Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

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Tavina
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Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Di 24. Sep 2019, 15:06

Endlich waren sie zurück. Wie immer hielt sich Tavina im Hintergrund und ließ allen den Vortritt. Als alle weg waren und ihren Aufgaben nachgingen stützte sie sich an die Wand und schaffte es so irgendwie zu ihrer Kammer. Ihre Knie waren noch immer weich. Ihre Hände waren eisig und sie zitterte am ganzen Körper. Schlecht war ihr immer noch und sie war froh das sie den Eimer in der Ecke entdeckte. Leise schloss sie die Tür und schaffte es gerade so bis zum Bett, ehe ihre Beine ihr den Dienst versagten. Langsam und mühselig zog sie sich aus und versuchte dabei die Stimme ihres Bruders zu überhören, der sie tadelte wie ihr Vater es immer tat. Die Schemen die ihr immer wieder erschienen gaben sich heute auch echte Mühe. Jetzt gerade war einer zusammen gekauert in der Ecke, der sich dann in nichts auflöste. Dafür erschien ein anderer am Bettende der rückwärts wich und durch die Wand verschwand. Was war sie froh als sie endlich in ihrem Bett lag und die Augen schliessen konnte.
„Oh Schwester... das alles hättest du nie tun sollen. Das haben dir Vater und Mutter nicht beigebracht.“ hallte Stellans Stimme wieder.
„Stellan bitte.... bitte bitte sei still. Gönn mir ein paar Stunden ruhe. Ich bin am Ende gerade. Ich will einfach nur schlafen.“
„Du solltest vorher noch zum Licht beten das es dir all deine Fehler vergibt und dir deine Schmerzen nimmt.“
„Wenn du noch einmal das Licht erwähnst endest du als Türstopper.“ brummte sie mit dem letzten bisschen Kraft und Zorn das sie noch hatte.
„Oh Tavina, ich würde dir so gern helfen. Wenn ich nur könnte und du mich nicht hier in dieser Dunkelheit eingesperrt hättest.“
„Ich hätte dich in diesem Ritual lassen sollen. Dann würdest du mir nicht ständig auf die Nerven gehen.“
„Ich meine es doch nur gut mit dir. Du bist meine Schwester! Ich liebe dich als solche!“

Langsam rappelte sich Tavina wieder auf und schnappte sich eines ihrer Kissen. Danach den Seelenstein, in der ihr Bruder gefangen war. Der Stein flog in eine Ecke des Zimmers, das Kissen schlussendlich obendrauf. Dann ließ sie sich einfach wieder fallen und sank endlich in den tiefen und traumlosen Schlaf der Erschöpfung...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Mi 25. Sep 2019, 12:26

Langsam, unendlich langsam blinzelte sie sich durch den Nebel der in ihrem Kopf herrschte und ihn komplett füllte. Nach einer gefühlten Ewigkeit erkannte sie die Wände ihrer Kammer und die Möbel darin. Sie musste angestrengt nachdenken bis sie wieder wusste was geschehen war. Angestrengt schaffte sie es sich aufzusetzen. Auf dem Tisch stand ein Tablett. Darauf eine Schale Suppe, ein großer Becher Tee und etwas Brot. Kurz fragte sie sich wer ihr das wohl gebracht hatte, war sich aber dann schnell sicher das es ein Diener war. Wahrscheinlich hatte dimiona das veranlasst. Wer sollte schliesslich sonst einfach so an sie denken und sie so umsorgen? Langsam stand sie auf und trat mit wackligen Schritten zum tisch um sich dort direkt wieder zu setzen. Der Schwindel der sie gepackt hielt drehte den Raum und dann rannte auch schon ein schemen von rechts nach links durch ihr Zimmer und verschwand in der Wand. Kurz fragte sich tavina was ihn wohl so jagte, dann aber war es ihr auch schon egal. Sie griff zum Löffel und begann langsam zu essen. Die Suppe war noch lauwarm, also war es noch nicht all zu lange her das sie gebracht wurde. Jeder Löffel ran ihre Kehle warm und wohltuend hinunter und begann sie von innen heraus zu wärmen. Als sie Schale leer war hielt  sie sich an dem Becher voll Tee fest und wärmte sich die Hände. Sie sollte sich vielleicht ein Buch holen und lesen. Lernen konnte man sowieso nie genug....

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Do 26. Sep 2019, 16:58

Seufzend legte sie das Buch weg und rieb sich das Genick. Sie war noch immer erschöpft. Erst war da dieses verdammte Felportal das die ganze Zeit Wichtel ausgespukt hatte. Diese dummen kleinen Dämonen hatten unheil verbreitet. Und sie war nicht in der Lage gewesen das Portal zu schließen. Zum Glück gab es Dimiona. Sie hatte das Ding quasi mit einem Fingerschnippen geschlossen. Dafür waren die Priester am rennen gewesen danach. Dann war das Ritual gewesen. Sie hatte den dicken Kul Tiraner unter Gedankenkontrolle bringen müssen. Es war verdammt anstrengend gewesen. Aber sie hatte es geschafft. Auch wenn sie danach nicht an sich halten konnte und ihre letzte Mahlzeit wieder von sich geben musste. Und dann wurde sie noch immer von ihrem Bruder belabert und sah überall diese Schemen. Da wollte der Verräter von Bruder sie wirklich belehren und ihr sagen wie böse sie doch war und was für eine Enttäuschung für ihre Familie. Und das ihr Vater ja weinen würde. Und wie oft hatte sie wegen ihres Vaters geweint? Wie oft hatte sie keine Schande über die Familie gebracht? Und vor allem, wer hatte Stellan aus dem Ritual gerettet? Und zum Dank bequatschte er sie nun dauerhaft und tadelte sie. Welch große Hilfe er doch war... mal wieder...

Sie strich sich eine ihrer Schneeweissen Haarsträhnen hinter das Ohr und klappte das Buch zu bevor sie es sich unter den Arm klemmte und sich auf den Weg in ihre Kammer machte. Sie würde ihrem Bruder klar machen das er entweder brav war und sie ihn vielleicht... irgendwann mal... wieder aus dem Seelenstein lassen würde so das er sein untotes Leben hier als Seele bei ihr verbringen konnte. Oder sie würde ihn den Schatten opfern auf das er ewige Qualen erleide und sie von seinem ständigen gequatsche erlösen würden...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Sa 5. Okt 2019, 23:28

Nervös lief Tavina im Studierzimmer von Dimiona auf und ab. Das Buch das sie endlich erhalten hatte lenkte sie kaum an und sie musste jeden Satz mehrfach lesen um ihn wirklich zu verstehen. Immerhin aber hatte sie die Bücher bekommen. Nachdem sie diesen Kerl von Soldaten am Pestwaldturm am liebsten sofort den Schatten geopfert hätte. Er hatte ihr doch tatsächlich wiedersprochen.
„Mach dich lieber mal nützlich und sitz nicht nur irgendwo rum und steck deine Nase in so dumme Bücher! Das ist sowieso totaler Unsinn und hilft uns sowieso nicht!“ hatte er geschnauzt.
„Ich wurde angewiesen mir dieses Wissen anzueignen. Und ich selber kann hier nicht weg. Ich hab im Gegensatz zu dir mehr zutun als rumzustehen und blöd aus der Wäsche zu gucken!“
„Sollst du einen Rosengarten anlegen oder was? Egal. Ich hol dir deine blöden Bücher und piss vorher drüber ehe du sie bekommst!“ damit hatte sich der Kerl in der Argentumrüstung umgedreht und war davon gestiefelt. Tavina starrte ihm nach und ballte die Hände zu Fäusten. Im Geiste ging sie rasch alle Möglichkeiten eines Unfalls durch. Ein Sturz durch die morsche Treppe im Turm? Nein, zu einfach. Ihn bei Hochwürden verraten? Nein, sie konnte ihre Dinge selbst regeln. Sein Pferd könnte durchdrehen und ihn hinter sich her schleifen. Nein, nicht lustig genug. Seufzend war sie zurück in die Enklave und hatte sich ihren Notizen gewidmet. Sie hatte begonnen sich selbst Fragen aufzuschreiben die sie bisher nicht vollständig beantworten konnte. Immerhin sollte es Kormek hinterher nicht schlechter gehen als jetzt. Nun, endlich nach erhalt der Bücher eine gefühlte Ewigkeit später hatte sie ihr Notizbuch dabei und lief mit dem Buch in der Hand noch immer auf und ab. Caiborn hatte sie geholt und eingewiesen. Ihr gesagt das was sie wissen musste. Doch die Magie die hier wirkte war überaus mächtig. Sie seufzte, neidisch auf die anderen Priester die dabei sein durften. Auch wenn sie wusste wie anstrengend solche Zauber waren. Doch die anderen Priester waren fertig ausgebildet. Hatten nicht mehr zu lernen wie sie. Also sollte sie froh sein das sie nun diese Aufgabe hatte. Und Dimiona hatte ihr selbst gesagt wie wichtig das für sie war. Also wartete sie weiter...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » So 6. Okt 2019, 13:45

Die Blüte des Versagens


Sie hatte versagt. Erneut. Wieder hatte sie ihre Aufgabe nicht erfüllt. Wieder war ein Auftrag wegen ihr gescheitert. Sie schämte sich in Grund und Boden und wäre am liebsten vom Pferd gesprungen und hätte sich in dem verfaulten See der Pestländer ertränkt. Sie hatte alles gegeben und doch.... versagt. Die Schande war noch größer als die peinliche Tatsache das sie sich direkt vor den anderen übergeben und danach einfach zusammen geklappt war. Khelperetocs hatte ihr geschrieben. Hatte sie ins Zugwindlager bestellt und sie war gefolgt, brav wie immer. Dann war es in das Lager des Syndikats gegangen. Schnell waren sie entdeckt worden. Man hatte ihr ein Messer an die Kehle gehalten und ihr gedroht. Mal wieder. Wie oft sie das nun schon erlebt hatte wusste sie nicht mehr zu zählen. Doch sie hatte diesen Späherhauptmann manipulieren können. Er war auf ihr Angebot eingegangen und hatte sie zu Meister Arras de Vott gebracht. Doch bei ihm versagten ihre Kräfte. Kurz nur hatte sie ihn im Griff, doch dann befreite er sich und rief die Wachen. Immerhin konnte Khel die Tür verschliessen ehe die Wachen im Raum waren. Dafür konnte sie immerhin die Tentakel der Schatten rufen und Arras kurze Zeit damit festhalten. Doch dann ging alles schief. Sie mussten aus dem Fenster flüchten und wurden dennoch überrumpelt. Und da merkte sie die Schwäche die sie umhaute das erste mal. Sie war kaum in der Lage mehr diesem arroganten Wicht zuzuhören. Doch man durchsuchte sie, betatschte sie, und nahm ihr den Seelenstein mit ihrem Bruder. Sie hörte nur noch diesen einen Befehl. „HINRICHTEN!“ hatte er gebrüllt. Was sie dazu brachte aufzuspringen und eine kleine Explosion aus Schatten von sich geben zu wollen wusste nicht. Töricht wie sie war glaubte sie das es ihr gelingen könnte. Doch mehr als ein kurzer, schemenhafter Schein entkam ihr nicht. Doch aus irgendeinem Grund ließ der Kerl den Stein fallen und sie stürzte sich darauf. Fest umklammerten ihre Finger den Stein und sie drückte ihn eng an ihre Brust ehe ihr das erste mal schwarz vor Augen wurde. Doch sie spürte das Geholper und Geruckel. Sie wurde unsanft bewegt und dann... hielten sie an. Ihr Magen drehte sich gerade zum wiederholten mal um und sie zappelte kurz etwas. Zumindest bis sie auf die Knie fiel und ihre letzte Mahlzeit von sich gab. Erst als ihr Magen nichts mehr her gab kippte sie zur Seite. In weiter Ferne hörte sie Stimmen. Eine rief sie und wieder wurde sie durchgeschüttelt. Der Nebel der sich mittlerweile in ihrem Kopf ausbreitete wurde immer dichter. Und die Kälte hielt sie fest. Es war so unglaublich kalt hier. Das Bronnian ihr die Decke über legte merkte sie überhaupt nicht. Auch das sie immer wieder würgte realisierte sie nicht mehr. Doch dann wurde sie wieder bewegt. Bronnian hob sie hoch und wickelte sie ein ehe er sich mit ihr aufs Pferd setzte und sie in der Taverne im Zugwindlager dann in ein Bett brachte. Und dann waren sie da. Die Schemen die sich hier um sie sammelten und sich ihr zeigten waren heute extrem aufdringlich. Immer wieder zuckte sie zusammen und erschrak vor ihnen. Immer wieder stürzten sie auf sie ein und schrien sie lautlos an. Bronnian saß in der Zimmerecke, er hatte sein Schwert vor sich auf der Spitze und drehte es langsam mit der Hand. Das kratzende Geräusch raubte ihr jeden Nerv, doch sie wollte ihm nicht die Chance geben sich über sie lustig zu machen. Sie wusste um seine lockere Zunge und würde den Nether tun ihm soetwas zu liefern. Also hielt sie es aus, zog die Decke so weit über sich wie sie konnte und macht sich so klein es ging. Dabei hielt sie noch immer den Seelenstein fest. Irgendwann hatten sie einen Heiler herbei geschafft, doch sie wollte mit diesem Kerl nichts zutun haben. Also stellte sie sich schlafend. Er fühlte den Puls bei ihr, gab Anweisung sie warm zu halten und zu schonen. Als der Kerl endlich weg war packte sie die Erschöpfung und riss sie endlich in das tiefe schwarze Loch....

Am nächsten Tag hatte man die Sachen gepackt und sich zurück auf den Weg in die Enklave gemacht. Bronnian hielt sie fest, was wahrscheinlich gut war. Da sie sonst von ganz allein vom Pferd gefallen wäre. Sie selbst hielt den Blick gesenkt und hatte die Kapuze so weit ins Gesicht gezogen das sie selbst kaum mehr etwas sehen konnte. Sie wollte nur noch zurück in ihre Kammer. Sie wollte sich vor allen verkriechen und sich weiter für ihr Versagen schämen. Als die Tore dann endlich in Sicht waren konnte sie es kaum erwarten. Sie war ungeduldig und als Bronnian sie endlich runter ließ machte sie sich sofort auf den Weg. Sie musste sich an die Wand lehnen und kam kaum vorwärts. Und alle die ihren Weg kreuzten starrten sie an und wussten um ihr Versagen und die Schande die sie gebracht hatte. Zumindest laß Tavina das aus den Blicken der anderen heraus, das es nicht stimmte merkte sie in ihren verwirrten Gedanken nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sie es endlich in ihre Kammer geschafft und schloss die Tür. Und kaum war die Tür ins Schloss gefallen brachen bei ihr alle Dämme. Sie rutschte an der Tür zu Boden während ihr heisse Tränen über die Wangen liefen und sie sich zitternd klein machte. Noch immer waren die Schemen um sie zu sehen und zeigten sich ihr deutlicher als beim letzten mal. Kurz überkam sie der Gedanke sich einfach davon zu machen. Heimlich abzuhauen. Wer würde eine kleine unfähige Akolythin wie sie schon vermissen? Wahrscheinlich wären alle froh wenn sie weg wäre. Immerhin war das dann eine Versagensquelle weniger. Doch wahrscheinlich würde man sie für ihr Versagen noch bestrafen wollen. Also würde sie bleiben. Immer wieder wischte sie die Tränen weg während sie sich auf dem Boden zusammen rollte und darum bemüht war das niemand sie hören konnte. Doch irgendwann griff die Erschöpfung wieder zu und zerrte sie in einen weiteren kurzen Schlaf. Als sie zu sich kam tat ihr alles weh und kurz musste sie sich orientieren. Sie war in ihrer Kammer. Sie lag noch immer am Boden bei der Tür und war allein. Nur langsam schaffte sie es sich aufzurappeln und sich umzuziehen. Dann fiel sie in ihr Bett und wickelte sich in ihre Decke. Ihr war noch immer so unglaublich kalt und sie war noch immer so unglaublich müde....

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Mi 9. Okt 2019, 00:22

Als sich die Aufregung wegen der Gäste langsam legte und es in der Enklave endlich wieder ruhiger wurde verzog sich Tavina recht schnell in ihre Kammer. Sie schob die Tür hinter sich zu und setzte sich langsam an ihren kleinen Tisch. Sie wusste blind wo die Streichhölzer lagen und entzündete die drei Kerzen damit, um immerhin etwas Licht in dem kleinen Raum zu schaffen. Vor ihr lagen ihre Notizen. Lose Blätter, vollgeschrieben in ihrer sauberen Handschrift mit allem was sie bisher hatte über Druiden herausfinden können. Daneben stapelten sich die Bücher dazu die sie von der Kapelle hatte holen lassen. Nachdenklich strich sie mit den Fingerspitzen über die Zeilen die sie gefüllt hatte und starrte dabei vor sich hin. Ja sie hatte versagt. Und das sogar unter Vorankündigung von sich selbst. Dafür hatte sie nun den Ärger bekommen. Zurecht, das wusste sie. Die Worte von Dimiona gingen ihr immer wieder durch den Kopf. Sie solle sich nicht selbst überschätzen. Sie musste es wissen, immerhin war sie bereits fertig mit ihrer Ausbildung. Was Tavina dazu brachte sich die erste Seite zu nehmen und die Ecke des Pergaments an die Flamme der Kerze zu halten wusste sie nicht. Sie sah einfach nur zu wie sich die Flammen langsam daran nach oben fraßen und die Tinte und damit Buchstabe um Buchstabe und Wort für Wort auffraßen und der Vergessenheit übergaben. Als kaum noch etwas übrig war nahm sie sich den Teller der auf der Ecke des Tisches stand und kippte die Trauben darauf einfach in den Mülleimer. Ihr Hunger verabschiedete sich ohnehin von Tag zu Tag mehr. Sie ließ das letzte brennende Stück fallen und sah zu wie es schwarz und unleserlich liegen blieb und sich ein leichter Rauchfaden davon erhob als dem Feuer die Nahrung ausging. Dann nahm sie sich das nächste Blatt und wiederholte das ganze. Ihr Blick fiel auf die Bücher und sie überlegte wem sie diese am besten geben konnte. Irgendjemand würde sich dem ganzen früher oder später annehmen. Kormek war wichtig für Khelperetocs und somit auch für Dimiona. Und somit für den ganzen Rest des Gefolges. Wahrscheinlich würde es Meister Caiborn werden. Zumindest kam er ihr am sinnvollsten dafür vor. Und er würde sich damit wahrscheinlich kaum übernehmen so wie sie. Erschrocken ließ sie den brennenden Rest fallen und steckte sich die schmerzende Fingerspitze in den Mund. Tja, wer nicht aufpasste... Sie nahm das nächste Blatt und übergab es den Flammen, so wie die letzten beiden danach auch noch. Als nur noch schwarze Asche auf dem Teller übrig war fiel ihr Blick auf ihre Karten. Mit einer Hand griff sie sich die oberste und drehte sie um, gespannt was die Karten ihr heute sagen würden....

„Ihr werdet Euer Glück zu hoch einschätzen.“

Seufzend legte sie die Karte wieder zu den anderen ehe sie sich umzog und ins Bett legte. Der Blick an die Decke. Sie würde es machen wie immer. Still zuhören, beobachten und gehen wenn es an der Zeit wäre und man sie nicht mehr brauchen würde, so wie sie es immer getan hatte.

