Ein Söldnerleben

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Vergilian
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:44

Ramiak schrieb am 13 Dez. 2017

Als sie an der Dorfgrenze zu Glutstein hielten und die Hütten überblicken konnten seufzte er. Heimat. Hier hatte alles begonnen. Sein Blick ging als erstes auf das Haus in dem er früher, als Kind gelebt hatte. Es zog ihn nicht dorthin. Überhaupt nicht. Im Gegenteil, eigentlich wollte er eher von hier weg. Die Schienen auf denen sie früher die Bergbauwaggons mit dem Erz und dem Gestein in Richtung Stadt geschafft hatten waren noch immer da. Auch der Brunnen war noch da, allerdings leer und zerfallen. Als der Befehl zum aufteilen und durchsuchen kam steuerte er eine der Hütten am Anfang des Dorfes an. Hier hatten damals nur wenige Familien gelebt. Die meisten Männer hatten in der Mine gearbeitet und so ihre Familien ernährt. Der Mineneingang war wohl schon lange verschüttet, zumindest sah es auf dem Weg hierher so aus. Kurz sah sich Ramiak in der Hütte um und spähte nach Feinden. Keiner da, na welch ein Glück. Eher desintressiert sah er sich um. Hob hier und da eine alte Decke an und sah in ein Fass oder eine Truhe. Bei jedem seiner Schritte knarrte es unter seinen Stiefeln lautstark. Hier war nichts intressantes, so sehr er sich auch umsah. Sein weg führte wieder aus der Hütte und hinüber zum kleinen Dorffriedhof. Hier lagen seine Großeltern, das wusste er noch. Still wartete er auf die Anderen und ging dann weiter mit ihnen. Still und Gedankenverloren an seine Vergangenheit.


Als sie die ersten Hütten von Winterfront erreichten entdeckten sie unweit des Leuchtturms ein Haus das dem Feuer zum Opfer gefallen war. Kurz und missmutig entschloss sich Ramiak in das Haus und sah sich darin um. Alles war schwarz und von der Einrichtung nur sehr wenig erkennbar. Das Feuer hatte alles verschlungen. Vorsichtig trat er die Treppenstufen hinauf und sah sich in den Zimmern um. Abgebrannte Betten und zerfallene Schränke. Und dann... die letzten verbrannten Überreste zweier Kinder die sich wohl vor dem Feuer verstecken wollten. Zu dumm das dass Feuer beim Verstecken spielen immer gewann. Seufzend trat er wieder den Weg nach unten an. Überrascht als es plötzlich unter ihm knackte. Der Fall überraschte ihn noch mehr und er landete auf dem Rücken. Brummend rieb er sich diesen und blickte hinauf, zu einem großen Loch in der Treppe über ihm. Das war der schnelle Abstieg. Knurrend riss er die Augen auf als die Treppe ihm nach unten folgte. Eilig rollte er sich zur Seite und aus der Gefahrenzone, zumindest dachte er das. Als die Treppe krachend auf den Boden knallte wirbelte sie ordentlich Staub auf der alles in eine Schwarze Wolke hüllte. Hustend sah er sich um und hörte wie das ganze Haus anfing zu knarren. RAUS HIER! Nur raus hier! Gedacht getan, bei einem schnellen Sprung in Richtung Tür wandelte er sich und stieß sich dank seiner starken Beine kräftig vom Boden ab. Kräftig genug um über Raymar drüber zu springen, der gerade in das Haus hinein wollte. Wohl um ihm zu helfen. Seine Krallen scharrten über den Boden als er sie selbigen drückte um zu bremsen. Das Haus fiel gerade in sich zusammen und stieß dabei ächzend eine schwarze Wolke aus Russ aus. Knurrend und hustend rappelte er sich auf und blickte zu den anderen, die in schallendes Gelächter ausbrachen. Erst jetzt sah er an sich hinab, sein sowieso schon schwarzes Fell war noch schwärzer und als er sich schüttelte schwebte eine schwarze Wolke um ihn, die vom regen direkt vernichtet wurde. Was für ein beschissener Tag.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:44

