Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

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Aedan
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:46

Verfasst am: 10. Apr 2017
Édward hat geschrieben:Das Dach des neuen Gebäudes war bereits gedeckt und man hört im Inneren das Wirken der Handwerker und jener Brüder und Schwestern, die am Bau maßgeblich beteiligt waren.

Auf dem Hof gab es allerhand an Arbeit und so kam es, dass viele Brüder und Schwestern derzeit schwer beschäftigt waren. Die Äcker wurden vorbereitet und bestellt, im Kräutergarten gab es viel Arbeit und auch die Blumenbeete wollten gepflegt werden.

Alles ging seinen geordneten Gang im Kloster und die üblichen Arbeiten nahmen ihren alltäglichen Lauf. Waffentraining kam auch nicht zu kurz und das Armenhaus hatte Großputz. Hier wurde mit den Bewohnern geschrubbt, gewienert und gelüftet.
Leider war das Armenhaus am Kanal immer noch sehr voll belegt, obwohl manche Schützlinge untergebracht werden konnten. Doch wo zwei Plätze frei wurden, rückten 3 nach.

Neuankömmlinge wurden entfloht, gesäubert und bekamen frische Kleidung. Das alte Zeug wurde entweder gewaschen oder gleich verbrannt, wenn es nicht mehr zu retten war.

Das Armenhaus stand unter dem strengen Regime von Bruder Archibald und Schwester Brunhilda. Beide waren älteren Semesters und hatten gemeinsam in mehreren Kriegen gekämpft. Zucht, Ordnung und Disziplin waren ihren Devisen.
Aber ihr Regime hatte den Vorteil, dass die Regeln den Leuten halfen wieder Fuß zu fassen und sie begannen sich zu integrieren und selber wieder mehr Wert auf sich und ihr Tun zu legen. Die Tugenden wurden streng genommen und falsches Mitgefühl suchte man bei Bruder Archibald und Schwester Brunhilda vergeblich.

Bruder Comgall und Schwester Isadora boten Lesen und Schreiben für Kinder oder auch Erwachsene an, um ihnen so bessere Chancen zu ermöglichen.
Vor einigen Wochen hatte das Armenhaus eine ehemalige Bedürfitge als Köchin eingestellt und so wurde auch Schwester Frigga und ihre Kochbrigade ein wenig entlastet.
Da Lady Chloe nun als freiwillige Hilfe weggefallen war, da sie sich vermählt hatte und sich derzeit in den Flitterwochen befand, hatte Prior Edward ans Partner-Kloster zum Berge geschrieben.

Mit Freude las er nun die Antwort, dass vom Frauenkloster der Heiligen Mereldar eine Schwester Bridget liebend gerne zum Orden nach Sturmwind kommen würde, um Schwester Frigga helfend unter die Arme zu greifen.

Als er in die Küche kam, um Schwester Frigga die frohe Nachricht zu überbringen stand die kleine Person auf ihrem Kochschemel und rührte in einem riesigen Kessel die Suppe für den morgigen Tag um.

Nach all den Monaten mit Training und Essensumstellung, war die einstmals sehr dicke, kleine Person zu einer Frau mit hübschen Rundungen geworden. Die langen Haare, waren wie üblich zu dicken Zöpfen geflochten und eine Haube verhinderte, dass Haare störend ins Gesicht oder ins Essen hingen.

Die große Klosterküche war beseelt mit arbeitenden Händen und hier und da klapperte Geschirr.
Edward entschloss sich die Geschäftigkeit nicht zu unterbrechen. Leise schloß er die Türe und ging nach draußen. Das Wetter war herrlich. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Perfekt also!

Mit ausladenden Schritten ging er in Richtung Brauerei. Dort musste der Bewässerungsgraben ja noch verbessert werden. Er pfiff freudig vor sich hin und krempelte die Hemdsärmel hoch.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:47

Verfasst am: 4. Mai 2017
Eileen hat geschrieben:Eileen schleppte kistenweise die Arzneien vom Arztzimmer im Haupthaus zum neu eingerichteten Krankenbereich im dritten Gebäude.

Zwar war hier in den oberen Stockwerken noch der Innenausbau in vollem Gange und man hörte hier und da hämmern, dennoch war das Erdgeschoss bereits bezugsfertig und so sah man fleißige Brüder und Schwestern bei der Einrichtung eben jener Räumlichkeiten.

Das Erdgeschoß bot viel Licht im Inneren, durch die großzügigen Fenster. Das Scriptorium wurde von Bruder Cainneach in Augenschein genommen und man sah den obersten Scriptor strahlend durch die Räumlichkeiten gehen und hier und da Anweisungen erteilen.

Eileen stellte Andrias eine Kiste vor die Nase und deutet auf eine der Vitrinen. "Die hier kommen alle dort rein", sagte sie und lugte zum großen Krankenzimmer hinein.

Im Inneren wurden gerade die Betten aufgebaut. Eileen winkte Oderike zu, die gemeinsam mit Bruder Edwin ein Bett am zusammenbauen war und gerade lauthals fluchte und dann den Bruder, der was gesagt hatte, kurz komisch ansah, brummte und dann lachte.

Eileen grinste und drehte sich wieder um.

"Ich geh dann nochmal", meinte sie zu Andi und huschte aus dem Raum, wo sie fast mit Bruder Thomas zusammenstieß der gerade Holz für weitere Betten hereintrug.

"Obacht", brummte der und zwinkerte Eileen zu. Die grinste nur und eilte weiter. Schließlich gab es noch genug zu tun.
Verfasst am: 5. Mai 2017
Rashmikael hat geschrieben:Die Arbeiten an den Häusern gingen weiter voran.

Räume, die zuvor im Haupthaus genutzt worden waren, wurden nach und nach aufgelöst und verlegt. Danach mussten sie gesäubert und zum Teil renoviert werden für künftige Zwecke.

Die Rüst- und Waffenkammern waren nach dem Arztzimmer dran. Jeglicher Inhalt der Kammern wurde zum neuen Bestimmungsort verbracht. Im neuen Haus diente dafür der Großteil des Kellergeschosses.

In den frei werdenden Räumlichkeiten im Haupthaus sollten nun die Haushaltswaren gelagert werden. Bettwäsche und alles was sonst noch von Nöten war, würde dort die Räumlichkeiten beziehen.

Schwester Rodwina war bereits Feuer und Flamme dafür und ihr konnte es nicht schnell genug gehen, dass die Kammern frei geräumt wurden. Mikael stellte sich mit einem leichten Schmunzeln hinter die rüstige Schwester mit ihrem stahlgrauen Dutt und neigte sich zu ihr runter, "Geduld, Schwester, Geduld" raunte er ihr zu und die Schwester zuckte ertappte zusammen und blickte zu Mikael hoch.
Jener lächelte und zog sie ein Stück aus dem Weg, als ein Berg von Rüstung ächzend auf sie zugewankt kam. Nur das Knurren verriet, dass da wohl Schwester Oderike mal wieder versuchte ihren eigenen Sturheitsrekord zu schlagen.

"Ich hab gerade gesehen, dass im Neubau alles drunter und drüber zu gehen scheint mit der Ordnung", meinte er beiläufig. Damit erreichte er exakt das, was er gehofft hatte. Schwester Rodwina schoß an dem Berg aus Rüstung vorbei, brachte jenen stark ins Wanken und die Person darunter ebenfalls.
Ein nicht gar jugendfreies Fluchkonzert startete als der Berg an Rüstung nicht mehr zu Bremsen war und in lautem Getöse sich über den Flurboden verteilte.

Bevor er selbst noch Zielscheibe des schwesterlichen Zorns wurde, trat Mikael den Rückwärtsgang in das Büro der Kommandantur an und schloß die Türe.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:47

Verfasst am: 13. Mai 2017
Rashmikael hat geschrieben:Nachdem das Morgentraining beendet, das Frühstück gegessen und er mit seinem Ritter gesprochen hatte, ging Thomas mit ausgreifenden Schritten in Richtung Stadt davon.

Sein Weg führte ihn zu dem Juwelier in der Altstadt, dort stand er eine Weile vor der Auslage am Fenster. Als er den Laden betreten wollte, war jener jedoch verschlossen und erst jetzt sah er das Schild mit den Öffnungszeiten.

Innerlich fluchend schob Thomas die Hände unter den Gürtel und hakte die Daumen ein. Beiläufig grüßte er den Bäckersjungen und blickte ihm kurz nach. Schwingende Röcke forderten kurzzeitig seine Aufmerksamkeit und er war nicht der Einzige, der dem Hüftschwung der drallen Blonden kurze Bewunderung schenkte.

Vor ein paar Jahren noch häte er sich einen Spass daraus gemacht mehr als nur einen Hüftschwung von der holden Weiblichkeit zu sehen. Er schmunzelte etwas als er sich eine andere Person mit so einem Gebahren vorzustellen versuchte. Die Leute schauten ein wenig irritiert als der große , blonde Mann unversehens laut lachte und den Kopf schüttelte.

Licht, wenn er das jemals erleben sollte.
Glucksend ging er wieder davon. Vielleicht war Schmuck doch nicht das richtige Geschenk.

Im Zwergenviertel wurde er dann schließlich fündig und mit einem Bündel unter den Armen trat er den Rückweg an, um unterwegs noch ein paar Mitbringsel zu erstehen.

Zurück auf dem Ordensgelände stellte er seinem Vater die Dose Tabak hing, seinem Ritter den Lieblingspie vom Lieblings-Piehändler, Bruder Andrias bekam eine Zimtschnecke vom neuen Café und Eileen ein Baconsandwich in die Hand gedrückt.

Dann ging er die Person suchen, die ihm den Kopf verdreht hatte, um ihr das Geschenk und das Steakbrötchen zu überbringen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:48

Verfasst am: 18. Mai 2017
Goodwin hat geschrieben:Früh am Morgen, die Sonne war noch hinter den Bergen verborgen, trat Doktor Goodwin in das neue Krankenzimmer der Bruderschaft.

Sechs Betten umfasste das Krankenzimmer. Er ging mit ruhigem Schritt von Bett zu Bett und beschaute sich alles. Jedes Krankenbett hatte einen schmalen Nachttisch. Bettpfanne und -flasche waren unter den Betten platziert und sonst war einfaches, aber nicht kratzendes Leinen auf die Bettwäsche gebracht. Ein modernes Waschbecken befand sich an der Seitenwand. So hatten sie immer fließendes Wasser bereit.

Der Kamin sorgte für eine optimale Raumtemperatur und die großen Fenster für helles Licht am Tage. Er zog einen Bettvorhang zur Seite und drappierte ihn richtig. Dann drehte er sich um und überblickte sein Reich.
Er zeigte ein sehr seltenes Lächeln als er so den Raum überblickte, der nach den neuesten, medizinischen Kenntnisse eingerichtet worden war.

Nun konnten bettlägrige Kranke direkt hier behalten werden und man hatte einen zentralen Ort. Das Krankenhaus der Stadt konnte so zumindest auch ein wenig entlastet werden, sollte es denn notwendig sein.

Vom Krankenzimmer ging er ins Ärztezimmer und kontrollierte, ob alle Schränke richtig befüllt worden waren. Zufrieden mit der Arbeit seiner beiden Schüler nickte er.

Der Behandlungsbereich war sauber und alles an medzinischem Besteck war gesäubert und abgekocht. Nun auf einen Einsatz wartend. Schwester Eileen und Bruder Andrias machten sich ganz gut. Der eine hatte natürlich noch einen längeren Weg vor sich, doch beide bewiesen Talent, Ehrgeiz und die notwendige Opferbereitschaft, um einmal gute Ärzte zu werden.

Finneas setzte sich an den Schreibtisch und ging ein paar Listen an Medikamenten durch, die man dringend benötigte. Als die Glocke für die Morgenmesse über das Ordensgelände hallte, war er bereits auf dem Weg in die Stadt, zu seinem ersten Patienten.

Er war noch nie ein großer Kirchgänger gewesen. Schon in Gilneas nicht. Und obwohl er jetzt für einen Lichtorden arbeitete, so hielt er es auch jetzt nicht für unbedingt notwendig seine Zeit damit zu vergeuden in einer Messe zu sitzen, während er anderen helfen konnte. Für Finneas war die Welt seine Kirche. Er brauchte keine Mauern und Predigten, um zu glauben.

