Der Berg ruft

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Groschka
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Der Berg ruft

Beitrag von Groschka » Sa 23. Feb 2019, 14:49

1. Dez 2016, 15:04
Greham hat geschrieben:Mit polterndem Krachen schwang Kalf sich auf den Kutschbock des Wagens hinauf. Das stabile Gefährt transportiere regelmäßig Waren, die das Gewicht des Zwergen um ein wenig übertrafen, so machte er sich keine Sorgen, alsbald durchgebrochen auf der Achse zu sitzen. Er nahm die Zügel in die Hand und zog sie einen Moment ein wenig straff. Die vorgespannten Widder scharrten kurz mit den Hufen und blökten, gestört in ihrem Mittagessen, machten sich aber bereit für den Aufbruch.
Ein Blick über die Schulter verriet Kalf, dass auch die beiden anderen Transportkarren bereit waren. Sie waren allesamt mit kleinen Bergen aus Gütern befüllt. Spenden der Bevölkerung Sturmwinds. Es tat gut zu sehen, dass es soviele gab, die für ihre Leute einstanden. Kalf lebte nun schon viele Jahre unter den Menschen, aber so nahe sich ihre Völker auch standen, so unterschiedlich waren sie doch oftmals in Auffassung und Denkweise. Da fiel es ihm manchmal schwer nachzuvollziehen, warum gewisse Dinge getan wurden und warum eben nicht.

Mit gebrummtem Schulterzucken machte der Zwerg sich dann bereit. Bevor es jedoch losgehen konnte, entzündete er seine Pfeife. In einem altgedienten Ritual stopfte er das Pfeifenkraut, genoss seinen Duft und ließ es schließlich aufflammen. Eine Tätigkeit, die man in ein oder zwei kurzen Sätzen niederschreiben könnte, wenn man denn wollte! Kalf allerdings nahm sich dafür gerne Zeit und die hintere Reihe wurde langsam ungeduldig, denn der Weg hinauf nach Leuenschein war immerhin auch kein Kinderspiel. Vor allem derart beladen. "Kommt mal wieder runter!" Rief er nach hinten. "Ich bin ja schon soweit!" Damit paffte er genüsslich, brabbelte noch ein leises "Die Milchbärte können nichmal drei Sekunden warten.." und ließ die Zügel knallen.

Ihr Weg führte sie rasch aus der Stadt hinaus und vorbei an den Höfen im nahen Wald. An den getrampelten Wegen neben dem See rumpelten sie dahin und konnten in der Ferne sogar das Anwesen der Bruderschaft erkennen, bevor sie von Bäumen umgeben den Bergen näher kamen. Über die Wagen hinweg wurde viel gelacht, Geschichten erzählt und Lieder gesunden. Das dumpfe, kehlige Grollen der Zwerge hallte zwischen kahlen Ästen und verlaubten Büschen wieder. Immerhin hielt ja der Winter Einzug und die Oberwelt stellte sich darauf ein. Wo er Leute kannte, die sich jetzt bereits in dicke Mäntel hüllten, war dieses Wetter für ihn nicht mehr als ein laues Lüftchen, dass er im Grunde sehr begrüßte.
Mittlerweile hatten sie die Bergpfade erreicht und erklommen den Weg nach Leuenschein. Die Widder legten sich ordentlich ins Zeug. Ins .. Zaumzeug. Als Kalf das klar wurde begann er zu lachen. Ers in gebührender Lautstärke. Abgehackt, aber deutlich. Dann durchgängig, nachdem der Sinn des Wortspieles sich gesetzt hatte. Er teilte ihn mit seinen Kameraden, die jedoch etwas verhalten reagierten. Humor war eben nichts für jeden. Banausen.

Die Vegetation nahm an den Hängen merklich ab. Zog sich der Wald anfangs noch etwas die Steige hinauf, sahen sie nun nur noch robuste Büsche und Sträucher, die Wind und Witterung trotzen konnten. In angemessener Entfernung sah ihnen ein Kobold bei ihrem Aufstieg zu, der aber rasch verschwand, als sie ihm unzüchtige Dinge mit seiner Kerze vorwarfen. Man konnte sagen, dass dieser Ausflug doch recht gut verlief. "Also los Jungs, Endspurt! Auf zum Vogt mit der Lieferung!"
17. Mai 2017, 19:44
Greham hat geschrieben:"Verdammter...!"
"Kalf Silberbart! Ich rate dir, verkneife dir den Fluch, der dir auf der Zunge liegt, wie das furzen in der Kapelle!"
"... ja Schatz..."