Vergilian schrieb am 14 Dez. 2017

Das knistern des Feuers und die angenehme Wärme die es abstrahlte hielt alle im kleinen Schutzkreis aus alten Regalen warm. Schindera war zur ersten Wache aufgebrochen und hatte sich mit der Puppe die Winni am Tag beim Altar gefunden hatte an die Tür gesetzt. Der Regen der hier fast unaufhaltsam fiel brachte ein gleichmäßiges Rauschen mit sich das jegliche Gedanken nur lauter werden ließ. Gedankenverloren drehte die Kaldorei die Puppe in den Händen herum und sah sie sich genau an. Ihre Ohren zuckten wann immer ein Geräusch aufkam das nicht zur sonst so stillen Umgebung passte. Als sie das Rüstungsklappern der Verlassenen hörte sah sie auf und verengte die Augen. Wieder kam ein kleiner Trupp dieser wandelnden Knochenhaufen gelangweilt heran spaziert und unterhielt sich. Geschickt drehte sich Schindera nach links herum und drückte sich mit dem Rücken an die Wand, in der Hocke verweilend. Wenn diese Worgenfrühstückbuffets hier rein wollten würde sie ihnen einen netten Empfang bereiten. Lautlos zog sie ihre Dolche und umgriff sie kampfbereit als eine schwere Hand auf ihrer Schulter landete. Sofort sah sie auf und blickte zu Ramiak empor. Er schüttelte den mächtigen Worgenkopf wobei seine Ohren aufgestellt zuckten. Seine Eisblauen leuchtenden Augen sahen kurz hinaus ehe er wieder zu ihr sah.
"Die werden vorbei gehen wenn wir still sind." brummte er leise und sah wieder zu Schi.
"Ich hoffe wir finden Kwenn bald das wir hier wieder weg können." antwortete die Kaldorei leise während sie ihre Dolche wieder wegsteckte.
"Das hoffen wir alle Schi. Keiner ist wohl gerne hier. Das merkst du an der drückenden Stimmung." brummte der große Worgen und lehnte sich mit der breiten Schulter an die Wand.
"Denkst du er wird uns angreifen?" fragte Schindera leise und mit einem deutlichen zittern in der Stimme.
"Ich hoffe nicht. Keiner von uns will ihm weh tun. Aber wenn er uns angreift werden wir uns wehren müssen." nachdenklich nickte Schindera bei den Worten von Ram, wobei ihre langen Ohren sacht wippten.
"Geh und ruh dich etwas aus. Ich halt weiter Wache." sprach er wieder, mit sanftem Ton in der Stimme, trotz des tiefen Brummens. Schi nickte und rappelte sich auf die Beine ehe sie den Weg in die Kathedrale einschlug...

