Megann Derrington - Botengänge und mehr

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:44

Megann hat geschrieben:Der Abend tauchte das Magierviertel in atmosphärisches Licht. Man hörte leise die Geräusche der Nachtschwärmer. Studenten zumeist, die auch das kältere Wetter im Winter nicht scheuen konnte nach draussen zu gehen und das ein oder andere alkoholische Getränk zu sich zu nehmen.

Manches Mal beobachtete Megann sie von ihrem Dachstudio aus, wie sie, gerade in den lauen Sommernächten am Brunnenplatz vor ihrem Hause saßen, lachten und über die Professoren herzogen oder sich gegenseitig zeigten, was sie gelernt hatte. Mitunter konnte das sehr amüsant werden.

Heute jedoch war Megann nicht interessiert nachzusehen, was unten vor ging. Sie lass konzentriert die Botschaft, die ihr über ihren geheimen Briefkasten zu gekommen war. Ein Brief an die Füchsin, verbunden mit einem Auftrag, der durchaus das Einkommen des ganzen Jahren bedeuten würde.

Aber wollte sie das wirklich?
Wollte sie wirklich nach ... Gilneas?

Meg blickte von dem Brief auf und auf die Landkarte, die vor ihr an der Wand hing. Gilneas ... Kriegsgebiet ... Untote ... Heimat. Erneut blickte sie auf die Zeilen ihres Auftraggebers.

Nach Gilneas zu kommen wäre das geringste Problem ... alles andere stellte eine gewisse Herausforderung dar. Ein Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
Sie liebte Herausforderungen.

Mit einer geschmeidigen Bewegung stand sie auf und ging zum prasselnden Kaminfeuer. Der Brief segelte schon fast anmutig in die Flammen und es dauerte nicht lange, da war er nur noch ein Häufchen Asche.

Meg band sich die Haare im Nacken zusammen. Es galt zu planen.
Verfasst am: 24. Jan 2018

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:44

Megann hat geschrieben:Als Mistress Hilde mit den anderen Haushälterinnen aus ihrem Viertel auf dem Marktplatz stand, jede einen Einkaufskorb am Arm, war das Hauptgesprächsthema das Witwenstift in der Nachbarschaft.

Am Sonntag Nachmittag hatte Hilde beobachtet, was dort alles passiert war und das gab sie natürlich den anderen weiter. Schließlich war man sich einig, ein Witwenstift konnte nur bedeuten, dass es Ärger gab. Zwar waren die meisten der Frauen selbst Witwen, aber sie hatten es aus eigenen Stücken geschafft. Was da also kam konnte ja nur Kroppzeug sein. Da war man sich einig.

Am späteren Nachmittag, als Megann Äpfel für ihre Mitarbeiter kaufte, hörte sie die Gerüchteküche. Mittlerweile war die Draenei um die 4 Meter hoch und hatten Abt Aedan, den lieben und hübschen Mann mit dem freundlichen Lächeln, einfach hochgehoben und ihm seinen Hammer entrissen.

Sie wusste das dem nicht so wahr. Aber wie sich Tratsch verbreitete und mutierte war jedes Mal eine höchst amüsante Angelegenheit und so berichtigte sie den Erzähler nicht.

Dabei hatte sie das Geschehen am gestrigen Tage selbst aus ihrem Atelier beobachtet. Abt Aedan hatte bei der Draenei Wache seinen Hammer abgeben müssen und dies traf auch auf die Schwester zu, die einige Zeit später mit einer schweren Box auf den Arm angehastet kam. Es war höchst interessant gewesen zu sehen, wie die Draenei in ihrer Rüstung und mit ihrer Waffe gewichtig vor der Türe des Hauses gestanden hatte. Die Nachbarschaft war nicht gerade amüsiert darüber gewesen.

Meg hatte die neuen Nachbarn beobachtet und da sie selbst eine Meisterin in Täuschung und Vorspielung war und durch ihre Ausbildung als Spionin des Königshauses etliches gelernt hatte, wusste sie, dass dort etwas nicht stimmte. Die Frauen waren zu glatt. Das passte einfach nicht.

Es passte auch nicht, dass Mobiliar,welches von einigen Tagen erst ins Haus geschafft wurde, entsorgt wurde nachdem der Abt dagewesen war. Handwerker kamen und gingen.
Höchst interessant war das. Megann hatte sich innerlich einige Notizen gemacht. Man konnte ja nie wissen für was man es benötigen konnte.

Sie kannte jedes noch so kleine Geheimnis ihrer Nachbarn. Das war ihre Nachbarschaft ... ihr Vorgarten und sie mochte es nicht, wenn man in ihren Vorgarten pinkelte.

Der Tratsch am Obststand hatte eine Wendung genommen und es ging nun um das unmögliche Kleid irgendeiner Frau, die nicht von großer Wichtigkeit war.
Megann bezahlte ihre Äpfel und ging weiter.
Verfasst am: 5. Feb 2018

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:44

Megann hat geschrieben:Eingehend begutachtete Megann die Tasche, die sie von der Magistra geschickt bekommen hatte. Sie wirkte wie eine gewöhnliche Tasche. Zumindest von aussen.

