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Gunhild
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Beitrag von Gunhild » Do 14. Mär 2019, 13:24

Zu später Stunde feierten noch ein paar ausgelassene Gäste in der Taverne zu Ratschet. Die Humpen wurden gehoben, gesungen und einander auf die Schulter geklopft. Vermutlich feierte man kürzlich erlangte Siege, in Zeiten des Krieges standen solche Ereignisse ja an der Tagesordnung. Im letzten Winkel der Taverne kauerte eine Kapuzengestalt, die ihren Umhang tief über das Gesicht gezogen hatte. Lediglich zwei rot schimmernde Augen blitzten aus der Dunkelheit hervor und fokussierten mehrere Schriftstücke, welche auf dem Tisch ausgebreitet dar lagen. Vlad Zilvalkar, ehemaliger Vize-Direktor der Scholomance, studierte diese bei einem Glas herben Rotwein. Seit der Entmachtung seines Herrn Ignaz Waldemar Zimmerer und der Schlacht um die Darrowehr war über ein Jahreskreis vergangen. Damals war er während eines Handgemenges in den Darromeree See gestürzt, ein Umstand, dem er sein Leben verdankte. So konnte er sich absetzen und infolge ungesehen flüchten. Seither wandelt Vlad Zilvalkar im Verborgenen und sucht nach ehemaligen Günstlingen und Vertrauten seines Herrn.

Die Elfe Vialena konnte er ein paar Monde später ausfindig machen. Mit ihr hatte er die Exilregierung unter dem Banner des orangenen Raben gegründet, verbunden mit dem Ziel, eines Tages Ignaz Waldemar Zimmerer aus seinem Kerker in Nordend befreien zu können. Die geschickte Assassine wusste ihre Klingen aus dem Schatten heraus einzusetzen und war seine symbolisierte Stütze bei seinem ambitionierten Vorhaben. Der Nekromant wusste, dass sie nicht nur die Sehnsucht nach ihrem Ziehvater antrieb, sondern genauso der Hass auf ihre einstige Gefährtin Khelperetocs Durand. Gemeinsam hatten sie eine Mannschaft der Blutsegelbukaniere als Unterstützung angeheuert, wie gut das Vlad Zilvalkar von dem geheimen Bankschließfach seines Herrn im Kraulsumpf wusste. Und dort war der sinistre Nekromant auf die Dunkeleisenzwergin Gunhild Aggram gestoßen. Die Söldnerin konnte er für gutes Gold anheuern. Während der Überfahrt nach Ratschet konnte sie auch den Wert ihrer Person unter Beweis stellen, als es zu einer Auseinandersetzung mit einem Kriegsschiff der Horde gekommen war. Furchtlos hatte Gunhild ihren Streitkolben geschwungen und Vlad Zilvalkar sowohl mit ihrem Schild als auch ihrem eigenen Leben geschützt.

Doch während dieser Auseinandersetzung waren dem Nekromanten noch zwei weitere Gestalten an Bord des Schiffes aufgefallen. Einerseits eine junge Schiffsmagierin der Blutsegelbukaniere. Dank ihrer Kenntnisse ob Wind und Wetter driftete das Hordenschiff vom Geschehen ab und der Nachschub an Enter-Einheiten war ausgeblieben. Und da war noch ein Worgen, der mit seinem Gewehr zielsicher den Feind in Schach gehalten hatte. Samira Albadin und Phineas McCrestor, so die Namen der Beiden.

Gemeinsam mit Vialena, Gunhild, Samira und Phineas würde Vlad Zilvalkar bald zu den Tausend Nadeln aufbrechen um einen der engsten Vertrauten von Ignaz Waldemar Zimmerer zu suchen. Er hatte eine vielversprechende Gruppe für diese Queste zusammengestellt. Endlich war man dem eigentlichen Ziel wieder einem Schritt näher. Doch Vlad Zilvalkar wusste sehr wohl, dass er vorsichtig agieren müsse. Agenten des Zirkels der schwarzen Sonne und des Kults der Verdammten waren ihm sicher schon auf den Fersen, ohne dass er sie bemerkte. Er lehnte sich zurück und leerte sein Glas Rotwein, während er die feiernden Gäste in der Taverne nachdenklich musterte.

