Frontschwein Tagebuch der Danee Tyrell

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Danee
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Frontschwein Tagebuch der Danee Tyrell

Beitrag von Danee » So 11. Aug 2019, 22:42

Sie brauchen keine Heiler mehr. Metzger hätten es auch getan .In den Lazaretten geht es ohne hin wie in einem
Schlachthaus zu .Und wenn man dort nicht das Handwerk eines Schlachters vollführt …..so übt man den rest der Zeit
das Handwerk eines Schlächters aus. Zwischen Lazarett und Feld gibt es nun keinen Unterschied mehr ....nur die Waffen
wechseln sich. Mal ist es das Schwert und nur einige Minuten danach ist es die Knochensäge . Jeden beschissenen Tag und
kaum einer überlebt diese Prozedur. Die meisten der Kameraden fürchten sich mehr vor dem Lazarett und meiner Säge ,
als vor dem Feind und das weite Feld. Die meisten sind mittlerweile so schlau sich das Leben direkt zu nehmen , wenn es sie
erwischt hat . Ich kann es ihnen nicht verdenken . Ich würde den Tod in der Schlacht ebenfalls vorziehen und sei es durch meine
eigene Hand . Die Stimmung in der Truppe ….. die Moral ….sie ist dem Krieg schon vor einiger Zeit zum Opfer gefallen ,etwas das
im Orden niemals passiert wäre . Unter Geschwistern verstärkt sich das Band in schlechten Zeiten und im Krieg ist es eine vom
Licht geschmiedete Kette . Unzerstörbar .Selbst im Angesicht der Niederlage .

Doch hier besteht es nicht . Nicht einmal der Wille diesen Krieg zu gewinnen .Nur das Überleben oder ein rascher Tod zählen noch .
Viele der Soldaten desertieren ,begehen Fahnenflucht . Man kann es ihnen im Angesichts dieses Gemetzels nicht mal übel nehmen aber
auch nicht das sie anschließend exekutiert werden . Verdient haben sie es irgendwo dennoch.

Der Marschall erteilte mir den Befehl an der Front zu dienen . Ein letzter Befehl des Ordens an mich .Und ich werde diesen Befehl bis zum
Ende des Krieges ausführen oder ein ehrenhafter Tod wird mich von dieser Pflicht befreien. Nur ein Gedanke stimmt mich dabei traurig...
das ich möglicherweise nicht neben meinen Geschwistern den tot finden werde ...noch das ich im Wappenrock meines Ordens fallen werde.







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Danee
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Re: Frontschwein Tagebuch der Danee Tyrell

Beitrag von Danee » So 17. Nov 2019, 23:15

Ein weiterer Krieg ohne Sieg . Ein weiterer Krieg ohne Niederlage . Ein weiteres mal überlebt .

Den letzten Punkt können nicht viele von sich behaupten und dennoch habe sie Frieden gefunden ,wenn auch nicht im Leben.
Für den Rest von uns heißt es nun die Heimkehr anzutreten und einen weiteren brüchigen Frieden erdulden . Bis zu dem Moment
an dem die Trommeln des Krieges uns ein weiteres mal in ferne Länder und tote Königreiche treibt . Um dort zu bluten und andere
bluten zu lassen . Für das Vaterland , Für den König , die Allianz und über all dem sei das Licht gepriesen in all seiner Pracht und
Herrlichkeit.


Diese Herrlichkeit und Pracht hat nicht ein einziges mal auf uns herab geschienen . Im Grunde hat es das nie .Und irgendwann hat diese
Erkenntnis auch nicht mehr gestört .Wärend des Krieges war man noch betroffen darüber . Danach befreit. Frei von Eiden .Frei von Pflicht.
Frei von Königen und Kommandanten .Frei von dem was man beschützte . Frei von der Heimat .Und damit auch frei von Krieg . Zumindest
von immer den gleichen Kriegen und dem Sinn dahinter .

Ich schaue ein letztes mal auf das Schlachtfeld . Atme den Geruch ein letztes mal tief ein und lasse meinen Blick über die zerstörte Landschaft
samt seiner verwesenden Kadavern schweifen ,halte ein letztes mal inne . Dann spreche ich ein letztes Gebet um es dann nicht wieder zu tun ….
nie wieder . Ich nehme meinen Schild auf ,ergreife meinen Speer und gehe . Nicht mit den anderen Soldaten . Ich gehe einen anderen Weg .
Dieser muss nicht besser sein aber er sollte anders sein .

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