Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

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Oderike
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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » So 3. Feb 2019, 16:38

Oderike saß nach der Frühmesse auf ihrem noch immer liebsten Ort mit samt ihrem pelzigen Freund und sah herunter zu ihren Ordensbrüdern und Schwestern mit einem Lächeln und verfolgte mit den Augen jene Gestalten die für sie so wichtig geworden waren wie kaum ein anderer.
Es war nicht so, das andere es nicht auch waren doch auf andere Art und dieser Orden hatte weit mehr getan wie ihr zu helfen. Jenem knurrendem Menschen, der niemanden wirklich an sich heranließ und so gar nichts wollte außer zu kämpfen für das Recht, das Gesetz und unbewusst auch für das Licht.

Heute würden sie wieder losziehen um zu kämpfen und das nicht auf dieser Welt, sondern auf jenem grünen Planeten der wie eine giftige grüne Drohung am Himmel erschienen war. Überall wurden Sachen gepackt und letzte Arbeiten erledigt und eigentlich sollte sie helfen schon dabei, aber sie brauchte etwas Zeit noch um die letzten Wochen noch einmal zu durchdenken.

Licht, sie hatte es wahrlich herausgefordert und das sie sich gefügt hatte war schon ein halbes Wunder gewesen, wenn man bedachte das Aedan nicht anwesend gewesen war um ihren Dickschädel und ihr Temperament zu bremsen.

Was hatte sie auch einfach losrennen wollen um einem Ruf zu folgen der eh nicht existierte auf dieser Welt oder besser in der der Lebenden und dem Gefühl unbedingt jetzt es zu müssen nachgegeben. Wie oft hatte man es ihr gepredigt, dass Zeit dort keine Rolle spielte und allein reden und um Hilfe bitten der Schlüssel waren zu so vielem.

Sie hatte sich diese Wochen selbst eingebrockt und begriff nun wie wichtig diese Zeit gewesen war, ohne das ihr etwas passierte war oder man sie hatte gezwungen durchzuhalten und zu vertrauen allen.

Man hatte ihr einfach gesagt das sie dazubleiben hätte und nur bis zu den Stallungen sollte und das auch nur in Begleitung, selbst essen konnte sie nur wenn sie wen darum bat das man ihr half.
Licht was hatte sie mit sich gerungen und zwei Tage waren vergangen bis sie Pater Edward bat ihr etwas Suppe zu geben. Ihr zu helfen einfach anstatt vorm leeren Teller zu hocken und die mitfühlenden, aufmunternden Worte zu registrieren wider Willen.

Diesen Blick würde sie nie vergessen, ein Lächeln und irgendwie ein Verstehen und Freude das sie es getan hatte nicht mehr stur versuchte trotzig ihren Weg zu gehen um es auszusitzen allein.

Licht, sie verstand noch nicht was genau passiert war aber jeder dort unten hatte ihr geholfen und bei allem, mancher nur mit einem freundlichen Wort der Aufmunterung, andere mit alltäglichen Dingen die so zu etwas besonderem bewussten wurden. Was hatte sie gekämpft um jeden Schritt und doch der Gewinn machte all das Wert, sie hatte gelernt ihnen zu vertrauen und diese Wochen waren keine Strafe gewesen so im Rückblick. Nein, wirklich nicht sondern ein Geschenk und sie musste sich noch bedanken bei Mikael dafür, er war sehr ruhig geblieben und doch auch so ernst bei seiner Entscheidung dazu, als hätte er es gewusst und vielleicht war es auch so.

Immerhin hatte sie ihn erneut angeschrien und ein Stuhl war geflogen dabei in seine Richtung, nur weil er erklärte es gäbe wichtigeres als nun loszurennen und das allein zum bestimmt zehnten Mal, wenn nicht öfter es gewesen war.

Ihre Entscheidung würde es sein was passierte und niemand würde sie aufhalten doch es war einfach notwendig dass sie endlich etwas wirklich verstand und fühlte.

Gemeinschaft, Familie und so vieles mehr noch..

Unsichtbare Mauern von ihr selbst errichtet und Vertrauen, knurrendes langsames verstehen und eine breite Schulter die auch ihre Welt verändert hatten in so mancher Hinsicht bildeten die Basis und darauf war etwas gewachsen das sie nun mit einem Lächeln registrierte.

Sie mochte diese Brüder und Schwestern und würde bedenkenlos jeden von ihnen wohl um Hilfe bitten oder um Rat.
Kurz erspähte sie Aedans Schopf im Gedränge vor dem Haupthaus und sie nickte dem Kater zu:
„Er ist wieder da und ich werde ihn heil zurückbringen. Alle drei!“

Katzenaugen schauten sie prüfend an einen Moment und schlossen sich dann wieder. Sein Schützling war auf dem rechten Weg und er konnte die wenigen Sonnenstrahlen genießen um sein Frühstück zu verdauen.

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Oderike
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Verfasst am: 9. Nov 2017, 17:51



Zu Hause …war nicht nur ein Wort, es war so vieles mehr und seit sie von Argus wieder zurückgekehrt war, wurde jeder Tag mit einem innerlichen Lächeln begrüßt. Jeder Baum wurde immer noch am liebsten umarmt im Geiste und der Frieden im Orden tat sein Übriges.

Oderike saß auf ihrem Baumstumpf und schaute dem Training der Ordensbrüder und Schwestern zu, denn teilnehmen war nicht möglich, aber man konnte auch so etwas lernen. Bewegungen fließende Eleganz, das Spiel der Muskeln Training etwas Wunderbares, wie alles eigentlich, wenn man mit dem Herzen dabei war.

Mit dem Herzen …

Schmunzelnd sah sie auf das Buch in ihrem Schoß und ihre Gedanken wanderten zu jener Person die es ihr gebracht hatte samt diesen Pasteten, die einfach zu lecker gewesen waren und nicht nur ihr geschmeckt hatten. Rubio hatte wie stets ein winziges Häppchen abbekommen und dieses mit sichtlichem Behagen verputzt. Wobei der Überbringer ihre Konzentrationsversuche gründlichst zum Scheitern brachte und das so zuverlässig wie ein Uhrwerk.

Nicht dass es sie gestört hätte, nein wirklich nicht und wenn sie an den Stapel Bücher nun dachte die alle studiert werden mussten, die Übungen dazu dann war er geradezu ein Lichtblick und diese Ablenkung mehr wie willkommen.

Oderike versuchte erneut sich zu konzentrieren um den erforderlichen Lichtschutz um ein Gebüsch zu legen, doch da spazierte auch schon Rubio zu ihr hin und schnurrte auffordern sie an doch mitzukommen.
Das war natürlich wesentlich interessanter als die Übung und so schnappte sich Oderike ihren Stock und hinkte mit dem Kater zum See in Richtung Wasserfall um dort gemeinsam mit ihm den Vögeln zuzuschauen. Rubios Ohren zuckten ab und an dabei und jeder Vogellaut schien ihn in Jagdlaune zu versetzen. Lachend strich Oderike ihm über sein dichtes Fell:

„Du bekommst sie doch nicht da im Wasser!“

Der schräge empörte Blick des Katers war Antwort genug, sie hatte seine Konzentration gestört und brummend nickte sie ihm zu und nahm ihrerseits die Übung wieder auf nur war es diesmal ein anderes Gebüsch.









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Verfasst am: 19. Nov 2017, 10:56



Es war schon nach der Abendmesse als Oderike zum ersten Mal seit Argus wieder auf einen ihrer liebsten Plätze kletterte. Im Schutze der Dunkelheit zusammen mit Rubio, der diese Übung wesentlich leichter absolvierte und dabei keine leisen Flüche von sich gab.

„Du blöder Verband gib endlich nach oder ich schneide doch in Fetzen!“
Knurrte es zum Abschluss, doch den Verband kümmerte es wenig der saß so stramm wie vorher auch und behinderte sie immer wieder. So auch auf dem letzten Meter auf dem Balken, das damit zu einem höchst lustig aussehenden Tänzchen wurde in schwindelerregender Höhe.
Rubio sah dem missbilligend zu schon längst dort vorne und seine Schnurrhaare zitterte etwas als lache er auch noch innerlich über diese Ungeschicklichkeit. Sein selbsternannter Schützling war heute etwas seltsam seit er aus der Küche wiedergekommen war und es galt dann besonders aufzupassen, denn Dummheiten wie dieses waren die folge stets bei ihm daraus.

Oderike schnaubte kurz als sie sich niederließ und trotz der Feuchtigkeit und aufkommenden Kälte es sichtlich genoss wohl über das Ordensgelände zu blicken.

„Licht, gib mir die Geduld und Beherrschung solche Tage zu überstehen!“

Murmelte sie und dachte über den Tag dann nach.
Der Anfang war noch so einfach gewesen und völlig normal im Tagesablauf das sie nichts hätte vorbereiten können auf das danach und sie war dankbar fast für die Unterbrechung gewesen, auch wenn der Ruf aus der Küche kam.
Verdammt noch eines, bloß nicht kochen war ihr Gedanke gewesen noch bevor sie durch die Tür schritt und Thomas sah. Sein Lächeln trotz der Schürze die er trug brachte er es fertig einfach diese verflixte Wirkung auf sie zu haben und die Küche wurde zu einem wunderbaren hellen Ort.
Das Schmunzeln von den anderen fiel Oderike dabei ebenso wenig auf wie die emsige Geschäftigkeit hier und das heitere Geplauder aller. Selbst das Klappern von Geschirr und Töpfen entging ihr völlig und erst im zweiten Anlauf verstand Oderike was sie tun sollte daher.

Ungläubig sah sie auf den riesigen Haufen Mehl auf dem Arbeitstisch samt den Zutaten die darin verteilt schienen und ihr völlig fremd waren bis auf die erkennbaren Eier darin. Diese lugten aus der weißen staubigen Masse hervor und schienen sie auch noch zu verspotten als sie versuchsweise ihre Hand in die Teigzutaten steckte und brummte kurz.

„Bah!“,
es klebte nun an der Hand fühlte sich einfach eklig an aus ihrer Sicht und ein leises Lachen dicht hinter ihr ließ ihre Nerven erbeben prompt. Wieder war es Thomas der ihr zuraunte das man beide Hände doch benutzte und sich dann dicht hinter sie auch noch stellte.

Als wäre sie so geflohen vor der Aufgabe. Na ok, so unwahrscheinlich war es wohl nicht nur das zuvor dieses Zeug da auf dem Boden wohl gelandet wäre
.
Licht, musste er so dicht hinter ihr stehen?

Schoß ihr durch den Kopf und das erneute warme leise Lachen war da als wüsste er es genau und dem war vermutlich auch so.
„Das ist Teig und der muss geknetet werden, bis er geschmeidig glänzt ohne Klumpen „waren die nächsten Worte von ihm und nahm dabei ihre zweite Hand um sie auch zum Mehlberg zu führen.

Was dann folgte war eine Tortur der besonderen Art, denn er hatte die Arme weiter um sie gelegt, sein Atmen strich bei jeder der Erklärungen warm über sie hinweg während er ihr geduldig zeigt wie es richtig ging.
Teig kneten als Herausforderung des Tages, das hätte keiner auch nur ahnen können und doch…

Das Lächeln welches über ihr Gesicht im Dunkel huschte war Antwort genug darauf. Denn sie hatte es genossen ohne Frage dort zu stehen, die Hände im Teig vergraben und sich dabei an Thomas zu lehnen völlig unauffällig.

Konzentration war da keine und zum Glück auch so nicht wirklich von Nöten, denn die verschwand mit jeder Minute die sie dastanden dann Seite an Seite zum Schluss bis er fertig geknetet.

Wie lange sie geknetet hatte wusste Rike nicht zu sagen, nur das der Tag danach eher zu einem eigenwilligen wurde als sähe es ihr jeder an und schien zu Lächeln, wenn er sie sah.

Knurrend erinnerte sie sich an den Blick in den Spiegel auf ihrem Zimmer vor dem Essen, sie hatte Mehl noch auf der Nase und in den Augenbrauen hängen ohne es gewusst zu haben, denn solche Kleinigkeiten entglitten ihr einfach dann stets.

Das sie dadurch zu spät zu, Essen kam war die Folge daraus und die Übungen welche sie für den Nachmittag geplant hatte endeten kläglich eher, denn statt auch nur den Ansatz eines Lichtschutzes hinzubekommen schweiften ihre Gedanken einfach ab immer wieder und es wurde auch nicht besser als sie Thomas Holz holen mit einer Kiste in der Hand.
Das Leben war verdammt kompliziert manchmal befand sie nun und brummte gen Rubio.
Mit der Leistung würde sie keine Priesterin werden können, denn sobald etwas sie zornig machte oder ihre Gefühle warum auch immer ein Eigenleben führten und sich jeder Disziplin wiedersetzten ging es auch rapide bergab mit dem was sie versuchte zu beherrschen und zu lernen.

Rubio stieg auf ihren Schoß als Antwort und rieb den Kopf an ihr, als wollte er erklären das es einfach Zeit brauchte und sie doch bitte langsam hier herunter zu steigen hätte.

„Noch nicht Rubio, nur noch einen Moment“

Oderike Blick schweifte zu den erleuchteten Fenstern des Ordenhauses und nur einen kurzen Moment überlegte sie ob sie es wagen sollte um dann den Kopf zu schütteln entschieden.

Beherrschung! Verflucht, sie hielt auch das aus zumindest noch und diese Übungen aus dem Lehrbuch würde sie schaffen, denn am Licht lag es nicht das war auch ihr klar längst.

Meditieren half bestimmt und das tat sie dann auch, dort oben in luftiger Höhe während Rubio auf ihr saß und zumindest ein kleiner Punkt von Wärme war der geduldig wachte mit geschlossenen Augen schließlich war es Nacht geworden inzwischen.
Oderike
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Verfasst am: 24. Nov 2017, 11:04



Erst saß Oderike noch am Feuer und starrte in die Flammen ohne sie zu sehen wirklich zu viel ging ihr nun durch den Kopf und wollte sich nicht so recht sortieren zu etwas das nach Ordnung aussah. Pure Freude war es, Stolz und etwas das mehr wie Glück bedeutete in ihrer Seele.

Licht, war sie endlich am Ziel oder doch nicht?

Egal, sie sprang auf und ließ den Stock einfach liegen, der wurde vergessen und sie rannte los etwas humpelnd quer durch das ganze Ordenshaus um Eileen zu suchen, die kurz zu umarmen und ihr im weitersprinten: „Schwester“ zuzurufen.

Den verdutzten, dann verstehenden Blick und das Lächeln der ihr nachsehenden Eileen bemerkte sie nicht den Oderike hatte es zu eilig gerade. So wurde die Tür aufgerissen nach draußen und hinter ihr mit einem Knall geschlossen.

In der kleinen Pförtnerstube ließ Kenny fast seine Tasse fallen vor Schreck mit den Worten zu einem Ordensbruder:

„Sie lernt es wohl nie, den Tee dann trinkend.“

Sie musste einfach raus und Thomas suchen also ab in die Stallung denn es war die Zeit die Kühe für den Abend zu versorgen, also würde sie ihn da finden. Da war er dann auch und sie blieb im Hauptgang stehen und sah ihm erstmal zu ohne etwas zu sagen mit einem Lächeln im Gesicht.

Es war aber auch ein Anblick, wie er sanft mit den Kühen redete ihnen auf den Rücken klopfte und das Futter in die Tröge gab. Jede bekam ihre Einheit Aufmerksamkeit und doch ging es zügig konzentriert voran.

Dann hielt sie es nicht mehr aus und rief leise Thomas etwas zu um ihn vorzuwarnen und lief dann los ihn auch zu umarmen einfach und einen Augenblick festzuhalten, seinen Geruch und den der Kühe einzuatmen still und doch innerlich total aufgewühlt noch immer.

Glück machte auch sprachlos und das war so ein Augenblick wo einfach alles zusammenkam und ihre Zuflucht in seinen Armen lag, ihr war dabei völlig egal ob es wer sah oder nicht. Sie brauchte ihn um das zu teilen und warum auch nicht, diese Nachricht war einfach zu schön gewesen und sie wisperte das ganze eher an seiner Schulter sprudelnd heraus ohne ihn loslassen zu können.

Ihre Welt würde sich erneut etwas drehen, ein Stück weiter und er gehörte eben dazu ein Anker der sie hielt so sicher wie es nur noch zwei anderen gelang und doch noch ein Stückchen mehr. Erst als sie den Kopf hob erneut und in seine warmen Augen sah, kam der Rest noch dazu und sie stand versunken da dicht an ihn gelehnt denn was sie fühlte war fast greifbar und teilte sich auch so deutlich mit. Es brauchte keine Worte und hätte nicht eine Kuh gemault, weil sie noch kein Futter hatte und ihre Nachbarin schon freudig kaute hätte sie ihn wohl nicht losgelassen für die nächsten Stunden.
So fing sie das Lachen an und half mit die restliche Arbeit zu erledigen, doch nicht ohne ihn ab und an anzusehen einfach glücklich.

Verfasst am: 13. Dez 2017, 17:29



„Mach wer das Licht aus!“ brummte Oderike und schielte gen Fenster wo der neblige frühe Morgen den Versuch unternahm etwas Helligkeit in das Zimmer zu bringen.

Nicht das es sonderlich hell geworden wäre aber für Oderike war es ausreichend und ihr Kopf meldete eindeutig das sie besser unter der Decke verschwände. Nur Rubio kannte da kein erbarmen er stieg auf seinen Samtpfoten über die Gebirge in Richtung Kopfkissen und tatzelte auf Oderikes Nase herum.

Brummend schielte Oderike gen Kater, der sie beäugte ob endlich wach und auf seine Art beharrlich sie aus dem Bett zu treiben versucht. Vier Augen blinzelten einander an eine Weile und seufzend gab sie dann nach um sich aus dem Bett zu wuchten mit einem Fluch.