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Do 10. Okt 2019, 03:20

Etwas verunsichert war sie mit Alstedalis in ihre Kammer gegangen und hatte der Elfe geholfen sich umzuziehen und hinzulegen. Das sie die Elfe so sehr beruhigte hätte Tavina nicht gedacht. Eher hatte sie das Gegenteil vermutet, das sie es wieder verhauen würde. Das sie nicht zu der Elfe durchkommen würde. Doch es reichte ihr schon das Tavina vor ihrem Bett in einem Sessel saß um relativ schnell einzuschlafen. Und Tavina selbst gähnte auch. Der Tag war lang und ihre Nächte nicht unbedingt länger oder besonders angenehm. Mit einem leisen seufzen stützte sie ihren Kopf auf ihrer Hand ab und schloss die Augen. Und, bei allen Schatten die es gab, sie schlief tatsächlich ein. Naja, zumindest bis Alstedalis anfing zu schreien als wäre eine Horde Priester hinter ihr her. Erschrocken riss Tavi die Augen auf und sah sich um. Sprach leise auf Alstedalis ein und schaffte es irgendwie sie zu beruhigen. Das die Arme zitternd im Bett lag und die Augen zukniff konnte sie nur all zu gut verstehen. Genau das tat sie auch wenn die Schemen hinter ihr her waren. Und das ganze wiederholte sich, Stunde um Stunde schreckte Alstedalis auf und sah sich ängstlich um. Als sich Tavi zu ihr auf den Bettrand setzte konnte sie die Panik der Elfe greifbar spüren. Ihr Atem ging so schnell als wäre die gute gerade durch die ganzen Pestländer gerannt und sie zitterte als stände sie nackt am Frostthron. Dazu sah man den kalten Schweiss der ihr auf der Stirn stand die Tränen in ihren Augen. Und mit jedem erwachen dauerte es länger bis Alstedalis wieder einschlief. Bis sie sich an Tavis Hand festklammerte.
„Leg dich zu mir. Bitte... ich bitte dich... leg dich zu mir. Vertreib diese Schatten alle. Bitte“ flehte sie Tavina an. Kurz zögerte sie. Sie hatte nie Interesse an Frauen gehegt. Doch manchmal musste man eben Opfer bringen. Sie nickte und legte sich zu ihr. Das Alstedalis sie sofort an sich riss und sich festklammerte war so seltsam wie in der Bibliothek zuvor. Tavina atmete durch, schloss die Augen und legte die Arme um die Elfe, begann, ihren Rücken zu streicheln und leise zu summen.

Als Tavina das nächste mal die Augen öffnete war es bereits wieder Tag. Sie hatte den halben Morgen verschlafen und rieb sich eilig den Schlaf aus den Augen als sie so vorsichtig wie möglich aus dem Bett stieg und aus dem Zimmer schlich. Sie besorgte Frühstück und nahm dieses mit zurück. Alstedalis lag noch immer in ihrem Bett, doch nun schlief sie so ruhig und entspannt das Tavina selbst kurz nachdachte ob sie gestern Nacht nicht irgend einen Zauber angewendet hatte um dafür zu Sorgen. Doch die Elfe die da so sanft schlief war Magierin und wie Dimiona sagte, den Geist eines Magiers würde Tavina wohl so schnell nicht kontrollieren können. Erst nach Mittag streckte sich Alstedalis langsam und entspannt ehe sie sich umsah und überrascht aber freudig zu Tavina sah. Als sie das Frühstück entdeckte war sie allerdings sprachlos und schien nachdenklich. Erst als Tavina gehen wollte hielt die Elfe sie erneut auf.
„Ich werd in die Bibliothek gehen und den Zauber für dich studieren.“ sagte sie und lächelte dabei offen. Dankbar nickte Tavi und machte sich auf den Weg in ihre eigene Kammer. Ihr Genick rieb sie dabei und seufzte offen. Nächte in Sesseln verbringend war keine all zu bequeme Sache.

„ Ich wusste es, die Töchter der Nacht konnten nicht alles Gute in dir auslöschen, meine Schwester. Da ist immer noch Licht in deinem Herzen.“ hörte sie Stellan in ihren Gedanken und blieb aprupt stehen.
„Wie kannst du es wagen wieder damit anzufangen! Hör endlich auf du Narr! Es reicht!“ fauchte sie offen und wurde von zwei Priestern perplex angesehen die an ihr vorbei liefen. Brummend rollte sie mit den Augen und lief schneller in ihre Kammer. Dort zog sie den Stein aus ihrer Robentasche und warf ihn auf den Tisch.
„Es reicht! Ein für alle male Stellan! Hör auf vom Licht zu reden! Das Licht hat mich nie gerettet als ich es anflehte das Vater aufhören sollte seinen Gürtel auf meinen Rücken zu peitschen! Und du warst auch nie da! Du hast lieber mit deinen Soldatenkumpel gesoffen und schönen Mädchen nach gepfiffen! Also tu jetzt nicht so als wärst du ein heiliger! Abgesehen davon warst du das Kanonenfutter für einen dummen und sinnlosen Krieg! Ich habe hier aber eine Aufgabe und der werde ich nachgehen bis man mich hier auch nicht mehr haben will. Also tu uns beiden einen Gefallen und finde dich damit ab. Denn sonst kann ich mich gleich hinstellen und mich töten lassen. Denn genau das passiert mit Leuten die hier an das Licht glauben. Und dein dummes Licht kann mir gestohlen bleiben! Es hilft einem nicht, da kann man noch so sehr flehen. Und jetzt schweig einfach. Du hast ohnehin keine Ahnung wie es mir geht! Das hattest du nie!“das ihr heisse Tränen über die Wangen liefen während sie ihren Bruder lauthals anbrüllte bemerkte sie nicht. Sie war sich einfach in ihr Bett, vergrub das Gesicht im Kissen und fühlte sich wieder einmal vollkommen verlassen...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Sa 12. Okt 2019, 02:22

Nachdem Kormek sich noch etwas zu Essen geholt hatte und sie ihm unterdessen noch einmal versucht hatte die Sache mit dem Alptraum zu erklären war es spät geworden. In seiner Kajüte angekommen hatte er sich seiner Stiefel und seines Hemdes entledigt und sich in das Bett gelegt. Tavina selbst hatte ihren Umhang nebst Tasche und Stab neben den kleinen Tisch gestellt und setzte sich dann neben Kormek. Kurz bewegte sie ihre schlanken Finger und lockerte sie etwas bevor sie die Hände wieder links und rechts seines Kopfes hielt und kurz die Augen schloss. Langsam begann sie ihre Magie zu wirken und Sprach in dieser Zeit wieder leise auf Kormek ein.

„Konzentriert euch nur auf mich. Alles was zählt ist meine Stimme. Vergesst den unruhigen Gang der See. Ihr hört die Matrosen nicht mehr. Ihr vergesst alles um euch herum. Es ist sicher und ihr fühlt euch wohl. Entspannt euch und atmet ruhig weiter. Lasst die Anspannung los und davon ziehen. Spürt ihr wie sich euer Körper entspannt? Nun will ich das ihr einfach schlaft. Ihr schlaft bis ihr nicht mehr müde seit oder ich euch wecke. Aber so lange schlaft ihr tief und fest und erholt euch dabei. Ihr werdet ruhig und entspannt schlafen...“

Das Kormek die Augen schloss und kurz etwas geübt, dann aber völlig frei immer wieder tief und vor allem entspannt ein und aus atmete entlockte ihr ein durchaus stolzes Lächeln. Während sie leise auf ihn einsprach konnte sie förmlich spüren wie seine Anspannung verging und er leise begann zu schnarchen. Sie nahm ihre Hände zurück und krabbelte vom Bett. Zufrieden mit sich selbst stemmte sie kurz die Hände in die Hüften und lächelte weiter. Ganz unfähig war sie also doch nicht. Immerhin schlief der große Kerl da nun leise schnarchend aber offensichtlich halbwegs entspannt. Ihr Blick ging herum zu ihrem Umhang und ihrer Tasche. Kurz fischte sie darin herum und zog dann das kleine Notizbuch heraus und blätterte darin herum. Sie wollte sich notieren was heute passiert war. Nachdem sie das getan hatte gähnte sie, aber schlafen wagte sie irgendwie nicht. Wo auch? Sie würde hier bleiben, zur Sicherheit. Sollte Kormek doch aufwachen wollte sie ihn direkt wieder in Schlaf legen oder verhindern das er die Kajüte zerlegte oder jemanden verletzte. Nachdenklich kaute sie sich kurz auf der Lippe herum und beschloss kurz in ihre eigene Kajüte zu gehen. Zum einen wollte sie ihre Sachen dorthin bringen, zum anderen wollte sie doch nochmal einen Blick in eines der Bücher über Druiden werfen. Beschlossen wie es für sie war nahm sie ihre Sachen und trat leise aus dem Zimmer und schlich über den kleine Flur in ihre Kajüte. Schnell waren ihre Sachen auf ihrem Bett gelandet und das Buch aus der kleinen Kiste geholt. Das sich ihr Haarband mittlerweile löste nervte sie. Sie bräuchte dringend ein neues. Seufzend zog sie das Band und entknotete es während sie zurück zu Kormeks Zimmer lief. Doch dann war da plötzlich dieser andere Körper der sie halb umrannte und sie dann fest hielt. Oh sie kannte diesen Geruch genau der ihr sofort in die Nase stieg. Bronnian hatte verhindert das sie fiel und drückte sie dafür mit seinem üblichen unverschämten Grinsen an seinen sich.

„Na Herzchen? Warst du auf dem Weg zu mir?“ lachte er leise aber spöttisch.
„Mit Sicherheit nicht. Hätte ich gewusst das du mich hier umrennst wäre ich eher vom Schiff gesprungen und auf der anderen Seite wieder herauf geklettert.“ Damit legte sie ihm die Hände auf die Brust und drückte ihn von sich.
„Gibs doch zu, es hat dir gefallen so eng bei mir zu sein.“ grinste er weiter und klemmte die Daumen hinter den Gürtel während er sie unverholen musterte. Tavina selbst hob ihr Buch auf und sah ihn dann mit gehobener Braue an.
„Ist es das was du willst? Das ich mich an dich drückte, in deine Arme?“ dabei trat sie dicht vor ihn und drückte sich an ihn. Sanft strich sie mit ihrer Fingerspitze über seinen leichten Bart und sah zu ihm auf.
„Am besten noch nackt in deiner Kajüte? Das du mich fest in die Kissen drücken kannst? Während ich deinen Namen laut keuche? Sind das deine Träume?“ hauchte sie leise und mit einem durchaus schnurrenden Ton in der Stimme. Das er reagierte und breiter grinste amüsierte sie noch mehr. Seine raue Hand strich über ihren Arm und sie konnte spüren wie seine arbeitenden Hände über den Stoff ihrer feinen Robe kratzte.
„Dann solltest du diese Träume gut fest halten. Denn mehr sind es nicht. Nur Träume eines offensichtlich einsamen Mannes.“ hauchte sie weiter, seinen Lippen durchaus nah. Doch er schien ihre Worte zu verstehen denn er runzelte die Stirn und wirkte verwirrt. Leise lachte sie als sie zurück trat und ihn musterte.
„Ein Mann der mich will, will auch nur mich. Sonst verdient er mich nicht.“ Damit drückte sie ihn bei Seite und ließ ihn stehen als sie die letzten Schritte zu Kormeks Tür ging und diese öffnete. Als sie sich umdrehte stand Bronnian noch immer an der Stelle an der sie ihn hatte stehen lassen und sah ihr nach. Sie schloss die Tür hinter sich mit einem durchaus breiten Grinsen und dem Gefühl eines kleine Sieges. Der Blick aufs Bett und zu Kormek taten ebenso gut. Er schlief noch immer entspannt. Also konnte sie sich eine Kerze anzünden und sich in einem der großen Stühle gemütlich machen. Ihre Stiefel zog sie auf und stellte sie neben den Stuhl, so konnte sie die Beine herauf ziehen und entspannt lesen. Doch irgendwann, nachdem es vor dem kleinen Fenster schon dämmerte, packte auch sie der Schlaf. Ständig Nachts über irgendwelche Leute zu wachen kostete Kraft und die wollte nun wieder geholt werden. Das Buch noch auf dem Schoss hatte sie den Kopf auf dem Arm liegen und schlief leise...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Sa 12. Okt 2019, 20:35

Leise seufzend wachte Tavina langsam auf. Unwillig aufzustehen oder auch nur die Augen zu öffnen brummte sie leise und zog die Decke enger über sich. Zufrieden durchatmen runzelte sie doch die Stirn. Das hier war nicht ihr Bett. Das hier roch nach Mann. Nun riss sie doch die Augen auf und fuhr hoch. Ein Blick durch die Kajüte schweifend ratterte ihr Kopf verschlafen. Sie hatte Kormek bewacht und muss beim Lesen eingeschlafen sein. Die Kajüte war in Ordnung und keine Spuren von Kampf oder Verwüstung. Auch waren keine Schreie zu hören von draußen. Wahrscheinlich hatte er ausgeschlafen und war aufgestanden. Netterweise hatte er sie dafür in sein Bett gelegt und schlafen gelassen. Erleichtert seufzte sie auf und verzog dann das Gesicht. Ihr rücken, vor allem aber ihr Nacken schmerzten. Sie rieb sich das Genick während sie die Decke zurück schlug und an den Rand des Bettes rutschte. Schnell schlüpfte sie in ihre Stiefel und stand auf. Ihre Robe hatte gelitten. Komplett zerknittert hing ihr das Ding schief und verzogen am Körper. Die gestern entstandene Zufriedenheit wich nun wieder dem Frust.
Sie verließ Kormeks Zimmer leise und ging in ihr eigenes wo sie das Buch auf den Tisch legte und sich dann erst mal auszog um sich immerhin waschen zu können. Bei allen alten Göttern... was würde sie für ein heißes Bad und eine Massage tun. Als sie fertig war suchte sie sich eine wärmere Robe aus der Kiste mit Kleidern und schlüpfte hinein. Draußen war es schon gestern kälter gewesen und sie fuhren Richtung Norden. Also würde es nun noch kälter sein. Während sie sich ihre Haare bürstete dachte sie aber bereits wieder nach. Es musste eine Lösung her. Auf Dauer war es kein Zustand das sie jede Nacht im Stuhl neben Kormeks Bett schlief. Und sich zu ihm legen würde er wohl kaum wollen. In ihr eigenes Bett wandern war eine verführerische Lösung aber was wenn Kormek dann doch mal erwachte und etwas passierte? Es würde dauern bis sie das mitbekommen würde. Seufzend legte sie die Bürste weg und schnappte sich Tasche und Mantel. Sie wollte etwas frische Luft schnappen und sehen ob sie Kormek fand und wie es ihm ging. Wenn er sich immer noch schlecht fühlte musste sie sowieso komplett von vorn anfangen. Sie wanderte an Deck und atmete tief durch und schloss einen Moment die Augen. Dann jedoch sah sie sich um und suchte sich ein halbwegs stilles Plätzchen. Ihr Notizbuch gezogen schrieb sie eine kurze Nachricht und riss die Seite heraus. Sie hatte vollkommen vergessen Khelperetocs mitzuteilen was sich mit der Elfe ergeben hatte. Sie drückte die Nachricht dem nächstbesten Gefolgsmann der Töchter in die Hand und schickte ihn los. Dann tauschte sie ihr Notizbuch gegen das Lehrbuch über Druiden und nach kurzem suchen hatte sie die Seite gefunden bei der sie in der Nacht geendet hatte. Wie lange sie an der Reling stand und las wusste sie nicht. Aber sie hörte die schweren Schritte von Kormek bevor sie ihn sah. Er kam auf sie zu und wirkte erholter. Tavina lächelte und sah zu dem Mann auf.
"Es scheint eine ruhige Nacht für euch gewesen zu sein. Wie fühlt ihr euch?"
"Wunderbar kleines. Ich hab lange nicht mehr so gut geschlafen." Grinste Kormek und sah sich um. Auch Tavi ließ den Blick schweifen und sah sowohl Dimiona als auch Caiborn und Bronnian. Dieser schien sich wohl an die falsche Kul Tiranische Matrosin rangemacht zu haben. Denn sein blaues Auge sprach dafür das sie ihn abgelehnt hatte.
"Es freut mich wenn ich euch helfen kann. Vielleicht können wir dann bald versuchen eure Kräfte etwas zu erforschen. Je eher ihr damit anfangt umso besser ist es wohl." Damit wandte Tavi den Blick wieder zu Kormek auf und begann ihm lange zu erklären wie es die Theorie wohl vorsah und was wie es vielleicht klappen könnte...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Di 15. Okt 2019, 22:42

OOC: Im Bezug auf diese Eintrag nehmend...

Böses Erwachen Teil 2

Endlich waren sie runter von diesem schwankenden Schiff. Sie hatten diese Parade mit angesehen, den alten und neuen Versprechen gelauscht und sie hatte Kormek abgehalten gleich alles wieder zu nichte zu machen indem er sich neben Khelperetocs stellte. Das Festmahl war lange gegangen und sie war froh als Kormek endlich müde wurde und sie ihn in Trance versetzen konnte. Gähnend hatte sie sich daran gemacht ihre verbrannten Notizen erneut zu verfassen während er in seinem Bett lag und entspannt schlief. Doch irgendwann packte auch sie die Erschöpfung und sie schlief auf dem Schreibtisch und den Büchern ein. Zumindest bis Kormek sie weckte. Sanft legte er seine große Hand auf ihre Schulter, doch sie schreckte trotzdem sofort hoch und blinzelte sich wach.
„Ganz ruhig, ich bin´s. Du bist wiedermal beim Lesen eingeschlafen,“ sagte er mit möglichst sanfter Stimme und schmunzelte schuldbewusst.
„Und warum tut mir dann der Schädel mehr weh als mein Kreuz,“ fragte Tavina während sie sich die Schläfe rieb. Kormek lachte und erhob sich zu seiner vollen größe wieder, hatte er doch vorher neben ihr gekniet.
„Das liegt am Wein. Es mag die Tafel eines Herzogs gewesen sein, aber der Wein war nicht besser als in der Schenke von Goldhain. Besser du gehst auf dein Zimmer, spritzt dir etwas kaltes Wasser ins Gesicht und machst dich vorzeigbar. Immerhin bekommen wir ´ne herzogliche Stadtführung.“
„Ist gut.“ gähnte sie und streckte sich dabei lange, das ihr Genick knackte als sie den Kopf bewegte entlockte ihr ein Keuchen der unschönen Art. Doch dann schob sie ihre Notizen in das Buch und schlug es zu. Ihr Notizbuch legte sie darauf und machte sich dann auf den Weg in ihr eigenes Zimmer. Das ihr Bronnian mit finsterem Blick auf dem Gang begegnete ließ sie aber vollkommen kalt. Sie verschwand in ihrem Zimmer, wusch sich mit kaltem Wasser, das vor einigen Momenten bestimmt noch Schnee gewesen war und schlüpfte dann in eine frische Robe. Ein wenig Durftwasser drauf, Tasche und Mantel geschnappt und los wollte sie. An der Tür hielt sie inne, drehte sich um und steckte die beiden Bücher schnell in ihre Tasche.

Sie folgte dem Tross brav, sah sich die Stadt an und lächelte den Leuten entgegen die sie sahen. Neugierig erkundete sie die Stadt, dem Tross aber dabei immer brav folgend. Am Abend dann folgte der Kriegsrat. Gesprochen wurde über vieles und immer wieder atmete Tavina leise durch, verstand sie nicht all zu viel von Kriegen und Strategien. Doch sie konnte wohl mit einem alten Kontakt helfen den sie schon beinahe gänzlich vergessen hatte. Nach einem Gespräch mit Dimiona führte ihr Weg sie dann in ihr Zimmer, wo sie sich mit ihrem Buch aufs Bett legte und eine Kerze anzündete. Gähnend blätterte sie darin bis sie die passende Seite gefunden hatte und las weiter...

Einige Stunden später

Laute Stimmen und Rüstungsklappern rissen sie aus dem Schlaf und sie sah sich in ihrem Zimmer um. Die Kerze auf ihrem Nachttisch war herunter gebrannt und verloschen. Schweres Scheppern von Metall war von draußen zu hören und neugierig schob Tavi die Beine vom Bett um zum Fenster zu treten. Die Soldaten des Herzogs hatten etwas umstellt das am Tor stand und laut brüllte. Es war ein riesiger Bär der dort stand und sich immer wieder aufrichtete und mit einen rießigen Pranken nach den Soldaten schlug. Doch das war kein normaler Bär, er sah anders aus. Holz bedeckte ihn zum Teil und die Dornen die aus seinem Rücken ragten sahen knochig aus.