Megann legte die Tasche auf den Boden und öffnete sie, dann holte sie einen Stuhl, stellte ihn ab und blickte grübelnd auf die Tasche.
"Stell ich den Stuhl jetzt rein, oder stülp ich das drüber?" fragte sie sich halblaut und wuschelte sich durchs Haar.

"Gut, ausprobieren und dann lamentieren", brummte sie mit einem Nicken und stellte den Fuss des Stuhl auf den Stoff, dann nahm sie den Beutel und zog daran.

Sie blickte fasziniert auf den Stoff, der sich unter ihren Fingern ausdehnte. Kurze Zeit später hatte sie den Stuhl in der Tasche und die Tasche schrumpfte wieder auf normale Größe.
"Da hol mich doch der Klabusterteufel!" rief Megann aus und lachte.

Sie hob die Tasche hoch und grinste breit. Leicht wie zuvor.
"Haha! Oh, das ist jede Münze wert" sagte sie grinsend und hopste vor Freude ein wenig auf der Stelle.
Was sich damit für Möglichkeiten offenbarten. Herrlich!

"Gut, dann will ich mal versuchen, ob ich das auch über was Größeres stülpen kann".

Sie blickte sich um und ging zu der Truhe, die in der Ecke stand. Sie war schwer und gefüllt. Meg würde sie nicht einfach so verschieben können. Mal sehen, was der magische Sack so brachte.

Die Tasche wurde geöffnet und Meg legte an einer Ecke an. Auch jetzt weitete sich der Stoff soweit, bis er die komplette Truhe umspannte.
Meg zögerte. Gut, es schien zu gehen. Würde sie die volle Truhe da jetzt aber hineinstopfen, bekäme sie diese ja nicht alleine raus.

Cedric fragen wollte sie nicht. Er sollte nicht unbedingt von der Tasche erfahren. Noch nicht. Irgendwann würde sie ihn vielleicht einweihen müssen. Aber auch nur dann, wenn sie die Taschen für den Post-Express nutzen wollen würde.

Meg hmte. "Nee, lieber nicht ausprobieren", murmelte sie und nahm die Tasche wieder von der Truhe. Der Stoff schrumpfte nach kurzer Zeit auf normale Größe und Megann griff hinein, fühlte darin herum. "Stuhl, wo bist du?" murmelte sie und prompt hatte sie das Holz des Stuhles in der Hand.

Musste sie vielleicht an den Gegenstand denken und dann kam er aus der Tasche?
Sie runzelte die Stirn und zog den Stuhl höher, der Stoff weitete sich erneut und gab das Objekt preis.

Meg stellte den Stuhl vor dem Schreibtisch ab und stupste ihn testend an. Schien noch genau der Selbe zu sein wie vorher. Vorsichtig nahm sie Platz und wippte probeweise darauf. Alles noch genau so.

Ihr Blick fiel auf die magische Tasche. Sie würde die Magistra wohl doch noch einmal kontaktieren müssen. Sie wollte die genaue Handhabung erklärt bekommen.

Meg hob die Tasche auf, faltete sie und schloss sie dann weg. Als die geschehen war, setzte sie sich hinter ihren Schreibtisch und begann zwei Brief aufzusetzen. Der erste ging an ihren Auftraggeber und der zweite an die Magistra.
Verfasst am: 14. Feb 2018

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:45

Megann hat geschrieben:Schwummerig hielt Megann sich an einem Mann fest, der sich als einer der Magier herausstellte, die im Portalraum des Magierturms Dienst hatte. Der Mann hielt ihr vorsichtshalber einen Kotzkump hin, den sie aber beiseite schob.

"Alles gut", meinte sie und richtete sich auf. Das Schwanken unter ihn hatte aufgehört und die Schwummrigkeit war vergangen. Portale waren nie ihr bevorzugtes Reisemittel, aber sie waren schnell und wenn der Kunde das bezahlte, auch in Ordnung.

Der Magier, ein junger Mann von ungefähr Zwanzig, schaute sie an und strich ihr über den Rücken. "Wirklich, Miss?"
Sie drehte den Kopf leicht und blickte den Burschen an.
"Wirklich", sagte sie trocken und mit einem Ausdruck, der jegliche Annäherung unterband.
Sie war nicht in Stimmung auf Spielchen und auf Jüngelchen schon gar nicht.

Meg schwang sich den Sack über die Schulter und der Magier musste einen Schritt zurück gehen, um nicht getroffen zu werden.
Dann ging sie davon und kehrte dem Magierturm den Rücken zu.

Ihr erster Gang führte sie in den Post-Express, wo sie den Sack ablieferte und kurz die Lage sondierte. Die Post war ausgeliefert und Cedric hatte alles ordnungsgemäß verschlossen.
Sie löschte das Licht und ging dann wieder nach draussen. Ein Blick nach oben zeigte ihr, dass Miss Silora zu Hause war. Zumindest brannte ein Licht in der kleinen Wohnung.

