihr Dienst für die Krone entwickelt hatte, nachdem Gilneas gefallen war. Viermal hatte sie morden müssen und jedes Mal hatte sie es gehasst. Sie befolgte die Befehle, doch in ihr krampfte sich alles zusammen. Jedes Mal hatte sie eine Auszeit gebraucht und es wurde immer schlimmer.
Was würdest Du davon halten?, fragte sie sich innerlich und blickte in den Himmel.

Sie lauschte, doch wie immer bekam sie keine Antwort. Vor ihrem Auge sah sie grüne Augen, die im Licht funkelten. Ein Lächeln das halb war und dann doch nicht, schwarze Haare, wie die ihren, die Hände schmal und flink und dann ein Hauch von Meerluft, der alles versprach. Leise seufzte Megann auf, schüttelte ihren Kopf leicht, um diese Vision zu vertreiben.

"Na, Spätzchen? Machst du Pause?" drang eine männliche gar zu überzeugte Stimme an ihr Ohr.
Megann wendete den Kopf langsam und blickte auf den Mann, der seitlich im Schatten des Baumes stand und lässig sich an den Baumstamm lehnte.

Mitte Zwanzig war er wohl, nicht unansehnlich aber mit jenem Funkeln in den Augen, dass darauf schließen lies, dass er meinte er wäre der Beste unter allen und man könne froh sein, wenn was von einem wolle.

Eine fein geschwungene Augenbraue über einem dunkelblauen Auge zog sich leicht in die Höhe.
"Redest du mit dem Baum oder galten die Worte mir?" fragte sie leise und ruhig.

Er nahm den Grashalm aus seinem Mundwinkel, ließ langsam den Blick über sie schweifen und sprach dann in einem versucht lasziven Ton, der in Meganns Ohren nur dumm klang, "Mit dir, Zuckerschnute. Aber wenn du gerne in den Schatten magst, ich kenn da ein nettes Plätzchen."

Megann setzte ein Lächeln auf und klimperte mit den langen, dichten Wimpern. Der Mann blinzelte, darauf war er wohl nicht gefasst gewesen.
Sie erhob sich geschmeidig, schlüpfte in ihre Stiefel, nahm die Tasche und Weste und ging auf ihn, mit einem geübten Hüftschwung, zu.

"Verlockend, mein Hengst" gurrte sie leise und beschenkte ihn mit einem besonderen Augenaufschlag.
Der Mann blickte sie an und sie konnte genau in seinen Augen sehen, dass er meinte er hätte einen Glücksgriff getan. Sie lächelte lieblich.

Er bot ihr galant den Arm an und von hinten hörte sie ein Pfeifen und leichtes Gröhlen. Es war so klar gewesen, dass er noch irgendwo Freunde hatte. Sicherlich hat er gewettet, dachte sie und in ihr kochte leicht die Wut aber auch das Amüsement.

"Kommst du von hier?", fragte sie ihn und strich ihm dabei über den Arm.
"Nee, ausm Rotkamm. Bin hier mit Freunden", sagte er und irgendwie hatte Megann das Gefühl, dass er unsicher wurde.

Sicherlich ein großes Maul und nichts dahinter. Und jetzt bekommt er Schiss, dachte sie sich und schüttelte innerlich den Kopf.

Er hatte sie zu einer ruhige Ecke geführt, im Schatten nicht wirklich einsehbar und Megann wusste, dass die Ecke öfters mal von Paaren genutzt wurde, um sich zu treffen. So fremd kann er auch nicht sein, schoß es ihr durch den Kopf.

Kaum hatte sie ausgedacht, wollte er sie an die Mauer pressen und seine Hände auf ihre Brüste legen. Sie legte ihm die Hand auf die Brust und keuchte auf, "Du bist aber ein Schneller", sagte sie gespielt entsetzt, mit einem Lächeln auf den Lippen.
"Komm schon, Püppchen. Ich hab nicht ewig Zeit", raunte er und war schon dabei sich die Hose aufzufummeln.

"Ich helf dir dabei", sagte sie und griff beherzt in seinen Schritt. Sein Stöhnen wurde kurze Zeit darauf schmerzvoller und er krümmte sich leicht. "Scheiße, du tust mir weh", fluchte er mit zusammengepressten Zähnen.
"Wirklich?", fragte sie unschuldig und drückte noch ein wenig stärker zu.
"Dirne", fluchte er, worauf er zwar den Griff um seine Kronjuwelen los wurde, darauf aber eine Hand an der Gurgel hatte.

Mit einer Kraft, die er der kleinen Person nicht zugetraut hätte, so sah man auch in seinem Blick, hatte sie ihn an die Mauer gedrückt und blickte zu ihm hoch.
"Niemand nennt mich so", sagte sie ruhig und blickte ihn starr an.
Irgendwas in ihren Augen, ließ den Mann sehr blass werden und er versuchte leicht zu nicken.

"Hör mir gut zu Bursche! Wenn ich dich noch einmal unschuldige Frauen ansprechen sehe und ich werde dich sehen ... dann kann dir selbst der Bischof nicht mehr gnaden. Hast ... du ... mich ... ver.stan.den?" fragte sie dann ruhig, ernst und mit einer unterschwelligen Drohung in der Stimme.

"Ja, Ma'am", krächzte er.

Megann blickte ihn forschend an, nickte dann und lies die Hand von ihm ab. Kaum hatte sie die Hand weggenommen, wollte er seine Faust schwingen, um sie zu treffen. Megann blockte die Faust ab und versetzte ihm einen Kantenschlag in den Nacken.

Kopfschüttelnd hob sie ihre Tasche und die Weste vom Boden auf und blickte auf den bewußtlosen Mann am Boden.

"Hormongesteuerter Vollidiot", murmelte sie als sie aus dem Schatten trat und sich die Weste zu knöpfte.

Kurz darauf ging sie mit einem eigentümlichen Lächeln auf den Lippen durch die Gassen, gen Kanalviertel. Ihr Laune war jetzt viel besser und irgendwie hatte ihr das gut getan. Summend machte sie sich auf in die Nachmittagsschicht des Tages.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:49

Verfasst am: 5. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Die Türe klackte hinter ihr ins Schloss und ließ sie im Dunkeln des Ganges zurück. Leise huschte sie die Stufen hoch, ging an ihrem Zimmer vorbei, zog die Lucke vom Dachboden runter, kletterte hoch und zog sich um.

Wieso hatte sie ihm begegnen müssen? Jetzt musste sie sich eilen, um ihren Nachtdienst aufzunehmen. Eigentlich hatte Megann nur noch zum "Geschlachteten Lamm" gehen wollen, um zu sehen, ob Tabetha ihre eine Nachricht hatte zu kommen lassen. So war die Vereinbarung, sollte sich was ändern, fand der Kontakt übers Lamm statt.

Es war keine Vereinbarung da gewesen, dafür war Megann's Laune in den Keller gesunken. Es gab zu viele Betrunkene auf den Gassen und das bedeutete für sie, dumme Sprüche und Hände, die versuchten sie anzugrabschen. In der Regel kam sie damit ganz gut zurecht, dafür war ihr Dolch oder eine flinke Bewegung mit der Hand. Doch heute war es wirklich unmöglich für sie und so wand sie sich durch die Menge, schob und quetschte sich über den Marktplatz, ging an Pärchen vorbei, denen es egal war, ob sie gesehen wurden oder nicht und ihre Laune sank immer tiefer gen Nullpunkt.

"Der ganze Weg umsonst", fluchte sie innerlich als sie mit der gekauften Portweinflasche auf die Plattform im Magierviertel trat und über das Meer blickte. Unten im Hafen konne sie die Masten der Schiffe wahrnehmen und hier und da Feuer. Kleine Gestalten, die dort unten ebenfalls feierten. "Sicher ist er da unten", dachte sie sich und puhlte den Wachsverschluss der Flasche ab.

"Ja, das musst Du sein. Heute ganz in Schwarz?", drang eine nur allzu bekannte männliche Stimme an ihr Ohr. Megann wendete den Blick und sah ihn, an einer Zinner gelehnt im Mondlicht sitzen.
Ihr Herz tat einen Sprung bei dem Anblick und das gefiehl ihr gar nicht, darum fiel die Antwort die sie ihm gab auch harscher aus, als eigentlich üblich.

"Nicht in Schwarz, nein" sprach sie und trat nun ebenfalls ins Mondlicht. Seine Augen glitten über ihren Körper und sie hatte das Gefühl, als würden sie eine brennende Spur auf ihrer Haut hinterlassen. Megann setzt sich an der Rand der Brüstung und ließ die Beine in die Leere baumeln.

"Grün, ich sehe schon", sagte er mit einem Schmunzeln. Megann nahm einen Schluck vom Portwein und reichte ihm die Flasche. Er nahm sie dankend an und genehmigte sich ebenfalls einen erheblich kräftigeren Schluck.

Es folgte eine Konversation über belanglose Dinge, wie der Tag gewesen sei. "Eigentlich hätte er ganz gut werden können", dachte sie sich, legte sich auf den Rücken und blickte in den Sternenhimmel.
Ihre Antwort fiel bescheidener aus. Er lachte leise und sein Lachen hinterließ ein Kribbeln in ihrer Magengegend. Erneut antwortete sie ihm ein wenig harscher, doch es schien ihn nicht zu kümmern. Sie blickte ihn an und er lächelte, dann stand er auf, schaute zu ihr herunter und streckte den Arm aus.

Megann stellte ihre Füße auf den Stein und reichte ihre Hand nach oben. Seine starken, aber feinen Hände, die eher für feine Arbeit geschaffen waren, denn schwere Güter zu schleppen, zogen sie auf die Beine. Ein Hauch von Meeresduft, frisch und verlockend stieg ihr in die Nase und in ihr Herz. "Wieso musst du so duften?" fragte sie sich innerlich zum zigsten Male, als seine Hand die ihre umschloss und sie so durch die Gassen gingen.

Sie erzählte ihm von den Sprüchen und den Grabschern und er lachte nur leise, "Es ist nicht immer gut so hübsch zu sein", meinte er und gluckste erneut. Aus irgendeinem Grund wurmte Megann seine Reaktion. Sicherlich sie könnte sich wehren, doch wusste er das?

Als sie so durch die Gassen gingen erzählt Megann ihm von Lara, der Tochter des Obsthändlers in der Altstadt. Lara war gerade erst 16 Jahre alt und hatte mit ihrem leicht zurückgebliebenen Vater und der bettkranken Mutter wirklich schon genug am Bein, doch heute wäre sie von so betrunkenen Idioten auch noch fast vergewaltigt worden.

Megann hatte sich gerade umgezogen gehabt, zum zweiten Mal an diesem Tage, und wollte sich einen Apfel am Stand holen gehen. Da saß das Mädchen total aufgelöst auf einer der Kisten und der Vater blickte ein wenig hilflos auf sie.
"Was ist denn hier passiert?", wollte Megann wissen und der Anblick von Lara's zerrissenem Rock und dem angerissenen Oberteil brachten ihre inneren Alarmglocken zum schrillen. Lara stammelte und wischte sich die Tränen vom Gesicht. "Cuthbert", rief Megann zum angrenzenden Gemüseverkäufer hinüber. "Yah, Miss?" fragte er höflich und versuchte nicht auf die Haut zu blicken, die Lara durch ihre Aufmachung nun zeigte. "Kümmert Euch doch mal bitte kurz mit um den Stand, während ich mit Lara mal kurz weg bin, ja?"
Cuthbert, ein schmächtiges Kerlchen mit beginnender Glatze, aber einem sehr netten Gesicht, nickte. "Sicher, Miss."
Megann lächelte ihm dankend zu, zog Lara mit sich und hielt sie dann im Arm, während sie durch die Gassen zu ihrem Zimmer gingen.