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Gunhild
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Gedanken in Ratschet

Beitrag von Gunhild » Fr 22. Mär 2019, 09:39

Ratschet war nicht unbedingt ein Dorf nach Gunhilds Geschmack. Hier lungerten einfach zu viele Goblins herum und die jüngste kriegerische Auseinandersetzung zwischen Allianz und Horde hat viele misstrauisch werden lassen. Ungeachtet ob eine Stadt oder Gruppierung dabei neutral war. Gunhild war eine Dunkeleisenzwergin, ein Volk, welches wohl mit zahlreichen Vorurteilen belastet war. Entweder man gehört nun der Allianz an oder ist ein Mitglied des Schattenhammer Kults, so die gängige Meinung. Eine beschränkte Meinung. Gunhild leistete seit dem Sturz von Imperator Dagran Thaurissan einen Dienst als Söldnerin ab und schwang ihren Hammer schon für einige Dienstgeber. Während des Krieges gegen den Lichkönig kämpfte sie sogar im Dienst der Horde im ewigen Eis von Nordend. Das Dampfdruckkartell war ebenso ein wichtiger Auftraggeber für sie gewesen. Sie war das reisen so gewohnt wie wechselnde Auftraggeber und kannte nur wenige fixe Konstanten in ihrem Leben. Bier war eine davon.

Insgeheim sehnte sie sich jedoch nach Sicherheit und einer ehrbaren Aufgabe. Einst gehörte sie der persönlichen Leibwache von Imperator Dagran Thaurissan an. Die markante Gesichtstätowierung an ihren Backen zeugt noch heute von diesem anspruchsvollen Posten. Damals hatte sie diese Aufgabe mit Leidenschaft und Eifer ausgefüllt. Wohl ein Grund, weshalb sie noch heute die schwere Rüstung aus jener Zeit mit Stolz trägt. Sie hatte aufgesehen zu dem Herrscher ihres Volkes und war vollends von seiner Politik überzeugt gewesen. Als Helden der Allianz und der Horde den Schwarzfels gestürmt hatten, warf sie sich furchtlos in den Kampf um ihren Herrn zu schützen. Doch hatte sie seinen Tod nicht verhindern können. In Ketten hatte man sie gelegt und nach Orgrimmar verschifft. Dort hatte sich für sie die Möglichkeit aufgetan als Söldnerin zu dienen. Ihre Treue und Hingabe zu Dagran Thaurissan könnte ihr heute zum Verhängnis werden, und darum zog sie es nie in Erwägung in den Schwarzfels zurück zu kehren.

Gutes Gold und der Duft nach Abenteuer überzeugte sie jüngst davon in die Dienste eines dunklen Nekromanten zu treten. Und nun war sie hier in dieser grindigen Hafenstadt und bereitete sich für die Reise in die Tausend Nadeln vor. Mit weiteren Questadores würde sie bald gen Süden aufbrechen. Die Leerenelfe Vialena erzählte ihr von einem gewissen Lordkommandant Maldazzar, der sich dort versteckt halten sollte. Ihn galt es zu finden, denn ohne seinen Beitrag war an eine Befreiung des in Nordend eingekerkerten Ignaz Waldemar Zimmerers nicht zu denken. Man hatte Gunhild berichtet, dass Maldazzar einst die Armee des gestürzten Direktors der Scholomance befehligt hatte. Er schien ein genialer Taktiker und ergebener Diener Zimmerers zu sein. Gunhild war bereit dafür ihren Hammer zu schwingen und bis diese Unternehmung los ging würde sie sich mit dem faden Gesöff das man hier Bier schimpfte zufrieden geben.

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Gunhild
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Neulich im Brachland

Beitrag von Gunhild » Mo 25. Mär 2019, 08:04

Die pralle Sonne des Brachlands schien auf Gundhilds halb geschertes Haupt, während sie auf dem Dach des verlassenen Außenpostens hockte. Dabei kaute sie auf einem Grashalm herum und bog mühsam eine Delle aus ihrer Schulterrüstung. Singend verfluchte sie den mittlerweile toten Orc, der dies verbrochen hatte. Nun ja, er war nicht tot, nicht mehr tot, nicht ganz tot, wie auch immer. Ihr Auftraggeber, der Truchsess Vlad Zilvalkar, dieser dunkle Nekromant, hatte die Leiche des niedergestreckten Orcs mittels dunkler Magie erhoben. Gunhild hatte ihm während des Kampfs den Schädel mehrfach zertrümmert, einen entsprechenden Anblick bot der Untote nun. Er schlurfte vor dem Eingang des verlassenen Außenpostens hin und her. Die Dunkeleisenzwergin bedachte ihn hin und wieder mit einem Kieselstein, was den verfaulenden Corpus jedoch nicht mehr tangierte.