„Verdammt“.

ihr Kopf schien um mehrere Zentimeter zu wachsen dabei und selbst das kalte Wasser half nicht wirklich gegen jenes Übel das die gestrige Nacht hervorgebracht hatte. Mindestens vier Gläser zu viel gefühlt gerade mit einem Schmiedehammer im Kopf gesegnet schlich Oderike Durch den Flur die Treppe herunter gen Messe. Das Rubio mit steil erhobenem Kopf und Schwanz hinterherging sich in seinem Sieg sonnte war ein Nebeneffekt und man konnte sich mit Recht fragen wer von dem seltsamen Gespann wohl auf wen aufpasste.

Erst in der kleinen Kapelle fielen ihr die leicht belustigten Blicke der anderen auf und sie brummte erneut mit dem Wunsch im Bett geblieben zu sein. Doch das gab es eben nicht, denn wer nachts sich prügeln musste und dann saufen konnte auch den nächsten Tag aufstehen.

Was war eigentlich passiert und wieso konnte sie nicht ...

Sich auf ihren Platz setzend um nachzudenken blieb Oderike nach der Messe erst einmal sitzen.

Sie war so zornig gewesen das es fast erleichternd gewesen war mit Rose zu streiten und auch sich zu prügeln. Nicht auf Matt oder Aedan, nicht einmal auf sich selbst oder dem Versprechen das sie gegeben hatte, sondern dass es überhaupt dazu kommen musste und diese Dinge existierten.

Wieder war ihr Zorn am lodern gewesen und Rose hatte ihr fast einen Gefallen getan. Im Grunde war sie ganz nett, wenn auch zeitweise wohl nur in kleiner Dosierung zu vertragen. Schmunzelnd leicht stellte das Oderike fest, denn wenn es in ihr losging war ein rothaariger Hitzkopf der Funken der alles in Brand setzen konnte.

Die Zeit würde zeigen wie man sich vertrug und das trinken hinterher war jedenfalls nicht so übel gewesen.

Okay aber nur solange sie hier stillsaß!

Nur das Frühstück und ihre Aufgaben warteten auf sie und eigentlich hatte sie mit dem Training wieder anfangen wollen.
Das zu verschieben erschien Oderike als notwendig bis zumindest der schlimmste Teil des Katers herum war. Ihre Lichtübungen fielen auch damit aus, denn allein der Gedanke daran ließ ihren Kopf schon wieder anschwellen.
Brummend stand Oderike auf,schleppte sich zurück und verfluchte sich und jedes Glas Whiskys gedanklich dabei mit einem innerlichen Grinsen. Sie würde den Tag überstehen und am besten einfach durchhalten mit ihrem Sturkopf, jedem mit ihrem eigenwilligen Humor über das nächtliche Schauspiel begegnen, so das man schmunzeln konnte und sie necken über den winzigen Bluterguss an ihrem Kinn.
Zuletzt geändert von Oderike am So 3. Feb 2019, 16:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » So 3. Feb 2019, 16:38

Winterhauch wohin man schaute und überall lag der süße Duft von Plätzchen in der Luft, dem man nicht entkommen konnte. Oderike knabberte ein Stück Käse auf der Bank vor dem Haus sitzend und brummte leise, denn ohne Begleitung würde sie nirgends hinkommen und damit fiel ihre gewohnte Flucht auf einen Berg wohl dieses Jahr endgültig aus.
Nicht dass sie die Kerzen und den Schmuck nicht gemocht hätte aber der ganze Rest war ihr einfach zu viel und all diese Bräuche die damit zusammenhingen irgendwie auch. Wie gerne hätte sie einfach weit oben auf einem Berg Winterhauch verbraucht, den unberührten Schnee und den Wald bewundert welcher prachtvoll bestimmt sein Schneekleid trug.
Ob sie Thomas überreden könnte mit ihr etwas zu wandern den Berg hoch?
Eine Idee und Rubio, der sie mit wachen Augen beobachte schien nichts gegen einzuwenden zu haben. Danach gab es eh reichlich Essen, eine Messe und es wäre zumindest ein wenig von dem was sie jeden Winterhauch tat, auch wenn sie nun eine neue Familie besaß die ihre Freude an all dem hatte.

Den Brief an Mairead hatte sie schon vor zwei Tagen geschrieben und hoffte das in Eastvale dennoch die kleinen Geschenkkörbe verteilt würden an all die Familien dort. Irgendwie vermisste sie dieses dann doch, der Brauch das die Kinder dort den Baum mit Dingen schmückten welche sie gebastelt hatten oder im Wald gefunden hatten war einfach nur schön und jedes Kind hatte dieses besondere leuchten dabei in den Augen.

Jedes Jahr war das ein Höhepunkt und wurde am Abend mit einem großen Feuer und Fleisch, samt warmem Würzwein oder Fruchtpunsch gefeiert ohne diese ganzen anderen Dinge und vor allem im Freien so das jeder auch für sich sein konnte und dennoch dabei war um die gesungenen Lieder zu hören oder Geschichten.

Brummend erneut stand Oderike auf um ihre täglichen Übungen aufzunehmen mit dem Licht, der inneren Balance und danach würde es zum Ausgleich körperliches Training geben.

Hah...

Laufen war angesagt und damit hob sich Oderikes Laune beträchtlich und sie grinste nun Rubio an:

„Magst du ein Stück Speck haben oder etwas Käse zum Winterhauch fest?“

Der sah sie an mit höchst seltsamen Ausdruck, seine Schnurrhaare zitterten ein wenig als wolle er über seinen Schützling lachen nun und stolzierte in Richtung Stallung lieber…




Verfasst am: 28. Jan 2018, 12:38



Zwei Tagen waren seit der Messe vergangen und Oderike saß auf ihrem Bett mit einem aufgeschlagenen Buch auf dem Schoß und neben ihr lag Rubio, ihr bester Freund quer über dem Kopfkissen und blinzelte träge sie an.

Sie hatte eigentlich noch etwas lesen wollen über Waffen und Licht, deren Verwendung als diese weiße Robe ihr wieder ins Auge fiel.
Verdammt, sie hatte vergessen sie aufzuhängen und wie so oft bei weiblichen Kleidungsstücken einfach in eine Ecke geworfen und mit Nichtachtung gestraft. Ein knurriges Brummen das Rubio veranlasste ein Auge ganz zu öffnen halb amüsiert über seinen Schützling wohl und sich noch breiter auf dem Kissen zu machen.

„Du hast es gut, brauchst keine Kleider anzulegen und dich daran gewöhnen!“, kam es prompt von Oderike und sie dachte über jene Worte nach, die auf der Messe ihr immer noch im Kopf herumspukten und einfach nicht weichen wollten.

Oh, es hatte da so einiges gegeben und doch gab es zwei Dinge die einfach geblieben waren davon, Eileen und ein Stück von dem was der Pater gesagt hatte.

Eileen hatte sie mit ihren Worten berührt und überrascht, denn alles was sie sagte hatte auch auf sie zugetroffen und ja sie waren Freundinnen geworden und irgendwie auch Schwestern in so vielen Dingen sich ähnlich trotz der Unterschiede.

Das fing bei der verflixten Robe an, die bestimmt bei Eileen ordentlich im Schrank hing und endete eben bei ihrer Art mit anderen umzugehen. Gerade deswegen hatte es sie überrascht, denn es war so selten, dass sie derartiges so öffentlich sagte und ebenso mutig wie liebenswert.
Das andere war viel schwieriger und die Robe schien ein Symbol dessen zu sein was irgendwie nicht aus ihrem Kopf wollte so sehr sie es auch versuchte. Es war die einfache Frage:

Warum man so sein wollte wie andere es liebten, um eine Maske zu tragen dann und nicht wie man war.

Knurrig erhob sich Oderike von ihrem Bett und hängte die zerknittere Robe zumindest an einen Haken und starrte sie erbost an als könnte sie etwas für ihre Gedanken.

Ja, warum wollte man das?
Diese verflixte Robe schien auch noch zu lachen und Rubio erhob sich wohl wissend das sein Schützling aus dem Zimmer stiefeln würde gleich.

Sie würde sich daran gewöhnen und ...

Der Robe einen finsteren Blick zu werfend mit der Bemerkung:

„Warte es nur ab, ich bekomme dich schon klein und diese Verkleidung ist echt genauso albern wie meine Gedanken darum und meine Gefühle.“

Sie hatte sich eben verkleidet gefühlt, irgendwie falsch und das nicht weil ihr Glaube oder ihr Weg falsch waren den sie gehen würde sondern weil es immer noch eine Art zähes ringen war so ein Ding anzuziehen. Egal wie normal es sein mochte und egal wie sie darin aussah, Sie war einfach nur für einen Menschen ernsthaft bereit etwas mit Rock anzuziehen und sich nicht merkwürdig zu fühlen.

Für andere etwas anziehen was man nicht war oder eben doch, nur ohne dieses, um ihnen das vertraute Bild zu geben war echt keine Lösung und eine Messe das Amt war verdammt noch eines kein Schauspiel wo man ein Kostüm trug.

Dem Licht war es doch auch egal wie man aussah!

Es wurde Zeit für einen Whisky beschloss Oderike und ging los den Kater im Gefolge der kurz seinen Kopf an der Robe rieb, als wüsste er es wieder einmal besser.
Doch das sah Oderike nicht, denn sie pirschte zu den Postfächern und legte einen Brief dort ab mit einem Lächeln, das völlig im Gegensatz zu dem Geknurre von eben stand.



Verfasst am: 31. Jan 2018, 18:05



Auf dem Weg zum Kaminzimmer ging Oderike an den Postfächern vorbei ohne wirklich aufmerksam zu sein. Erst als sie schon fast daran vorbei war stoppte sie mitten im Schritt und drehte langsam den Kopf zu den Postfächern.

Da lag doch tatsächlich etwas darin und dann noch wie es aussah dicker als ein Brief.

Schon ging es zurück und angestarrt als löse es sich in Luft auf, bevor sie es herausnahm.

Ein Päckchen für sie?

Es hin und her zudrehen half Oderike nicht weiter denn es gab keinen Hinweis darauf wer es dort hineingelegt hatte und auch keinen Namen. Brummend sichtlich mit dem Päckchen in der Hand schritt Oderike zu ihrem Lieblingsplatz am Kamin und starrte es wieder an.

Also aufmachen am besten und wenn es ein Irrtum war, der richtigen Person geben. Nach dem dieser Entschluss gefasst war, gönnte Oderike sich einen Schluck Whisky und wickelte das Papier vorsichtig ab.

„Licht!“

Fast wie ein Fluch entwicht es ihren Lippen und sie blickte auf die Figur hinab. Eine Priesterin die kämpfte und mit rotblonden Haaren lag in ihrer Hand. Ungläubig blinzelte Oderike die Figur an und diese schien sie anzulächeln, auch wenn es nur an ihrem Blinzeln lag.

Eine Kampfpriesterin, eine für Schlachten ...

Wer hatte bloß und wer wollte ihr damit etwas sagen oder einen Weg weisen?

Ein Rätsel einfach, aber das Lächeln welches im Gesicht von Oderike nun erschien als sie die Figur mit ihrer Hand umschloss drückte pure Freude aus.

Diese Figur würde auf ihrem Nachtisch stehen und sie anspornen ,erinnern und ermutigen ..





Verfasst am: 8. Feb 2018, 13:30



Oderike blickte sich kurz nur um bevor sie mit der aus Eastvale mitgenommen Flasche in der Tasche die Leiter an die Wand stellte und auf das Dach kletterte, der Firstbalken war das Ziel und so neu noch das er noch den typischen Geruch verströmte. Irgendwie fast wie auf dem Stall befand Oderike als sie sich auf der Spitze niederließ und die Füße anzog um ihre Arme darum zu schlingen.

Rubio war kurz nach ihr erschienen und setzte sich neben sie auf seine Art ausdrückend das sie nicht unsichtbar war und irgendwer sie gesehen hatte garantiert. Brummend gen Kater nickte sie und man schaute gemeinsam über das Ordensgelände. Es war fast dunkel inzwischen und Ruhe eingekehrt mehr oder weniger zumindest, so dass sie zumindest hoffte das Rubio sich irrte auch wenn sie es besser wusste.

Egal, ihr schwirrte der Kopf und hier oben war es einfacher nachzudenken, als ob der Abstand zum Boden dabei half. Grinsend zog Oderike die Flasche aus der Tasche und gönnte sich einen Schluck der goldenen Flüssigkeit.
„Keine Sorge, ich leere die nicht hier oben, denn dann musst du ja Hilfe holen am Ende“ brummig gen Rubio der das Treiben seines Schützlings beobachtete. Und im Geiste, zumindest sah er so aus, sich Notizen machte über alles.

Das Training von heute ging Ihr nicht aus dem Kopf und eben sowenig das ihr Zorn mal wieder fast mit ihr durchgegangen wäre.

Verdammt noch eines hörte das nie auf, dieses ständige beherrschen bei allem und bloß nicht die Mitte verlieren? Lichtkampf, ja sie hatte wirklich keine echte Kontrolle darüber gehabt und auch das machte ihr Sorgen.
Ihr Zorn sobald sie dieses fühlte, roch und das flüstern der Verderbnis, der Untoten hörte war einfach zu heftig und dann umgewandelt als Waffe des Lichtes eben auch gewesen. Selbst als es zumindest im Ergebnis besser aussah, war ihr deutlich klar gewesen, dass es nicht das war was sie hatte tun wollen und ihre Seele schrie.

Respekt vor den Seelen hinter den Kreaturen, Mitgefühl für das Leid das teils sie durchlitten hatten oder alle und Geduld um zu verstehen das nicht Rache und Vernichtung der richtige Weg war, sondern Erlösung.
Das war aber nur möglich, wenn sie es schaffte eben jene Kraft in ihr zu kontrollieren, was ihr zum Teil wiederstrebte und da lag auch ein Problem.

Wie immer eigentlich ...

Sie wollte einfach nicht das was vernünftig war und richtig tun, sondern wieder einmal ihre eigene Version versuchen.

Brummend trank Oderike noch einen Schluck und ihre Augen durchdangen die Dämmerung auf der Suche nach etwas das sie am liebsten einfach mit gezerrt hätte um in ein anderes Problem zu purzeln, was nicht weniger stürmisch war.

Egal was sie anfasste stets gab es Grenzen und sie rannte dagegen an, manche waren wichtig andere weniger. doch keine war unsinnig. Wenn da nicht nur eben ihre Gefühle wären, ihre Seele die etwas völlig anderes schrie und verlangte.

Sie war und blieb wohl immer noch eine Gefahr für sich und andere zumindest, wenn es um Gleichgewicht ging und es würde dauern das zu ändern.

Geduld!

Verdammt, dabei hatte sie so gehofft es wäre leichter geworden, bis eben gestern vor diesem verdammten Friedhof!

Ein weiterer Schluck wanderte von der Flasche in ihren Mund, rann brennend die Kehle hinab und bildete einen wärmenden Punkt in ihrem Magen.

Bald war es Zeit für die Messe und hier oben sitzen zu bleiben war auch keine Lösung, aber es half eindeutig befand Oderike, die Flasche wegpackend.

Zumindest konnte sie ihn sehen und sein Lächeln, etwas das auch etwas Frieden stets brachte trotz der anderen Gefühle dabei.

Lächelnd strich Oderike Rubio über sein Fell und kletterte nach unten um sich umzuziehen ...

Der Weg war nicht leicht ,aber es war ihr Weg und sie war nicht allein !







Verfasst am: 14. Feb 2018, 13:45



Oderike stiefelte hinaus in Gedanken noch bei Andrias, der wirklich wieder zu Hause war und ein ganzes Stück erwachsener geworden zu sein schein. Doch sein herzliches Lächeln hatte er zum Glück behalten und Licht sei Dank auch körperlich völlig gesund wieder.

Er hatte ihr gefehlt, nicht nur wegen der Unordnung die so oft in ihren Kleidern herrschte, sondern einfach, weil er eine Wärme besaß die das Licht ihm gegeben hatte und ihr Knappe. Ein Familienmitglied das trotz allem Geknurre und Gestreite sie stets auf eine Art liebte, die einem Bruder wohl am nächsten kam.

So gewaltig war der Altersunterschied ja auch nicht und sie beide hatten viel zu lernen noch auf unterschiedlichen Gebieten zwar zum Teil aber auch auf gleichen und auch das verband sie inzwischen.

Er war erwachsen und wie es aussah ein Mann geworden auf den man Stolz sein konnte und der nun seinen Weg gehen würde im Orden.
Das sie wieder einmal die Tür misshandelte fiel ihr nicht auf, denn die kalte Winterluft tat einfach gut nach dem kurzen Gespräch mit Rosalie und das wohl jeder wusste was sie so oft nach draußen trieb neben dem immer noch vorhandenen Drang allein zu sein ohne Menschen und ihren oft so heftigen Gefühlen oder lärmenden Tätigkeiten.

Es war ebenso und doch, sie wollte nicht wirklich fort es war ihr zu Hause und es barg jenen Frieden in den Mauern der so nötig gewesen war um wirklich zu sich selbst zu finden. Anzunehmen was sie war und dass nichts an ihr falsch war im Licht.

Zornige Gebete gehörten ebenso zu ihr, wie eben jener Hitzkopf und dieser Drang ohne Nachzudenken loszurennen, zu handeln allein oder zu viel zu geben. Beides war gefährlich für sich und andere das wusste sie inzwischen und so hatte dieses laute „Stopp“ immerhin gereicht, es brauchte keine Faust mehr die ihr klarmachte, dass es besser war etwas nicht zu tun auf diese Art und in diesem Moment.

Um die Ecke laufend blieb sie stehen, denn da stand er noch und schien zu warten im letzten Sonnenschein des kalten Wintertages stand er. Licht musste er so breite Schultern haben?