Oben angekommen, hatte Megann ihr einen Schluck Bourbon eingeschenkt und ihr den Becher in die Hand gedrückt. "Trink das, Mädchen" hatte sie ihr mit warmer Stimme befohlen. Nachdem das Husten aufgehört hatte, begann Lara ihr zu erzählen was vorgefallen war. Megann hörte sich alles ruhig an und war erleichtert, dass dem Mädchen nicht ernsthaft etwas geschehen war. Ruhig reichte Megann ihr ein Kleid, "Hier zieh das an und wenn es dir passt, kannst du es behalten", sagte sie und Lara befühlte den Stoff des Kleides ehrfürchtig. "Aber, Miss Derrington", hauchte sie und schüttelte den Kopf. "Mach schon, Mädchen" sagte Megann und nickte ihr aufmunternd zu. "Es hat mir eh nie gepasst", schloss sie dann und drehte sich leicht weg, als Lara begann sich umzukleiden.

Dennoch blickte Megann auf die Figur des Mädchens. Keine Blessuren, nur an den Handgelenken zeichneten sich blaue Male ab. "Du hast richtig gehandelt, als du ihm das Knie in die Weichteile gehauen hast", sagte Megann nun zu ihr und lächelte ihr zu.
Lara strich sich über das Kleid, welches ihr zwar bis über die Knöchel ging, aber sonst hervorragend passte. "Danke, Miss" hauchte das Mädchen und ihr Blick zeigte Megann, dass sie ihr in vielerlei Hinsicht dankte. Megann lächelte und nickte, "Dann wollen wir dich mal wieder zu deinem Vater bringen", sagte sie, stand vom Stuhl auf und ging zur Türe.

Lara blickte sich in der kleinen Kammer um und sagte dann im hinaus gehen, "Schön haben sie es hier nicht grade, es fehlen die Blumen und es wirkt so leer". Megann schaute kurz ins Zimmer, als sie die Türe zu zog. "Ich mag es so, Lara."

"Unfassbar", brummelte er und schaute sie an. Sie hatte ihm natürlich nicht alles erzählt, aber immerhin soweit, dass dem Mädchen nichts ernstes geschehen sei.
Mittlerweile waren sie auch vor ihrer Behausung angekommen und Megann hatte sich nun genötigt gesehen, ihm etwas vorzuflunkern. Somit gähnte sie herzhaft und erzählte ihm von Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Er war zu ihr getreten, hatte sie zärtlich geküsst und ihr eine gute Nacht gewünscht. Megann lächelt hinter ihrer Maske als sie an den Kuss dachte und blickte auf die Gasse zu ihren Füßen hinab. In der Ecke vergnügte sich ein Freier mit einer der Straßendirnen, da er wohl kein Geld für ein Zimmer mehr erübrigen konnte.

Megann saß auf ihrem üblichen Platz, uneinsehbar von unten und auch nicht von etwaigen Fenstern, höherer Häuser und passte auf, dass den Dirnen nichts geschah. Ein kleiner Schrei, ließ ihren Kopf wieder zu der Stelle wandern, an der das Paar sich vergnügte. Megann's Augen fixierten das Paar. "Er scheint seine Sache gut zu machen", dachte sie sich nur und beobachtete die Liebenden eine Weile, bevor sie wieder ihren Kopf abwandte.

Der Rest der Nacht sollte für Megann ruhig und ohne große Zwischenfälle verlaufen. Sie beobachtete, wie einem Freier, der vor die Tür gesetzt wurde, noch die Fresse poliert wurde und dann weggeschubst wurde. Mehrere Liebschaften in der Gasse gingen noch von statten, doch auch hier gab es keine Zwischenfälle. Einmal war sie kurz davor gewesen einzugreifen, als eine der Dirnen, ihren Freier zu schlagen begann und lauter meinte "Nein, nein ...", doch als Megann sich über dem Paar befand, sah und hörte sie, dass er auf dem Boden kniete und sie anbettelte ihn zu bestrafen.

Megann hatte darufhin leise den Rückzug beschlossen und das Gesicht angewidert verzogen.

Als die Dämmerung kam, trat jemand aus der Tür des Hurenhauses, machte ein Zeichen mit der Hand und Megann nahm die Abkürzung über die Dächer nach Hause.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:50

Verfasst am: 10. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Die letzten Tage waren vollbepackt mit Arbeit gewesen. Das war einerseits gut, denn so wurde die Börse gefüllt, doch andererseits bedeutete es früh aufstehen und spät ins Bett fallen.

Heute jedoch schien es ruhiger zu sein. So kam es, dass Megann am Tisch ihrer Freundin Liz saß und ein wahrhaftiges und reichhaltiges Mittagessen vor ihr prangte.
"Iss! Und zwar auf!", brummte Liz und stand kopfschüttlend neben dem Tisch und blickte auf die zierliche Person, die ihre beste Freundin war.

"Wasn?" fragte Megann und griff zur Gabel.

"Du bist dünn! Schau dich doch mal an. So findest du keinen Mann!", schimpfte Liz und setzte sich.

Megann grinste und schob sich die Gabel mit Stampfkartoffeln, Erbsen und Soße in den Mund.

"Sag nicht, du triffst dich immer noch mit ... ihm?", fragte Liz und musterte ihre Freundin mit leicht zusammengekniffenen Augen.

Megann deutete auf ihren vollen Mund und wackelte ein wenig mit den Brauen.

"Beim heiligen Licht! Megann Derrington! Das kann doch nicht gut sein für dich", kam es aus Liz Mund gesprudelt und ihre braunen Augen funkelten.
Nachdem sie geschluckt hatte, setzte Megann zu einer Erwiderung an, doch sie kam gar nicht zu Wort.

"Ich bitte dich. Was für ein Kerl soll das schon sein, hm? Sicherlich irgend so ein Nichtsnutz. Ein Rumtreiber! Er ist doch kein Rumtreiber?", Liz Augenbrauen schossen fragend in die Höhe und Megann antwortet mit einem Kopfschütteln und blickte sie mit vollen Wangen an.

"Immerhin! So ein Zigeuner ist er auch nicht, oder?"
Kopfschütteln.
"Spielmann?"
Kopfschütteln und eine neue Ladung an Kartoffeln, Fleisch und Gemüse fand den Weg in ihren Mund.
"Jetzt sag doch schon!", murrte Liz und bekam nur mit der Gabel die vollen Wangen gezeigt.

"Aaaah, du treibst mich noch in den Wahnsinn mit deiner Geheimniskrämerei! Er ist doch wohl kein reicher Adliger mit einer Frau", maulte Liz und wurde dann blass als Megann mit den Brauen wackelte.

"Heiliges Licht sei mir gnädig!" keuchte die hochschwangere Frau und schlug die Hände vor dem Mund zusammen.
"Bist du denn des Wahnes? Ein Adliger?!" kam es leise gepresst raus und Liz neigte sich nach vorne.

"Das ... Megann... du ... er wird dir doch nie einen Antrag machen."

Megann schluckte und schaute ihre Freundin ruhig an.

"Hör mal Liz. Ich liebe dich als meine Freundin, aber mit wem ich was und wie mache, das ist meine Sache", konterte Megann ruhig und blickte dann ihre Freundin an, als sie einen Schluck vom Mondbeerensaft nahm.

Ein tiefes Seufzen füllte die Küche.

"Ach, du machst doch eh was du willst", winkte Liz ab und fummelte sich an ihrem eh schon leicht wirren Haarknoten rum.
"Genau", sagte Megann leise und schob sich noch einen Bissen in den Mund.

"Aber ein Adliger ... "
"Was ist mit einem Adligen?", fragte Liz Mann, ein großer, bärtiger Hüne, der gerade zur Küche herein kam.

Megann beobachtete, wie ihre Freundin rote Wangen bekam und sich über die Schürze strich. Schnell schluckte Megann den letzten Bissen runter und richtete ihre Aufmerksamkeit auf Stephen.

"Ein Adliger hat sich gestern mit einem Mädchen in der Gasse vergnügt, durch die ich ging", sagte Megann ganz ruhig und legte einen leicht geschockten Blick auf.
"Meine Güte", brummte Liz' Mann und schüttelte den Kopf. "So etwas solltest du meiner Elizabeth nicht sagen, Megann. Sie ist doch so sensibel", Stephen ging zu seiner hochschwangeren Frau und nahm diese in den Arm.

Megann nickte dem bärtigen Hünen zu und schaute dabei ihre Freundin an, die ihr zu zwinkerte und dann theatralisch seufzte.

"Regt es dich sehr auf, mein Elfchen?" fragte er die nicht grad zierliche und hochschwangere Liz besorgt.
"Ach ... es muss ja", sagte diese ein wenig bekümmert, worauf er sie anblickte.

"Ich sag dir, was wir jetzt tun, ja? Ich werde die Kinder heute zu meiner Mutter stecken und du ruhst dich schön aus. Später massiere ich dir die Füße wie du es so gerne hast und ich werde uns was zu Essen holen gehen, ja?" fragte er und blickte seine Frau mit liebevollen Augen an.

Megann schob sich eine weitere Gabel voll in den Mund und beobachtete das Ganze fasziniert.

"Oh aber ..." kam es zaghaft von Liz und ihre Lider plinkerten leicht.
"Kein aber, mein Liebling", sagte Stephen fester und nickte ihr dann zu.

Liz senkte die Augen leichte und nickte dann.
"So ist es richtig. Nun setz dich und beruhig dich wieder", mit den Worten schob er ihr den Stuhl richtig, neigte sich dann runter und küsste sie auf den Scheitel.

"Und du red nicht mehr über solche Sachen mit ihr. Es ist ja schon schlimm, dass eine unschuldige, junge Frau, wie du so etwas sehen musste", brummte er zu Megann und sie nickte ihm nur schuldbewusst zu.

"Eine Schande ist das ..." brummte er und ging aus der Küche. Man hörte ihn noch eine Weile rumoren und die zwei Mädchen einsammeln, die kreischend und johlend im Hinterhof tobten.

Megann blickte fasziniert zu ihrer Freundin und zeigte mit der Gabel auf sie.
"Du ... durchtriebenes Luder", brummte sie grinsend.
Liz grinste frech zurück und strich sich über den dicken Babybauch.
"Die Waffen der Frau, Meg. Die Waffen der Frau", sagte sie dann und hob ihr Kinn an.

Kurz darauf lachten die beiden Freundinnen herzhaft.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:50

Verfasst am: 11. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Die Türe wurde leise zugezogen und Megann öffnete ihre Lider. Draussen begann es langsam zu dämmern und das fahle Licht, tauchte ihr Zimmer in Schatten und Grautöne.

Mit einem Gähnen setzte sie sich auf und streckte sich genüsslich. Sie ließ ihren Nacken kreisen und dabei fiel ihr Blick wieder auf die leere Kiste, welche am Boden lag. Die Kiste, welche gestern noch den Betrag von 80 Silberlingen und 74 Kupfer enthalten hatte.

Sie hasste es Geld in ihrer Kammer zu haben, aber die letzten Tage war sie nicht zur Bank gekommen, wenn diese noch offen hatte und nun hatte das Schicksal sie bestraft.

Die Einnahmen der letzten 3 Tage, weg. Gestohlen!

Sie konnte es immer noch nicht glauben, dass gerade ihr das passiert war.

Megann streckte sich und griff nach der Bürste auf der Kommode und begann sich die Haare auszubürsten.

80 Silberlinge waren für die meisten Leute viel Geld und es war auch viel Geld für sie, beziehungsweise für jene Menschen, die sie hauptsächlich mit dem Geld unterstützte, welches sie verdiente.