Während der Auseinandersetzung mit den Orcs hatte Gunhild feststellen müssen, dass sie und die Leerenelfe Vialena sich im Kampf gut ergänzten. Die Wendigkeit der graziösen Schönheit glich die träge Schwere ihres eigenen Kampfstils entsprechend aus. So hatten sie sich der Patrouille erfolgreich erwehren können. Insgeheim hegte Gunhild, ohne dies offen aussprechen zu würden, großes Interesse an dieser Unternehmung. In früheren Jahren waren ihr die Belange und Hintergründe ihrer Auftraggeber schlichtweg egal. Hauptsache am Ende des Mondes klimperte etwas Gold in der Tasche. Als Söldnerin hatte sie schon einige Schädel mit ihrem Hammer eingeschlagen und selten nachgefragt, warum es dazu gekommen ist. Doch diesmal war es anders. Wer war diese geheimnisvolle Gestalt mit dem vielsagenden Namen Ignaz Waldemar Zimmerer? Ihn galt es aus seinem eisigen Kerker in Nordend zu befreien, in welchem er von seinen eigenen Leuten inhaftiert worden war. Mittlerweile wusste sie, dass er der Kopf einer eigenen Dynastie war, der Scholomance als Direktor vorgestanden und einen Krieg in den Pestländern geführt hatte. Doch seinesgleichen brachte ihm den Niedergang und nicht sein verhasster Feind.

Vialena hat Gunhild zugesichert, wenn sie der Sache treu dienlich sein würde, dann würde sie auch Teil von etwas Großem werden. Sie würde belohnt werden und Ansehen genießen unter Jenen, die sich um den Raben, wie Zimmerer auch oft genannt wird, scharen. Dann wäre sie vielleicht mehr als eine heimatlose Söldnerin mit einschlägiger Vergangenheit. Dann wäre sie vielleicht eine ehrbare Kriegerin unter den Schwingen eines dunklen Raben.

Der Ruf des Nekromanten riss die Dunkeleisenzwergin aus ihren Gedanken. Der Aufbruch stand bevor. Nun würde man diese gewaltige Kluft im Brachland umschreiten und dann weiter gen Süden marschieren, wo man sich mit den anderen Questadores wieder traf. Gundhild war ausgeruht und motiviert, lediglich einer Sache schien sie nach zu sinnieren, nämlich gutem Bier!

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Die Rückkehr nach Ratschet

Beitrag von Gunhild » Di 9. Apr 2019, 13:31

Wer meinte im Brachland Sorge vor Angriffen oder Überfällen haben zu müssen, der kannte den eigentlichen Feind vor Ort nicht. Nämlich das Brachland selbst. Unsagbare, drückende Hitze, giftiges Getier und nicht zu vergessen die endlosen Weiten selbst. Und natürlich wurden hier auch schwelende Konflikte zwischen den verschiedensten Gruppierungen ausgetragen. Kurzum, kein Ort der Erholung.

Entsprechend gestaltete sich für Vlad Zilvalkar, Lord Maldazzar, Phineas Crestor, Samira Alabin, Vialena und Gundhild Aggram die Rückreise von den Tausend Nadeln nach Ratschet. Die kecke Schiffsmagierin Samira und der worgische Jäger Phineas waren erst nahe der Oase wieder zu den anderen gestoßen. Sie hatten die letzten Tage dafür Sorge getragen, falsche Spuren für etwaige Verfolger der Horde zu legen. Nur so konnten die Anderen unbehelligt in die Tausend Nadeln vordringen und Lord Maldazzar aus dem Lager des Schattenhammer Kults befreien. Mit der Rettung des ehemaligen militärischen Taktikers des Zimmerer Schattenreichs waren sie ihrem eigentlichen Ziel wesentlich nähergekommen. Maldazzar galt als Garant der Zimmerer Dynastie und war einst wesentlich am Aufbau des Schattenreichs beteiligt gewesen. Er war es, der die Armee der Finsternis ausgehoben und einsatzfähig gegen die Argentumdämmerung gemacht hatte. Maldazzar hatte während der Schlacht um die Darrowehr tapfer an der Seite seines Herrn gekämpft, dennoch konnte weder die drohende Niederlage abwenden, noch die Inhaftierung des Herrschers. Nach diesen Ereignissen hatte er sich als Rache Viona Ghelleger, der Intimfeindin des Zirkels der schwarzen Sonne, angeschlossen. Mit ihrem Scheitern war er vom Schattenhammer Kult als Verräter gebrandmarkt und festgesetzt werden. Nun verdankte er der neuen, selbsternannten Hand des Direktors Vialena, seine Rettung.

