Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

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Hephaestion
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Hephaestion » Mo 25. Mär 2019, 22:55

Es war schon spät und jene, die keinen Dienst hatten, schliefen bereits, als Tion durch Stromgarde schritt, Patricks Brief in der Hand und noch etwas anderes, das man bei der geringen Beleuchtung nicht ausmachen konnte. Er nickte der Wache und dem medizinischen Personal zu, als er das Lazarett betrat und blickte über die Betten.
Nicht lange, und er hatte ihn gefunden. Da drüben lag sein bester Freund, verbunden und verarztet, und schlief offenbar den Schlaf der Gerechten.
Tion seufzte, trat an das Bett und betrachtete ihn eine Weile. "Was machst Du nur, alter Bergpfeifer?"
Leise stellt er ab, was er noch in der Hand gehalten hatte. Ein Stofftierchen thronte nun auf Patricks Nachtschränkchen. Ein arathischer Bergpfeifer, einem Erdmännchen ziemlich ähnlich, aber etwas gedrungener und mit einer leicht anderen Fellfärbung. Noch ein Blick auf seinen Freund, dann verschwand Tion wieder auf seinen Posten.

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Eileen
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Eileen » Di 26. Mär 2019, 12:25

Die Beleuchtung im Lazarett war gedimmt und nur ein paar Laternen brachten Licht, damit das medizinische Personal sich auch in der Nacht zurechtfinden würde. Eileen saß am Bett eines schwerverletzten Patienten und hielt dessen Hand. Ob der die Nacht überleben würde war noch fraglich. Leise betete sie für ihn, während er gegen die Endgültigkeit des Todes kämpfte.
Ein Schatten, der durch die Gänge ging erregte ihre Aufmerksamkeit. Es war der Ren'dorei, der vor einigen Tagen an der Türe des Ordenshauses geklopft hatte. Ihre Reaktion war ihr immer noch peinlich. Sie hasste es, wenn sie einfach so errötete. Aber der Name und der Gedanken an die Geschichten, die sie gelesen hatte, hatten ihre Wangen zum glühen gebracht. Ihre Blicke verfolgten den Leerenelfen und sie runzelte leicht die Stirn, als er sich neben Patricks Bett stellte. Das Licht einer Laterne erhellte das Gesicht des Ren'dorei und so sah sie den erschrockenen Ausdruck auf dem hübschen Gesicht des Elfen.

Was hatte er nur? Er wusste, dass der Bruder ausser Lebensgefahr war und seine Verletzung aus mehr Glück bestanden hatte, denn Unglück. Sicherlich würde er für einige Zeit behindert damit sein, aber zum Glück war der Bolzen so durch den Körper gedrungen, dass kein Knochen verletzt worden war.
"Nur ne Fleischwunde", wie der arathische Oberarzt mit einem Lachen gesagt hatte, als sie Patrick verarztet hatten. Jetzt starrte der Leerenelf auf Patrick ...nein, er starrte neben Patrick und wirkte wie versteinert, dann als wäre er aus einem Alptraum erwacht, bewegte er sich schnell, legte etwas auf den Nachttisch und ging dann eilig nach draussen, als hätte er dringend etwas zu erledigen.

Eileen schüttelt leicht den Kopf und ihr Blick fiel wieder auf das Gesicht des Patienten. Er wirkte nun friedlicher, atmete ruhiger und sein Gesichtsausdruck sprach von Frieden. Eileen nickte, winkte einer Schwester und ließ einen Priester holen. Das Licht hatte entschieden.
Was immer ich beginne, ich halte es durch,ich bleibe beharrlich und treu

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Mikael
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » Sa 6. Apr 2019, 13:37

Er hasste Zahlen und er hasste Bücher mit Zahlen darin und das was er hier sah gefiel ihm noch weniger.
"Und? So schlimm?" kam es von der Seite und ein Glas Whisky wurde vor ihn gestellt.
Mikael lehnte sich zurück, schob das Buch zur Seite und nahm stattdessen den Whisky.
Dermot hatte sich auf die Kante des Schreibtisches gesetzt, selbst einen Whisky in der Hand und blickte ihn an.

"Naja, der Aufbau in Dämmerwald... dazu noch der Kampf in Arathi, wodurch auch die Einkünfte von euren Ländereien gemindert sind beziehungsweise durch den Krieg derzeit wegfallen. Natürlich sieht es nicht gut aus", sagte er trocken und gönnte sich einen Schluck.
Dermot nickte. "Dazu noch die laufenden Kosten hier in Sturmwind ... ich verstehe" sagte er und nahm einen Schluck.
Er trommelte die Finger auf den Schreibtisch und seufzte letzten Endes. "Gut, hol ihn" sagte Mikael und Dermot grinste, stellte sein Glas ab und schloß leise die Türe hinter sich.