Mit einem Stück Apfel im Mund am Feuer liegend, war Winni in tiefen Schlaf gefallen. Wie Ramiak sich bald zu ihr gelegt hatte war ihr völlig entgangen. Sie hatte sich wohl wieder an ihn gedrückt und an ihm festgehalten während sie unruhig schlief. Irgendwann in der Nacht wachte sie auf und sah sich erschrocken um. Onkel Ramiak lag neben ihr, er schnarchte leise während sich seine breite Brust hob und senkte. Raymar lag hinter Vergi und hatte einen Arm um diese gelegt, während er sich von hinten an sie drückte und sein Gesicht in ihren Haaren vergrub. Ob die Haare von Tante Vergi gut riechen? Oder ob es einen anderen Grund gab warum Onkel Ray das tat? Gähnend sah sie sich um ehe sie laut husten musste. Blöde Erkältung! Wieder sah sie sich um ob sie irgendwo etwas zu trinken fand, doch wirklich entdecken konnte sie nichts. Kurz überlegte sie ob sie jemanden wecken sollte, doch sie traute sich nicht. Auch, wenn immer einer Wache hielt und alle bei ihr waren, hatte sie zugegeben doch ganz schön Muffelsausen, vor allem in der Nacht. Ob noch was schlimmes passieren würde? Sie hoffte nicht. Ihr Blick ging an die Decke und eines der Löche das unweit vom Altar in der Decke war. Das fahle Mondlicht schien hell herein. Offensichtlich hatte es doch mal kurz aufgehört zu regnen. Wie ein Geistesblitz fiel ihr erneut das Bild ein, welches sie in dem einen Haus fand. Sie zog ihre Hose zu sich und kramte jenes heraus. Sie betrachtete es, seitlich liegend und hielt es Richtung Mondlicht. Geradeso erkannte sie etwas. "Könnte auch Onkel Ramiak sein.." - dachte sie sich. "sieht jedenfalls genauso aus, nur viel jünger irgendwie.." Noch eine Weile betrachtete sie das Bild und schlief dann wieder ein. Das Bild in der Hand haltend. Als sie das nächste mal aufwachte wurde sie sanft zur Seite geschoben und wieder zugedeckt. Träge hob sie den Kopf und sah wie Onkel Ram schnellen Schrittes zum Eingang der Kathedrale ging, dabei wuchs und sein dunkles Fell bekam. Ob wieder böse Dinge hier waren? Sie zog die Decke bis unter die Nasenspitze und sah gebannt zum Eingang. Auch Raymar regte sich und zuckte mit den Ohren ehe er den Kopf hob und sich dann aufrappelte. Er kniete auf allen Vieren über Tante Vergi und es sah aus als wollte er gleich losrennen. Doch stattdessen stupste er Vergi mit der Nase an um sie leicht zu wecken. Diese hob sofort den Kopf und folgte seinem deut zur Tür. Leise warteten beide bis Ray den Kopf schüttelte und sich wieder auf seinen Platz fallen ließ, dabei Vergi an sich ziehend. Auch diese entspannte sich wieder und döste wohl sofort wieder ein. Irgendwie beneidete Winni gerade alle anderen. Sie schienen überhaupt keine Angst zu haben und konnten offensichtlich schlafen als wären sie sicher zu Hause. Brav blieb Winni liegen bis Tante Schi wieder herein kam. Wachwechsel also. Onkel Ram blieb also nun an der Tür und passte auf. Kurz blickte die Elfe zu ihr herunter und Winni wagte es die Decke etwas weg zu schieben.
"Kannst du nicht schlafen?" fragte Tante Schi leise.
"Nein, ich hab Durst und muss mal ähh.... Pinkeln." kurz senkte Winni den Blick ehe sie wieder zu Schi aufblickte. Das diese ihr gerade einen Becher mit Wasser füllte und ihn ihr reichte sah sie nur halb, dank des Feuers. Gierig trank sie den Becher leer nachdem sie sich aufgesetzt hatte. Und dann hielt ihr die Kaldorei eine Hand hin. Brav nahm Winni die Hand und stand auf um mit ihr hinaus zu gehen. Onkel Ram stand an der Tür und sah hinaus, kurz mit den Ohren zuckend und Winni zuzwinkernd während sie vorbei gingen. Schi zeigte ihr einen Platz der gut versteckt war und an dem sich das Mädchen erleichtern konnte. Danach ging es wieder in die Kathedrale und zurück unter die Decke am Feuer. Bald schlief das Mädchen wieder ein.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:45