Der Fußmarsch zurück nach Ratschet gestaltete sich durch unwegsames Gelände, da man die Hauptstraßen sicherheitshalber mied. Vlad Zilvalkar war während der Queste verletzt worden und musste nun dauerhaft gestützt werden. Der Worgen Phineas und die stämmige Dunkeleisenzwergin Gunhild wechselten sich dafür ab. Am zweiten Tag der Rückreise musste Rast zwischen zwei großen Geröllsteinen gemacht werden. Die pralle Sonne drückte auf die Abenteurer herab und garantierte zusätzliche Ermüdungserscheinungen. Immerhin sorgte Samira für eine Erfrischung, als sie mittels Magie eine kleine Regenwolke herbeirief und diese ihr kühles Nass über der Gruppe frei gab. Nach einer mehrstündigen Rast zog die Gruppe weiter. Man beriet über das weitere Vorgehen und richtete sein Augenmerk auf den fernen Norden, genauer gesagt Nordend. Denn dort harrte Ignaz Waldemar Zimmerer, eingekerkert von seinesgleichen, dem Kult der Verdammten, in einem eingeschneiten Ziggurat. Ihn galt es zu befreien! Einerseits musste eine Reise zum eisigen Kontinent organisiert werden, andererseits weitere Helfer mobilisiert werden. Söldner, wie Gunhild eine war, waren teuer. Maldazzar hob den Wert ehemaliger Günstlinge hervor und empfahl nach Jenen zu suchen. Der Weg nach Ratschet war noch weit und so wurden viele Gedanken und Meinungen laut ausgesprochen.

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Questen in Ashzara

Beitrag von Gunhild » Do 2. Mai 2019, 15:38

Ashzara, eine verfallene Tempelruine im Nordosten des Landes. Die Archäologische Akademie unterhält dort eine kleine Grabungsstätte um mehr über die Vergangenheit dieser Region in Erfahrung zu bringen. Natürlich halten sich Gerüchte standhaft, die Akademie würde geborgene Artefakte verscheppern um der Kriegskasse der Horde beizusteuern. Gleich ob dies der Wahrheit entsprechen mag ist diese Unternehmung einer gewissen Person ein Dorn im Auge. Erzmagier Xylem, der in der nördlichen Gebirgskette in einem Turm lebt und einige Lehrlinge ausbildet, hegt selbst großes Interesse an diesem Fleck in Ashzara. Er vermutet, dass die Ruine einige sagenumwobene magische Objekte beherbergt. Der jüngste Besuch an seinem Turm und deren Anliegen kam ihm infolge sehr gelegen.

Die selbsternannte Exilregierung Darrowehr – Stratholme, kurzum die Anhänger und Vertrauten des Ignaz Waldemar Zimmerer. Jener Nekromant und ehemalige Direktor der Scholomance, welcher im eisigen Nordend interniert von seinesgleichen auf ein Wunder hofft. Und diese Gruppe wurde nun bei Xylem vorstellig, verbunden mit dem Wunsch nach einer besonderen Form der Unterstützung. Xylem soll sich einer untoten Elfe annehmen und deren mentale Verbindung zu einem Ash ari Kristall an der Darrowehr kappen. Er stimmte zu, nicht jedoch ohne Forderungen zu stellen. Eine davon war eine Auflistung von Quests. Und so kam es, dass die Leerenelfe Vialena und die Dunkeleisenzwergin Gunhild eben zu genau dieser Ruine aufgebrochen waren.

Während Vialena die Lage aus der sicheren Ferne auskundschaftete gelangte sie zu der Erkenntnis, dass jede Form von Guerilla Taktik oder anschleichen absolut keinen Sinn machen würde. Gunhild glich in ihrer schweren Rüstung einem gnomischen Miniaturpanzer. Mit zornerfülltem Gesichtsausdruck drehte sie ihren Streitkolben in der linken Hand, während sie in der rechten ihr Schild hochhielt. Die listige Vialena wollte gerade einen Plan vorschlagen, als Gunhild laut schreiend auf die Grabungsstätte zulief. Ehe sich die Elfe versah war der Kopf eines Sindorei bereits eingeschlagen, der kurz darauf blutüberströmt zu Boden taumelte. Gekonnt wehrte die Dunkeleisenzwergin einen Speerstich mit ihrem Schild ab und sah sich gleich mit zwei weiteren Wachen konfrontiert. Noch ehe sie sich organisieren konnte spuckte eine der Wachen Blut aus. Hinter ihm schoss Vialena mit gezogener Klinge hervor und wirbelte zum nächsten um. Erneut ergänzten sie sich gut, so wie schon zuvor im Brachland. Ein Schlag folgte dem Stich, Vialena wich den Schlägen aus und Gunhild blockte die Angriffe mit ihrem Schild. Stahl traf auf Stahl und wenige Augenblicke später war das Werk vollbracht. Die Forscher der Archäologischen Akademie waren allesamt tot.