Das Funkeln der Augen, sie sah es und schon drifteten ihre Gedanken ab zu jenen wenigen Momenten wo er sie festgehalten hatte und vor sich selbst beschützt in gewisser Weise zumindest. Zweifel waren nicht da und es kostete Oderike eine Menge Willenskraft nicht hinzurennen und dem nachzugeben was ein sehr munteres Stimmchen in ihr flüsterte gerade und garantiert nicht vernünftig war.

Verdammt es war wirklich nicht leicht das zu überhören befand Oderike und brummte leise und Holz gab es auch nicht zu hacken mehr, da hatte Rosalie recht gehabt. Also auf zum Trainingsplatz und eine Stunde mit ihrem Schwert arbeiten, das sollte helfen und danach könnte sie ja die Briefe schreiben.
Ihr Bruder würde sie endlich besuchen und vielleicht mit ihrem Patenkind sogar...
Es gab noch viel zu tun bis dahin und der Klerusrat morgen war eines der Dinge nur auf der schier endlosen Liste. So wandte sich Oderike mit einem unwilligen Laut ab und stiefelte zum Trainingsplatz um ihre Gelassenheit da wiederzufinden …







Verfasst am: 15. Feb 2018, 12:07



Knurrend innerlich stand Oderike in der kalten Nachtluft und blickte auch nicht zurück. Denn es war schon wie sie es gesagt hatte mit ihrer Wut und dem Rest konnte sie nur allein fertig werden im Gebet oder einfach ihm Raum lassen ohne dass wer auch nur ein Wort sagte.
Nach einem kurzen Moment stapfte sie um das Haus herum und kletterte die Leiter hoch, dem Worgen auf dem Dach einen Blick zuwerfend der ihm wohl deutlich machte, dass sie keine Unterhaltung wünschte und so verwand er im Schatten wieder.

Diese Robe war nur eines, hinderlich und so riss Oderike einfach sie knurrend ein ganzes Stück ab und warf es vom Dach. Besser eindeutig und der First war erreicht, so dass sie nach vorn laufen konnte um sich zu setzen.

Es hätte nicht viel gefehlt und sie wäre in alte Zornausbrüche verfallen, das wusste sie so sicher wie ein kurzes Grollen dem Umstand galt das Aedan sie hatte rausgehen lassen. Dafür war sie dankbar, denn sie wollte nicht vor Andrias auch nur irgendwem etwas um die Ohren hauen und schon gar nicht wem ihre Faust ins Gesicht brettern.

Denn eines war völlig richtig, sie war ein Vorbild für ihn und derartiges ging damit nun wirklich nicht zumindest nicht in solchen Fällen vielleicht auch nie. Gewalt war keine Lösung, doch ihr ganzes Wesen war derart aufgebracht das es so verdammt leicht gewesen wäre den Ausweg zu nehmen und so falsch.

Ein Problem das sie hatte und ja, wenn man das so sehen wollte war es eines. Sie ging förmlich durch die Decke, wenn sie der Ansicht war das etwas falsch war oder sie Verderbnis in welcher Form vor der Nase hatte. Doch das gehörte zu ihr einfach und verdammt noch eines sie würde diesen Wesen nichts antun, der König hatte sie zu Verbündeten erklärt und damit war alles gesagt.

Aber genauso wenig konnte sie gegen das an was ihr ganzes Wesen da schrie und seit Argus noch lauter, diese kochende Wut ließ sich nicht so einfach beruhigen und der kleine Becher war vielleicht nicht ideal gewesen aber auch nicht so gravierend und Andrias konnte aus ihrer Sicht nicht wirklich etwas dafür. Denn es war ihre Verantwortung, ihre Entscheidung gewesen und auch wenn er stimmberechtigt war hatte ihr nur eines, helfen wollen verdammt noch eines.

Schnaubend blickte Oderike in die Nacht hinaus und ließ die Kälte ihren Zorn dämpfen, der immer noch heftig genug war so dass sie nicht fror oder die Kälte hätte registrieren können. Diese Robe ... sie war keine sanfte Schwester, die verdammt noch eines Lächelte, wenn es da gar nichts zu Lächeln gab.

Es hatte etwas mit ihrer verdammten Einstellung zu tun und dem was sie als falsch ansah und diese Robe war falsch gerade, eine Lüge denn in ihr brodelte dazu viel zu heftig und doch war ihr Ziel mit einer verbunden für andere.

Pater Edward... das zornige Knurren war einfach da und störte die Stille der Nacht ... ja sie wollte zum Orden, ihrer Familie aber verdammt sie wollte in dem Sinne keine Schwester sein und schon gar nicht sich ducken für etwas das sie getan hatte, weil jede andere Option schlimmer gewesen wäre und das nicht, weil sie hysterisch geworden wäre, sondern nur dem folgte was ihre Seele, das Licht schrie in ihr.

Da unten schlief ihre Familie und das würde sie auch bleiben, denn egal wie zornig sie wurde und wie oft sie auf das Dach stieg oder sonst wohin stapfte. Sie alle hatten ihren Respekt verdient auf ihre Weise, denn das es mit ihr leicht wäre umzugehen konnte sie nun wirklich nicht behaupten.
Grimmig starrte Oderike in die Nacht hinaus und ihr Zorn loderte erneut auf, denn es gab absolut nichts was sie gegen ihn tun konnte außer ihn auszuhalten und damit kontrolliert bezwingen, er war sie und sie war er.
Eine explosive Mischung und keine die jemals ruhig sein würde wohl, aber das war keine Entschuldigung und sie hatte da drin Andrias verteidigt und nachgegeben obwohl sie es zumindest zum Teil anders sah immer noch.

Respekt und Würde...

Sie konnte nicht sich selbst belügen und ja sie würde in Zukunft lieber an ihrem Zorn wohl ersticken als das wer ihn noch mitbekam, wenn das so sein sollte um eine beschissene passende Schwester zu werden für den Orden der ihr mehr bedeutete als alles andere inzwischen.

Das einzige Problem daran war sie alle da unter ihr kannten sie und ihren Jähzorn, ihre Wut und den ganzen Rest, wenn es auch nicht mehr so schlimm war wie am Anfang. Einer wusste vermutlich warum sie nichts mehr gesagte hatte und dass nicht, weil sie ihnen Recht gegeben hätte mit allem.

Doch Andrias war ihr wichtiger und wenigstens dort hatte sie sich beherrschen können für ihn und dem was sie werden wollte irgendwann, keine Schwester, sondern immer noch etwas ohne jene geschlechtsspezifische Kennzeichnung.

Ja, es war dämlich für sich dieses zu behalten gegen alles im Grunde und doch, sie konnte dort nicht nachgeben innerlich nicht und auch das war vielleicht ein echtes Problem. Kurz sah sie im Geiste die kämpfende Priesterin vor sich, welche auf ihrem Nachtisch stand. Ja eine Kämpfende in mehr wie einer Hinsicht und das Knurren war nun eher eines das von jenem Willen sprach der sie eher durch wände gehen ließ als je eine Tür auch nur zu beachten.

Sturheit und Zorn waren zwei unselige Verbündete und reichten sich bei ihr gerne die Hand, auch das konnte sie nicht leugnen und würde es nie. Aber das änderte nichts daran das sie war was sie war und Dinge tat die für andere falsch waren oder sie als falsch ansahen aus völlig anderen Gründen und die auch mit Respekt zu tun hatten vor anderen Dingen nur eben.
Der Morgen graute und Oderike saß immer noch da oben, blickte über das Gelände mit ihren goldenen Augen die immer noch von jenem Sturm in ihr sprachen, der so mühsam zurückgedrängt wieder worden war wenn auch nicht verstummt, denn das würde er nie vermutlich.

Die Messe hatte sie schon verpasst, doch bevor sie sich nicht wirklich im Griff hatte würde sie auch nicht in die Kapelle gehen, das gehörte zu den dingen die für sie mit Respekt zu tun hatten und auch nicht vom Dach. Sturheit hatte da seinen eigenen Stolz und es war besser hier oben mit sich zu ringen, egal wie albern oder kindisch es wer finden würde. Es war ihre Entscheidung und nur sie selbst konnte Antworte für sich finden die zumindest ein reden sinnvoll machten um was auch immer dann zu tun.




Verfasst am: 21. Feb 2018, 12:10



Mit einem Satz sprang Oderike auf ihr Bett, warf ein paar ihrer Kleidungsstücke dabei auf den Boden welche immer noch chaotisch verstreut herumlagen quer durch das Zimmer verteilt. Andrias versuch etwas davon wegzuräumen schien nicht einmal existiert zu haben. Zumindest sah es danach nicht aus, wenn man es wagte sich das Bett und den Meter drum herum anzusehen.

Rubio stieg würdevoll gerade über ein braunes Oberteil als er geschnappt wurde und auf dem Kopfkissen platziert, mitten auf zwei gelbe Hemden. Nicht das Rubio derartiges von seinem Schützling nicht gewöhnt gewesen wäre, aber dennoch ein schräger Blick von ihm zu Oderike musste sein bevor er sich niederließ auf seinem Stammplatz in diesem Raum. Ein roter pelziger Fleck in mitten der gelben Hemden, der sich nun zu putzen begann um wenigstens sein Fell in Ordnung zu bringen.

Oderike lachte nur als sie den Blick von Rubio auffing krabbelt vom Bett und sammelte die Kleidungsstücke vom Boden auf um sie in den Schrank zu stopfen, dessen Inhalt kaum besser aussah wie gerade noch das Bett.

„Rubio wir brauchen einen Plan, nein zwei eigentlich.“

Mehr sagte sie nicht zu ihm und das war auch nicht nötig, denn der Kater schaute sie nun aufmerksam an ob sein Schützling wieder dabei war sich total irre zu benehmen und lies nur seine Schwanzspitze zucken genau einmal.

„Guck doch nicht so, wir brauchen zwei, einen für Andrias und einen für ein Duell ohne Waffen und ohne dass es sichtbar ist so wirklich, eigentlich findet es gar nicht statt, trotzdem brauche ich einen Plan dafür. Gewinnen kann ich es auch nicht, aber das ist einfach ...“

Weiter sagte Oderike nichts zu ihm und es war auch nicht nötig, denn nun schien Rubio alles zu wissen, denn man hätte meinen können er grinst höchst zufrieden über diesen Gefühlsausbruch und schnurrte fast schon.
Wie auch nicht denn Oderike hatte sich wieder auf ihr Bett gesetzt und kraulte ihn dicht hinter den Ohren versonnen nachdenkend.
Was war das aber auch für ein Abend gewesen mit ihrem Bruder, den kleinen William und Eleona.

Der Junge war einfach nur liebenswert und konnte wahrlich nichts für den Rest, so dass sie beschlossen hatte ein Schwert ihm wirklich zu schenken mit samt seinem ersten Pferd, Auf Dauer konnte er schließlich nicht auf Butterblume reiten, dem Pony von ihr.

Eines schien wirklich zu stimmen, Linnard oder Eleona hatten ihm von ihr erzählt und egal was sonst nicht stimmte und das war einiges wie sie fand. Der Junge hatte eine Patentante verdient, die ihn wahrnahm und kannte. Ob und wie es weiterging mit Linnard war wohl völlig offen, denn diese beiden waren Fremde eigentlich und so wenig bereit auch nur ein Stück sich zu bewegen, dass sie Eleona am liebsten geschüttelt hätte oder aus dem Haus geprügelt. Nicht ein wirklich offenes nettes Wort und ihre Fragen zum Orden ... Sie war eine Terziari!

Was ging nur in dieser Frau vor sich und Linnard, nun er war so unsensibel wie schon immer gewesen, aber hatte sich immerhin bemüht freundlich zu sein. Nicht das sie glaubte das er wirklich sich wieder bei ihr melden würde, aber wenn doch gab es zumindest Hoffnung auf ein entferntes Miteinander, wenn sie es schafften zu reden.

Ein Brummen entwich ihr und Rubio schaut sie an erneut.

Reden ja, Andrias litt und tat es nicht, glaubte ernsthaft es würde keiner merken und sie konnte ihm nur bedingt helfen. Ob sie ihn als Ablenkung mitreisen lassen sollte?

Ja und nein, er war erwachsen genug um es selbst besser zu wissen und doch eben auch nicht in mancher Beziehung. Zumindest für ihn da sein konnte sie und mit ihm reden, wenn er wollte und einen Ort zum Luft holen hatte sie ihm angeboten. Es gab Dinge die musste man selbst mit sich ausmachen und das gehörte dazu. Es hieß einfach abwarten da und wieder war Geduld gefragt, denn sie hatte nicht das Recht sich einzumischen und würde es auch nicht.

Ein erneutes Brummen, das von Oderike kam ließ Rubio eine Tatze auf ihren Schenkel legen, man verstand sich ohne Worte zumindest sah es so aus und schon längst wunderte Oderike sich nicht mehr darüber das dieser Kater einfach immer zu begreifen schien was in ihr vorging.
In diesem Fall war es eher ein freundliches erinnern von diesem Kater, dass sie nicht allein war und schon kraulte Oderike ihn weiter, worauf Rubio seine Augen fast schloss.

Das Ende des Tages war dann zum Lachen irgendwie gewesen vor Freude und noch soviel mehr. Nicht das sich etwas Bemerkenswertes getan hätte und dennoch, er war die ganze Zeit dagewesen und hatte ihr geholfen unsichtbar, wenn nötig und genau wie Andrias ihr Ruhe, Wärme vermittelt. Nicht schlimm das ihr Herz bei jedem Mal wieder solche Sprünge vollführte und sie am liebsten etwas vollständig Dummes getan hätte. Nein, das brachte sie eher zum Lächeln und es war eben mit genau diesen Kleinigkeiten gelungen sie zu jener Haltung zu bringen die nötig gewesen war und nicht erneut zu knurren oder schlimmeres.

Licht, ihn zu umarmen sowohl am Anfang wie am Ende war der Himmel und die Hölle zugleich gewesen und gipfelte eben in ihrem Übermut ihn lachend herauszufordern zu diesem Duell.

Sie konnte es nicht gewinnen, aber allein der Gedanke daran brachte sie dazu in Lachen auszubrechen und ob er es annahm oder nicht sie tat immer das was sie sagte. Also musste ein Plan her und der erste Schritt ...Hmm ...das Funkeln in ihren Augen nahm zu und Rubio öffnete seine um sie zu mustern.

„Zwergenaufstand“ ... das war wohl das richtige Wort dafür, wenn die Maus den Kater fressen wollte. Doch das kümmerte Oderike nicht im Geringsten, sie hatte einfach jene Wildheit in sich die sich eben auch dort meldete und sie zu solchen Dingen trieb, ob sinnvoll oder nicht ...








Verfasst am: 25. Feb 2018, 12:35



Immer noch innerlich lachend saß Oderike vor dem Ordenshaus und strich sich die verschwitzen Haare aus dem Gesicht. Was konnte der Pater aber auch rennen und wie befreiend war es gewesen nach dem stundenlangen stehen als Wache im Büro der Tatzen.

Obwohl es gar nicht so lange ihr vorgekommen war, zu beschäftigt war sie mit der Tatsache das er auf der anderen Seite stand ihre Gefühle sie zu unsinnigen Taten verführen wollten und der Pflicht wirklich aufmerksam zu sein um dem Anspruch des Schutzes gerecht zu werden.
Ein Anspruch den sie sich selbst stellte aus ihrem Innersten heraus und den Jahren als Soldat im Regiment. Trotzdem so ab und zu hatten sie sich angesehen und in seinen Augen war all das zu lesen gewesen was in ihr selbst dann vorging.

Es gab wirklich Wunder und er war eines, nein eigentlich der ganze Orden und er war ein Segen, die Antwort auf so vieles was in ihrem Leben geschehen war. Grinsend überlegte ob sie wirklich ihm den Rücken schrubben würde wie angedroht und schon schien ihr Herz einen Satz zu machen, der ihr fast die Luft wegnahm.

Licht, also wirklich so ging das nicht und sie würde bestimmt nicht ihm hinterherschleichen, auch wenn der Gedanke so verlockend schien einen Moment lang. Anstand und Beherrschung und noch so viel mehr würde sie niemals mit Füßen treten können und er auch nicht, dass allein genügte um mit einem versonnenen Lächeln sitzen zubleiben bevor sie zu ihrer Werkstattecke hing und den Stein weiterbearbeitete. Eigentlich war er ja fertig, doch sie fand immer noch eine Ecke die es zu glätten galt, eine Winzigkeit die ihr nicht ganz gefiel und so war es auch diese Nacht. Stets war ein Tuch über dieser Arbeit und wurde dann sorgsam weggepackt um eine andere auf die Werkbank zu stellen.

Ob sie jemals sie ihm geben würde wusste sie nicht, denn es war das was sie gesehen hatte im Arm gehalten und das was sie einfach wusste tief in sich. Oderike blickte zu den dreien aus Stein hin und brummte leise bevor sie einen Lappen nahm und den Staub aus dem männlichen Gesicht wischte.
Sie war perfekt in jeder Hinsicht geworden und strahlte etwas aus das sie jedes Mal wieder berührte, so dass sie knurrig am Ende über sich selbst sie wegstellte mit dem Gedanken:

„Zu früh noch immer!“

Etwas aber würde sie tun und schon ging es los mit feinen Meißeln und Hämmern, einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Es musste nicht perfekt sein, nur die Darstellung allein würde reichen und das Ergebnis nach drei Stunden ließ sie laut lachen.

Ein winziges Eckchen Seife von ihrer wurde zum abreiben benutzt und nun glänzte die Skulptur im Laternenschein bevor sie auf Thomas Tisch gestellt wurde mit einem Zettel daran.

Schlafen konnte ich erst einmal nicht, aber vielleicht kannst du das da als Handtuchhalter benutzen. Rücken einseifen war nicht im Angebot gerade. Oderike


Ein weiches Handtuch legte sie darüber und schritt aus der kleinen Werkstatt zum Ordenshaus um sich selbst zu waschen und noch etwas zu schlafen bevor der nächste Tag begann mit einer Messe ..