Auf dem Ordensgelände wurde es nach der Morgenmesse, wie immer, lauter. Die meisten waren jetzt mehr oder minder wach und wenn sie es noch nicht ganz waren, so tat das morgendliche Ausdauertraining das übrige, um jeden wach zu bekommen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:49

Verfasst am: 8. Jun 2017
Rashmikael hat geschrieben:Im frühen Morgenlicht waberte der Dunst über die noch feuchten Wiesen als man einen Trupp von gut 50 Mann, mehr oder minder lustvoll, vom Ordensgelände weglaufen sah. Das allmorgendliche Ausdauertraining war für die Wachen der Stadt schon nicht mehr ungewöhnlich.

Vom ordenseigenen Trainingsplatz ging es in Richtung Brauhaus, am Fuße des Berges und von dort rechts ab, den Bergpfad hinauf. Der Morgenduft des Bergwaldes grüßte sie und ein paar Eichhörnchen lugten aus den Baumwipfeln auf den Trupp an Menschen, der unter ihnen entlang hastete. Manche schlenderten eher schneller, als dass sie laufen würden. Graue Haare, Leibesfülle oder schlichtweg Unmut ließen das erklären. Der vordere Truppenteil war eher jener der trainierteren. Der Kämpfer und jener, die immer noch den Ehrgeiz in sich spürten oder schlichtweg sich gerne körperlich betätigte.

Ab und an knackten Äste und man hörte Rufen, Lachen oder auch Keuchen, als es etwas steiler wurde. Die Strecke führte sie in Richtung Wasserfälle und von dort ging es am Seeufer entlang in Richtung Stadtmauer, dann scharf rechts an der Menagerie, den Stallungen und der Greifenwiese vorbei, hinauf in Richtung Kapelle und zurück zum Übungsplatz. Dann begann die Runde von vorne. Insgesamt zwei- oder für manche auch dreimal wurde die Runde gelaufen und am Ende der Runden wurde sich auf dem Übungsplatz versammelt und es folgten noch ein paar Kniebeugen und Dehnübungen.

"Heute Nachmittag trifft sich die Kampfeinheit am See! Übungswaffen aus Holz sind mitzubringen und ich bitte um Kleidung, die nass werden kann!" rief Mikael dem Trupp zu und entließ sie dann alle zum Frischmachen und dem anschließenden Frühstück.
Verfasst am: 19. Aug 2017
Rashmikael hat geschrieben:Die Schäden, verursacht durch Argus, galten inspiziert und ausgebessert zu werden. Das Kloster war in den Ausnahmezustand versetzt worden. Ein Teil des Armenhaus hatte evakuiert werden müssen und das Krankenlager im Orden quoll über. Alle Betten waren belegt und Zelte waren auf der großen Wiese in Richtung Kapelle aufgebaut worden.

Die Fenster, welche zum Teil zerborsten waren durch die enorme Druckwelle galten sobald als möglich repariert zu werden. Doch vorerst hieß es Ruhe bewahren und den Leuten ein Obdach zu bieten, die auf den Klostergrund geflohen waren.
Ebenso galt es Aedan und andere abgänginge Urlauber zu erreichen.

Mikael strich sich durch die Haare und beschaute sich die Lage. Er winkte eine recht staubige und übernächtigte Oderike zu sich.
Leise sprach er mit ihr und deutete auf zwei weitere Brüder im Hintergrund. Die Novizin vor ihm nickte und hörte sich die weiteren Instruktionen an.

Nachdem er beendet hatte, was er ihr aufgetragen hatte blickte er sie nochmals ausführlich an. Er wusste, dass auch er übermüdet und staubig war. Ein Verband am Arm war dreckig und er straffe sich leicht, sein Blick wurde milder.
"Gute Arbeit, Novizin. Und nun geh und schau was du helfen kannst", mit den Worten ließ er sie wegtreten. Er hörte seinen Namen rufen und humpelte über den Hof in Richtung Haupthaus.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:49

Verfasst am: 10. Nov 2017
Rashmikael hat geschrieben:Patrick beendete sein Frühstück und wischte sich den Bart sauber. Er war ausgeruht und gesättigt. Die Weiterreise konnte beginnen. Er erhob sich und ging zu der Gastwirtin des Starkbierlagers.
"Habt Dank für Speis und Trank und das bequeme Nachtlager. Wieviel macht das für mich und den Herren?" fragte er und nickte zu Bordo Klopf, der noch über seinem Frühstück saß und es sich einverleibte.
Die Gastwirtin nannte ihm den Preis für den gestrigten Verzehr und das Zimmer, welches er sich mit dem anderen Mann geteilt hatte.

Ohne eine Miene zu verziehen bezahlte Patrick die Zeche für sich und die Übernachtung. Wie versprochen lud er den Soldaten zu der Übernachtung ein.
Patrick ging zum Holztisch zurück, schulterte den Reisesack und nahm die Zweihandaxt auf.
"Also dann mach es gut, Bordo. Wir sehen uns in der Stadt und noch viel Spass im Urlaub", meinte er und zwinkerte dem anderen zu.

Nach dem Austausch einiger Floskeln ging Patrick hinaus zum Stall des Gasthofs.
Seine Stute war gut versorgt worden und bereits gesattelt und aufgezäumt. Er gab dem Stallburschen ein entsprechendes Geld dafür und band seinen Sack hinter dem Sattel fest.

Nachdem er gehört hatte, dass der Pass noch frei war hatte er sich gegen einen Flug nach Eisenschmiede entschieden und dafür den Rest der Strecke mit der Stute zu reisen, die ihm in Arathi gegeben wurde.
Audra, was 'edle Stärke' bedeutete wurde am Zügel nach draussen geführt.

Patrick schwang sich in den Sattel und ordnete seinen Umhang richtig, bevor er sich die Handschuhe anzog und dann die Zügel ergriff. Er schnalzte Audra zu und lenkte sie mit leichtem Schenkeldruck auf die Straße.

"So meine Hübsche", sagte er in tiefem Arathi. "Heute wollen wir es nach Eisenschmiede schaffen."
Als wüsste die Stute, dass der Weg noch ein weiter war, trabte sie gemütlich an.

Zwar war der Weg frei jedoch der Aufstieg den Bergpass hinauf beschwerlich. Als der Schnee sie begrüßte zog Patrick den Schal über Mund und Nase und die Kapuze tiefer in die Stirn.

Der Weg nach Eisenschmiede war noch lang und insgeheim fluchte Patrick innerlich darüber, dass die Reise so lange war und er das Pech gehabt hatte, dass weder ein Magier noch ein Greif zur Verfügung gestanden hatten, als er die Nachricht bekam, auf die er so lange Monate gewartet hatte.

Andrias war zurück. Das Glück war ihm soweit hold, dass er von der Front eine Beurlaubigung bekam und er den Rücktritt zum Orden antreten konnte sobald er die Nachricht in der Hand hatte.

Jetzt galt es nur noch heil in Sturmwind anzukommen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:50

Verfasst am: 14. Nov 2017
Rashmikael hat geschrieben:Vier Tage hatte Patrick gebraucht, um die Tore Eisenschmiedes zu sehen und endlich anzukommen. Vier Tage in denen er sich mehrfach gescholten und verflucht hatte nicht einfach ein paar Tage Geduld bewiesen zu haben, um auf den elendigen Magier zu warten, der ihn hätte binnen von kürzester Zeit nach Sturmwind porten können.

Aber nein. Nein, er hatte natürlich nicht warten können.

Wer hätte auch ahnen können, dass ihm von Thelsamar man an nur noch die Scheiße am Stiefel geklebt hatte.

Es begann mit einem Aufstieg über den Südpass, der erst gut anfing ...bis mitten im Bergtunnel ein Draenei mit einem toten Elekk den Weg blockierte. Mehrere Gebirgsjäger waren bereits zu Gange über den Verbleib des verendeten Tieres zu reden, während andere versuchten mit dem bitterlich weinenden Draenei zu reden.
Jener war natürlich nicht in der Lage irgendetwas zu entscheiden und so ging das Gespräch einige Zeit, bis man endlich eine Lösung gefunden hatte.

Das Tier musste weg. Der Draenei ließ sich mit ein paar Trostkrügen Met soweit beruhigen, dass ihn eine Gruppe Gebirgsjäger aus dem Tunnel bugsieren konnten, während der andere Trupp das Tier zerlegte. Patrick hatte erst bei dem Drame zugesehen und wurde dann dazu gebeten mal Hand mit an zu legen.

Es dauerte mehrere Stunden, bis die Passstrasse wieder soweit frei war, dass man hindurch konnte.

Als er mit seiner Stute endlich den Pass erreicht hatte, war es bereits dunkel geworden und die kalte Luft biss unfreundlich an der Haut. Er hatte Glück und konnte im Sttützpunkt am Pass die Nacht verbringen.

Nach ein paar angeregten Unterhaltungen mit Zwergenbier und etwas zu essen, legte sich Patrick irgendwann schlafen, um am nächsten Morgen wieder früh weiter zu reiten. Gesagt - getan.

Er war gut voran gekommen, wenn auch etwas langsamer, da es nach etwas Schneefall in der Nacht etwas beschwerlich war voran zu kommen. Doch als die Verwehungen hinter ihnen lagen, ging es gut voran ... bis er schon von Weitem etwas neben der Straße sah. Je näher er kam, desto ersichtlicher wurde es, dass es ein teils umgekippter Wagen war. Ein Rad lag daneben und einige Zwerge standen darum herum. Das Unglück schien gerade erst passiert gewesen zu sein.

Da Patrick ein hilfsbereiters Mensch war, bot er natürlich seine Hilfe an und gemeinsam schafften sie es, nach gut zweieinhalb Stunden, den Wagen wieder auf die Strasse zu bugsieren. Zum Dank wurde Patrick eingeladen, die Nacht bei den Zwergen zu verbringen und angesicht der Tatsache, dass es bald dunkel werden würde, nahm Patrick dann auch das Angebot an.

Am nächsten Tag ging sein Ritt weiter. Er ließ den Steinbruch zur Linken liegen und ritt weiter, bis die Stute plötzlich zu lahmen begann. Nach einer kurzen Überprüfung stellte er fest, dass der Knöchel leicht geschwollen war und sie sich einen Stein eingetreten hatte. Das Fluchen war dem eines Arathor mehr als würdig, als er die Stute am Zügel weiter führte und somit natürlich um einiges langsamer voran kam.

Als die Dunkelheit hereinbrach erreichte er ein kleines Gehöft. Dem Licht sei Dank wurde er dort freundlich aufgenommen und die Stute versorgt. Mit Audra würde er jedoch nicht weiterreisen können - so die Hiobsbotschaft am nächsten Morgen. Sie verblieben so, dass die Stute hier verweilen sollte bis er sie wieder abholen würde. So leistete er eine Anzahlung für die Verpflegung und Pflege der Stute und machte sich murrend auf den Weg nach Eisenschmiede ... mit einem Mietwidder.

Jetzt am vierten Tage nach seiner Abreise in Thelsamar kam er endlich in der Stadt im Berge an. Er gab seinen Mietwidder ab und machte sich auf in Richtung Tiefenbahn. Natürlich war die letzte Bahn für heute vor ein paar Minuten abgefahren. Die erste Bahn würde gegen 4.30 am nächsten Morgen wieder nach Sturmwind fahren.

Patrick kaufte sich ein Ticket und beschloss sich eine Nacht in einem Gasthaus zu gönnen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:50

Verfasst am: 12. Dez 2017
Rashmikael hat geschrieben:Die Winterhauchfestlichkeiten waren mit den vorwinterhauchlichen Aktivitäten im vollem Gange. Pünktlich zum ersten Sonntag im Winterhauchmonat waren alle Türen mit Winterhauchkränzen geschmückt und die Tanne neben der Klosterkapelle mit Äpfeln, Nüssen und Ringen, die mit Vogelfutter gefüllt waren, behangen worden.

Wie jedes Jahr war der Klostergrund feierlich geschmückt. Bänder und Kerzen, Winterhauchkränze an Türen und Fenstern und Holzschnitzereien aus der Zwergenstadt, tauchte alles in festliches Kleid.

Aber nicht nur auf Ordensgrund merkte man, dass Winterhauch mit immer größeren Schritten heran rückte. Auch vor dem Armenhaus standen zwei kleinere Bäume in Töpfen und auch jene waren mit Schleifen, Äpfel und Nüssen geschmückt worden. Äpfel, Nüsse und einige Schleifen fehlten bereits am nächsten Tag. Dafür hatten ein paar Kinder und junge Damen hübsche Schleifen in den Haaren.