Die erste Queste war ein Erfolg und siegreich kehrten die Beiden an Xylems Turm zurück. Sogleich zapfte Gunhild ein Fass Bier und füllte ihren Silberhumpen mit dem Inhalt. Sie war in Feierstimmung und konnte auch der dunklen Elfe ein Lächeln abringen.

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Gunhild
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Überzeugungsarbeit

Beitrag von Gunhild » Di 21. Mai 2019, 13:14

Der Morgen graute bereits und die See war ruhig. Die wenigen Wolken hatten sich vollends verzogen und so war der Blick über den Horizont hinaus klar. Zwei Schiffe segelten gen Osten. Eines davon unter der Flagge der Blutsegelbukaniere, das Andere, ein beschädigter Zerstörer der Allianz, fuhr unter einem unbekannten Symbol. Es zeigte einen grauen Raben auf orangenem Hintergrund. Die Fahne war hastig und ohne Zier bemalt worden und sollte lediglich zweckdienlich wirken.

Das von der Exilregierung Darrowehr gekaperte Allianzschiff wurde von vier Überläufern der geenterten Mannschaft betrieben. Es handelte sich um Matrosen, die den Wert ihres Lebens über Moral und Sold stellten. Bereits während des Gefechtes war ihnen klar geworden, dass das Schiff verloren war und so hatten sie das Knie vor jener Frau gebeugt, die für die Eroberung verantwortlich war. Vialena, selbsternannte Hand des Direktors Ignaz W. Zimmerer und Anführerin der Exilregierung Darrowehr. Nun steuerten beide Schiffe den Hafen von Quel Danas an um dort Reparaturen vornehmen zu lassen. Derweil kümmerte sich die Dunkeleisenzwergin Gunhild um notdürftige Instandsetzungen an Bord, was zusehends für Nervosität unter den ehemaligen Allianz Matrosen sorgte. Sie hatten miterlebt, mit welcher Vehemenz und Brutalität die kleine, rothaarige Söldnerin auf ihre Feinde losgegangen war. Ihren Kameraden waren die Schädel wie pralle Melonen eingeschlagen worden. Jedem Hieb war ein noch schwerer Hieb gefolgt. Und nun schlug sie mit derselben Härte Nägel in die Holzplanken ein und summte dabei derbe Zwergenvolkslieder. Einer der Matrosen bedachte sie mit undeutbare Blicke, welche Gundhild auffielen.

Gundhild: Was klotztn so?

Gert: Hab noch nie eine Dunkeleisen aus nächster Nähe gesehen.

Gunhild: Krall dir lieber nen Hammer und schlag da obn nen paar Nägl ein, dort reich ich net rauf.

Gert: Unter welcher Flagge kämpfst du? Wer sind diese zwielichtigen Gestalten?

Gunhild: Die Elfe und die zwei Zauberer sind die Anführer dieser Unternehmung, die Exilregierung Darrowehr. Ihr Ziel, und jetzt auch das eure, ist es einen eingekerkerten Zauberer aus Nordend zu befrein. Ich bin ne freie Söldnerin, die bezahln mich gut.

Gert: Die Elfe weiß auf jeden Fall überzeugend zu reden.

Gunhild: Hör zu, wenn du uns hintergehst oder abhaust, bist du so gut wie erledigt. Ich hab die Elfe kämpfn sehn, die is schneller als ihr eigener Schattn. Sie is überall und nirgends und wennst ruhig einschläfst wachst nächstn Morgn mit nem Dolch am Hals auf. Guter Ratschlag, akzeptier wie es is und wer weiß, vielleicht wird deine und eure Loyalität noch mal belohnt.

Gert: Aber erklär mir bitte wie der Kampf abgelaufen ist? Unsere Leute fielen um wie die Fliegen und euer Schiff bewegte sich unnatürlich schnell über die Wasseroberfläche.

Gunhild: Wir haben ne Schiffsmagierin an Bord, die Wind und Wetter beherrscht wenns drauf ankommt. Und der Flohbeutel von Worgen is mit seiner Flinte ziemlich treffsicher. Du kannst Teil der Truppe werdn, denk dran. Is sicher besser für dich als wenn wir dich über Bordn werfn müssn.

Nach Abschluss der notdürftigen Reparaturen lud Gunhild die vier Überläufer auf ein Fass Bier ein. Während die Humpen gehoben wurden erzählte man sich Geschichten und Heldentaten aus früheren Tagen.