Verfasst am: 7. März 2018, 11:54



Oderike las die Antwort von Aedan und brummte kurz nur bevor sie in einem Bogen gen Wand flog und von dort abprallte um unter dem Schrank zu verschwinden.

Licht, sie hatte wahrlich nicht sich selbst gemeint mit den Wänden, denn dass sie es oft lieber tat in mit ihrem aufbrausenden Wesen war ihr schon länger klar und doch hatte er Recht, es gab Türen und Fenster.
Mussten er ihr das aber unbedingt schon wieder auf die Nase binden? Am liebsten hätte sie ihn geschüttelt aber das wäre auch falsch, denn er konnte schließlich nichts für ihre Art mit so manchem umzugehen.
Ihre Wildheit gehörte einfach zu ihr und grollend zu lernen wohl auch, nein sie hatte nicht vor unbedingt das abzustellen und verdammt noch eines auch andere rannten gegen Wände, manche gegen die die sie selbst errichtet hatte.

Es brachte nur nichts jeden mit der Nase darauf zustoßen und sich dann darüber zu beschweren das sie da waren oder zu jammern, denn nur sie selbst konnte daran etwas ändern.

Nur wollte sie das?

Oderike war zu unruhig um sitzen zu bleiben und stapfte aus ihrem Zimmer, die Treppe herunter zur Tür raus und in ihre Ecke in der Hütte zu der Werkbank. Ein weiterer Stein musste nun herhalten um ihr jene Ruhe zu geben die so nötig war um wirklich zu lernen und nicht die nächste Dummheit zu begehen.

Krachend flogen Steinsplitter von dem Block weg und Rubio der ihr gefolgt war verzog sich unter die Werkbank um da einfach abzuwarten in aller Ruhe. Er kannte diese Momente schließlich zur Genüge, auch wenn er nicht verstand warum Menschen in manchen Dingen so seltsam waren und sich so verhielten.

Erst als sein Schützling ruhiger wurde kam er aus seiner Deckung wiederhaus, sprang mit einem eleganten Satz auf den Tisch und setze sich vor sie um sie anzusehen. Ein bekanntes Duell der Augen fand statt und wortlos verstand man sich wohl, denn Oderike fing an zu grinsen.

„Du bist genauso schlimm wie der Rest Rubio nur das Du es weißt.
Ist Dir schon einmal der Gedanke gekommen das Du sehr stur bist und seltsam dich benimmst?“

Rubios Ohren zuckten, seine Schwanzspitze ebenso und er schaute sehr gelassen drein nun. Der Sturm war wie stets vorüber und damit sein Stück Speck am morgen sichergestellt befand er und gähnte lautlos als Antwort.

"Vergiss es, ich muss noch aufräumen hier und diese verdammte Robe und die Teilstücke davon in halbwegs benutzbaren Zustand bringen. Das verdammte Ding zu nähen ist schwierig genug, dabei mag ich es nicht einmal."

Brummelte Oderike vor sich hin während sie den Besen schnappte und sauber machte wieder, sämtliche Splitter einsammelte und in eine Kiste legte unter dem Tisch.
Die Mitte schien ihr oft ein schwankendes Boot im Meer zu sein, das gerade am Untergehen war als Spielball eines Sturmes mitten auf dem Meer.

Meditieren half dagegen nur bewahren davor eben auch nicht, damit umgehen lernen und Wege finden konnte sie nur selbst.
Das war die einzige Lösung und wie gern wäre sie nun einfach durch die Nacht geritten auf Blanche, doch sie hatte ihr Wort gegeben und damit war alles gesagt.

Kurz sah sie in ihren Gedanken ein paar Augen die so warm und strahlend blickten, dass sie Lächeln musste. Ja, auch das wäre eine sehr dumme Idee egal wie verlockend und aufregend das auch war und sie danach garantiert so friedlich wäre wie sonst kaum.

Grinsend stellte Oderike den Besen ab, löschte das Licht und ging zurück zum Ordenshaus um in die Küche zu gehen und noch ein Stück Wurst sich zu schnappen das redlich mit Rubio auf dem Weg nach oben wieder geteilt wurde.

Der Blick ging fast automatisch zu der Tür hin, er war so nah nun und irgendwann ...
Halt stopp, was tust du da?
Oderike bremste sich gerade noch vor der besagten Tür und strich ganz zart über diese bevor sie zu ihrem Zimmer ging wieder es galt sich an diese Robe zu machen, ein Puzzel aus Stoff.

Verfasst am: 10. März 2018, 10:21



Verträumt saß Oderike auf ihrem Bett und sah zu Rubio der so zufrieden aussah als hätte er einen ganzen Topf Sahne gegessen. Man hätte denken können er wäre der Initiator des so überraschenden abends gewesen.
Licht, dieser Jahrmarkt war so völlig anders gewesen wie bei früheren Besuchen und innerlich fühlte sie immer noch dieses ausgelassene Lachen in sich, der sie dazu reizte einfach umherzuspringen mitten in der Nacht.
Sie war so wach nun und gleichzeitig doch nicht und es störte weder sie noch Rubio gerade.

„Komm mit ich muss einfach noch etwas tun und nicht hier sitzen in der Versuchung einfach jeden zu umarmen“ kam dann grinsend von ihr zu Rubio.

Der warf ihr nur einen Blick zu, der zu sagen schien fang damit bloß nicht bei mir damit an und erhob sich gemächlich um hoheitsvoll zur Tür zu laufen.

„Mach schon auf Kindchen, ich weiß wohin du willst“ drückte sein Blick von dort zu ihr hin aus und kurz darauf lief das ungleiche Paar in Richtung Werkstatt einen etwas brummig schauend Bruder in der Pförtnerloge hinter sich lassend. Das dieser was von schlafen und jungen Dingern erzählte hörten beide schon längst nicht mehr, denn mit jedem Schritt wurde die erstaunlich warme Nacht schöner.

Frei zu tun was ihr in den Sinn kam, in den Grenzen die sich selbst auferlegt hatte aus Vernunft heraus. So rannte sie mit offenen Haaren erstmal in Richtung See und Wasserfall um einen passenden Stein zu suchen. Das dieses im Mondlicht schwierig wurde und es mit nassen Hosen und einem feuchten Hemd endete bemerkte nur Rubio, der seinen Schützling deswegen etwas pikiert ansah. Wasser war nicht seine Sache und das Kopfkissen in Oderikes Zimmer so bequem in seinen Augen im Gegensatz zu diesem nassen Element.

Kichernd schleppte Oderike ihre Beute zur Werkstatt um sie zu säubern von Schlamm und Algen und sah deswegen am Ende völlig verdreckt aus. Strahlende Augen sahen zu Rubio hin und erklärten ihm dann ernsthaft:
„Er ist perfekt genau die richtige Farbe gib es schon zu!“
Rubio hatte keine Ahnung von was sie da sprach, aber er setzte sich in seine Ecke unter den Tisch um dort den Lauf der Dinge dösend abzuwarten. Es würde etwas dauern nach seiner Erfahrung nach und diese Zeit galt es zu nutzen um zu schlafen.

Über ihm fing das Hämmern und Klopfen an, das Schleifen und schmirgeln ab und zu summte es vergnügt, sogar fast melodisch zu nennen.
So entstand nach und nach eine kleine vogelähnliche Figur mit Federhaube, Schnabel und Entenfüßen, sogar die leichten Schuppen waren zu erkennen im Ansatz. Die Flügel etwas abgespreizt schien dieser kleine seltsame Vogel keck jeden anzusehen und durch den leicht geöffneten Schnabel fast zu lachen.

Es wurde langsam schon hell und doch war Oderike einfach glücklich als sie den Vogel in weiches Leder packte und zurücklief zum Ordenshaus um ihn an Thomas Tür zu hängen mit einem leisen Lachen.

Eine Dusche hatte sie nun nötig wohl, aber da alle schliefen musste es der Waschtrog in ihrem Zimmer tun und danach sank sie auf ihr Bett nur kurz ausruhen und verschlief prompt die Messe, aber das mit einem Lächeln immer noch auf den Lippen.
Zuletzt geändert von Oderike am So 3. Feb 2019, 16:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » So 3. Feb 2019, 16:39

ächelnd zog Oderike ihre Rüstung aus und blickte gen Rubio der ihr zusah von seinem Stammplatz aus so gelassen als wüsste er genau wie es in ihr so aussah.

„Rubio... „brummte es da auch schon ihm entgegen“, ich sollte schlafen nun, aber ich bin so wach und vom Rest erzähle ich dir nichts. Wohl auch nicht nötig wirklich was?"

Rubio schaute sie an, ihre zerzausten Haare standen teils ab als ständen sie unter Strom, so wie sein Schützling es wohl selbst tat und wenn er hätte Grinsen können so würde er es wohl nun. Zumindest deutete Oderike seinen Blick so und sie warf einen der Stiefel nach ihm lachend wohl wissend das er diesem locker ausweichen konnte.

„Das ist mal wieder typisch, Du findest das erheiternd und ich kann sehen wie das nun loswerde!“

Rubio schien eher noch mehr zu grinsen und saß zur Sicherheit nun lieber auf dem Schrank und schaute von oben auf sie herab.
Brummend und lachend stand Oderike in mitten ihres Zimmers und schnaufte bevor sie zum Fenster schritt um es zu öffnen. Eisige Nachtluft drang in ihr Zimmer und in Hose und Hemd setzte sie sich auf das Fenstersims die Beine anziehend um hinauszusehen.

Schlafen ging wirklich nicht und wer daran Schuld war wusste sie auch, aber bereuen würde sie es keine Sekunde. Noch jetzt wäre sie lieber im Stall um all das nicht zu beachten was Verstand so flüsterte und richtig war. Das machte es nur nicht besser oder leichter, denn eines war auch klar es stand im völligen Gegensatz zu dem was sie sonst gerne tat. Einfach los ohne nachzudenken rein ihrem Gefühl und jener Wahrheit folgend die in ihr stets wie ein Feuer brannte wild und stets im Zaum gehalten von ihr selbst.
Knurrend leise atmete Oderike tief durch, verdammt Geduld hier zu haben war eine echte Tortur und doch litt sie nicht allein, das wusste sie so sicher wie es Nacht gerade war und sie nur eine schwache Ahnung von dem hatte wo der Sturm der da in ihnen tobte hinführen konnte.

Nicht daran denken, hör auf und konzentriere dich auf das was du lerntest.

Einatmen. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen...

Licht es war so schwer ab und zu aber es funktionierte wirklich, denn ihr Puls war nicht mehr am ausflippen und damit konnte sie zumindest mit dem Rest etwas einfacher umgehen, wenn auch höchst unwillig. In mancher Beziehung war sie einfach wohl nicht für Zwänge zu haben und nur knurrig akzeptiere sie diese.

Der Kronrat heute war auch ein solcher, denn Pflichten die aus diesen Entscheidungen auf sie nun zukamen würde sie Lösen müssen im Sinne der Bewohner von Eastvale. Licht, ab und zu verfluchte sie ihren Vater Sir Desther immer noch, der sie einfach mit diesem Lehen hatte sitzenlassen und ihrer eigenen Art, die sie diese Verantwortung nicht einfach ignorieren hatte lassen können.

Es brachte nur wenig mit vergangenem zu Hadern, denn es galt die Weichen für dieses Lehen nun zu stellen um das zu erschaffen woran sie schon so lange glaubte das es möglich war. Dafür mussten Briefe geschrieben werden und Verträge erarbeitet und noch so einiges mehr.
Das Zentrum des Ganzen war Eastvale und wenn es ihr gelang würde dort etwas entstehen das mehr war als Holzwirtschaft in seinen vielen Formen. Zukunft eines Lehens ...was für eine Aufgabe und daneben noch das werden was sie wirklich war in ihrer Seele.

Lächelnd blickte Oderike hoch zu den Sternen, sie war so vieles und doch nur eines, ein Mensch der sich gerade gern an eine Schulter gelehnt hätte um einfach sich komplett zu fühlen. Ein Geschenk einfach das sie stets fühlte bei ihm und darauf zu warten es zu dürfen hieß auch dieses Mal nicht nachzugeben, sondern hier auf der Fensterbank zu sitzen bis sie es schaffen würde ins Bett zu gehen vielleicht.





Verfasst am: 20. März 2018, 11:10



Nach dem sie ihren Whisky ausgetrunken hatte ging auch Oderike hoch in ihr Zimmer es galt schließlich zu packen und wieder einmal zumindest das nötigste zu ordnen. Fluchend leise begann sie ihre Rüstung zu überprüfen, jeder Riemen und jede Schnalle wurde sorgfältig auf Schäden untersucht dabei. Etwas das sie eigentlich nicht hatte schon wieder tun wollen, doch der Ruf des Königs ließ ihr keine Wahl und den anderen auch nicht.

Was hätte sie auch sagen sollen als Ritter des Königs und ehemalige Korporal, ihre persönlichen Belange und Gefühle spielten da eben keine Rolle. Das es dem Rest kaum besser ging war kein echter Trost in diesem Moment, lag doch Argus gerade erst hinter ihnen und die Folgen daraus noch längst nicht beseitigt wirklich. Überall fand man noch immer Spuren davon und das Knurren in ihr über all das Leid der Seelen auf Argus war nicht vergessen.

Rubio sah ihr zu, die Augen leicht zusammengekniffen als gefiele ihm das auch nicht so wirklich und setzte sich demonstrativ mitten auf ihr Bett und die noch einzupackenden Gegenstände

„Ich weiß, ich weiß ...“ brummte es dann auch schon, ich sorge dafür das Du dein Stück Speck jeden Tag bekommst versprochen. Der Rest war eher ein grollendes Gemurmel und es ging weiter mit einpacken und sortieren bis wirklich alles verstaut war und seinem Platz gefunden hatte.

Sollte sie wirklich so eine Kiste packen, wie Patrick es ihr geraten hatte?
Licht, das hatte sie nie aber andererseits es gab soviel zu bedenken und Licht noch eines, selbst wenn sie noch so fest an jenes glaubte, es war nicht mehr als eine mögliche Zukunft vertrauend auf das Licht.

Nur war sollte dort hinein, jene Figur unmöglich aber zumindest zwei Briefe und das Lichtsymbol für Eastvale. Ihr weißes Buch kam eh mit und alles was ihr wirklich wichtig war konnte sie nicht in eine Kiste packen. Lächelnd setzte sich Oderike zu Rubio und strich über sein rotes Fell, bevor sie diese zwei Briefe schrieb und in den einen eine Haarlocke von ihr noch packte.
Der Ring ihrer Familie kam noch dazu, der sollte an Linnard er war dennoch ihr Bruder schließlich und konnte ihn so weitergeben an ihr Patenkind.
„Liebe ist etwas Schönes“, murmelte sie versonnen jene Worte von Patrick und er hatte absolut recht auch wenn sie damit nicht offen umherrennen konnte oder eben rot wurde deswegen. Sie liebte so einiges inzwischen und alles auf unterschiedliche Weise zu ihrem erstaunen ab und zu immer noch und Eileen gehörte dazu, genauso wie Andrias ihr Knappe.

Licht, am liebsten hätte sie beide eingepackt in ihr Marschgepäck doch das war eben nicht möglich, genau wie den Pater. Ihre Familie, all das was sie hielt im Gleichgewicht würde hierbleiben erneut ...

Knurrend über sich selbst schüttelte Oderike den Kopf, nicht alles und in Gedanken waren sie mit dabei und schließlich waren ja Ordensbrüder auch dort und er.

Stockend in Gedanken sah sie Rubio an, ihre Hand ruhte auf dem seidigen Fell fühlte das sachte vibrierende Zittern des kleinen Körpers, der zufrieden anfing zu schnurren als ahne er schon was passieren würde gleich.

Sollen wir es wagen wirklich?

Verdammt es war gefährlich, aber ihr ganzes Herz schrie schon ja und im Grunde war diese Frage überflüssig, die sie sich in Gedanken stellte. Wozu also überlegen und verdammt, allein die Vorstellung das ihm etwas passieren könnte trieb sie schon in den Wahnsinn halber. Es war nicht vernünftig aber es war das was sie fühlte und sie ihm geben konnte und er ihr.

Ob er das auch so sah, konnte sie nun nicht wissen doch der Beschluss stand fest und sie nickte Rubio zu entschlossen. Wir gehen zusammen und wehe du lässt mich im Stich vor der Tür.

Rubio blinzelte nur und erhob sich geschmeidig, stolzierte zur Tür und sah zu ihr hin als wollte er sagen:

„Worauf wartest du dann noch, hast lange genug getrödelt ich brauche auch kein Gepäck."
Leise lachend über ihren pelzigen Kameraden öffnete Oderike leise ihre Tür und schaute auf den Gang, es war schon spät in der Nacht doch man konnte nie wissen, Alles schien ruhig und die Türen waren zu so dass man es wagen konnte wohl.

Rubio war schon längst vorgelaufen und saß gelassen dort, wartend auf dieses Kind das sich so seltsam oft benahm in seinen Augen. Oderike zog derweil ihre Stiefel aus, behielt den Rest an und schloss die Tür hinter sich um möglichst leise zu ihrem Ziel zu gelangen.

Eine Bodendiele knarzte etwas und sie erstarrte, hielt kurz die Luft an um dann weiter zu huschen mit heftig klopfendem Herzen. Licht das war ja schlimmer als gedacht und irgendwie schwieriger, aufregender und doch sie konnte nicht anders wie zu Lächeln.

Es gab Dinge die musste man wagen und das gehörte gerade dazu, also klopfte sie nur ganz leise an die Tür und öffnete sie um in das Zimmer zu schlüpfen und diese hinter sich zu schließen.

Ihre Entscheidung war gefallen und alles was sie wollte war hier zu schlafen für diese Nacht so unvernünftig es auch war, sie würde nicht gehen wieder.
Oderike sagte nur ein Wort leise und machte einen Schritt um stehen zu bleiben, denn es war auch seine Wahl und diese würde sie ihm nicht wegnehmen...