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Piers
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Piers » Sa 6. Apr 2019, 19:47

Piers nickte zu sich, als Dermot den Raum verlassen hatte und ging mit einem Notizbuch seine Bestände durch.
Hier und da hakte er etwas ab, woanders runzelte er die Stirn und kurze Zeit später war eine Liste fertig, die er zusammenfaltete und dick mit "Roseyposey" beschriftete.
Und dann ging es nichts wie in den Keller in sein Alchemielabor. Wer an diesem Abend noch den Kopf dort hineinstecken sollte, würde es glitzern und funkeln sehen, außerdem einen Viscount mit hochgekrempelten Hemdsärmeln und Weste mit glänzenden Augen zwischen diversen Phiolen und Apparaturen umherspringen.

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Mikael
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » So 7. Apr 2019, 13:25

Roselyn starrte auf die Liste und pfiff leise durch die Lippen.
"Nicht dein Ernst?" brummte sie und schüttelte leicht den Kopf. Dringend! hatte er vermerkt und wenn Piers das vermerkte, dann war es auch wirklich so. Gut. Zwei ...nein wohl eher drei Pflanzen würde sie anders besorgen müssen. Diese blühten einfach noch nicht um diese Jahreszeit. Dem Licht sei Dank hatte sie ihre Beziehungen. Rose legt die Liste auf den Tisch und stellte sich vor die Wand, ihr Blick auf die Karte gerichtet, die dort pinnte.

Die grünen Augen huschten über die Karte und sie knabberte sich dabei überlegend auf der Unterlippe herum.
Wohin und wo blühte es jetzt schon? Wo gab es die Wurzeln? Wo die Rinde und wo die anderen Zutaten, die mit Pflanzen eher weniger zu tun hatten?

In ihrem Kopf entstand die Route, die sie bereisen würde. Sie holte ihr Büchlein hervor und begann den Plan im Kopf mit den notierten Orten, Pflanzen, Wurzeln und anderen Dingen abzugleichen.
"Hexen kann ich nicht", murmelte sie. Dringend würde bedeuten, dass sie für einige Wochen weg sein würde.

Rose klatschte in die Hände und Kerwin blickte zu ihr nach oben. "Du darfst nicht mit, du magst fliegen ja nicht so" sagte sie grinsend zu ihrem Wolf, der daraufhin ein wenig seufzte und resigniert den Kopf wieder sinken ließ. Sie lachte und band sich die Haare zurück.
"Packen!" sagte sie zu sich und begann vom Boden, dem Stuhl, dem Bettende und dem Schreibtisch die Kleidung zusammen zu sammeln und nach Frische und Sauberkeit zu kontrollieren.

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Mikael
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » Mi 10. Apr 2019, 14:02

Müde streckte er seine Beine aus und nippte an der bernsteinfarbenen Flüssigkeit, die im Schein des Feuers warm glitzerte. Sie hatten Stromgarde heute erfolgreich verteidigt und die Hordentruppen waren zurückgedrängt worden, die vereinzelten Brände an Neuhof waren gelöscht worden ...rundum, es war anstrengend gewesen, aber auch befriedigend. Er nippte am Whisky und schloß für einen Moment die Augen. Mit 50 war man eben keine 30 mehr.

Als Eileen zwei Stunden später aus dem Lazarett kam, nahm sie ihrem schlafenden Onkel das Glas aus der Hand und legte noch ein paar Scheite Holz ins Feuer, damit er nicht frieren würde. Sie hob die Stiefel auf und stellte sie seitlich neben den Sessel, schob ihm ein Kissen in den Nacken und schlich sich dann leise aus dem Zimmer. Die Türe schloß sie sachte hinter sich und legte den Zeigefinger an die Lippen als Bruder Wulfric mit Bruder Dermot die Treppe runter kam, laut diskutierend über irgendwelche magischen Dinge. "Onkel Mikael schläft", sagte sie erklärend. Dermot tätschelte sachte ihre Schulter und nickte. "Dann lassen wir ihn schlafen", meinte Dermot und musterte Eileen, "was du auch tun solltest, Mädchen!"

Eileen gähnt sachte und errötete leicht, während sie nickte. "Schon auf dem Weg", meinte sie. Die beiden Brüder ließen sie die Treppe hochgehen und wählten selbst den Weg nach draußen.
"Sonst noch etwas, das ich mitbringen soll aus Sturmwind?", fragte Wulfric und schaute seinen Kollegen und Bruder an. Unterschiedlichere Magier als sie beide gab es kaum. Bruder Dermot, die Hand an seinem Schwert, stand militärisch gerade da und wirkte adrett frisiert und gekleidet, wie das Standbild eines Ritters, während die Haare des anderen Rothaarigen wild zersaust irgendeine Frisur bildeten, die entfernt an einen Pferdeschwanz erinnerte und seine Kleidung darauf schließen ließ, dass er womöglich darin geschlafen hatte.