Cedric würde ihr morgen berichten, wie sie sich in der Woche gemacht hatte. Jetzt freute sich sich auf ihr Zuhause, ein heißes Bad und dann auf ihr Bett. Aber zu erst etwas Essen.

Beschwingt schritt sie durch die Gassen der belebten Stadt, erklomm den Anstieg zu ihrem Haus im Magiervierteil und blickte freudig auf die erleuchteten Fenster ihres Stadthauses.
Verfasst am: 25. Feb 2018

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:46

Megann hat geschrieben:Der Wind peitschte über die See und stieb Gischt die Klippen hinauf, wo hoch oben eine zierliche Gestalt stand, die Haare im Wind zersaust, den Mantel knatternd.
"Für so ne Festländerin bist Du ganz schön standsicher!" brummte der bärtige Mann, der aus den Schatten einer Fichte trat.
Die Angesprochene drehte sich um und grinste breit.
"Ich bin Gilneerin, das hier ist doch nur ein Lüftchen" sagte sie lachend als sie sich dem Mann näherte. Der bärtige Hühne betrachtete das kleine Persönchen und lachte dann schallend aus.
"Täschen Tee?" fragte ein etwas dünnerer Mann aus dem Schutz der Fichte und wedelte mit der gußeisernen Kanne.
Megann nickte und gesellte sich zu den beiden Personen unter der Fichte hinzu. Der große, breite hieß Hans und der Dünne Lasse, das Mädchen war meist eher von der stillen Sorte, hieß aber Frauke. Sie war jetzt seit zwei Tagen mit den Dreien unterwegs und so ganz trauten sie sich alle nicht über den Weg.

"Der Fährmann wird sicher bald wieder kommen", meinte Lasse zu dem Mädchen von etwa 13 Jahren. Frauke nickte, wirkte aber nicht so wirklich überzeugt von den Worten.

"Und ihr meint wirklich, dass es besser ist hier auf eine Fähre zu warten, als einfach weiter zu reisen?"
Alle Drei nickten und selbst Hans wirkte ein wenig blasser bei der Aussicht, doch die Straße nehmen zu müssen.
Megann blickte den Küstenweg entlang. Die Menschen hier waren vorsichtig mit Fremden und es waren eher stillere Konsorten. Das kannte Megann noch gut aus Teilen von Gilneas und wenn man viel reiste, wie sie, dann war Mißtrauen oftmals ein Begleiter, den man mit sich hatte.

Hier wirkte alles bedrohlich. Selbst ein Gestrüp ... sie hätte schwören können, dass sie gestern Äste angestarrt hatten. Äste. Und dann hingen überall solche komischen Symbole herum. Auf die Frage, was das sei, sind die Drei nicht näher darauf eingegangen und Lasse hatte nur was in seinen nicht vorhandenen Bart gemurmelt.

"Hochmut, kleine Mauerechse" hörte sie mit dem inneren Ohr und sie wusste genau welchen Blick er ihr zuwerfen würde bei diesen Worten. Ja, sie war hochmütig gewesen, als sie abgelehnt hatte, dass ein weiterer Gilneer sie begleiten sollte ... aber immerhin wollte sie ja den Postexpress nutzen, um Kontakte zu knüpfen und etwas von dem Land zu lernen und so ihrem König Bericht erstatten zu können.

Gut, bisher war die Taktik nicht so ganz aufgegangen. Meg schnippte ein paar Fichtennadeln vom gewachsten Ärmel ihres Mantels und mit dem Schwung der Hand kippte sie ausversehen den Kump Tee aus.
"Ach herrje, was bin ich ungeschickt" entschuldigte sie sich hastig und wirkte aufs Äußerste geknickt.
"Meeensch, Deern. Du hast es nicht so mit dem Geschick, waaas?"
"Und das war der letzte Rest", brummte Lasse und warf Hans einen Blick zu.
"Das tut mir wirklich leid", meinte Meg entschuldigend und blickte die Männer geknickt an.

Hans, in dessen Augen sich Bedauern zeigte, wandte den Blick ab und tätschelte ihr Knie.
"Schon gut, meen Deern, war ja keine Absicht, nech?"
Meg schüttelt den Kopf und fröstelte leicht, als Hans sie berührte. Dieses Frösteln hatte sie ständig, wenn einer der Drei ihr zu nahe kam oder sie berührte.

"Das Wetter ist wie verhext", meinte Lasse und blickte aus dem Schutz des Fichtenkreises hinaus. Nebel war wieder aufgezogen und der Wind heulte um ihren Schutz. So ging es schon seit zwei Tagen. Und seit zwei Tagen kamen sie hier irgendwie nicht von der Stelle. Megann seufzte und starrte in den Nebel.