Verfasst am: 3. Aug 2018, 11:37



Müde saß Oderike auf der Bank vor dem Ordenshaus als der Morgen fast schon graute ein Glas Wasser trinkend und betrachtete die vielen Zelte, welche man aufgebaut hatte und in denen nun schon Flüchtlinge teilweise lebten.

Seit gestern Abend diese Nachricht die Runde gemacht hatte einem Lauffeuer gleich und das fassungslose Entsetzen ihm danach folgte fast umgehend war keine Zeit gewesen um auch nur einen Moment innezuhalten. Zuviel Arbeit gab es für jeden von ihnen und der Schmerz und die Trauer, der Zorn lag einer Wolke gleich über dem sonst so friedlichen Gelände des Ordens und der Stadt.

Greifbar fast bei allen für Sie und das Wort „Krieg“ schwebte über all diesem als wäre der grauenhafte Überfall und der brennende Weltenbaum nicht schon furchtbar genug. Tausende mussten verbrannt sein oder abgeschlachtet so sinnlos aus ihrer Sicht. Für diese armen Seelen galt es zu beten und danach helfen wo sie gebraucht würde wieder. Rüstung und ihr Schwert waren seit dem letzten Mal sauber und unberührt geblieben und nun war ein Krieg losgebrochen, der diese Welt zu zerreißen drohte.

„Licht hilf uns die Vernunft zu bewahren in den Zeiten der Gewalt und des Zorns.“ Murmelte Oderike während ihre Augen automatisch Thomas verfolgten der ebenso unermüdlich gearbeitet hatte um zu helfen und einen neuen Stapel Zeltstangen zu einem Platz trug. Eileen sah sie auch emsig mit ihrer Heiltasche in das nächste Zelt verschwinden um Verbrennungen zu behandeln und andere Verletzungen.

Sollte sie zum Schwert wieder greifen oder nicht, ihrem Drang folgen zu richten oder ihren Weg ohne es weiter gehen auch jetzt. Die Entscheidung konnte nur sie selbst fällen aber es gab ja Brüder und Schwestern, die man um Rat bitten konnte und das bevor man einen Marschbefahl hatte am besten.

Sie würde Pater Edward schreiben und dann weitersehen, nicht das sie seine Worte vergessen hatte aber zumindest schien er recht gehabt zu haben mit ihrem Schwert. Die kleine Figur auf ihrem Nachtisch kam ihr in den Sinn und sie nickte entschlossen.

Wenn es nötig sein würde war sie bereit sich dem Licht anzuvertrauen und es zu nutzen auch ohne Schwert. War es nicht das worum sie gebetet hatte so oft und irgendwann sollte man diesen Weg dann auch gehen wirklich. Den schwertschwingenden Ritter zur Seite treten lassen und auf eine andere Art kämpfen nicht weniger entschlossen und zornig.
Nicht jetzt, das hatte der Kommandant sehr deutlich gesagt, denn erst galt es zu helfen, aber ihn würde sie auch fragen wohl ob sie ohne Schwert es schon schaffen konnte die Unschuldigen zu verteidigen mit der Hilfe des Lichtes. Besondere Aufgaben, war sie dafür bereit und was gatte er damit gemeint nur?

Auch das würde sich finden und noch etwas galt es zu tun als Lehnsbesitzerin, sie musste ihre Miliz ihr Lehen für den Ernstfall vorbereiten und die Grenze, die schmalen Bergwege zum Rotkamm sichern, die königliche Straße all das galt es zu tun nun. Auch dort oder gerade dort mit Matts Hain würde vielleicht so mancher Druide etwas Frieden finden in seiner Seele und die Kaldorei dann auch.

Brummend stand Oderike auf nahm einen Eimer mit frischem Wasser und ging los um weiter teils apathisch sitzende Personen, die Asche etwas abzuwaschen und einen Schluck Tee anzubieten. Nicht viel was sie tun konnte aber sie hörte zu und versuchte zu lindern wo es ging, ihnen so etwas Hoffnung zu geben wieder. In ihrem Gefolge stets ein roter Kater ,der genau beobachtete was sie tat und ab und zu als wäre er stolz auf sie sich an ihrem Arm rieb oder einem Flüchtlingskind gestattete ihn zu streicheln.





Verfasst am: 1. Feb 2019, 14:19



Lange Zeit saß Oderike vor ihrem Tisch in ihrer Bastelecke und starrte auf das leere Papier mit Rubio auf dem Schoß und dachte an den vergangenen Abend zurück. Das Ringen der beiden stand ihr dabei vor Augen und in ihrem Kopf drehte sich seitdem nur ein Gedanke noch.

Verflixt noch eins, allein die Vorstellung war schon dazu geeignet sie zum leisen Knurren zu bringen und genau deswegen kam sie nicht davon los. Thomas am Boden mit ihr, so nah das es einen umbrachte beinah und das noch im Rahmen des Schicklichen.

„Licht noch eines.“ fluchte sie leise und Rubio sah sie aufmerksam an und sprang lieber auf den stabilen Tisch nun.

„Schau mich nicht so an, Du hast diese Probleme bestimmt nicht!“
Rubio kniff etwas pikiert wohl die Augen zu und tatzelte nach einem kleinen Metallstift, der noch herumlag.

Oderike brummte und strich Rubio entschuldigend über den Kopf, worauf dieser sie quer über den Tisch legte und ihn zu seinem Reich erklärte.
„Ein Whisky noch und dann wird geschrieben endlich. Das ist doch albern, dass allein der Brief mich schon so durcheinanderbringt“ Erklärte sie dem Kater und goss sich einen doppelten ein, um ihn auszutrinken. Schnaufend blickte sie erneut das Pergament an und begann zu schreiben, sie wollte es unbedingt und manchmal musste man eben den Mut haben das auch dann zu tun.

Wo ritt sie sich da nur wieder hinein, erst diese Minne, die auch noch geschrieben werden musste und die Kleidung dazu, dann nun das Duell mit dem Dreikampf mit Ringen. Das ging ihr durch den Kopf dabei und es würden zwei Wettkämpfe werden wo der Gewinn nicht unbedingt in der Marke lag für sie. Ein Lächeln umspielte nun ihren Mund und das Funkeln der goldfarbenen Augen nahm mit jedem Wort auf dem Papier zu. Rubio schnurrte leise höchst zufrieden wohl und völlig einverstanden mit der Situation nun.

Langsam wurde es wirklich Zeit etwas dagegen zu unternehmen, ein paar Holzscheite zu hacken oder einen neuen Stein zu einer Figur werden zu lassen die ihrer Gemütslage entsprach gerade. Es gab viele Möglichkeiten sich abzulenken und Arbeit war schließlich auch genug da.

In einem hatte Tion wohl recht gehabt, mit dem schlafen war es heute wohl weniger etwas, zu sehr waren ihre Gedanken und Gefühle aufgedreht. Den Brief beendend dachte sie noch kurz an den zurückliegenden Abend und das Gespräch am Tisch danach, der Ren’dorei wäre ohne Leere ganz erträglich gewesen, doch manche Ansichten waren nun wirklich nicht die ihren gewesen.

Trotzdem war es ein angenehmer Abend gewesen und jeder hatte ihn wohl genossen, auch wenn sie früher gegangen war, um ihr eigenes Duell noch genauer zu präzisieren.

Brummend leise zerrte sie ihren Zopf zurecht und ging zu den Schlafräumen ganz leise. Den Brief noch in der Hand stand sie dann da und blickte in Richtung der einen Tür. Rubio, der wie so oft ihr gefolgte war nahm ihr die Entscheidung ab und schlich auf Samtpfoten zur Tür und zwinkerte ihr wahrhaft zu.

Das gibt es doch nicht oder doch? Ich dachte Oderike und folgte seinem Beispiel, um den Brief unter der Tür durchzuschieben und ganz leise dann wieder sich davon zu stehlen. Welch ein Segen das sie keine Rüstung im Orden trug befand sie dabei und lachte dann in ihrem Zimmer auf. Sie hatte es getan, nun würde sie gegen Thomas antreten und es genießen auch noch. Während sie sich umzog beschloss Sie einen Spaziergang zu unternehmen und nach den Feuerstellen der Flüchtlinge dabei gleich zu schauen. Es war schließlich Winter und die Kälte konnte krank machen.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » So 3. Mär 2019, 11:27

Eine ganze Weile stand Oderike nach dem Gespräch mit Mikael noch am See und versuchte ihre Gedanken in eine vernünftige Richtung zu bewegen. Das Chaos in ihren Gefühlen war zwar eingedämmt wieder doch keineswegs verstummt und genau das hielt sie davon ab zum Ordenshaus zurückzugehen.
Sie hatte über ihren Zorn zumindest gewonnen und auch das war nicht einfach gewesen, denn einen Moment lang war sie versucht gewesen Mikael ihre Faust ins Gesucht zu brettern. Stolz war sie darauf nicht, im Gegenteil. Die Frage das er es wusste stellte sie sich nicht einmal für eine Sekunde. Es war knapp gewesen wahrlich, wer ihren Gefühlen zu nahe kam stand an einem Abgrund, in dem der Zorn heiß loderte, noch immer und daran musste sie arbeiten.
Überhaupt waren Gefühle der Anlass gewesen für die Bitte des Kommandanten und genau das war auch etwas das sie am See bleiben ließ, um nachzudenken.
Kontrolle und Geduld
Zwei Dinge die ihr ab und zu immer noch nicht wirklich gelangen besonders in Bereichen wo es um Gefühle ging. All das wusste Oderike selbst wenn sie darüber nachdachte, doch half es wenig, wenn es darum ging etwas das ihre Beherrschung so mühelos durchbrach im Zaum zu halten.
Licht ...
ihr Starrsinn war ein weiteres Thema das Mikael ihr klar vor Augen vor Augen geführt hatte und trotz der versöhnlichen Worte in ihr arbeiteten. Er war älter und hatte das Problem wohl auch gehabt mit diesem verflixten „ich will das“ in seinen vielen unterschiedlichen Arten, die es dabei gab.
Respekt vor ihm hatte sie und zwar gewaltigen, doch auch noch so etwas wie eine stumme Wachsamkeit trotz dem Wissen um seine liebevolle Fürsorge als Kommandant und Ordensmitgliedes. Würde das je anders werden und warum gab es das bei anderen nicht mehr?
Geduld …
Er war eben eine Art Vaterfigur und genau das war es wohl was den Unterschied machte zu anderen, das war er auf eine Art von Anfang an gewesen und ließ sie auch jetzt nachdenken über das was er gesagt hatte wirklich.
Es kam nicht darauf an wie lange sie brauchen würde, um all das zu sortieren und wirklich zu verstehen im Kampf mit ihren Gefühlen und dem Wissen, das manches eben Regeln unterworfen war und an denen sie gerüttelt hatte und zwar heftig.
Sie hatte das zu verantworten und kein anderer, das war der Punkt wo es keine andere Antwort gab und sie Mikael recht geben musste, ob es ihr gefiel oder nicht. Der Grund so verständlich er wohl auch war spielte keine Rolle und allein, weil Mikael auch mit Thomas geredet hatte war es nur richtig mit ihm zu reden. Er konnte ja nichts dafür und sie schuldete ihm das wirklich, denn er hatte keine Wahl gehabt.
Brummend blickte Oderike auf den See hinaus, der nun im Schatten der aufkommenden Nacht lag, es gab nichts Wertvolleres wohl wie eine Familie und sehr langsam bekam jedes Ordensmitglied eine Art „Rolle“ darin für sie.
Sie wandte sich ab nach dieser Feststellung und schritt zum Ordenshaus ,es gab noch einiges zu tun und Arbeit war etwas das Oderike nicht scheute, am liebsten jene die mit körperlichen Anstrengungen verbunden war.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » Di 5. Mär 2019, 10:28

Frisch, um nicht zu sagen kalt war der Flug mit dem Greifen nach Sturmwind zurück in den Abendstunden. So das Oderike dankbar war die warmen Stallungen des Ordens zu erreichen und es sich auf einem her Heuballen bequem zu machen nach dem sie den Greifen versorgt hatte. Ihre Blanche bekam einen Apfel noch außerhalb des normalen Futters und rieb den Kopf dafür an Ihrer Schulter in der Hoffnung wohl noch einen zu bekommen. Brummend strich Oderike ihr über die Nüstern in Gedanken schon bei jenen doch teils überraschend interessanten Gespräch mit Lord Lightblade.
Ihn hatte sie nun wirklich nicht erwartet dafür, aber geschadet hatte es auch nicht, eher im Gegenteil zumindest im Rückblick.
Einige Verhaltensweisen der Ordensmitglieder wurden dadurch zumindest verständlicher, wenn sie selbst auch wohl niemals sich dem hätte unterordnen können. Der Gedanke entlockte ihr ein Grinsen, denn ihre Anfänge hier waren auch nicht unbedingt der friedlichsten Natur gewesen. Bockig, zornig und stur, gepaart mit einer mühsam disziplinierten Wildheit und dem unbedingten Willen sich nichts dauerhaft vorschreiben zu lassen war sie gegen sich selbst und vieles andere angerannt.
„Göre“ hatte Cathalan es genannt und zum Teil passte der Begriff dafür wirklich, aber eben nur zum Teil und genau das machte für Oderike den Unterschied eben aus.
Die erstaunliche Geduld von Aedan und der ganze Orden drum herum hatten über dieses alles hinweggesehen und nach und nach die Kanten geschliffen, ohne sie zu zerbrechen dabei. Jeder einzelne auf seine Weise und Eileen nahm dabei ebenso einen Sonderplatz ein wie Mikael oder eben Thomas.
Ja sogar Pater Edward mit dem sie oft so ihre Probleme hatte war wichtig ihr geworden, um zu lernen, wenn das knurren dabei auch immer noch oft genug im Hinterkopf lauerte. Es gab so einiges das sie nie würde ihnen allen so wirklich sagen, aber es war vielleicht auch nicht nötig. Sicher war sie sich da nicht, dazu fehlte ihr immer noch Zuviel an Wissen.
Geduld, diese Tugend war ihr steter Begleiter geworden so erschien es ihr oft genug und wenig half es gegen diese anzurennen. Im Gegenteil es würde nur Schaden verursachen bei anderen und am Ende auch ihr selbst vermutlich. Wie oft schon war sie gegen diese angerannt, ob im Kampf oder auch bei anderen Dingen. Vergebens und mit meist noch Ärger als Folge daraus ob als Wache oder eben hier dann mit ihren Brüdern und Schwestern.
Tugenden überhaupt hatten einen Großteil der Zeit in Anspruch genommen und sie erschienen Oderike rückblickend weniger wie Ideale nach denen man streben sollte, sondern eher wie unmenschliche Gitter, die folgten man ihnen, ohne nach rechts und links zu sehen dabei einen nicht nur stolpern ließen sondern auch zu etwas machten das man nicht sein sollte.
In Zusammenhang mit Abgrenzung kam dann eben ein Orden heraus der in seinen Grundzügen den Fanatismus wohl eingebaut hatte auch wenn gemäßigt und gut verborgen. Ritter des Ordens schworen einen Eid auf dieses Ganze und zeigten eine Hingabe für manches die Sie nicht selbst so besaß oder besser in anderer Form wohl nur.
Etwas das sie Mikael fragen musste wohl genau wie nach der Silbernen Hand und ihren Werten oder dem Eid, den diese schworen. Sie wollte war keiner mehr werden unbedingt, aber das Wissen um diese Dinge gehörte einfach zu den Dingen, die ihr nun wichtig erschienen.
Brummend registrierte Oderike das Rubio sie gefunden hatte und vor ihr saß mit einem vorwurfsvollen Blick, der deutlich sagte:
„Mädchen was hockst du hier herum zu dieser nächtlichen Stunde, du gehörst in dein Bett.“
Einladend klopfte Oderike auf ihren Schoß, den Blick versuchend zu übersehen, denn sie war noch nicht fertig ganz mit dem Rückblick und beginn des Sortierens der Informationen und ihrer Bedeutung. Rubio sprang daraufhin wirklich auf den heuballen und legte sich dicht an ihr Bein um als stille Aufforderung wohl seine Ansicht nach zu wirken.
Oderike streichelte sein samtiges Fell und brummte leise ihre Gedanken wieder aufnehmend.
Ein neues Gespräch mit ihm stand damit wohl nun fest und dieser Ren‘dorei musste sie auch noch schreiben, auch wenn ihre Natur gegen ankämpfte und diese Leere vernichten wollte. Sie hatte schließlich zugesagt das Gespräch zu suchen und das würde sie auch tun. Es gab da eine Sache, die sie nicht losließ und deswegen würde sie über ihre Befindlichkeiten hinwegspringen.
Die Liste wurde länger der Personen, mit denen sie reden wollte, um mehr zu erfahren oder auch nur eine Wahrheit für sich zu finden.
Wahrheiten ohne diese wäre der Weg, den sie verfolgte, schon so lange ein Irrweg und es musste ja nicht immer im Kampf sein, es gab so viel mehr auf dieser Welt schließlich noch zu lernen einschließlich eben jener Tugenden des Ordens von Lord Lightblade.Ihre Eigene Wahrheit darin zu finden war wohl eine Aufgabe, die sie nur allein erledigen konnte. Wie man Inquisitor wurde wollte sie auch noch wen fragen und Thomas war auch wichtig, eigentlich sehr wichtig.

