Ein Söldnerleben

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Vergilian
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:52

Ramiak schrieb am 7 Mai 2016

Die Luft war stickig und das Met wie immer schal. Mit einem leisen Seufzen ließ Ramiak seinen Becher auf den Tisch nieder als seine Nase kitzelte und er den Kerl neben sich sah.

"Ramiak man, was machst du denn hier?"
"Ich trinke ein Met wie man sieht."
"Arbeitest du immer noch für dieses Weib?"
"Mhm." Ram nickte und leerte seinen Krug.
"Wie kann jemand wie du nur für so ein Weib arbeiten? Im ernst, ihre Augen sind so kalt und tot. Und sie so gefühlskalt."
"Das sagst du nur weil sie dich damals KO schlug und sie einfach keine skrupel hat Typen wie dich zu vermöbeln."
"Stimmt, jemand wie ich lässt sich nicht einfach von so einem...Weib verhauen."
"Das ist dein Problem." kaum hatte er die Worte ausgesprochen traf ihn der Schlag gegen sein Kinn und brachte ihn zum wanken. Den zweiten Schlag konnte er abwehren, dich wer auch immer ihm da was von hinten ins Kreuz donnerte wusste was er tat...


Sein Schädel dröhnte und ihm war schlecht, was mit Sicherheit nur an dem üblen Fischgeruch lag. Langsam rappelte er sich auf, oder er versuchte es zumindest. Bis dieser rießige Fuss auf seiner Brust landete und ihn nach unten drückte. Alle Luft wich aus seinen Lungen und er knurrte laut auf.
"Richte deiner tollen Chefin mit dem toten Blick doch bitte was aus.."..

Mist, solche Sätze endeten immer mit mindestens einer Verletzten Person, manchmal sogar mit Toten...
"Es gibt eben immer was zutun"

Warum heißt der Träumer Träumer? - Weil er auf unmögliche Dinge hofft. Täte er das nicht, wäre er nur ein Realist.

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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:53

Vergilian schrieb am 14 Mai 2016

Grinsend sah sich Vergi den jungen Knaben an der vor ihr stand und sie und das Büro nervös musterte. Ram stand an der Treppe und grinste immer breiter, seinen becher mit Wasser in der Hand.
"Ok, was soll das... soll ich eine Schule für möchte gern Söldner eröffnen oder wieso schleppst du mir sowas hier an?" fragte Vergi und verschränkte die Arme vor der Brust.
"Wir können ihn brauchen." sagte Ram und deutete mit dem Becher auf den Knaben ehe er wieder einen Schluck von seinem Wasser nahm.
"Als was? Pausenclown? Oder sollen wir ihn in ein Rosa Kleid stecken so das die Gegner ihm nachrennen bis sie an einem Lachanfall von allein umfallen?"
"Rosa beisst sich mit der Farbe meiner Augen." warf der Knabe ein und erntete einen finsteren Blick von Vergi, der ihn dazu brachte den Kopf einzuziehen und sich wieder der Karte von Nordend zu widmen. Vergi hingegen sah wieder zu Ram, der Blick forderte Erklärungen.
"Im ernst." Ram grinste immer noch, er schien sich seiner Sache mehr als bewusst.
"Klärst du mich heute noch auf oder muss ich warten bis Ranael hier angeschlurft kommt und müde rumknurrt warum ich nicht bei ihm im Bett liege." damit lehnte sich Vergi mit dem Hintern an die Tischkante und legte einen Fuss locker über den anderen.
"Er ist ein Bastler." nach Rams Erklärung sah Vergi auf den Knaben neben dem abgeschlossenen Aktenschrank. Seine blonden Haare standen total verwuschtelt in alle Richtungen ab, was angesichts der tatsache das er sich alle paar Minuten nervös mit der Hand durch sie hindurch fuhr kein Wunder war. Die Brille auf seiner Nase rutschte wohl öfters, zumindest schob er sie immer wieder nach oben. Sein Hemd war falsch zugeknöpft und der untere Knopf fehlte, wahrscheinlich noch nicht sehr lange denn die Fäden die ihn gehalten hatten hingen noch im Stoff. Seine Hose wies diverse Flecken auf, viele davon Schwarz, wahrscheinlich Öl oder dergleichen. Seine Stiefel waren alt, wahrscheinlich zu klein und ziemlich am Ende bis durchgelatscht. Alles in allem kein wirklich heller Eindruck den der Knabe machte. Als ihr Blick zurück zu Ram schwang lehnte der noch immer am Treppengeländer und setzte sich dann auf die vorletzte Treppenstufe, den leeren Becher Wasser neben sich stellend.
"Das Schloss des Schranks wäre sehr einfach zu knacken wenn man--" murmelnd drehte sich der Knabe um und sah erschrocken zu den beiden, seinen Satz total vergessend. Vergi zog ihren versteckten Dolch und fing an damit zu spielen. Man hörte ihn schlucken ehe er weiter sprach.
"Das Schloss ist nicht zu knacken!"
"Du bist Bastler?" fragte Vergi, ihre Stimme verriet die Unglaubwürdigkeit deutlich.
"Ja, ich habs bei den Gnomen gelernt und bastel viel. Ich--"
"Was kannst du denn beispielsweise basteln was ich nicht einfach bei irgendeinem Gnom kaufen könnte?" unterbrach Vergi ihn rüde, den Dolch noch immer in der Hand und langsam drehend.
"Ähhh... Ich... Ich könnte die Gnomcoder kleiner machen. Ich kann Sprengmunition für Pfeile und Gewehre herstellen. Netzfallenmunition, " kurz zuckte der Kerl mit den Schultern ehe er weiter sprach, "Sogesehen könnte ich wohl einiges herstellen." Langsam ging sein Blick gen Boden und er ließ die Schultern hängen.
"Weisst du was... du darfst dich beweisen. Bastel was und zeig es mir, sind deine Sachen nützlich toll, wenn nicht finden wir einen anderen Platz für dich." erklärte Vergi kurzerhand.
"Wirklich?" überrascht sah der Knabe auf.
"Ja du.. wie heisst du noch?" fragte sie und ließ den dolch zurück in sein Versteck gleiten.
"Thaliasus." antwortete der Kerl sofort.
"Alles klar Thal. Dann mach was drauß." auf dem Weg zur Tür des Büros hob Vergi kurz die Hand zum winken ehe die Tür hinter ihr ins Schloss fiel und sie von der kalten Nachtluft Sturmwinds umgeben war....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:53

Vergilian schrieb am 15 Mai 2016

Endlich daheim. Müde legte Vergilian ihre Waffen auf den Tisch und atmete durch. Die Handschuhe folgten und dann schenkte sie sich etwas Wasser ein. Danach führte ihr Weg nach oben zu den Zimmern. Esperan hatte sich in seinem Bett herumgewälzt, die beiden Kissen lagen neben dem Bett und die Decke hin quer über ihm und dennoch halb aus dem Bett. Dafür hing sein kleiner Wolf in seinen Armen, die Schnauze dran gelehnt und ruhig atmend schlief er den Schlaf der Gerechten. Leisen Schrittes ging Vergi durch das Zimmer und hob eines der beiden Kissen auf, es neben Esperans Kopf legend und die Decke dann gerade über ihn ziehend. Kurz hob er den Kopf und knurrte verschlafen, bis er Vergi erkannte und sie sich zu ihm ans Bett setzte.
"Hey mein großer. Alles gut bei dir?"
"Tho hat mir die Geschichte vom Hasen und der Schildkröte vorgelesen. Der Hase ist gemein." müde legte er seinen großen Kopf auf ihren Schoss und brummte müde, während kleine Menschenfinger durch sein Fell streichelten und ihn wohlig zum Knurren brachten. Schon direkt war er wieder eingeschlafen und nach kurzem weiterstreicheln zog Vergi ihre Beine unter dem großen Wolfskopf hervor und verließ das Zimmer leise.