Licht gab es eben auf unterschiedliche Art und Weise.

Wie jedes Jahr um diese Zeit war auch jetzt wieder der Großputz im Armenhaus angesagt. Bettenlager wurden entsorgt und etwaiges Ungeziefer gleich mit. Neue Matratzen, mit wohlig duftendem Stroh gefüllt, wurden gebracht und die Räumlichenkeiten von jeglichem Dreck befreit. Hand in Hand mit den Einwohnern wurde gearbeitet und so kamen sie, wie jedes Jahr, schnell voran.

Und so erstrahlte auch das Armenhaus am Kanal bald in vorwinterhauchlichem Glanze. Frischer Reisig brachte einen guten Duft in das Haus und die monatliche Lieferung von neuer Seife tat ihr übriges bei den Bewohnern.

Etliche konnte vermittelt werden und hatten Arbeit gefunden, doch sobald ein Platz frei wurde, kamen neue Notdürftige dazu. Etwas das leider nie ein Ende fand.

Mikael schloß seinen Bericht mit seiner Unterschrift und blickte aus dem Fenster.

Auf dem Hof spielten die Kinder von Bruder Jonathan und Mutter Irena. Sie lachten und freuten sich mächtig an der kleinen Eisfläche, die Bruder Wulfric ihnen gezaubert hatte. Er schmunzelte, denn es waren nicht nur die Kinder, die sich daran erfreuten. Auch einige Brüder und Schwestern schlitterten jauchzend über das spiegelnde Eis.

Hinter all der Freude mischte sich auch die Sorge, um jene Brüder, die derzeit fernab des Ordens weilten. Manche wirkten auf Argus, andere in Nordend oder im nördlichen Teil des Östlichen Königsreiches. Er blickte auf den Stapel der Akten, jener die auf Mission waren.

Ein Klopfen an der Türe rieß ihn aus den Gedanken.
"Herein", sagte er laut und deutlich. Der Schopf von Bruder Jean schob sich durch den Türspalt.
"Der Karren nach Dunkelhain wäre soweit", meinte eben jener Bruder und Mikael erhob sich.
"Danke, Bruder. Ich komme" sagte er, nahm den fellgefütterten Wollumhang vom Haken und folgte dem Bruder nach draussen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:51

Verfasst am: 13. Dez 2017
Rose hat geschrieben:Der Wind war beißend kalt und das war auch gut so. Jedoch war ihr Gesicht durch Tuch und Flugbrille soweit geschützt, dass sie keinerlei Erfrierungen erleiden würde. Dick in Felle gehüllt genoss Roselyn einfach nur den Flug auf ihrer Greifendame Goldie.

Sie hatte etwas Abstand gebraucht. Nicht vom Orden und ihren Brüdern und Schwestern, sondern einfach von der schweren Gedanken, die sie mit sich schleppte, seit Tjarden auf diesen verdammten Planeten gegangen war, der dort am Firmament hing.
Sie vermisste ihn unglaublich und das wiederum machte ihr schlechte Laune, denn sie konnte nicht einfach so zu ihm. Nicht, dass das etwas Neues geween wäre, aber das dort oben war eben kein Spaziergang.

Cassi war schon nicht wiedergekehrt und jetzt war er weg und Andrias und und und. Sie hoffte natürlich für alle, dass sie heil wiederkehrten, doch niemand war so in ihrem Herzen, wie Tjarden. Und eben jene Gedanken versuchte sie loszulassen. Vorallem nachdem sie dazu geführt hatten, dass sie die Nacht zuvor Oderike was vermöbelt hatte. Welch eine Genugtuung das dennoch gewesen war. All der aufgestaute Frust und die Emotionen, die sie wegen ihr seit Monaten schon rumgetragen hatte, konnten endlich ein Ventil finden. Das anschließende Trinken und Reden hatte auch gut getan.

Bedachte sie es richtig und nicht mit hitzigem O'Finnigan Gemüt, war die Schwester doch ganz in Ordnung. Etwas seltsam ab und an, aber in Ordnung.

Goldie ging in den Sinkflug und Roselyn schenkte die Aufmerksam wieder ihrer Umgebung. Unter ihnen lag die schneebedeckte Landschaft von Dun Morogh. Glitzernd funkelte der Schnee wie Edelsteine. Sie steuerte die Greifendame zu dem Platz an dem sie hoffte Silberblatt zu finden.

Als Goldie im weißen Tiefschnee landete stob das kalte Weiß auseinander und bedeckte Rose mit einer Schicht Puderschnee. Die Greifendame stieß einen freudigen Laut aus und Roselyn tätschelt sie am Hals.
"Ja, das macht dir Freude", sagte sie gedämpft unter dem Stoff des Gesichtsschutzes. Sie zog ihn etwas herunter und blickte sich um.

"Perfekt. Gleich mehrere Büsche."
Ohne Mühe machte sie die Schneeschuhe vom Sattel und band sie sich an, dann griff sie zu Sichel und Sack und stapfte über den Schnee zu den Büschen.

Vorerst waren die schweren Gedanken in den Hintergrund gerückt. Nun galt ihre Aufmerksamkeit den Pflanzen und ihrer Beschaffenheit.

Nach der Ernte des Silberblatts, flogen sie weiter, um noch ein paar Schneepflanzen zu ergattern. Etliche Stunden später und reich an Ausbeute, beschloss Roselyn es für heute gut sein zu lassen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:52

Verfasst am: 26. Jan 2018
Rashmikael hat geschrieben:"Hallooooooooohoooo? Macht mir mal wer die Türe auf, bitte?" rief Thomas und wartete. Seine Arme waren beladen, von der Lieferung, die er für seinen Ritter abgeholt hatte. Er wusste es waren Kleidungsstücke in den Säcken ... aber er hatte auf dem Weg von der Stadt hier her die Vermutung bekommen, dass sich darin entweder ein Gnom versteckt hatte, oder aber ausversehen Backsteine in die Säcke gekommen waren. Zumindest wurden die Armmuskeln immer mehr beansprucht je weter er sie trug.

Von innen erklangen Schritte und Bruder Hengfist öffnete die schweren Pfortentüre so schwungvoll als wäre sie aus Pappe.
"Licht mit dir Bruder. Das scheint schwer zu sein, komm lass mich dir helfen!" brummte der vollbärtige Schrank eines Bruders und nahm Thomas zwei der drei Säcke ab.
"Na so etwas? Die sind ja ganz leicht!" sagte er und lachte erstaunt.
"Ha! DAS mein Guter dachte ich am Anfang auch. Aber wenn du sie quer durch die Stadt tragen musst und dabei noch Fuhrwerken, Händlern und vertrottelten Besuchern ausweichen musst, dann, ja dann denkst du irgendwann ganz anders!" sagte Thomas. Jedoch musste auch er bereits wieder ein wenig grinsen.

Bruder Hengfist lachte leise. Was ein wenig klang als würde im Gebirge eine kleine Steinlawine losgehen.
"Ich schätze das sind die Kleider fürs Waisenhaus, die Bruder Piers geordert hatte?"
"Gut geschätzt. Sie müssen hoch zu seinen Räumen, er will sie erst sichten, bevor er sie weiter leitet."

Beide Brüder stapften in die oberen Räumlichkeiten und als sie vor der Türe von Bruder Piers und Edward angekommen waren, stellte Thomas seinen Sack mit Kleidern ab, strich sich das Wams richtig und klopfte.

Von drinnen hörte man ein Rumpeln und ein dezentes Fluchen, dann wurde kurze Zeit später die Türe einen Spalt aufgemacht und Prior Edward schob seinen Kopf hindurch.
"Hm?" fragte er, erkannte dann die beiden Brüder, lächelte und öffnete die Türe weit.

Thomas sah im Hintergrund einige Landkarten auf dem Boden ausgebreitet liegen und Bruder Piers kniete auf dem Boden und schien eingehend eine zu studieren.
"Ah, die Säcke sehen prall aus!" rief Edward erfreut aus und strahlte. Von Toms rechter Seite kam ein amüsiertes Brummen und der Vollbart von Bruder Hengfist wackelte dezent.

Toms Mundwinkel zuckten leicht und erst als Bruder Piers aus dem Hintergrund auch noch gluckste, seufzte Edward und verdrehte leicht die Augen.
"Ihr immer ... Licht noch eins" sagte er amüsiert genervt mit einem Kopfschütteln und winkte die Beiden in eine Ecke des Zimmers.

"Stellt sie dort hin!" sagte er.
Gesagt, getan. Die Säcke wurden an die Wand gelehnt und Bruder Hengfist verabschiedete sich mit einem "man sieht sich".

Thomas schaute zu seinem Ritter und fragte höflich "ist sonst noch etwas Sir?"
"Nein, Thomas. Du kannst deinen anderen Aufgaben nach kommen."
Thomas nickte und zwinkerte Edward dann zu.
"Bis später".
"Tada" sagte Ned und schloß die Türe hinter dem Knappen.

Edward drehte sich langsam zu Piers um und schaute ihn an.
"So, wo waren wir stehen geblieben?"
Piers grinste und deutete auf die Landkarte.
"Genau hier. Genau hier"

Thomas war derweil nach unten gegangen und blieb vor den Postfächern stehen, als sein routinemäßiger Blick in sein Fach ihn stutzen ließ. Da lag ja was für ihn drinnen.

Er lächelte als er vermutete, dass es vielleicht einer von Oderikes kleinen Briefen war, die sie sich ab und an hin und her schrieben. Sein Lächeln ging in ein Stirnrunzeln über und dann schmunzelte er.

Sir genannt zu werden war ja schon ein wenig schmeichelhaft. Nun, er wollte dem Burschen mal Bescheid geben.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:53

Verfasst am: 28. Jan 2018
Rashmikael hat geschrieben:Wie eigentlich jeden Sonntag ging Thomas auf den Friedhof. Sein Weg führte ihn zielstrebig zu einem Doppelgrab. Er säuberte das Grab von kleinen Ästen und Blättern und rückte das Wintergesteck richtig. Dann tauschte er das Grablicht durch ein neues aus und zündete die Kerze an.

In diesem Jahr wäre seine Tochter 13 geworden. Wie die Zeit verging. Manches Mal kam es ihm vor wie gestern und dann wiederum wirkte alles so weit fort.
Gestern hatte er an sie denken müssen, als er dem jungen Aiden Wells gegenüber gesessen hatte. Der Junge hatte nichts mehr und lebte nun im Waisenhaus. Ein patenter junger Bursche. Etwas schüchtern, aber wem konnte man es verdenken. Seine Augen jedoch wirkten wach und offen. Etwas unsicher vielleicht, aber auch das würde sich geben. Da war er sich fast sicher.
Groß würde er sicherlich werden. Wie groß seine Tochter jetzt vielleicht wäre?

Lizzy war nicht gerade groß gewesen. Gut, sie war noch jung gewesen, so wie er eben auch. Und mit 16 oder 17 hatte er noch lange nicht die Größe erreicht, die er jetzt hatte. Vielleicht wäre auch Lizzy noch ein wenig gewachsen. Wer wusste das schon. Irgendwie sah er seine Tochter immer mit blonden Locken vor sich. Das hübsche Gesicht ihrer Mutter und seine Augen.

Er schob die Hände in seine Manteltasche und seine Fingerspitzen berührten das Schreiben, welches Oderike ihm hingelegt hatte. Ein Lächeln zeigte sich auf seinen Lippen. Sie war wahrlich die faszinierendste Frau, die er je kennengelernt hatte. Und er hatte einige kennengelernt. Er nahm eine Hand aus der Tasche und strich über den kalten Stein.

"Bis zum nächsten Mal", sagte er leise und ging dann wieder den Weg zurück. Statt gleich zum Ordensgrund zurück zu gehen, wählte er den Weg über die Löwenruh und entschloss sich für einen kleinen Sonntagsbummel durch die Stadt.

Später würde er Abt Aedan aufsuchen und ihm von dem gestrigen Gespräch und seinem Ausgang berichten.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:53

Verfasst am: 26. Feb 2018
Wulfric hat geschrieben:"Etwas schneller wenn ich BITTEN darf" schallte die Stimme von Wulfric über den Trainingsplatz der Bruderschaft. Es war knacke kalt am frühen Morgen und der Frost hatte das Grün rutschig gemacht. Atemwölkchen hingen vor den teils roten Gesichtern der Brüder und Schwestern, die er am heutigen Morgen trainierte.