Gähnend erhob sich Oderike vom Heuballen mit einem maunzenden Rubio zusammen ging sie zum Ordenshaus hinüber um noch etwas Ruhe in ihrem Zimmer zu finden bevor der Morgen graute und man mit Sicherheit bemerken würde das sie nicht geschlafen hatte.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » Do 24. Okt 2019, 11:23

Oderike sprintete hinter Aedan her als wären Dämonen hinter ihr her und irgendwie stimmte es auch. Ihre eigenen ganz persönlichen tobten und schrien nach Rebellion, nach Gerechtigkeit und dem was sie einst dem Licht geschworen hatte. Es kostetet sie so unendlich viel, dass sie nicht ihr Pferd schnappte und sich der Order des Abtes widersetzte.
Kurz hinter ihm eintreffend half sie stumm allen die Sachen zusammenzupacken und blieb im Ordenshaus bis der Trupp verschwunden war, Danach stapfte sie innerlich kochend zur Ordenspforte dem Bruder noch gerade so zunickend, um diese mit einiger Wucht hinter sich zuzuknallen.
Es dämpfte ihre Wut nur kein bisschen das war das Problem, mit dem sie klarkommen musste und auf wen einzuschlagen wäre nicht förderlich unbedingt dabei gewesen. Also stopfte sie in die Nacht hinaus bloß weg von allen zum Wasserfall und drosch mit der blanken Faust gegen einen Baum zweimal. Der Schmerz in der Hand war eine Mahnung an Sie und Rubio der angeschossen kam aus der Nacht machte es auch nicht besser.
Er blickte sie nur kurz an, sein Fell sträubte sich angesichts der Wildheit und des Zorns, der von seinem Schützling gerade ausging und blieb auf Abstand lieber. Oderike knurrte leise als sie ihn sah und an Thomas damit ebenfalls erinnert wurde, was den Zwiespalt noch verdeutlichte in dem sie sich nun befand.
LICHT, NEIN…
Schrie sie gegen das Rauschen des Wasserfalls an und konnte sich nicht dazu durchringen zurückzugehen, um sich helfen zu lassen von ihm. Zu aufgebracht über das Verbot und die Ohnmacht, die sie fühlte, deswegen, den Schmerz darin über emotionalen Ketten, die sie banden aus unterschiedlichster Art und die sie nicht ignorieren konnte oder zerbrechen auch nur wollte.
Es gab nichts was sie tun konnte außer ihren Trotz zu pflegen, was so sinnlos war wie gegen Bäume zu dreschen oder sich zu besaufen und doch war es genau das was ihr stets den Raum verschaffte, um zu sich zu finden wieder.

Licht...

Zu gehorchen, jetzt zu vertrauen war gegen alles was sie fühlte und glaubte zu sein, was sie als ihre eigene Mission in ihrem Leben stets betrachtete und wenn etwas so falsch sich anfühlte musste sie dann nicht...
Oderike starrte auf das nachtschwarze Wasser und schüttelte den Kopf, um den Gedanken zu stoppen. Es gab nur einen richtigen Weg und der fiel so verdammt schwer, denn die Person, mit der sie zu reden hatte, war jene die ihr verboten hatte Patrick zu suchen mit.
Wie konnte sie mit ihm reden, ohne ihn anzubrüllen oder schlimmeres? Sie war zwar immer noch nur Novizin aber dennoch RESPEKT.
Die Bedeutung dieses Wortes, diese Tugend, ihre gesamte Ausbildung die ganzen Jahre lasteten auf ihr wie Bleigewichte und genauso das Wissen, das sie der Begegnung nicht ausweichen konnte und durfte. Er wusste es vermutlich eh und auch das sie damit rang sich der Order wie damals der Wache zu widersetzen, was zu einer Bestrafung geführte hatte oftmals.
Es gab nur einen Unterschied, ihr Glaube das Licht, ihre Gefühle zu diesen Brüdern und Schwestern, zu Thomas und zu Aedan und so einigen anderen ganz besonderen wie Eileen oder Mikael oder...

SCHEIßE …

Oderike brüllte wieder vor Zorn und innerer Zerrissenheit. Irgendwie musste sie einen Weg finden, um diesen Respekt zollen zu können und mit der nötigen Ruhe den gehorsam zu leisten auch. Im Moment war dieser eine einzige Lüge und das Wissen darum schmerzte innerlich, denn ihr Weg ihr Leben war inzwischen der des Lichtes und der ihrer neuen Familie geworden.
Zwei Tage verordnete sie sich stumm selbst, um innere Ruhe zu finden und nicht noch zorniger zu werden oder trotziger, wie man es betrachten mochte.
Schnaufend stieg Oderike den schmalen Weg hinauf am Wasserfall entlang, um sich dann hinzusetzen, Rubio folgte ihr wie schon so oft, sah sie erneut an und schien zufrieden das sie blieb vorerst, denn er verschwand wieder in der Nacht.
Meditation, beten und noch etwas konnte sie tun.
Das letztere war ihr verboten das wusste sie aber ob sie es tun würde diese Entscheidung war ihre eigene und dafür verließ sie das Ordensgelände nicht. Grimmig warf Oderike einen Stein nach unten ins Wasser und atmete tief durch. In dem Zustand ging es eh nicht und diese Vernunft besaß sie immerhin gerade noch in ihrem zornigen Aufbegehren.
Kurz kam ihr in den Sinn das nur Rubio wusste wo sie war und das Ärger geben konnte, doch zurück würde sie erst gehen, wenn sie mit sich im Einklang wieder war, um das Gespräch führen zu können.
Er wusste und musste doch verstehen…
Nein falsch, er musste nicht ...Patrick war wichtiger und in Gefahr und sie musste ...
Nein falsch, sie musste eben nicht sie hatte andere Aufgaben und Order ...
Nein falsch ...ihr Eid ... ihre Werte ...ihr Wesen ...

Nein STOPP...
Ein Gedankenkarusell das sich immer schneller drehte in Oderikes Kopf und kaum einen klaren Gedanken zuließ noch.
WAS WAR RICHTIG?
Diese Frage brüllte sie innerlich dagegen an und drosch wieder mit der Faust zu, nur dieses Mal auf den Boden.
Schmerz erneut und Stille kurz bis es von vorne begann in ihr zu toben und mit unsichtbaren Krallen zu wüten.
Erst in den frühen Morgenstunden sank Oderike gegen den Baum hinter ihr und schlief vor totaler Erschöpfung ein. Eine Schlacht war geschlagen worden und ihr Körper hatte gewonnen …
Ihr Gesicht verriet selbst im Schlaf etwas von dem was in ihr getobt hatte, trug Spuren einer Wildheit noch die in ihr meist verborgen ruhte war und ihre linke Hand glich einem dicken blutigen Klumpen.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Aedan » Sa 26. Okt 2019, 14:34

Es war spät, sehr spät, als Aedan aus der Kapelle heraustrat. Stunden hatte er im Gebet verbracht. Im Gebet für Bruder Patrick, im Gebet für den Suchtrupp und im Gebet für Oderike. Ihr heranbrandender Ärger hatte ihn so in seiner Versenkung gestört, dass er sich auch gegen ihn abschirmte.
Es war eine Erleichterung gewesen, als Wulfric sich bei ihm gemeldet hatte. Immerhin waren alle Späher und Helfer soweit sicher. Und er hoffte, dass es auch so bleiben würde.
Er warf einen Blick gen See und Wasserfall, als er zum Kloster herüberschritt. Nun, da er sich nicht mehr abschirmte, konnte er den Zorn wieder fühlen. Die Verzweiflung. Das Unverständnis. Und den Kampf. Er seufzte langgezogen und wandte sich dann um, seinen Weg zur Pforte fortführend. Bruder Adalar verneigte sich vor ihm, als er eintrat und veranlasste, dass Bruder Ramwod so flink als möglich heißen Tee und ein Käsebrot auf des Abtes Zimmer brachte, während Aedan noch seinen Mantel ablegte.

Aedans Finger umfassten seinen Rosenkranz und strichen über das Lichtsymbol daran, als er die Treppe hinaufging. Das Zimmer empfing ihn mit einem einladenden Feuer im Kamin. Brot und Tee standen auf dem Tisch und jemand, vermutlich Bruder Ramwod, hatte die Kerzen entzündet. Das Prasseln und Knacken des Feuers begleiteten den Abt, als er Ornat und Rüstung ablegte und eine einfache Robe über Hemd und Hose zog. Mit der Tasse in der Hand trat er ans Fenster und blickte in die Richtung, wo eine weitere Sorge gerade außer Rand und Band geriet. Vor seinem geistigen Auge sah er sie gerade ganz deutlich, wie sie sinnlos auf den Boden eindrosch. Er schüttelte den Kopf und seufzte erneut.
Natürlich hatte sie eine Erklärung verdient, wieso sie Order erhalten hatte, hierzubleiben. Theoretisch hätte sie es auch verdient, die ganze Wahrheit zu wissen, doch musste er noch abwägen, wie gefährlich es war, es sie bereits jetzt erfahren zu lassen. Am Ende brachte es sie nur noch mehr in Gefahr, wenn das Mistvieh gewahr wurde, dass da noch eine Energie auf es gelenkt wurde. Aedans Kehle entrang sich ein tiefes Knurren. Er atmete den Hass herunter, dem er nicht erlauben wollte, ihn blind zu machen. Jede Beleidigung gegen das Licht war eine Beleidigung gegen ihn. Ihre bloße Existenz in all ihrer Verdorbenheit war ein Affront, der ihn in den Tiefen seiner Seele erschütterte. Und jetzt war es so richtig persönlich geworden. Oft zerbrach er sich den Kopf, wie er diese verkommene "Seele" endgültig zu Tode bringen konnte. Eine Weile hatte er Hoffnungen in die Asche des Geschöpfes gesetzt, das einmal Darnice geheißen hatte. Vielleicht war das auch immer noch ein Teil des Schlüssels, denn Darnice war schließlich eine Bindung mit dem Mistvieh eingegangen, was sie auf eine kranke Art verschmolz.

Eine weitere Woge Zorn rauschte an ihn heran und seine Gedanken waren sofort wieder bei Oderike. Nein, er würde nun nicht zu ihr gehen. Es war endlich an der Zeit, dass sie sich derart zusammenriss, dass sie diesen Schritt tat. Dass sie vertraute. Dass sie darauf kam, dass Gebet und Meditation nun die Art waren, auf die sie mit ihrem Licht Bruder Patrick und den anderen helfen konnte. Und dass sie es verdammt nochmal einsetzte. Wenn sie wie ein Kind wütete, das sich unverstanden fühlte, so musste sie da nun allein durch. Er lächelte. Nicht, dass sie jemals allein wäre. Er atmete auch den Ärger darüber herunter, dass sie nicht einfach tat, was ihr aufgetragen wurde und betete, statt zu wüten. Wenn sie das überwand...und wenn sie das nun durchstand und auf den Trichter kam, dass niemand im Orden ihr etwas ohne Grund verwehrte oder auftrug, dann war sie wahrhaft die Schwester geworden, die sie sein wollte und würde ihr Novizendasein endlich hinter sich lassen können.
Er schloß die Augen und versuchte, ihren Geist zu erreichen. "Vertraue."

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » Sa 26. Okt 2019, 16:02

Ein Stein im Kreuz weckte Oderike so halb und einen Moment blinzelte sie ziemlich verwirrt darüber nicht in ihrem Bett zu liegen. Dann erst tauchte der dumpfe Schmerz in ihrer Hand auf und der Grund dafür kurz darauf schon.
Ein herzhafter Fluch über sich selbst, den Order des Abtes und diese verdammte Zwickmühle in der sie sich nun befand. Gebetet hatte sie nicht und ob man das nun meditieren hätte nennen können wagte sie ebenso zu bezweifeln. Allein bei dem Gedanken an Patrick brannte der wilde Zorn wieder auf und das Knurren tief in ihrer Seele drohte wieder die Herrschaft zu übernehmen.
Ruckartig schoss Sie empor und stand breitbeinig da mit dem Schwert fast schon in der Hand bereit aus allem Kleinholz zu machen was ihre Familie bedrohte. Nur war da nichts außer dem Wasserfall und einer verschreckten Maus, die im Höchstempo in ihren Bau nun verschwand.
Schnaufend, das wilde Tier in ihr mühsam wieder einfangend, um sich zu beruhigen, setzte Oderike sich wieder hin und knurrte nur leise mit flammenden goldenen Augen, die nun auf dem entfernten Ordenshaus ruhten. Sie gehörte dorthin das war trotz allem und dem Mist, den sie vermutlich mit ihrem Ausflug verbockt hatte, ihr klar und nicht einen Moment stand das in Zweifel auch nur.
Oderike brummte leise und versuchte eine Lösung nun zu finden ohne dem wilden Drang ihres Eides und dem was in ihr an Kraft schlummerte nachzugeben. Antworten, die ebenso wahrhaftig waren wie der Eid und diese Lichtgegebene ungezügelte Kraft in ihr mussten hervor und dann war sie bereit sich dem zu stellen was ihr Ausbruch mal wieder erfordern würde und es hinnehmen mit ihrem Stolz und der Würde die darin lag ob sinnig oder nicht so war sie eben. Da gab es kein Aufgebehren, es war richtig sich dem zu stellen dann und unterzuordnen.
Wieso konnte sie es dann da nicht verfluchte Scheiße?
Die Antwort war so schnell da wie schon immer, weil ein Mensch litt und ihr ganzes Sein ihr Leben sich mit der Gerechtigkeit und der Vernichtung diesem Bösen in all seinen Formen verschmolzen hatte, dem Licht geschworen in ähnlicher Not.
Grollend leise darüber klammerte Oderike ihr Schwert fest und blickte auf ihr Ordenswams um erneut Schüttelte den Kopf.
So ging es nicht und...
Stopp ...
Was war sie doch dämlich, wenn es etwas gab dem sie stets Vertraute so war es ihrem Glaube und der einzigen Wahrheit darin. Tief durchatmend versuchte Oderike es erneut mit einer Frage ohne jene Wut, die in ihr brandete, wenn sie an Patrick dachte auch nur.
Hier ging es um etwas Grundsätzliches, das weit über ihren Zorn, ihre Kraft hinausging. Es ging auch um Standfestigkeit, Vertrauen und Liebe, dem Licht gegenüber, dem Orden und denen die sie liebten, jeder auf seine Weise.
Einzig ihre Eigenheit war anzuführen die ihren Raum brauchte und verdammt die sie noch immer nicht komplett beherrschte wohl. Keine Entschuldigung, sondern eine schlichte Tatsache die sie zur Kenntnis nahm. Dennoch half es nicht den Zorn zum Mindern, es grenzte ihn nur weiter ein so das Oderike sich bewusst wurde das sie nicht einmal etwas Essbares mitgenommen hatte.
Das Lachen darüber klang rau und zornig, aber es war eines und es brach wie Licht durch Finsternis und half ihr sich weiter zu beherrschen am Ende.
Vertrauen und Liebe…
Ihr Leben würde sie in Aedans Hände legen und verflucht ihres geben, um ihn zu retten, genau wie die anderen Brüder und Schwestern ihres Ordens. Etwas das alle tun würden und keiner wütete so herum wie sie, weil er seiner Pflicht anders nachkam.
Warum konnte sie das nicht oder hatte es noch nie gekonnt wirklich?
Licht, sie vertraute ihm dennoch und so sehr es gerade schmerzte, diese Tatsache war eine an der sie nicht vorbeikam und ebenso nicht an der Wahrheit das sie Reden mussten und diese Antworten nur im Orden in ihrer Familie finden würde. Das ging aber nur wenn sie akzeptieren konnte wo ihr Platz war und nicht wo sie es wollte
Egal was in ihr wütete?
Nein, nicht ganz sie konnte nicht mit einer Lüge gehorchen und so tun als wäre alles in Ordnung.
Demut ... das Wort tauchte so plötzlich auf das Oderike zusammenzuckte und brummte...
Der Zweifel und ihr Zorn durften sein auch Ausdruck finden, aber niemals die Herrschaft übernehmen und genau das war passiert. Sie hatte ihm keine Chance gegeben zu erklären und ob sie es nun konnte wusste sie nicht. Aber vielleicht war es auch eine weitere Prüfung ihrer Seele wieviel Wahrheit sie über sich selbst zuließ?
Darauf kam es jetzt nicht an, es war falsch ihm die Chance nicht zu lassen und Aedan hatte sie mehr wie verdient. Selbst jetzt konnte sie seine Sorge fast körperlich fühlen und er tat nichts ohne guten Grund, egal was sie anstellte er zog oft genug nur Grenzen, die wahrlich wesentlich waren oder nötig, um zu schützen oder zu helfen.

Vertraute sie Ihm?

Die einzige Frage auf, die es wirklich nun ankam und die Antwort war so lächerlich einfach.
Sie tat es seit das Licht sie zusammengebracht hatte auf unterschiedlichste Weise und instinktiv bei allem Zorn schon immer.
Wenn sie das akzeptierte und als Wahrheit annahm, dann konnte sie vielleicht auch ihn fragen wieso und was mit ihrem Eid wäre und den Folgen daraus die ein Teil ihres Wesens waren.
Frieden in sich und zumindest der Lösung näher stand Oderike auf und ging langsam den steilen Weg gen Ordenshaus zurück.
Ja sie wollte noch immer los und das war ebenso wahr, doch sie würde nun beten für Patrick und sich dann dem Rest stellen so ruhig es eben ging.
Vertrauen dem Licht Patrick, denn es schützt und bewahrt das wesentlichste von Dir. Gib nicht auf, sie werden rechtzeitig kommen.
Wie eine Mantra murmelte Oderike das beim jedem Schritt und drängte damit die letzten zornigen Anflüge zurück.
Vertrauen, er brauchte Hilfe und das Licht war eine.
Sie war nicht nur Schwert, sondern so viel mehr. Was genau war ihr noch nie klar gewesen und auch jetzt nicht. Eines jedoch schon, sie musste den Weg des Lichtes weitergehen und nicht den des Zornes und der Waffe allein!
Mit dem Gedanken schritt Oderike zur kleinen Kapelle um zu beten für Patrick und für jene die unterwegs waren um ihn zu retten.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » Mi 30. Okt 2019, 11:41

Durchatmen und sich umziehen, nur nicht dem Folgen was sie zeitweise so gern getan hätte. Das war Oderikes Gedanke bei jedem Schritt die Treppe hoch, denn schließlich hatte sie es sich selbst eingebrockt und es war nicht diese Woche und nicht einmal die Anweisung den Hof nicht mehr zu verlassen allein oder die Robe, sondern wie so oft Mikael gewesen der sie fast erneut, um die so mühsam erkämpfte Ruhe und das Vertrauen zu bringen drohte bis zum Schluss.
Seinen Ärger konnte sie verstehen über ihren „Ausflug“ auch hatte Er durchaus teilweise recht, aber nicht völlig und das war es was sie so aufbrachte. Allein diese beleidigende Frage:

Was glaubst du wer du bist?