Eine Tür legte sie die Hand auf das Holz und öffnete die Tür leise. Als das Licht der Kerze in den Raum fiel erhellte der Schein eine Menge Bücher und Schriftrollen. Im Bett selbst lag ein zusammengerollter Worgen, die Decke leicht verzogen und die Kissen leicht verschoben. Vorsichtig nahm Vergi sich die Decke und wollte sie gerade ziehen als sie den Wiederstand bemerkte und sich umsah. Eine Kralle hatte sich durch die Decke gebohrt und verfangen. Leise und sehr vorsichtig zog sie die Kralle aus der Decke und zog sie gerade, nicht ohne von großen blauen Augen angesehen zu werden.
"Hey Kono, schlaf weiter großer."
"Ich habe etwas an meiner Kralle gespürt." Erklärte er leise und sah zu seiner Pfote.
"Du hattest dich in der Decke verfangen und es ist ein kleines Loch entstanden. Da machen wir morgen einen Flicken drüber." sagt Vergi mit leiser Stimme und streichelt Kono kurz durchs Fell und über die Ohren, nicht ohne ihm ein sanftes Lächeln zu schenken.
"Verzeih das meine Krallen etwas kaputt machten."
" Es gibt soviel schlimmeres als ein Loch in einer Decke. Schlaf weiter und wir schauen morgen nach dem Frühstück danach." Mit einem kurzen Nicken legte Kono den Kopf wieder ab und schloss die Augen, während Vergi sich die Kerze nahm und leise sein Zimmer verließ. Als die Tür zu war ging sie zur nächsten Tür. Ranael war schon von draußen zu hören mit seinem Geschnarche und ein kurzer Blick ins Zimmer bestätigte ihre Vermutung. Er war wiedermal beim lesen eingeschlafen und Lilly hatte es sich neben ihm bequem gemacht. Schmunzelnd ging sie wieder hinunter, legte den Rest ihrer Lederrüstung ab und rieb sich das Genick. Was für ein Tag es doch gewesen war. Sie nahm ihre Tasche und legte ihre eingesammelten Hinweise auf den Tisch vor sich. Im Kerzenschein puzzelte sie die Messerreste zusammen und nahm den Bolzen in Augenschein, immer wieder gähnend...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:54

Konogar schrieb am 19 Mai 2016

Es war ruhig im Haus und vermutlich gab es viel zu besprechen - so der Gedanke vom Worgen der die Zeit in der Küche verbrachte. Wer auch immer die Tür ins Haus durchschreiten, bekam als Begrüßung einen zum Abendmahl hergerichteten Tisch zu sehen. Bei den Getränken gab es weniger Auswahl und es roch sehr nach dem, was gemeinhin als "...irgendwas mit Kräuter..." betitelt werden würde. Das kam nicht von ungefähr, da es Verletzungen bei der Anführerin der Söldner zu beklagen gab und der Worgen alles daran tat, mit Miss Tho gemeinsam schnell eine Gesundung herbeizuführen.

Das hatte auf dem Markt zu Stormwind noch den Vorteil, einige gänzlich unbekannte Pflanzen kennenzulernen. Ob an einer Stelle in des Worgen Leben nicht doch ein Botaniker verloren ging?
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:54

Vergilian schrieb am 20 Mai 2016

Leise wurde die Tür geschlossen und sich umgesehen als man eine einsame Kerze auf dem Tisch brennen sah. ein warmes Schmunzeln ging über Vergilians Gesicht als sie Konogar entdeckte der am Tisch saß, sein großer Kopf nur gehalten von einer seiner Pranken. Seine Augen waren geschlossen und sein Atem ging ruhig. Am besten erkannte man jedoch das er schlief an seinen Ohren, denn diese hielten dann ausnahmsweise mal still. Erst als sie ihm die Hand auf die Schulter legte und ihn leise ansprach öffnete er die Augen und sah sie verwundert und überrascht an.
" Oh Vergi, schön dich zu sehen. Ich habe den Tisch gedeckt und Tee gemacht für dich. Ich habe mit Miss Tho Kräuter gekauft die eine Heilung beschleunigen." Konogar sah sich dabei auf dem Tisch um und griff sich eine Tasse mit noch lauwarmem Tee um ihn Vergi zu reichen.
"Danke Kono, das ist lieb von euch. Was machst du noch hier? Wieso bist du nicht ins Bett gegangen als du müde wurdest?" vorsichtig nahm sie ihm die Tasse ab und setzte sich auf den nächsten Freien Stuhl.
"Ich hatte gehofft das ich dich noch sehe. Ich bin doch besorgt wegen deiner Verletzungen."
"Das ist lieb von dir. Mir gehts gut, es sind nur Kratzer und du hast sie wunderbar versorgt. Ich glaube wir sollten beide ins Bett gehen, es ist spät und wir sind beide ziemlich müde.
"Das ist eine gute Idee. Schlaf soll zusätzlich heilen habe ich gelesen." nickend stand sie auf und hielt Kono die Hand entgegen. Kurz brauchte der Worgen einen Moment um zu realisieren was da war und nahm sie dann ganz sanft in seine Pranken um sich von ihr mit nach oben und bis vor seine Zimmertür bringen zu lassen.
"Gute Nacht Kono." sanft lächelte sie als Kono ihr ebenfalls eine Gute Nacht wünschte und in sein Zimmer verschwand, ebenso wie sie...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:55

Thomaria schrieb am 20 Mai 2016

Die Dunkelheit der Nacht lag über der Stadt und wurde nur durch die Laternen die überall brannten erhellt. Es war still und nur das vereinzelte klappern der Rüstung der Wachen, die zusätzliches Licht mit ihren Laternen und Fackeln umher trugen , unterbrach die sonst nächtliche Stille. Eigentlich mochte sie die Stille, doch seit es die Überfälle gab und sie selbst schon in Gefahr gewesen war fühlte sie sich drückend an. Ihre eigene Laterne flackerte immer wieder, obwohl das Glas fest verschlossen war. Sie blickte sich um, ängstlich und den Kopf kleiner machend indem sie das Genick einzog. Als die Laterne am Ende der Straße erlosch und ein kräftiger Windzug durch die Straßen und Gassen fegte blieb sie erschrocken stehen.
" Das war nur der Wind." redete sie sich leise ein und sah sich um. Die letzte gesehene Wache bog gerade um die Ecke und ihr kleiner Schein folgte ihr. Als er verschwunden war war nichts als grobe Dunkelheit mehr übrig. Und dann erlosch die Laterne an jenem Ende der Straße. Tief holte sie Luft und besann sich auf ihren Weg, den Griff ihrer Laterne fester umklammernd setzte sie einen Fuß vor den anderen und ging weiter. Ein Blick über die Schulter bestätigte ihre Angst, weitere Laternen erloschen und über sich auf den Dächern hörte sie Geräusche. Sie schluckte schwer und beschleunigte ihre Schritte, doch auch vor ihr lag nichts als Dunkelheit, in der sie nur grob die Fassaden der Häuser ausmachen konnte. Es war die Kälte die ihr plötzlich unter das Kleid und die Beine hinauf kroch, sie hatte das Gefühl kaltes Metall würde ihr über den Nacken streicheln und ein schneller Schnitt verletzte sie am Arm und zerriss ihren Ärmel. Erschrocken über den plötzlichen Schmerz griff sie nach der verletzten Stelle und sah sich um. Sie hatte das Gefühl das es immer dunkler wurde und sich dicke Wolken vor die beiden Monde am Himmel schoben. Ihr eigener Atem rauschte in ihren Ohren als sie sich mit dem Rücken an die Wand eines Hauses drückte, ihre Laterne höher hebend um mehr sehen zu können. Es war eine schnelle Bewegung die ihr die Laterne aus der Hand riss und an einer anderen Hauswand zum zerschellen brachte. Und dann war es Dunkel. Ein raues kehliges Lachen drang an ihre Ohren und erneut spürte sie drückende Kälte die sie immer mehr einhüllte. Die große raue Männerhand packte ihren Hals und riss sie in die Höhe, was ihr einen erstickten Schrei entweichen ließ. Immer fester wurde der Griff der Hand und immer weiter drang die Dunkelheit vor und umgab sie, bis alles um sie Schwarz war...