Dermot schüttelte den Kopf. "Nein, ich denke, das was wir besprochen haben, das genügt."
"Alles klar", meint Wulfric mit einem Schulterklopfen. Die Wege der beiden trennten sich. Dermot ging mit militärischen Schritten in Richtung Kommandozentrale von Stromgard, während Wulfric den Weg zum Magierturm einschlug, um von dort ein Portal nach Sturmwind zu nehmen. Man hatte sich in Stromgarde geeinigt, dass Magier, wenn möglich, nicht einfach so aufploppten oder verschwanden, wo sie waren, um jegliche Missverständnisse zu vermeiden.

Nach einem leicht unglücklichen Zwischenfall mit einem Magier, einer Kuh und zwei Soldaten, niemand wollte näher darauf eingehen ... hielt man sich auch daran. Die Portalmagierin schaute von ihrem Buch hoch und fragte gelangweilt und leicht genervt ob der Störung, "Sturmwind?".
Wulfric nickte. Die Magierin klappte ihr Buch "Geheime Liebschaften - der Elf und die Priesterin" zu und begann die Runen zu ziehen.
Die Gedanken noch bei dem Besprochenen achtete Wulfric nicht auf die Runen, welche die Magierin formte. Schon begann es um ihn zu schwirren und zu wirbeln.

Als sich um ihn herum jedoch nicht die vertraute Kulisse der Universität bildete, sondern ihn das verdutzte Gesicht einer jungen, blonden Scharlachroten Wache anstarrte blinzelte er und schaute sich um. Er stand auf den Zinnen von Weststrom und hatte die junge Frau wohl gerade bei irgendetwas persönlichem gestört, so dachte er zumindest bei dem Blick auf ihre Gesichtsfarbe.
"Schwester Arianne, richtig?" meinte er und war froh, dass er heute das Ordenswappen trug und so wohl einer spontanen Erdolchung entging.

"Eeeeh....?" kam es aus dem Mund der jungen Schwester raus, er griff in die Tasche fummelte nach irgendetwas von dem er hoffte, dass es zu seiner Ausrede passte.
"Hier ein Geschenk von Abt Aedan und schöne Grüße. Kommt doch nochmal auf einen Tee vorbei", meinte er mit einem Lächeln und drückte ihr ... ah, zum Glück, es waren Kekse ... in die Hand.
Die Schwester starrte und er nickte mit einem überzeugenden Lächeln, dann zog er, als wäre es das alltäglichste auf der Welt, seinenFlugteppich aus der kleinen Gürteltasche, rollte ihn in der Luft aus, hopste darauf und winkte ihr zu.
"Licht mit euch und entschuldigt die Überraschung", meinte er mit einem Zwinkern und hob dann in die Lüfte ab.

LICHT WIE PEINLICH ... schimpfte er innerlich und lachte dann aber. Die arme Schwester.

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Aedan
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mi 27. Nov 2019, 17:55

Aedan starrte stirnrunzelnd auf das Bild, welches die ehemalige Ordensschwester Herax angefertigt hatte.
Die Jahreszeit sah aktuell aus, aber den Ort erkannte er beim besten Willen nicht. Die ganze Szenerie wirkte unwirklich, aber sie malte nichts ohne Grund. Er tappte mürrisch mit dem Zeigefinger auf die Krähe im Bild.
Bei der nächsten Mahlzeit würde er die Brüder und Schwestern warnen, sich die nächste Zeit von Brunnen fernzuhalten, egal, was sich darin zu befinden schien. Vor allem, wenn verdächtige Krähen in der Nähe waren. Das würde zweiffellos komisch klingen, aber er würde es schon erklären.

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Aedan
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Do 5. Dez 2019, 14:34

Angewidert blickte Aedan sich in diesen katakombenartigen Örtlichkeiten um.
Er, Mika, Eileen, Richard und Edward hatten sich kampferhaltige Salbe unter die Nasen getupft, um den Geruch besser auszuhalten.
Die Krähenfeder wurde eingesteckt, nachdem sie abgeschirmt worden war, dann wurde der Raum komplett ausgesegnet. Und schließlich brannte das ganze Elend in heiligem Feuer, bis nur noch Asche und etwas Geruch an das erinnerten, was sich hier einmal befand.
Aedan lächelte beim Hinausgehen. "So wird es auch dir bald ergehen", sprach er ins Leere.

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