Sie hörte das leise Gesinge von Frauke, die ständig irgendwas vor sich hinsang, wenn sie nicht gerade schwieg und der Nebel schien noch dichter zu werden. Ein Schatten im Nebel ließ Megann wieder wach werden, war sie doch fast eingeschlafen. Der markerschütternden Heulgesang eines Wolfes drang an ihr Ohr und Megann hatte plötzlich Bilder von Worgen und kämpfenden Toten vor Augen, sie schüttelte sich.

"Wach auf!" bellte es aus der Ferne und Megann schaute um sich. Die anderen schienen nichts zu hören. Das konnte doch nicht sein ... das Geheule und Gerufe mussten sie doch hören.

"WACH AUF!" knurrte es nun ganz nahe bei ihr und Megann spürte den Schlag einer Hand auf ihrer Wange, dass ihr Kopf zur Seite fiel. Doch auch jetzt reagierte keiner. Sie blickte sich um und sah nur Nebel und einen Schatten und hörte Fraukes einlullenden Gesang. Da hörte sie sich selber wie im Traum lallen "Hö ...uf", doch niemand reagierte. Wie in Zeitlupe konnte sie nur ihre Glieder bewegen und sie sagte nochmal und dieses Mal kam es klarer von den Lippen "Hör auf!", Frauke schaute hoch und das Gesicht des Mädchens wirkte alt und verzerrt, häßlich und voller Gier ... da erkannte Megann, dass neben Frauke zwei Leichen saßen und langsam drehte einer davon den Kopf.

"Hexe" keuchte Megann und das ehemalige Mädchen kicherte irre.
Jedes Körperteil schien Megann weh zu tun, als sie sich anstrengte zu reagieren. Sie fühlte sich gefesselt in sich selbst und stöhnte vor Schmerzen auf, als sie den Arm bewegte.
"Bald bist du mein!" lachte die Alte und gackerte wild.
"Nein" rief Megann, was in Wahrheit eher als Keuchen rüber kam und warf ihr mit der Anstrengung, als wäre es ein Zentner Stein, Dreck in die Augen.

Die Alte kreischte und hörte auf ihren Zauber zu weben. Ein Schatten sprang aus der Dunkelheit hervor und an die Gurgel der Hexe. Die Toten fielen in sich zusammen, als das Gekreische der Hexe verstummte und der haarige Schatten eines Worgen sich von ihr aufrichtete. Megann blickte schwankend auf ihren Retter und wurde ohnmächtig.

Der Worgen spukte das Blut der Hexe aus und wischte es sich vom Maul. Er starrte auf das kleine Persönchen herunter und schüttelte leicht den Kopf. Ohne zu Zögern schulterte der Megann und nahm ihre Wertsachen an sich. Für alle anderen konnte er nichts mehr tun. Er warf die Hexentalismane in das Feuer und stapfte dann mit Megann über der Schulter davon.
Verfasst am: 2. Jan 2019

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:46

Megann hat geschrieben:In Sturmwind wehte der kühle Winterwind durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt. Cedric öffnete die Türe des Postexpress und drehte das Schild auf "Geöffnet".

Der Winterhauchkranz an der Türe wurde danach gerade gerückt, bevor die Türe wieder geschlossen wurde. Cedric drehte den Docht der Lampe ein wenig höher und blickte auf die Arbeit, die der Tag mit sich bringen würde.

Den Stapel mit Übersee-Sendungen galt es gleich zum Greifenmeister und zum Hafen zu bringen. Dann würde er sich einen Kaffee holen und ein Schwätzchen mit Madame Griselda führen, die sicherlich wieder an der Ecke stehen würde, um duftende Reisiggestecke für die Heimstatt zu verkaufen. Jeden Tag kaufte Cedric der alten Dame ein Reisiggesteck ab und plauschte ein wenig mit ihr. Und jeden Tag hatte er zufällig einen Kaffee dabei, den er dann der alten Damen geben würde.

Irgendwie war das seit einige Jahren zum Ritual geworden und er schätze dies. Wusste er doch, dass Madame Griselda jede Münze gut gebrauchen konnte. Vom heißen Getränk mal ganz abgesehen.

Cedric nahm die fellgefütterte Winterjacke vom Stuhl und zog sie sich über. Er stellte sicher, dass er adrett genug gekleidet war und seine Schuhe sauber glänzten.
"Wir sind das Aushängeschild", hörte er Miss Derrington innerlich sagen und er grinste beim Gedanken an seine Chefin.

Etwas mehr als sechs Jahre war er nun bei ihr und hatte ihr wirklich alles zu verdanken. Dank ihr hatten er und seine Mutter überlebt. Er hatte lesen und schreiben gelernt und war nicht auf die schiefe Bahn geraten. Er hatte eine große Verantwortung zu tragen und gelernt damit umzugehen.

"Ich bringe das hier eben fort", sagte er zu der Angestellten, die hinter dem Tresen stand und die Post abwickeln würde, die ankam. "Ist gut, Ced" sagte die junge Frau.