Da seine Stimmung seit Tagen unterirdisch war, mal abgesehen von den netten paar Stunden in Tyrs Hand gestern, hatte die Bruderschaft so richtig was vom Training.

"KNIE zu den ELLENBOGEN und die sind NICHT am Bauchnabel, Schwester!" brüllte er über den Platz.

Er schüttelte den Kopf und pfiff in seine Pfeife. Der Pfiff hallte von der Gebirgswand zurück und ließ einige zucken.
"Und jetzt noch eine LETZTE Runde über den Hindernissparcours! Und STÖHNEN hilft gar nichts!"

Wenn Blicke töten könnten, so hätte er heute Morgen wohl jetzt seinen Tod gefunden. Aber Training war Training und sie waren hier ja schließlich kein Weichei-Verein!

"Sind wir hier beim EIER SCHAUKELN, Bruder? RUNTER und kriechen und es ist mir egal, ob der Boden kalt ist!" Der angesproche Bruder ließ sich reflexartig auf die Knie fallen und presste sich auf den Boden und kroch unter dem Hinderniss hindurch.

Wulfric ließ seine Augen über die Truppe schweifen.

Aedan war gut in Form, das stand ausser Frage und auch die anderen Kommandanten ließen keine Schwäche aufkommen und hatten bereits den Parcours absolviert. Genauso wie etliche der im Training stehenden Kämpfer des Ordens.

Wulfric nickte und sein Blick hing auf der rotgesichtigen Schwester Frigga. Er legt die Hände auf den Rücken. Die kleine, stämmige Schwester, die oftmals mehr an eine Zwergin erinnerte als an einen Menschen, schnaufte und schwitzte aber presste verbissen den Mund zusammen. So platt gedrückt wie möglich schob sie sich unter den Hindernissen hindurch und hopste dann mehr oder minder geglückt über die kleineren Balken. Sie wählte die niedrigeren Hangelstreben und hangelte sich eisern und verbissen über den gefrorenen Matsch.

Sie kam als Letzte ins Ziel und keuchte stark. Wulfric musterte sie und lächelte dann als er auf sie zeigte,

"Und das meine Brüder und Schwestern nenne ich WILLEN! Schwester Frigga darf als nächstes das Training leiten!"

Die rothaarige und gerade rotgesichtige kleine Person wurde noch einen Tick röter im Gesicht, dafür schien sie prompt um ein paar Zentimeter zu wachsen.

"GUT! WEGTRETEN! GUT GEMACHT!" rief Wulfric und folgte der Horde in Richtung Wohnhäuser.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:55

Verfasst am: 7. März 2018
Rashmikael hat geschrieben:Als Patrick um kurz vor Mitternacht die Leiter nahm, die am Haupthaus an der Mauer lehnte und nach oben stieg, war seine Laune entsprechend geladen und bedrückt zur gleichen Zeit.

Eingehüllt in einen viel zu großen Mantel, den er sich einfach im Pförtnerraum genommen hatte und der wohl eher Bruder Hengfist gehörte, kam er auf dem Dach an und schaute sich um.

Der Worgen saß gelangweilt am hinteren Ende des Daches und Tion blickte leicht erstaunt auf den neuen Gast. Ein Blick in Patricks Gesicht zeigte ihm jedoch, dass statt einer dummen Bemerkung wohl nur ein Nicken und keine Worte angebracht waren.

Patrick brummte und setzte sich an die Steine des Kamins. Der Rücken wurde ihm leicht gewärmt und er starrte in die Nacht. Alles Mögliche und Nichts ging ihm durch den Kopf. Das Gespräch mit Andrias und das Gefühl, dass er einfach nicht weiter wußte.

Er warf ein Stück Holz vom Dach und über die Wiese und brummte. So saß er da, bis der Morgen graute und Tion ihm leicht auf die Schulter tippte. Patrick war im Sitzen irgendwann eingeschlafen, gewärmt durch den Kamin und den gut gefütterten Übergrößenmantel von Bruder Hengfist.
"Messe ist gleich", sagte Tion nur und nickte Patrick zu.
Jener bedankte sich mit einem Nicken und Brummen und rappelte sich auf.

Als er in das Zimmer trat, um sich entsprechend umzukleiden, war Andrias bereits weg. Wie er auch nicht anders erwartet hatte.

Er setzte sich kurz an den Schreibtisch und schrieb eine Notiz, die er seinem Beichtvater ins Fach legen wollte.
Rashmikael hat geschrieben:Am frühen Morgen fand Thomas das Geschenk, welches Oderike ihm an die Tür gehängt hatte. Er lächelt breit und stellte den Pinguin zu dem anderen Steintier, welches sie ihm gemacht hatte.

Leicht schüttelte er den Kopf, obwohl das Grinsen nicht aus seinem Gesicht wich. So typisch für sie. Sicherlich hatte sie wieder kaum geschlafen, dachte er bei sich und zog die Türe hinter sich leise zu. Just in dem Moment trat Patrick aus dem Zimmer und nickte Tom zu.

"Bist aber schon früh raus?" sagte Tom, als er zu Patrick aufschloss.
"Jo. Bruder Trystan scheint die Nase was zu zu haben. Zumindest schnarcht er für zehn", brummte er als er die Treppe runter ging.

Tom tätschelte Patrick auf die Schulter.
"Wird schon, Rick. Wirst schon sehen" meinte der große Blonde. Patrick brummte wieder nur und stapfte weiter.
"Musst du zu den Kühen?" fragte Patrick und schaute zu Tom hoch.
"Nein, ich hab versprochen beim Abfüllen der Fässer für heute Abend zu helfen."
"Hm. Also wenn ihr noch Hilfe braucht, dann mach ich mit", kam es von Patrick.
"Klar, bestimmt."

So füllten sie Bier in viele kleine Tischfässer und beförderten sie zur Seite. Ebenso wurden etliche Holzkisten mit Flaschen an die Treppe gestellt, um sie später hoch tragen zu können.

Der Tag im Orden war ausgefüllt mit Aufräumarbeiten und Vorbereitungen für den Abend. In der Küche lief die Produktion an Platten voller Köstlichkeiten auf Hochtouren. Damit die große Halle rechtzeitig für die erwarteten Gäste eingedeckt werden konnte, wurde nach dem gemeinsamen Mittagsmahl die Halle für alle weiteren gesperrt.

Wer nicht bei dem Abend teilnehmen würde, der bekam in den beiden anderen Häusern die Möglichkeit dort in den Aufenthaltsräumen oder auf den Zimmern zu essen.
Verfasst am: 11. März 2018
Rashmikael hat geschrieben:Nachdem am Morgen nach dem Abend mit Klosterspezialitäten, das Chaos von allen Ordensmitgliedern beseitigt worden war und die Reste an das Armenhaus und einige bedürftige Einzelhaushalte verteilt worden waren, kehrte der Alltag zurück ins Kloster.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:55

Verfasst am: 20. März 2018
Rashmikael hat geschrieben:Als es leise an die Tür klopfte, blinzelte Thomas im Dämmerschlaf und als die Türe aufging und ein Schatten ins Zimmer huschte, schlug er die Augen auf.
Schon wollte er aufspringen, denn wenn Nachts wer in sein Zimmer kam, so konnte es nur bedeuten, dass etwas geschehen war.

Die Hand an der Decke, wollte er sie aufschlagen ... als er die Silhouette erkannte. Er stopfte die Decke um sich, um seine Nacktheit ja zu bedecken und richtete sich was auf.

Da stand sie nun, sein Kater zu ihren Füssen, ohne Schuhe und wartete. Er hörte ihren Atem in den Dunkelheit und er wusste, dass es sie einiges gekostet hatte, zu ihm zu kommen.

"Dreh dich kurz um, bitte" brummte er und angelte nach seiner Stoffhose, die vor dem Bett, achtlos auf dem Boden lag. Er sah, dass sie brummend seinen Worten folgte und zog eilig die Hose unter die Decke, um sie sich dort über zu streifen.

"Gut", meinte er und rückte an die Wand.
Als hätten beide darauf gewartet, hopste erst der Kater auf seine Füße und dann setzte sich Oderike auf die Bettkante.
Er lächelte und legte den Arm raus, wo sie sich einkuschelte. Sein Herz schlug gegen die Brust, als würde es die Knochen zerschmettern wollen. So zumindest fühlte es sich für ihn an.

So hielt er sie, bis ihr Atem nach einer Weile ganz ruhig und gleichmäßig ging und an seinen Füßen der Kater grunzte und schnarchte. Tom lächelte in die Dunkelheit des Zimmers und blieb noch länger so liegen, bis auch ihm irgendwann die Augen zu fielen. Jedoch war sein Schlaf nicht tief und fest, denn bei jeder ihrer Bewegungen öffnete er die Augen leicht.

Noch vor einigenr Zeit hätte er diese Situation schamlos ausgenutzt ... aber bei ihr war alles anders. Er würde warten, wie es sich gehörte.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:56

Verfasst am: 21. März 2018
Rashmikael hat geschrieben:Nachdem Patrick seinen Tabak im Magierviertel besorgt hatte, ging er schnurstraks zu Bruder Wulfrics Büro in der magischen Universität zu Sturmwind.

Der Magus saß, hinter einem Stapel Bücher vergraben, an seinem Schreibtisch. Die feuerroten Haaren standen teils wirr von seinem Kopf ab. In der Ecke fegte recht unmotiviert ein Besen herum und eine Teekanne schenkte gerade Tee in eine Tasse.

"Huh ...ah Patrick. Was gibt es?" sagte Wulfric und blickte den Bruder überrascht an.
"Ich komme wegen den Rucksäcken über die wir letztens sprachen. Meinst du, du könntest die ... ausborgen?" fragte Patrick und folgte der Teetasse, die durch den Raum schwebte und vor Wulfric sich auf die Tischplate stellte.

"Die Rucksäcke, die der Universität gehören meinst du?"
"Eben jene", sagte Patrick und nickte.
Wulfric kreute die Arme vor der Brust und wippte auf seinem Stuhl.
"Und wofür soll ich dir die äußerst wertvollen und teuren Rucksäcke ... ausborgen?"
Patrick zuckte leicht mit den Schultern.
"Kann ich dir nicht sagen", sagte er.

Wulfric kräuselte die Stirn.
"Verstehe", meinte er und nickte langsam.
"Die ... die gehen doch?" hakte Patrick nach und erntete damit ein Grinsen.
"Keine Sorge. Niemand wird gefressen, nichts verschwindet, nichts korrumpiert oder sonstiges. Alles geprüft", meinte Wulfric und zog eine Holzkiste unter dem Tisch hervor.

Unterrichtsmaterial stand in großen Buchstaben drauf.

"Du brauchst wohl alle, hm?" fragte der Magus und blickte Patrick an.
"Sechs", sagte jener.
Wulfric zog sechs unauffällige Stoffrucksäcke in schickem Tarngrün aus der Kiste.
"Wasserabweisend, schnittfest und magisch nicht zurückverfolgbar" erklärte Wulfric und drückte Patrick die Stoffrucksäcke in die Arme.

"Und wenn es machbar ist, will ich alle sechs auch wieder haben. Wie erwähnt sind diese Rucksäcke sehr teuer", ermahte er den Mitbruder mit einem tiefen Blick in die Augen.
Patrick nickte verstehend.

"Werden unser Bestes geben", sagte Patrick und klemmte sich die Rucksäcke unter den Arm.
"Wann ist Abreise?" fragte Wulfric und winkte dann ab. "Vergiss es, kannst es mir eh nicht sagen" meinte er dann.

Patrick nickte nur.

"Wir sehen uns morgen noch ein wenig", meinte Patrick und zwinkerte seinem Mitbruder zu. Wulfric nickte und machte sich eine Notiz.

"Bis morgen dann", sagte der Magus und drehte sich wieder seiner Arbeit zu.
Patrick blickte sich nochmals um und ging dann durch die Stadt zurück zum Kloster.

Wie versprochen klopfte er dreimal an Oderikes Türe und legte ihr einen der Rucksäcke vor die Holztüre. Die selbe Prozedur machte er noch an der Türe von Thomas, Piers und Edward sowie Tion. Dann ging er zurück zu seinem Zimmer und begann zu packen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:56

Verfasst am: 11. Apr 2018
Rashmikael hat geschrieben:Im Orden ging das Leben seinen gewohnten Gang. Die Felder wurden neu bestellt und die Hofarbeit nahm derzeit kein Ende. Der alte Bauer Wollerton schien Freude daran zu haben, mal wieder ein wenig herum kommandieren zu dürfen und scheuchte die helfende Hände zu diversen Arbeiten, die unbedingt erledigt werden mussten.