---- KORMEK! ---

Fluchend rannte sie zur Tür, riss sie auf und rannte durch die Burg nach unten. Immer neue Soldaten folgten und erschrocken sprang sie über die ersten Leichen hinweg als wieder Brüllen erklang. Diesmal lauter, so das es ihr in den Ohren dröhnte. Sie drückte sich zwischen ein paar Soldaten durch und schob sich weiter und weiter nach vorn bis ihr eine der gerüsteten Wachen entgegen flog und sie noch halb umriss.
„Kormek stopp! Hör auf!“ brüllte sie und hob die Hände, sie wollte ihm zeigen das sie unbewaffnet war, in der Hoffnung das er sie erkannte und nicht ebenso angriff. Doch sie war wohl zu leise zwischen all den Soldaten. Mit einem weiteren wütenden Brüllen richtete sich der Bär wieder auf und schlug erneut nach den Soldaten. Entschlossen hier zu helfen schob sich Tavina weiter vor und wurde prompt von einer Wache am Arm gegriffen und zurück gerissen.
„Geht zurück!“ brüllte sie der Kerl an und hob in der nächsten Sekunde sein Schild erschrocken an. Überrascht fuhr Tavina herum und landete im nächsten Moment im Schnee am Boden. Ihr Arm brannte und instinktiv griff sie sich daran, nur um fest zu stellen das sie blutete. Kormek hatte sich herum gedreht und die Wache neben ihr angegriffen und dabei auch sie erwischt. Und nun warf er sich wieder gegen das Tor und wollte wohl in die Freiheit entkommen. Die Wachen sammelten sich, bildeten einen Schildwall und konzentrierten sich. Welcher Wahnsinnige Gedanke Tavina dazu brachte aufzuspringen und sich auf Kormek zu werfen wusste sie nicht. Doch sie tat es! Wild schüttelte er den Kopf und sie hatte alle Mühe sich an seinem Geweih festzuhalten, doch sie schaffte es irgendwie und legte ihre Hand auf seine breite Stirn.
„HÖR AUF!“ brüllte sie und jagte ihre Magie durch die Berührung in ihn hinein. Wankend hörte er auf und beschwerte sich laut brummend.
„Beruhig dich. Es ist alles gut. Du musst nur aufhören damit. Ich bin hier und ich helf dir.“ sprach sie weiter und rutschte von seiner Seite herunter um neben ihm stehen zu bleiben. Sie würde ihre Hand nicht weg nehmen. Dazu musste man sie schon töten. Verwundert sahen sich die Wachen um, nervös und wartend das dass Tier wieder durch drehte. Doch Tavina hob die andere freie Hand und deutete den Wachen damit deutlich an zu bleiben wo sie waren.
„Atme durch Kormek. Du vergisst alles um dich. Niemand ist hier, nur wir beide. Ich will das du dich hinsetzt und die Augen schliesst. Es wird alles wieder gut werden. Ich helf dir hier raus.“ sprach sie leise weiter, ihre Magie aufrecht haltend. Immer noch standen die Wachen bereit, die Schilde erhoben und zu allem bereit. Entschlossen nahm sie ihre Zweite Hand zu Hilfe, auch wenn ihr Arm schmerzte. Kormek hatte sich mittlerweile in den Schnee gesetzt und atmete schwer, aber die Augen hielt er geschlossen.
„So ist es gut. Und jetzt legen wir uns hin.“ sagte sie leise und ging langsam auf die Knie, während sich Kormek einfach auf die Seite fallen ließ und brummte.
„Gut, sehr gut. Und jetzt konzentrier dich. Du willst deinen Körper wieder. Du willst wieder Mensch sein. Atme durch und stell dir deinen Körper genau vor. Deinen Bart, deine Hände und Finger, deine Beine. Das alles willst du wieder haben. Ganz dringend willst du das wieder. Also wandelst du dich jetzt zurück, auch wenn das weh tut. Du schaffst das, ich bin da und helf dir dabei.“ sprach sie leise aber eindringlich. Etwas ängstlich sah Tavina zu wie Kormeks Brust sich wieder schneller hob und seine Pranken hastig zuckten, doch dann wandelte er sich wieder. Der leichte Pelz und die lederne Haut verschwanden und wurden wieder zur normalen menschlichen Haut. Die Knochenstachel am Rücken zogen sich zurück, was wohl ziemlich schmerzte, den Kormek verzog das Gesicht und keuchte schmerzvoll. Auch seine Hände und Füße wurden wieder normal, das Holz zog sich zurück und bald schon lag ein fast nackter und nur mit Kleiderfetzen bedeckter aber vor Erschöpfung zitternder Kormek im Schnee vor ihr und griff blind und fahrig nach ihrer Hand. Mit einer Hand griff sie diese und drückte sie so fest sie konnte, während sie seinen rießigen Kopf auf den Schoss nahm und ihre Hand weiter auf seiner Stirn liegen ließ.
„Alles wird gut. Schlaf einfach. Schlaf tief und fest. Bis du nicht mehr müde bist oder ich dich wecke.“ sagte sie wie immer. Sie konnte spüren wie er in den tiefen Schlaf kippte und vollkommen weggetreten war. Die Wachen waren näher gerückt, zum teil fasziniert aber immer noch in höchster Alarmbereitschaft hielten sie die Waffen und Schilde vor sich.
„Er ist ruhig. Er wird nichts mehr tun.“ sprach Tavi laut und atmete durch. Nun spürte auch sie die Erschöpfung die sich mit Schwindel über sie warf. Befehle wurden gebrüllt und man besorgte eine stabile Trage womit man Kormek weg brachte. Jemand packte sie unsanft am Arm und riss sie aus dem Schnee auf die Beine um sie mit zu zerren und weg zu bringen. Wohin realisierte sie kaum noch denn ihre Knie gaben nach....
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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Do 17. Okt 2019, 02:10

Ihr Arm brannte als sie die Augen aufschlug sich umsah. Sie war in ihrem Zimmer und ihrem Bett. Man hatte ihre Wunde verbunden und bei einem Blick durchs Zimmer stellte sie fest das sie allein war. Seufzend und langsam schob sie sich aus dem Bett, zog sich eine frische Robe an und trat dann zur Tür. Sie wollte Kormek suchen, sehen wie es ihm ging. Dann wollte sie zu Dimiona und ihr alles erklären und dann--. Erschrocken blieb sie stehen als sie die Wachen vor ihrer Tür sah. Noch ehe jemand etwas sagen konnte schloss sie die Tür wieder und sah sich nachdenklich um. Man bewachte sie also. Seufzend setzte sich mit dem Buch und ihren Notizen wieder aufs Bett. Tavina wusste das sowas nicht noch einmal vorkommen durfte...

Als die Tür aufflog und Dimiona herein kam zuckte sie auf und hielt sich sofort den Arm. Leise schloss diese die Tür und starrte Tavina mit blauen Augen an in denen man die Blitze förmlich erahnen konnte.
"Was ist letzte Nacht passiert? Erkläre dich! Sofort!" Ihre Stimme war nicht laut doch hatte sie einen gefährlich schneidenden Unterton.
„Kormek ging ohne mich zu Bett. Seine druidischen Kräfte gerieten außer Kontrolle. Er kann ja kaum seinen Körper kontrollieren und ist tollpatschig wie ein neugeborener Elekk im Porzellan laden. Die Umwelt setzte ihm zu. Er wandelte sich in einen Bären und wollte in die Natur fliehen. Man ließ ihn nicht und griff ihn an da man ihn als Gefahr sah. Als ich es bemerkte griff ich ein und brachte ihn unter Kontrolle.“ erklärte sie ihrer Meisterin brav aber wenig ängstlich.
"Und warum erfahre ich erst jetzt von dieser Problematik!? Waren es nicht deine Worte die besagten das ihr gute Fortschritte macht!"
"Tagüber und im Wachen zustand hat er sich im Griff. Die Nächte sind die Gefahr. Sein Körper will sich mit dem Smaragdgrünen Traum verbinden um sich zu erholen. Das ist normal für Druiden. Aber Kormek ist nicht normal. Er ist eine Seele in einem falschen Körper. Er muss nicht nur den Körper kennen und beherrschen lernen sondern auch diese Kräfte. Ich hab ihn seit Beginn der Überfahrt jede Nacht in Trance gelegt. Nicht nur den Geist sondern auch den Körper. Der Druide war also genauso beruhigt wie Kormeks Seele. Ich bin nach dem Kriegsrat hierher und hab gelesen. Warum Kormek nicht kam weiss ich nicht. Ich bin aufgewacht durch den Lärm. Wunder kann man in dieser Sache keine erwarten. Es braucht Zeit und jede Menge Übung. Wenn ich weiter mit ihm arbeite wird er das alles lernen. Und bis gestern hat ja niemand mitbekommen was für eine Problematik da überhaupt herrscht. Bis auf letzte Nacht machen wir gute Fortschritte! Das war ein derber Rückschlag, ja. Aber ich schaffe das. Ich kann ihm helfen." selbst zur Ruhe gezwungen versuchte sie sich zu erklären.
"Die Nächte sind eine Gefahr! Und Wunder soll ich keine erwarten?" plötzlich wurde es dunkler um Dimiona und Tavi konnte die Schatten nur all zu gut erkennen die sich da um sie sammelten. Auch ihre Stimme dröhnte plötzlich in ihren Ohren wider. "DU hättest mich in Kenntnis setzen müssen! Man hätte sich auf so einen Fall vorbereiten können! Wie schon davor hast du dich selbst überschätzt und wieder sind die Konsequenzen enorm. Nicht genug, das du mich nicht informiert hast Nein, du hast auch noch die oberste Pflicht einer Priesterin vergessen, jene zu schützen deren wir unseren Schutz zugesagt haben. Habe ich dir zu wenig gezeigt wie weit man gehen muss um die zu beschützen die es wert sind? Hast du in den letzten Wochen und Monaten überhaupt nichts gelernt!" Dimiona atmete durch um sich zu beruhigen und fuhr dann mit etwas ruhigerer Stimme fort.
"Du denkst die gestrige Nacht war ein Rückschlag? Du willst mit Kormek weiter an diesem Problem, wie du es nennst arbeiten? Du kannst froh sein wenn ihr beide nicht den Galgen von Neu Alterac einweiht!" Einen Moment konnte Tavina nur blinzeln ehe sie nun selbst von ihren Gefühlen übermannt wurde.
„Ich habe mich überschätzt? Ihr habt mir diese Aufgabe doch gegeben! Gestern noch sagtet ihr mir wie wichtig das ist. Ich habe getan was ihr mir aufgetragen habt. Und wäre das gestern Nacht nicht passiert dann wäre alles in Ordnung gewesen und ich wäre weiter die brave kleine Schülerin gewesen?" Entschlossen griff sich Tavi die Notizen aus dem Buch und hielt sie hoch.
„Wisst ihr was das ist? Das sind die Notizen die ich Nacht für Nacht zusammen getragen hab. Aber da ich offensichtlich ja zu nichts fähig bin werden die hier sowieso falsch sein.“ wütend steckte sie die Notizen an der Kerze in Brand.
„Ich hoffe ihr findet einen anderen der Kormek helfen kann. Wenn mich der Galgen erwartet dann sei es so. Aber ich weiss Das ich es kann.“ sagte sie entschlossen und sah Dimiona dabei direkt an.Einen langen Moment sah Dimiona Tavina einfach nur an
"Impulsiv, Willensstark und Klug." Dann schüttelte sie den Kopf, der Zorn schien verraucht doch die Bitterkeit blieb in Dimionas Gesicht
"Ich habe dir diese Aufgabe gegeben, in der Annahme das ich dir vertrauen kann. Das du weißt wie wichtig diese Sache ist und du deshalb kein Risiko eingehen würdest." Müde schloss die Priesterin für einen Moment die Augen. "Gestern Abend war ich noch stolz auf dich....deine Fortschritte," Dimiona seufzte "Ich werde mit dem Herzog sprechen. Sollte dies erfolgreich sein überlasse ich es Kormek ob er deine Hilfe weiterhin will." Plötzlich war Dimiona ruhig und sachlich, ihr Gesicht eine Maske der Unnahbarkeit.
"Was deine Anwärterschaft auf das Priestertum betrifft solltest du dir Gedanken machen ob du dies auch wirklich willst. Ob du bereit bist diesen Pfad weiter zu gehen. Ich werde selbiges tun ob ich nach dem hier,“ sie deutete dabei auf die Überreste der verbrannten Notizen „weiterhin deine Mentorin sein kann." Damit wand sich Dimiona zur Tür. Wütend sah Tavi ihr nach und sagte nichts mehr. Es wäre ohnehin unnütz zu erklären was sie dachte. Als die Tür hinter Dimiona wieder ins Schloss fiel trat Tavina zum Fenster und lehnte ihre Stirn gegen das kalte Glas. Es war also wieder so. Sie konnte tun was sie wollte, man sah nur ihre Fehler. Das sie sich auf Kormek geschmissen und ihn beruhigt hatte war egal. Das sie damit weitere Tote und Verletzte verhindert hatte ebenso. Und das sie selber kaum eine Ahnung von Druiden und deren Weg hatte und sie selber die meiste Zeit des Tages damit verbrachte sich dieses Wissen anzueignen ebenso. Heisse Tränen rollten ihr über die Wangen während sie die Hand vor ihren Mund legte um das leise Schluchzen zu dämpfen. Warum man ihr das immer wieder antat wollte ihr nicht in den Sinn. Aber seit sie denken konnte sagte man ihr immer wieder was für eine Enttäuschung sie doch war. Warum auch versuchte sie überhaupt noch sich zu beweisen. Man würde immer wieder etwas finden worin sie versagte. Lange noch stand sie einfach nur am Fenster, sah den Leuten der Stadt zu die ihrem Alltag nachgingen. Das leise klopfen riss sie aus ihren Gedanken und sie hob den Blick zur Tür. Eine Wache trat ein und musterte sie kurz.
„Er ist aufgewacht. Er fragt nach euch.“ sagte der Kerl ruhig und monoton. Tavina nickte dankend und sah wieder zum Fenster hinaus, hörte aber wie sich die Tür wieder schloss. Noch einmal wischte sie sich die Tränen weg ehe sie durchatmete und ihr Notizbuch in ihre Tasche steckte. Das Buch über Druiden ließ sie liegen. Sie würde es ohnehin wahrscheinlich nicht mehr brauchen. Ihren Mantel griff sie sich und legte ihn sich über den Arm bevor sie ihr Zimmer verließ und sich von einer Wache zu den Zellen und Kormek bringen ließ.

Kormek stand von der Holzpritsche auf als er Tavi vor der Zelle sah und atmete erleichtert aus.
„Man bin ich froh dich zu sehen. Geht es dir gut?“ fragte er und musterte sie eingehend. Tavina nickte tapfer.
„Haben sie dich schon ausgeschimpft wegen meinem Mist?“
„Hochwürden war da.“ nickte sie und sah zur Wache. „Würdet ihr mich bitte zu ihm rein lassen?“ Die Wache zögerte, doch schloss dann kurz auf um Tavina hinein zu lassen und hinter ihr wieder abzuschliessen. Kormek setzte sich wieder auf die Pritsche und sah zu Tavi, die neben ihm Platz nahm. Dann berichtete sie ihm alles. Erst die letzte Nacht und wie sie ihn beruhigt hatte, dann das Gespräch mit Dimiona. Still hörte Kormek ihr zu, nickte immer wieder verstehend und sprach dann leise. Er versicherte ihr das er die Verantwortung übernehmen würde für alles und das für sie alles wieder gut werden würde. Danach erzählte er ihr alles was er noch wusste und wie er sich fühlte.
"Du bist wichtig für die liebste von Hochwürden. Ich glaub nicht das dir viel böses passieren wird. Ich hoffe einfach das sich jemand dahinter klemmt der dir besser und schneller helfen kann das sowas nicht wieder passiert." sagte Tavi irgendwann und wunk ab.
"Ich will nicht jemand anderen. Ich vertraue dir. Wir wissen beide das du es kannst und jetzt wissen wir auch das es verdammt wichtig ist das wir weitermachen." Vorsichtig gab Kormek ihr einen kleinen Schubs. Trotzdem musste sich Tavina dagegen drücken um nicht von der Pritsche zu plumsen. "und außerdem müssen wir doch Bronnian noch etwas aufziehen." grinste der Kul Tiraner sie breit an.
"Den hab ich garnicht mehr gesehen... Aber die Frage ist doch ob ich es weiter kann wenn es wieder so hart wird"
"Keiner hat gesagt das es leicht wird...ich lass mir was einfallen. Kannst du mir was zum Schreiben bringen? Ich muss nem Freund einen Brief schicken."
Tavina nickte, sie zog ihr Notizbuch samt Kohlestift aus der Tasche und reichte ihm beides.
"Danke. Ich habe Khelperetocs gesagt, das ich bis auf weiteres hier in der Zelle bleibe. Sie soll nicht versuchen mich hier raus zu bekommen. Würdest du trotzdem versuchen mich ruhigzustellen?" fragte er, während er sich eine leere Seite suchte und begann zu schreiben.
"Wenn du das willst und Hochwürden mich nicht noch hängen lässt kann ich das machen. Denkst du denn das die Mauern dich hier halten können?" Tavina sah sich um und musterte die Zelle dabei.
Kormek nickte. "Die Mauern sind stark und die Gitter auch. Ist nicht das erste Verlies in dem ich sitze." Er riss die Seite aus ihrem Notizbuch und faltete sie ein paar Mal "Gib das Khelperetocs. Sie soll es schnellstmöglich an Silem schicken."
Tavina nickte und nahm ihm alles wieder ab. "Mach ich. Denkst du die stellen mir hier ein Bett rein?" fragte sie, während sie alles wieder in ihre Tasche steckte und sich erneut umsah.
Kurz war Kormek wegen der Frage wohl irritiert. "Du wärst wahrscheinlich die erste die um sowas bittet, aber ich denke schon. Und wegen Dimiona mach dir mal keine Sorgen. Die Bischöfin ist nicht dafür bekannt das sie ihre Ziele aufgibt. Und deine Ausbildung zählt als solch ein Ziel."
Etwas Gedankenverloren zuckte Tavina mit den Schultern. "Ich glaub es wäre gut wenn ich weiter in deiner Nähe bin oder?"
Kurz musterte Kormek sie eingehend ehe er auf ihren Arm deutete, der verbunden war. "Da bin ich nicht sicher. Aber wäre tröstlich jemanden zum plaudern zu haben"
Sie folgte seinem Deut und sah kurz auf ihren Arm und dann mit gehobener Braue zu ihm. "Pff. Du hast mich gekratzt. Ich hab dich ausgeknockt. Wer ist hier in Gefahr hm?"
Nun begann Kormek herzhaft zu lachen. "Dann wäre es mir eine besondere Ehre Euch edle Dame hier in meinem bescheidenen Domizil beherbergen zu dürfen." Dabei deutete er eine Verbeugung an und grinste breit. Tavi schmunzelte und boxte ihn gegen den Arm. Ob er das überhaupt spürte? "Sei lieb, sonst muss Bronnian dir Gesellschaft leisten!"

Noch eine Weile hatte sie mit Kormek gesprochen, doch dann rappelte sie sich auf und als die Wache sie aus der Zelle ließ äußerte sie ihre Bitte nach einem einfachen Feldbett oder zumindest ein paar Decken. Die Wache wirkte überrascht und unsicher, wollte das erst mit dem Kommandanten absprechen aber nickte ihr dabei zu. Tavina selbst legte sich ihren Mantel um und trat leise durch die Burg bis hinauf zu den Zinnen. Die kalte Luft die ihr entgegen schlug ließ sie tiefe Züge nehmen bevor sie an den Rand trat und hinaus in die Ferne sah. Wie weit der Schnee wohl noch reichte? Wie lange man wohl wandern musste um das nächste Dorf oder gar eine Stadt zu erreichen? Ob man dort wusste das hier Diener der Schatten lebten? Ob man ihr dort kurzzeitig Unterschlupf gewähren würde? Seufzend schloss sie wieder die Augen. Kormeks Worte gingen ihr wieder durch den Kopf. Das Dimiona so schnell nicht aufgeben würde wegen ihrer Ausbildung. Doch es war nun schon das zweite mal das sie so versagt hatte. Und wer weiss wie viele Male noch folgen würden. Vielleicht war sie wirklich nicht für das Priestertum gemacht. Vielleicht sollte sie einfach hoffen das ihr der Galgen erspart blieb und sie Kormek zumindest noch helfen konnte das er die Kontrolle nicht mehr verlor. Dann würde sie ihre wenigen Sachen packen und weiter ziehen. Es gab genug Akolythen und Anwärter und bestimmt enttäuschten viele von ihnen weniger als sie. Überrascht sah sie auf als neben ihr ein Krächzen ertönte und sie einen Raben neben sich sah. Das Tier saß da und legte den Kopf schrägt als würde es sie mustern. Einen Moment lang konnte sie den Blick nur erwidern bevor sie etwas des Schnees mit der Hand bei Seite schob und in ihre Tasche griff. Ein kleines Ledernes Beutelchen zog sie heraus und verteilte die Körner die sie darin hatte auf der freien Fläche und trat dann zurück. Neugierig hüpfte der Rabe näher, pickte das erste und dann auch das zweite Korn auf und sah sich immer wieder um.