Heftig nach Luft schnappend und Hustend fuhr sie hoch und hielt sich den Hals schützend mit beiden Händen während ihr Blick sich hastig und ängstlich umsah. Sie war zu Hause, vor sich den großen Tisch sehen auf dem wie immer ein paar Kerzen brannten. Auch auf ihrem Nachttisch stand ihre Kerze und brannte ruhig vor sich hin. Von einem drückenden Gefühl benommen zog sie die Decke höher und spürte erst jetzt den kalten Schweiss und die Gänsehaut sie die hatte. Aber sie war sicher, zu Hause in ihrem Bett und fern der Dunkelheit und der Schatten, es war nur ein Alptraum gewesen....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:56

Thomaria schrieb am 23 Mai 2016

Klein gemacht und zusammengekauert saß sie an einem der großen Stützpfeiler in der Kathedrale, nahe des Altars und wischte sich die Tränen von den Wangen. Die Todesnachricht war grausam und das Sie sie den anderen überbringen musste war noch schlimmer. Sie zitterte und das Taschentuch war feucht und verknittert, aber es tat seinen Dienst um die zittrigen Finger abzulenken. Warum er? Warum jemand so liebes und nettes? Warum jemand der ihr nie Angst machen wollte? Von einem weiteren Heulkrampf gepackt schluchzte sie auf und drückte die Hand vor den Mund. Sie wollte niemanden der anderen Anwesenden stören oder besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Man hatte ihr schon einen Becher Wasser gebracht aber eine Decke oder weitere Hilfe hatte sie dankend abgelehnt. Und nun saß sie hier, sah zum Altar und dachte an die Heiligsprechung und das was sie gesehen hatte. Ob es ihm ebenso gut ging? Ob er ebenso dankbar war? Oder ob er irgendwo Qualen litt und sich nach Erlösung suchte? Sie wollte sich das nicht vorstellen aber die Fragen kreisten weiter in ihrem Kopf....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:57

Vergilian schrieb am 24 Mai 2016

Der Brief mit der Todesnachricht hing an der Wand, umrandet von blutigen Hand und Prankenabtrücken. Das fahle Kerzenlicht flackerte und es schien als würden die Buchstaben auf dem Pergament tanzen. Die Ruhe war beruhigend und ließ die Gedanken frei für ihren Weg zur Trauer. Der Rum war warm und draußen waren die vereinzelten Stadtwachen zu hören. Doch hierher kam niemand. Alle hatten sich nach Hause begeben und schliefen in ihren Bett, nun wieder daran erinnert wie kostbar das Leben doch war. Der Schnitt hatte aufgehört zu bluten und die Haut klaffte gering auseinander. Jede Berührung brannte wenn sie mit den Fingern über den Schnitt fuhr und die Hand im geringen Licht bewegte sah der Schnitt gespenstisch aus. Ihre Gedanken waren weit weit weg, tief oben in Nordend, hoffend das man seine Leiche noch nicht verbrannt hatte. Er sollte nach Hause kommen und sie würden ihn hinbringen. Das Bitteschreiben lag fertig und unterschrieben mit Siegel auf dem Tisch, bereit es morgen Früh mit dem ersten Boten oder Magier nach Dalaran zu schicken. Andernfalls musste sie selbst dorthin und sich bemühen. Oder gar in einem Land aus Schnee und Eis Abschied von einem Freund nehmen der ihr lang zur Seite gestanden hatte. Sie drehte sich den Stuhl zur Seite und streckte die Beine aus, sie an den Knöcheln übereinander schlagend und sich zurück lehnend.
"Ich werde zurück kommen" Hatte er gesagt.
"Mich bringt so schnell nichts um" hatte er gesagt.
"Wenn ich wieder da bin trinke ich dich unter den Tisch!" hatte er gesagt.

Er würde nichts davon halten können...

Sie hatte viele Leute sterben sehen, gute wie schlechte. Manche waren wieder gekommen, andere waren tot geblieben. Er würde tot bleiben. Da war sie sich sicher. Und wenn doch wusste sie wer ihn zu erlösen hatte. Seufzend nahm sie sich noch einen Schluck Rum und stellte den Becher langsam ab. Ihre Fingerspitzen glitten über den oberen Rand und zogen Kreise darum.

"Kleine Vergilian, eines Tages wirst du allein sein und von allen verlassen die du liebst. Du bist wie ich, das macht mir Angst. Du wirst kämpfen, beide Waffen bereit, auch wenn du verlierst. Niemand wird sich danach an uns erinnern, das ist unser Schicksal. Dennoch trägst du viele in deinem Herzen. Und jedes mal wenn einer stirbt zerbrichst du ein Stück mehr."

Wie Recht er doch gehabt hatte. Er hatte mit allem Recht gehabt...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:57

Ramiak schrieb am 26 Mai 2016

Er starrte die Decke an und seufzte. Vay lag neben ihm, eingewickelt in zwei Decken und den Schlaf der Erschöpfung schlafend. Nach dem heilen war sie immer völlig fertig. Vorsichtig drehte er sich zu ihr und zog die Decke etwas höher, ihr einen sanften Kuss auf die Wange gebend. Danach zog er die Decke von sich und stieg aus dem Bett und in seine Hose, den Gürtel schloss er als er die Treppenstufen hinunter ging. Kurz schenkte er sich einen Becher Rum ein und trat durch die Tür leise nach draußen, wo ihn das volle Licht beider Monde empfing. Kurz entschlossen lehnte er sich an seinen Chopper und schlug die Beine an den Knöcheln entspannt übereinander, den Blick nach oben haltend.


Freunde... sie verließen einen immer dann wenn man sie brauchte. Immerhin wusste er nun wieder wo er stand und wo sich eine klare Grenze ergab. Er würde sich daran halten, die einzigen Leute denen er nachrannte trugen eine Tatze und da würde er keine Ausnahme machen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:58

Thomaria 28 Mai 2016

"Würdest du wieder mit mir Essen gehen?" Vincent lächelte sie mit seinem charmantesten Lächeln an und legte seine Hand auf die ihre. Während die Dessertteller abgeräumt wurden sah er sie direkt an und suchte ihren Blick. Langsam hob Thomaria den Kopf und sah ihn an.
"Es wäre unhöflich nein zu sagen." antwortete sie und schenkte ihm ebenfalls ein sanftes Lächeln.
"Vielen Dank Maria." antwortete Vincent und gab ihr einen leichten Kuss auf die Hand. Mit roten Wangen lehnte sie sich zurück und griff sich dabei ihr Weinglas....

Sie waren den ganzen Abend über hier gewesen. Die leichte Kräutersuppe mit Brot zu Anfang war sehr lecker gewesen, was in keiner Weise zu dem zarten Eberfleisch und den kleinen Kartoffeln in Rotweinsoße stand. Und die kleine Portion Eiscreme die das Personal irgendwoher gezaubert hatte rundete alles ab. Und dazu ein sehr ruhiges und angenehmes Gespräch. Nach all den aufreibenden Abenden war das echte Entspannung und streicheln für ihr Seelenheil. Und das hatte sie nach all den Angriffen, Alpträumen und Todesbotschaften wirklich nötig. In der Kathedrale wollte sie nicht wieder schlafen und alleine sein war ihr auf dauer auch zu wider. Aber heute Abend war es anders. Vincent war zwar neu bei den Tatzen aber sie mochte ihn schon jetzt....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:58

Konogar schrieb am 29 Mai 2016

Eine ganze Stunde wurde damit verbracht noch vor den ersten Sonnenstrahlen, auf dem Markt zu Stormwind einzukaufen. Es fehlte ein mal mehr an allerhand leckeren Lebensmitteln und am Kräutervorrat daheim schien sich auch eine unbekannte Seele bedient zu haben. Der Worgen überlegte noch, ob er die zwei Körbe gleich ins Büro bringt und alles in der kleinen Küche vorbereitet oder aber im Haus selbst und es zum Büro trägt. Auf seinem Rückweg stellte er dann fest, eh schon näher am Haus selbst zu sein und entschloss sich dort alles zuzubereiten, abzupacken und in einen größeren Korb zu legen.

Wer dann gegen neunter Stunde am Morgen in das Büro trat, fand hier gleich eine Möglichkeit die Müdigkeit mit Kaffee auszutreiben oder seinen Hunger zu stillen. Auch am Tee wurde gedacht, für all diejenigen die sich mit exotischen Getränken wie Kaffee weniger zufrieden geben würden. Was letztlich fehlte, war eine Ausgabe einer gedruckten Zeitung, die schon länger nicht mehr in Stormwind und Umgebung verteilt wurde.