Die Reinigung der Klärgruben stand an und so sah man eines schönen Morgens, Bruder Wulfric und Bruder Dermot beratschlagend vor den Grubenschächten stehen und tuscheln.

Einige Zeit später sah man die beiden Magier Runen um die Klärgruben ziehen. Als die Runen angebracht waren begannen sie einen auf und ab steigenden, ja man könnte fast schon sagen, Gesang und die magischen Runen begannen zu schimmern. Ein Licht entstand über den Klärgruben und dann gab es ein Geräusch, wie ein sich öffnender Korkenverschluss.

Gleichzeit geschah irgendwo, über einem Orcdorf in Durotar Folgendes: Eine seltsame Wolke formte sich über dem Dorf und die Luft schien zu flirren und ein wenig zu glitzern, dann wurde die Wolke dunkler und es rumpelte. Auf der Erde schauten ein paar Orcs gen Himmel, just in dem Moment als die Schleusen sich öffneten und der Inhalt der Klärgruben sich über dem Orcdorf ausschüttete.

Im fernen Sturmwind klatschten sich zwei Magier ab und gingen dann pfeifend ihren üblichen Aufgaben nach.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:57

Verfasst am: 2. Aug 2018
Hephaestion hat geschrieben:Hephaestion unterdrückte ein Gähnen, als er nach seinem Humpen Starkbier griff und nahm einen tiefen Schluck. Als er den Humpen wieder absetzte, lächelte er seinem Gegenüber charmant zu und übte sich in aktivem Zuhören.
Hartes Brot, denn Milton Abrahams musste einer der langweiligsten Menschen Azeroths sein. Vielleicht sogar die langweiligste Person aller Welten. Es war ihm schleierhaft, wie ein SI:7 Agent so einschläfernd sein konnte, bei dem Hauch von Abenteuer und Spionageroman, der solche Personen eigentlich umwehen sollte. Zumindest in der Phantasie anderer.
Er kaute manierlich auf seinem Fisch, als er weiter zuhörte, wie Milton über eine alte Tante sprach, die Geschwister und seinen Vater, der wollte, dass der Junge nun endlich mal heiratete. Inmitten des Schwadronierens traf Tion die Erkenntnis, dass das alles so gewollt sein konnte. Milton trug nicht den schneidigen Anzug, den die Romanspione trugen. Natürlich nicht, den trug keiner der Spione, die er kannte. Er trug auch nicht das typische "Hey, ich bin Spion!"-Schwarz von Kopf bis Fuß. Nein, er trug gänzlich unauffällige Kleidung. Ein beige-weißes Hemd, darüber eine sandfarbene Weste, braune Hose und stinknormale Allerweltsstiefel, staubig und ebenfalls in braun. Er war ein durchaus sehr attraktiver Mann, aber wenn er wollte, konnte er so in der Masse untergehen, dass sich noch nicht einmal das Fräulein mit den besten Augen und dem größten Willen, sich jemanden zu angeln sich an sein Gesicht zu erinnern vermochte.
Und niemand, der dieses Gespräch hier zu belauschen versuchte, würde lange durchhalten oder ihn beziehungsweise beide für irgendwie interessant oder gar gefährlich halten.
Er schlug sich also tapfer durch den Abend in der Taverne und nahm es als Lehrstunde.
Und tatsächlich...später am Abend, als sie die Taverne schon lange verlassen hatten und Tion sich bereits innerlich auf weiteres Geschwafel bei einem Glas Whisky in Miltons Räumlichkeiten in der Altstadt einstellte, klopfte Milton ihm mit einem breiten Grinsen auf die Schulter.
"Gratuliere, Du hast das wirklich ganz hervorragend durchgestanden. Du hast sogar interessiert gewirkt. Würde ich Dich nicht kennen, hätte ich Dir sofort geglaubt."
Tion blieb eine Weile mit Todesblick vor der Tür stehen, bevor er Milton nach drinnen folgte. Dieser belohnte das Durchhaltevermögen bereits, indem er zwei Gläser mit Whisky einschenkte. "Ich habe Dir gesagt, ich bilde dich auch dann aus, wenn du es gar nicht merkst."
"Mir kam so ein Gedanke", knurrte Hephaestion und nahm den Whisky entgegen. Milton prostete ihm schweigend zu.
"Du Arsch! Noch einen entzückenden, pausbäckigen Neffen hätte ich nicht verkraftet."
Milton grinste. "Sie sind nicht entzückend. Pausbäckig schon. Die dicken Kinder meiner träge gewordenen Schwester und ihres nichtssagenden Mannes."
"Entzückend, es geht nichts über liebevolle Familienbande", kam es trocken zurück.

Der Abend wurde tatsächlich noch interessant. Und als Hephaestion die Wohnung in der Altstadt verließ, grinste er zufrieden über die erhaltenen Informationen.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:59

Verfasst am: 2. Aug 2018
Rashmikael hat geschrieben:Auf dem Gelände des Ordens herrschte bereits reges Treiben, als Mikael zum Orden zurück kam.

Er ging zum Haupthaus und läutete dort die Hofglocke und dann wartete er, bis sich vor dem Ordenshaupthaus eine große Versammlung eingefunden hatte.

Er atmete einmal tief durch und erhob seine Stimme.


Brüder und Schwestern! Wir befinden uns im Krieg. Teldrassil ist gefallen, der Weltenbaum wurde von der Horde in Flammen gesetzt und es werden bald etliche Flüchtlinge unsere Hilfe brauchen.

Sie benötigen Seelsorge, Fürsorge, Verständnis und Hilfe. Zorn und Wut behaltet bitte für euch. Seid für einander da und natürlich für jene, die zu uns aufs Gelände kommen werden. Wir werden jeden aufnehmen der Schutz sucht und benötigt.

Die Heiler werden Unterstützung von unserer ehemaligen Schwester Margrit und ihrem Stab bekommen, denn wir werden hier auch ein Lazarett aufbauen für Verletzte.

Rückt zusammen, wo es geht. Richtet Zimmer her und schlagt die Zelte an den Rändern des Geländes auf. Wir werden versuchen so viele aufzunehmen, wie es nur geht.

Es ist dafür zu sorgen, dass auch die Menagerie Platz genug für eventuelle Tiere hat. Notfalls werden die Weiden ausgeweitet.

Da wir auch Gilneer erwarten und diese vermutlich auch verletzt sein werden, werden wir den Worgenbann vorerst lockern ... beziehungsweise aufheben.


Wer sich für besondere Aufgaben berufen fühlt, der meldet sich bitte bei den stellvertretenden Kommandanten.

Mikael atmet durch und schaut über die Brüder und Schwestern.


Noch ein Wort zu der Kampfeinheit! Bringt Eure Rüstungen in Schuss. Sorgt dafür, dass eure Waffen in Ordnung sind und kümmert euch um entsprechende Aufrüstung und Ersatz.

WEGTRETEN!


Die Menge zerstreute sich und obwohl viel geredet wurde, packte jeder an und es ging bis weit in die Dunkelheit, dass gearbeitet und geräumt wurde.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 11. Feb 2019, 13:59

Verfasst am: 8. Jan 2019
Wulfric hat geschrieben:Ein eiliges Rascheln und kaum hörbares Keuchen hinter ihm malte ein Grinsen auf seine Lippen und er blieb seufzend stehen. Mit verschränkten Armen drehte er sich um und blickte auf Jack, der mit wehenden Ranken hinter ihm her eilte. Dicht auf Jacks Fersen folgte Rufus, der kleine Treant, welcher meist an Piers Rockzipfel hing.

Jack blickte Wulfric um Hilfe flehend an und Wulfric schaute von einem zum anderen. "Wirklich? Klärt das unter euch. Ich bin doch nicht hier, um eure Querelen zu schlichten!" sagte er in gestrengem Ton. Zumindest hoffte er, dass seine innere Belustigung nicht durchfärbte.

Jack und Rufus hatten sich im Laufe der Zeit angefreundet und so sah man den verzauberten Kürbis mit dem kleinen Treant hier und da auf dem Gelände der Bruderschaft und nicht allzu selten passierte es, dass kurze Zeit später ein kleines oder größeres Fluchen erschallte, weil die beiden wieder irgendetwas angestellt hatten.

"Ihr beide" Wulfric deutete auf die beiden "Ihr werdet das ganz alleine regeln. Immerhin habt ihr es euch ja auch eingebrockt. Ist das klar?!" Das Baumwesen und der Kürbis blickten ihn an und nickten leicht. "Dann auf, Zack Zack. Bruder Cainneach ist sicherlich dort, wo ihr die Misere verursacht habt und räumt für euch auf".

Die beiden Wesen drehten sich um und gingen schlurfend davon. "Und ein wenig schneller wenn möglich!" rief er hinter her, wobei beide zusammen zuckten und einen Gang zu legten.

Wulfric rieb sich über den Nasenrücken. "Kinder" murmelte er und schüttelte den Kopf.
"Ja ja, die Kleinen" meinte eine Kaldorei zu ihm und lächelte zu Wulfric. Wulfric blickte die Nachtelfe an und zuckte mit den Schultern. "So sind sie eben".

Die Gruppe der Kaldorei, die das alles mitbekommen hatten nickten Wulfric zu und der ein oder andere lächelte mitfühlend.
"Kann ich irgendwas für euch tun?" fragte Wulfric und bekam als Antwort ein Kopfschütteln.
"Nein, Danke, Bruder. Wir sind ohne Sorge jener Art" meinte die Nachtelfe, die ihm am nächsten stand.

"Gut. Gut. Dann einen schönen Tag noch" sagte er, winkte und stiefelte über das winterliche Grün der Wiese in Richtung Stadt.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » Mo 11. Feb 2019, 15:46

Den dunkelroten Schopf tief im Kissen vergraben lag Patrick im abgedunkelten Zimmer und regte sich träge. Still lag er da und blickte an die Holzdecke, lauschend auf jede Faser seines Körpers. Der Schmerz war noch leicht zu spüren, aber nichts mehr im Vergleich zu gestern. Er setzte sich im Bett auf und griff nach dem Wasserglas, welches auf dem Nachttisch stand. Der Inhalt wurde geleert und mit einem Gähnen schwang er sich auf die Bettkante. Nicht so behende wie sonst, aber immerhin mit erwachten Lebensgeistern.

Einige Handgriffe später, stand er gewaschen und angezogen auf der Schwelle zur Küche. Schwester Frigga scheuchte die Brüder und Schwestern umher, die für den Küchendienst eingeteilt waren und dirigierte in dem großen Raum wie ein Feldwebel bei der Truppeneinteilung. Patrick schmunzelte und wurde just in dem Moment bemerkt.
"Ah, da bist du ja. Auferstanden von den Toten?" fragte Schwester Frigga und wuselte auf Patrick zu.
In so einem relativ übersichtlichen Orden fiel eben immer auf, wenn einer mal krank war oder nicht zu den Mahlzeiten erschien.
"Und Hunger hab ich", brummte Patrick mit einem charmanten Grinsen.

"Ja, das glaub ich dir. Du Armer. Du musst doch kräftig und stark sein. Komm komm, nimm dir was und dann verschwinde, wir sind beschäftigt" meinte Frigga herzlich und bestimmend.
Patrick ließ sich das nicht zweimal sagen und schnappte sich etwas Brot, Käse und einen Teller mit Kartoffelsuppe. Zwei kleine Hartwürste, eine halbe Gurke, eine runzelige Zwiebel und ein angeschrumpelter Apfel fanden ebenfalls den Weg aufs Tablett. Er schenkte sich noch einen Humpen mit Saft ein und ein Glas mit Milch und stellte sich alles aufs Tablett. Mit seiner Beute verzog er sich dann ins Kaminzimmer, welches um die Uhrzeit angenehm leer war. Immerhin befanden sich alle beim Dienst oder ihren anderen Aufgaben.