Das sie irgendwann nicht mehr alleine war überraschte Tavina. Khelperetocs stand unweit von ihr und begann das Gespräch wegen des Raben. Doch schnell ging es dann um die letzte Nacht. Das die Nekromantin ruhig blieb und Tavina Mut zusprach verwunderte diese. Doch lange blieb ihr nicht die Zeit zum wundern denn bald schon erzählte Khelperetocs ihr von ihrer Vergangenheit und ihrer Lehrzeit. Das sie dann jäh von Vialena unterbrochen wurden und sich die beiden anfingen zu streiten machte es nicht besser. Sie versuchte zu vermitteln und zu schlichten, wollte verhindern das alles wofür bisher gekämpft wurde wieder zu nichte gemacht wurde, doch wirklich Gehör schien sie nicht zu finden bei den beiden. Erst als Khelperetocs von einem ihrer schweren Hustenanfälle gepackt wurde zog sie sich zurück. Und auch die Elfe ging dann ihrer Wege. Tief atmete Tavina durch und schloss die Augen. Sie lehnte sich an die Zinne und versuchte den letzten Tag zu verstehen. Irgendwann jedoch öffnete sie die Augen wieder und trat den Weg nach unten an. Die Wachen wirkten nervös aber ließen sie ohne den geringsten Wiederstand in die Zelle, wo Kormek auf der Pritsche saß und sie ansah.
„Dachte schon du hast es dir anders überlegt.“ grinste er sie an.
„Nein. Ich hab nur dir Zeit vergessen. Verzeih.“ Rasch legte Tavi ihren Mantel und ihre Tasche auf das Feldbett in der Ecke und trat dann zu Kormek, der sich nun schon hingelegt hatte. Tief atmete sie durch während sie ihre Hände sanft an Kormeks Schläfen legte und er zusammen zuckte.
„Hast du n Schneemann gebaut? Deine Hände sind ja eisig!“ beschwerte er sich und sah sie dabei an.
„Nein ich.. war nur draußen.“ murmelte sie leise und rieb sich die Hände kurz, bevor Sie sie erneut an seine Schläfen legte. Kormek schloss die Augen und atmete ein letztes mal tief durch während Tavina leise auf ihn einsprach und ihre Magie wirken ließ. Bald schon schnarchte er ruhig und entspannt vor sich hin. Dann auch konnte sie sich endlich auf das Feldbett legen und sich unter den zwei Decken klein machen. Erst jetzt spürte sie wie kalt sie wirklich war während sie die Wand anstarrte und bibbernd auf den Schlaf wartete...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Sa 19. Okt 2019, 14:08

Langsam ging Tavina von der Schmiede zurück zur Burg und atmete die kühle Nachtluft immer wieder tief ein. Das Bier war ihr zu Kopf gestiegen. Ganz eindeutig. Aber immerhin konnte sie mal für ein paar Momente vergessen das sie eine Enttäuschung war. Als sie endlich in der Burg ankam ging sie den direkten weg nach unten zu den Zellen. Kormek lag auf der Pritsche und starrte die Decke an bis er sie bemerkte. Und dann grinste er auch schon.
"Hast dir einen getüddelt?" Fragte er lachend und sah zu wie sie zu ihm trat.
"Bronnian hat mich in die Schmiede geschleppt. Und dann dort allein gelassen nachdem er dachte ich hätte mich vor allen anderen ausgezogen und betatschen lassen." Nun lachte Kormek wieder laut während sie sich zu ihm setzte.
"Dem faulen noch die Eier wegen dir ab Kleines."
"Das ist sein Problem, nicht meines." Damit hob sie die Hände an seine Schläfen und begann ihre Magie wirken zu lassen und vor sich hin zu murmeln. Zumindest bis Kormek brummte.
"Heute nuschelst du ziemlich. Wie soll ich mich da entspannen wenn ich lauschen muss?"
"Verzeih. Das muss das Bier sein." Seufzte sie und atmete dann tief durch bevor sie von vorn begann. Diesmal aber lauter und klarer in der Stimme. Nun hatte es seine übliche Wirkung und Kormek sank ruhig in den Schlaf. Als er seinen ersten lauten Schnarcher von sich gab ließ sie die Schultern hängen und seufzte. Sie sollte sich hinlegen. Bald schon musste sie wieder zu Riha. Langsam und träge zog sie sich um und krabbelte unter ihre Decken wo sie sich klein machte. Tagsüber machte ihr die Kälte nichts aus, da spürte sie diese schon garnicht mehr. Wenn ihr nur Nachts nicht immer so kalt wäre....



"Du bist ein nichts!" Damit klatschte ein weiteres mal die Hand ihres Vaters gegen ihr Gesicht.
"Hör auf..." flehte sie weinend und hob die Hände wieder schützend über den Kopf.
"Ein dummes wertloses nichts!" Brüllte er weiter und gab ihr die nächste Ohrfeige.
"Zu dumm für einfache Zauber!" Damit folgte der nächste Schlag. Irgendwie gelang ihr es ihren Vater von sich zu stoßen. Doch als er gegen die Kommode stieß wurde er dadurch nur noch wütender.
"Du wagst es!" Nun griff er seinen Gürtel und riss ihn aus den Schlaufen seiner Hose bevor er das erste mal damit ausholte und zuschlug. Sie wand sich und schrie auf vor Schmerz, doch das ließ nur den nächsten Schlag folgen. Und noch einen. Und noch einen. Erst als sie schon halb ohnmächtig vor Schmerz war ließ er von ihr ab und sie einfach auf dem Boden liegen.
"Du bist so eine Enttäuschung!" Murmelte er und ließ sie damit allein. Sie konnte hören wie er die Treppe hinunter ging und in der Küche den Schrank mit Schnaps durchwühlte. Doch sie blieb liegen. Zittrig machte sie sich klein und weinte still während ihr Rücken brannte und sie spüren konnte wie das Blut sich mit ihren Kleidern verklebte. Erst Stunden später, als sie hörte wie er schnarchte, wagte sie es sich langsam aufzurappeln und zittrig nach ihrem Rücken zu sehen. Oft kam sie gar nicht an die Wunden und musste deshalb ihr Nachthemd verbluten. Doch die Erschöpfung ließ sie immerhin schnell einschlafen...




Langsam schlug Tavina die Augen auf und brauchte einen Moment um zu realisieren wo sie war. Neu Alterac, in einer Zelle auf einem Feldbett. Seufzend drehte sie sich auf den Rücken und ließ den Blick zu Kormek und wandern. Der Kul Tiraner saß da und sah sie forschend an.
„Alles in Ordnung kleines?“
„Ja, klar. Alles super.“ murmelte sie und setzte sich auf. Kurz rieb sie sich den Schlaf aus den Augen und danach das Genick. Als sie sich streckte knackte es in ihrem Rücken und sie zuckte zusammen. Noch ehe Kormek sie weiter ausfragen konnte schnappte sie sich ihre Sachen und wanderte in ihr Zimmer. Hier war es fast so kalt wie draußen da niemand mehr Feuer im Kamin machte. Warum auch? Sie war immer nur wenige Minuten am Tag hier um sich zu waschen und umzuziehen. Danach war sie den ganzen Tag unterwegs. Sie stand Riha zu Diensten und wenn man sie sonst nicht brauchte verzog sie sich meist nach oben zu den Zinnen, wo der Rabe immer schon auf sie zu warten schien. Sie legte ihm eine Hand voll Körner hin und sah auf das weite Land während sie immer wieder an die Vergangenheit denken musste von der sie wieder jede Nacht träumte. Vielleicht sollte sie Kormek einmal vorschlagen das er versuchen sollte sich bewusst zu wandeln. Wenn sie dabei wäre könnte sie ihm vielleicht helfen. Und damit er nicht wieder in Panik verfiel vielleicht am besten weit abseits der Burg und der Stadt. Dann könnte er nur sie angreifen und sie würde sich schon wehren können. Sie nickte für sich selbst beschlossen und atmete durch ehe sie leise durch die Burg lief. Das die meisten anderen beim Essen waren wusste sie. Ebenso das man jeden Tag für sie mit deckte, doch ihr Hunger hatte sich verzogen und sie wollte die Blicke der anderen nicht ertragen. Außerdem hatte sie sich gestern Abend den Bauch in der Schmiede vollgeschlagen. Zugegeben, das ganze Fleisch lag ihr etwas schwer im Magen und so schnell würde sie keinen Alkohol mehr anrühren. Die Wachen bei den Zellen nickten ihr stumm zu und Kormek sah überrascht drein als er sie schon so früh am Abend sah.
„Ich glaube wir beide sollten uns mal unterhalten..“ begann sie und setzte sich auf ihr Feldbett, ihm gegenüber...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Mi 23. Okt 2019, 13:01

Das sanfte rütteln und die leise Stimme die immer wieder ihren Namen flüsterte weckten Tavina langsam aber sicher auf. Verschlafen sah sie sich um und blickte in Kormeks grinsendes Gesicht.
„Aufstehen Kleines. Heute geht’s endlich mal raus hier!“ sagte der große Kul Tiraner freudig und trat zurück während sie sich aufsetzte und sich streckte.
„Du bist ja voller Tatendrang.“ gähnte sie verschlafen und rieb sich den Schlaf aus den Augen.
„Natürlich. Endlich sehe ich mal was anderes als diese Mauern hier.“ Damit griff er sich sein Hemd und warf es sich über.
„Dann packen wir direkt zusammen und gehen los würde ich sagen.“ Damit stieg auch Tavina aus dem Bett und sammelte ihre Sachen zusammen.
„Ich geh mich anziehen. Wir treffen uns dann gleich oben.“ schnellen Schrittes huschte sie die Treppen nach oben und wollte in ihr Zimmer. Doch wieder war da der Körper gegen den sie stieß.
„Na Herzchen, hat er dich endlich gehen lassen? Wird er dir nicht langsam zu langweilig?“ fragte Bronnian während er zusah wie Tavina ihre Sachen vom Boden aufhob.
„Hast du eigentlich nicht besseres zutun als mir ständig im Weg zu stehen?“ brummte sie während er über ihr stand.
„Nein, im Moment nicht. Die anderen Mädchen sind alle noch glücklich wegen letzter Nacht.“ grinste er selbstgefällig.
„Ach, darum geht’s dir also immer noch. Du willst immer noch eine Nacht in mein Bett. Es mit der kleinen heißen Priesterschülerin tun. Eine weitere Kerbe in dein Frauenholz machen für mich, ja?“ Wieder lehnt sie sich gegen ihn und läuft mit ihren Fingerspitzen über seine Brust nach oben zu seiner Schulter. „Ich muss dich leider enttäuschen. Kormek nimmt mich voll und ganz in Beschlag. Aber wenn du heute mal dein Fenster auf lässt hörst du mich vielleicht seinen Namen schreien.“ raunte sie ihm entgegen und ließ ihn dann wieder einfach stehen. Wieder sah er ihr überrascht nach bis sie in ihrem Zimmer verschwunden war...

Eine Weile später kam Tavina mit ihrer vollen Tasche die Treppe herunter, ein eingerolltes Fell und gleich drei eingerollte Decken unter den Armen sah sie lächelnd zu Kormek der mit einem riesigen Rucksack, den Tavina selbst locker als Schlafsack benutzen könnte wartend in der Halle stand und sich umsah. Immer noch blickten die Leute ihn stellenweise Misstrauisch an. Als er Tavina entdecke vertreiterte sich sein Grinsen und er nahm ihr die Decken und das Fell kurzerhand ab.
„Dann wollen wir mal.“ meinte er und trappte vor. Tavi folgte ihm schmunzelnd und mit einem Kopfschütteln. Die Wachen öffneten das große Tor und schlossen es hinter den beiden wieder. Nun lag nichts als die Wildnis und der Schnee vor ihnen. Kormek schloss die Augen und atmete einige male tief durch bevor er vorwärts durch den Schnee stapfte. Tavina folgte ihm. Sie hatte mitgedacht und sich heute die Robe gespart. Dafür trug sie zwei dicke Hosen und mit Fell besetzte Stiefel, was die Wanderung durch den Schnee erleichterte.


„Hast du gestern eigentlich mitbekommen wie Tharsonius und Silem wieder gingen?“ fragte Kormek irgendwann als er stehen blieb und sich umsah. Sie waren bereits seit einiger Zeit unterwegs und nahe der Küste, das Meer war deutlich zu sehen.
"Ja leider. Tharsonius kam und der Herzog wollte ihn direkt mit dem Schwert begrüßen. Auch Hochwürden war unerfreut und darauf ging er wieder." Erzählte sie ihm und blieb neben ihm stehen.
"Aber er und Silem sollten uns doch helfen. Zeigt es nicht ihren guten Willen das sie kamen obwohl sie wussten das man sie nicht freundlich begrüßen würde?" deutlich war die Enttäuschung bei Kormek zu hören als er sich wieder in Bewegung setzte "Und Dimiona hat ihn auch bedroht?"
"Sie hat ihm zumindest gesagt das sie ihm kein Stück traut und er wieder gehen soll. Ich wollte auch nicht dazwischen gehen weil ich sonst wieder in Ungnade falle"
"Versteh ich gut, danke das du ehrlich warst." Er sah zu ihr und schenkte ihr eines seiner breiten freundlichen Lächeln.
"Dafür nicht. Denkst du wir sind weit genug? Fühlst du dich hier wohl und sicher?" Tavina musterte Kormek neugierig von der Seite, achtete auf eventuelle Anspannung oder Zittern, doch nichts war von all dem zu sehen. Er blickte sich um und rümpfte kurz die Nase.
"Geh'n wir runter zum Fluss. Die Felsen dort unten sollten groß genug sein um mich dort anzuketten." kurz noch wartete er Tavinas Nicken ab bevor er sich weiter auf den Weg machte, immer wieder hinter sich sehend und ihr eine helfende Hand reichend. Dankbar für seine Hilfe nahm sie diese jedes mal an. Ihre Schritte waren vorsichtig und zögerlich, immerhin war unter dem Schnee gern Eis und sie wollte sich nicht noch auf ihren Hintern setzen weil sie unachtsam war. Doch all die Vorsicht half nichts, Das Eis fand sie und schon rutschte sie aus und rutschte eine kleine Böschung runter. Doch zum Glück hielt Kormek bereits ihre Hand und fing sie mit dem anderen Arm auf.
„Isst du eigentlich genug? Du bist ja richtig leicht.“ grinste er spöttisch und stellte sie auf die Beine.
„Mein Arsch muss ja gut aus sehen neben deinem.“ damit streckte sie ihm die Zunge raus und hörte ihn lachen.
"Wie stellst du dir das jetzt eigentlich genau vor? Soll ich mich hinsetzen und solange 'Du bist ein Bär' zu mir sagen bis ich einer werde?"
„Nicht ganz. Wir ketten dich fest und dann verbinden wir dich erstmal mit der Natur. Dann sollte dir die Wandlung leichter fallen.“
"Warum klingt 'verbinden dich mit der Natur' in meinen Ohren wie 'du musst nen Baum knutschen'?" wieder grinste er sie an und blieb stehen während sie lachte.
"Nein keine Sorge. Du musst nur ein genaueres Gefühl für die Natur bekommen." Er nickte und sah sich um, musterte die Felsen und klopfte mit den Fingern dagegen. Ein rießiger Granitblock hatte seine Aufmerksamkeit erregt und nun nahm er seinen Rucksack ab und wühlte kurz darin herum. Dann zog er einige Ketten hervor und nun war Tavi bewusst was sie die ganze Zeit beim laufen hatte klappern hören.
„Dort drüben liegt ein angeschwemmter Baum. Wenn der Teil der nicht im Wasser liegt einigermaßen trocken ist können wir ein kleines Feuer machen" erklärte er Tavina während er sich daran machte die Ketten zu befestigen.
"Guter Plan." murmelte sie und machte sich daran das Ding aus dem Wasser zu ziehen. Kormek sah ihr einige Momente zu ehe er in schallendes Gelächter ausbrach und sich die Tränen weg wischte.
„Du hängst an dem Ding wie ein Fähnchen im Wind kleines.“ lachte er immer weiter bis sie ihm schliesslich doch einigen ganzen Arm voll trockener Äste vor die Füße warf. Ergeben aber immer noch grinsend machte sich Kormek daran ein kleines Lagerfeuer zu bauen und nickte dann zufrieden. In der Zeit rollte Tavina das Fell aus und legte es in den Schnee.
„Ausziehen.“ sagte sie einfach aber fordernd, sowohl Kormek als auch die Ketten musternd.
Kormek blickte irritiert drein. "Wie, ausziehen? Hier?"
"Ja hier. Deine Kleider sind nicht verzaubert. Sie reisen wenn du dich wandelst." erklärte sie als wäre es doch total logisch, dabei verdrehte sie die Augen.
Langsam find Kormek an sich zu entkleiden "Gibs zu, ich bin der erste den du mit dem Spruch rumkriegst."
"Nein, eigentlich freuen sich die meisten Männer wenn ich das sage" grinste sie breit.
Irgendwann stand er nackt vor ihr. "So, jetzt du"
"Wieso sollte ich mich ausziehen? Ich Wandel mich nicht. Außerdem würde dich das nur zu sehr ablenken." grinste sie wieder und deutete auf das Fell. „Setz dich.“ sagte sie und kaum berührte sein Hintern das Fell legte sie ihm eine Decke um.
"Naja, dachte ich versuch's mal. Ist schon ne Weile her das ich nackt vor nem hübschen Mädchen stand" dabei blickte er Tavi erwartungsvoll an, doch sie lachte nur leise.
"Ich glaube wenn wir wieder kommen und du dich dann nicht nur kontrollieren kannst sondern wir auch ein paar sind bekommt der Herzog und Hochwürden einen Herzanfall." vorsichtig trat sie dabei vor ihn und legte ihm die Hände an die Stirn "Es wird diesmal ähnlich wie eine Trance. Nur das du nicht schlafen solltest. Du blendest nur alles überflüssige aus um dich wirklich nur auf dich konzentrieren zu können. Ich Versuch dich dabei so gut es geht zu unterstützen. Wenn es zur Wandlung kommt und du ruhig bist wunderbar. Wenn nicht dann eben nicht. Wir stehen am Anfang."
"Na dann. Auf geht's. Mach mit mir was du willst." grinsend schloß er seine Augen und begann sich zu entspannen. Dann öffnet er ganz kurz wieder ein Auge und zwinkert Tavi zu. "Das hab ich auch schon lange zu keiner Frau mehr gesagt." kicherte er kurz bevor er einmal tief durchatmete und wieder die Augen schloss, nun wirklich voll konzentriert.
"Vorsicht mit solchen Einladungen mein lieber. Irgendwann mach ich das mal." schmunzelte sie und ließ ihre Magie langsam wirken, wie sie es in letzter Zeit immer tat "Versuch dich auf die Natur zu konzentrieren. Die Bäume, das Wasser. Sag mir was du fühlst" sprach sie ruhig und leise.
"Ich fühl die kalte Luft im Rücken und die Hitze der Flammen auf meiner Brust, den harten Boden unter dem Fell. Ich kann den Fluss hören und das Feuer riechen."
"Das ist gut. Konzentrier dich weiter. Was noch ?" Vorsichtig verstärkte sie ihre Magie leicht um ihn mehr zu unterstützen. Schmunzelnd konnte Tavina sehen wie sich Kormek konzentrierte. Immer wieder legte er die Stirn in Falten während seine massige Brust sich bei jedem Atemzug hob und senkte.
"Da ist nichts mehr. Ich fühl noch ne Wurzel, oder nen Stein. Jedenfalls bohrt sich da was hartes in meinen Oberschenkel." Leise lachte Tavi und blickte kurz auf seine Beine und das Fell.
„Wird ein Stein sein. Wie fühlst du dich? Wieder bedroht wie das letzte mal?"
„Nein, nicht bedroht. Ich fühl mich frei. Ich fühl mich seit einer Ewigkeit wieder frei. So als gäbe es nichts was mich aufhalten könnte."
"Das klingt doch nicht schlecht. Willst du eine Wandlung versuchen? Sehen was passiert?" vorsichtig massierte sie seine Schläfen dabei und ließ ihre Magie weiter wirken.
"Probieren wir es. Schlimmer als das letzte Mal kann's ja kaum werden" Entschlossen nickte er leicht, ohne dabei ihre Hände wegstoßen zu wollen.
"Hätte man dich gehen lassen wärst du wahrscheinlich irgendwann morgens nackt im Wald aufgewacht. Gut. Konzentrier dich auf den Bären. Diese unbändige Kraft die du hattest. Die Pranken als du durch den Schnee gestapft bist.“ Immer wieder holte Kormek angestrengt Luft, konzentrierte sich weiter und ballte die Hände zu Fäusten. Neugierig musterte Tavi ihn dabei und lächelte als sie sah wie seine Haut sich verhärtete, sich kurz eine Schicht Holz bildete, doch dann rasch wieder verschwand.
„Da war ein kurzes aufflackern. Du bist auf dem richtigen Weg. Willst du eine Pause?"
„Lass uns ne Kleinigkeit essen. Irgendwie hab ich ordentlich Hunger bekommen. Wir können es ja gerne nachher nochmals versuchen."
"Gute Idee." nickte sie und nahm ihre Hände von ihm. Damit endete auch ihre Magie in der Wirkung...