Nur von demjenigen der den Tisch geschmückt hatte, fehlte jede Spur und von allein hat sich noch kein Tisch der Söldner gedeckt. Oder ist es vielleicht doch ein magischer Schreibtisch und niemand hat es bisher erkannt?
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:59

Konoar schrieb am 1, Juni 2016

Schiff ahoi!

Sicher und unbeschwert ereignete sich die Reise in Richtung Süden der Lande, wo jeder aus dem Trupp die nächste Zeit damit verbrachte, die Tiere um ihre Last zu erleichtern. Wohin das Auge sich auch wand, war zu spüren auf den Bodendielen - hier wurde gerannt. Elig, eilig erwieß sich manch Fuß und Pfote, auf ihrem Wege hinunter, zu des Schiffes Bote. An anderer Stelle in diesem alkoholisierten Gefälle, begegnete den Gästen aus der großen Stadt, so manch bekannter Nimmersatt. Geschichten und Gespräche wurden geführt am Rande man zu kleinen Untaten sich auch bekannte. Mit üblen Witz und garstiger Freude wurde die Zeit vertrieben, auf das sie am Folgetag, erneut sich lässt wieder unterkriegen. Viele Seelen hier an jenem Ort, fühlten sich unbescholten und unbesorgt. Das regte den Gräber im Sande zum nachdenken an, worauf er sich hier letztlich noch verlassen kann. Das Bilde war für ihn nicht ungewohnt, doch die schiere Größe brachte den einst sicheren Gedanken aus seinem Lot. Unter Deck verschwand er unbemerkt, sich nun widmend seinem Tagewerk. Gehofft wurde nur, so schnell die Reise kam, sich selbige auch eine Auszeit nahm.

Jetzt galt es diese Reise zu überstehen, erfüllt sie doch das klassiche Bild und blieb in der Geschichte wohl unbemerkt. Blieb ungesehen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 15:59

Vergilian schrieb am 2 Juni 2016

Zufrieden nickte Vergi als sie die Kisten durchsah. Alles war fertig geworden, gerade noch rechtzeitig. Jeder der Jungs hatte einen eigens angepassten Helm für seine Worgengestalt und die Damen für Hörner und Ohren. Dafür war Thal nun auf so fertig das er mit dem Kopf auf dem Tisch lag und schnarchte.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:00

Konogar schrieb am 5 Juni 2016

Während der Großteil der Truppe sich auf die Suche nach verborgenen Schätzen begab, hatte sich der Worgen auf in Richtung eines scheinbaren Höhlenkomplexes begeben. Alt schien dieses System zu sein und lange unbenutzt. Wohin das Auge reichte, standen kleinere Mengen von Geröll oder erste Auswüchse von buschartigen Pflanzen vorm Eingang. All das hielt diesen inneren Forscherdrang jedoch nicht auf und nachdem er im Lager eine kurze Rückmeldung hinterließ, begab er sich auf das Abenteuer in die Tiefe.

Wo Anfangs noch trockener Sand wie jener der Landzungen zu finden war, wurde es nasser und rutschiger an den Wänden, je tiefer der Abstieg ging. Aus seiner Erfahrung mit Ruinen und Höhlensystemen heraus, die er einst in Schlingendorntal gemeinsam mit den Zwergen fand, startete er kein Versuch ohne sich vorher abzusichern. So ging es nur behäbig und langsam hinab und das vorhandene Licht musste der Finsternis weichen - sein Glück, das er eine Laterne am Gurt hatte. Nun in mehreren Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel, war dieses Licht der Laterne wie eine letzte Bastion vor den Klauen der Dunkelheit die das Seil in Schwärze verschwinden ließ. Erleichterung trat erst ein, wie er irgendeinen Boden, ein weichen Boden unter sich spürte. Der Abstieg hatte ein Ende gefunden und er schaute sich vorsichtig um, während das Seil langsam gelockert wurde.

Die Laterne über Kopf gehoben, zeichneten sich Symbole einer Sprache an den Wänden ab, Bilder die etwas zu bedeuten versuchen aber doch nicht ganz klar sind. Sie weckten schnell das Interesse vom Gast aus der Ferne und er suchte sich in jener dunklen Kammer ein Eck um erste Aufzeichnungen mit einem Kohlestift festzuhalten. Immer darum bemüht, das nicht weitere Wassertropfen von der Decke aufs Pergament fallen und die Aufzeichnungen unleserlich machten. So verging die Zeit und in dieser Kammer war ein abschätzen nur schwer möglich - es wurde dunkel außerhalb des Höhleneingangs. Erst Stunden später schaute der Worgen auf, als hätte ihn etwas im Nacken berührt. Aufzeichnungen und Stift beiseite auf feuchten Boden gelegt, machte er sich auf zur ungefähren Richtung wo er hinabstieg. Die gelegten Spuren und seine eigenen Abdrücke sollten dabei helfen, den richtigen Pfad zu finden.

Doch wie er am Ende feststellen musste, war er entweder am falschen Abstieg angekommen oder das Seil von oben ging verloren. Vorsichtiges Nachfragen in Richtung der steilen Wände hinauf, ob jemand das Seil dort hat fälschlicherweise zusammengerollt, blieben unbeantwortet. Oder aber derjenige war gerade in einen Schlaf versunken und bekam die Fragerei die aus dem Loch im Felsen hervorstieg, gar nicht erst mit. So blieb ihm nur die Laterne, sein Büchlein, der Kohlestift und ein Rucksack mit weiterem Öl und Vorräten, die für kommende Zeiten aushelfen mussten. Zum Schlafen war ihm nicht zu mute in dieser Situation und er nutzte die Zeit eher, die anderen Ausläufer der Höhle immer mit Markierungen auf den Boden, zu erkunden. Vielleicht gibt es noch einen Ausgang, oder man würde sich im Kreis oder nur tiefer hinab begeben.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:00

Konogar schrieb am 9 Juni 2016

Der Spiegel und die Täuschung.

Im weichen nassen Sand des Höhlenkomplexes, hatte sich an einer Stelle bereits eine Kuhle gebildet die fortwährend mit Grundwasser sich langsam füllte und doch als Notschlafplatz für den Archäologen wurde. Seine Laterne war nach nicht einem Tag leergebrannt und er konnte sich nur noch auf Tast- und Riechsinn verlassen. Solange der Worgen nicht längere Bekanntschaften zwischen seiner Nase und scharfkantigen Wänden führen würde. Ihnen zu entkommen, stellte sich als eine schier unlösbare Aufgabe heraus und auch wollte er nicht aufgeben, irgendwo ein Ausgang zu finden. Seine Kräfte verließen ihn langsam, doch dank eines immerwährenden Zugangs zu trinkbarem Wasser, das an einigen wenigen Stellen nicht salzhaltig wie das umgebende Meereswasser war, hielt er sich wacker. Was ihn schnell überrascht hatte war das verlorenen Gefühl für die Zeit. Ohne Orientierung, ohne Blick zum Himmelsdach und ohne seine Taschenuhr die einst von Paiyu überreicht wurde, konnte er nur schätzen wie lange er sich nun hier unten befand. Er fragte sich, was aus seinem Helfer vom Schiff geworden ist, der ihn damals noch half und wie es den anderen Teilnehmern wohl geht, ob sie schon sagenumwobene Schätze gehoben haben oder sich Geschichten am Lagerfeuer erzählen würden. Wann immer er eine Pause nahm und sich vorsichtig an einer ertasteten Wand zu Boden senken ließ, holte er sein stillen Begleiter aus der Tasche – Felix. Auch ohne ihn zu sehen oder zu hören, fühlte sich der Worgen sicher in dieser Umgebung. Auch sein Anhänger, der einst von Vergi überreicht wurde, landete regelmäßig in der Pranke um zu prüfen ob er noch vorhanden war.

Lange Rastzeiten waren nur nie möglich, er wollte schließlich wieder ein weg hinausfinden.