Patrick stellte sein Tablett ab, legte etwas Holz im Kamin nach und nahm dann in dem Ohrensessel Platz, welchen er sich ausgesucht hatte. Er zog sich das Tischlein näher, legte seine Beine auf dem Hocker ab und begann langsam und genüsslich zu essen.
Als er gestern in den sehr frühen Morgenstunden auf dem Hofgelände eingetroffen war, war es ihm noch blendend gegangen. Er hatte die Morgenmesse besucht und hatte beim Frühtraining teilgenommen, als er sich danach umziehen und waschen wollte, hatte ihn der Kopfschmerz getroffen wie der Blitz beim Scheißen. Ihm war schlecht gewesen, hatte kein Licht vertragen, alles war zu laut und er fühlte sich wie zehnmal durch die Mangel gedreht.

Zum Glück wusste er was das bedeutete. Solche Anfälle hatte er früher schon mal gehabt, nur kam dies, Licht sei es gedankt, sehr selten vor. Trystan war so verständnisvoll gewesen und hatte Patrick das Zimmer überlassen. Mafalda hatte ihn mit den richtigen Medikamenten versorgt und damit war er wie weggeschossen und schlief, schlief, schlief.
Schlaf hatte er zwar nachzuholen, aber so hätte er das nicht gewollt.

Zumindest hatte Oderike seine Misere verstanden und anstandslos das Turnierduell verschoben. Jetzt hieß es also sowieso noch ein paar Tage länger in Sturmwind bleiben. Die Front würde auf ihn warten.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Aedan » Mo 25. Feb 2019, 14:11

Aedan nahm einen Schluck des gemütlich vor sich hindampfenden Tees, stellt die Tasse dann wieder ab und nahm das Medaillon zur Hand, das Herr Schnurrepelz - Licht segne diesen niedlichen Namen - ihm überlassen hatte. Er schloß die Augen und bat Licht darum, eine Verbindung zum Besitzer des Schmuckstückes herstellen zu dürfen. Eine Reihe Menschen in altmodischer Kleidung zogen an seinem geistigen Auge vorbei, bevor es dann abrupt erst einmal dunkel wurde um ihn. Er konnte Verwirrung fühlen, das Umherschauen eines Menschen oder einer Seele, die keine Ahnung hat, wo sie überhaupt ist. Es war ein Gefühl, als würde jemand an ihm herumzerren. Unangenehm. Er schüttelte langsam den Kopf und schmälerte die Lippen. Als er sich weiter konzentrierte, schälten sich aus der Schwärze des Raumes feucht wirkende Mauern heraus. Für einen winzigen Mmoment blitzten violette Augen auf und Aedan ballte unwirsch eine Faust. Dann das Gefühl, als ob etwas zerrissen würde und über all dem eine weiter wachsende Verwirrung. Ganz so, als würde jemand vollkommen im Nichts hängen. Und doch dieses Gefühl einer ungewollten Bindung. Eine Bindung an jemanden, der die Person wie ein Vorratslager benutzte und sie auszehrte, wann immer ihm danach war.
Ruckartig öffnete er die Augen und legte das Medaillon langsam und vorsichtig ab, dem Drang wiederstehend, es einfach auf den Tisch zu knallen. Schließlich war es ein geschätztes Erbstück und er hatte versprochen, es Herrn Schnurrepelz unversehrt zurückzugeben.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » Mo 25. Feb 2019, 15:22

Gut gelaunt zurrte Patrick seinen Gürtel fester, blickte dann in den Spiegel und kontrollierte den Sitz seines Haares. Anscheinend zufrieden mit dem was er sah, drehte er sich um, schnappte sich seinen Rucksack und schulterte ihn.

Ein Brummen von Trystans Zimmerseite ließ Patrick zu seinem Mitbruder rüberschauen.
"Nur kein Neid, Trystan" sagte Patrick mit wohlgelauntem Grinsen.
Wieder folgte ein Brummen und Patrick lachte auf, hob besänftigend eine Hand und ging gen Türe.
"Ich verlassen dich schon mit meiner guten Laune" flötete er und zog die Türe gerade noch rechtzeitig zu, bevor er von einem Stiefel getroffen werden konnte, der in seine Richtung geworfen wurde.

Pfeifend hopste er eine Stufe nach der nächsten runter und schwenkte dabei seinen Rucksack hin und her.
"Na, da hat aber wer eine gute Laune" sagte Mikael und musterte den Bruder.
Patrick straffte sich leicht und salutierte.
"Jawohl, Sir" meinte jener mit einem Grinsen.
"Mh-hm. Bald ist es mit der freien Zeit wieder vorbei, Bruder. Wann ist dein Turnierduell mit der Knappin von Sir Vanth?"
"Mittwoch, Sir" antwortete Patrick zackig und dieses Mal ohne Grinsen.
"Ich kann auch Dienst schieben, Sir. Wenn ich von Nöten bin" ließ er folgen und schaute seinen Kommandanten an.
Mikael nickte leicht.
"Das ist mir schon klar, Patrick. Mir ist es aber lieber, dass du körperlich und seelisch gestärkt an die Front zurückkehrst. Daher hoffe ich, dass das Duell keine unkalkulierbaren Risiken beinhaltet?" Mikael blickte Patrick ruhig an, dessen Herz begann schneller zu schlagen.

"Licht, er weiß es" dachte er und nickte.
"Es wird ein Stabkampf auf einem Steg oder Baum über Wasser sein, Sir" antwortete er zackig.
Der Kommandant nickte und legte die Hand auf Patricks Schulter.
"Gut, gut ..." meinte er "zumindest nicht so etwas Verrücktes wie ein Goblingleiterweitflug ... glaubt man es, hab gehört, dass das welche getan haben" sagte der Kommandant und tätschelte mit ein paar Handschlägen, die sich innerlich wie Hammerschläge anfühlten, seine Schulter.
"Hm...ja?" meinte Patrick vorsichtig.
"Nun gut, Bruder, dann wünsch ich dir jetzt schon mal viel Erfolg für Mittwoch", meinte Mikael, nahm die Hand weg und ging dann in das Büro der Kommandantur.

Patrick atmete durch und legte sich den Rucksack an.
Mit langen Schritten ging er aus dem Haus, an Cainneach vorbei, der mit einem Arm voll Tinte über den Weg schwebte, um ja nichts zu zerbrechen und schlug den Bergpfad ein.

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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Ilassan » Di 26. Feb 2019, 23:48

Es war schon dunkel – kühl zweifellos, aber diesmal hatte der Leerenelf einen langen Mantel übergeworfen, der ihn im Dämmerlicht kaum mehr sichtbar sein ließ. Er war im Magierviertel gewesen, hatte in den Eremiten und das Lamm geschaut, dann hatte er den Kathedralenplatz und die Pagode besucht… Schließlich hatte sein noch immer dröhnender Schädel ihn zum Kloster gebracht.


TOCK! War die erste Meldung, die mitten in der Nacht in den Hallen hörbar sein könnte. TOCK! Ein Ast vielleicht, den der kühle Wind gegen ein Fenster schlug? Es hatte keine Regelmäßigkeit, aber penetrant genug war es, um einen allzu neugierigen oder genervten Schlafenden dazu zu verleiten, aus dem Fenster zu sehen. Und dann war da in der Dunkelheit nichts – nur weit in der Ferne ein paar Büsche und Bäume.


Ilassan wog die kleinen Steine in der Hand, während er zu den Fenstern sah. Manchmal war da ein Licht, vielleicht sogar eine Gestalt zu erkennen. Aber die falschen. Dann wählte er das nächste Fenster. Manchmal lagen Fenster nah nebeneinander – zeigten den gleichen Raum. Dann waren es vielleicht Hallen, die Küche oder das Bad. Die ließ er aus. Gezielt die Schlafzimmer sollte es heute treffen – und die Schlafenden sollten es hören.


TOCK! Machte es schon wieder. Aber es hörte auf, sobald man das Licht entzündet und den Blick hinausgeworfen hatte. Wenn man einmal gesehen hatte, dass da nur Schwärze war, wurde man von dem nervenden Geräusch verschont. Was für eine seltsame Sache sollte das nun wieder sein?


Nur ein Zeitvertreib… nicht wahr? gluckste eine allzu garstige Stimme hinter Ilassans Stirn, als er den nächsten Stein mit Genauigkeit gegen ein Fenster warf und aus seiner Deckung beobachtete, ob jemand nachsehen würde… WER nachsehen würde. Geh doch einfach näher… „Du weißt, dass ich das nicht kann…“ beschwerte er sich flüsternd und schüttelte die endlich wieder blauen Haare mitsamt Kopf. Natürlich kannst du – du musst einfach nur… „NEIN!!!“ Erschrocken über die Lautstärke, mit der er scheinbar doch schreien konnte, ließ er die kleinen Steinchen fallen und presste die Hände auf den Mund. Sie hätten ihn nicht hören können. Es war doch viel zu weit weg – da waren Wände, Fenster… Und doch schlug das Herz des Elfen schneller. Er hatte sich verleiten lassen und… VERDAMMT, er war ein Narr! Was tat er hier überhaupt?

Mit einem letzten Blick zum Kloster wandte er sich ab und huschte zurück gen der Stadt, in die er nicht gehörte.

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Mikael
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » Mi 27. Feb 2019, 14:54

TOCK machte es gegen die Scheibe und Mikael öffnete die Augen, eine Hand schon fast am Schwert, welches neben dem Nachtisch lehnte. Dermot grunzte unwillig und maulte leise. TOCK ging es erneut. Die Hand wurde wieder eingezogen und beruhigend auf Dermots Schulter gelegt. "Ist nur ein Verirrter Romantiker, der wohl das Zimmer des Begehrens nicht kennt", raunte er dem rothaarigen Wuschelkopf neben sich zu.
"Ich geb dem gleich ein Licht, in die Fresse" brummte Dermot und drehte sich um.

Das TOCK war tatsächlich gewandert und Eileen seufzte. Eigentlich sollte Randy doch wissen, wo Schwester Zoe's Zimmer war. Nachtvogel, dass sie nicht lachte. Sooo unbedarft war sie nun auch nicht gerade.
Sie hörte mehrere unsanfte Flüche und Gemaule bis das TOCK irgendwann aufhörte und Stille herrschte.

Von all dem bekam Patrick überhaupt nichts mit. Es war noch dunkel, als der Bruder wieder auf das Ordensgelände trat.
"Halt, wer da?" schalte es maulig aus der Dunkelheit.
"Ich bins Patrick", brummte er zurück und nickte zu Tjarden, der ihn musterte und dann breit grinste.
"Na, Spass gehabt?"
"Aber klar doch. Hab mehrere Stiche gelandet. War höchst befriedigend, das kannst du mir glauben" meinte Patrick mit einem breiten Grinsen.
"Glückspilz", antwortete der Bruder und klopfte ihm auf die Schulter.
Patrick gluckste amüsiert.
"Lass das nicht Rose hören, die zieht dir die Haut vom Fleisch." Mit den Worten stupste er Tjarden freundschaftlich an die Schulter und ging, so leise es ging, an den Lagern der Flüchtlinge vorbei. Die Nachtelfen, die draussen saßen grüßten ihn höflich als er vorbei ging.

Leise begannen die ersten Vögel zu zwitschern als Patrick sich durch die Pforte nach drinnen stahl. Er war müde und etwas ausgelaugt, aber er war stolz auf sich. Die Lederstiefel wurden von den besockten Füßen gezogen und auf Zehenspitzen ging er die Treppe nach oben und ließ die knarzenden Stufen aus. Ganz leise schlich er sich in sein Zimmer, welches er sich immer noch mit Trystan teilte, stellte die Stiefel noch leiser ab und ließ seinen Rucksack ebenso leise folgen. Dann schlüpfte er, angezogen wie er war, unter die Decke.
Gefühlte fünf Minuten später, es dämmerte bereits, weckte ihn sein Zimmergenosse mit einem "Auf, auf" und klopfte neben ihn auf den Nachttisch. Patrick, war gerade am wegdämmern gewesen und murrte verstimmt. Er wartete bis Trys aus dem Zimmer war und stand dann ebenfalls auf. Wer wegbleiben konnte, konnte auch aufstehen.