Zwei alleinstehende Witwen, mit ihren Kindern, die mehr schlecht als recht über die Runden kamen und ihre Freundin Liz, deren Mann sie immer wieder gut bezahlte Aufträge zu kommen liess in unregelmäßigen Abständen, damit genug zum Leben rein kam.

Ihr Leben selber war zunächst gesichert, darüber machte sie sich keine Sorgen. Die Bezahlungen für ihre andere Tätigkeit waren mehr als nur üppig. Jedoch musste die Botin, Megann Derrington schließlich irgendwie über die Runden kommen und das hieß, einer Arbeit nachgehen, die es ihr ermöglichte die Maske zu wahren.

Der Diebstahl jedoch packte sie an ihrer Ehre und sie war wütend darüber. "Dreckiger kleiner Dieb", fluchte sich innerlich, legte die Holzbürste zur Seite und schälte sich aus dem Bett.

Sie lächelte als sie ein langes, braunes Haar von ihrem Kissen pflückte und es betrachtete.

"Ich liebe Dich", die Worte gingen ihr wieder durch den Kopf und sie erinnerte sich nur zu gut an die Situation.

Ihre beiden Körper glühten noch vom Liebesspiel nach, welches sie gerade beendet hatten und welches sie nun so da liegen liess, schwer atmend, die Glieder leicht und doch auch mit einer Schwere, die nur nach einem guten Liebesspiel entstand. Er hatte sich zu ihr umgedreht, sie angeblickt und ihr diese Worte zu gehaucht.

Megann schüttelte leicht den Kopf und lies das Haar, welches sie um einen Finger gewickelte hatte, dann achtlos zu Boden gleiten.

"Hat er wirklich nur einen Scherz gemacht?" ging es ihr erneut durch den Kopf, als sie sich wusch und danach anzog.

Er hatte es nach ihrem überraschten Blick, abgewiegelt und gemeint es wäre nur ein Scherz gewesen.

"Was wenn nicht?" fragte sie sich und stockte beim zunesteln ihrer Hose. "Was wenn er mich wirklich liebt?"
Megann blickte auf das zerwühlte Bett und schüttelte dann den Kopf.

"Nein", murmelte sie laut vor sich hin und schüttelte erneut den Kopf.

"Ganz sicher liebt er mich nicht", dachte sie erneut und ließ das weiße Hemd über ihre nackte Haut nach unten gleiten.

Megann schob sich das Hemd in die Hose und zog eine Weste darüber, welche sie sorgsam zu knöpfte.

"Ich liebe dich", hörte sie erneut und wieder sah sie ihn vor sich. Seine Augen die glänzten, sein Atem der schneller ging, die Haare noch leicht zersaut und die Lippen vom küssen leicht gerötet.

Sie schloß den letzten Knopf der Weste und griff nach ihrem Gürtel mit Gürtelmesser und Langdolch. Energisch befestigte sie den Gürtel und überprüfte dann den sicheren Halt.

"Er hat nicht den Anschein gemacht als würde er lügen", dachte sie und rief sich seine Augen in den Sinn, als er es gesagt hatte. Es hatte in dem Moment keine Lüge darin gelegen. Megann seufzte und blickte kurz zur Decke hoch.

"Kompliziert", murmelte sie dann leise vor sich hin und griff zu ihrer Ledertasche.

Die Liebe machte alles komplizierter, aber nicht unmöglich. Doch war sie dafür bereit? Nach all den Jahren? War sie wieder dafür bereit?

Sie wußte nur zu gut, was sie für ihn empfand und wollte es nicht wirklich sehen. Nicht zu lassen, denn dann würde es eine Gewißheit sein.

"Ich liebe dich", hatte sie ihm zugeflüstert nachdem sie sich eine lange Weile schlafend gestellt hatte, eng angeschmiegt an seinen Körper. Aber leider schien er wohl wirklich eingeschlafen zu sein, denn sie hatte keine Reaktion von ihm bemerkt. Kein Stocken im Atem, keine Regung seiner Muskeln. Sie hatte ihn ärgern wollen, wie er sie ... doch wenn sie wirklich ehrlich zu sich wäre, müsste sie feststellen, dass dies zumindest ein großer Teil der Wahrheit wäre, die sie zu verdrängen versuchte.

Doch Megann dachte nicht daran und ließ es auch nicht zu. Sie schüttelte die Gedanken mit einem neuerlichen Kopfschütteln weg, und legte sich ihre Posttasche um.

"Zeit, zum Arbeiten", dachte sie. "Und dann überlege ich mir, wie ich mein Geld zurück bekomme".

Der letzte Gedanke hinterließ ein Lächeln auf ihrem Gesicht, mit dem sie kurze Zeit später auch in den morgendlichen Dunst der Gassen von Sturmwind tauchte.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:51

Verfasst am: 13. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Meganns Stiefel knirschten im Schnee. Sie hatte sich zum Schutz vor der Kälte eine Gugel mit Mundschutz über den Kopf gezogen und war auch sonst entsprechend wärmer angezogen.

Wie kamen die Leute hier nur mit dem Dauerschnee zurecht?, fragte sich Megann nicht zum ersten Mal.
"Ich hab nur Widder und dieses Gnomenzeug da", brummte der Zwerg und so weit hatte er gar nicht hoch zu sehen bei ihr.
"Das ist ein Scherz?", fragte Megann und blickte sich um.
"Seh ich aus als ob ich Scherze machen würde, Püppchen?" kam es erneut brummig von dem Zwerg, dessen Augen über die Gestalt von Megann ohne Hehl sehr langsam wanderten, während er sich über den prächtigen Bart strich.

Megann schaute auf den Zwerg. Schneekristalle hingen ihm im Bart, der statt schwarz eher grau wirkte, durch den vielen Schnee. Selbst an den Augenbrauen hatten sich ein paar kleine Schneehäufchen gebildet. Erstaunlicherweise war er nicht blau vor Kälte sondern hatte sehr rosige Wangen und eine ebenso gesunde Rötung der Nase.

"Nein", sagte sie nur knapp und seufzte dann mit einem ergebenen Nicken. "Dann nehm ich nen Widder", antwortete sie ihm und er grinste darauf breit.
"Gute Entscheidung, Mädchen. Bist ja kaum größer als ein Zwerg, da hast du keine Probleme mit, Schätzchen. Aber dürr bist du, beim Barte Broms", brummte er und stapfte dann zum Gehege seiner Widder davon.

Megann schaute sich um blickte auf die Tore Eisenschmiedes. Es war immer wieder ein gewaltiger Anblick, den sie jedes Mal genoß. Sie liebte es zu reisen, Neues zu entdecken und auch wenn sie schon einige wenige Male hier gewesen war, so erstaunte es sie immer wieder.

"Hier hätten wir ein nettes Bürschen für Euch. Haut ihm eine gegen die Schnauze, wenn er Mucken macht. Bei Eurem Fliegengewicht könnte er ja denken, da ist keiner mehr, nech?"
Mit den Worten reichte der Zwerg ihr die Zügel. Megann schaute dem Widder in die Augen, tief in die Augen, bis der Widder blinzelte und wegschaute.

"Ah ich seh schon, gar nicht so dumm das Menschending", grinste es unter dem Bartwuchs hervor und er klopfte sich auf die Hose, dass es klatschte.
"Danke sehr, Meister Stolzbart" erwiderte Megann höflich und begann ihre Taschen am Sattel des Widders festzumachen. Sie war sich durchaus bewußt, dass der Zwerg ihr die ganze Zeit dabei auf den Hintern starren würde.

Als sie sich umsah, blickte er sie tatsächlich noch mit einem leicht verklärten Blick an und hatte sie den Bart zu einem interessanten Skulptur gezwirbelt.

"Einen wirklichen herrlichen Bart habt ihr da, Meister Stolzbart", sagte sie ernst und zog sich dann in den Widdersattel hoch. Der Zwerg am Boden errötete ein klein wenig und streckte dann die vor Stolz ein wenig geschwollene Brust raus.
"Na, das gibt aber keinen Preisnachlass, Kindchen" brummte er, wenn auch mit einem Lächeln.

Megann lachte klar und hell und stupste dem Widder dann in die Flanken. Im typischen Widdergang ging es durch die Schneelandschaft Dun Moroghs.

Mit offenen Augen und zwei geladenen Pistolen, sowie Wurfmessern und zwei Dolchen hatte Megann nicht wirklich Furcht als sie durch das Land gen Pass ritt, um nach Loch Modan zu gelangen.

In der Ferne sah sie einmal einen Bären und auch einen Schneeleoparden glaubte sie im ewigen Weiß wahrzunehmen.
Der Widder zottelte vor sich hin und Megann hing ihren Gedanken nach.

"Erst die Post ausliefern und dann den Auftrag erledigen", dachte sie sich und ging im Geiste nochmal durch, wie die möglichen Szenarien aussehen konnten.

Klar war auf alle Fälle, dass sie das Lager erst einmal beobachten musste, um die Runden der Wachen herauszubekommen. Dann musste sie feststellen, wo der Anführer sein Lager hatte und wie sie dort schnell und ohne viel Aufhebens hin und wieder raus gelangen könnte.

Der Auftrag ihre Köngis war von gut einer Woche bei ihr eingegangen. Daraufhin hatte sie ihre reguläre Arbeit als Botin anders verlagern müssen, was dazu geführt hatte, dass sie sehr viel gearbeitet hatte.

Was wiederum dazu geführt hatte, dass sie die Einnahmen nicht auf die Bank hatte bringen können. Und dies wiederum muss die stinkige Ratte von Einbrecher erschnüffelt haben.

Megann schnaufte bei dem Gedanken daran. Es ging ihr ums Prinzip. Das Geld, welches sie erarbeitete war zum Teil nur für sie gedacht. Der meiste Anteil ging an jene Menschen, die sie unterstützte. Es war nicht viel und nicht regelmäßig, denn Megann vertrat die Ansicht, dass Regelmäßigkeit zu Faulheit führen würde. Sie wollte die Menschen nicht in der Sicherheit wiegen, dass immer was da wäre, sie wollte ihnen den Ansporn bieten, mehr zu tun.

In den letzten beiden Jahren hatte sie acht Frauen geholfen, die unschuldig in eine missliche Lage geraten waren. Sechs Frauen brauchten ihre Unterstützung nicht mehr und hatten ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Zwei war sie derzeit noch am unterstützen und es würde noch ein paar Monate dauern, bis auch jene aus ihrem Hilfsprogramm fallen würden.

Megann lächelte ein wenig und freute sich immer über die Fortschritte der Damen, die meist verwitet in die Schuld durch den Mann geraten waren, im Schuldenturm landeten und ihnen nichts mehr übrig blieb, als die Kleider die sie besaßen und die einzige Ware, die sie vielleicht feilbieten konnten, ihr Körper war.

Der Widder brummte und brachte Megann aus ihren Gedanken zurück. Vor ihr patroullierte eine Gebirgsjägertruppe, die sie mit scharfen Augen musterten.

"Ho! Wohin des Weges, Reisende?" fragte eine Zwergin laut.
"Thelsamar" antwortete Megann und fragte, "Sind die Straßen frei?"
"Aye. Nehmt am besten den Weg über das Tal der Könige. Am Nordtoraußenposten gabs nen Erdrutsch, da wird grade geräumt", kam es zurück und Megann hob dankend die Hand und zockelte weiter.

Billy, der Schmierer, so hieß der Schuft, der in ihre Kammer eingebrochen war und sie um gut 80 Silber erleichtert hatte. Sie hatte nicht sehr lange gebraucht, um das heraus zu finden. Ein paar Gespräche hier und ein paar Andeutungen da und sie wusste, dass er es gewesen sein musste. Schmächtig, um die 1.68m groß, wäßrige blaue Augen und strähniges hellblondes Haar.