Vergilian schrieb am 14 Dez. 2017

Erschöpft ließ sich Ramiak an der Wand herunter rutschen und lehnte mit dem Rücken an selbiger während Winni auf seinem Schoss lag und von der Erschöpfung komplett übermannt wurde. Die Patroullie der Verlassenen hatte ihm einiges abverlangt. Und wäre Vergi ihm wohl nicht zur Hilfe gekommen hätte es schlecht ausgesehen. Aber sie hatten es Schlussendlich geschafft, auch wenn die letzte Verlassene sich irgendwann ergeben hatte. Wie sich herausstellte wollte keiner der Drei je im Untot dienen. Als eine Verbrennung der Leichenreste vorgeschlagen wurden jubelten die gefangenen Seelen deutlich, endlich durften sie ins Licht, endlich durften sie frieden finden. Raymar hatte die Reste auf einen Scheiterhaufen geschleppt und aufgebarrt. Leise sprach man voller Ehrfurcht und in großer Bitte ein Gebet. Und das Licht zeigte Gnade mit den Armen Seelen. Als die Flammen von den fleischlichen Resten besitz ergriff lächelten die Seelen glücklich, Erlösung, endlich! Langsam verblassten sie nach und nach während das Feuer immer mehr von ihren Resten besitz ergriff und diese irgendwann gänzlich verschlang. Schweigend sah die lebende Gruppe zu wie das Feuer sich alles nahm was es bekam. Als es fast herunter gebrannt war sah man sich um und erkannte erschrocken das Schindera fehlte. Zuletzt hatte man sie in dem chaotischen Kampf vor der Kathedrale gesehen. Also hieß es nun suchen, nicht nur nach Kwennar sondern nun auch nach Schindera....


Seufzend folgte sie Ray, der dank seiner Worgennase die Spur am ehesten fand. Der Weg führte überraschenderweise durch den alten Geheimtunnel der damals bei der Flucht aus Gilneas wohl von vielen genutzt worden war. Nachdem man drei Fallen überstanden hatte standen sie dann mitten auf dem alten Friedhof, auf dem gefühlt wohl halb Gilneas ruhte. Neugierig sah man sich um und hustete dennoch wegen des Qualmes der von der brennenden Leichengrube aus herüber wehte. Aber wer verbrannte hier auf einem so abgelegenen und verlassenen Stück Land Leichen? Die Antwort stand erschreckenderweise bald hinter der Gruppe, knurrend und mit den Resten eines Verlassenen im Maul erhob sich der Schneeweise Worgen zu seiner vollen Größe....


Seufzend stand Raymar im Regen neben dem Haus und sah sich um. Sie hatten ihn also gefunden, auch wenn er sie wohl nicht erkannte. Was mit Kwennar nicht stimmte konnte und wollte Ray nicht sagen. Er kannte den Kerl sogesehen nicht. Nachdenklich schliff er die Schneide seiner Axt mit einem Wetzstein den er Vergilian geklaut hatte. Schindera war benommen aber immerhin unverletzt. Und dieser Irre Spinner von Kwennar spielte weiter mit den Untoten Knochenpuzzlen. Schulterzuckend steckte er den Wetzstein irgendwann weg und trat ins Haus das nun ihr Lager war. Ram lehnte an der Wand und schlief, mit Winni in den Armen und auf dem Schoss. Schi lag vor der alten Feuerstelle in der ein Feuer brannte und schlief sich aus. Und Vergi? Sie saß mit dem Rücken an die Wand gelehnt, gegenüber der Tür und diese fest im Blick. Ihre Beine hatte sie aufgestellt und die Handgelenke ruhten auf den Knien. Ihr Schwert drehte sich unaufhaltsam mit der Spitze auf dem Boden, locker immer weiter angestoßen von ihrer linken Hand. Ihr Blick war aufmerksam und forschend. Ray kannte sie gut genug um zu wissen das sie auf der Hut war. Ein fragender Blick von ihm wurde mit einem Kopfschütteln von ihr beantwortet. Sie traute der Situation hier keinesweg. Er nickte knapp und ließ sich neben ihr auf den Hintern fallen. Den Kopf lehnte er an die Wand und schloss die Augen....