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Safina
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Safina » Fr 1. Mär 2019, 10:20

Es war zu früh, viel zu früh. Zumindest wenn man diverse Umstände betrachtet. Safina war sich im ersten Moment des Erwachen nicht sicher, ob sie wirklich solche hammermäßigen Kopfschmerzen hatte, oder ob sie einfach den Helm angelassen hat und ihr ständig jemand darauf schlagen würde. Gut, es kommt wohl möglich auf's selbe hinaus. Die Situation in der sie sich befand, war sie sich absolut noch gar nicht bewusst. Sie hatte erst einmal mit dem Riesenschädel zu kämpfen und murmelte am frühen morgen irgendwelche merkwürdigen Worte. Der unaufmerksame würde nur irgendwelchen Kauderwelsch verstehen, der aufmerksame Beobachter würde wohl heraus hören was sie versucht sagen zu wollen. "Wo bin ich?" Mehr kam wohl nicht aus ihr heraus. Dann aber drehte sie sich um, irgendwie war hier viel weniger Platz in ihrem Bett als sie es gewohnt war, aber das störte sie nicht. Und als sie sich so herum drehte, hatte sie doch für einen Moment wieder dieses Gefühl zu Hause zu sein. Der Magen und der Kopf rebellierten, wie sie es noch nie erlebt hat und sie versuchte sich nun zu konzentrieren. Ihre Hand streckte sie nach vorne und dann hielt sie inne, als sie auf Haare pattete und dann auf ein Gesicht. Langsam und mit schmerzerfüllten Gesicht, richtete sie sich irgendwie auf um mehr sehen zu können. Ja jetzt wusste sie, das war nicht ihr Bett, ihr Zimmer und sie war ganz weit weg von zu Hause. Der Blick wanderte weiter durch den Raum und wieder spielten ihr Magen und Kopf einen Streich. Konzentration war angesagt um mehr darüber heraus zu bekommen wo sie denn nun eigentlich war, aber es war als hätte sie gerade wirklich ALLES vergessen. Sie war sich nur ziemlich sicher, nicht zu Hause zu sein.

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Trystan
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Trystan » Fr 1. Mär 2019, 11:25

Die Unterarme auf den Oberschenkeln, die Hände locker gefaltet, saß Trystan an der Kante seines Bettes und betrachtete kopfschüttelnd das Bild, das sich ihm bot. Keiner der beiden Schläfer war aufgewacht, als er aufstand und ins Bad ging. Als er frisch und in Hosen, Hemd und Gambeson zurückkehrte, wirkten die beiden immer noch wie tot.
Patrick an die Wand gequetscht, die Nase leicht verschoben, weil er das Gesicht auf der Hand liegen hatte. Daneben Safina, ein Bein halb heraushängend unter der Decke und damit offenbarend, dass sie in ihrer Plattenhose die Nacht verbracht hatte.
Er schaute kurz aus dem Fenster, nickte zu sich und stand dann auf, um sich zu rüsten.
Als dabei etwas Leben in Safina kam, schob er ihr den Eimer ans Bett, den er aus der Kammer im Flur mitgebracht hatte. "Tu Dir keinen Zwang an, Sonnenscheinchen. Aber ausleeren wirst Du das Ding dann selbst."
Danach klopfte er geräuschvoll an die Wand, an der Patrick quetschte. "Aufsteeeeeeh'n! Traiiiining!", dröhnte er und stapfte dann pfeifend, den Hammer geschultert, aus dem Zimmer.

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Mikael
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » Fr 1. Mär 2019, 13:21

Krieg, Bombenabwurf ... so donnerte es neben Patrick und er riss die Augen auf. Das Stöhnen, welches er hörte, war das Seines?
Er richtete sich auf und griff sofort an die Wand, an die er gequetscht gelegen hatte. Sein Blick nach draußen zeigte ihm ein schwankendes Ordensgelände im Dämmerlicht.
Sein Bett bewegte sich und erneut hörte er ein Stöhnen. Heller und er war sich sicher, dass das nicht aus seinem Körper kam. Langsam drehte er den Kopf und blickte auf den schmalen, weiblichen Oberkörper, der halb aufgerichtet im Bett saß und einen Eimer umarmte.
Wer? Was? Wieso? dachte er sich oder brummte es vor sich hin, denn die Frau drehte minimal den Kopf und starrte Patrick an. Beide stöhnten unisono und Patrick lehnte den Kopf an die kühle Fensterscheibe und schloss die Augen.

Lamm ... und Eremit, das wusste er noch und dann hört es auf. Nichts. Schwärze.

Er öffnete erneut die Augen und brummelte als er versuchte, irgendwie an seinem Bettgast vorbei zu krabbeln, seine Hand rutschte auf Platte aus und er landete bäuchlings auf dem Oberschenkel der Frau.
“'schuldigung“ brummte er. Über ihm wollte etwas gesagt werden, aber dann kam ein untrügliches Geräusch des Würgens, welches Patrick dazu verleitete sich aus dem Bett gleiten lassen, um auf dem Holzboden mit einem Rumms zu landen.
“Muss raus“ sagte er mehr oder minder verständlich und rappelte sich auf. Mit Stiefeln in der Hand wankte er nach unten, zog sich unterwegs die Stiefel an und taumelte nach draußen. Die frische Luft traf ihn wie einen Hammerschlag.
Er krallte sich am Geländer fest und atmete angestrengt tief ein und aus. Er würde nicht brechen. Er würde es schaffen. Die klare Luft klärte seinen Kopf ein wenig und nach einer gewissen Zeit konnte er sich wieder aufrichten und blickte in das Gesicht von Bruder Mikael.

Die Augen des Kommandanten bohrten sich in die verschleierten des Bruders vor ihm. Das käsig blasse Gesicht, die leicht verschwitzte Haut und vorallem der Gestank eines verunglückten Whiskytransportes zeigten Mikael mehr als nötig.
Patrick straffte sich so gut es ging und sagte mit einer Fahne, die sich gewaschen hatte. “Bin ... aufm Weg, Sir“ Mikaels Handschuh öffnete und schloss sich leicht, ansonsten gab es keine Regung.

“Du wirst dich jetzt aus meinem Blickfeld begeben, dir von Mafalda etwas geben lassen, dich hinlegen und dann möchte ich dich nach dem Mittag gewaschen und vorzeigbar sehen“ sagte der Kommandant in ruhigem Tonfall.
Patricks Blut sackte in den Magen. Er hatte wohl Mist gebaut.
“Jawoll, SIR!“ antwortete er und Mikael drehte den Kopf etwas zur Seite, um den Hauch des Todes nicht völlig abzubekommen.

“Abmarsch“, sagte Mikael und Patrick drehte sich um, blieb stehen und meinte, “oben ist ne Frau in meinem Bett ... ist wohl Miss Lil ... Lil...kenday“.

Mika fuhr sich mit dem Handschuh durchs Gesicht und sah sich dann gezwungen, an Patrick vorbei und nach oben zu gehen, die Tür des Bruderzimmers zu öffnen, die Lage zu erfassen und den Kopf zu schütteln. Halb bewusstlos, mit nem Kotzkump im Arm lag Sir Vanths Knappin im Bett und schnarchte leise.

Er würde wohl einen Boten zu Sir Vanth senden müssen.

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Patrick
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Patrick » Fr 1. Mär 2019, 18:37

Es musste doch irgendwo sein? Aber nur wo?
Patrick fuhr sich fahrig mit der Hand durchs Haar und starrte ins Nichts. Vergeblich hatte er versucht zu ergründen, wo zum Nether das Geschenk verblieben war, welches er gestern im Rucksack mit sich getragen hatte. Er hatte sein Zimmer durchsucht, wo es natürlich nicht sein konnte eigentlich und er war den ganzen Weg zum Schneideratelier abgelaufen, zweimal und hatte sogar mehrere Alternativrouten versucht. Nichts. Bei Jarel im Lamm hatte er gefragt, Nichts.

Hoffentlich war es nicht abhanden gekommen. Das wäre mehr als einfach nur ägerlich. Es wäre vor allem sehr kostspielig.

Patrick gönnte sich eine Zug von der Zigarette und blickte über den Hafen. Sein Kopf dröhnte noch leicht, aber das Schlimmste hatte er ausgestanden. Mittlerweile war er frisch gewaschen und duftete nicht mehr wie ein Whiskyunfall sondern nach Zedernholz. Das Bad, in welches er sich nach dem längeren Schlaf eingeweicht hatte, hatte Wunder bewirkt. Das herzhafte Essen hatte ihm dann geholfen auch nicht mehr so zittrig zu sein. Er wusste immer noch nicht wieviele Gläser Whisky und Schnaps er mit seiner Trinkkumpanin vernichtet hatte, aber es musste einiges gewesen sein anhand seiner doch recht leeren Börse und wie es ihm ging.

Einen Filmriss hatte er schon sehr lange Jahre nicht mehr gehabt. Irgendwann im Eremiten hörte es auf und danach war alles ein Nichts. Sehr gut allerdings hatte sich das Gespräch mit seinem Vorgesetzten eingeprägt, nachdem er wieder klar war. Bruder Mikael war recht verständnisvoll gewesen und hatte seine Entschuldigung akzeptiert. Das käme ja dem Besten mal vor und dennoch hatte er ihn mahnend angeschaut.
Patrick hatte das so angenommen und innerlich war ihm doch ein Stein vom Herzen gefallen, dass er keine Strafe aufgebrummt bekommen hatte. Aber soweit er wusste, hatte er auch nichts getan, was das begründet hätte. Er war privat unterwegs gewesen und hatte, so ihm bekannt, niemanden in Verlegenheit gebracht oder den Orden irgendwie in Probleme. Dennoch ...irgendwas lag Patrick auf der Seele. Eine Art Abschiedsgefühl. Lag es daran, dass er nach Arathi aufbrechen würde?

Wie versprochen hatte er, sobald der Kommandant ihm heute mitgeteilt hatte, dass er reiten könne, eine Nachricht geschrieben und diese einem Magier übergeben, um sie zuzustellen. Er hatte dem Mann ein wenig mehr Trinkgeld gegeben, um es solange zu versuchen, bis die Nachricht zugestellt werden konnte. Denn die ersten Versuchen waren fehlgeschlagen.

Morgen früh würde er abreisen, noch vor dem Morgengrauen. Patrick hatte sich für die Reise zu Pferde entschieden, nachdem ihm freigestellt worden war, entweder das Portal zu nutzen, oder aber das Pferd. Patrick vermied Portalreisen so gut es ging und da Mikael jene ebenso hasste, hatte der Kommandant nichts dagegen gesagt, als er das Pferd wählte.

Ordensgreifen waren gerade nicht verfügbar, sonst hätte er auch gerne jene Option gewählt und einen Mietgreifen ins Kriegsgebiet nehmen, war auch keine sehr gute Idee. Als Arathor würde man wohl eh fast immer das Pferd allem anderen vorziehen. Patrick seufzte und schnippte seine Zigarette über die Brüstung in die Tiefe des Abgrunds. Er schaute ihr nach, wie sie an die Felsen der Klippe prallte und dann wohl irgendwo im Meer landete.

Dieses dumpfe Gefühl in der Brust blieb und er rieb sich über die Narbe, die unter seinem Hemd sich über den Oberkörper spannte. Patrick versuchte das Gefühl abzuschütteln und straffte die Schultern. Er würde jetzt noch im Eremiten nachfragen, ob die vielleicht das Geschenk gesehen hatten und dann würde er zum Orden zurückgehen und den Abend ruhig im Kreise seiner zweiten Familie verbringen.

Gepackt hatte er schon längst, seine Axt war geschliffen und bereit, seine Rüstung bereits mit Bruder Richard in Arathi. Der Bruder hatte sich heute für das Portal entschieden und hatte sich bereit erklärt die sperrige Rüstung mitzunehmen. Dafür sollte er für ihn in Thelsamar beim Schmied eine fertige Arbeit abholen, die er aufgegeben hatte.

Mit eher gemäßigtem Tempo ging Patrick zum Eremiten. Hoffentlich war das Geschenk dort.

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Patrick
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Patrick » Sa 2. Mär 2019, 20:19

Die Nacht hatte Sturmwind noch im Griff, als Patrick, so leise wie möglich, aufstand. Er zündete sich die Kerze auf seinem Nachttisch an, nahm seine Kleidung und ging mit den Waschsachen zum Bad. Kurze Zeit später stand er gewaschen und angezogen wieder neben seinem Bett. Sorgfältig wurde das Bett gemacht und immer mal wieder blickte er zu dem Bett seines Zimmergenossen rüber, Trystan schien noch zu schlafen. Patrick schmunzelte leicht und kniete sich vor sein Bett, um unter eben jenes zu greifen und die Box hervorzuholen.