Stunden zogen durch das Land und während die ein oder anderen auf Erkundungs- oder Erhohlungstour unter Wasser verschwanden, wieder andere sich gegen gar düstere Gesellen, Naga, zur Wehr setzen wollten, blieb dem Worgen nur sein Mut nicht aufzugeben. So kam es, dass er kurz vor seiner nächsten Rast mit Wasserschlauch, ein scheinbar schwaches Licht an einigen nassen Wänden ausmachen konnte. Die Freude ließ seine Ohren tänzeln! Ein Ausgang? Er eilte schneller in Richtung des schwachen Lichts und auch der Boden zu seinen Pfoten wurde immer besser erkennbar. Einen Höhlenzweig später, stand er dann am Quell des Lichts. Ein kleines Loch an der Decke der Höhle ließ es hinein und sorgte sprichwörtlich für ein Lichtblick in den Augen des Worgen.



So versuchte er an den steilen Wänden irgendwo Halt zu finden und hinaufklettern zu können – vergebens. Entweder waren sie zu steil oder zu nass um sie richtig zu ergreifen. Es blieb ihm am Ende nichts anderes übrig, als diese Gelegenheit zu nutzen und die Umgebung auszukundschaften. Immerhin fand sich gar ein winziges grünes Fleckchen mit einer kleinen Birke in der Höhle. Allein das machte den Worgen, als er kurz zum Archäologen gedanklich wurde, stutzig. Wie kann ein solcher Ort hier, umgeben vom Meer, nur existieren? Felix wurde dann eingeteilt, in Nähe vom Baum auf einem Felsenvorsprung Wache zu halten.

Aufmerksam betrachtete der Worgen nun seine Umgebung und entdeckte einige kaputte Kisten, die jedoch zu groß waren, um durch das kleine Loch oben gefallen zu sein. Ob sich darin etwas finden würde, was ihm helfen könnte? Nein, stellte sich schnell heraus, als er die ersten geöffnet hatte. Sie waren weitestgehend geplündert oder nie gefüllt und in einer Kiste fand er nur einen schweren Handspiegel. An dessen Ränder begang bereits erstes Grün von einer moosartigen Pflanze zu wachsen und dieses handwerkliche Meisterstück zu überdecken. Mit seiner Pranke rieb der Worgen die Fläche und befreite sie von ihrer matten Oberfläche. Er musste schmunzeln, wie er sich im knappen Licht von oben nun selbst im Spiegel sag und das ziemlich zerzaust! Was ihm jedoch nach wenigen Sekunden merkwürdig vorkam, war das im Spiegelbild alles etwas anders wirkte. Es standen Kisten, geordnet herum die nicht ohne Spiegel zu sehen waren und auch hatte er das Gefühl, sein Spiegelbild reagiere verzögert. Als wäre er gerade erst aus Bett gefallen. So streckte er sein Gesicht nur weiter vor um im Bild vom Spiegel etwas mehr erkennen zu können und wurde mit einer Kralle an der Nase begrüßt! Das Spiegelbild bewegte sich selbstständig und erschrocken ließ er das alte Ding fast fallen. Als Reaktion darauf schüttelte sein Spiegelbild nur den Kopf und deutete in Richtung des Lochs oben an der Decke. Kono winkelte den Spiegel an und sah das Loch so wie auch er es selbst sehen würde. Plötzlich sah er ein Schatten durch das Loch nach oben ins Licht verschwinden und sein Spiegelbild ward verschwunden.

Er konnte erst nach Minuten wieder klar denken und ihm dröhnte sein Kopf, als wäre er zu lange wach gewesen. Blinzelnd legte Kono den Spiegel beiseite und rieb sich die Äuglein und um gleich wieder ein Blick in den Spiegel zu werfen. Das Spiegelbild war wieder da und nichts wirkte länger wie ausgetauscht. Hatte er gerade nur einen Tagtraum gehabt oder spielt ihm sein Worgenkopf einen Streich? Er würde es nicht so schnell herausfinden.

Ganz im Gegensatz zu seinem Spiegelbild, einem Doppelgänger der sich zurück zum Lager begeben würde. Wenig gesprächig, schüchtern wie das Original und ohne die Möglichkeit sich zu weit von der Position des Spiegels entfernen zu können. Doch das blieb sein Geheimnis und diese selbstständige Illusion versuchte alles, den Schein zu wahren. Letztlich würde selbige soweit gehen, die Abreise auf dem Schiff zu begleiten um dort nach einigen Seemeilen zu verschwinden. Sie hatte nun nach sehr langer Zeit, ein Spielzeug gefunden das noch lebendig war.


OOC:
Seine Illusion ist nicht einfach zu durchschauen - uralte Formeln und Magie waren einst am wirken. Der Doppelgänger kann Gegenstände heben und begrenzt auf Wissen zurückgreifen. Die nächste Zeit würde der Doppelgänger damit verbringen, unter Berufung auf Strapazen die er bei seiner selbstgewählten Erkundung durchlebte, sich Ruhe am Lagerfeuer oder in einem Zelt zu suchen. Wie das Artefakt selbst, der Spiegel, ist der Doppelgänger sehr geduldig und würde nicht zögern, die Abreise anzutreten im Wissen, das ihm als magisches Konstrukt letztlich nichts passieren kann. Das Wesen hat seinen Spaß nach so langer Zeit und wird es genießen - egal mit welchen Kosten das verbunden sei.

Es gilt für's Forenspiel die Regelung: Nichts muss, alles kann.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:01

Konogar schrieb am 11 Juni 2016

"Du möchtest dir gar nicht ausmalen, was für spannende und zugleich lebensgefährliche Abenteuer die Expedition durchlebt! Es ist der blanke Wahnsinn, da werde ich doch direkt neidisch! Abenteuer! Uhu uhu!" sprach der Doppelgänger völlig aus dem Häusschen zum Worgen in dunkler Höhle. Ein Ende seiner zahlreichen Erzählungen über fast Ertrunkene, Tintengranaten oder manigfaltige Entdeckungen war nicht absehbar. Während erzählt und erzählt und erzählt wurde, hatte der Doppelgänger ein paar Vorräte aus dem Lager abgezweigt um sein Spielkameraden-im-Zwang soweit wie möglich quicklebendig zu halten. "Weißt du, das gute Fräulein wird es überstehen. Du hast ihr ja geholfen, also ich habe ihr geholfen als sie Stein-im-Wasser-sein-Wollte. Haha! Blöde Wahl, blöde Wahl. Halt! Nein, zurück. Ich habe ihr geholfen um den Anschein zu wahren. Wusstest du, das sie scheinbar nur wenig zu sich nimmt? Hehe, ich weiß es jetzt." grinste der falsche Worgen zum Anderen und schnappte sich selbst ein belegtes Brot und schlang es hinunter.

"Geht... geht es ihnen gut und darf ich sie bald wieder sehen?" folgte die Frage, gleich einer immerwährenden Hoffnung auf Erfüllung. Aber ein Kopfschütteln ließ eben jene Hoffnung schnell wieder verschwinden. "Na, na na. Dann hab ich doch kein Spielkameraden mehr! Das geht natürlich nicht. Du musst doch verstehen, sooo viele Jahre hier gefangen ist sooo langweilig, das ich garantiert nichts und niemanden gehen lasse. Wobei, halt. Wenn du mir versprichst zu bleiben, lasse ich die anderen gehen. Abgemacht?" beugte sich die Schnauze vor, grinste hochamüsiert und stand noch bevor Kono antworten konnte auf. "Verstehe, dass das Meer manchmal sehr zornig sein kann und ein paar deiner Mitreisenden hatten dafür bereits gesorgt. Wenn du nicht willst, das es wieder zornig wird und es diesmal nicht mit einem zerquetschen Fisch zu tun hat... dann... würde ich vorschlagen..." während der Doppelgänger ganz nahe zum echten Worgen vorbeugte [color]"...bleibst du hier und sagst: Ja, ich bleibe hier und genieße die wahnsinnig tollen Vorteile als Gefangener! Abgemacht!"[/color].