Mit gesenktem Kopf und wackelndem Bart brummte Kalf leise vor sich her. Er hatte sich einen Holzbalken auf den Zeh geworfen und es gab und gibt kaum einen schlimmeren Schmerz, als sich den Zeh zu stoßen. Frauen konnten diese Leiden einfach nicht recht nachvollziehen!
Mit theatralischem, selbstmitleidigem Seufzen tupfte sich der stämmige Zwerg Schweiß von der Stirn und erklomm die kleine Erhöhung, auf die er zugestrebt hatte. Den Balken ließ er ersteinmal liegen. Keine schlimmere Schmach für den Feind, als ihn zu ignorieren...

Kalfs Blick fiel auf die weiträumige Baustelle, die seine Klansleute in den letzten Wochen im Osten Leuenscheins errichtet hatten. Die Hügel am Fuß der Gebirge eigneten sich hervorragend für den Bau von Behausungen, Werkstätten und allerlei Nützlichem, wenn man nur genügend Enthusiasmus und Muskelschmalz mitbrachte, die erdachten Ideen auch umzusetzen. Hier entstand eine neue Siedlung. Eine Zukunft für viele Erzfinder, die in Khaz Modan zunehmend unzufriedener wurden, die ein Abenteuer suchten, eine Herausforderung, oder der Verbrüderung mit den Dunkeleisenzwergen entgehen wollten.

Jeden Tag wurden Rohstoffe und Baumaterial herangekarrt, jeden Tag die Pfade und Gerüste erweitert. Knapp drei Dutzend Seelen arbeiteten in beständiger Routine, um sich hier und unter dem Blicke der Herrin Steinschlag und ihres Verwalters Sir Glourcester, eine neue Heimat zu errichten. Noch mussten Zelte und stabile, aber einfach gezimmerte Bauten als Behausung herhalten, doch es ging gut voran und bald schon konnte ein erstes Gebäude bezogen werden.

Es ging voran!

30. Mai 2017, 20:55

Greham hat geschrieben:Das rhythmische, beinahe melodische Klingen von Hammer und Amboss hallte durch die kleine Siedlung. Die überdachte, wandfreie Schmiede war eines der ersten Gebäude, welches hochgezogen worden war. Mittlerweile lief sie in beinahe unablässigem Betrieb, denn es wurden stets Nägel und Scharniere benötigten. Klemmen, Klammern und Riegel und noch soviele andere unerlässliche Dinge für den Hausbau.

Nach vielen Wochen waren die ersten wohnbaren Kammern fertig gestellt und in die Hügel integriert. Der Beginn einer kleinen Straße verlor sich in Trampelpfaden, die von einer Baustelle zur nächsten führten und auf denen geschäftiges Treiben herrschte.
Zwerge schleppten Holz und Stein voran, zogen es in Karren umher oder beluden blökende Widder damit. Eine Vorratskammer war ebenfalls errichtet und durch diverse Nudelhölzer und Hackebeile gut bewacht. Alles in allem ging es voran.

"Gut das wir so früh einen Brunnen gegraben haben!" Sagte rief einer.
"Gut wäre es, wenn er Bier führen würde!" Ein anderer. Darauf folgte Gelächter und dann kurze Stille.
"Hat jemand Bier?"
24. Jun 2017, 12:28
Greham hat geschrieben:Mit ächzendem Brummen setzte Kalf sich in den Unterstand, in der ungefähren Mitter ihre neuen Siedlung. Sie hatten einen Koordinationspunkt festgelegt und regelten von hier aus den Beginn und die Weiterführung jedes Bauvorhabens in der Umgebung.

Nach Monaten standen mittlerweile die ersten Gebäude. Familien hatten ihre neue Heimat würdig beziehen können und der Transport und Abtransport von Waren lief in akribisch geplanter Organisation. Niemand soll je behaupten, Zwerge wüssten nicht wie man baut!