Cedric nahm die zwei Postsäcke und warf sie sich links und rechts über die Schultern. Heutzutage stellten die Lieferungen keine Probleme mehr für ihn dar. Vor sechs Jahren hatte das alles ganz anders ausgesehen. Aber da hatte er ja auch noch anders ausgesehen. Aus dem pickligen, schlacksigen, jungen Burschen war ein stattlicher, gut gebauter und fescher junger Mann geworden. Ihm wurde die Türe geöffnet und er trat auf die noch schummrige Gasse hinaus.

Es war früh am Morgen und das Licht der Laternen beleuchtete die Gassen gerade ausreichend. Ein großer Mann, mit zwei Säcken auf den Schultern hatte im milchigen Licht der Gassen jedoch keinerlei Probleme. Alleine beim Schattenspiel der Gestalt schauten die frühen Passanten, dass sie die Seite wechselten. Man wusste ja nie ...

Cedric war sich seiner Wirkung nicht wirklich immer bewusst. Sicherlich bemerkte er schon mal Blicke. Aber die ließen ihn eher seine Kleidung korrigieren oder sich umschauen. Jetzt jedoch schaute kaum jemand. Die meisten Leute hatte die Hände in den Taschen vergraben, die Schulter hochgezogen und eilten über die Gassen und Brücken, zur Arbeit, zum Hafen oder gar erst nach Hause. Manch einer torkelte eher denn zu gehen und hier und da lehnte jemand auch nur schwankend an der Häuserwand.
Verfasst am: 3. Jan 2019,

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:47

Megann hat geschrieben:Sonnenlicht kitzelte ihre Nase. Die Nasenspitze zuckte hin und her und ein Brummen kroch von ihren Lippen.
Flauschig und weich schmiegte sich ihre Bettwäsche an sie und mit einem Murmeln "noch ein wenig" drehte sie sich herum. Hilde würde sicher bald mit dem Frühstück klopfen.

"Naa? Wer regt sich denn daa? Wenn das mal ken Seebär ist?" erklang die leicht schnarrende Stimme einer älteren Frau. Das war nicht Hilde. Erneut ein Stöhnen und Meg öffnete vorsichtig ein Auge. Die Möbel waren einfach, aber ordentlich gezimmert. Ein Wandteppich mit Seemotiv hing an der Holzwand ... definitiv nicht Sturmwind. Bilder der Erinnerung schoßen ein und Megann stöhnte erneut auf.

"Ja, da hat wirklich wer zu tief ins Glas geschaut. Das muss ja ein Fest gewesen sein. Mann, Mann, Mann" erklang erneut die Stimme der Frau und Meg hörte leises Klappern und dann das Geräusch von Flüssigkeit, die in eine Tasse gekippt wurde.

Sie rappelte sich im Bett was auf und öffnet auch das zweite Auge.

"Na, da schau mal einer an. Ein Seebär ausm Winterschlaf erwacht. Hier Mädchen, trink mal schön. Ich bin Tante Käthe und dein Mann hat sich mit dir bei mir einquartiert. Er musste nur nochmal was erledigen. Hat dir aber eine Nachricht dagelassen, damit du nicht meinst er wäre gleich nach der Hochzeit davon" sagte die Frau mit dem wettergegerbten Gesicht einer alten Landkarte und schob ihr eine Tasse Tee vors Gesicht.

"Tee. Schwarz mit einem guten Schuss Milch, so wie du ihn magst ... sagt zumindest dein Mann" die Frau lächelte ein lückenhaftes, ehrliches Lächeln und Megann nahm automatisch die Tasse an sich. Sie roch daran und es war Tee, schwarz mit Milch, genauso, wie sie ihn mochte.
Meg räusperte sich, rappelte sich noch was auf und stellte die Tasse auf einen Schemel neben der Bettstatt. Immerhin trug sie Kleidung.

"Mann?" fragte Megann und die Frau, deren Alter nicht ganz so leicht einzuschätzen war reichte ihr besagte Nachricht. "Hier, Deern."
Meg nahm das gefaltete Stück Papier und blickte auf die Handschrift. Das Gekritzel formte sich allmählich zu Worten vor ihren Augen.
"Mein Liebling! Ich musste noch einmal zurück zu deinem Onkel, da wir etwas Wichtiges vergessen haben. Ruh dich von deinem verhexten Kater aus und nimm die Medizin, die ich dir dagelassen habe. Tante Käthe passt gut auf dich auf damit du dich gut erholen kannst. Sie ist ein nette Frau der du sicherlich was unter die Arme greifen kannst. Ach ja, wir sind im Sturmsangtal, falls du das vergessen haben solltest. Ich komme wieder. Dein"

Sie faltete das Schreiben wieder zusammen und legte es weg. Meg hatte die Botschaft sehr gut verstanden und auch wenn sie einige Frage hatte, würde sie sich wohl gedulden müssen. Ihre Augen huschten durch die Hütte. Die Frau hatte nicht viel, aber was sie hatte war gepflegt und sauber.
"Danke für den Tee" sagte Megann zu der Frau, die am Feuer saß und Gemüse in einen Topf schnibbelte. "Keinen Grund dafür, Mädchen.Trink ihn, steh auf, wasch dich und dann setz dich zu mir, wenn du magst"