Eine Weile später, nachdem sie gemeinsam gegessen hatten versuchten sie es erneut, doch leider wieder ohne Erfolg. Ein wenig frustriert brummte Kormek, war es doch vorhin so gut gelaufen. Doch dafür gähnte er immer wieder und wickelte sich in die Decken ein.
„Lass dir Zeit. Wunder passieren da keine. Du schaffst das schon. Wir versuchen es nachher einfach nochmal.“ hatte Tavina ihn aufmunternd angelächelt. Er hatte genickt und eine gute Stunde später hatten sie es erneut versucht. Wieder hatte sie ihn magisch unterstützt. Wieder hatte er sich konzentriert, hatte Tavina gelauscht bei allem was sie ihm sagte. Und tatsächlich half es. Das rauschen des Windes in den kahlen Bäumen wurde lauter. Der salzige Geruch des Meeres wurde stärker so das er es sogar auf seiner Zunge schmecken konnte. Der Wind war nicht mehr ganz so eisig auf seiner Haut und dann kam der Schmerz. Er spürte wie er sich von innen heraus ausbreitete und komplett über ihn schwappte, wie eine Welle.
„Die Wandlung hat angefangen. Versuch ruhig weiter zu atmen. Lass es einfach passieren und kämpf nicht dagegen an.“ sagte Tavina leise, er konnte ihre Anwesenheit spüren, die Magie mit der sie ihn unterstütze. Dennoch schnappte er nach Luft und keuchte schmerzerfüllt auf. Als Tavina plötzlich in schräglage geriet wunderte er sich noch kurz, doch sein Blick war vernebelt. Erst als er einige male geblinzelt hatte wurde sie wieder klar vor seinen Augen.
„Alles ok?“ fragte sie, leichte Besorgnis in ihrer Stimme. Er wollte sich aufrichten und ihr antworten, doch irgendwie wollte sein Arm nicht so wie er und aus seinem Mund kam ein seltsames Brummen.
„Mach langsam. Du hast es geschafft und bist wahrscheinlich vollkommen tappsig.“ schmunzelte die junge Akolythin. Nun erst sah er auf seine Hand und erschrak kurz vor der hölzernen Pranke die da war.
„Komm schon. Dreh dich auf den Bauch, dann steh auf. Du kannst das.“ sagte Tavi und huschte um ihn. Sie streckte seine Arme vorsichtig aber mit sichtlicher Mühe und wollte ihm dann helfen sich auf den Bauch zu drehen. Immerhin merkte er jetzt das er auf der Seite lag. Er spürte wie sie drückte und schob, mit all der Kraft die sie hatte. Etwas amüsiert ließ er sie erstmal machen bevor er sich dann erhob und kurz über seine eigene Pranke stolperte. Zack! Schon lag er der länge nach wieder im Schnee, die Nase darin vergraben während er das laute Lachen von Tavina hörte.
„Das wird schon. Na komm. Auf die Beine Bärli.“ grinste sie wieder. Mit einem kräftigen Schnaufen rappelte er sich vorsichtig auf die Beine. Jeden Schritt setzte er langsam und mit bedacht, Tavina immer neben sich. Irgendwann, nachdem sie unzählige runden um das Feuer gelaufen waren setzte sie sich wieder auf das Fell und wickelte sich in eine der Decken.
„Ist dir eigentlich kalt?“ mittlerweile waren sie darauf gekommen das sie seine brummigen Laute nicht verstand. Also stellte sie einfache Ja und Nein Fragen, die er mit Nicken oder Kopf schütteln beantworten konnte. Er schüttelte den Kopf und setzte sich neben sie. Neugierig sah er sich selbst immer noch wieder an. Tavina hatte ihm beschrieben wie er nun aussah, mit Geweih und dem hölzernen Schädel.
„Gut.“ Murmelte sie und zog sich die anderen beiden Decken ebenso heran um sie um sich zu wickeln.
„Willst du heute noch zurück oder sollen wir hier bleiben? Dann musst du dich noch nicht zurück zwingen und kannst dich besser kennen lernen.“ schlug sie ihm vor und nach kurzem grübeln nickte er....


Es war bereits dunkel als sich Kormek neben das Fell fallen ließ und sich auf den Rücken drehte. Es juckte und er kam einfach nicht dran um sich zu kratzen. Das hasste er schon als Mensch, aber als Bär war es noch schlimmer! Wieder lachte Tavina leise während die Steine unter dem Schnee ihm den Rücken kratzten und er zufrieden brummte.
„Soll ich dir jetzt den Bauch kraulen wenn du ihn schon so in die Gegend streckst?“ fragte sie und setzte sich auf die Knie. Ihre Finger wuschelten durch den struppigen Pelz an seinem Bauch und kraulten ihn dort. Wieder entwich ihm dieses zufriedene Brummen, wann bekam man schonmal den Bauch gekrault. Und das von einem jungen Mädel vor dem man sich erst wenige Stunden zuvor ausgezogen hatte? Tavina lachte leise und lehnte sich dann mit dem Rücken gegen ihn, wobei sie lange gähnte.
„Wenn nachher was ist dann weck mich. Das ist in Ordnung hörst du?“ dabei sah sie ihn direkt an. Etwas schuldbewusst brummte er und schloss die Augen. Er wollte darauf nicht antworten. Doch sie stieß ihren Ellbogen gegen ihn.
„Hast du mich verstanden?“ fragte sie, eindringlicher diesmal und er nickte.
„Gut. Keine Lust das du mich heute Nacht frisst. Und ja, ich weiss, du würdest das nicht fressen sondern vernaschen nennen.“ sagte sie grinsend. Sie kannte ihn mittlerweile. Er grinste in sich hinein und schloss wieder die Augen. Der Tag war anstrengend gewesen und jetzt siegte die Erschöpfung...


Leise schlich Bronnian sich durch den Schnee, immer weiter den Spuren folgend die er entdeckt hatte. Die großen und kleinen Fußabdrücke im Schnee hatten Kormek und Tavina leicht verraten und sie waren gut zu finden. Als sie mit Sonnenuntergang nicht zurück gekommen waren hatte er sich mit einem Pferd auf den Weg gemacht um sie zu suchen. Wer wusste was diesmal wieder passiert war. Und vielleicht konnte er Tavina ja wieder retten. Immerhin hatte er das schon einmal gemusst. Als er dem Meer näher kam ließ er das Pferd bei einer Baumgruppe zurück und ging den Rest zu Fuss. Das kleine Feuer lockte ihn an, wer sonst würde mitten in der Wildnis ein Feuer machen? Als er nah genug war um erkennen zu können wer da lag wollte er kurz losstürmen. Für einen Moment hatte er gedacht Tavina wäre verletzt oder gar tot und der Bär der sonst Kormek war bewachte seine Beute, doch sie da bewegte sich der kleine Deckenberg und rückte näher an den Bären heran, offensichtlich wärme suchend. Dann hatten sie es also geschafft und er konnte sich nun wandeln? Oder ob er jetzt für immer ein Bär bleiben würde? Wenn ja würde man ihn wahrscheinlich nicht mehr in die Stadt lassen. Aber Tavina musste zurück, immerhin war sie ja die Schülerin von Hochwürden. Vielleicht war da ja doch noch eine Chance...


Es war eisig um Kormek als er die Augen aufschlug und sich bibbernd aufsetzte. Er hatte sich wohl im Schlaf zurück gewandelt, denn nun saß er nackt im Schnee während der Wind ihm um die Ohren pfiff. Hastig und etwas grob ruckte er mit seinem nackten Hinterteil auf das Fell zu Tavina die ihn verschlafen ansah, hatte er sie dadurch immerhin geweckt.
„Ist das kalt!“ beschwerte er sich laut und griff sich eilig seine Kleider um sich anzuziehen. Tavina murmelte etwas unverständliches und setzte sich mit den Decken langsam auf, auch sie war am zittern wegen der Kälte.
„Ich glaube wir sollten zurück. Es wird bereits hell und man vermisst uns bestimmt.“ murmelte sie weiter und sah dabei nach oben zum Himmel. Kormek folgte ihrem Blick und nickte.
„Außerdem ist es kalt! Und ich hab Hunger und unsere Vorräte sind so gut wie leer.“ sagte er und stahl sich von Tavina eine der Decken. Diese nickte und machte sich daran die paar Dinge die sie dabei hatten zusammen zu packen und zu verstauen, dann ging es zurück in Richtung der Stadt....
Zuletzt geändert von Tavina am Mi 20. Nov 2019, 13:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Do 24. Okt 2019, 13:55

"Da ist nur einer, dessen Herz nicht so dunkel sein mag wie das der meisten hier."
"Und wer sollte das sein?"
"Kormek."
"Oh Bitte. Er lebt das dritte mal, erweckt durch die Schatten. Er weiss das."
"Er empfindet doch etwas für dich."
"Wie kommst du denn auf sowas?"
"Wie er dich ansieht."



Die Worte ihres Bruders hallten ihr durch den Kopf. Und auch Khelperetocs hatte ähnliches gesagt. Bis vor einer Weile hatte sie noch geglaubt das Gefühle wie Liebe und auch Freundschaft und vertrauen nur gespielt waren in Reihen von Schattengläubigen. Sie hatte an sich selbst gezweifelt. Ob sie wirklich hierher gehörte in diese Reihen. Hatte gedacht das sie einfach nur erwachsen werden müsste um diese Gefühle los zu werden.  Das es alte Überbleibsel waren oder Prüfungen ihrer Götter. Doch dann hatte sie Dimiona und Khelperetocs kennen gelernt. Die beiden Vertrauten sich und mehr noch... Sie liebten sich. Am Anfang dachte sie die Sache wäre rein körperlich bei den beiden. Bis Dimiona damals diese Visionen gehabt hatte in denen ihre liebste starb. Sie war fast verrückt geworden im Heiligtum. Und dann hatten sich die beiden verbunden. Nachdenklich ließ Tavina den Blick über die Zinnen und das Land wandern. Der Mond erhellte den Schnee, so das man weit blicken konnte. Die kleinen Flocken die fielen verdeckten alte Spuren und gaben neuen eine Chance. Eigentlich sollte sie unten in ihrem Feldbett liegen und schlafen, genau wie Kormek. Sie hatte ihn schon vor Stunden in den Schlaf geschickt. Er war müde gewesen. Sowohl vom Training als auch dem Tag danach, den er durch Neu Alterac gewandert war. Gähnend hatte er sie angegrinst als sie in die Zelle kam und wirkliche erleichtert. Dann hatte er sie gleich gebeten sie in den Schlaf zu schicken. Sie hatte sich zu ihm gesetzt und ihre Hände an seine Schläfen gelegt. Zum Glück hatte sie das Blut auf dem Weg zur Burg mit Schnee abgewaschen. Auch wenn er sich wieder über ihre kalten Hände beschwert hatte. Mittlerweile musste sie sich nur noch halb so sehr konzentrieren wenn sie ihn in den Schlaf schickte. Wahrscheinlich weil sie es beide gewohnt waren. Was wohl passieren wird wenn er ihre Hilfe nicht mehr brauchte? Dann konnten sie beide wieder in ihren eigenen Zimmern schlafen. Und wahrscheinlich würde er dann öfter Frauenbesuch haben. Immerhin war er ein Mann in gutem alter. Auch wenn Khelperetocs ihr gesagt hatte das er so nicht war. Vielleicht würde sie ja dann auch einen jungen Soldaten oder Söldner finden der ihr immerhin Nachts das Bett wärmte. Und der nicht Bronnian hieß! Das der Kerl immer wieder um sie herum schlich hatte sie am Anfang nervös gemacht. Jetzt überlegte sie sich seit der Überfährt hierher wie sie ihm eine Lektion erteilen konnte. Kurz hatte sie nochmal auf Kormek gesehen der zufrieden und entspannt schlief und leise schnarchte. Dann war ihr Blick auf ihr Feldbett gefallen und sie seufzte bevor sie ihren Mantel gegriffen und die Zelle wieder verlassen hatte. Ihr Kopf war zu voll zum schlafen. Also war sie nach oben auf die Zinnen gegangen wo der Schnee sie lautlos fallend begrüßt hatte und ihr die Worte ihres Bruders immer noch durch den Kopf hallten...


"Er ist unverdorben"
"Er mag dich sehr"
"Du bist ihm wichtig"
"Er vertraut dir"

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » So 27. Okt 2019, 12:27

Nachdenklich saß tavina auf den zinnen der Burg und sah ihrem Raben zu. Das Tier war mittlerweile mehr als zutraulich zu ihr was sie doch verwunderte. Aber ihre Gedanken hingen bei anderen Dingen der letzten Tage. Sie war eine Nacht in stratholme gewesen. Kormek hatte sie und auch khel verabschiedet und wirkte wenig bedrückt oder besorgt. Ihm schien es nichts aus zu machen allein schlafen zu müssen. War er sich schon so sicher das er es allein konnte? Wenn ja wieso ertrug er sie dann jede Nacht? Bequemlichkeit oder wollte er ihr nur weiter das Gefühl geben wichtig zu sein?

In stratholme kam dann das nächste, in Form von miss dunkelblatt. Zum einen schien die Elfe mehr Gefühle für tavina zu hegen als es umgekehrt der Fall war und dann war da noch die Vision von dem Mann der ihr im Kristall erschienen war. Und zu guter letzt natürlich das Geständnis das sie mehr treue zum Raben als zu den Töchtern hielt. Nachdem tavina Stunden die Bücher der enklave gewälzt hatte wälzte sie sich im Bett herum und fragte sich ob kormek gerade ruhig schlief oder randalierte...

Am nächsten Tag ging es endlich zurück nach neu alterac und in die Kälte nordends. Die wachen bei den Zellen berichteten tavina das kormek die Nacht über die Stadt verlassen hatte. Also war er sich doch nicht sicher wegen seiner Kontrolle. Nachdenklich zog sich tavina erstmal für ein bisschen Ruhe in ihr Zimmer zurück. Am Abend wanderte sie durch die Stadt und ging wieder in die Schmiede. Das aber nur wenig Ruhe dort herrschte, nachdem ein fremder Zwerg vor den Toren nach gunhild brüllte war klar. Und dann erfüllten die beiden Zwerge jedes denkbare Klischee das es gab. Erst prügelten sie sich halb tot, dann lachten sie und dann wurde gesoffen. Noch immer schüttelte tavina deswegen den Kopf. Und gunhild war neugierig wie eh und je. Sie erzählte tavina brühwarm das bronnian mal wieder eine dumme gefunden hatte die er hatte durch den Schnee schieben können und im nächsten Atemzug wollte sie wieder wissen was mit kormek war. Irgendwann verabschiedete sich tavina und ging zurück in die Burg. Die Zelle war nach wie vor leer und kurz überlegte sie kormek zu suchen, doch das war wahrscheinlich vollkommen irrsinnig. Immerhin konnte der gute sich ja nach allen Regeln der Kunst wehren. Also suchte sie sich lieber einen Diener und schon kurz darauf hatte sie in warmen Wasser gelegen und endlich mal kurz entspannen können. Herrlich! Als sie danach nur im Handtuch in ihrem Zimmer saß kam kormek dann auch endlich. Aber er wirkte angespannt und erzählte ihr was ihm passiert war. Er war nach wie vor vollkommen überfordert und hilflos. Kurz erzählte tavina ihm was ihr passiert war bevor auch er sich ein Bad gönnen wollte. Tavi selbst wartete in der Zelle auf ihn um ihn danach in eine ruhige Nacht zu schicken...

