Brennendes Gold

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Veyt
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Brennendes Gold

Beitrag von Veyt » Fr 1. Mär 2019, 15:29

Ealasaid hat geschrieben:Das junge Mädchen blickt über die goldenen Felder.
Bauern schwingen die Sensen, junge Knechte und Mägde sammeln zusammengebundenes Korn auf und werfen es auf die Wagen.
Das Korn sieht für den Mädchengeist aus wie übergroße Blumensträuße.
Es blickt gen Himmel und sieht die brennende Sonne, weiche Schäfchenwolken und einige Vögel fliegen.
Eine starke Hand legt sich auf die Schulter des Mädchens und es wendet seinen Kopf zu dem Besitzer eben jener um.
Dieser lässt seinen strengen Blick über das Land wandern und spricht dann mit tiefer, ehrfurchterregender Stimme.

Das Korn welches du siehst wird seiner Farbe gerecht, mein Kind.
Den auch wenn echtes Gold in den Bergen gewonnen wird, ist dies hier genauso wertvoll. Wenn nicht sogar wertvoller, nährt es doch jeden Menschen. Egal welchen Stand er besitzt. Vergiss das nie. Vergiss nie deinen Stand und das du führen wirst. Aber vergiss ebenfalls nie das es der Führer ist, der dafür sorgen muss das sein Volk sicher ist.


Der Mann wendet sich ab und geht zu einem Pferd zurück bei dem zwei Soldaten mit rot/goldenem Wappenrock warten.
Das Mädchen hingegen seufzt schwer. Es sollte ein schöner Ausflug werden und nun das. Eine weitere Lektion. Das verhagelt einem schon ordentlich die Laune.


Viele Jahre später:
Die Blicke der Frau wandern über das einstmals fruchtbare Land.
Zu ihrer linken liegt ein ausgebrannter Hof, die Einwohner abgeschlachtet wie Tiere, die Ernte vernichtet von tosenden, grünen Flammen.
Keine Schäfchenwolken bedecken sanft den Sommerhimmel. Nein, der riesige Schatten eines Legionsschiffes schwebt über Westfall und bringt nichts als Tod, Verderben und Angst.
Wie schön die damaligen Tage doch waren, mit ihren Lektionen und ihrem idyllischen Leben.
Eine Stimme räuspert sich hinter der Frau. Sie ist dunkel, sicherlich ehrfurchteinflößend. Und doch ist sie zögerlich im Umgang mit der Frau.

Lady Lightblade. Die Flüchtlinge sind soweit es geht auf dem Weg in die Sicherheit. Doch die Legion marschiert unaufhaltsam auf unsere Stellung zu. Wie lautet Eure Entscheidung?

Katrin Lightblade seufzt wie schon so viele Jahre vorher, in ihren Gedanken gestört auf und nickt.
Ihre Blicke wandern über die Umgebung, weiter hinten brennt das Wrack eines vernichteten Dampfpanzers.
Sie nickt und geht zu ihrem Pferd. Einem traurigen Ersatz im Vergleich zu ihrem Schlachtross welches der Axt eines Dämonen zum Opfer gefallen war.
Nichtsdestotrotz besteigt sie das nervöse Ersatzpferd und setzt sich ihren Helm auf. Kalter Stahl mit blauen Akzenten. Selbst ihre eigene Rüstung war bereits den Dämonen zum Opfer gefallen.
Die Herrin der Dolchhügel zieht ihr Schwert und hebt es gen Himmel.
Ihr Blick gleitet über die Soldaten der Dolchhügel, ihre Gedanken driften dabei ab.
"Sie sind ängstlich. Wie ich.
Sie wollen diesen Kampf nicht führen. Wie ich.
Wir alle werden unseren Willen Heute nicht bekommen."
Langsam richtet sich das Schwert nach vorne, zeigt in Richtung der anmarschierenden Dämonenhorde.

Für Krone und Vaterland!

Die verbliebene Armee der Dolchhügel setzt sich in Bewegung und stürmt den Dämonen entgegen.


Eine halbe Stunde bis Stunde später:
"Blut, Tote. Überall, nur Tote und Blut. Wie soll hier jemals wieder etwas gedeihen?"
Die Augen Katrin Lightblades wandern umher. Ihre verbliebenen Soldaten sind dabei den Dämonentrupp zu vernichten. Sie würden siegreich sein. Wenigstens am heutigen Tage.
Die Herrin der Dolchhügel erlaubt sich ein knappes Lächeln und wendet sich dann ihrem Gegner zu. Einem, großen, roten, aufgedunsenen Draenei. Schwertschläge werden ausgeteilt. Irgendwann fällt der Dämon zu Boden. Ein weiteres Lächeln legt sich auf Katrins Lippen.
Dann erklingt ein Röhren. Ein metallisches Geräusch so unmenschlich, so grausam das es nur eines verheißen kann. "Wird sind alle tot...."
Ihre Blicke gehen gen Himmel, wo der drohende Schatten des Legionsschiffes direkt über ihrem Schlachtfeld schwebt.
Ein verzweifeltes Lachen entgleitet ihrer Kehle. Die Gedanken gehen zu ihren Liebsten. Zu ihrem Sohn. Ihrem Gatten. Ihrer Familie. Dann als sie sich sicher ist das die Kanone des Schiffes gleich schießen wird, schließt sie die Augen und ergibt sich ihrem Schicksal.

LADY LIGHTBLADE!

Die Stimme eines ihrer Hauptmänner reißt sie aus ihren Gedanken. Sie blinzelt.
Die Kanone des Schiffes hat nicht gefeuert. Besser noch. Das höllische Vehikel wendet sich langsam und fliegt zu einem anderen Teil des Landes.
Sie schüttelt den Kopf. "Wunder geschehen also doch."

Soldaten! erhebt sich ihre belegte Stimme. Zurück in die Dolchhügel. Rückzug!
"Egal wie tief man die Messlatte für menschlichen Verstand auch hängt, es gibt jeden Tag einen, der aufrecht drunter durchgeht!"
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