Brachte sie schon zum Knurren, denn zum Teil war das ja ein Problem durchaus und erklären konnte sie es Ihm auch nicht. Denn wie meinte er so schön.: „Sie sei Mitte 20 und kein Kind mehr...“ Ihre Antwort war richtig gewesen aber eben auch nicht, denn unvollständig und das ärgerte sie noch immer. Nur konnte sie ihm das mit dem Ärger, der gerade in ihnen beiden brodelte, auch nicht sagen und ob sie es je würde können wusste sie auch nicht.
Wie auch, was ihn betraf war es ein sehr seltsames Verhältnis und obwohl sie ihn wirklich mochte, respektierte und auf eine Weise bewunderte, konnte sie auch in Versuchung geraten Ihn im nächsten Augenblick zu erschlagen, wenn sie zornig war, zumindest hegte sie den Verdacht und auch das galt es stets zu verhindern und zu ändern. Sie wusste nicht wie so wirklich, aber vielleicht brauchte es auch nur Zeit und die Erkenntnis das eben nichts einfach war und Menschen erst recht nicht.

Sie liebte ihr Zuhause und ihre Familie das musste reichen und ihr Glaube, ihre Kraft brauchten diesen Ort, um zu gedeihen und zu lernen damit zurechtzukommen und der Welt. Es klang so albern, wenn man in ihrem Alter war aber ändern konnte sie es auch nicht nur daran arbeiten all das aufzuholen was andere in diesem Alter schon gelernt hatte.

Geduld und auf ein Neues. Einfach wie der Rest sein, war mal wieder das Ziel und das war so schwierig oft, manchmal schlicht unmöglich zumindest schien es ihr so. Ihr fehlten einfach Dinge, die anderen so selbstverständlich waren noch immer und sich darüber zu beklagen fiel ihr schon lange nicht mehr ein, sie war schließlich erwachsen und hatte Verantwortung.

Sie war kein Kind mehr das jammerte und sie würde es auch nun nicht tun, die Anweisung war gerecht gewesen, wenn es auch etwas von dem hatte was sie ebenso hasste wie diese Verderbnis und jedes Böse. Unsichtbare Ketten, um sie zu schützen waren wohl nötig gerade und sie hatte keine Ahnung warum. Es machte es nicht einfacher, denn sie brauchte Raum und eine gewisse Freiheit.
Ob Aedan sie deswegen wohl zu Thomas zum Helfen geschickt hatte?
Raum und seine Anwesenheit brachten sie einfach zur Ruhe, auf, eine Weise zumindest die ihr half und den so wichtigen Frieden in ihrer Seele, ins Gleichgewicht eben. Körperliche Arbeit war etwas das ihr leichter fiel und die Luft gab mit der Robe klarzukommen. Sie hätte sie ja nicht das Anbieten müssen, aber es war ihre Art zu zeigen wie ernst sie das meinte und das sie versuchte zumindest zu arbeiten daran. Es ging Ihr dabei nicht um Schuld für das zornige Weggehen oder Vorbild, nein einzig um die Ernsthaftigkeit ihrer Entscheidung und dass sie fähig war auch sich zu beherrschen egal was in ihr brodelte.
Demut und Vertrauen, beten und arbeiten …

Ein Mantra, das sie am besten sich ständig vorsagen sollte, wäre da nicht ihre innere Stimme, die erklärte etwas anderes. Sie zu überhören war eine Kunst, die einer Lüge für sie gleichkam und doch ein Teil davon war einfach zu wichtig, um sie nicht zum Schweigen zu bringen für den Moment zumindest.
Die Robe anziehen war eine Angelegenheit, die nicht viel Zeit brauchte, einzig der Anblick dann und das Gefühl, welches sie immer noch damit verband, zum Teil, machte es für sie zur Prüfung der besonderen Art.

Demut und Vertrauen, beten und arbeiten ...sei wie der Rest du bist nicht anders und nichts Besseres

Wieder murmelte Oderike diesen Satz und starrte sich im Spiegel dabei an. Eine Frau blickte ihr entgegen in einer Robe, die zu ihr passte und auch nicht. Die Haltung einer Soldatin, eines Ritters im Kampf und was so gar nicht zu der zarten Kleidung passten. Auch nicht der Blick ihrer Augen, die ihre Gedanken und Gefühle wiederspiegelten, offen waren nicht so friedlich und erst als sie sich von diesem Anblick löste und durchatmete änderte er sich wider.

Es war nicht so schlimm und eine Woche schaffte sie leicht, Gebet als Mittel und Vertrauen, das es einen Sinn ergab und die Strafe an sich war keine die schlimm gewesen wäre. Einzig Sie selbst machte sie zum Drama zumindest ihre Gefühle im Inneren, die es zu ignorieren galt.
Brummend schritt Oderike aus ihrem Zimmer, stapfte im Marschritt die Treppe herunter und ging zur Kapelle um zu beten für Patrick, den Trupp und um Geduld mit sich und anderen.

Demut und Vertrauen...

Alles was gerade nötig war und beides war nicht unmöglich
Kurz dachte Oderike an ihre Knappenzeit zurück mit einem Lächeln, an Desther ihren Vater, der sie so angenommen hatte wie sie war und an das was sie gelernt hatte von ihm und der Zeit als Wache.
Gehorsam hatte er ihr nie eintrichtern können so wirklich, aber Wahrhaftigkeit und Würde und so etwas wie Stolz verbunden mit einer inneren Würde, die nichts mit Trotz oder Sturheit zu tun hatte, sondern mehr mit dem was er Ihr sehr früh erklärt hatte nach einer weiteren Dummheit oder Respektlosigkeit.
Egal was Du tust stehe dazu und trage die Folgen, sei Dir selbst treu dabei und irgendwie tat sie das stets auch. All die Rittertugenden, die sie lernen musste, samt der Erkenntnis das man nie allen Tugenden gerecht werden konnte und es nie ein perfekt geben würde.
Das Lächeln vertiefte sich bei dem Gedanken an ihn und Sie beschloss auch für ihn zu beten, es würde nicht schaden und immerhin war auch das ihre Aufgabe.
Sie konnte vielleicht nie wie der Rest sein, aber sie selbst das konnte sie und das war das Ziel und wie immer es aussah würde sie erst wissen, wenn sie durchhielt und diese Prüfungen mit Anstand hinter sich brachte.
Licht, ich wünschte ich könnte dich vermöbeln, aber das kann ich nicht. Dein Weg ist so verschlungen, dass man wahrlich sich stets verirren muss.
Brummend setzte sich Oderike in der kleinen Kapelle hin und genoss zuerst nur die Stille bevor sie anfing zu beten.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » Mi 6. Nov 2019, 13:07

Mit Hand über die verordnete Robe streichend stand Oderike in ihrer kleinen Arbeitsecke und betrachte den schwarz schimmernden Stein im Licht, um dann den Kopf zu schütteln. Rubio, mir fehlt die Ruhe für diesen Stein und er ist zu schade, um ihn einfach zu verschwenden. Sein Glanz verdient besondere Sorgfalt, abgesehen davon war er eh nicht gerade günstig zu nennen gewesen.
Rubio warf ihr nur einen schrägen Blick zu und gähnte fast schon hörbar, ohne den Stein zu beachten. Für ihn war die Welt in Ordnung, er hatte sein Stück Speck gefressen und sein selbsternannter Schützling machte keine Dummheiten zumindest in diesem Moment nicht. Ein kurzes Päuschen zum Verdauen der Mahlzeit schien ihm gerade das richtige zu sein.
Oderike hingegen sah das ganz anders, denn sie räumte ihre Werkzeuge wieder sorgsam weg und legte ein Tuch über den Stein, um ihn zu schützen, so unsinnig das vielleicht auch sein mochte. Ordnung hier war etwas das sie als wichtig ansah und auch darauf achtete. Zumal Steinstaub wirklich überall hin kroch und die abgeschlagenen Splitter ziemlich scharfkantig sein konnten.
Brummend stand Oderike dann in der Mitte des Raumes und überlegte was sie tun konnte oder besser eben nicht tun sollte. Die tägliche Arbeit, das gemeinsame Essen war vorbei und noch war es eben viel zu früh für Schlafen und das letzte Gebet des Tages, zumal ihre Gedanken stets dann ungebeten auf Reisen gingen und sie sich hellwach im Bett nur herumwälzen würde.
Arbeiten, beten und Meditieren ... ihr Mantra zurzeit und irgendwie auch ihr persönlicher Ballast, Freude und Qual zur gleichen Zeit. Nicht auffallen war schon schwierig genug gewesen, als sie in Robe plötzlich stets nach der Arbeit herumlief und oft genug in einem Schritt der so gar nicht dazu passen wollte. Kopf hoch, Würde und durch ... das war es Oderike antrieb gerade und ein Ziel das sie in ihrem Inneren wie einen kostbaren Schatz hütete.
Das alles war ihr ebenso bewusst, wie die Tatsache das jeder vermutlich von der Anordnung wusste und obwohl der Anblick einer Frau in einer Robe oder einem Kleid nichts Ungewöhnliches war, bot Oderike dennoch oft genug damit ein seltsames Schauspiel ungewollt.
„Licht, bewahre mich vor der nächsten Dummheit.“
Diese Worte schlüpften ihr ungewollt aus dem Mund und Rubio sah nun aufmerksamer zu ihr hin, wollte sie etwa ...
Seufzend hörbar löschte Oderike das Licht und schritt gen Stallung, um eine Leiter sich zu nehmen. Mit dieser verflixten Robe war klettern echt eine Zumutung und der einzig vernünftige Platz um meditieren im letzten Licht des Tages war für sie gerade eben auf ihrem Lieblingsplatz für besondere Stunden. Das Dach der Stallung oder überhaupt Dächer, weit genug fort von der Welt und eben doch nicht, bei ihrer Familie und doch ein Ort, der für Sie genug Raum besaß, um Abstand von allem zu haben und zu meditieren. Ein Ort für neue Perspektiven oder überraschende Lösungen zu finden oder auch nur Thomas einfach zuzusehen ungestört zu träumen dabei von Dingen die sie auch nicht tun würde oder auch nur sollte und ihr eine andere Art von Unruhe bescherte dann und eine Sehnsucht die garantiert einem friedlichem Schlummer abträglich wären.
Die Leiter sorgsam an die Wand lehnend bestieg Oderike das Dach mit zusammengeraffter Robe, die sie kurzer Hand in den Gurt gesteckt hatte. Nicht ideal, aber zumindest funktionierte es und sie war nicht im Wege dabei, auch schien es sicher so zu sein und damit keinen Ärger verursachen. Zumindest hoffte sie das und dachte an Mikael dessen durchbohrender Blick sie gefühlt zu verfolgen schien und ihre rebellischen Gedanken fast zu wissen schien so gut sie diese auch verdrängte.
Oben auf dem Dach war es noch hell und so konnte sie leicht auf ihren Stammplatz laufen, um sich mit einem erleichternden Lächeln hinzusetzen. Geschafft und die Robe war heilgeblieben. Sicher war es auch aus ihrer Sicht mit der Leiter und Thomas von hier aus anzusehen ohne das wissende Lächeln der Ordensgeschwister hatte eindeutig etwas für sich. Rubio war vor ihr auf dem Dach schon und setzte sich in ihre Nähe wieder, mahnend nicht zu weit nach vorn zu rutschen mit seinem wachsamen Blick und dem Gesichtsausdruck der Bände sprach sollte sie diese Torheit auch noch begehen in der Robe.
Schmunzelnd nahm Oderike das zur Kenntnis lud Rubio ein sich auf ihren Schoß zu setzen, was dieser mit Stolz erhobenen Schwanz annahm und sich zu einem leisen Schnurren herabließ als sie sachte über sein rotes Fell strich.
Ihre Augen wanderten dabei über den abendlichen Ordenshof und blieben an manchen Fenstern hängen einen Moment bis sie sich zur Ordnung rief innerlich. Sie war nicht hier oben, um Träumen nachzujagen und dem Muskelspiel eines Mannes, wenn er im Stall arbeitete und so verführerisch dabei aussah das es sie stets zu Unsinn und anderem zu rufen schien. Nein, sie war hier, um zu meditieren über ...
Ja was eigentlich?
Ihre katastrophalen Aussetzer oder ihr Verhältnis zu Mikael oder über das anstehende zweite Gespräch oder das was sie war oder eben nicht?
Alles hing mit einander zusammen und doch galt es zu jedem eine Antwort oder einen gangbaren Weg zu finden der nicht nur ihr richtig erschien, sondern auch zu dem Ziel passte und dann auch noch zu ihrer Familie und den Regeln dabei.
Regeln die sie zu beachten gelernt hatte, teils mit mehr oder weniger Begeisterung und auch akzeptiert am Ende. Bis auf eben diese Aussetzer und die kamen stets dann, wenn es eigentlich danach aussah als hätte sie es geschafft ein Ordensmitglied zu sein wie jeder andere mit Ecken und Kanten aber eben eine richtige Schwester.
Warum war das so?
Was hinderte sie daran einfach aufzugeben dieses Aufbegehren zu lassen wenn etwas Ihr falsch erschien ,ihr Wesen und ihrem Gefühl zur absoluten Ehrlichkeit, dem Versprechen das Böse in all seinen Formen zu vernichten und den Opfern zu Gerechtigkeit zu verhelfen widerstrebte.
Diese Antwort war eine die sie immer wieder verdrängte, weil sie eben nicht unbedingt zu einer Gemeinschaft passten und schon gar nicht zu dem was sie wollte mit allem was sie besaß ihrem Glauben und der Hoffnung darin und der Liebe zu, der sie fähig war. Das diese sich auf wenige Personen erstreckte war unwichtiger, denn man konnte nicht alle gleich mögen. Doch die Kraft darin die Unbeherrschtheit in gewissen Sinne, die absolute Wildheit und Freiheit in jeder Facette dieses Gefühls und Richtung war eines der Symptome davon. Ein Ausdruck ihrer Natur, ihres Wesen das nur ein ganz oder eben gar nicht zuließ und halbe Dinge als störend empfand und als Betrug sich selbst und anderen gegenüber.
Brummend kraulte Oderike Rubio und blickte zu Thomas Fenster hin, ein scheinbar magisch anziehender Punkt in der Hausfassade dessen sie sie nicht bewusst war, doch dort war ein Ort, der ihr Frieden und etwas versprach, das sie ebenso brauchte wie das andere.
Geduld, irgendwann würde sie es dürfen und bis dahin Beherrschung und Träumen bis auf eben die kleinen Momente, die von der Zukunft sprachen mit einer Zartheit, die sie stets zum Strahlen brachte.
Stopp... nicht träumen ... du hast andere Gedanken zu ordnen, dummes Ding du …
Das leise Knurren, das bei den Worten mitklang und die Sehnsucht in ihr verriet machte es auch nicht besser, aber zumindest brachte es sie wieder auf den richtigen Weg.
Fanatismus und Jähzorn waren mit die Schattenseiten ihrer Natur und das zumindest hatte sie aus dem Gespräch von letztens mitgenommen und als richtig empfunden. Ja, sie neigte dazu vermutlich und musste aufpassen das es nicht außer Kontrolle geriert, wenn sie aufbegehrte und damit wütend umherlief oder gar in Versuchung geriet wem ihre Faust ins Gesicht zu brettern.
Was bei Mikael leider oft genug vorkam, wenn sie anderer Ansicht war oder auch nur sich wieder einmal in etwas verrannt hatte und zu zornig, um auch nur einen Schritt zurückzutreten. Der einzige echte Fortschritt da war im Grunde das es Momente gab, die zumindest anders waren und in denen sie gefühlt in eine Richtung blickten wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven wohl.
Mit ihm zu reden war oft eben ein Seiltanz mit ungewissem Ausgang und auch wenn sie ihn wirklich mochte und bewunderte für seine äußerliche Beherrschtheit und sein Wissen, das er für sie ohne Frage besaß mit all der Erfahrung darin.
Es lag an etwas das sie nicht benennen konnte genau und vielleicht war das im Grunde das Problem, sie konnte den Abstand zwar oft genug verkleinern aber genauso schnell eben war er wieder da und nichts schien sich zu ändern daran.
Was nutzte es da, wenn es Zeiten gab, in denen sie ihn einfach um Rat fragen konnte, ohne auch nur darüber nachzudenken ihm vertraute und über seine Antwort in Ruhe nachdenken und mit ihnen arbeiten, um auf dem Weg weiterzukommen?
Wenig, denn gerade war er wieder da dieser Abstand und sie selbst hatte ihn sich eingebrockt und ihr zorniger Blick zu ihm am Ende machte es auch nicht besser. Hier prallten Welten aufeinander im stillen Ärger oder Zorn so beherrscht sie da auch beide gewesen waren und sie hatte es immerhin wieder geschafft weder zu brüllen noch sonstige Ausbrüche sich zu leisten. Bis eben auf diesen Blick und der sagte alles, das war ihr klar und den würde er auch nicht vergessen einfach.
Äußerliche Ruhe, Beherrschtheit, Kontrolle kann ebenso eine Lüge sein wie eine ausgesprochene, nur das so niemand verletzt wurde oder man unbedacht etwas zerstörte. Sei es Respekt oder Gefühle oder körperlicher Natur das war der sichtbare Fortschritt gewesen, wenn man ihn so nennen wollte überhaupt und es verschaffte einem die Möglichkeit nachzudenken, um Lösungen zu finden oder eben einfach Geduld zu haben bis die Gefühle sich beruhigten wieder.
Nur war das eben nicht ihre Art und im Grunde störte es sie gewaltig, dieses Schweigen, um nicht wieder aneinanderzugeraten und sich der Gefahr auszusetzen eine neue Dummheit zu begehen. Sie hatte keine Ahnung ob Mikael sich überhaupt dessen bewusst war ,zu sehr war eben dieser „Sicherheitsgraben“ gerade im Vordergrund und die Frage ob es dazu eine Lösung gab und sie ihm irgendwie sagen konnte das er ebenso verletzend für sie oft war ,wie sie ihn vermutlich enttäuschte wenn ihr Verhalten weder zu einem Ritter noch einem Ordensmitglied zu passen schien für andere oder auch nur ihn.
Vielleicht war es auch nur ihr Fehler, das wusste sie eben auch nicht sicher und so blieb das sichere Schweigen als Zuflucht, nur war das keine Lösung eher eine Flucht vor was bloß?
Keine Antwort dazu vorerst und es sah nicht so aus als gäbe es eine vorerst.
Außer eben Demut üben, Geduld und Haltung bewahren, das ständige Reflektieren ihrer Selbst, Meditation und beten. Vertrauen zu haben das ihre Entscheidung richtig war zu bleiben und ihrer Familie das Vertrauen zu geben das sie verdienten, jeden verdammten Tag auf ein Neues darum zu ringen es jedem geben zu können.
Was anderen so einfach zu fallen schien war für sie Schwerstarbeit und da half auch kein es ist doch so leicht, denn das war es eben nicht für sie. Zu viele Gefühle oft noch die in einem Sturzbach auf sie einprasselten machten es selbst in der Ruhe und Stille des Ordens zu einer wahrlich sich auftürmenden Woge die unbezwingbar schien.
Da draußen in der Welt ,das wusste sie war sie eine Gefahr auf Dauer für sich und im schlimmsten Fall auch für andere ,bis sie all das gelernt hatte was es brauchte um sich jeder Zeit zu beherrschen und das galt auch für das Licht und die Kraft die es ihr gegeben hatte.
Ein Magnet für jeden Finsterdudel hatte es Aedan genannt und zum Teil recht damit, denn sie würde für jedes Opfer sich einsetzen und kämpfen egal was es sie kosten könnte und noch immer zum Teil ohne wirklich Rücksicht zu nehmen auf das was ebenso wichtig war.
Eine unschöne Wahrheit, die aber so eine klare Tatsache war, dass jedes leugnen sinnfrei war, denn ihr letztes aufbegehren war Beweis genug und die Gefahr, die damit einher Schritt ebenso.
Ein Teil von ihr würde es vermutlich nie können so wie der Rest zu sein und doch konnte sie lernen auch damit umzugehen, jeden Tag auf ein Neues bis es zur Normalität wurde wie das Atmen.
Sei wie der Rest, du bist nichts Besseres ...
Nur war jeder anders und dieses Wissen half ihr gerade die Ruhe zu bewahren mit und genau das zu tun was man ihr aufgetragen hatte, ohne zu murren oder sich zu beklagen. Sie übte mit einer fast schon an Besessenheit grenzenden Ausdauer sich anzupassen und nicht einen Moment das was sie in sich trug freizugeben erneut. Ob das nun ausreichen würde war ihr nicht klar aber etwas anderes fiel ihr gerade dazu auch nicht ein als Weg und oft genug war sie damit auch glücklich wirklich.
All diese Kraft hatte mit ihr nur ein Ziel und dem galt es sich unterzuordnen für ihrem Traum, für ihre Familie und für sich selbst am Ende dann vielleicht auch.
Halbzeit der Order und das als Ergebnis musste reichen denn es wurde dunkel und damit der Rückweg über die Leiter mit der Robe schon fast wieder ein Akt, der an Gefahr grenzte, außerdem war es eh bald Zeit für die letzte Messe und zu spät wollte sie bestimmt nicht erscheinen.
Schnaufend schob Oderike Rubio von ihrem Schoß der nun voller roter Katzenhaare war und kletterte vom Dach herunter, um sich noch einen Apfel zu holen bevor sie zur Kapelle gehen würde. Der Whisky entfiel leider auch so hatte sie beschlossen, denn Mäßigung und Disziplin waren ebenso Tugenden derer sie sich bewusst war und nach ihrem Ausbruch in den Focus gestellt hatte mit vorerst.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » Do 14. Nov 2019, 11:40