Doch seit dem er ihr erzählt hatte was passiert war arbeitete ihr Kopf ohne Pause. Wie konnten sie rausfinden was er noch alles für gestalten beherrschte? Und wie konnte sie ihm helfen sich kontrollieren zu lernen? Ihr kam eine mehr als verrückte Idee die aber leider auch recht gefährlich war. Wieder einmal sollte sie mit kormek über ein Training abseits der Stadt reden...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Sa 2. Nov 2019, 15:06

Ruhig saß Tavina am Tisch und laß im Schein der Kerze Zeile um Zeile in ihrem Buch. Kormek hatte sich vor Stunden von ihr einschläfern lassen und schnarchte entspannt im großen Bett. Leider war das Gasthaus klein und sie mussten sich ein Zimmer teilen. Nicht als das dass einen der beiden stören würde, die Zimmer waren kaum größer als die Zelle in Neu Alterac, also war es wohl schon eine Sache Gewohnheit. Als es leise klopfte hob Tavina überrascht den Blick und griff steckte ihren Dolch auf dem weg zur Tür wieder in ihren Stiefel. Nur einen Spalt öffnete sie die Tür und sah hinaus. Draußen stand Ragnar, der Kerl der sie zu Baar gebracht hatte. Er nestelte nervös an seinem falsch zugeknöpften Hemd herum und sah hibbelig immer wieder hin und her.
„Kann ich euch helfen?“ fragte Tavina mit ihrem üblichen Lächeln.
„Ihr habt mich geküsst. Das war der beste Kuss meines Lebens!“ stellte Ragnar eilig fest und griff nach Tavinas Hand.
„Das freut mich. Aber was wollt ihr nun hier?“ Tavina ließ ihm die Hand und behielt ihr Lächeln bei.
„Ich will nochmal! Was muss ich tun das ihr mich nochmal so küsst?“ mit zittrigen fingern tatschte der Kerl an ihrer Hand herum und Tavina kannte den Blick mit dem er sie schon im Geiste auszog. Doch dann lächelte sie breiter und huschte zu ihm hinaus. Die Tür lehnte sie nur an und drückte ihn mit dem Rücken gegen die Wand, ihre Hände strichen wieder durch seine Haare. Dabei ließ sie ihre Magie wirken und drang genauso spielerisch wie schon am Mittag in seinen Geist.
„Ich küss euch jedes mal wenn ich hierher komme und ihr mir dann helft. Bei was auch immer. Und wer weiss, vielleicht bekommt ihr irgendwann ja mal mehr als nur einen Kuss. Dann hol ich mir ein Zimmer allein und ihr kommt zu mir... für eine ganze Nacht.“ Ragnar zappelte nervös vor ihr von einem Bein aufs andere während er in seinem Geist gerade seine Hände unter ihre Robe schob und sie ihm immer wieder über die Hose streichelte. Das sich kurz darauf kleine dunkle Flecken bildeten wunderte Tavina nicht. Sie gönnte ihm noch einige Momente dieser Fantasie bevor sie ihn frei ließ und zurück trat.
„Und? Wirst du für mich da sein?“ fragte sie dann unschuldig. Ragnar nickte hastig während er mit hochrotem Kopf nach Atem rang.
„Gut. Dann solltest du jetzt schnell gehen bevor Kormek aufwacht und uns hier erwischt. Das würde dich mehr als nur die Nase kosten.“ Damit trat Tavina wieder ins Zimmer. Ragnar murmelte vor sich hin während er die Treppe hinunter stieg. Das Wort „wundervoll“ war das einzige was Tavina verstand und sehr oft hörte. Sie ging sich die Hände waschen und legte sich danach zu Kormek. Immerhin musste sie heute Nacht nicht frieren, denn er strahlte eine Hitze aus das der Schwarzfels einem Kalt vorkam dagegen. Schmunzelnd schloss sie die Augen und gähnte ein letztes mal...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » So 3. Nov 2019, 19:52

Zitternd streckte sie ihre Finger nach dem Feuer aus und versuchte sich daran zu wärmen. Die Magie die sie zuvor gewirkt hatte wollte ihren Preis. Und diesmal war es ein großer. Neben ihr saß eine Frau die sie die ganze Zeit anschrie. Tavina hörte die Stimme der Frau leise und verzerrt. Sie klagte über die Dunkelheit und die Wesen die hier nach ihr jagten. Ihr gegenüber saß ein Mann der sich immer wieder vor und zurück wiegte, seine Hände waren blutig. In der Ecke stand ein Mädchen das sich ängstlich umsah. Und neben der Tür stand ein weiterer Mann der ängstlich hinaus sah. Mora lag in der Ecke, sie hatte sich klein gemacht und wimmerte noch immer vor sich hin. Khel lag hustend etwas abseits und Romek der als Wache dabei war stand am Fenster und beobachtete draußen alles. Wieder schloss Tavina die Augen und versuchte das zittern im Griff zu halten. Die Nacht war bald vorbei und sie wünschte sich gerade zurück in das Bett von letzter Nacht. Kormek hatte mit seinem massigen Körper solch eine Hitze abgegeben das ihr zum ersten mal seit langem nicht kalt gewesen war. Im Gegenteil, als sie heute morgen aufgewacht war hatte sie warme Hände gehabt. Doch Kormek hielt es hier nicht wirklich aus. Die vergiftete Natur würde ihn wahnsinnig machen und sie hatte gerade nicht die Kraft ihn zu beruhigen. Romek legte ihr eine weitere Decke um und setzte sich dann hinter sie.
"Du bist eiskalt Schönheit. Komm her, ich wärm dich." Damit zog er sie gegen sich und schlang die Arme um sie. Tavina selbst hatte weder die Kraft noch die Wahrnehmung um sich zu wehren. Alles was sie spürte war eine kleine Wärmequelle die sie fest hielt. Sie lehnte ihren Kopf an die Schulter die sich ihr bot und schloss die Augen. Versuchte die leisen Stimmen auszublenden als sie endlich in das tiefe schwarz fiel das ein unruhiger Schlaf war. Sie fiel und fiel, nichts als Dunkelheit um sie die sie einhüllte. Die Stimmen drangen nur noch dumpf an ihre Ohren, als würde man sie unter Wasser drücken und dabei mit ihr reden. Irgendwann rüttelte man an ihr, sprach eindringlich bis sie die Augen schwer öffnete und sich benommen umsah. Romek hielt ihr einen Wasserschlauch an die Lippen und sie konnte einige Schluck trinken. Sie waren unterwegs. Das Tageslicht brannte in ihren Augen und so schloss sie diese direkt wieder. Kurz spürte sie das leichte ruckeln und die kräftigen Arme die sie wieder hielten, dann begann ihr Fall von neuem...

Als sie das nächste mal langsam zu sich kam hörte sie Stimmen. Jemand unterhielt sich neben ihr. Schwerfällig und erschöpft schaffte sie es sich auf den Rücken fallen zu lassen. Lag sie in einem Bett? Die Luft um sie war wärmer und nicht so vergiftet, was das atmen erleichterte. Waren sie wieder im Norden? Und wer war bei ihr? Mit all ihrer Kraft schaffte sie es die Augen zu öffnen. Doch alles vor ihr lag in Nebel und verzerrte die Personen. Ein schweres Husten drang an ihre Ohren.. Khelperetocs? Sie war hier? Immer wieder blinzelte Tavina gegen den Nebel an, murmelte leise den Namen der Nekromantin. Wieder erklangen Stimmen und schwere Schritte traten zu ihr. Kurz darauf wurde sie eingewickelt und hochgehoben. Wer hielt sie? War das Kormek? Oder Romek der Söldner? Eine Hand legte sich auf ihre Stirn und wieder wurde leise gesprochen. War das Meister Caiborn? Tavina wollte sich mitteilen. Wollte wissen ob es den anderen gut ginge... doch ihr Kopf kippte nur gegen die Schulter des Trägers und wieder wurde alles dunkel um sie...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Mo 4. Nov 2019, 19:15

Routiniert und desinteressiert sah Romek zum Fenster hinaus und beobachtete die Pesthunde von Khelperetocs, die vollkommen geistlos ihre Bahnen zogen und um die Hütte liefen. Khel hatte sich Hustend zurück gezogen und lag in einer Ecke, etwas abseits, die Decke weit hoch gezogen, um ihr immer wieder verzogenes Gesicht zu verstecken. Tavina lehnte am Kamin und zitterte trotz der Decken vor sich hin. Er hatte gehört wie sie den Schüler manipuliert hatte, was er tun sollte konnte den kompletten Krieg verhindern. Noch immer wurde seine Hose zu eng wenn er sich vorstellte wie mächtig sie war. Doch jetzt saß sie da, ihre weissen Haare hingen ihr ins Gesicht und ihre farblosen Lippen zitterten immer wieder. Wie es wohl wäre diese vollen Lippen zu küssen? Leise brummte er bevor er sich von seinem Fensterplatz löste und zu Tavina trat. Sie war so vernebelt das sie ihn gar nicht bemerkte. Kurz entschlossen löste er die Schnallen seines Ledernen Harnischs und letzte sich zu ihr. Mit wenigen Handgriffen zog er die Decken bei Seite und zog sie an sich. Vorsichtig rückte er zurecht lehnte sich mit dem Rücken an den steinernen Kamin, Tavina auf seinen Schoss ziehend legte er alle Decken die sie hatten wieder um sie. Seine Schwerter hatte er griffbereit neben sich liegen, die Tür im Blick und das Fenster. Aber vor allem diese süße kleine Akolythin auf seinem Schoss. Romek spürte ihren kleinen zierlichen Körper an seinem und jeden ihrer Atemzüge kitzelte an seinem Hals, war doch das ärmellose Hemd ohne Kragen. Vorsichtig nahm er eine ihrer Hände in seine, musterte diese schlanken Finger, ein feiner Silberring zierte den Mittelfinger. Bronnian hatte nicht übertrieben als er von der zarten Haut geschwärmt hatte. Doch der alte Kerl hatte keine Chance bei Tavina. Die kleine war zu schlau für ihn und sie war sich zu schade. Das spielte Romek nur in die Karten. Er war jünger, vielleicht nicht so gut im Schwertkampf wie Bronnian, aber mindestens genauso einfallsreich und vor allem weniger schleimig. Tavinas leises und kraftloses Seufzen riss ihn aus seinen Gedanken und kurz senkte er den Blick auf sie hinab. Das er ihr dabei direkt in den Ausschnitt sehen konnte brachte ihn dazu das er leicht mit dem Hintern herum rutschen musste, um gewisse drückende Stellen auszugleichen. Tief holte er Luft und atmete dabei den angenehmen Duft von Tavina ein, der ihm entgegen wehte. Er sollte dringend ein wenig dösen, bald würden sie zurück zum Zugwindlager aufbrechen und Kormek holen....

Wütend stapfte Khelperetocs herum und fluchte vor sich hin während Romek die Decke über Tavina zog und neben ihr auf der Bettkante sitzen blieb. Die kleine war noch immer kaum ansprechbar. Hin und wieder hustete sie leise, wenn ihr Hals zu trocken war. Dann war Romek sofort mit dem Wasserschlauch oder einem Becher da um ihr leichte kleine Schlücke Wasser zu verabreichen. Noch immer war er voll verantwortlich für sie. Er hatte sie aus der Hütte auf ein Pferd gepackt und sie fest an sich gehalten als sie zurück geritten waren. Und nun hatte er sie in ein Bett gelegt, im Gasthaus im Zugwindlager. Noch immer lief Khel wütend eine Spur in den Boden während sie sich darüber aufregte das Kormek weg war. Wohin der große Kul Tiraner sein konnte wusste niemand. Zumindest niemand der ansprechbar. Dabei glitt sein Blick wieder zu Tavina die sich kleiner machte und noch immer zitterte, trotz der angenehmen Wärme im Zimmer. Agravaine stand neben der Tür und hörte sich Khels Äußerungen ebenso an. Doch dann schritt die Nekromantin zur Tür. Sie wollte ihr untotes Gezücht nutzen um Kormek zu finden. Agravaine folgte ihr und schloss die Tür hinter ihnen. Bei einem tiefen durchatmen ging Romeks Blick wieder zu Tavina. Sie hatte sich auf die Seite gedreht und die Beine angezogen. Dabei waren ihr wieder ihre Haare ins Gesicht gerutscht, die er nun vorsichtig und nur mit den Fingerspitzen zurück schob und sie wieder ansah. Er wusste das sie immer blass war, doch ihre Lippen waren sonst immer rosa. Und zitterten nicht. Sonst lächelten sie ihn schüchtern an wenn sie an ihm vorbei schlich und sie dann wieder verschwand. Vorsichtig stand er auf und trat vom Bett zurück, bevor er sich einen Stuhl nahm und ihn neben das Bett stellte. Als er darauf sank knarzte das alte Teil leise. Entspannt zückte Romek das Holzstück aus seiner Tasche und sein Messer dazu. Seine langen Beine ausstreckend überschlug er sie an den Knöcheln, was mit den Stiefeln nicht so einfach war. Dann begann er wieder zu schnitzen. Am Anfang recht gedankenverloren hatte er nichts bestimmtes im Kopf. Es formte sich einfach von ganz allein....

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Do 7. Nov 2019, 19:47

Der Schnee fiel in dicken kleinen Flocken und hüllte das Land in neues frisches Weiss ein. Griffon saß auf der Zinne und ließ sich von Tavina füttern und sanft streicheln. Wie lange der Rabe wohl hier gesessen und gewartet hatte? Er war ihr freudig entgegen gehoppelt als er sie gesehen hatte. Endlich hatte sie Dimionas Studierzimmer verlassen dürfen. Ihr erster Weg war hierher gewesen. Später wollte sie warm baden und früh zu Bett gehen, so das sie morgen mehr bei Kräften war. Vielleicht konnte sie ja irgendwie helfen Kormek zu finden. Zumindest war das der Gedanke der sie im Moment auf den Beinen hielt.
„Was bedrückt dich Schwester?“ es war das erste mal seit Tagen das sie die Stimme ihres Bruders wieder hörte. Er klang verängstigt und besorgt.
„Kormek ist verschwunden. Ich fürchte das es wegen mir ist. Weil ich nicht da war.“
„Ihm geht es bestimmt gut. Das Licht wacht über ihn.“ Tavina seufzte und schloss die Augen.
„Nein, das Licht wacht über niemanden. Und es hört auch dein bitten und flehen nicht. Es sieht einfach nur zu. Es sieht zu wie kleine Mädchen verprügelt und vergewaltigt werden. Wie Leute hungern und sterben.“
„Das Licht ist der richtige Weg. Das weisst du. Das hat man uns immer gelehrt.“
„Genau. Irgendwer sagte das dass tolle heilige Licht der richtige Weg sei. Aber wieso hört es uns dann nicht? Wieso lässt es zu das schlimme Dinge passieren? Ich hab nur einmal zu den Schatten gefleht und sie erhörten mich sofort. Sie ließen nicht zu das sie mich töteten. Die Schatten waren da und halfen mir. Sie tun es immer wieder und wieder. Sie haben mich zu dir geführt. Sie haben mir geholfen dich aus dem Ritual zu retten. Sie waren es die uns wieder zusammen führten. Und sie werden es auch sein die dir einen neuen Körper geben und dich zurück holen. Sie werden dir eine neue Chance geben. Bei allen Göttern ich wünschte du wärst jetzt hier.“ mit einem leisen Schluchzen wischte sich Tavina ein paar Tränen weg.
„Ich wünschte du könntest mich wieder beschützen. So wie früher als ich Angst hatte vor Monstern.“
„Ich bin immer mit einer Kerze und meinem Holzschwert zu dir ins Zimmer gekommen.“ erzählte Stellan.
„Du hast dich zu mir aufs Bett gesetzt und mich eingewickelt. Dann hast du mich in die Arme genommen und mich fest gehalten und mir gesagt das du jedes Monster töten würdest das mir weh tun will.“
„Mutter hat immer gelächelt als sie uns am Morgen fand.“
„Ja... und dann starb sie. Und bald darauf schickte dich Vater weg. Und dann war ich allein mit dem größten aller Monster. Ich hab so oft geträumt wie du ins Zimmer kommst und mich rettest.“
„Ich hab dir so oft geschrieben. Aber du hast mir nie geantwortet. Ich dachte du wärst wütend und hasst mich.“
„Vater hat die Briefe genommen. Er verbrannte sie immer bevor ich sie lesen konnte.“
„Woher weisst du das?“
„Einmal trank er noch mehr als sonst. Er schlief vor dem Kamin ein, einen Brief in der Hand. Ich schlich mich hin und las ihn. Er erwischte mich am nächsten Tag beim schreiben einer Antwort. Er verbrannte sie vor meinen Augen und verfluchte mich. An diesem Tag schlug er mich besonders oft. Mein Rücken hörte bis zum nächsten Morgen nicht auf zu bluten.“
„Es tut mir so leid das ich dich nicht retten konnte. Ich hätte da sein müssen. Ich hatte es versprochen.“
„Du kannst es jetzt. Hör auf vom Licht zu reden. Sieh ein das die Schatten der richtige Weg sind. Wenn dieser Krieg vorbei ist werde ich mit Dimiona reden und bitten dir einen Körper zu geben. Bitte Stellan, bitte. Ich ertrag es nicht wieder allein gelassen zu werden...“ schnell hielt Tavina die Luft an um nicht laut los zu schluchzen.
„Ich bin bei dir kleine Schwester. Immer.“ ...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Di 12. Nov 2019, 11:14

Mit einem wohligen Seufzen ließ sie sich in das angenehm warme Wasser sinken. Endlich wurde ihr richtig warm. Vor allem ihre Beine kribbelten deshalb. Als sich Tavina zurück lehnte und die Beine ausstreckte sah sie an die Zimmerdecke und ließ ihren Gedanken freien Lauf. Khel hatte ihr erzählt das Bronnian sich nach ihr erkundigt hatte als es ihr schlecht ging. Als er ihr gestern auf den Zinnen begegnet war fragte er ohne einen dummen Kommentar wie es ihr ging. Er war nett und freundlich und drängte sich ihr nicht auf, nicht wie sonst. Und heute war er wieder so. Er versuchte sich an lockeren scherzen und als es sie auf die Knie zwang und ihr Kopf zu explodieren schien war er sofort bei ihr und sah sie besorgt an. Khel interessierte ihn allerdings kein Stück. Gut, jeder halbwegs aufmerksame Mensch wusste das sie die Liebste von Dimiona war. Und somit wusste auch jeder was passieren konnte wenn man Khel falsch ansah oder gar Hand an sie legen wollte. Kurz verzog Tavina ihr Gesicht als sie sich ihre Schläfe rieb und durchatmete. Bronnian hatte sie auf ein Bier eingeladen und sie hatte sich am Feuer der Schmiede gewärmt während er sie ansah und immer wieder musterte. Allerdings nicht mehr so wie früher. Ob er sich wohl wirklich Gedanken machte wie er ihr imponieren könnte? Er hatte sie danach gefragt und sie hatte es ihm gesagt. Nun war sie durch aus gespannt ob er etwas davon umsetzte. Und wenn sie Gunhild das nächste mal allein erwischte würde sie wohl wirklich mal fragen ob er mit seinem Schneetreiben aufgehört hatte. Wenn er all diese Anstrengungen und Änderungen wirklich wegen ihr tat dann war er wirklich ziemlich ausdauernd. Das alles nur um sie und Bett zu bekommen war schon eine Leistung. Immerhin hatte er ihr ja auch die Wanne und das Wasser gebracht. Jeden einzelnen verdammten Eimer.
"Er hat Gefühle für dich." Hörte die plötzlich die Stimme ihres Bruders.
"Wer? Bronnian? Unsinn. Der liebt nur sich selbst, Gold und guten Sex."
"Denkst du wirklich das er so an dir interessiert wäre wenn er keine Gefühle für dich hätte? Du bist für ihn die eine. Die eine die für ihn endlich zur Tür rein kam."
"Ich bin die eine die rein kam und die er nicht haben wird. Ich bin mir zu schade um auf solche Schleimereien rein zu fallen."
"Was wenn es kein Geschleime ist? Wenn er es ernst meint?"
"Oh bitte. Er will mich nur als weitere Eroberung. Oder er hat Angst das er wieder eine von Kormek bekommt. Oder Khel oder Dimiona haben ihn getadelt."
"Ich glaube du schätzt ihn falsch ein."...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Mi 20. Nov 2019, 13:27

Entspannt lag Tavina auf ihrem Bett, ein Buch neben sich liegend las sie ruhig während das Feuer im Kamin den Raum mit leisen Knistern wärmte. Kormek war für eine Weile weg, er hatte den Schlaftrunk dabei und nun weniger bedenken ohne sie zu schlafen. Es war schon überraschend wie schnell sie unwichtig geworden war und er sie nicht mehr brauchte. Das leise klopfen an ihre Tür riss sie aus Gedanken und sie hob den Blick.
"Ja bitte." Rief sie leise, doch etwas überrascht als Bronnian herein kam und die Tür hinter sich schloss. Mit einer geschmeidigen Bewegung schob sie die Beine vom Bett und schlüpfte in ihre Schuhe um sich zu erheben.
"Ich hoffe ich störe dich nicht."
"Das kommt drauf an warum du hier bist."
"Es wird eine Reise geben. Und ich würde mich freuen wenn du mitkommst. Natürlich sofern man es dir erlaubt."
"Du bittest mich mitzukommen? Was soll das werden Bronnian?"
"Ich würde dir einfach gern ein bisschen die Welt zeigen. Ich war schon an sehr vielen Orten und viele würden dir bestimmt gefallen. Überlege es dir." Sagte Bronnian in einem ungewohnt sanften und mitfühlenden Tonfall während er sie ansah. Sie nickte und kurz huschte ein Lächeln über sein Gesicht bevor er wieder ging....