Und genau das tat Megann auch.
Verfasst am: 5. Jan 2019

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 14:47

Megann hat geschrieben:Cedric saß im Büro seiner Chefin, eine dampfende Tasse Tee mit Milch vor sich und ein angebissenes Sandwich. Er blickte auf das Berichtsheft für seine Chefin und tauchte die Feder in die Tinte. Der Kiel wurde am Glas abgestreift und dann begann er zu schreiben. Leise kratzte der Federkiel über das Papier.

Am heutigen Tage fand das Vorstellunggespräch wie geplant statt. Der Bewerber ist ein Treant, ein Baumwesen. Zunächst war ich sehr überrascht. Aber er spricht die Gemeinsprache, kann lesen und schreiben und bringt auch sonst alle Vorraussetzungen mit für die Arbeit.

Nach einem ausführlichen Gespräch lies ich mir seine Gesundheit bestätigen. Er verfügt über keinerlei Fäule und ist gut zu Fuß. Seine Füße sind eher Wurzeln. Aber nun gut. Ich lies ihn zur Probe die Briefkästen in der Altstadt entleeren. Er kann einen Schlüssel handhaben und versteht die Bedienung der Briefkästen. Zwar nimmt manches ein wenig mehr Zeit aber er geht gewissenhaft vor.

Wir haben uns auf eine Probezeit von zwei (2) Monaten geeinigt. Als Bezahlung bekommt er sauberes Wasser, 50 Briefe frei im Monat innerorts für Freunde von ihm, sowie ein (1) Päckchen oder Paket die Woche. Mehr wollte er nicht. Da er keine Kleidung trägt, war ich so frei und hab eine Plakette des Postexpress umfunktioniert als Anhänger um seinen Hals.

Arbeitsbeginn: Morgen früh um 7 Uhr.

Ich habe ihn erst einmal für die Leerung der Briefkästen eingeteilt und ihm heute bereits die Route gezeigt. Er ist gut zu Fuß und schätzt den Aufenthalt im Freien.


Cedric blickte über das Geschriebene, legte Löschpapier darauf und walzte es ab. Dann klappte er das Buch zu und verstaute es im Schreibtisch.

Er nippte am Tee und schüttelte leicht den Kopf. Ein Treant. Nun ja, eine Minderheit. Wahrhaftig. Der Blick auf die Uhr ließ ihn seinen Tee austrinken und sich dann für die Letzte Leerung des Tages fertig machen.
Verfasst am: 6. Jan 2019,

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Do 28. Feb 2019, 15:00

Samtweiche Haut berührte die ihre, als sie dem Esel die Möhre hinhielt und Eselchen diese zärtlich von ihrer Handfläche nahm.
Megann kraulte das weiche Fell des Esels und tätschelte dann seinen Hals.
"Einen Esel, hättet ihr nicht was anderes nehmen können?" fragte Gerald und blickte sie mißmutig an.
Sie setzte ein Lächeln auf und schaute ihren "Cousin" an.
"Nein, hätte ich nicht. Eselchen passt hervorragend zu meiner Größe und außerdem wollte ich nicht, dass er im Kochtopf landet."
Der blonde Gilneer verdreht leichte seine Augen nach oben und seufzte. Geschlagen hob er beide Hände zur Versöhnung.

Gerald, um genau zu sein, Gerald FitzBrian, war einige Tage, nachdem sie bei Tante Käthe aufgewacht war, auf den Hof der Dame gekommen, hatte die Arme ausgestreckt und gerufen "Cousinchen, schau mal wer hier ist. Dein Lieblingscousin Gerald!"
Meg, geübt in irgendwelchen Rollen, hatte ihren vermeintlichen Cousin herzlich begrüsst und war mit ihm ein Stück spazieren gegangen, wo sie über die Lage aufgeklärt worden war.

Ihr "Ehemann" war zu einem Sondereinsatz abberufen worden, der ihn vorerst unabkömmlich machte. Sie sollte mit Gerald reisen, sich als Cousin und Cousine ausgeben und feststellen was so im Land abging. Dann sollten sie, natürlich, Bericht erstatten. Befohlen, getan.

Somit war Megann jetzt mit dem ungefähr gleichalten Gerald unterwegs und versuchte sich an ihn zu gewöhnen. Dieser Hundsfott wollte und wollte ihr nicht sagen, wer denn ihr "Ehemann" sei. "Das findest du schon noch raus. Ist ja nicht so wichtig." Immerhin hatter er ihr verraten, dass er Robert hieß und einen höheren Rang hatte als sie beide.