An einem großen schwarzen Brett hing, neben unzähligen Konstruktionszeichnungen, architektonischen Entwürfen und anderen Bauplänen, eine Karte des Lehens von Leuenschein. Kalfs Blick fiel auf die Burg und den Sitz der Herrin Steinschlag. Ihm war klar, dass man interne Klansangelegenheiten in kleinem Kreis und mit den engsten Vertrauten zu regeln handhabte und ebenso verstand er, dass dies mitunter viel Zeit in Anspruch nehmen konnte. Dementsprechend blieb ihm nicht viel anderes übrig, als Sir Groschka zu vertrauen, dass sie ihn rief, wenn sie ihn brauchte. Und bei seinem Barte, er würde da sein.

Nun jedoch zündete der Zwerg sich zuersteinmal eine Pfeife an. Eine routinierte Geste, aus der man viel Ruhe schöpfen konnte, wenn man diese wenigen Handgriffe zu schätzen wusste. Als sich unter dem Zelt langsam kräuselnder Pfeifenrauch ausbreitete, schmatzte Kalf zufrieden und griff zu einem Bündel sorgsam verpackter und geschnürter Papiere. Kopien der Berichte aus dem Dämmerwald, die Sir Alynia Vanth erreicht hatten. Wie versprochen würde er sie sich ansehen und begann zu lesen.

Immer wieder stieß Kalf besorgte Brummlaute aus. Die buschigen Augenbrauen hatten sich zusehends zu einer haarigen Wurst zusammen gezogen, während er den Ausführungen von Avalora Sternenstaub folgte und sich ganz zum Schluss die beiliegende Karte ansah. Eine ganze Weile brütete er über den Schilderungen, vor allem aber über der Karte.
Die Sonne begann bereits unterzugehen und die Arbeiten waren für den heutigen Tag beendet. Die Erzfinder-Zwerge machten sich daran, den Abend zu begießen. Sie aßen, tranken und lachten, doch das alles nahm Kalf nur am Rande wahr. Schlussendlich zog er sich Feder, Tinte und Papier heran. Er verfasste eine Antwort in kantiger, allgemeiner Schrift und warf auch dabei immer wieder einen Blick auf die Unterlagen vor ihm. Schließlich, als er geendet hatte, schob er den Brief in einen Umschlag, siegelte ihn und pfiff einen noch recht jungen Zwerg, mit kurzem Bart heran.

"Brundir, dieser Brief hier muss zum Elfenhain im Dämmerwald."
"Was? Das ist ja ewig weit weg!"
"Ich weiss. Nimm dir einen Widder und reite los. Aber bleib auf den Wegen und halte dich im Licht, klar? Reise im Wald nur am Tage. Keinesfalls in der Nacht. Hast du verstanden?"
"Ja..."

Der junge Zwerg wirkte nicht begeistert, tat jedoch wie geheißen. Er übernahm das Schreiben, wandte sich um und machte sich auf den Weg.
16. Aug 2017, 19:05
Greham hat geschrieben:Der Abend zog heran, als Kalf nach Osthügel zurückkehrte. Die Siedlung an den östlichen Hügeln Leuenscheins hatte mittlerweile einen Namen erhalten. Dieser war, zugegebenermaßen, in der allgemeinen Sprache nicht sonderlich einfallsreich, aber der zwergische Ausdruck erinnerte offenbar an eine Kaffeesorte. Es war ein einfacher, guter Name für einfache, gute Leute.

Hinter den ersten angelegten Straßen und Gässchen hörte Kalf die Geräusche eines belebten Ortes. Gelächter und Gespräche, den Klang von fröhlichen Geigen und Gesang. Er freute sich auf einen kühlen Schluck und einen ruhigen Moment, um die Füße hochlegen zu können. Grade als er um die Ecke bog, wurde es still.
Ein kleiner Vorplatz war gefüllt mit Leuten und ein alter Zwerg stieg auf ein Fass. Sein langer, beinahe schlohweißer Bart war länger als der Alte selbst es war. In der einen Hand hielt er einen mächtigen Hammer, in der anderen einen beinahe ebenso mächtigen Bierkrug.

"Meine Freunde...," tönte der Alte mit kräftiger Stimme.

"Unser Weg hierher war lang. Das wissen wir. Wir haben viel Arbeit investiert, uns ein neues Heim zu errichten. Wir haben noch viel zu tun und noch einiges, das fertig gestellt werden will, doch heute feiern wir. Das Gasthaus ist fertig und will eingeweiht werden!"