Überrascht sah sich Tavina in ihrer Kajüte um. Sie war größer als das letzte mal. Der Tisch schwerer und massiver, ein großer Teppich der fast den ganzen Boden bedeckte und relativ große Fenster. In der Hängematte lagen zwei große Felle, so platziert das man nur sehr schwer bis eigentlich gar nicht mit dem Seilgeflecht in Berührung kommen konnte. Dazu mehrere, seiden überzogene Kissen und zwei große offensichtlich recht warme Decken. Vorsichtig strich Tavina mit der Hand über eines der Felle und wirkte für einen Moment vollkommen geistesabwesend.
"Warum tust du das?" Fragte sie dann leise und sah zu Bronnian, der neben der Tür stand. Wie immer hatte er seine beiden Daumen hinter den Gürtel gesteckt und sah sie dabei an. Doch etwas in seinem Blick hatte sich geändert. Er war nicht mehr so lüstern wie früher. Er zog sie nicht mehr mit Blicken aus und stellte sich die perversesten Dinge mit ihr vor. Oder war er einfach nur geübter geworden und konnte seine Triebe nun besser verstecken?
„Wie schon einmal gesagt, wir hatten einen schlechten Start und ich würde gern mehr von dir wissen.“
„Da gibt es wohl kaum interessante Dinge. Ich bin eine einfache Akolythin, mehr nicht.“ damit wand sich Tavina zu ihm um und sah ihn an.
„Du bist mehr als das, das wissen wir beide. Ich diene Khel und Dimiona schon lange. Sie hätte dich nicht als ihre persönliche Schülerin angenommen wenn sie nicht etwas ganz besonderes in dir sehen würden."
„Das letzte mal als wir auf einem Schiff waren hast du mich zum stolpern gebracht und die Situation ausgenutzt um mich an dich zu drücken. Du hast dir am nächsten Tag eine kräftige Faust von Kormek eingefangen. Wer sagt mir das all diese Mühen nicht nur ein anderer Weg sind in mein Bett zu kommen?“ fragte Tavina ruhig und sah Bronnian dabei eindringlich an, während er seufzte und von dem einen Fuß auf den anderen trat.
„Ich hab wohl nicht gleich erkannt was in dir steckt.“ gab er kleinlaut zu. Ungewohnt für Tavina ihn so zu sehen, hatte er doch sonst eine klare Antwort auf alles und für jeden.
„Ich danke dir für deine Mühen. Aber ich hoffe du bist nicht all zu enttäuscht wenn du am Ende dessen nicht in meinem Bett erwachst.“ Damit wand sich Tavina zum Fenster um und sah hinaus. Der Blick auf das Land das kleiner und kleiner wurde hatte immer noch etwas seltsames an sich.
„Das ist schon lange nicht mehr mein Ziel. Und solang du mir erlaubst weiter zu machen versuch ich einfach dich zum Lächeln zu bringen.“
„Davon abhalten kann ich dich wohl kaum.“ murmelte sie nachdenklich. Bronnian ging leise und schloss die Tür hinter sich...


Überrascht blinzelte als Tavina den gedünsteten Fisch auf ihrem Teller sah. Die kleinen Kartoffelstückchen daneben dampften genauso und alles zusammen sah sehr appetitlich aus. Bronnian schenkte ihr gerade ein Glas Weißwein ein und stellte es neben den Teller.
„Ich persönlich bin absolut kein Freund von Haferschleim. Und ich dachte du auch nicht. Deswegen hab ich dir das hier organisiert.“
„Danke.“ murmelte Tavina noch immer überrascht und sah ihn kurz auch genauso an. Nervös nestelten ihre Hände unter dem Tisch an ihrer Robe herum während er abwartend neben ihr stehen blieb.
„Was ist? Magst du keinen Fisch, oder?“ fragte er, ahnte er doch gerade den nächsten Fehler herbei.
„Doch, doch. Ich hab nur... nie gelernt wie man ihn richtig auseinander nimmt. Als Kind wäre ich deswegen fast mal an einer Gräte erstickt. Seitdem hab ich Fisch immer gemieden.“ gestand Tavina leise. Nun schmunzelte Bronnian und Griff sich das Besteck. Mit einer leichten Bewegung zog er sich den Teller heran und begann damit den Fisch fachmännisch und korrekt auseinander zu nehmen und jede noch so kleine Gräte bei Seite zu legen. Als er fertig war drehte er ihr den Teller wieder zu und legte das Besteck sacht daneben. Die ganze Zeit rechnete Tavina damit das er ihr irgendetwas dummes sagen würde, konnte er doch etwas das sie nicht konnte. Doch kein Wort drang über seine Lippen als er abwartend neben ihr stehen blieb und sie aufmunternd ansah. Zögerlich griff sich Tavina die Gabel und schob sich ein kleines Stück Fisch darauf bevor sie ein Stückchen Kartoffel aufspießte und sich in den Mund schob. Wie zu erwarten schmeckte der Fisch fantastisch und zerging ihr auf der Zunge. Leicht lächelnd nickte sie ihm zu und er wirkte sichtlich erleichtert. Dann deutete sie einladend auf den freien Stuhl. Langsam setzte sich Bronnian dazu und lehnte sich zurück.
„Wo hast du gelernt einen Fisch so auseinander zu nehmen?“ fragte Tavi und nahm sich das Glas Wein, womit sie sich zurück lehnte und ihn ansah...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » So 24. Nov 2019, 18:58

Entspannt saß Tavina in einer Ecke des Raumes und sah den Personen um sich zu. Khel die sich gerade bis zur Besinnungslosigkeit betrank. Matrosen die würfelten und lachten, darunter auch Bronnian, der immer wieder zu seinem Becher griff und trank. Ein Kul Tiraner Matrose klimperte auf einer Klampfe vor sich hin während ein anderer dazu sang. Zumindest klang es so als würde er es versuchen. Ein paar andere Matrosen versuchten sich am Dart spielen und verwarfen regelmäßig ihre Pfeile. Immer wieder lachten sie dabei und zogen einander gegenseitig auf. An einem anderen Tisch versuchte gerade ein Kerl sein Glück im Arm drücken gegen eine große und kräftige Matrosin. Überall wurde gelacht und getrunken als Tavina ihren Blick schweifen ließ. Bronnian hob die Hand und wunk sie zu sich herüber, dabei zwinkerte er mit seinem schiefen Grinsen. Schmunzelnd erhob sich Tavina also und bahnte sich ihren Weg durch die Leute hier bis zu ihm hinüber.
„Du sitzt da drüben so allein. Leiste uns doch Gesellschaft.“ Damit deutete Bronnian auf die anderen Matrosen mit am Tisch. Schon in der nächsten Sekunde hatte er den Arm um sie gelegt und sie einfach auf seinen Schoss gezogen. Mit einem überraschten „Huch!“ saß sie also da und sah die Matrosen an.
„Also Männer, weiter geht’s. Wer ist dran?“ fragte Bronnian und sah sich um, die Hand auf Tavinas Rücken liegen lassend. Einer der Matrosen griff sich den Becher und die Würfel und legte los. Runde um Runde würfelten die Männer weiter, lachten und erzählten sich schmutzige Witze. Als Bronnian wieder dran war hielt er Tavina die Würfel vor die Nase.
„Puste mal Liebes.“ bat er und sie tat ihm den Gefallen. Sacht pustete sie auf die Würfel bevor er die Dinger in den Becher warf und schüttelte. Sein Wurf ging nicht so schlecht aus wie die Runden davor, aber andere waren besser.
„Bläst du bei mir auch mal Süße?“ lachte einer der Matrosen.
„Wenn ich bei euch blasen würde würde euch das letzte bisschen Hirn aus den Ohren schießen und ins Meer fallen.“ antwortete Tavina desinteressiert und trank einen Schluck von ihrem Wein. Die anderen Matrosen waren kurz verstummt und blinzelten überrascht, bis sie lachten. Doch dann hörten sie den lallenden ruf von Khel.
„TAVINA!“ schallte es lallend durch den Raum und zog einige Blicke auf sich. Die schwarzhaarige Nekromantin hielt sich an einem Tisch fest und konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Sofort war Tavina auf den Beinen und eilte zu ihr um sie zu stützen. Dankbar hängte sich Khel an sie und ließ sich führen. Zumindest bis Bronnian dazu trat und sich Khel einfach auf die Arme lud. Tavina lächelte ihm dankbar zu und trat voraus, bis zur Kajüte von ihr. Dort öffnete sie leise die Tür und half Bronnian, Khel auf das Bett zu legen. Er trat danach zur Tür und blieb dort wartend stehen, während Tavina einen großen Eimer neben das Bett zog und die Decke um Khel wickelte. Doch das bekam diese schon gar nicht mehr mit. Also ging auch Tavi zur Tür und schloss diese hinter sich. Bronnian stand schmunzelnd da, die Daumen in den Gürtel eingehakt sah er zu ihr.
„Jetzt bist du dran.“ damit zog er sie sich auf die Arme und trug sie in die Richtung ihrer Kajüte. Tavina lachte leise.
„Die anderen Leute sind aber in der anderen Richtung.“
„Ich weiss. Aber da gehört eine Frau wie du jetzt nicht mehr hin. Also bring ich dich lieber sicher zu deiner Kajüte.“ damit stieß er auch schon die Tür auf und stellte sie auf ihre Beine.
„Du hast Angst das man mir was tun könnte?“
„Nein, ich müsste vorher anderen was tun und das gibt dann wieder Ärger mit dem Kapitän.“
„Danke Bronnian.“ lächelte sie und legte ihren Mantel über die Stuhllehne.
„Schlaf gut Tavina.“ sagte Bronnian und ging, die Tür hinter sich schliessend.

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Sa 30. Nov 2019, 15:51

Ruhig blickte Tavina in die Ferne auf das kleine Haus in den Pestländern. Da war also DeMott mit einigen seiner Männer. Khel sprach gerade leise zu den wenigen Kultisten die sie auf ihrer Seite hatten. Einer von ihnen war der Lockvogel. Dem Kerl ging es mehr als Elend. Er wimmerte leise, kratzte sich ständig und hustete stärker als Khel. Agravaine war die Sache nicht geheuer. Er hatte seinen Unmut ausgedrückt. Aber er hat was man ihm sagte. Tavina blinzelte als die Frage nach Lorns Schicksal aufkam. Und Khel drückte diese Aufgabe umgehend ihr aufs Auge, was wohl auch besser so war. Denn hätte sie den Kultisten gesagt das der arme Kerl voll von untoten Maden ist und qualvoll sterben wird wären diese Kerle wohl direkt los marschiert um zur Darrowehr zu kommen. Also predigte Tavina für die Götter.

„Er hat die Große Ehre unseren Göttern den größten Aller Dienste zu erweisen und wird dafür das größte aller Geschenke bekommen.Er wird seine fleischliche Hülle opfern um zu ihnen zu gelangen und dort in ihrem Reich sein zu dürfen. Lorns opfer ist gering im Gegensatz zu seinem Gewinn. Die Schatten werden ihn liebevoll aufnehmen und seine Seele umsorgen. Denn die Schatten stehen zu ihrem Wort. Wir sehen uns in ihrem Reich Lorn.“ Damit lächelte sie ihn an und winkte ihn zu sich. Aufmunternd lächelte sie ihn weiter an, hob die Hand und strich ihm die Haare zurück, die Hand sanft auf seiner Schläfe liegen lassend wirkte sie den gleichen beruhigenden Zauber den sie so oft bei Kormek gewirkt hatte.
„Wir alle sind stolz auf dich. Hab keine Angst. Du bist so tapfer und stark das du das schaffen wirst. Mach uns alle Stolz.“ lächelte sie und küsste sanft seine Lippen.
Und dann ging er los. Das üben an Kormek zahlte sich aus. Es fiel ihr mittlerweile leichter in den Geist von anderen zu gelangen. Leise schlich die Gruppe näher an das Haus und lauschte. Sie redeten noch. Dafür fluchte Agravaine leise und deutete auf einen Späher, der auf einem Hügel saß. Er hatte sie noch nicht entdeckt. Schnell hatte Tavina gesagt das sie das übernehmen würde. Konzentriert auf das was sie gelesen hatte sammelte sie die Schatten zwischen ihren Händen. Sie formte sie, ließ eine absurde Gestalt entstehen und dann saß es da. Ein kleines Zwielichtmonsterchen das geduckt in den Schatten davon huschte und sich auf den Späher stürzte. Der Kerl merkte nicht mal was los ist als er schon am Boden lag und kämpfte. Und dann war der erste , schmerzerfüllte Schrei zu hören. Er kam aus der Hütte. Sofort stürmten alle die Hütte und die wenigen Leute des Syndikats waren vollkommen verwirrt.
Kämpfe entbrannten sofort und auch Tavina stürzte sich sofort auf einem Feind und wollte ihm mit ihrem Dolch an die Kehle. Doch der Kerl wehrte sich und schlug mit seinem Schwert nach Tavina. Immerhin konnte sie zurück weichen. Und dann hatte sie die Chance und sprang den Kerl an. Sofort bohrte sich ihr doch in dessen Brust und schon einen Moment später war er tot. Khel ging es dafür weniger gut. DeMott hatte sie mit einem Eiszauber an die Wand gefroren und nun ging Agravaine auf ihn los. Sofort sah sich Tavina weiter um, ihr nächstes Ziel war schnell ausgemacht. Mit einer ausholenden Bewegung rief sie das Monsterchen wieder zurück und warf es nach einem Syndikatler der gerade flüchten wollte. Sofort schlang das kleine Biest seine Tentakel um den Hals des Feindes und Biss sich fest. Bis der Kerl zu Boden fiel und tot war. Durchatmend versuchte Tavina einen Überblick über die Situation zu bekommen. Khel war am Boden, sie hatte sich mittlerweile aus dem Eis befreien können. Agravaine kämpfte gegen DeMott und wurde empfindlich getroffen. Mit einer einzigen Handbewegung schickte Tavina das Monsterchen gegen DeMott. Doch der Magier war erfahren und konnte das Schattenwesen mit einem schnellen Zauber bannen. Doch auch Tavina nutzte den Moment, versuchte in DeMotts Kopf zu kommen und dort Verwirrung zu stiften. Und diese kleine Gedankenexplosion brachte ihn zum wanken. Gut für Agravaine, der nun mit seinem Schwert zustechen konnte.Vor ihr kämpfte gerade einer der Draenei Krieger gegen einen des Syndikats. Der Krieger war bereits verwundet. Entschlossen sprang Tavi auf die Beine und griff sich den Kopf des Feindes. Sie drückte ihre Finger fest zu und gleichzeitig griff sie vollkommen nach dem Geist des Feindes und zerriss ihn förmlich. Das der Kerl schrie und sich wand war keine Überraschung. Zumindest bis der Kritische Punkt erreicht war. Dann fiel er einfach zu Boden, starrte mit leeren Augen in eine nur für ihn sichtbare Ferne und sabberte in seinen letzten Atemzügen vor sich hin, während ihm das Blut aus der Nase lief. Als sie das nächste mal zu DeMott sah, wurde dieser gerade von Agravaine um seinen Kopf erleichtert. Nun rappelte sich auch Khel wieder auf die Beine und sah sich um. Noch drei Männer des Syndikats waren übrig, sie waren bereit für alles, das sah man deutlich an ihrer Haltung. Entschlossen griff sich Tavina ihren Stab, tippte drei der Kristalle an die an der Spitze schwebten und ließ diese auf die Feinde zuschweben. Doch mittlerweile machte sich die Erschöpfung breit. Sie spürte die erste Schwindelwelle und brummte unzufrieden, auch weil die Feinde den Kristallen ausweichen konnten. Dafür aber reagierte Agravaine und tötete einen der Feinde. Nach einmal tief Luft holen versuchte es Tavina erneut. Ließ den Kristall schweben und sah zu wie er sich in die Brust eines Gegners bohrte. Wieder waren diese Schreie zu hören. Wieder landete ein toter Körper am Boden und wieder verteilte sich Blut. Auch der letzte Kerl sollte dran glauben, selbst wenn er um Gnade flehte. Wieder erhob sie einen der Kristalle, doch diesmal war die Welle des Schwindes stärker und sie wankte, konnte den Zauber nicht halten. Der Kristall zersprang direkt vor ihrem Gesicht und sie spürte wie sich einige der Splitter in ihr Gesicht bohrten und sie verletzten. Ein Draenei Krieger beendete das letzte Leben des Feindes während sich Khel das Gesicht von Tavina ansah.
„Das sieht übel aus.“ murmelte Khel.
„Mein Ego ist angekratzter...“ Brummte Tavina als Antwort.
„Ich wollte dich mit Agravaine zu Rivast Baar schicken, aber davon sehen wir wohl besser ab. Schnell, ein Tuch. Sie blutet stark.“ fauchte Khel dann gen Agravaine. Dieser riss sich einig ein Stück von seinem Unterhemd ab und trat damit zu Tavina um es ihr vorsichtig auf die eine oder andere Wunde zu drücken. Das Tavina dabei immer wieder wankte bemerkte er nur zu gut, musste er sie doch fest halten.
„Streiter der Finsternis, ihr bringt die Akolythin sofort zur Höhle im Norden und wartet dort auf uns.“ befahl Khel den letzten. Diese nickten und wollten sich schon auf den Weg machen, wurden jedoch von Agravaine gestoppt.
„Nein Khelperetocs, sie ist zu stark verwundet. das könnte sich entzünden.“
„Agravaine, bring sie sofort ins Zugwindlager.“
„Und du?“
„Ich bringe Rivast Baar den Kopf von DeMott.“
„Du gehst nicht alleine.“
„DAS IST EIN BEFEHL!“
Tief atmete Tavina immer wieder durch. Sie spürte die Kälte die nach ihr Griff, die Schwäche und die Dunkelheit. Immer wieder wurde ihr schwindelig, konnte sie nicht mal mehr klar sehen. Und dann wurde alles schwarz vor ihren Augen und sie fiel zu Boden....


Ihr Gesicht brannte und immer wieder versuchte sie mit ihren Händen danach zu greifen. Immer wieder berührte sie dort etwas das da nicht hin gehörte. Hier und da zupfte es leicht, aber sie konnte nicht erkennen wer oder was es war. Und ihr war kalt. So unendlich kalt. Sie zitterte und man hatte sie wohl eingewickelt. Irgendwer sprach mit ihr, doch die Stimme kam nicht zu ihr durch. Dafür hörte sie andere Stimmen, fremde, die jammerten und ihr Leid klagten. Ihr Körper fühlte sich schwer an, als würde sie unter Wasser immer tiefer sinken und egal was sie auch tat, sie kam nicht mehr nach oben. Und so blieb ihr nichts als einfach liegen zu bleiben und das, was mit ihr gemacht wurde über sich ergehen zu lassen, dabei hatte sie gerade einfach nur Angst und fühlte sich hoffnungslos allein und hilflos...

Agravaine hatte Tavina in das Zugwindlager gebracht. Das die kleine Akolythin nicht mehr wach wurde beunruhigte ihn. Denn sie zitterte und war eiskalt. Und ihr Gesicht sah schlimm aus. Vorsichtig zupfte er die wenigen Splitter die sich in ihre Haut gebohrt hatten weg und nahm sich danach die Schale Wasser und ein Tuch und versuchte die Wunden so gut es geht zu reinigen. Immer wieder versuchte Tavina ihn abzuhalten, während sie wimmerte. Doch ihre Bewegungen waren zu fahrig um etwas zu bewirken. Also nahm er jedes mal ihre Hände und hielt sie sacht fest bis sie sich wieder für einen Moment beruhigt hatte. Als ihr Gesicht sauber war stellte er die Schüssel bei Seite und griff sich die Salbe, die die Wirtin gebracht hatte. Seufzend machte er sich daran die Wunden dick einzusalben und wieder gegen die Abwehrversuche zu kämpfen. Er war ein Mann des Schwertes und des Kampfes. Solche Dinge lagen ihm weniger bis eigentlich garnicht. Doch irgendwann hatte er auch das geschafft und konnte sich um seine eigenen Verletzungen kümmern. Tavina zitterte weiter, schien aber endlich zu schlafen. Ihren Atem immer im Blick lehnte er sich zurück. Hoffentlich konnte er sie morgen zurück bringen. Bei den anderen war sie wesentlich besser aufgehoben als bei ihm....