Megann blickte Gerald an und nickte.
"Gut, dann können wir ja weiter, wenn Du fertig bist" sagte sie und ging weiter, als wäre es nicht die Schuld von Eselchen gewesen, dass sie hatten Halt machen müssen. Der blonde Mann fuhr sich mit der Hand durch die leicht gewellten Haare und schüttelte mit einem ungläubigen Grinsen den Kopf.
Sie war einfach unmöglich.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 18. Mär 2019, 14:01

Seit mehrerern Wochen nun war Megann bereits in Kul Tiras unterwegs. Das Sturmsangtal hatten sie hinter sich gelassen und derzeit verweilten sie in Boralus, wartend auf neue Aufträge. Gerald hatte sich kurzzeitig seiner Kompanie angeschlossen und Megann wohnte im Hause ihres "Onkels" und erkundete die Hauptstadt des Landes. Sie mochte die Kul Tiraner. Ihre Art erinnerte etwas mehr an die Art der Gilneer und das weckte in ihr ein gewißes Gefühl der Heimat. Dennoch vermisste sie das Gewusel und die Gassen von Sturmwind, die in den letzten Jahren zu ihrem Zuhause geworden waren.

In Boralus hatte die Korrespondenz von Cedric auf sie gewartet und sie war gerade dabei alles zu sichten. Ein Treant als Bote ...nun ja, sicherlich führte das dazu, dass der Post-Express Gesprächsthema war und das bedeutete Werbung. Cedric verzeichnete einen Zustieg der Aufträge und berichtete, dass der Treant bisher gut Arbeit leistete. Langsam ging es auf das Nobelgartenfest zu und das bedeutete, dass die Auftragslage rasant zunehmen würde. Leise trommelte sie mit den Fingern auf den Stein auf dem sie saß und blickte grübelnd über das Hafenbecken.

Hier in Boralus hätte sie die Möglichkeit ein Portal nach Sturmwind zu erkaufen und so vor Ort nach dem Rechten zu sehen. Aber dann wiederum wusste sie nicht, wann sie wieder weiter reisen würden und ihre Aufgabe war ja in Boralus nicht zu Ende. König Genn wollte Informationen von der Bevölkerung und die hatten sie auch schon liefern könnten, um die Kräfte hier zu unterstützen. Nicht alles war rosig in Kul Tiras und Verbündete die halfen, waren gut angesehen. Also half man wo es ging und hier kam mitunter sie ins Spiel.

Meg seufzte leise und beobachtete, wie ein Allianzschiff seine Ladung löschte. Särge wurden aufs Schiff getragen. Es war ein Schiff aus Zandalar, welches heute Morgen eingelaufen war. Verletzte waren zuerst vom Schiff gebracht worden und nun begannen sie die Toten zu holen. Sie atmete durch und spielte mit der Kette um ihren Hals. Ein einzelner Ring hing daran, einfach und schlicht, ohne viel Schnickschnack. Meist trug sie ihn unter ihrer Kleidung, nicht sichtbar, nur spürbar für sie und nahe ihrem Herzen. Sie hatte Fayren vor Jahren weiß gemacht, dass sie alles von Lesther zerstört hätte, doch das hatte sie natürlich nicht getan. Sicherlich hatte sie Fayren geliebt, doch den Platz, den Lesther eingenommen hatte in ihrem Herzen, den würde wohl niemand mehr belegen können. Sie schaute nochmal zu dem Schiff und küsste kurz den Ring, bevor er wieder unter ihrer Bluse geschoben wurde. Ihr Blick senkte sich wieder auf die Korrespondenz aus Sturmwind, nicht bemerkend, dass ein Mann sich ihr genähert, ihr Tun beobachtet hatte und stehen geblieben war.

Als Megann aufblickte, weil sie das Gefühl von Augen auf sich hatte, sah sie niemanden, der zu ihr schaute und ein Mann mit dunklem Haar und der Uniform eines Gilneers verschwand im Gewusel des Hafens.

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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Di 4. Jun 2019, 13:00

In Sturmwind herrschte die übliche Geschäftigkeit. Händler, Reisende und Einheimische belebten die große Stadt am Meer. Es war stets eine Augenweide die Leute zu beobachten. Draenei, die durch ihre Größe die Meisten überragten und mit ihren Hufen stolz übers Pflaster klapperten. Kal'dorei, in elfischen Gewändern, mit bunten Haaren und oft interessanten Kleidungen pflegten die Stadt eher am Abend zu bevölkern und hielten sich sonst lieber in den Grünbereichen von Sturmwind auf. Zwerge hörte man in der Regel schon von weiter, machte ihr Organ die Größe oftmals wett. Hier und da sah man Gnome, manche ritten auf mechanischen Schreitern oder verpesteten die Luft mit knatternden Maschinen. Menschen aller Coloeur waren zu sehen, zu hören mit ihren Dialekten und anderen Kleidungsstilen. Man konnte Gilneer erkennen, Arathor, Südländer und noch viele mehr. Meist zu den Abendstunden sah man auch Gilneer als Worgen gewandelt durch die Stadt gehen. Seit einiger Zeit sah man auch hier und dort Ren'dorei durch die Gassen und Strassen der Stadt flanieren.