Nun wurde auf Antwort von Kono gewartet, doch selbiger schien zu zögern und betrachtete eine Weile das kleine Loch in der Decke der Höhle. Er fischte den Anhänger der Tatzen hervor und rieb ein paar mal über dessen mittlerweile betagte Oberfläche. "Ich möchte sie nicht verlassen, es ist meine Familie und nicht das Vergi vergisst, den richtigen Tee in Stormwind zu kaufen. Da passe ich immer auf." folgte es dann Minuten später als Antwort und ließ den Doppelgänger etwas komisch, ein Hauch irritiert und vielleicht für Sekunden paralysiert zurück. "Bitte, was? Tee? Nicht allein lassen? Moment, moment, moment! Ich bin doch Ersatzweise bei ihnen mittlerweile. Auch wenn scheinbar nicht bemerkt - die Alten wissen warum. Vorschlag! Überleg es dir bis morgen früh, andernfalls spielen wir das Theaterstück: Vom Winde getragen und Meer gefressen. Das hat der Immerschönen Königin damals sehr gefallen. Ach! Ich hab euch einander noch gar nicht vorgestellt! Was ein Bauer ich doch bin. Irgendwo liegen noch ein paar Statuen von ihr herum."

Nach diesen Worten zog sich die Magie aus der Höhle zurück und begab sich wieder in Richtung Lager. Es gab Verletzte, Hungrige und Sorgenvolle zu versorgen und Tarnung hält sich bekanntlich nicht von allein aufrecht. Nein, man muss dafür schon etwas tun. Erste Handlung war es, um eine Information reicher, der Anführerin der Söldner ein Tee zuzubereiten. Na hoffentlich stimmt die Mischung.

OOC:
Alles eine Frage der Interpretation - da krankt es öfter.

Wichtige Information zur Nebenhandlung: Ziel ist es in allen meinen Geschichten (Plots) das Spieler die daran teilnehmen, über ihre aber auch über die korsettartigen Grenzen einer Rahmenhandlung hinaus sich entfalten können. Smile
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:02

Konogar schrieb am 5 Juli 2016

Viel Zeit ist vergangen, bis die Zwei aus Tirisfal zurückkehrten - viel Zeit zum nachdenken, wie sie es nur immer wieder geschafft haben, in unmissliche Lagen und Situationen zu landen. Nicht wenige davon sind nur durch Glück glimpflich ausgegangen. Klar war, das ein Entschluss gefasst werden musste.

Nach einer unruhigen Nacht und dem ständigen anstarren eines viel zu alten Rucksacks, war klar, wie weiter vorzugehen ist. Irgendetwas musste passieren, bevor die liebgewonnene Schwester Schaden nehmen würde. Weitere Stunden am nächsten Morgen wurden damit verbracht, die Gedanken zu konzentrieren und in Worte zu fassen - vergebens. Viele Briefe waren für die Katz, andere zu lang, wieder andere glitten vom Thema ab umso weiter man sich durch die Wörter wühlte. Irgendetwas musste es doch geben, das alles auf einen Punkt bringen würde.

Er grübelte und grübelte... bis der Atem kurz aussetze. Die Worte waren gefunden und präzise gewählt. So fand sich im Austausch eines Mitbewohners, ein Brief auf dem Tisch der Küche. Versiegelt durch das Gewicht von einem Dolch, der vor langer Zeit überreicht wurde. Das Pergament wurde zusammengefalltet und inmitten ziert es die Worte:

"Bitte vergib mir."

Vor den Toren Sturmwinds angekommen, galt es nun diesen Weg auch wirklich zu gehen. Alles durchzustehen. Der Elwynn wartet...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:03

Antanas schrieb am 18 Juli 2016

Ein Schmiedeleben

Halb 6, Antanas lief durch Eisenschmiede, seine Augen brennen, und sein Schädel brummt. Am Wochenende mal wieder übertrieben, lustig wie man sich in eine Gruppe bestehend aus völlig fremder Leute mischen kann, und diese dann zu einem Trinkspiel verleiten kann.
"Der Schädelbrecher" gab jedem den Rest, auch ihm.

Der zwergische Meister wird ihm bestimmt wieder eine Predigt halten...darüber das Zwerge sogar nach einem ganzen Fass Bier noch ohne Probleme arbeiten können.
Menschen können das nicht, aber er wird sich ranhalten. Unglaublich das er diese Ausbildung schon 1 Jahr lang macht, kurz dachte er daran was die Menschen aus seinem alten Leben gerade tun, wie es ihnen wohl geht, ob sie immernoch sauer auf ihn sind.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:03

Thomaria schrieb am 20 Juli 2016

Leise schloss thomaria die tür zu ihrer Wohnung auf und hinter sich wieder zu. Am zweiten Schlüssel der am schlüsselbrett hin und an dem leisen schnarchen das von unten her zu hören war wusste sie das antanas Zuhause war. Wie immer zog sie ihre Schuhe direkt neben der Tür aus und stellte sie ordnungsbewusst auf die Seite ehe sie den Weg hinunter einschlug und dabei über ein paar Stiefel stolperte das ihr viel zu groß war. Seufzend schob sie die beiden waldbrandaustreter zur Seite und machte sich weiter auf den weg hinunter. Dabei sammelte sie ein ziemlich verschitztes Hemd vom Treppengeländer ein und brummte in aller Hausfrauenmanier vor sich hin. Sie wollte grade schon lauthals losmeckern als ihr Blick auf den großen Tisch viel und den riesigen Blumenstrauß der dort stand. Nun verschluckte sie ihren ärger und warf das Hemd auf den wäscheberg zum Rest. Hinter dem Vorhang hörte sie ein leises schnarchen das sie mehr und mehr anlockte. Als sie den Blick dichten Stoff zur Seite schob musste sie grinsen. Antanas lag auf dem bett, die Füße heraushängend, die hand auf dem Bauch. Die Erschöpfung hatte mal wieder ihren Preis gefordert bei ihm. Grinsend deckte sie ihn zu und zog den Vorhang vor so das er in ruhe schlafen konnte....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:03

Vayatri schrieb am 22 Juli 2016

*Vayatri hatte die Augen geschlossen, die Hitze die sie spürte schnürte ihren Hals zu. Sie bekam kaum Luft und als sie die Augen öffnete war da nur ein milchiger Schleier um sie herum.... Der Wasserdampf im Bad hatte alles in einen Nebel gehüllt und das aufgeheizte Zimmer war stickig und heiß. Vay schaute in den Spiegel, ihre nassen Haare klebten Strähnen weiße im Gesicht und sie neigte den Kopf grübelnd. *

"Es ist nicht die Frage ob jemand für den Krieg geschaffen ist, sondern ob er dann Kämpfen wird oder flieht."

*Sie murmelte diese Worte immer wieder. Hatte sie sie erst letztens vom Zelot Feodor gehört, beim Unterricht bei Mutter Weißsträhne. Sie dreht sich leicht und betrachtete ihre Narben am Rücken. Sie waren fast ganz verheilt doch die rötliche Färbung der Haut zeigte noch deutlich das es nicht lange her war. Dort hatte der Schatten sie mit seinen Krallen durchbohrt gehabt und schwer verletzt.
Sie blickte sich um und schaute seufzend zur Decke. Hier war sie sicher, an Ram's Seite, hier im Haus in Eisenschmiede, bei den Tatzen. Doch auch hier begannen die Zettel durch die Gassen zu fliegen, an den Wänden zu hängen. Zettel die von Wahnsinn, Chaos und Tod kündeten.
Sie atmet durch und schaut sich genau im Spiegel an. Ihr Aussehen, ihre Gestalt, alles wofür sie Lebt, alles woran sie Glaubt, alles was sie liebt...Sie würde Kämpfen! Priester haben Verantwortung, sie müssen für das Wohl aller Entscheiden und ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Sie sind das spirituelle, sie sind die Verbindung vom Licht zum Volk. Sie zieht sich langsam an und geht vom Bad in die Küche. Sie richtet das Essen, wie immer. Geht runter und setzt sich zu Ramiak aufs Bett. Er brummt und dreht sich wieder um, sie eng in seine Arme ziehend. Als er wach wird, wärend sie seine Wange streichelt, beginnen sie zu reden…
Vayatri geht mit einer Tasche aus dem Haus, sie blickt noch einmal zurück und wischt sich eine Träne weg. Jedoch lächelt sie auch, es war nicht das Ende, keine Trennung für immer. Sie würden eine Weile getrennte Wege gehen… Dann läuft sie los, Richtung Tiefenbahn.*


OOC: Danke an Ramiak, für seine Geduld und das wundervolle Rp. Danke an Vergillian und die Tatzen, für die liebe Aufnahme und das schöne, lustige und spannende Rp. Auch wenn das Leben sie Angewohnheit hat alles zu ändern und durch einander zu wirbeln, bleibt die Hoffnung und der Glauben daran, das Freundschaften die geschlossen wurden bestehen bleiben. Danke das ich immer Willkommen war und sein werde.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:04

Antanas schrieb am 25 Juni 2016

Antanas war schon früh auf den Beinen, er betrachtete kurz seine liebste Freundin beim schlafen, dann stand er auf und machte sich daran Frühstück zu machen, die Überraschung am Sonntag, wenn Thomaria aufsteht soll schon alles bereit sein. Danach würden sie gemeinsam den Tag verbringen, einen Ausflug nach Dun Morogh, und dann abends zuhause gemütlich miteinander kuscheln und dabei einen Wein trinken. So lässt es sich leben. Später schliefen sie dann gemeinsam wie ein glückliches Pärchen ein.