Megann hätte den Mann durchaus selber finden können, doch saß ihr der Auftrag des Königs im Nacken und sie wollte es nicht auf die lange Bank schieben. So hatte sie zu einer Methode gegriffen, die sie äußerst selten anwendete ... sie hatte jemanden mit ins Boot genommen.

Ihre Gedanken wanderten zu der dunklen Gestalt des "Fuchses". Seine Figur war astrein und sein Benehmen amüsant. "Fuchs", dachte sie und tätschelte die Mähne des Widders. Welch Ironie des Schicksals. Eigentlich hatte sie von ihm nur wissen wollen, wo sie diesen Billy finden konnte, er jedoch meinte er würde ihn ihr ausliefern. Ganz glücklich war sie damit nicht gewesen, aber nun gut.

"Samstag um Mitternacht", ging es ihr durch den Kopf. Irgendwie erheiterte sie dieser Fuchs. Megann schmunzelte leicht und blickte dann wieder ernst. "Unterschätz ihn nicht", dachte sie und nickte dann zu sich selbst. Nein, ihn zu unterschätzen, wäre wohl wahrlich ein Fehler.

"Sei immer wachsam und wenn du meinst, dass einer nichts kann, sei noch wachsamer", hatte ihr Ausbilder immer gesagt und mit diesem Rat war sie bisher immer sehr gut gefahren. Sie dachte zwar nicht, dass der Fuchs nichts konnte, aber seine Art amüsierte sie und das war ein Zeichen für Vorsicht.

Das Wetter änderte sich und Megann tauchte erneut aus ihren Gedanken auf. Der Schnee wurde weniger und die Luft eindeutig milder, bald würde sie ihr Ziel erreicht haben und dann würde sie diesen Sturmlanze suchen, für den sie ein Paket dabei hatte.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:52

Verfasst am: 16. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Die Nacht von Freitag auf Samstag


Die Stunde der Dämmerung gilt hinüber in das samtige Schwarz der Nacht. Mit einem leisen Geräusch steckte Megann den letzten Wurfdolch in eine Halterung.
“Licht, gib mir Kraft. Ahnen steht mir bei und stärkt mich”, betete sie leise und schlug dann das Zeichen des Lichts vor der Brust bevor sie sich aus dem Schutz des Dickichts erhob.

Die Nacht verschluckte die kleine, zierliche Gestalt, welche ganz in schwarz gekleidet war. Selbst die Haut war gerußt, damit kein noch so heller Schimmer Aufmerksamkeit erregen konnte.

Es war heikel. Sie wusste es und tief in ihr drinnen flatterten die Schmetterlinge der Nervosität. Es waren viele und sie konnte nur hoffen, dass alles so lief, wie sie es sich Stunde um Stunde überlegt hatte.

Getarnt hatte sie das Lager der Kultisten beobachtet und hatte mehrfach ihren Standort gewechselt, um einen Gesamtüberblick zu bekommen. Es waren viele und sie war alleine. Im Stillen hatte sie sich mehrfach gefragt, wie sie das alleine bewerkstelligen sollte. Wusste Graumähne nicht, wie viele das Lager tatsächlich fasste? War es ein Test? Sollte sie scheitern?

Megann hatte lange gegrübelt, als sie in ihrem Versteck die Positionen der einzelnen Wachen durchgegangen war und ein Szenario nach dem anderen überlegt hatte. Letzten Endes hatte sie sich für den Weg vom Staudamm her entschlossen.
Es galt am ersten Ring der Wachen vorbei zu kommen, beziehungsweise, jene zu beseitigen.

Leise und mit abgeflachter Atmung, lauerte Megann in der Bodensenke, an der, die Wache vorbei kommen musste. Während sie wartete, schraubte sie das Blasrohr zusammen, schob in aller Ruhe einen kleinen, vergifteten Dorn rein und legte sich dann in Lauerstellung.

Kette klapperte im Dunkeln und leise summte die Wache ein Liedchen vor sich hin. Megann schielte über die Kante der Senke und lächelte leicht. Ihren Mundschutz hatte sie runtergeschoben und ganz langsam legte sie das Blasrohr an die Lippen. Wie am Tage auch, so trug auch die Nachtwache keinen Schutzhelm. “Dumme Idioten”, dachte Megann sich, fixierte den Mann, der kurz stehen blieb und um sich schaute. Der kahlrasierte Kopf schimmerte leicht im fahlen Mondlicht, die Kettenrüstung klapperte ein wenig, als der Mann sich am Nacken kratzte. “Verfluchte Moskitos”, murrte er leise und drehte sich dann um, um wieder die Strecke zurück zu gehen. Just in dem Moment schoss Megann den Giftpfeil ab. Die Hand der Wache zuckte hoch in den Nacken, “Ver...” brummte jener bevor die plumpe Gestalt zusammen sackte und auf dem Boden aufschlug.

Megann wartete ein paar Sekunden und beobachtete das Zucken der Beine des Mannes. Als jene still lagen, kroch sie aus der Bodensenke und auf den Leichnam zu. Der Blick in sein Gesicht zeigte ihr überraschtes Erstaunen in den Augen und der Schaum um die Lippen, dass das Gift seine volle Wirkung getan hatte. Mit ein wenig Mühe zog Megann die Wache in die Bodensenke und breitete darüber einen Teppich aus Fichtenreisig.

Nachdem die Leiche gut versteckt war, kroch sie die Bodensenke hoch und blieb knapp über dem Boden geduckt. Bald würde der Boden verbrannt werden und es würde keine richtige Deckung mehr geben, außer die schützende Deckung der Nacht.
Während Megann weiterhuschte, schob sie einen neuen Giftdorn in das Blasrohr und betete, dass die Wolkendecke nicht aufreißen würde.

Aus dem Dunkeln formten sich die ersten Umrisse des Lagers und der Wache, welche starr vor dem Lager stand. Würde sie die Wache beseitigen, könnte dies auffallen und Alarm geschlagen werden. Megann wollte jedoch jeglichen Alarm vermeiden, denn die Kultisten im Lager waren viele und sie nur alleine. Außerdem hatten sie Magier und das war schon ein Gefahrenpotential, welches sie nicht eingehen wollte. Leise schob sich Megann weiter, sie war nun flach auf den Boden gesunken und schob sich wie eine Krabbe voran.

Gleich war sie am Zelt, gleich musste die Wache erscheinen. “Gleich”, dachte sie sich und kaum hatte sie den Gedanken gesponnen, erkannte sie die Konturen einer Wache. Auch dieser Wachmann trug keinen Helm, doch blickte er weit aufmerksamer. Er stand vor einem Pfosten des Zeltes, welches von innen nicht beleuchtet war. Als sie ums Lager gekrochen war, hatte sie einen Blick auf die Wachen vor dem Zelt erhaschen können, sie waren im angeregten Gespräch vertieft und das deutete immer darauf hin, dass sich niemand im Zelt befinden konnten.

Ein kleiner Stein der Erleichterung war von Megann's Herz gefallen, als sie dies gesehen hatte. Die Ahnen waren auf ihrer Seite. Flop machte das Blasrohr leise, als sie den Schuß abfeuerte und auch dieses Mal traf der Dorn sofort die gewünschte Stelle. Als der Wachmann gen Boden fiel, rannte Megann auf ihn zu und fing ihn auf. Sie konnte keine Geräusche der Ketten gebrauchen. Es wäre ein Gefahrenpotential. Der Mann sackte schwer gegen sie und zappelte leicht, Megann schloß die Augen und brachte mit einer ruckartigen Bewegung der einen Hand, sein Genick zum brechen. Still lag der Mann in ihren Armen als sie ihn ganz sanft auf den Boden bettete.

Er war jung gewesen, vielleicht gerade mal Anfang 20, so zeigte das Gesicht. “Ein Kultist”, dachte sich Megann hob die Plane des Zeltes an. Ein Blick ins Zelt bestätigte ihr die Vermutung, dass niemand drinnen war. Megann zog den Kopf zurück und hievte den Mann wieder nach oben, lehnte ihn an den Pfosten des Zeltes und begann ihn zu stabilisieren. Nachdem sie fertig war, stand der Mann wieder aufrecht, festgebunden da und blickte mit toten Augen ins Nichts. Würde drinnen die Kerzen entzündet werden, so würde man den Schatten der Wache sehen, wie sie ordnungsgemäß Wache hielt.

Megann könnte sich keine Zufriedenheit, sondern bückte sich schnell und schob sich unter der Plane hindurch ins Innere des Zeltes.

Ein Lager befand sich hier, Karten lagen auf dem Tisch und ein Waffenständer stand in der Ecke. Megann schaute sich um und sah einen Krug mit Bechern auf einem weiteren Tisch stehen. Leise ging sie zu dem Krug und roch daran. “Roter Andorhal”, schoss es ihr durch den Kopf als sie bereits eine Phiole zückte, diese entkorkte und den gesamten Inhalt in die Flüssigkeit goss.

Es war ein schnell wirkendes Gift, welches, sie auch für die Giftpfeile verwendete. Das Gift ging sofort in die Blutbahn und Nervenbahnen über und lähmte das Opfer, bevor es zum Herzstillstand führte.
Megann verkorkte die Phiole wieder und steckte sie weg, als sie draußen vor dem Zelt Bewegung wahrnahm. Die Rüstungen der Wachen klirrten und Schritte näherten sich. Mit schnellen Schritten huschte Megann hinter die Kleidertruhe, die in der Nähe des Lagers stand und kauerte sich dahinter.

„Stärke und Kraft“, grüßten die Wachen und dann schob sich die Plane des Zelteingangs schwer zur Seite und die Schritte kamen näher und blieben dann im Raum stehen. Megann presste die Lippen zusammen, schloss die Augen und kontrollierte ihren Atem.
Kurz darauf bewegte sich die Person wieder und einige Augenblicke später erhellte Kerzenlicht das Zelt.

Megann lauschte auf die Geräusche. Kleidung wurde abgelegt und der Mann schien sich dann zu waschen. Gründlich zu waschen. Sie machte sich noch kleiner als die Schritte zu der Truhe gingen und der Deckel nach oben geklappt wurde.
„Schafft mir eine der Neuen her!“ rief die Stimme dann lauter und der Klang der Stimme verlieh Megann eine Gänsehaut. Sie klang kalt, grausam und ohne Skrupel. „Gut“, dachte sich Megann, das machte das Ganze leicht.
Draussen ging eine Wache davon und es dauerte einige Minuten, bis sie wieder kam, sich die Zeltplane am Eingang hob, „Rein mit dir“ kam es blechern hinter einem Helm hervor und ein weibliches Keuchen, so wie ein Stolpern von Füßen folgte.

Die Schritte ihres Zieles entfernten sich ein wenig und Megann lugte um die Ecke. Eine junge Frau, von gerade mal 17 Jahren stand in einem Fetzen von Kleid vor einem breitschultrigen Kerl mit Glatze und nur bekleidet mit einem Tuch welches um die Hüften geschlungen war. „Schau mich an“, kam es ruhig aber dennoch kühl von dem Mann.
Das Mädchen zitterte und wagte nicht ihn anzusehen, da hob er mit zwei Fingern ihr Kinn an. „Ich sagte, Schau mich an“ kam es erneut leise. Die zitternde Person, welche nicht viel größer als Megann war blickte zu dem Mann hoch, die Pupillen vor Angst geweitet.