Mehrheiten und Minderheiten lebten in der großen Stadt am Meer. Mal friedlicher, mal hitziger. Ein Pulk des Lebens und Megann hatte Sturmwind vermisst. Kul Tiras war spannend, schön und erinnerte sie manches Mal an Zuhause. Aber Sturmwind war ihre zweite Heimat geworden. Hier hatte sie ihr Haus und ihren Post-Express. Selbst ein paar Freunde hatte sie hier und all dies hatte sie vermisst als sie in Kul Tiras war. Die letzten Wochen war sie in der Stadt gewesen und hatte sich um ihre Geschäfte gekümmert. Cedric war wirklich eine sehr gute Vertretung aber manche Dinge blieben eben Chefsache. So bezahlte sie Rechnungen, kümmerte sich um Chefsachen und organisierte was zu organisieren war. Sie hatte sich mit ein paar Freunden getroffen und sich um ihre Patenkinder gekümmert, hatte mit Lucky geschmust und den Sonnenuntergang und -aufgang von ihrer Dachterrasse genossen.

Viel zu schnell waren die Wochen vorbei gegangen. Heute würde sie nach Kul Tiras zurückkehren. Immerhin hatte sie noch eine Verabredung in Drustvar wahrzunehmen. Dieses Mal würde sie ausgerüstet sein gegen Hexenwerke. Sie hatte sich vom Abt ihres Vertrauens mit allerlei Mittelchen ausrüsten lassen. Sie schmunzelte als sie über den Abend nachdachte. Es hatte den Anschein gehabt, als wäre der Abt am liebsten mitgereist, um dieses Drustvar zu erforschen, von dem sie berichtet hatte und gegen eine Hexenjagd hätte er wohl auch nichts gehabt.
"Vielleicht ein anderes Mal", hatte sie ihm zwinkernd zum Abschied gesagt.

Megann schob das Gürtelmesser in die Scheide und ordnete den Gürtel. Alles war an Ort und Stelle. Lucky blickte sie vorwurfsvoll vom Bett aus an.
"Ach Lucky, ich weiß. Aber Hilde ist ja da ...und ich komme wieder, versprochen!" sagte sie und setzte sich zu ihm. Der rote Kater schaute weg und begann sich demonstrativ zu putzen.
Meg seufzte und zog den Kater zu sich, drückte ihm einen Kuss auf den Kopf und schmuste ihn, bis er maunzte und sich wegdrehte.
"Es wird auch nicht so lange wie das letzte Mal", sagte sie und erhob sich.

"Miss?" kam es von der Türe.
"Ja, Hilde?" fragte Meg und drehte sich zu der resoluten, älteren Dame um. Hilde tippte auf die Uhr, die sie in der Hand hielt.
"Es ist Zeit, Miss."
Megann nickte und schwang sich ihren Rucksack auf den Rücken.

"Ich bring euch etwas Schönes mit", sagte Megann und lächelte ihrer Haushälterin zu.
"Ach" sagte Hilde und winkte ab.
Megann lachte leise, drehte sich um und verließ ihr Haus, ohne zurück zu blicken.

Schau nicht zurück, wenn du gehst.
Das hat ihr Lesther damals gesagt und es stimmte.

"Komm nur heil wieder, Mädchen" sagte Hilde am Fenster stehend und der kleinen Person nachblickend.

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Megann
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Re: Megann Derrington - Botengänge und mehr

Beitrag von Megann » Mo 13. Jan 2020, 11:03

Und Megann war heil wieder gekommen.

Die letzten Wochen hatte sie den kompletten Papierkram erledigt, den Cedric nicht hatte erledigen können.

Gerade legte sie das letzte Schreiben auf den erledigt Stapel und lehnte sich seufzend im Stuhl zurück. Sie lächelte zufrieden.

Die Zeit in Kul Tiras war in jeder, nun fast jeder, Hinsicht bereichernd gewesen. Sie besaß nun eine Zweigstelle in Boralus. Geleitet von einem vertrauenswürdigen Geschwisterpaar, welches sie in Drustvar kennengelernt hatte.

Megann hatte die beiden eingearbeitet bis alles zu ihrer Zufriedenheit lief und den Namen "Derrington Post-Express" mit Würde und Stolz tragen konnte.
Ihren Auftrag für die Krone hatte sie zufriedenstellend beendet und so war sie nach der Einarbeitung und Eröffnung wieder nach Sturmwind zurück gekehrt.

Die Hektik und der Trubel der Stadt hatten sie gleich wieder und es tat ihr gut den Tag erst einmal mit einer frühmorgendlichen Runde zu beginnen.
Cedric hatte das Geschäft hervorragend geführt und er hatte eine längst überfällige Gehaltserhöhung von ihr bekommen.

Meg blickte auf die Landkarte an ihrer Bürowand und lächelte.
Ja, es tat gut wieder hier zu sein.

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