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Die Schlacht um die Tempelstadt von En kilah

Beitrag von Gunhild » Do 6. Jun 2019, 13:09

Rings um Gunhild tobte die Schlacht und für einen Moment wirkte es auf sie, als würde die Zeit anhalten. Ein orcischer Krieger zertrümmerte mit seinem Streitkolben den Helm eines Skelettsoldaten, während ein Speer, geworfen von einem Sindorei, knapp an ihrem Kopf vorbei zischte. Ein Ghul und ein weiterer stürzten sich auf sie, mit Müh und Not konnte sie gerade noch rechtzeitig ihr Schild hochziehen. Seelenlose Augen starrten durch sie hindurch, während sie zu einem Schlag ausholte. Kurz darauf benetzte grüne Eitermasse ihre dunkelgraue Haut und der Ghul kippte bewegungslos vorne über. Schläge trommelten auf ihr Schild ein, während sich die mutige Dunkeleisenzwergin suchend umsah. Vialena, wo war ihre Herrin? Aus den Tuskarr, die in Richtung der großen Treppe drängten, hob sie sich nicht hervor. Unter den Sindorei war sie ebenso wenig auszumachen. Dort! Dort, nahe einer Belagerungsmaschine des Kults der Verdammten, saß sie stramm auf ihrem schwarzen Ross und schlug auf zwei Soldaten ein. Gunhild bemühte sich zu ihr aufzuschließen, als Leibwache galt ihre Aufmerksameit ihrer Herrin. Sie war nun keine Söldnerin mehr, sie kämpfte nun unter der Flagge des Raben auf orangenem Grund. In Quel Danas hatte sie Vialena Selina Thal´dron die Treue geschworen und das Knie gebeugt. Seither stritt sie für die Fürst-gräfliche Exilregierung und für die Befreiung des hier in der Tempelstadt von Enkilah internierten Ignaz Waldemar Zimmerer.

Doch all ihr Bemühen zu Vialena vorzudringen blieb erfolglos. Jedem niedergestrecktem Ghul folgten zwei Neue. Die Dunkeleisenzwergin mit dem markanten Irokesenhaarschnitt schnaubte, tobte und fluchte vor sich hin, während sie ihren Streitkolben schwang. Schließlich kam Bewegung in das Schlachtgetümmel. Soldaten der Horde drängten vor und die Tuskarr taten es ihnen gleich. Selbst eine kolossale Monstrosität, die sich schlurfend über die Treppe herabwand, ging taumelnd zu Boden. Der Sieg war nahe! Die Nekromanten zogen sich zu dem nördlichen Ziggurat zurück. Typisch Lebende, in Anbetracht der Niederlage verließ sie der Mut. Ihre geschaffenen, untoten Geschöpfe hingegen kämpften aussichtslos weiter. Sie kannten weder Angst noch Furcht.

Der gesamte Kampf hatte etwa zwei Kerzenlängen angedauert und war mit einem Luftangriff von Gunhild auf einem Greifen eröffnet worden. Mit Brandbomben war es ihr gelungen, die Wehrgeschützte auszuschalten und die Reihen der Elite-Skelettkrieger zu dünnen. Zwar war ihr Greif dabei abgeschossen worden, und sie war infolge zu einer Bruchlandung gezwungen worden, doch hatte sie enormen Schaden in der Tempelstadt anrichten können. Die vom Sindorei Sor´ien angeheuerten Horde-Soldaten und die von Lordkommandant Maldazzar durch süße Worte manipulierten Tuskarr waren darauf hin hinter Vialena in die Tempelstadt gestürmt. Die Schiffsmagierin Samira Alabin hatte nachrückende Ghule mittels eines Blizzards verlangsamt, die dann kurzerhand vom Worgen Phineas mit seinem Gewehr niedergeschossen worden waren. Der große Sieg wurde lediglich von einer einzigen Sache gedämpft. Die Nekromanten hatten gerade noch rechtzeitig den Eingang des Ziggurats mit einer massiven Saronit-Falltür versiegeln können. Nun lag es an Gunhild diese Falltür mit ihren Kenntnissen zu durchbrechen. Sie räumte Vialena gegenüber eine geschätzte Arbeitszeit von etwa einem Tag ein. Mit Hammer und Meißel widmete sie sich nun den gewaltigen Scharnieren der Falltür. Dann endlich würden sie zu ihrem Herrn und Meister, Ignaz Waldemar Zimmerer, vordringen können. Dann endlich würden sie den in ihren Augen rechtmäßigen Grafen von Darrowehr – Stratholme aus den Fängen des verräterischen Kults der Verdammten befreien können. Dann endlich würden sie unter der Flagge des Raben aus Alterac ein neues Zeitalter einläuten und teil haben an seinem Ruhm und Glanz! Während Gunhild mit der Arbeit begann, verließen die angeheuerten Horde-Soldaten das Schlachtfeld. Sie waren unter falschen Versprechungen hergeführt worden und nur der ruhmreiche Sieg hielt sich von etwaigen Maßnahmen ab. Die Tuskarr sahen in Vialena gar eine Art Göttin, die sie vom Abschaum des widerlichen Kults befreit hatte. Nun hieß es warten, warten auf die große Stunde der Befreiung.