„Wie alt bist du?“, kam es kalt von den Lippen des Anführers und in Megann krampfte sich alles zusammen.
„Si...sie... siebzehn“ stammelte das Mädchen und blickte weiter starr vor Angst auf den Mann.
Der Mann nahm die Hand von ihrem Kinn und sprach dann ruhig und ein wenig sanfter, „Du wurdest auserwählt, um den Schatten zu dienen. Aufgesammelt von den Straßen der Stadt, wollen wir dir ein neues Zuhause bieten“.
„Aber meine Eltern ...“ setzte das Mädchen zitternd an als eine Hand in ihr Gesicht flog und sie ohrfeigte. Ihr Kopf flog zur Seite und die Lippe platzte leicht auf.
„Fall mir nicht ins Wort“, sagte der Mann ruhig und Megann hörte den Unterton des Verlangens aus seiner Stimme.

Das Mädchen schluchzte leise und mit ihren gefesselten Händen befühlte sie die aufgeplatzte Lippe.
„Wir bieten dir hier ein Heim und Schutz, jetzt wo du niemanden mehr hast, werden wir uns um dich kümmern“, sagte der Mann und trat dann von dem Mädchen weg und zu der Karaffe mit dem Wein hin.

Megann blickte zu, wie sich die samtige Flüssigkeit des vergifteten Weines in den Becher ergoss und er jenen dann in die Hand nahm. „Hast du Angst?“ fragte er dann ruhig und drehte sich wieder zu der jungen Frau um. Jene nickte leicht.
„Angst ist ein Zeichen von Schwäche. Doch wir werden dich stark machen“, kam es ruhig von ihm und dann hob er die Stimme, „Wachen!“
Megann duckte sich erneut und lauschte. „Sir?!“ kam es zackig von beiden Wachen. „Schafft sie fort. Lehrt ihr Gehorsam!“ sagte er und wandte sich dann an die junge Frau, „Gehorsam ist das oberste Gebot und sie werden dich heute Nacht den Gehorsam lehren, der wichtig ist“, brummte er und kurz darauf hörte sie die Wachen mit der jungen Frau verschwinden.

Schritte gingen nach rechts, auf den Tisch mit den Karten zu und Megann lugte vorsichtig um die Ecke der Truhe. Der breitschultrige Anführer lehnte über den Karten und blickte darauf, neben sich den Becher Wein.
„Verflucht sei die Allianz“, raunte er und leerte dann den Becher des Weins mit einem Zug. Megann grinste innerlich und schob sich aus den Schatten raus. Der Kopf des Mannes flog herum und Megann stockte. Er müsste doch fallen, verdammt … er müsste doch fallen, schoss es ihr durch den Kopf. Der Mund des Anführer wollte sich zu einem Schrei öffnen und er machte einen Schritt auf Megann zu, seine Hand streckte sich aus und dann fiel der Mann zu Boden. Schnell sprang Megann zu den Kerzen und pustete sie aus.

In der Dunkelheit hörte sie das Zappeln seiner Beine auf dem Boden und dann Stille. Megann nahm zog das Kurzschwert und kurz darauf, schob sie sich mit ihrer Beute in einem Spezialsack unter der Zeltplane hindurch. Sie lauschte und schob sich dann voran, als sie die Bahn für frei erachtete.
Leise huschte sie durch die Dunkelheit entlang des Lagers.

„MORD!“ schallte es plötzlich laut vom Lager her und es dauerte nur einen Bruchteil, bis das Lager in Alarm versetzt war. „Scheiße!“ dachte sich Meg. Es wurde Zeit für Plan B: Rennen!
Sie gab die Deckung auf, erhob sich und rannte was das Zeug hielt. Hinter ihr hörte sie Rufe, als ihre Schattengestalt entdeckt wurde und sie hörte das Surren der Pfeile, die durch die Nachtluft schnitten.
„Lauf, Füchsin! LAUF!“ hörte sie innerlich ihren Ausbilder brüllen und sie schlug Haken in der Nacht. „Immer in Bewegung bleiben! Lauf“, rief sie sich ins Gedächtnis und spürte einen Pfeil an ihr vorbeisausen. Hinter ihr erhellten magische Lichter die Nacht und sie hörte und spürte, wie einige Kultisten aufschlossen.

Erneut zuckte ein magischer Blitz durch die Nacht und knisterte durch die Luft. Megann schlug einen neuerlichen Haken. Immer näher und näher kamen die Verfolger und vorne grüßte die Schwärze des Abgrunds. Megann sprang den Hügel hinunter, rollte sich unter das Dickicht ihres Verstecks und griff nach dem Fallschirm der S.I.C.H.E.R AG, schnallte sich ihn auf den Rücken und schob sich durch die andere Seite des Dickichts. Kurz vor ihr hörte die Welt und fiel steil ab.

Die Verfolger schrien und riefen und Äste knackten. Megann zog zwei Wurfdolche und begann zu rennen, als sie sprang traten zwei Verfolger aus dem Dickicht. Megann warf die Dolche und sauste dann schneller in die Tiefe. Ein Verfolger, fiel getroffen zu Boden, der Dolch hatte sich ihm in den Kopf gebohrt. Der andere Verfolger, schoß einen magischen Blitz ab, der durch die Nacht zischte, der Dolch steckte in seiner linken Schulter.

Megann fiel durch die Nacht und die Luft schnitt ihr ins Gesicht, sie zog gerade die Reißleine des Fallschirms, als ein stechender Schmerz ihr rechtes Bein durchzuckte. Sie fiel, die Erde schoss auf sie zu und Megann schrie innerlich auf. Dann riss die Wucht des Fallschirms sie erneut ein Stück nach oben, als jener aufging und sie kurz darauf, durch die Nacht gen Sumpfland segelte.

Der Schmerz raubte ihr für kurze Zeit den Verstand und Atem und stöhnend hing sie in der Luft und segelte tiefer und tiefer. Als die Erde auf sie zukam, versuchte Megann den Sturz abzufangen und zu gehen. Ihr rechtes Bein knickte taub weg und sie schlug auf den Boden auf. Gnädige Schwärze umfing sie und der dunkle Stoff des Fallschirms legte sich schützend über sie.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:52

Verfasst am: 16. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Samstag Teil 1

Das Tuch des Fallschirms blähte sich im Wind leicht auf und fiel dann wieder zusammen. Leise knatterte es und dieses Geräusch brachte Megann wieder ins Hier und Jetzt. Sie stöhnte leise und öffnete die Augen.
„Wo …?“ schoss es ihr durch den Kopf, doch dann fiel ihr alles wieder ein. Der Sprung, der Fall, der Schmerz … sie tastete nach ihrem Bein. Kein Blut … aber auch kein Gefühl. Es war komplett taub. Megann wurde blass, drehte sich auf den Rücken und schlug das Tuch weg. Es war schon hell, sie musste hier Stunden gelegen haben.
„Scheiße“, fluchte sie, setzte sich auf und tastete ihr Bein ab. Nichts … gar nichts. „Verdammt“, fluchte sie und schlug leicht auf den Oberschenkel. Auch dies bewirkte nichts. Megann versuchte das Bein zu bewegen, aber es rührte sich nicht.
„Beim Licht und bei meinen Ahnen“, dachte sie und Tränen schossen ihr kurz in die Augen.

Megann schüttelte den Kopf, griff nach einem Dolch und schnitt sich den Fallschirm vom Leib. Dann schaute sie sich um und nickte. Sie musste ein wenig oberhalb von ihrem geplanten Landepunkt sein. „Ich muss hier weg“, dachte sie, tastete nach dem Beutel, der den Kopf des Anführers barg und zog sich dann zu der Steinwand, an der sich langsam hochzog, bis sie stand. Wieder versuchte Megann ihr Bein zu belasten, aber es knickte gleich seitlich weg. Sie schluckte und nickte dann, kniff die Lippen zusammen und schliff das taube Bein hinter sich her. Bald darauf, war sie vor Anstrengung naß geschwitzt. Das kommende Gefälle würde noch einmal eine arge Belastung darstellen, aber Meg kniff weiter die Lippen zusammen und schleppte sich weiter.

Der grasende, graue Widder hob den Kopf und blökte leise. Megann schnalzte dem Tier zu und hob die Hand so als ob sie was zum Fressen drin hätte. Der Widder, den sie dem Namen Hannibal gegeben hatte, legte den Kopf schräg. Langsam rutschte Megann das leichte Gefälle runter und wäre fast gefallen, als ihr Bein erneut wegknickte.

Der Widder trampelte ein wenig unruhig auf der Stelle, als die vermummte, kleine Gestalt so komisch gehend auf ihn zu kam. Er wurde ruhiger als er den Geruch der Reiterin erkannte, die mit ihm derzeit unterwegs war. Leicht empört blickte er auf die Person, die ihn über Nacht hier angebunden hatte und dann entschwunden war.

Megann hängte den Beutel an den Sattel des Widders und krallte sich dann daran fest. Sie schluchzte kurz und zog sich dann am Sattel nach oben, ließ ihren Oberkörper nach vorne fallen, so dass sie über dem Sattel hing, griff mit einem Arm nach dem tauben Bein und zog es über den Rücken des Widders. Als sie das geschafft hatte, stemmte sie sich hoch, schob das linke Bein in den Steigbügel, stellte das rechte mit Hilfe der Hand ebenso rein und zog dann die Zügel aus der Halterung.

„Eisenschmiede“, brummte sie zu dem Widder und trieb ihn zu einer schnellen Gangart an.

Schnell ritten sie und meist im Galopp. Eine Gruppe Gebirgsjäger schaute ihnen entgeistert nach, als sie knapp an ihnen vorbeistoben und schüttelte dann den Kopf. Megann war das alles egal. Sie wollte nur den Auftrag erledigen und zu einem Magier.

Der Widder wurde langsamer und Megann ließ ihn gewähren. Es würde nichts bringen, würde der Widder unter ihr zusammenklappen. Außerdem mochte sie das Tier. Hannibal trabte durch die Schneelandschaft Dun Moroghs und gönnte sich einige Minuten Luft, bis er dann wieder von selber zu galoppieren anfing.

Steil ging es nach oben und die mächtigen Tore von Eisenschmiede kamen immer näher. Schon wollte der Widder nach rechts zu seinem Pferch abbiegen, aber Megann zerrte am Zügel und lenkte ihn in die Stadt hinein. Sie nickte einigen Wachen zu und zügelte die Gangart des grauen Widders, bis er im Schritt trottete.

Megann fragte eine Zwergin nach dem Weg zu einem Magier und lenkte dann den Widder gen Magierviertel, zu einem kleineren Steinhaus. Davor saß ein Gnom der gerade an einer Apparatur rumschraubte.
„Ich suche den Magus, der hier leben soll“, sagte Megann freundlich. Der Gnom musterte sie und grinste dann leicht.
„Ja, das glaub ich Euch gerne“, antwortete er und kam dann interessiert näher. Er ging ohne Scheu um den Widder rum und zu Megann's rechter Seite.

„Ja, … sehr interessant. Stümperische Arbeit und ein wenig … verdreht“, murmelt er vor sich hin und blickte dann nach oben.
„Habt ihr Geld?“ fragte er sie und kniff die Augen leicht zusammen. „Sicher“, sagte Megann. „Muss ich vom Widder oder könnt ihr auch hier arbeiten?“, fragt sie ihn leise.

„Ich bin mir sicher, dass ich auch hier arbeiten kann, wenn ihr mir …“ er blickte grübelnd, „32 Silber dafür gebt“.
Megann nickte und kramte in der Satteltasche nach ihrer Börse.
„Nehmt Euch was ihr braucht“ sagte sie und ließ den Lederbeutel in die Hand des Gnoms fallen.

Der Gnom nickte und zählte sich, zu Meganns Erstaunen, 32 Silber ab und gab ihr dann die Börse wieder. Megann sie an und steckte sie wieder weg.

„Ihr müsste wissen, auch wenn ich den Lähmungszauber entfernen werde, werdet ihr noch ein paar Tage immer wieder Nachwirkungen spüren“, sagte der Gnom und krempelte die Ärmel seiner Robe hoch.
„Was bedeutete das?“, fragte Meg argwöhnisch.