Damit sprang der Alte von seinem Fass, erstaunlich agil für dieses hohe Alter, und brach mit einem gezielten Hammerschlag das erste Fass an. Jubel brandete auf. Krüge wurden erhoben und auch Kalf bekam alsbald einen in die Hand gedrückt. Zeit für einen Schluck!

24. Sep 2017, 14:44
Greham hat geschrieben:Seit Wochen schon dröhnte der Klang geschäftigen Treibens durch Osthügel hindurch. Die Zwerge der Erzfinder waren nicht untätig, denn obschon es ihnen an kriegerischem Geschick mangeln mochte, hielten sie es mit ihrer Handwerkskunst und händlerischem Tatendrang. Mittlerweile waren unterirdische Lager eingerichtet worden. Gut isoliert, trocken und sicher vor Ungeziefer. Vorräte an Lebensmitteln aller Art wurden zurückgelegt, Bier und Wein, Schnaps und Whisky und viele andere Alkoholika gehortet.
Für die Wasserversorgung war eigens ein Brunnenschacht ins Erdreich getrieben und zumindest ein weiterer sollte noch folgen. Das kleine Stück Land das man ihnen zur Verfügung gestellt hatte, nahm Form an und die Zwerge waren kundig darin, sich dem Land anzupassen. Von oben betrachtet würde es einem einfachen Blick schwer fallen, hier mehr zu sehen als einige Hügelkämme, Wiesen oder mit Moos überzogene Felsbrocken, denn die Gebäude waren in die Erhebungen hinein gebaut, verstärkt und errichtet worden. Nur die Straßen und Fußwege zwischen den Hügeln und die vereinzelten Häuschen und Ställe ließen erahnen, das sich hier mehr verbarg.

Kam man jedoch auf altmodische Art, nämlich einfach per Landweg, so war offensichtlich, was bereits geschaffen wurde und überall kündigten Baustellen von neuen Herausforderungen, die es alsbald zu meistern galt. Kleine steinerne Markierungen, taktisch platziert, gaben Auskunft über die ersten Siedlungsgrenzen. Natürlich alles im Rahmen der Absprachen mit den Landesherren. Niemand hier wollte Zorn erregen, oder Missgunst schüren.

Kalf genoss es ein jedes Mal erneut durch Osthügel zu spazieren. Die Arbeit der eigenen Hände zu sehen und zu wissen, was gemeinsam möglich war, hatte etwas erhebendes. Er fragte sich manchmal, ob es sich mit dem Glauben an das heilige Licht nicht ähnlich verhielt. Vertrauen und Sicherheit. Er brummte nachdenklich und trat anschließend jedoch unter das Halbdach einer offenen Schmiede.

"Grüße Meister Zweikling! Ich wollte sehen wie deine Arbeit vorangeht?"

Vor Kalf stand ein massiger Zwerg mit Schultern, die sogar breiter waren als seine eigenen und Muskeln, die man mit zwei Händen umfassen musste. Feuerrotes Haar wurde durch einen kurzen Zopf gebändigt, doch ein mächtiger, verzierter Bart bedeckte den freien Oberkörper.
Zweikling hatte ihm den Rücken zugewandt und konzentrierte sich ganz auf den Gegenstand auf der Werkbank vor ihm. Kalf kannte diese Körperhaltung bereits. Der Schmied würde nicht auf ihn reagieren, egal was er sagte und würde er versuchen ihn mit einer Geste auf sich aufmerksam zu machen, bekäme er eine gescheuert...
Nein, auf sowas hatte er keine Lust. Nicht nochmal. Also wartete er.

"Ich bin fertig." Knurrte der Schmied zufrieden. Er wandte sich zu Kalf um und hielt in seinen Händen einen Helm. Doch es war nicht einfach nur irgendein Helm. Dieser hier war auf hochglanz poliert und reflektierte das Licht der Esse. Es schien beinahe, als würde er golden aufleuchten. Kalfs buschige Augenbrauen hoben sich an. Verzierungen, Verschluss, Passform, alles genau so, wie er es angegeben hatte. Keinem Zwerg würde dieser Helm passen. Dafür war er zu klein. Doch er war auch nicht für einen Zwerg bestimmt. Jedenfalls keinem körperlichen Zwerg.
Zweikling legte den Helm in eine mit Stroh gepolsterte Kiste, in der noch weitere Rüststücke lagen.