Langsam trat Oderike aus der kleinen Kapelle lange nach der letzten Messe und blickte zu den vereinzelt schimmernden Sternen hinauf welche zwischen den dicken Wolken hervorblinkten Es wurde Zeit die Kapelle zu verlassen und morgen ...
Ja was eigentlich?
Irgendwie hatte Sie das Gefühl im Nichts zu hängen und doch nicht, sie wusste was sie wollte, was dafür nötig sein würde, dass sie eine Familie besaß und ihren Glauben doch so manch anderes eben nicht.
Fragen, die sie nicht stellen wollte, sich und andere die sie stellen würde irgendwann müssen aber im Grunde eben auch nicht wollte oder konnte. Für manches reichten Worte nicht wirklich und das leise Brummen deswegen klang ebenso erschöpft wie sie sich gerade fühlte.
Es war nicht die Arbeit, welche sie so erschöpft hatte, sondern der innere tägliche Dialog mit sich selbst, den Fragen, die darin auf Antworten harrten, den Gefühlen zu manchen und ja auch den Antworten, die sie so gefunden hatte.
Zeit Aedan um ein neues Gespräch zu bitten und außerdem einfach so weiter machen um wie der Rest zu werden. Eine denkende Schwester die Gehorsam und Pflicht kannte, respektierte was ihr Ordensoberhaupt anordnete und tat was ein Ritter des Königs tun sollte.
Warum kam ihr das aber so falsch vor bloß?
Wie eine zu kleine Jacke, in die man sie hineinpresste, um sie passend zu formen und zu lehren das was ihr ab und zu fehlte wohl und wie sie sehr genau wusste vermutlich immer fehlen würde. Es war nie der mangelnde Respekt oder das Vertrauen gewesen was sie in Schwierigkeiten gebracht hatte, nein es war ihr eigener höchst persönlicher Drang zu handeln. Die Ungeduld und anderes oft das ihr selbst falsch auf unterschiedliche Weise vor kam oder ungerecht auf ebenso unterschiedliche Weise, das es sie entweder zornig machte oder sie rebellierte in welcher Form dann auch immer.
Licht, sie war noch so jung und doch innerlich doch auch schon eine Art ein Richter, der nur schwarz oder weiß ertrug. Die Wahrheit egal wie scheußlich sie auch manchmal war machte für Sie nur den Sinn aus und nur mit ihr befand sie sich im Einklang mit sich selbst. Grautöne oder Lügen zum Schutz der Mitmenschen ihren Gefühlen oder auch dem was nötig war, um nicht zu verletzen, genannt auch Diplomatie würde ihr nie wirklich leichtfallen und innerlich schmerzen.
Doch genau das war der Fehler, ihre Unzulänglichkeit eben dieses innerliche Richtbeil das so gnadenlos war und sie eben auch antrieb zu Dingen die wenig mit Gehorsam ,Demut oder anderen Tugenden die für eine Orden ,nein für so einiges nötig waren im Dienst und im Glauben, als Ritter und als Schwester.
Eigentlich zum Lachen, wenn man bedachte das sie selbst ein Korporal der Armee des Königs gewesen war und auch das nur mit einigen Bedenken der damaligen Offiziere geworden war. Auch damals hatte sie rebelliert und am Ende zum Teil nachgeben nur um ihren Weg gehen zu können als Soldat. Damals war das ihre Familie gewesen und heute war es der Orden und wieder gab sie nach, um das Tun zu können woran sie glaubte und was sie vielleicht auch sein konnte.
War es das was sie schleunigst lernen sollte?
Nachzugeben, um sich zu verändern zu etwas das ihr fremd noch vorkam und nicht sie selbst war aus ihrer momentanen Sicht. Eine neue Seite in sich zu schmieden um das zu können klang zumindest wesentlich besser und ertragbarer. Eher nach Hoffnung und Zukunft, Veränderung zum bessren Selbst, zum Wohle aller und ja auch ein Stück für sich selbst dann.
Brummend ging Oderike ein paar Schritte und lehnte sich an einen der alten Bäume am Weg.
Es war wirklich nicht leicht jeden Tag sich mit dem zu beschäftigen was zu dem letzten Ausbruch geführt hatte und der Frage ob sie wieder flüchten würde.
Licht, diese Antwort war auch sehr unbequem und wenn sie diese ehrlich beantworten würde so wie es ihre Art war, dann konnte sie auch gleich zugeben das sie eben nicht alles so verstand wie der Rest und manches sich nicht änderte trotz aller Bemühungen sich anzupassen und erwachsen zu werden im Eiltempo.
Verantwortung, Vorbild war eines und innerlich war es doch eher so dass sie zumindest das letztere nie würde sein können für wen oder doch? Wenn sie eine …
Licht…
Was würde das dann werden und konnte sie das überhaupt werden? Ein gute Mutter wie sie es verstand in sich selbst?
Scheiße…der Schmerz, der in ihr aufloderte, fraß und nagte an der Rüstung ihrer Kontrolle bis sie ihn niederrang und den Zweifel einsperrte wieder.
Schnaufend und den Kopf schüttelnd über den unwillkommen Gedankengang blieb Oderike an den Baum und setzte sich hin. So konnte sie auch nicht zurück ins Ordenhauses und fertig war sie wohl auch nicht mit dem ordnen ihrer Selbst in eine andere Richtung.
Was für ein Chaos, im Grunde war sie genau dort wieder angelangt wo sie diese Woche begonnen hatte, nur um ein zwei Antworten reicher und dem Wissen, das sie eben unzulänglich war in vielen Bereichen. Ob Ritter oder nicht, sie war es und nicht weil es ihre Schuld immer gewesen wäre oder die anderer. Nein sie war es, weil es ihr Leben ebenso gewesen war und das Licht seinen Weg so zu ihr gefunden hatte und in deren Folge ihre neue Familie, der Orden.
Eine seltsame Antwort aber auch eine die tröstlich war und ihren Glauben eher festigte und ihren Entschluss bestätigte. Es würde Arbeit kosten, sehr viel Arbeit an sich selbst und einige Fragen vermutlich noch hinzukommen deren Antworten auch nicht leichter waren, aber auch daran konnte sie nichts ändern.
Ob sie wohl noch eine Woche dieser Art von zweigeteiltem Tagesablauf haben durfte, auch wenn sie diese Robe noch immer nicht mochte wäre es diesmal freiwillig und wichtig. Sie hatte einfach das Gefühl nicht fertig zu sein mit allem und halbe Sachen waren eben nichts was sie so stehen lassen konnte oder wollte.
Pflicht und Gehorsam, Demut und Geduld ...
Das leise Lachen über diese doch so etwas überraschende Antwort und den Entschluss daraus es freiwillig fortzusetzen bis sie fertig mit dem ganzen Chaos in ihr war löste es aus. Nun endlich konnte sie den Weg fortsetzen ins warme Ordenshaus und morgen früh nach Patrick kurz sehen. Sorgen um ihn machte sie sich noch immer, selbst bei der liebevollen kompetenten Pflege, den vielen Gebeten gab es Dinge, die nicht in des Menschen Hand lagen.
Wie gern hätte sie ihm die Qual erspart, die er offensichtlich gerade noch durchlitt und dass sie nur beten konnte war etwas das sie innerlich knurren ließ leise. Wer immer das getan hatte oder dazu beigetragen würde büßen müssen...
Antworten dazu die ihr fehlten auch noch und die sie nicht einfordern so einfach durfte, denn es war eindeutig sie sollte es nicht wissen derzeit. Die Gründe waren nur im Bereich der Vermutung zu finden und wozu das führte dann wusste sie recht genau. Der Zorn und ihr Steckenpferd wie es Mikael nannte gewänne und sie würde Handeln wollen unbedingt, ohne nach links oder rechts zu schauen.
Sich erhebend schritt Oderike zum Ordenshaus und legte Aedan einen Zettel in sein Fach, um dann in ihr Zimmer zu gehen mit dem für sie so typischen Marschschritt, der die Robennähte stets an die Grenzen der Belastbarkeit brachte.

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Re: Gedankenwelt und Alltag einer Novizin

Beitrag von Oderike » Fr 22. Nov 2019, 13:20

Schnaufend ballte Oderike ihre Fäuste, um tief durchzuatmen in ihrem Zimmer wohin sie erst einmal gestampft war.
„Schmoll nicht!“ hatte Aedan geschrien als wüsste er das sie am liebsten ihn geschüttelt hätte, weil sie schon wieder nicht mitdurfte und der Anlass ihr auch nicht wirklich gefiel. Sicher wusste sie es nicht aber eine Vermutung hatte sie dennoch.
Nicht das sie auch nur dachte Aedan würde nicht sehr genau wissen was sie fühlte oder auch nur vermuten, zu oft schon hatte er es nicht nur gewusst, nein auch schon darauf reagiert.
Dennoch wenn es stimmte was sie vermutete waren sie drauf und dran ihr Leben zu riskieren für wen der nicht einmal heiligen Boden ertragen konnte Wohl. Das Haus, welches von Ordensbrüdern so sorgsam präpariert worden war, sprach Bände und noch immer konnte sie nicht verstehen warum der Aufwand betrieben wurde so wirklich.
Eine gefallene Schwester, die wohl warum auch immer finstere Praktiken wohl benutzt hatte zu retten war eine Sache aber dann auch noch dafür Leben zu riskieren eine andere. Patrick war doch Beweis genug das es gefährlich war, wer immer das auch getan hatte. Es schien ihr in einem Zusammenhang zu stehen und ihre Vergangenheit als Soldat und Wache meldete sich dazu prompt.
Wenn alle vorhandenen Fakten so unsicher sie auch für sie selbst derzeit waren für eine Wahrheit sprachen so entsprach diese auch meist den Tatsachen. Wer immer diese Frau war, sie hatte mit Patrick wohl zu schaffen und in welchem Zusammenhang galt es eben noch herauszufinden.
Beobachte und setze dein Puzzle zusammen bis du ein komplettes Bild hast *grollte sie leise in die Stille ihres Zimmers.
Diesmal würde sie nicht wüten deswegen, sondern beten. Schließlich war es ihre eigene Bitte gewesen diese halb und halb Kleidungszeit zu verlängern. Das war nie falsch einfach zu beten und ein paar Takte über diese Geheimnistuerei demnächst an Aedan loswerden bestimmt auch nicht.
Ihr Ärger blieb unter Kontrolle diesmal und doch so ganz verstummen konnte und wollte er nicht. Eileen durfte mit und Bruder Comgal auch um Aedan zu schützen vor dieser Frau wohl.
Was verdammt sollte der Mist bloß?
Brummelnd zog sich Oderike um für die Arbeit erneut und starrte die auf dem Bett liegende Robe mürrisch an. Das habe ich nun davon mit dem Mist zurechtzukommen, den ich baue und dem Versuch der Anpassung. Ich sitz im verdammten Kleidchen fest und meine ganze Ausbildung mit dem Schwert ist nutzlos.
Licht, diese Sache nahm ungeahnte Ausmaße an und zufrieden mit der Erkenntnis war sie auch nicht. So zu tun reichte nicht und es zu wollen auch nicht, ihr fehlte die Geduld für manches und ihr Verlangen mit dem Schwert zu richten jene die derartiges taten war ja nicht fort nur weil sie eine Art Auszeit gerade hatte.
Das sie ruhig alles tat und nicht einmal sich Beklagte war nicht ausreichend, nicht das Beten und das Meditieren oder die nötigen Übungen mit dem Licht, um eben in ihrem Zorn kein Unheil anzurichten mit dieser Kraft.
Nein, es war ein Teil ihrer Selbst der sich nicht dem unterwarf und innerlich brummte, knurrte, grollte oder wartete auf den Moment wo sie durchdrehte wieder um alles was im Wege war beiseite zu schieben.
Kontrolle und Disziplin war schön und gut, Respekt ebenso wichtig aber …
Genau dieses „aber“ brachte sie in Schwierigkeiten und machte aber andererseits zu dem wer sie nun einmal war. Zumindest glaubte sie das derzeit und auch dieser Umstand machte das Ganze nicht unbedingt einfacher.
Sei wie der Rest, du bist nichts Besseres!
Das Mantra, welches sie jeden Morgen sich vorhielt und die Antwort von innen versuchte damit zum Verstummen zu bringen. Diese kam ebenso regelmäßig als Echo zurück, das es wirklich schon fast lächerlich wurde, es sich zu sagen.
Nur der zweite Teil war wirklich richtig und an den klammerte sie sich deswegen nun stur bis ihr etwas anderes dazu einfiel. Ob das reichen würde je war ihr immer noch nicht klar, auch nicht wie man dieses innerliche Echo los wird. Welches ebenso stur wie rebellierend sich dem Mantra widersetzte.
Sie saß im inneren zwischen den Stühlen teilweise und ein Brücke zu bauen gestaltete sich schwierig zuweilen. Erwachsen war sie und doch tobten in ihr Kräfte die sie nicht wirklich beherrschte immer und das war einfach nur bescheiden zu nennen.
Da hatte Mikael durchaus recht mit, soviel stand eben auch fest. Als Ritter eine Unmöglichkeit in mancher Hinsicht vermutlich, aber das war sie schon immer gewesen und ihr Vater auch soweit sie ihn hatte kennenlernen dürfen.
Das Lächeln bei dem Gedanken an Desther war eine willkommene Ablenkung und verblieb auf ihrem Gesicht als sie nach unten ging.
Was er wohl zu Thomas gesagt hätte?
Eine Antwort, die sie nie würde, bekommen, doch allein der Gedanke löste ein Glucksen innerlich aus das sie beschwingt aus dem Haupthaus Richtung Stallung schreiten ließ. Manches war eben doch einfach wunderbar und später ein Gebet dafür zusätzlich klang nach einem Plan…

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