„Taubheitsmomente, Kribbeln und vielleicht das ein oder andere Reißen im Bein“, kam die Antwort, als der Gnom mit seinen Händen entlang des Beines fuhr, ohne jenes zu berühren.
„Kann ich es dann wieder normal bewegen? Nach den paar Tagen?“ fragte Megann und schaute kritisch herunter.
„Sicher! Aber ihr solltet Euch erneut unter Behandlung begeben, wenn es nach zwei Tagen immer noch Nachwirkungen gibt“.
Megann schluckte und nickte. „Gut. Fangt an!“ sagte sie und schaute argwöhnisch.
„Ich bin schon fertig“, sagte der Gnom dann mit einem Lächeln und blickte zu ihr hoch.

Megann runzelte die Stirn und wollte schon was erwidern, als sie ein Kribbeln durch ihr taubes Bein ziehen spürte.
„Ruhe ist wichtig und vielleicht solltet ihr Euch den Dreck mal abwaschen“, sagte der Magier, rümpfte leicht die Nase und wedelte mit der Hand gen ihrer Kleidung.

Erst jetzt wurde sich Megann bewußt, wie schrecklich sie aussehen musste. Sie nickte und drückte leicht ihr rechtes Bein. Ein Keuchen kam von ihren Lippen, als ein Schmerz sie durchzuckte. „Das brennt ja wie Feuer“, presste sie hervor und starrte den Gnom an.
Jener winkte ab. „Das ist normal. Das sind die Nerven. Vergeht bald wieder. Am besten schlaft ihr Euch aus und lasst mal einen Arzt schauen, ob nicht was verletzt ist“, der Gnom blickte interessiert zu der Frau.
„Darf ich fragen, wer Euch das angetan hat? Es ist wirklich eine stümperhafte Arbeit gewesen“, sagte er und zwirbelte sich am lila Bart.
„Nein“, antwortete sie, nickte dem Gnom zu und wendete den Widder.

Sie hörte den Gnom noch leise was von, „War ja nur eine Frage“ brummeln, bevor sie den Widder gen Dunkles Viertel lenkte. Dort gab es eine Unterkunft, wo keine Fragen gestellt wurden und wo sie sich waschen konnte.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:53

Verfasst am: 16. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Samstag Teil 2

Megann hatte sich gewaschen und umgezogen. Nun, sah sie wieder wie eine vorzeigbare Botin aus. Sie trug ein Kleid und darunter eine Hose und eine Schiene am rechten Bein. Zwar hatte der Gnom ihr den Lähmungszauber entfernt und in den letzten Stunden war das Gefühl in ihn Bein immer mehr zurück gekehrt, doch hatte er ebenfalls betont, dass es zu Nebenwirkungen kommen könnte.

Sie wollte das Risiko nicht eingehen, dass sie unterwegs umkippte, weil ihr Bein nachgab, da humpelte sie lieber. In der Unterkunft hatte sie einen verschwiegenen Arzt kommen lassen, der ihr Bein abgetastet hatte. Doch außer ein paar schmerzhaften Prellungen hatte sie nochmal Glück gehabt.

Megann hatte den Arzt gebeten, ihr eine Schiene anzulegen. Würde sie einer fragen, hatte sie sich schon ausgemalt etwas von einem Sturz zu erzählen und dass sie ihr Bein schonen musste, da das Knie leicht verletzt war. Sie hatte sich ebenfalls vorsorglich eine Salbe für das Knie geben lassen.

Nun humpelte sie, mit dem Widder am langen Zügel durch Eisenschmiede. Sie hatte kurz zuvor das „Geschenk“ an die drei Clanoberhäupter in einer Box gepackt und mit dem versiegelten Schreiben von Genn Graumähne abgeliefert.

Ihr Auftrag war erfüllt und Megann trottete mit dem Widder gen Tiefenbahn. Sie hatte sich entschlossen, das Tier zu behalten. Irgendwie war ihr der Widder ans Herz gewachsen. Sie würde dem Zwerg einen Betrag schicken, der angemessen war. Immer mal wieder durchzuckte sie ein brennender Schmerz und ließ sie kurz innehalten. „Wie soll ich das nur heute Nacht schaffen?“, fragte sie sich im Stillen, als sie mit dem Widder im Frachtabteil der Bahn reiste.

Bald darauf trat sie in Sturmwind aus der Tiefenbahn und hinein in das Gewusel der Stadt. Zunächst brachte sie ihren Reitwidder zu einem Widderstall und schleppte sich dann zu ihrem Unterkunft. Müde fiel sie ins Bett und war kurz darauf eingeschlafen.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:53

Verfasst am: 16. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Sonntag

Tock, Tock, Tock … Megann murrte und verfluchte den Specht, der an den Baum hämmerte. Langsam tauchte sie aus dem Schlaf auf und wurde gewahr, dass sie nicht auf einer Wiese, in den Armen eines ihr nur zu bekannten Mannes lag, sondern in ihrem Bett, das Kissen an sich gedrückt und die Decke halb über ihr, wie zuvor die Arme des Mannes gelegen hatten.

Tock, Tock – ging es erneut und Megann hob den Kopf. Das fahle Licht des Morgens erhellte ihr Zimmer und mit einem Schlag war sie wach. „Scheiße!“ fluchte sie laut und rappelte sich aus dem Bett. Ihr rechtes Bein schmerzte bei der Belastung.

„Ich KOMME JA“, rief sie lauter und das Pochen an der Tür verstummte. Megann rubbelte sich über das Gesicht und humpelte zur Türe.
„Wer ist da?“, fragte sie vorsichtig und lauschte.
„Post“, kam es ruhig von der anderen Seite.

Megann öffnete die Türe und blickte auf einen Boten, der ihr bekannt vorkam. Er war ein Bote des Königs und er hielt ihr einen Umschlag entgegen.
„Gesegneten Sonntag“, sagte er mit einem Nicken und machte dann kehrt, als Megann den Umschlag entgegen nahm.
„Mh, ebenso“, murrte sie und schloss die Türe.

Sie lehnte sich an die Türe und brach das neutrale Siegel.

Mit Dank für die exzellente Arbeit und Ausührung der Lieferung, findet ihr die Bezahlung, wie abgemacht vor.

Megann legte das Schreiben auf das Bett.

„Sonntag“, ging es ihr durch den Kopf. Sie hatte den Termin mit Billy, dem Schmierer verpasst und den Fuchs versetzt. Leise fluchte sie vor sich hin.

Megann holte Schreibzeug von der Kiste unter dem Bett hervor und begann ein kurzes Schreiben zu schreiben, welches sie später durch einen Boten abliefern lassen würde. Immerhin hatte der Fuchs das Geld erhalten und somit dürfte für ihn das Thema erledigt sein. Sie würde sich ein anderes Mal um den lausigen Billy kümmern.

Einige Zeit später war Megann auf die Straße getreten. Humpelnd ging sie, mit einem großen Hut auf dem Kopf, welcher ihr Haar und die Hälfte des Gesichts im Dunkeln ließ durch die Gassen und fing einige Blicke von Leuten auf. Sie winkte einen der Straßenburschen zu sich. Ein halbes Silberstück wechselte den Besitzer und Megann drückte dem Burschen ein Schreiben in die Hand und erklärte ihm, wo und wie er es abliefern sollte. Dann sollte er ins Pfeifende Schwein kommen und dort würde ihm dann bei Ablieferung ein weiteres halbes Silberstück erwarten.

Nachdem der Bursche davon geeilt war, ging Megann ins Schwein und hinterlegte dort für einen Burschen, namens Simon ein halbes Silberstück in einem Umschlag.

Kurz darauf humpelte sie wieder zurück in ihre Behausung und legte sich bald darauf wieder hin. Das Bein brannte und zweimal wollte es ihr wegknicken. Sie dankte der Schiene, dass dies nicht geschehen konnte.

Morgen, so nahm sie sich vor, würde sie den Magier ihres Vertrauens aufsuchen und er sollte nochmal nach dem Bein sehen. Sie traute dem kleinen Gnom nicht richtig.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:54

Verfasst am: 26. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Es knarzte und knatterte in den Segeln über ihr, ihr Blick ging hinaus über die See. Megann löste ihren Pferdeschwanz und ließ ihr Haar im Wind fliegen. So stand sie eine Weile an der Reling und fing ab und an ein paar Blicke von weiteren Mitreisenden ein. Die Nachtelfen auf dem Schiff verrichteten ihre Arbeit und unterhielten sich in ihrer Sprache, der Singsang passte sich dem Meer an und rollte über sie hinweg.

Gestern bereits war sie losgesegelt und noch am heutigen Tage sollten sie ankommen. Dann war es nicht mehr weit bis Darnassus. Ganz überraschend hatte sie gestern eine Nachricht des Königs erreicht. Er benötigte einen Botengang nach Darnassus.

Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich dieses Mal wirklich nur um einen Botengang. Sie freute sich, endlich einmal wieder auf dem Meer sein. Das Rollen und Knarzen unter den Füßen spüren, welches sich durch den ganzen Körper zog. Megann liebte das Meer. Es war der Inbegriff von Freiheit.

Statt jedoch mit einem Magierportal zu reisen, hatte der König ihr angeordnet die übliche Route per Schiff zu nehmen. Er wollte unnötiges Gerede vermeiden und zog den üblichen Weg vor.

Dieses Mal trug sie das königliche Wappen am Revers. Sie war als offizielle Botin von Gilneas unterwegs. Ihr war durchaus bewußt, dass es ein Risiko barg als offizieller Bote unterwegs zu sein und so behielt sie die ganze Zeit über ihre Wachsamkeit bei.

Megann lächelte als sie einen Schwarm fliegender Fische beobachtete, die sich in sicherer Entfernung zum Boot tummelten. Bald jedoch waren sie vorübergeglitten und die Segel knatterten fröhlich im Wind.

Ihre Gedanken flogen dahin und sie dachte an ihn ... wie so oft in der letzten Zeit. Noch bevor sie an Bord gegangen war hatte sie ihn kurz von Weitem gesehen. Lachend und scherzend mit seinen Kumpanen vom Dock hatte er da gestanden und sich einen halben Eimer Frischwasser über den Kopf und den Körper gegossen, sich geschüttelt und dann gelacht. Sie hatte gelächelt als sie ihn beobachtet hatte und sie hatte sehr wohl das Kribbeln in ihrem Bauch bemerkt gehabt.

Nachdenklich war sie mit den anderen Passagieren an Bord gegangen und hatte von oben erneut zu den Arbeitern geblickt.
Sie war nicht die Einzige gewesen, die zu den Arbeitern geblickt hatte. Boten sie doch einen ganz passablen Anblick. Zumindest aus der Ferne. Da leuchteten ein paar Frauenaugen und sogar ein paar Männeraugen funkelten über die Körper der halbnackten Arbeiter, die sich eine Pause gönnten.

Einmal hatte sie gemeint er hätte herüber geschaut. Ihr Herz machte einen kleinen Sprung und sie lächelte. Ob er sie nun gesehen hatte oder nicht, für sie war es ein schönes Geschenk gewesen, vor ihrer Abreise und so ging sie die Reling entlang als das Schiff ablegte und behielt ihn im Auge, während sie langsam aus dem Hafen ausliefen und sie ihn bald nicht mehr sehen konnte. Noch ein Weile blieb sie dort stehen und schaute gen Festland.

Wenn alles gut lief dann hoffte sie ihn in ein paar Tagen wieder zu sehen.

Megann seufzte leise und das Seufzen wurde ihr vom Fahrtwind von den Lippen gerissen und übers Meer getragen.