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Träume

Beitrag von Gunhild » Do 25. Jul 2019, 11:40

Die schweren, mit Eisen beschlagenen Stiefel versanken tief im immerwährenden Schnee Nordends. Mühsam stapfte eine kleine Gestalt auf eine verschneite Anhöhe und nutzte dafür gar einen Hammer als Stütze. Sie trug schwere Rüstung, ein Kettenhemd und eisernen Schulterschutz. Da waren lediglich zwei Punkte die an ihr optisch herausstachen, nämlich ein roter Haarschopf und ein orangener Wappenrock.

Gunhild Aggram, jüngst zur Ritterin des gegründeten Schattenreichs Neu-Alterac geschlagen, stand auf der verschneiten Anhöhe und überblickte das Treiben in den Ruinen des Dorfes unter ihr. Die Häuser waren im Aufbau begriffen, mussten von Schnee und Eis befreit werden. Aus der öden Verwüstung hob sich das Banner des doppelköpfigen Raben hervor, das wild im polaren Wind Nordends flatterte. Auf Gunhild wirkte es, als würde das Symbol des Hauses Zimmerer leben und seinen Untergebenen Befehle zu krächzen. Denn diese hatten bereits mit dem Wiederaufbau des Dorfes begonnen und dies trotz mangelnder Rohstoffe, Werkzeug und Ausrüstung. Es fehlte an Allem, nur Schnee gab es im Überfluss, der zu Trinkwasser geschmolzen wurde. Die mutige Dunkeleisenzwergin fühlte sich für den Schutz der Siedlung verantwortlich und befehligte die übergelaufene Garde der Sindorei. Diese sorgten auch für die Ordnung innerhalb des bunt zusammengewürfelten Haufens, der sich Ignaz Waldemar Zimmerer angeschlossen hatte. Immer weider kam es zu Auseinandersetzungen, denn Hunger war so allgegenwärtig wie die Angst vor Feind, Wind und Wetter.

Während sie auf der Anhöhe stand hing Gunhild ihrer Gedanken nach, ja ihren Träumen. Sie war zur Ritterin eines aufstrebenden Reiches geschlagen worden. Eine Ehre solchen Ausmaßes war ihr nur einmal im Leben zuteil geworden, nämlich als man sie zur Leibgarde von Imperator Thaurissan berufen hatte. Das war lange her! Jetzt unterstand sie Ignaz Waldemar Zimmerer, der sich in der Nachfolge des einstigen Reiches Alterac sah. Sie würde sein Militär befehligen und zum Sieg führen. Genau zwei Vorhaben wollte sie dafür umsetzen.

Als erstes würde sie Kontakt zu einem alten Söldnerfreund aufnehmen. Er gehörte einst einer kampfstarken Truppe an, die sich selbst die "Zinnober Kompanie" nannte und im Krieg gegen den Lichkönig kämpfte. Es waren tapfere Söldner, die der Allianz nahe standen, nach dem Krieg diese enge Verbindung jedoch lösten. Gunhild hoffte, die Zinnober Kompanie existiere noch und falls dem so wäre, dann würde sie Alles daran setzen, diese mutigen Schergen für das Schattenreich zu gewinnen. Da sie einst selbst unter Sold stand kannte sie viele namhafte Anführer aus alten Tagen, die am Rande der Gesellschaft wandelten.

Ihr zweites Ziel war es, ihr altes Handwerk wieder auszuüben. Gunhild war Schmiedemeisterin und konstruierte einst die Plattenrüstungen für die Thaurissan Leibgarde. In ihr keimte die Vorstellung, Untote mit auf die Gebeine aufgeschlagene Eisenkonstruktionen zu verstärken. Ghule, die Rüstungsteile direkt am Leib verankert trugen, Waffen statt Arme vorwiesen oder gar ganze Körperteile ersetzt hatten. Für ihren Herrn wollte sie Architektin und Bauherrin einer schlagkräftigen Armee aus Lebenden und Untoten werden. Sie würde an der Spitze einer Armee stehen, wie sie Azeroth noch nie gesehen hatte. Und wenn ihr Traum wahr werden sollte und das Schattenreich in Frieden gedeihe, dann würde sie ihren Streitkolben niederlegen und als erste Zunftmeisterin eine Bierbrauerei eröffnen. In ihren Gedanken sah sie sich bereits in ihrer eigenen Taverne, lachend einen Humpen in der Hand und selbst die beste Kundin des Tages. Sie lächelte, wohl wissend, dass es noch ein weiter Weg bis dorthin sein würde.