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » So 1. Dez 2019, 10:40

Vorsichtig trug man Tavina durch das Portal, zurück nach Nordend. Sofort wurde sie in ihr Zimmer gebracht, der Kamin befeuert und sich um die Verletzungen der Akolythin gekümmert. Jeder wusste was er zutun hatte und wie wichtig es war hier richtig zu handeln. Sonst würde man mit großer Wahrscheinlichkeit den Zorn der Bischöfin wecken und das wollte niemand. Vor allem die Heiler nahmen sich Zeit und kümmerten sich äußerst akribisch um die Schnitte in Tavinas Gesicht. Jeder einzelne von ihnen wurde mit einem neuen Tuch gereinigt. Danach sah man nach ob der ein oder andere Schnitt genäht werden musste. Und tatsächlich, zwei waren so weit geöffnet das sich die Wunden nicht von allein schliessen würden. Sacht und mit bedacht setzte man kleine Stiche, wollte man doch unbedingt vermeiden das es Narben in diesem schönen Gesicht gab. Die Akolythin selbst zuckte hin und wieder, war sie doch noch immer in den Auswirkungen der gewirkten Liturgien gefangen. So reichte es das einer von ihnen ihren Kopf fest hielt und der andere die Nadel führte. Am Ende hatte Tavina zwei schmale aber frisch genähte Wunden. Eine an der Halsseite, die andere am Kiefer, beides auf der linken seite. Vorsichtig bedeckte man das Gesicht mit frischen Tüchern, so das die Augen, die Nase und der Mund jedoch frei blieben. Als sie fertig waren verließen die Heiler weitestgehend das Zimmer wieder, warfen aber nochmal etwas Holz in den Kamin um die Patientin warm zu bekommen. Nur einer blieb, um sicher zu gehen das es Tavina an nichts fehlte. Als diese das erste mal wimmernd zu sich kam saß der Heiler bereits mit einem Glas Wasser am Bettrand. Vorsichtig half er ihr und bot ihr danach etwas zur beruhigung an. Doch Tavina lehnte ab und zuckte zusammen. Leise murmelnd schloss sie die Augen und versuchte ruhig zu atmen. Die Schemen waren da und hatten sie fest im Griff. Vier waren bei ihnen im Raum und redeten auf Tavina ein. Das würden lange Stunden werden bis sie endlich verschwinden würden...

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Di 3. Dez 2019, 11:09

Es waren seltsame Geräusche die Tavina aus dem wohltuenden Schlaf rissen und sie langsam weckten. Brummen und schmerzerfülltes unterdrücktes Keuchen erklang immer wieder neben ihr und erst nach dem sie gefühlt hunderte Male geblinzelt hatte erkannte sie Kormek, der dabei war sich zu wandeln. Aber wieso tat er das? Und wieso hier? Nur langsam kamen ihre Gedanken auf und sie versuchte nachzudenken. Herrschte Gefahr? Wurden sie etwa angegriffen? Oder hörte er Dimiona wüten und wollte sie von ihr ablenken? Kormeks Hemd riss gerade auf und er ließ sich in einer Reaktion nach vorn fallen während sich seine Haut verdichtete und langsam von Holz überzogen wurde. Immer wieder holte er schwer Luft und sie hatte das Gefühl das er die Wandlung unterdrücken wollte.
"Lass es passieren. Kämpf nicht dagegen an." Sagte Tavina so laut sie konnte, in der Hoffnung Kormek würde sie hören. Schwerfällig und langsam rückte sie zum Bettrand und legte ihm die Hand auf den rücken. Die spürte für einen Moment seine verschwitzte Haut, doch dann brach das struppige Fell hervor und sie konnte spüren wie es ihre Finger umgab.
"Einfach atmen. Lass es einfach passieren. Das ist vollkommen in Ordnung." Sprach sie weiter, in der Hoffnung das ihre Worte ihm irgendwie halfen. Wie lange es noch dauerte bis seine Wandlung vollständig abgeschlossen war konnte sie nicht sagen. Doch am Ende stand er neben ihrem Bett, den Kopf auf der Matratze und sah sie an.
"Tut mir leid. Ich bin heute keine große Hilfe. Wenn ich jetzt irgendwas wirken würde wäre das wahrscheinlich mein Ende. Und funktionieren würde es dennoch nicht." Sie rollte sich auf die Seite und sah ihn dabei weiter an. Sie kannte seine Druidengestalt bereits. Dennoch war sie wieder fasziniert davon. Vorsichtig schob sie die Hand über sein Geweih bis hin auf seinen hölzernen Schädel und strich mit den Fingerspitzen sacht über die kleinen aber feinen Kerben und Rillen die er dort hatte. Er brummte dabei ruhig und schloss offensichtlich genießend die Augen.
"Du stürmst nicht gleich aus dem Zimmer und frisst eine Wache, oder?" Fragte sie. Als Antwort brummte er kurz und schnaufte, dann ließ er sich einfach mit seinem massigen Körper neben das Bett plumpsen, der Kopf weiter auf der Matratze. Tavina robbte langsam noch ein Stück heran und machte sich unter dem Mammutfell kleiner, ihre Augen geschlossen legte sie die Tücher bei Seite und legte die Stirn gegen seinen Schädel. Es dauerte nur einen Moment bis sie wieder in tiefem Schlaf versank und ihre Finger nur hin und wieder leicht zuckten.

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Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Mi 11. Dez 2019, 00:14

Lächelnd saß Tavina in einem der bequemen Sessel, die nackten Beine hochgezogen und in Kormeks Jacke gehüllt, die ihr viel zu groß war. Das Glas Wein in ihrer Hand war schon halb leer und sie komplett in Gedanken versunken. Wohlige Wärme ging vom Kamin aus und erfüllte das Zimmer, der wärmste Ort war wahrscheinlich weiter das Bett in dem Kormek lag und schlief. Zusätzlich lag er unter der großen Mammutfelldecke, auch wenn er die schon halb von sich geschoben hatte. Als er sich kurz am Bauch kratzte und halb umdrehte musste Tavina doch schmunzeln.

Am Mittag hatte sie ihn im Hof mit den Soldaten trainieren gesehen und hatte sich in die Nähe gesetzt. Kormek hatte sie bemerkt und prompt Zwei Schläge kassiert. Dafür hatte er mit seinem Gegenschlag dafür gesorgt das die Trainingsstöcke beide zerbrachen. Der Soldat der mit ihm trainiert hatte war vollkommen verwundert gewesen, doch das interessierte Kormek nicht.
"Deine Kraft ist immer wieder überraschend. War das Absicht oder hast du sie immer kannst du sie immer noch nicht richtig einschätzen?"
"Ne das war Absicht. Ich war Mal ein ganz passabler Kämpfer und konnte mit dem ein oder anderen Trick auftrumpfen. Die Jungs helfen mir dabei meine alte Form zurück zu bekommen." er deutet nochmals dankend in Richtung der Soldaten "aber ich werde wohl meine frühere katzenhafte Geschmeidigkeit gegen die ungestüme Kraft eines Löwen eintauschen müssen, oder wie heißt das graue Tier mit dem Rüssel noch gleich?" er lachte und sah sie dabei an.
"Elekk. Und die trampeln eher durch einen Glasladen." schmunzelte sie. "Ich glaube wenn du deine Gestalten und Kräfte trainierst dann brauchst du garkeine Waffen mehr."
"Das hoffe ich. Aber besser ich kann mit ner Waffe umgehen und Brauch sie nicht" er warf den zerbrochenen Stock auf den Boden "als ich brauche eine und hab keine Ahnung wie's geht." er setzt sich zu ihr "Was ist los? Geht's dir wieder gut?"
"Ja. Etwas müde wegen einer kurzen Nacht. Aber das geht schon. Ich hab mit Dimiona gesprochen. Wir können dich mit dem Albtraum verbinden." sie sah dem Stock nach und musterte dann ihn.
"Gut, glaub ich. Was muss ich tun? Bis jetzt weiß ich ja noch recht wenig."
"Mitkommen und durchhalten ohne den Verstand zu verlieren." lächelte sie. "Wir reisen per Portal nach Val sharah und machen uns direkt auf zum Baum. Ich fürchte je näher wir kommen umso mehr setzt es dir zu und wird dich schwächen. Wenn wir eine passende Stelle gefunden haben musst du dich auf die Natur um dich konzentrieren. Der Albtraum wird so oder so an dir und vor allem deinem Verstand zerren. Du musst dich auf seine Kräfte einlassen aber aufpassen das du nicht deinen Verstand verlierst. "
"Klingt nach nem Abend mit Khel in Beutebucht" er lächelte unsicher "was sollen die anderen machen? Ich will sie nicht unnötig in Gefahr bringen. Und dich auch nicht."
"Ich hab die Kette. Ich werd dir da also am ehesten helfen können. Die anderen kommen mit um uns zu schützen und mich notfalls zu unterstützen wenn meine Kraft nicht reicht."
"Ich werd mein bestes tun. Brauchen wir noch was?"
"Nein. Ein bisschen was zu Essen packt jeder ein. Ich hab Verbandszeug in der Tasche. Mehr wüsste ich leider nicht. Ich weiss leider aber auch überhaupt nicht was uns begegnen kann. Ich rechne aber mit allem, dann ist die Überraschung nicht so groß."
Er lächelte sie an. "Danke, für alles. Egal was passiert, du sollst wissen das ich dich nie da mit reinziehen wollte."
"Ich hab mich doch quasi angeboten. Außerdem wärst du ohne jemanden der dich an der Leine hält sowieso total verloren." grinste sie dabei frech.
"Na die Leine will ich sehen die mich hält" lachte er spöttisch "aber es stimmt....ich brauch dich. Und nicht nur um Bronnian in Wahnsinn zu treiben."
Nun lachte auch sie leise "Bald nicht mehr. Dann kommst du allein klar. Dann brauchst du auch den Trank nicht mehr. Ich denke wenn du mit dem Albtraum verbunden bist wird dir vieles leichter fallen."
Er hob die Hand und wunk ab "Der Trank war eine tolle Idee, aber ob ich das Zeug noch länger saufen könnte weiß ich echt nicht. Und das du nicht jeden Abend damit verbringen willst meinen Geist auszuknipsen ist ja auch klar. Also muss das jetzt sein..." Er hob seinen Blick und deutlich konnte Tavina sehen wie er in die Ferne schweifte.
"Als du in deinem Zimmer lagst, vor Kälte zitternd und irgendwelche Geister sehend...da konnte ich dich nicht allein lassen. Und mir wurde einiges klar in jener Nacht."
"Schemen. Und ich seh sie immer wenn ich zuviel gewirkt hab." nun wunk auch sie ab und sah ihn an. "Du konntest dich wandeln ohne durchzudrehen. Das ist ein großer Fortschritt. Es zeigt das du immer mehr Kontrolle über deine Kräfte bekommst. Und was wurde dir klar?"
"Weißt du, wenn ich mich gewandelt habe dann fällt mir das Denken oft etwas schwer. Meine Instinkte und Gefühle übernehmen dann die Kontrolle. Als ich mich bei dir wandelte wollte ich erst dagegen ankämpfen, aber du sagtest ich solle es zu lassen. Deine Stimme löste etwas in mir aus...ließ die Wildheit verstreichen...ließ mich..." er stockte und schwieg plötzlich.
"Ruhig werden?" fragte sie leise.
"Ja, es wurde alles leichter" er blickte sie nun wieder an. "Ich fühlte eine Verbundenheit zu dir. Ich wollte da sein für dich, dich beschützen. Ich fühlte...." Er wendete den Kopf ab und fuhr nun wieder ernst fort "... Entschuldige, das war jetzt unpassend."
"Ich hab dich eine ganze Weile zum schlafen gebracht. Ich hab dich damals beruhigt als du durchgedreht bist. Ich hab mit dir trainiert. Vielleicht kommt die Verbundenheit daher. Dein Instinkt vertraut mir und weiss ich würde dir nichts tun." Sie streckte sich um ihm die Hand auf die Schulter zu legen. "Unpassend gibts bei uns ohnehin nicht mehr." Nun sah er wieder zu ihr, sein unsicherer Blick blieb in ihrem hängen.
"Ich fühlte Zuneigung zu dir. Tiefe Zuneigung."
"Und was fühlst du jetzt?" fragte sie ruhig aber offen.
"Ich bin unsicher. Ich mag dich, sogar sehr. Ich genieße die Zeit die wir miteinander verbringen....doch ich muss ständig daran denken das ich..." er schmunzelte "...nun...das ich eben ich bin. Als Bär war es irgendwie einfacher"
"Und was soll an dir falsch sein? Du hast weniger Frauen als Bronnian und siehst mich nicht nur als schnelle Nummer."
"Du verdienst einfach was besseres. Dein Bruder wird mir bestimmt zustimmen."
"Mein Bruder will das ich nach Sturmwind flüchte und mich dem Licht ergebe. Das ich mich zurück zu meinem Vater begebe und mich wieder prügeln lasse. Aber mein Bruder hat diese Entscheidungen nicht für mich zu treffen. Ich kann ihm auch nicht vorschreiben was er zu tun oder zu lassen hat."
"Eigentlich wollte ich das Argument bringen, dass er nur das Beste für dich will, aber das klingt nicht recht danach. Was uns angeht.." Er senkte den Blick und sah nachdenklich zu Boden. "Es war falsch von mir das alles hier zu sagen. Ich kann mir kaum vorstellen dass du auch solche Gefühle hast. Ich bitte dich nur, das unsere Freundschaft nicht unter diesem Gespräch leidet." Blinzelnd sah sie ihn an, konnte sie doch den Wehmut in seiner Stimme hören. Doch dann musste sie schmunzeln.
"Du hast recht. Als Bär bist du einfacher. Jetzt denkst du zuviel. Wobei wir das wohl beide tun. Ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen das du mich eher als junges Ding siehst. Als halbes Kind. Das du mich als Freundin oder kleine Schwester siehst."
"Als Kind habe ich dich nie gesehen. Du bist ne junge, etwas eigenwillige, und durchaus ansehnliche Frau. Ne kleine Schwester die ständig Blödsinn macht hab ich schon, du nennst sie Khelperetocs. Ich hab dich lange als Freundin gesehen, doch ist mir in jener Nacht eben bewusst geworden, das da mehr ist." als er das sagte musste sie leise lachen.
"Eigenwillig passt ja dann ganz gut zu Stur hm?" frech lehnte sie sich gegen ihn und sah zu ihm auf. Das er den Arm um sie legte und grinste störte sie nicht.
"Wir landen beide auf Dimionas Altar wenn wir das machen."
"Wieso sollten wir? Solang wir unseren Pflichten nachkommen hat sie keinen Grund zu meckern."
"Glaub mir, wenn sie will findet sie einen. Aber eigentlich ist's mir egal was sie will." Er zog seine Jacke aus und legte sie ihr um. Erst jetzt merkte sie das sie schon wieder kalt war. Langsam war sie von der Kälte hier im Norden doch genervt. Doch sie zog die Jacke enger um sich, auch wenn es ein halbes Zelt für sie war.
"Ich glaub nicht das sie meckert wenn wir ihr keinen Grund geben. Immerhin arbeiten wir gut zusammen was dein Training angeht und wenn ich mich nicht mehr Hals über Kopf in jeden Unsinn stürze wird sie bestimmt nicht meckern."
"Dann sollten wir jetzt reingehen. Nicht das ich mir ne Erkältung hole und die Bischöfin dir die Schuld gibt weil du wegen der Kälte meine Jacke brauchst." lachte er leise und zynisch.
"Du hast nackt im Schnee gesessen ohne krank zu werden. Die Ausrede war lahm mein lieber.“ entgegnete sie ihm frech.
"Wieder etwas das du mir vorraus hast. Ich meine, das eben...war doch real oder? Ich lieg jetzt nicht gerade irgendwo sabbernd rum und spielst mit meinem Verstand?" Er erhob sich und hielt ihr die Hand entgegen um ihr auf zu helfen.
"Ich hab noch nie mit deinem verstand gespielt. Das letzte mal war bei Ragnar und da standest du daneben.“ kicherte sie leise und nahm seine Hand während sie aufstand.
"Na dann komm. Lass uns schauen ob wir in der Küche irgendwo nen warmen Gewürzwein finden den wir dem Herzog wegsaufen können. Und dann sehen wir was aus uns beiden wird. Außerdem bin ich neugierig wie das morgen ablaufen soll." Er bot ihr seinen Arm an und grinste. Sie lachte wieder und hakte sich bei ihm ein.
„Dann frag mir mal wieder Löcher in den Bauch. Zu uns und morgen."

Kormek hatte Fünf Tassen Gewürzwein getrunken während er ihr Fragen gestellt hatte die sie ihm ruhig und geduldig erklärt hatte. Auf das offizielle Abendessen hatten sie beide verzichtet. Immerhin waren sie in der Küche und somit an der Quelle. Doch als auch dort alle endlich mit ihrer Arbeit fertig waren ließen die beiden den dort fleissig arbeitenden Leuten ihren Feierabend und verzogen sich ebenso.
„Soll ich dich heute zum schlafen bringen? Dann kannst du auf den Trank verzichten.“ schlug Tavina vor, während sie gemeinsam zu seinem Zimmer liefen.
„Ich glaub das ist eine gute Idee. Wer weiss wie das Zeug mit dem Gewürzwein wirkt.“ lachte er und hielt ihr die Tür offen. Hinter ihr schloss er die Tür wieder und warf sofort zwei neue Holzstücke auf das Feuer im Kamin. Tavina lächelte, während sie sich schon wieder unterhielten. Irgendwann war es passiert. Sie waren sich näher und näher gekommen und der erste zögerliche vorsichtige Kuss war entstanden. Schnell war darauß mehr geworden. Mehr als übervorsichtig war Kormek mit jedem seiner Handgriffe gewesen, immer darauf bedacht ihr keinesfalls weh zutun. Stunden hatten sie sich unter dem Mammutfell gewälzt und schlussendlich hatte sie in seinem Arm gelegen und er hatte ihr den Rücken gestreichelt.
„Alles ok? Ich hab dir nicht weh getan oder?“ fragte er unsicher und doch leicht besorgt.“
„Alles in Ordnung. Mir geht’s wunderbar. Mir ist sogar mal angenehm warm.“ lächelte sie ihn an. Erleichtert atmete er durch und nickte.
„Soll ich dich zum schlafen bringen? Morgen wird sehr anstrengend werden und du solltest ausgeruht sein.“ Wieder nickte er und schon wenige Momente schlief er tief und fest. Doch sie konnte noch nicht schlafen. Viel zu viel ging ihr durch den Kopf und irgendwann schlüpfte sie leise aus dem Bett und Kormeks Umarmung. Sie griff sich ihr Weinglas und setzte sich, überrascht sah sie das sie auf seiner Jacke saß und frech schlüpfte sie hinein. Entspannt lehnte sie sich zurück und trank einen Schluck während sie die Beine hoch zog und lächeln musste als sie an die letzten Stunden dachte....

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Tavina
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Registriert: Fr 6. Sep 2019, 22:07

Re: Keim einer Schattenblüte - Das Leben einer Akolythin

Beitrag von Tavina » Do 12. Dez 2019, 19:48

„Du hättest ihn uns überlassen müssen!“
„Du bist eine Enttäuschung!“
„Wir hatten mehr Dienst von dir erwartet.“
„Bring ihn uns wieder und wir vergeben dir deinen Fehler.“
„Wir könnten dich stärker machen.“
„Wir könnten deine Lehrerin beseitigen.“
„Bring sie uns alle wieder!“



Wirr redeten die Stimmen auf sie ein. Gaben ihr Befehle und bekundeten ihren Unmut darüber das wohl niemand von der Gruppe nun im Albtraum fest hing. Immer wieder zog sich Tavina zusammen und wimmerte. Sie wollte ruhe. Ihr Kopf dröhnte und die Stimmen lachten darüber, sagten ihr das sie selber schuld daran sei. Etwas großes und warmes zog sie zu sich. Sie spürte jemanden, man sprach leise zu ihr und etwas legte sich schützend um sie. Tief und schwer holte sie Luft und versuchte das zittern zu unterdrücken. Doch die Kälte hielt sie wie immer fest im Griff, auch wenn es dieses mal nicht ganz so schlimm war wie sonst. Immer wieder versuchte sie sich umzusehen. Sie wollte wissen ob es den anderen gut ging, ob alle wohlauf waren. Ob Kormek es wirklich geschafft hatte als sie versagt hatte und ihre Kräfte sie verlassen hatten. Doch mehr als grobe Umrisse von Gestalten in einem dicken Nebel nahm sie nicht wahr. Oder waren das die Schemen die auf sie einredeten und die sie nur in ihrem Delirium sehen konnte? Sacht berührte sie etwas an der Schläfe und etwas oder jemand streichelte ihren Rücken. War das Kormek? Er hatte es schonmal getan. Ihr Hals brannte und sie wollte töten für etwas zu trinken, doch wie sollte sie das irgendwem klar machen? Ein schwaches Husten schüttelte sie wieder und erneut fühlte sich ihr Kopf an wie in einer Schraubzwinge, was sie nur wieder zum wimmern brachte. Sie wollte ihren Kopf festhalten, doch ihre Hände wollten sich nicht heben. Es blieb ihr nichts als zu hoffen das sich diese Qual hier gelohnt hatte...

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