"Laaaaaaaaaaaaand in Sicht!" schallte es über Bord und Megann drehte sich um. Dort am Horizont kam das Elfenreich in Sicht. Bald schon würden sie dort sein.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:54

Verfasst am: 30. Jul 2012
Megann hat geschrieben:Leicht grünlich im Gesicht blinzelte Megann und versuchte sich zu orientieren.
"So hier entlang" kam eine schnarrende Stimme und sie wurde am Arm geführt und einige Schritte nach rechts geleitet. Dort befand sich eine Bank auf die sie sich setzen konnte und dem auch erst einmal nach kam.
Neben hier murmelte ein Mann vor sich hin "Verflixte Magie".

Megann blinzelte und holte tief Luft. Endlich nahm die Übelkeit und der Schwindel ab und auch die Sternchen hörten auf vor ihren Augen zu flimmern.
Sie blinzelte und schaute um sich. Holzvertäfelungen, ein paar Regale, zwei Magier in Roben, neben einem flirrenden grünlich Schimmernden Lichtkreis, sowei drei Holzbänke. Sie befand sich im Raum der Portalankünfte in Sturmwind. Sie seufzte, strich sich über die Hose und erhob sich langsam.

"Geht es wieder, Miss?" fragte eine junge, schwarzhaarige Magierin, die sie leicht besorgt musterte.
"Geht wieder. Danke", antwortete Megann, nickte ihr dann zu und schritt durch die schwere Holztüre nach draussen.

Kaum war sie vor die Türe des Turmes getreten, begrüßte sie Vogelzwitschern, Sonnenschein und das Gejohle von Kindern, die einem fliegenden Ballon hinterher rannten.

"Sturmwind", dachte sich Megann und dann lächelte sie leicht.

Sturmwind bedeutete, dass ER auch wieder in der Nähe war. Sie hatte ihn wirklich vermisst in den letzten Tagen und sehr häufig an ihn gedacht. Mittlerweile musste sie sich eingestehen, dass er für sie mehr bedeutete als nur ein amüsanter Zeitvertreib. Er war ihr ans Herz gewachsen und auch wenn sie nicht wusste, wo es hin führen sollte, so freute sie sich darauf ihn hoffentlich bald wieder zu sehen.

Beschwingten Schrittes ging sie durch die Stadt und grüßte die Personen, die sie vom sehen kannte.
Megann wollte gerade die Türe zum Durchgang aufschließen, als ihr Vermieter den Kopf aus der Ladentür streckte.

"Miss Derrington" lächelte er breit, "wieder in der Stadt. Wie schön!"
"Bryan. Ich dachte wir wären bei den Vornamen gewesen" antwortet Megann und lächelte ihm herzlich zu. Sie mochte ihren Vermieter.
"Ehm, richtig. Ja ... also ... hätten sie einen Augenblick?"
"Sicher" Megann nahm den Schlüssel wieder aus dem Schloß und folgte ihm. Er ging durch den Laden voraus und in das kleine Büro, welches angeschlossen war und durch welches eine Treppe nach oben in seine Räumlichkeiten führte.

"Se..setzt Euch doch", sagte er und räumte einen Stapel Papiere weg, streckte anbietend die Hand gen Stuhl aus und nickte ihr zu.
Megann runzelte leicht die Stirn und setzte sich dann.
"Nun, heraus mit der Sprache, was ist es?"

Die Röte schoß dem Mann in die Wange und er zupfte sich an der Weste herum.
"Ich ... also ...nun .. ich .. ja ... ich"
"Ja?" fragte sie und legte den Kopf leicht schräg.
"Nun" er räusperte sich und blickte sie dann direkt an. "Ich bin nicht umhin gekommen, dass ... nun ein Mann ist ab und an mit Euch hier gesehen worden und ... ich also...."
"Mh ...Ja?"
"Nun er geht ja wohl auch erst am Morgen wieder ... ich ... nun ...er ...ihr ..." erneut räusperte er sich "ihr vermietet ja wohl nicht unter und ...."
"Nein" sagte sie ruhig und amüsierte sich innerlich königlich.
"Ja ... hab ich mir gedacht" murmelt Bryan und räuspert sich erneut.
"Also ... ehm ... es ... wurde dann nochmal jemand gesehen der mit Euch nach oben gegangen ist ... so ein Mann ohne Haare und komischen Zeichen auf dem Kopf ..."
Megann hob eine Braue und ihr Vermieter errötete noch mehr.

"Also ... ich nehm an das war ein ... Freund?"

Megann richtete sich auf und das Lächeln war ihr aus dem Gesicht gewichen.
"Bryan" setzte sie an und ihre dunkelblauen Augen fixierten ihn.
"Ich hätte nicht vermutet, dass ihr einen Wert darauf legt, wer bei mir ein und aus geht. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Nase Eurer Mutter sich nicht in die Angelegenheiten Eurer Vermieterin steckt ..." sie hob die Hand, um ihn am Reden zu hindern.

"Der Mann ohne Haare ist ein Priester und zufällig ein Freund von mir und sollte er mich noch einmal besuchen wollen, dann werde ich ihn auch wieder zu mir hoch bitten, wenn mir danach ist."
"Ein ...P.. p... Priester?"
"Sagte ich" kam es ruhig von ihr und stand dann auf.

Ihr Vermieter schaute weiter auf sie herunter, was bei ihrer geringen Größe wahrlich nicht schwer war.
Megann blickte ihn ruhig an.
"Wisst ihr, Bryan. Wen ich empfange und wen nicht und in welchem Sinne, dürfte Euch egal sein und sagt Eurer Mutter, dass sie sich um ihre Angelegenheiten kümmern soll. Sonst könnte mir mal rausrutschen, wer Euch jeden Mittwoch spät in der Nacht besuchen kommt ..."

Bryan wurde erst blass und dann rot und öffnete den Mund.
"Mir ist es egal was ihr tut und mit wem ihr es tut, solange ihr glücklich seid und das ... Bryan solltet ihr auch mir zugestehen. Ansonsten werde ich mein Geld nehmen und mir woanders ein Zimmer anmieten, wo es diskreter zu geht."

Megann wartete keine Antwort ab, drehte sich um und ging durch den Laden nach draussen. Kurze Zeit darauf, hatte sie sich frisch gemacht, umgezogen und ging zu ihrer Poststelle.

Dort warteten bereits einige Lieferungen auf sie, die dringend auszuliefern waren.
"Gab es sonst noch was, Cedric?" fragte sie den Burschen, den sie immer einstellte, wenn sie außerhalb der Stadt unterwegs war und auch für ein paar Stunden am Vormittag, wenn sie die meisten Auslieferungen vornahm.
"Nee, Miss. Sonst gabs da nüscht", antwortete der rothaarige, sommersprossige, schlacksige Bengel und grinste sie an.
"Na gut. Du sortierst bitte noch die Briefe und Päckchen vor für meine späteren Runden."

Cedric nickte. Megann nahm sich den Vormittagsstapel und befüllte dann ihre Posttasche.
"Bis später, Cedric".
"... ach Miss.... da war doch noch ne Zwergin ... mit so ner Flügelkappe, die ... wollte sie sprechen"
Megann drehte sich um und schaute den Jungen an.
"Was wollte sie denn?"
"Wes ich nich" sagte er und zuckte mit den Schultern.

Sie seufzte leise und nickte dann.
"Darüber reden wir später noch" meinte sie mit einem Seufzen, drehte sich dann um und begann ihre Runde durch die Stadt.

Sie war überrascht gewesen, wieviel Post auf sie gewartet hatte. Cedric hatte zwar eilige Auslieferungen innerhalb der Stadt übernommen und er war ihr eine große Hilfe, aber es schien, als würde ihr Postdienst gut angenommen werden.
"Vielleicht brauch ich bald Hilfe..." grübelte Megann während sie durch die Stadt ging.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:55

Verfasst am: 20. Aug 2012
Megann hat geschrieben:Es war schwül und drückend. Die Hitze hielt sich in den Gassen Sturmwinds hartnäckig fest, wie eine Klette in den Haaren. Auch heute hatte Megann wieder die leichte Sommerkleidung für ihre Postgänge gewählt. Dennoch hatte sie sich zum Mittag hin bereits umziehen müssen.

Jetzt saß sie im Schatten am kleinen Stadtteich und hielt die Füße ins Wasser. Eine Krähe saß auf einem Fels in der Mitte des Teichs und hatte ihren Schnabel weit geöffnet.

"Dir ist auch heiß, hm?" sagte Megann mitfühlend und blickte zu dem schönen Vogel.
Die Krähe legte den Kopf leicht schräg und blickte sie an.

Megann blickte zurück. Das Tier war recht groß und irgendwas an den Augen kam ihr bekannt vor.
Sie neigte den Kopf leicht schräg und auch der Vogel neigte den Kopf ein wenig schräg.

"Du hast gut schauen", sagte Megann und wedelte sich mit der Hand was Luft zu.
"Fünf schwere Pakete musste ich heute morgen schleppen. Fünf! Und wenn ich dir sage ... die waren wirklich schwer!"
Megann drückt kurz ihren Rücken durch und es knackt einmal leise.
Erleichtert seufzt sie ein wenig auf und blickt wieder zu dem Vogel, der interessiert ein wenig näher gehopst kam.

"Der Rücken schmerzt, die Füße glühen ... diese Hitze ist fürchterlich. So heiß war es in Gilneas nie, weißt du?!" sprach sie sanft zu dem Vogel, der ihr immer noch zu lauschen schien.

Erneut seufzte sie leise.
"Mir fehlt meine Heimat" murmelt sie und der Vogel hopste noch ein wenig näher. "Hast du Familie?" fragt Megann und lacht dann leise auf. Der Vogel legt den Kopf schief. "Bestimmt hast du Familie ... oder vielleicht bist du auch alleine wie ich?"

Megann wedelt leicht mit der Hand, der Vogel hopst ein wenig zur Seite.

"Ich wollte dich nicht erschrecken. Entschuldige" murmelt Megann und blickt erneut zum Vogel. Die Krähe blickt sie aus intelligenten Augen an und legt den Kopf ein wenig schräg.

"Ich bin alleine. Meine Familie ist wohl tot, denn bisher hab ich sie nicht gefunden und auch Lesther ... " Megann stockt und schluckt ein wenig, "Lesther ..." murmelt sie leise. Die Krähe krächzt und schlägt mit den Flügeln.

Megann blinzelt die aufsteigenden Tränen weg und lächelt dann ein wenig gezwungen.
"Schau mich an, jetzt sitz ich hier und red mit einem Vogel", sie lacht leise und schüttelt ein wenig ihr rabenschwarzes Haar.

"Du machst dir freilich über solche Dinge keine Gedanken, hm?"
Megann legt den Kopf auf den Knien ab und schaut die Krähe an, welche den Kopf erneut schräg hält und sie mustert.
Auch Megann legt den Kopf schräg und starrt die Krähe an. Die Krähe starrt zurück. Megann's Augen fixieren die Augen der Krähe und so starren sie sich eine Weile an, bis die Krähe blinzelt und weg sieht.

"Ha! Gewonnen!" stößt Megann lachend aus und die Krähe tappelt auf dem Stein hin und her.

"Ach jetzt gräm dich doch nicht. Warte ich hab hier was für dich ..."
Meg wühlt in ihrer Tasche und fördert ein Stück Apfel hervor, von dem sie ein gutes Stück abbeißt und dem Vogel hinwirft.
"Hier. Ich hoffe es stört dich nicht, dass ich es im Mund hatte", sagt sie mit weicher, melodischer Stimme.

Der Vogel schnappt sich das Stück Apfel und beginnt es zu verspeisen.
"Wohl nicht" murmelt Meg und beobachtet das schöne Tier eine Weile.