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Geschenk von Übersee

Beitrag von Gunhild » Fr 9. Aug 2019, 18:00

In jenen Tagen schritt die Instandsetzung der zerstörten Gebäude von Neu-Herdweiler voran. Erste Rohstoffe und Arbeiter des angeheuerten Dampfdruck Kartells erreichten die Küste der Drachenöde und unterstützten die Anhänger von Ignaz Waldemar Zimmerer bei dem Aufbau der Stadt. Trotz zahlreicher Herausforderungen kam Bewegung ins Spiel und was ebenso folgte war die Motivation. Der Worgen Phineas war mit der Jagd im Umland beauftragt worden, damit die Grundversorgung der Untergebenen gewährleistet werden konnte. Obendrein wurde aus den Fellen der erlegten Wildtiere winterfeste Kleidung hergestellt. Die Dunkeleisenzwergin Gunhild sicherte die Grenzen der Siedlung nach bestem Wissen und Gewissen und pflegte hierbei den engen Kontakt zu den Sindorei Soldaten. Wenngleich diese der kecken Dunkeleisenzwergin noch immer ein wenig misstrauten, konnten sie sich ihrem Witz und Humor nicht entziehen. Die ehemalige Blutsegelbukanierin Samira Alabin widmete sich ihrem arkanen Studium mit großem Eifer und Interesse. Auch sie war dabei ihre Rolle im neuen Schattenreich zu finden.

An jenem Nachmittag hielten Gunhild und Leutnant Sorien von den Sindorei eine Lagebesprechung auf den Zinnen der ruinenhaften Burg ab. Sie diskutierten über etwaige Verteidigungsmöglichkeiten, Logistik und die Sicherung von Nachschubwegen. Während die Dunkeleisenzwergin Richtung Nordend herum deutete, richtete sich Soriens Blick plötzlich gen Himmel. Er konnte einen dunklen Punkt unterhalb der grauen Wolkendecke ausmachen, der sich langsam näherte. War es eine Möwe? Wenn ja, hielt sie direkt auf die Ruinen von Neu-Herdweiler zu. Er tippte Gunhild auf die Schulter und deutete hoch, als sich der Punkt weiter näherte. Sorien schrak auf, als er zwei vogelartige Geschöpfe ausmachte, die sich abmühten, ein kleines Fass zu transportieren. Es war wohl kaum höher als einen halben Schritt. Gunhild rief den Alarm aus, während Sorien davon eilte um seinen Bogen zu holen. Doch es war bereits zu spät. Es waren untote Vögel und direkt über dem künftigen Marktplatz ließen sie das Fass fallen. Krach! Welch grausiger Anblick, als das Gefäß seinen krabbelnden Inhalt preis gaben. Käfer, Würmer, Fliegen, Ratten und sie waren alle ihres Lebens beraubt worden. Mit einem widernatürlichen Leuchten in den Augen bahnten sie sich ihren Weg zu den Lebenden in der Siedlung. Das faulende Gezücht fiel über die Arbeiter her und sorgte kurzerhand für enormes Chaos. Schreie erfüllten die Luft, Schauder erfasste die Herzen der Lebenden und planlos liefen sie hin und her. Obwohl dieses untote Aas kaum Schaden anrichtete, lag der Effekt klar auf der Hand. Dieser Anschlag sollte die Bürger des Schattenreich schlichtweg demoralisieren. Und es dauerte Stunden bis man dieser Plage schließlich Herr wurde.

Schließlich trat Gunhild an die Trümmer des kleines Fass heran und inspizierte diese Überreste. An einem Holzstück befestigt fand sie ein Blatt Pergament, welches sie sogleich las. Kurzum eilte sie damit zum Herzog. Ignaz Waldemar Zimmerer stand vor dem Burgtor seines künftigen Domizils und bewertete das Ausmaß des Schadens, als ihn Gunhild keuchend erreichte. Nach einer hastigen Verbeugung übergab sie ihm das Blatt Pergament. Der Herzog rollte es auf und las jene Zeile: Mit besten Grüßen von deiner geliebten Tochter!

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