Alltag und rundherum

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Mairead
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Alltag und rundherum

Beitrag von Mairead » Do 11. Apr 2019, 23:33

Heute war es soweit, sie würde sich trauen.

Seit dem großen Moment als Matt ihr mitgeteilt hatte das er sich hat scheiden lassen, fiel sie immer tiefer in diesen schwarzen Schlund der trauer. Er umgriff sie fest und drohte einen zu verschlingen mit Wut, Hass aber vorallem mit trauer. Sie wusste nicht was sie falsch gemacht hatte, womit sie es verdient hatte. Aber nun war es Zeit das ganze durchzuziehen. Schlimm genug war es jeden verdammten Tag den Kindern erklären zu müssen das ihr Vater nicht nach Hause kommen würde. Sie quengelten nun schon so lange, jeder war mit den Nerven am Ende und nun würde es noch schlimmer für Mairead kommen. Sie musste es einfach tun.

Sie rief die fleißigen Helfer zu sich und der kleine Tross aus leeren Karren machte sich zusammen mit ihr auf den Weg zur Späherkuppe. Es dauerte gefühlt viel zu lange bis sie endlich den Turm sah und durch das Tor das Land ihres nun Ex Mannes betrat. Betreten sah sie sich um, der schmerz allgegenwärtig. Schließlich hielten sie vor dem Turm an und sie gab den Wachen dort Anweisung sie durchzulassen und ihre Leute ebenso. Jeder dieser Leute hatte seine Befehle und so strömten diese in diesen Wohnturm und verteilten sich um alles was nur im Entferntesten an die Ehe erinnerte oder Besitz von Mairead war einzustecken. Die Kinderzimmer wurden um die liebsten Spielsachen und Kleidung beraubt. Kissen und Bettdecken, Lieblingstische und Schränke wurden auf die Karren verladen und schließlich machte sich Mairead selbst daran Bilder und Kleidungsstücke mit Maria zusammen einzustecken. Sogar ihre Seifen, und schwämme wurden eingesteckt. Nichts sollte zurück bleiben. Selbst die Bodenplatten mit denen der Eingang im Turm im gemeinsamen Wappen gehalten war wurden herausgerissen an diesem Tag. Die Verwüstung wurde einfach so zurückgelassen. Und dann stand Mairead schließlich vor dem einen Schrank. Sie überlegte erst diesen besonderen Schrank einfach leer zu räumen und ihn dort zu lassen aber als sie hinein sah und Stücke von so vielen besonderen Momenten sah brach sie wieder in Tränen aus. Schniefend gab sie nur Anweisung das ganze einfach mitzunehmen. Spät am Nachmittag bis frühen Abend brach der Konvoi voll beladen auf. Der Turm glich sicher einer unglaublichen Unordnung obwohl wesentlich weniger sich nun dort befinden würde. Kein Rest von der ehemaligen Herrin wird dort zu finden sein. Mit Tränen in den Augen winkte sie zu einem Abschied den Menschen dort zu, die sie so sehr in ihr Herz geschlossen hatte. Er würde schon wissen das sie es gewesen war die seinen Turm derart durcheinander gebracht haben wird. Sie dachte noch an sein Versprechen als er ihr geschworen hat sie niemals zu verlassen und doch hat er es getan.

Und so ging dieser schreckliche Tag auch vorrüber. Die ganze Nacht fuhren sie durch, vor furcht vor Wegelagern oder auch vor Furcht vor dem Schatten den er weiter werfen würde.

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