"Jetzt muss ich aber wieder weiter. Die Post will ja ausgeliefert werden." Mit den Worten nimmt Megann die Füße aus dem Wasser und schlüpft in ihre Sandalen, bevor sie sich langsam erhebt.

"Es war mir eine Ehre" sagt sie und deutet eine Verbeugung an.
Die Krähe hüpft zwei Schritte nach vorne und krächzt heiser.

Ein Lächeln breitet sich auf Megann's Gesicht aus.

"Morgen Mittag bin ich wieder hier ... vielleicht seh ich dich ja ...", mit den Worten nimmt sie ihre schwere Posttasche auf und geht über die Wiese zurück gen Stadt.

Die Krähe schaut ihr noch eine Weile hinterher, bevor sie sich ebenfalls in die Lüfte schwingt.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:55

Verfasst am: 21. Aug 2012
Megann hat geschrieben:Megann zog sich die Maske über den Kopf und fluchte leise vor sich hin.
"Eine Seuche ... bekommt man ja fast Heimatgefühle" brummte sie.

Bereits gestern Abend waren die ersten Kutschen aus der Burg gerollt und so ging es die halbe Nacht. Am frühen Morgen, er hatte noch geschlafen, hatte sie sich aus dem Zimmer geschlichen und war durch die Geheimgänge zur Burg gehuscht.

Der König selbst wollte vorerst noch bleiben, doch seine Frau und seine Tochter sollten zur Sicherheit nach Gilneas reisen.

"Ihr werdet hier Stellung halten und in der Stadt wie immer Aug und Ohr sein. Ich erwarte täglichen Bericht, habt ihr verstanden?"

Sicher hatte sie verstanden. Dahin war ihr Plan für ein paar Tage selber aus der Stadt zu verschwinden, bis diese komische Krankheit wieder im Griff war.

"Sicher, Sire" hatte sie gesagt und salutiert.

Dann durfte sie wieder gehen und trollte sich durch die Burgküche nach draussen, wo sie ein frisches Laib Brot und einen Rommel Käse mitgehen liess.

Somit hatte sie immerhin eine plausible Entschuldigung parat, als sie kurze Zeit später wieder zurück in ihre Kammer kam. Sie hätte sich jedoch nicht sorgen brauchen, er schlief immer noch selig und ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

Leise stellte sie die Sachen auf dem Tischlein ab. Sie wollte sich gerade die Maske vom Kopf ziehen als er die Augen aufschlug und sie müde anblinzelte. Die Müdigkeit schien schlagartig aus seinen Augen zu verschwinden als er sie sah.

"Was ..." dachte sie sich und realisierte dann die dunkle Maske, die ihr Gesicht fast vollständig verbarg. Sie zog sie sich lachend vom Kopf, "Ich bins doch nur ..." meinte sie und legte die Maske auf den Tisch neben das duftende Brot.

Er schien sich von seiner Überraschung schnell wieder erholt zu haben und grinste sie an.
"Hat was ..." brummte er noch leicht müde und schlug die leichte Decke zurück.

Megann grinste, "Anscheinend ..." raunte sie und kurze Zeit später schlüpfte sie ebenfalls wieder unters Laken.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 18:57

Verfasst am: 26. Aug 2012
Megann hat geschrieben:Essig war der durchdringendste Geruch der im Gebäude am Hafen herrschte in dem Megann sich seit dem Ausbruch der Seuche befand.

Am Schreibpult brannte eine Kerze und die Flamme flackerte vor sich hin. Malte Schatten an die Wände und hinterließ Irrspiele für die Augen. Eine weibliche Silhoutte stand am Fenster und blickte hinaus.

"Welch Irrsinn geht hier vor" dachte sie sich abermals und dunkelblaue Augen huschten über die Menschen, die entweder zum Hafen strömten oder von ihm kamen.

"Niemand ist sicher vor der Seuche, Hoheit. Ich rate Euch, verlasst den Ort des Wahnsinns, bevor auch ihr von der Seuche ereilt werdet."

So hatte ihr letzter Bericht an seine Majestät gelautet, den sie vor ein paar Stunden im Schloß auf den Schreibtisch von Graumähne gelegt hatte. Es war nicht leicht gewesen für sie unerkannt aus dem Schloß zu gelangen. Viele Wachen befanden sich um die Altstadt postiert. Sie hatte einen anderen Weg wählen müssen, den Weg durch die Gänge unterhalb der Stadt. Ein Weg den sie nicht gerne nahm, der jedoch schon manches Mal von großem Vorteil gewesen war.

Am liebsten wäre sie schon vor Tagen aus der Stadt verschwunden. Immerhin hatte sie ihre beste Freundin mit den Kindern und ihrem Mann aus der Stadt gebracht und auch Cedric mit seiner Mutter und die beiden anderen Frauen, die sie geheim unterstützte hatte sie aus der Stadt gebracht.

Nur der Auftrag hielt sie noch hier. Der Auftrag und er. Würde der König abreisen, so hoffte sie, könnte auch sie abreisen und ihn mitnehmen. Zu groß war die Gefahr der Ansteckung und des Todes der lauerte so lange kein Gegenmittel zu finden war.

Es klopfte an der Türe. Megann lauschte und hörte dann wie ein Schreiben durch den Schlitz geschoben wurde. Auf leisen Sohlen huschte sie im Halbdunkeln die Holzstufen hinunter und bückte sich zu dem Schreiben, welches kein Siegel barg.

"Das Schreiben des Königs", schoß es ihr durch den Kopf und sie zerbrach den Wachstropfen, faltete das Papier auseinander und begann zu lesen.

"Der Wolf verläßt den Bau, doch der Bau soll weiter geschützt bleiben durch die Treuen. Schließt Euch jenen an, die nach dem Gegenmittel suchen. Verkleidet Euch und uniformiert Euch in den Farben unseres Landes. Im Namen der Gemeinschaft und unseren Brüdern der Allianz heißt es das Gegenmittel zu finden und ich möchte, dass ihr Euren Teil dazu leistet. Im Namen Gilneas!"

Megann schloß die Augen und atmete tief durch. Kurz blieb sie so stehen, ergeben und geschlagen. Dann öffnete sie die Augen wieder und drückte ihre Schultern zurück.

Schnell eilte sie die Treppe hoch und verbrannte kurz darauf die Order ihres Königs. Jetzt galt es sich vorzubereiten.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Sa 23. Feb 2019, 19:00

Megann hat geschrieben:Megann blickte in den Spiegel und seufzte leise. Fort war ihr sonst so rabenschwarzes Haar und es grüßte sie ein straßenköterblond. Ein Auge hatte sie mit einer Augenklappe verdeckt und die Haare waren nicht nur magisch gefärbt worden, sondern auch ein wenig verlängert.

"Wirklich ein gutes Händchen für Haare hat der Magus", dachte Megann sich erneut als sie ihre Uniform anzog. Gegen ihre dunkelblauen, oftmals violett wirkenden, Augen hatte sie leider noch kein Mittel gefunden, um auch diese farblich zu verändern. Eine Täuschung kam nicht in Frage, war es doch viel zu wahrscheinlich, dass ein Magier diese Täuschung durchschauen könnte.

Vorsichtig pinnte sich Megann noch ihr Abzeichen an und schaute dann erneut in den Spiegel. Sie nickte, Heather Marsh, Hauptmann der gilne'schen Armee war bereit für ihren Einsatz.

Nocheinmal richtete sich Megann den Schwertgurt und überprüfte die Halterung der Pistolen auf ihrem Rücken, dabei dachte sie an das erste Mal, als Heather Marsh auf den Plan gekommen war. Damals hatte sie jedoch die Haare wirklich färben müssen und die Prozedur mit dem Pferdeurin wollte sie wirklich nicht nocheinmal durchleben. Tagelang hatte sie das Gefühl gehabt zu stinken. Erst nach Pferdepisse und dann nach dieser unsäglichen Mischen an Kamille, Wildstahlblume, Felsendistel und Honig, um das Haar wieder geschmeidig und glänzend zu bekommen.

Lesther hatte immer wieder sein Lachen unterdrücken müssen, als er sie gesehen hatte, doch nach und nach hatte sie sich daran gewöhnt, wie auch an die anderen Gangart und ein wenig andere Sprechweise.

Monate lang hatte sie zwei Leben gehabt. Damit ihrer Familie nichts auffiel hatte sie eine Perücke getragen und einen modischen Tick entwickelt, sich die Haare oft unter einem Wickeltuch zu verstecken.

Megann schmunzelte als sie daran dachte, es war eine umtriebige Zeit gewesen und notwendig, um die Armee von innen heraus zu prüfen.

Lesther hatte ihr immer wieder den Ansatz nach gebleicht, wenn das Schwarz wieder zu sehen war. Megann zog die Türe ihrer Unterkunft am Hafen zu und band die braune Stute los, die sie sich geliehen hatte. Mit Hannibal, ihrem Reitwidder, konnte sie wohl schlecht aufkreuzen. Die Stute war rassig, geschult und nicht allzu groß, was der kleinen Person zu gute kam.

Am langen Zügel führte Megann das Pferd durch die Gassen zum Kathedralenplatz, dort hatten sich bereits einige Uniformierte gesammelt. Megann band die Stute fest, blickte sich um und ging die Stufen zur Kathedrale nach oben.

Im Inneren traf sie auf zwei der Scharlachroten und wie sie sehen konnte, war die Kommandantin von Ihnen eine davon. Innerlich war Megann ein wenig angespannt. Die Frau hatte sie schon öfters als Botin gesehen. Sie grüßte zackig und verlangte zu erfahren, wer für die Gegenmittelsuchaktion zuständig sein.

Befriedigt registrierte Megann, dass die Frau keinen Verdacht schöpfte als sie ihr das Schreiben des Königs überreichte. Kommandantin Shukov nickte und befahl ihr, sich vor der Kathedrale zu postieren, dort wäre der Sammelpunkt und es würde bald losgehen.

Megann salutierte und ging zackigen Schrittes wieder nach draussen. Es hatten sich noch ein paar gesammelt und gerade kam der Legat um die Ecke mit seinem Talbuk am Zügel führend.

"Ihm würde ich noch zutrauen, dass er alle anderen, die heute hätten mit sollen, was ins Getränk gegeben hat, dass ihnen sehr schlecht ist und sie so nicht teilnehmen könnten, nur damit er mal wieder raus kommt", dachte sich Meg als sie den kleineren, schwarzhaarigen Mann anblickte, der gerade seine Kettenrüstung unter der Reittunika am richten war.

Sie mocht den Legaten irgendwie. Er war zwar oftmals sehr verklärt, doch schlagkräftig und sehr subtil. Meg schmunzelte hinter ihrer Vermummung.

"ACHTUNG" schallte es über den Platz und alle drehten sich zur Treppe um, auf der die Kommandantin der Faust stand. Megann straffte ihre Haltung militärisch und blickt starr nach vorne.

Der Befehl zum aufsitzen wurde erteilt und dann ritten sie los. Megann hatte sich vorgenommen ein Auge auf den Legaten zu halten. Schließlich war er der Einzige seines Ordens. So blieb Megann die ganze Zeit über nah beim Legaten.



Das Wetter im Elwynn war ihnen wohlgesonnen und kurz nach Goldhain spornten sie die Reittiere zum Galopp an. Schnell wechselte die Landschaft um sie herum und bald kamen die ersten Ausläufer des Rotkamms in Sichtweite. Das Grün wechselte zum eisenhaltigen rotbraun des Rotkammgebirges und sie konnten ohne Probleme den Wall passieren, ritten dann auf die Brücke zu.

Ein Mann stand an der Brücke und hob die Hand.


... Fortsetzung folgt

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