Der verdammte Montag kann kommen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:04

Thomaria schrieb am 28 Juli 2016

Sie seufzte als sie den Boten bezahlte und ihm das kleine Paket in die Hand gab. Der Bursche war zuverlässig in seinem Dienst das wusste sie. Und vielleicht würde sie so ihre Angst wieder in den Griff bekommen.

Der Empfänger des Pakets würde nach dem öffnen der einfachen Schachtel seinen Umhang sehen. Darauf liegt ein kleiner Kamm. Beides wurde offensichtlich äußerst pfleglich behandelt und gehütet.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:05

Thomaria schrieb am 30 Juli 2016

Erneut griff sie die Bücher um sie vor dem herabfallen zu retten. Drei stück und mehrere Pergamentrollen hatte sie auf ihren Armen gestapelt und wünschte sich langsam doch mal Tragehilfe als sie aus dem Waisenhaus stolperte und zwischen den herum rennenden Kindern durch balancierte. Als sie endlich am Kanal ankam und es ruhiger wurde atmete sie durch. Sie war heute nicht für sowas geschaffen. Sie hatte wieder kaum geschlafen und nach dem überraschenden Treffen gestern und Verfolgung durch IHN war sie mehr als nur durch den Wind. Sie bog um die Ecke und blickte dabei auf die oberste Pergamentrolle. Es ging um einen kleinen Jungen der.... BUMM!

Bücher und Schriften flogen durch die Luft und landeten am Boden. Zwischen drin landete Thomaria auf ihrem Hintern und fluchte leise vor sich hin.
"Verzeiht ich--"
"Kannst du nicht aufpassen wo du hinläufst!" wurde sie wütend von einem Mann unterbrochen. Während sie nach der ersten Schriftrolle griff um sie aufzuheben hob sie den Blick und erkannte zwei junge Männer, beide in der Rüstung Sturmwinds.
"Es tut mir leid ich hab---"
"Mach die Augen auf Mädchen!" maulte der erste Mann weiter während ihm der zweite die Hand auf die Schulter legte.
"Komm lass sie." sagte er zu seinem Kumpel und schob ihn weiter.
"Wie kann man nur so blind sein?" fragte der erste zurück und Tho seufzte tief. Sie sammelte ihre Sachen zusammen und raffte sich auf, kurz ihre Robe sauber klopfend und dann den Stapel Arbeit aufhebend. Eilig und sehr darauf bedacht nicht noch jemanden anzurempeln ging sie ins Büro. Sonst ließ sie die Tür bei diesem schönen Wetter offen doch heute wollte sie sich nur noch verkriechen. Außerdem konnte sie IHM so aus dem Weg gehen falls er wieder kommen sollte...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:06

Konogar schrieb am 30 Juli 2016

Noch bevor es zurückging, ließ es sich Kono nicht nehmen zumindest in der Nähe einer bekannten Behausung vorbeizuschauen. Dabei führte ihn sein Weg über den Platz der Kathedrale, der von merkwürdigen Gestalten gezeichnet wurde die vom Untergang aller Tage kündeten. Was ist nur mit der Stadt passiert in kurzer Zeit? All das weckte überhaupt nicht Entspannung und Spaß am Leben.

Es ging vorbei an den Mauern vom Geschäft "Nur Streitkolben" in Richtung Zentrum, nur um dort auf zwei halbstarke und vorlaute Männer zu treffen, die sich gerade über irgendetwas zu amüsieren scheinen. Einer der beiden machte Bewegungen, als möchte er sich als "Frau" darstellen und versagte in dieser Leistung mehrfach. Für zusätzliches Gelächter sorgte dann ein Problem, dass das menschliche Knie und die schweren Steinbänke auf dem Platz sich überhaupt nicht mögen. Der Kerl stolperte in seiner Unachtsamkeit und fand sich plötzlich über der Bank liegend. Sein guter Freund eilte noch herbei um ihn wieder aufzuhelfen, doch um Schmunzler und Geflüster zu vermeiden, war es zu spät. Irgendwo schien die Welt doch soetwas wie ausgleichende Gerechtigkeit zu kennen, ohne das es andere mitbekamen.

Der angehende Archäologe hielt sich raus, war die Stimmung und Lautstärke der beiden Halbstarken Männer doch mehr als Abweisend genug. So fand er am Ende seinen Weg zur Gasse und wirklich hinein traute er sich nicht. Irgendein Bauchgefühl, hielt ihm davon ab. Waren es die Nachrichten? Die Briefe? War zuviel zwischen den spärlichen Zeilen versteckt oder nur Einbildung eines verwirrten Geistes?

Nein, er ließ es bei einem Versuch und ging zurück. Bei Unsicherheit, so wurde es ihm damals erklärt, lieber einen Rückzieher machen und innerlich "Nein." sagen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:07

Thomaria schrieb am 1. Aug. 2016

Was für ein Tag....

Die Alpträume ließen sie nicht mehr los und sie saß regelmäßig erschrocken und verheult im Bett. So sollte kein Tag beginnen, nie, niemals! Nur langsam kam Thomaria heute ihrem Geschäft nach und bis sie alles zusammengesammelt hatte um nach Sturmwind aufzubrechen verging das doppelte der üblichen Zeit. Kaum hatte sie die Tiefenbahn verlassen und machte sich auf den Weg zum Waisenhaus hörte sie wieder das Gebrüll das schon eine Weile durch die Stadt hallte.
"Wir sind nichts! Unsere Anführer können uns nicht schützen!" immer noch zuckte sie dabei zusammen. Sie versuchte eiligen Schrittes an der wild verkündenden Dame vorbei zu kommen doch ehe sie sich versah wurde sie mit festem Griff am Arm gepackt und herum gerissen.
"Hört mir zu! Sie werden kommen! Sie werden keine Gnade zeigen wenn ihr euch nicht bekennt!" bei den Verkündungen wurde kräftig an Tho gerissen und sie geschüttelt. Bis sie sich losreisen und eilig davon laufen konnte. Der Weg ins Waisenhaus war wie immer. Und von dort aus ging es zum Büro und mit Hjorr zurück zum Waisenhaus, ein Glück das er das schwere Zeug schleppte...

Und nun saß sie hier, die Beine über die Mauer hängen lassend zu vom Park zu den Klippen hin lag. Immer wieder eine frische Meeresbrise ins Gesicht bekommend atmete durch und las den Brief zum widerholten mal. Sie hatte keine Ahnung ob sie antworten sollte und wenn ja was...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:07

Konogar schrieb am 1. Aug. 2016

Da stand er nun, am Rande des Wasserfalls. Mit Farben bewaffnet und einer Staffelei vor sich aufgebaut, begann er sich eine erste grobe Skizze der Szene auf weißem Grund zu zeichnen. Geäst und Wasserverlauf, Gestrüpp und Bäume - alles fand seinen Platz, genau dort wo es auch sein sollte. Zum Glück für den Maler, war dieser Tag windstill und nichts unerwartetes schlich sich hinein wie an vielen Tagen zuvor in Sturmwind, am Hafen, im Rotkamm oder auf der massiven Brücke zum Dämmerwald.