Er legte die Holzbox auf das gemachte Bett, griff in die Schublade seines Nachttisches, welche er leise aufgezogen hatte und holte ein versiegeltes Schreiben hervor, welches er auf der Holztruhe platzierte. Diese Box hatte ein jeder im Orden und jedes Mal, wenn man in den Kampf oder auf Aussenmission ging, legte man die Box auf das gemachte Bett. In der Box befanden sich persönliche Wertgegenstände, die nach dem etwaigen Tode an die, im Brief genannten, Personen verteilt wurden. Der Brief war das Testament und die darin enthaltene Botschaft wurde vom Orden umgesetzt.

Leise stand Patrick auf und griff zu seiner Axt, die er locker in die Hand nahm. Sein Rucksack folgte und wurde über eine Schulter gelegt.
"Licht ist mit dir!" brummte es da von Trystans Bett her und Patrick grinste rüber. Trystan machte eine Geste in die Luft.
"Danke dir", sagte Patrick und schüttelte leicht den Kopf als von dem Bett her wieder ein tiefes Atmen zu hören war.
Es wurde wieder dunkel im Zimmer, als er die Kerze ausblies und dann aus dem Zimmer trat.

Die Kathedralenuhr schlug dumpf die vierte Stunde, als er aus dem Haupthaus trat. Zu seiner Überraschung stand Roselyn mit seiner Schecke vor dem Haupthaus und hielt die Stute am Zügel.
"Dachte mir ich kann die Wache auch sinnvoll nutzen und mach dir deine Süße mal fertig, nicht?" sagte Rose und grinste.
"So kannst du mich öfters umsorgen, Rosie" antwortet er und band den Rucksack hinten an den Sattel. Seine Axt wurde in der Halterung am Rücken verstaut und erst dann wandet er sich seiner Ordensschwester zu, die ihn schwungvoll umarmte.
Er pustete sich ein paar wilde Locken aus dem Mund und lachte leise.
"Hee...ich komm doch wieder", sagte er ruhig und wuschelte ihr leicht durch die Haare.
"Ja, klaar" meinte Rose "aber ... mir war danach" konterte sie und rammte ihm leicht die Faust in die Schulter.
Die beiden blickten sich an und nickten dann.

"Bis bald" meinte Patrick und griff nach den Zügeln.
"Bis bald" sagte Rose und kickte einen Stein weg. "Ich ... geh mal wieder ...Patrouille und so", meinte sie, schob die Hände in die Manteltasche und ging dann in Richtung Menagerie davon.
Patrick schaute ihr kurz nach und ging dann an dern Umgrenzung des Kürbisfelds entlang, bis er nach gut 50 Metern nochmal stehen blieb und zu einem bestimmten Fenster blickte.
Ein Schatten stand erkennbar hinter der Scheibe und blickte in seine Richtung. Patrick lächelt und hob seinem besten Freund die Hand entgegen. Der Schatten grüsste zurück und dann sank die Gardine wieder vor das Fenster.

Tion und er vermieden den Abschied, denn das würde ja die Option beinhalten, dass man nicht mehr wiederkäme. Aus diesem Grunde hatten sie ein Abkommen getroffen und hielten nie Abschied. Und dennoch quälte Patrick immer noch dieses Gefühl in der Brust, welches er nicht benennen konnte. Schweigsam ging er vom Ordensgelände und nickte nur hier und da mal einigen Nachtelfen zu. Er grüßte ein paar Wachen, die vor der Botschaft patroullierten als er den Weg in Richtung Stadt einschlug. Am Tor zum Zwergenviertel sprach er kurz mit der Wache Peters und nach einem kurzen Austausch von Höflichkeiten ging er weiter gen Tiefenbahn.

Seine Stute hatte keine Probleme mit Tunneln und auch nicht mit der Bahn, denn den Weg waren sie schon einige Mal gegangen und somit war alles irgendwie vertraut. In der Station der Tiefenbahn herrschte um die Uhrzeit auch noch Ruhe. Außer ihm waren noch zwei andere Fahrgäste am Bahnsteig und ein betrunkener Gnom lag schnarchend auf einer Bank und schlief den Schlaf der Gerechten. Ein relativ grummeliger Zwerg verkaufte ihm ohne viel Worte anderthalb Ticktes nach Eisenschmiede.

Die Bahnfahrt war recht ereignislos und ruhig. Als er in Eisenschmiede ankam, merkte man, dass es nun doch schon etwas später war. Die ersten oder letzten Zwerge und Gnome gingen oder kamen von der Arbeit und ein paar Reisende waren auch zu sehen. Niemand hatte Interessen an dem Reisenden und so ging Patrick unbehelligt zu Bruuks Ecke und genehmigte sich dort sein Frühstück.
Eier, Speck, Brot und ein Stück gebratenen Schinken und dazu einen Kaffee, schwarz. Gesättigt und gestärkt machte sich Patrick auf den Weg aus der Stadt hinaus. Die Hitze der Hochöfen ließ ihn allmählich etwas schwitzen, war er doch gegen die Kälte etwas dicker eingepackt als in Sturmwind notwendig war. Die Hitze verging ihm, als er aus der Stadt trat und die knackige Kälte des Morgens ihm hart ins Gesicht schlug.
"Guten Morgen", brummte er zu einem der Wachzwerge, der ihn fröhlich zurückgrüßte. Patrick zog sich die Gugel auf und die Gesichtsmaske über die Nase und schwang sich in den Sattel.

Langsam, als hätte er es nicht eilig ritt er den Berg hinunter und schaute sich immer mal wieder um. Die Sonne ging auf und tauchte die Schneelandschaft in pastellige Rosatöne. Er zügelte sein Ross und schaute dem Sonnenaufgang eine Weile zu. Unter der Maske lächelte er und genoss die Stille, das Schnauben seiner Stute und die Frische der Luft. Sanft rieb er mit der rechten Hand über die Mähne und tätschelte dann die Seite des Halses.
"Komm, meine Gute" raunte er leise und schnalzte mit der Zunge. Die Stute ging in einem schnelleren Schritt weiter die Bergstraße hinab.

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Mikael
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Re: Vom Leben und Wirken in der Bruderschaft

Beitrag von Mikael » Mo 18. Mär 2019, 14:59

Irgendwas war heute ... Eileen vernähte konzentriert die Stichwunde eines Soldaten und überlegte fieberhaft, was es war, das ihr dieses Gefühl brachte, sie hätte irgendetwas Wichtiges vergessen.

Sie schüttelte den Kopf ein wenig und der Soldat blickte sie angstvoll fragend an "ihr werdet ihn doch retten können?" kam es sorgenvoll und Schmerz verzerrt.
"Wie?" meinte Eileen und schaute den jungen Burschen an, der vielleicht gerade mal 17 Jahre alt war.
"Me...meinen ....meinen Arm?" meinte der Bursche und Eileen lächelte.
"Seid nicht dumm. Euer Arm ist nicht in Gefahr, Soldat Harrison. Ihr hatte nur eine Stichwunde. Die wurde gereinigt, gesäubert und vernäht. Sie wird heilen", mit den Worten beendete sie ihre Arbeit und stand auf.
"Schwester Rudwina hier wird euch weiter versorgen", sagte Eileen und nickte der jungen Auszubildenden zu und schaute dann den Soldaten an "und ihr werdet ihren Anweisungen Folge leisten und euch nicht als Held aufspielen, verstanden?" fragte sie und schenkte ihm einen tiefgründigen Blick.
Der junge Soldat wollte schon salutieren, ließ es dann aber bleiben, als er merkte, dass das Liegend ziemlich dumm wirkte und er wollte ja nicht dumm wirken vor den Frauen.
"Ja, Schwester!" sagte er stattdessen und bekam ein langsames Nicken von Eileen.

Eileen ging zu einem Waschbasin an der Seite und begann sich die Hände zu säubern. Ihr Blick schweifte über das Lazarett und blickte zu einem Mann, der seinen Gürtel abnehmen ließ. Sein Gürtelwimpel wehte winkend zu Eileen und die Seife fiel ihr aus der Hand, als es ihr wie Schuppen von den Augen fiel.
"Licht", fluchte sie leise vor sich hin, trocknete sich die Hände ab und eilte mit ausgreifenden Schritten aus dem Lazarett zum Ordenshaus.

"RIIIIIIICHAAAAAAAARD!" rief sie und hetzte suchend durch das Gebäude.
Der gerufene Bruder trat halbnackt aus dem Bad und rubbelte sich die Haare mit einem Handtuch trocken.
"WAS?" brüllte er zurück.
Als Eileen der Stimme folgte, blieb sie wie angewurzelt vor dem Bruder stehen und errötete bis unter die Haarspitzen. Die Augen starr auf Richards blaue Augen gerichtet begann sie zu stammeln.
"Ich ... ich ... muss .... also "
"Was denn, verdammt noch eins?" brummte Richard ungehalten zurück.
Eileen atmete durch, sammelte sich mit geschlossenen Augen und versuchte die Röte und die Schmetterlinge in ihrem Bauch zu vertreiben, bevor sie wieder Richard anblickte.
"Ich muss nach Sturmwind, da ich ganz vergessen habe, dass heute die Einzelkämpfe im Turnier anstehen und ich mich dafür eingeschrieben habe ..." kam es schnell und fokussiert aus ihrem Mund heraus.
Richard musterte sie und legte sich das Handtuch über die Schulter. Eileens Augen wanderte kurz zu der muskulösen Brust und ganz schnell wieder zurück in die Augen. Augen. Schau nur auf die Augen, dachte sie sich und straffte ihre Haltung.
"Nun, ist deine Sache für was du dich verpflichtet hast" antwortete jener trocken. "Du musst halt sehen, wie du hin und wieder zurück kommst und das mit deinem Lazarettleiter abstimmen."
Eileen nickte und wartete noch.
Richard seufzte "Ich sage Ja" meinte er und drehte sich dann um, um wieder ins Bad zu gehen.

Dieser Anblick trieb erneut die Röte in Eileens Körper, wovon Bruder Richard nichts sah, da er die Türe hinter sich ins Schloss fallen ließ.

Patrick biß in seinen Apfel und grinste zu Eileen rüber.
"Was?" brummte sie ihn an und er grinste noch eine Spur mehr.
"Nüx" meinte er kauend und zuckte mit den Schulter. Er schob sich von dem Türrahmen weg an dem er gelehnt hatte und wollte sich gerade umdrehen, als er Eileen fragen hörte, "Wie komm ich jetzt am besten nach Sturmwind und wieder zurück?"
"Mit nem Portal, Schätzchen", sagte er trocken und mit dem Unterton der Belustigung in der Stimme.
Eileen seufzte leise. Wie hatte sie das nur vergessen können?

Patrick schaute Eileen an, kam näher und legte ihr brüderlich den Arm um die Schultern.
"Ist doch nicht so schlimm. Passiert jedem Mal, dass er was vergisst. Jetzt frag den Lazarettleiter und dann schaust du was ist, hm?"
Die jüngere Schwester nickte und seufzte leicht.
"Ja, das werde ich wohl tun. Immerhin hab ich mich als Ritter verpflichtet und das kann ich so nicht einfach sausen lassen", brummte sie und löste sich aus der Umarmung.
Patrick lachte leise als Eileen das Haus verließ.

Ja, der hat gut lachen. Eilig führten sie ihre Schritte zum Lazarett zurück und zu dem befehlshabenden Arzt. Ruhig und gefasst erklärte sie ihm ihre missliche Situation und nach ihrer Erklärung lächelte bärtige Arathor und klopfte ihr zärtlich, wie ein Schmiedehammer, auf die Schulter.
"Verpflichtung ist Verpflichtung, Mädchen. Aber die hast du auch hier. Du machst deinen Dienst hier zu Ende und dann kannst du ein Portal nach Sturmwind nehmen. Morgen früh erwarte ich dich aber zu deinem Dienst zurück. Ist das klar?"
Eileen salutierte.
"Aye, Sir!"
"Gut, dann klär deinen Transport gerade ab und dann brauch ich dich für eine Amputation."

Im Magierhaus hatte Eileen weniger Glück, bis sie einen Magus fand, der auf ihr Wappen schaute und sie fragte, "Der Orden von Stahlfaust of Iona?"
Zögerlich nickte sie und der Magier lächelte.
"Nun, wenn dem so ist, dann kann ich das tun", säuselte der blonde Magier und winkte ab, als es um die Bezahlung ging.
"Sagt dem Abt nur schöne Grüße von Reginald Biggsby", meinte er und strich sich über seine Robe.
Eileen nickte und versprach ihm dies zu tun.

Nachdem sie die Uhrzeit abgeklärt hatten, eilte Eileen wieder zurück zu ihrer Arbeit.

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