"Es ist Zeit sie zu überbringen, nicht wahr?" Die sonst so harsche Stimme des Schmieds klang ein wenig genügsamer. Er hatte seine Arbeit vollendet und schien sehr zufrieden mit sich selbst. Kalf nickte bloß, war mittlerweile ebenfalls an die Kiste herangetreten und bestaunte das Werk seines Freundes.

"Ja. Es ist Zeit."
9. Nov 2017, 16:52
Greham hat geschrieben:Kalf konnte seine Verwirrung nicht verbergen. Dazu muss eventuell gesagt sein, dass es dem gutmütigen Zwerg generell schwer fiel, nicht zu zeigen wie er sich fühlte. Nun jedoch war es kein Unbehagen, oder ein unbestimmtes Gefühl, dass ihm Verwirrung ins Gesicht schrieb, sondern das einfache Unverständniss zu sehen, was er dort eben sah. Er stand am Eingang der Siedlung Osthügel, die mittlerweile einen kleinen Erdwall als Verteidigungsmaßnahme erhalten hatte. Anderthalb Zwerge hoch und mit beginnender Aufrüstung konnte man diese kleine Wehranlage schon mit ein klein wenig Stolz betrachten. Kalfs Blick jedoch richtete sich auf eine Statue, die man hinter dem Tor aufgestellt hatte.
Sie ähnelte einem Krieger seines Volkes, aber in einer Rüstung, die er noch nie gesehen hatte. Sie wirkte irgendwie finster und bedrohlich und das Visier des Helms stellte eine Kampfmaske dar, die jedem Betrachter ins Gesicht zu schreien schien. Ein seltsamer Anblick. Ein verwirrender Anblick! Kalf hielt einen der Passanten an.

"Ho Bergur, sag einmal, was ist das da für ein Ding?"

"Kalf, mein Freund! Du bist zurück? Da wird Mina sich aber freuen! Ach.. du meinst die Statue?"

Bergur Eisenbeiß kam näher an Kalf heran und brummelte leise in seinen rabenschwarzen Bart hinein.

"Zweikling hat sie gemacht und dort hingepackt. Wir wollten sie ja eigentlich erst garnicht aufstellen weil.. naja.. du siehst es ja. Aber Zweikling sagte, er verdrischt jeden mit seinem Schmiedehammer, der dieses Kunstwerk auch nur anfasst."

Kalf hörte mit sich hebenden Brauen zu. Die buschigen Wülste bildeten schon alsbald einen dicken Strich, einer haarigen Raupe gleich. Bergur dagegen entzündete paffend seine Pfeife.

"Naja, du kennst ihn ja. Der macht das wahr. Also hat man ihm halt seinen Willen gelassen. Immerhin steht er ja auch fast Tag und Nacht an der Esse um für uns die Baumaterialien zu formen. Aber er ist schon eigenartig. Ich muss nun aber auch weiter, wir sehen uns und grüß deine Frau von mir!"

Während Bergur wieder seiner Wege zog, machte auch Kalf sich auf. In dem Monat auf Kreuzzug war auch hier einiges geschehen. Die Straßen innerhalb der Siedlung waren gefplastert, die Fassaden und Terassen der Häuser verziert und geschmückt. Hier und dort waren noch Reste von Schlotternachtsdekorationen zu sehen und manch einer bereitete sich schon auf das Pilgerfreudenfest vor. Noch immer erklang beständiges Hämmern, Sägen, Hacken und Schippen, doch vermehrt gepaart mit fröhlichen Gesprächen, Gelächter und dem Lachen und Quiecken spielender Kinder. Kalf musste soeben auch einer schar kleiner Zwerge ausweichen, die in ihrem Spiel nicht auf den Weg achteten und beinahe in ihn hineingerannt wären. Er war froh und steuerte aber ersteinmal auf die Schmiede zu.
"Nenne die Dinge beim Namen, Huren aber nenne Damen. Denn sie haben es schon schwer genug und ein kleines bisschen Höflichkeit schadet nicht." ~ Arliden

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