Seine Linien wurden mit jeder Minute die ins Land zog, dunkler und breiter. Jeder in Farbe getauchte Pinsel ließ mit festem Druck fast schon viel zu dunkle Flecken im Bild zurück. Etwas beschäftigte den Maler gedanklich so sehr, das es an seiner Konzentration nagte und immer wieder dazu führte, das sein Pinsel nach unten wanderte. Neben der rechten Pfote sammelte sich der ein oder andere Tropfen Grün, Rot, erdfarbenes Braun, helles Grau und stellte für vorbeilaufende Insekten ein schier unüberwindbares Hindernis dar. So hieß es für die kleinen Tierchen, sich neue Wege zu suchen, wenn schon Erhebungen aus flüssiger Farbe sich hier auftun wollten und auch nicht weniger wurden.

Was war es nur, das den Zeichner immer zum Innehalten bewog und seinen Blick ins stürzende Nass verharren ließ? Vielleicht war es der Gedanke daran, das entgegen der Zeilen doch etwas für Böse empfunden wird und wie einst die Freifrau der schleichende Verlust wie ein altes Gnomenkonstrukt seine Fahrt aufnahm. Die Fragen waren zahlreich und spärlich die Möglichkeit, Antworten zu finden. So erschuf sich von Zauberhand eine Barriere zwischen der Heimat in einer Gasse, die hübscher nicht ausgestaltet werden konnte und dem Hier-und-Jetzt wo er sich befand. Er schüttelte sein Kopf. "Nein, nein... die Familie ist nie weg." folgte es plötzlich und für jeden gefiederten Freund auf den Bäumen hörbar.

Erst jetzt realisierte der Maler, das aus seinem Wasserfall ein Gemälde wurde, das eine Hütte zeigte und zwei Worgen die auf dem Dach der Hütte selbiges zu reparieren versuchten. Nach der Verwunderung, nach den Blicken links und rechts ob hier ein hundsgemeiner Kerl die Staffelei ausgetauscht hatte, war er sich sicher: Das sind die schönen Erinnerungen, die niemand nehmen kann.

Auch keine diebische Elster. Die konnte sich nur ein Pinsel klauen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:08

Thomaria schrieb am 2. Aug. 2016

Langsam rannen ihr die Tränen über die Wangen. Immer wieder wischte sie sie weg doch schon kamen neue die ihre Sicht vernebelten. Erschöpft gab sie es auf und warf den Stift auf den Tisch. Wehmütig wimmernd ging sie Richtung bett und machte sich klein ehe sie ihr Gesicht im Kissen vergrub und zitternd vor Erschöpfung einschlief...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:09

Konogar schrieb am 2. Aug. 2016

Am nächsten Morgen kehrte die diebische Elster zurück und machte sich gleich ans Werk, ihr Nest in Nähe eines Fensters vom Waisenhaus einen neuen Anstrich zu verpassen. So ein erbeuteter Pinsel macht was her und sorgt bei den Nachbarn vielleicht für Verwirrung.

Oder gar Erheiterung? Ein kleines Lächeln für das Ungewöhnliche.

Immerhin brachte die Elster den Kindern so manch funkelndes Objekt, das je nach Gewicht selten lange im Nest verblieb. Ihrem Elsterhort der Schätze aus Nah- und Fern. Was ihr noch fehlt, ist einer dieser Zinnsoldaten vom jungen Ludez. "Irgendwann, junger Mensch ... irgendwann..." vermochte man hinter den kleinen Knopfaugen lesen, wie das Federtier auf den Kathedralplatz schaute und zu den spielenden Kindern am Morgen.
"Es gibt eben immer was zutun"

Warum heißt der Träumer Träumer? - Weil er auf unmögliche Dinge hofft. Täte er das nicht, wäre er nur ein Realist.

Ich will mit den Engeln fliegen und mit den Haien schwimmen, nur dann bin ich wirklich frei...

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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:10

Thomaria schrieb am 4. Aug. 2016

"DIE WELT WIRD NEU ERSCHAFFEN!" Immer noch zuckte Tho bei jedem dieser Schreiereien zusammen.

"UNSERE ANFÜHRER KÖNNEN UNS NICHT BESCHÜTZEN! DEM UNVERMEIDLICHEN KANN NIEMAND ENTRINNEN! DAS ENDE IST NAHE! SCHON WIEDER!" seufzend hielt sich Thomaria die Ohren zu und versuchte durchzuatmen. Ihre Arbeit kam heute überhaupt nicht vorwärts. Das mag zwar mit daran liegen da sie kaum geschlafen hatte aber langsam war sie wohl schlicht am Ende. Sie sollte Vergi um ein paar Tage frei bitten. Dann könnte sie zu Hause bleiben und..... rumsitzen? Sich den Kopf zerbrechen? Sich mit den Zwergen betrinken?

"UNSERE ZEIT NEIGT SICH DEM ENDE ENTGEGEN! DIE LÄUTERUNG IST NAHE! DAS LICHT HAT UNS VERLASSEN! MÄCHTE JENSEITS UNSERER VORSTELLUNGSKRAFT HABEN ÜBER UNS GERICHTET! WIR SIND UNWÜRDIG!" Langsam kannte sie die Sprüche auswendig. Schlimm das man sowas tagtäglich hören musste. Unbewusst rieb sie sich den Arm und sah auf den nicht mal halb fertigen Brief.

"EIN SENGENDES SMARAGDGRÜNES FEUER WIRD ALL UNSERE VERDERBNIS AUSBRENNEN!" Und schon schlug ihr das Herz wieder bis zum Halse. Mittlerweile wagte sie sich nicht mal mehr ihre Arbeit mit in den Park zu nehmen. Und das Zeichnen hatte sie auch aufgeben müssen nachdem sie ihre Mappe verloren hatte. Mit einem leises Seufzen ließ sie ihren Kopf auf ihre Arme sinken die sie auf den Tisch legte. Wie sehr wünschte sie sich in Zeiten wie diesen nach Westfall zurück auf den Hof ihrer Eltern...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:10

Konogar schrieb am 6. Aug. 2016

Zur Mittagszeit kehrten einige Kinder vom Waisenhaus früher zurück, als sie sonst gerne die Zeit draußen verbringen würden. Neben ihren Spielzeugen, die sie fleißig in einer kleinen Schubkarre sammelten, trug Valdrina Eminentia auch eine Mappe mit sich herum. Die anderen Kinder, die nicht beim einsortieren der Spielzeuge halfen, waren wie Valdrina selbst von irgendetwas in der Mappe fasziniert.

In der Faszination und Ablenkung bemerkten die Kleinen nicht, das sich ihr Weg mit einem anderen Weg kreuzen würde. Zum Glück war Miss Syssos größer als die Kinder und konnte sich wohl auf ihrer Beine halten, während fünf junge Gesichter hinaufschauten. „Ohhh, Miss Syssos! Das war keine Absicht.“ hallte es von links. „Wir durften Bote spielen...“ folgte es von rechts. „...Briefe und Mappen zustellen, jawoll!“ kam es fest entschlossen aus der Mitte. Die fünf hielten die Mappe hoch und freuten sich insgeheim, das sie die Gelegenheiten hatten in die Welt der Erwachsenen einzutauchen. Nur kurz. Nur für einen winzigen Moment. Welches Kind sonst im Waisenhaus, konnte schon Postbote spielen? Die ließen sich nun an einer Hand abzählen, wenn sie fünf Finger besaß und keiner verloren ging.

„Wir hatten die Mappe entdeckt, als wir den neuen Park besucht haben...“ stimmte Valdrina ein und begann von einer Geschichte zu erzählen, in der ein Worgen den Kindern half, etwas aus dem Wasser zu fischen. Wo dieser nun hin entschwunden ist? Das wussten sie wohl nicht, nur das er Miss Syssos liebe Grüße bestellen ließ und sich freut, vertraute Gesichter wieder sehen zu dürfen. „Matrone Gisepp war immer bei uns, ja!“ ließ Ramos noch folgen, als die Geschichte ihr Ende fand. Nicht das noch der Gedanke enstand, die Gruppe hätte sich ohne Matrone abenteuerlich mit Fremden eingelassen. Das wurde ihnen verboten und daran hielt man sich an dem Tage besonders, wenn schon sprechende „große Wölfe“ das Stadtbild zierten. Nein, nein – keiner wollte Strafen riskieren, die sie davon abhielten, mit den anderen zu spielen. Bücher lesen, lernen, Schreiben üben oder einer Matrone zuhören kann spannend, aber auch sehr langweilig in jungen Jahren sein.
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