Erschöpft hatte Winni sich an Onkel Ram gekuschelt und war quasi sofort im Land der Träume. Oder besser, der Alpträume. Diese Verlassenen verfolgten sie selbst hierher. Immer wieder schreckte sie kurz hoch und sah sich um. Onkel Ram hielt sie fest in den Armen und Tante Vergi war irgendwie immer wach und sah zur Tür. Immer wenn sie dann jedoch zu Winni blickte lächelte sie sanft. Die Nacht würde ihr noch eine Weile in Erinnerung bleiben, so wie der ganze Rest wohl auch....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:45

Vergilian schrieb am 15 Dez. 2017

Das Feuer brannte wie die Nächte davor hell und warm im Schutzkreis. Die anderen schliefen alle vor Erschöpfung tief und fest. Ram hatte Winni den Arm umgelegt während er selbst mit dem Rücken am Regal lehnte. Vor einigen Stunden hatten sie die einstige Wache und das Verlies unter die Lupe genommen. Auch hier hatten die Verlassenen ihre Spuren hinterlassen. Die Überreste des Flickwerkkonstruktes baumelten noch immer an einem Haken nahe der Wand und die Giutine hatte man nach der letzten Benutzung auch nicht mehr sauber gemacht. Ein einsames Zelt der Untoten stand noch im Hof, eine Stange war bereits eingebrochen und es hing nur noch schräg da, versuchend der Witterung und dem Zahn der Zeit zu trotzen. Winni hatte versucht niciht hinzusehen während Ram sie auf die Arme nahm und den Weg auf die Wächterbrücke oberhalb des Hofes zu lenken. Es war gut wenn sie so wenig von all dem hier sah wie möglich. Kwennar und Schindera hatten Vergilian geholfen die alten Räume der Wache zu durchsuchen. Schindera war es schliesslich die fündig wurde und einen der gesuchten Berichte fand. Kwennar kam in einem seiner wenigen klaren Momente auf die Idee noch den einstigen Schutzkeller des Königs aufzusuchen. Auch das tat die Gruppe. Nachdem Ramiak sich stolpernd durch die ersten Kisten warf und kaum mehr als Holzsplitter übrig ließ durchsuchte die Gruppe gemeinsam den Keller. Kwennar hatte am meisten Glück und fand den Rest der gesuchten Berichte und sie schlugen den Weg zurück zur Kathedrale und zum Lager ein. Nach einem kleinen Abendessen und ein wenig Unterhaltung in Form von Gesprächen legten sich die meisten hin. Vergilian selbst übernahm die erste Wache und saß nun seit Stunden da und studierte die alten Seiten genaustens. Seite um Seite las sie aufmerksam durch, die Schrecken der Vergangenheit immer mehr verstehend. Kurz stutzte sie als sie eine Namensliste überflog und auf einen Namen stieß der ihr nur allzu bekannt war. Kurz grübelte sie, rechnete im Kopf die Jahre grob aus und las dann weiter....


Winni drückte sich eng an Ramiak während sie die Erschöpfung deutlich spürte. Man man man was für ein Abenteuer die letzten Tage doch waren. Kämpfe und diese verlassene Gegend und der ständige Regen und dann dieser Hof heute. Bei dem Gedanken an den Hof drückte sie sich enger an Onkel Ramiak. Sie wollte die Bilder vergessen. Im Kopf zwang sie sich dazu an ihr Zimmer zu denken und wie sie es nun einrichten wollte. Immerhin musste sowas ja genau geplant sein! Gähnend rieb sie sich die Augen und lauschte den Gesprächen der anderen. Sie sprachen über irgendein großes Haus. Welches verstand sie nicht. Aber sie hatte keine Angst das die anderen nicht wussten wo sie hin müssen. Immerhin hatten Onkel Ramiak und Onkel Kwennar hier gelebt. Auch wenn sie noch immer nicht so recht verstand wieso sich die Leute hier hinter einer so großen Mauer versteckt hatten. Wieder gähnte sie und schloss die Augen, spürend wie Tante Schi ihr eine Decke umlegte und ihr kurz durch die Haare strich. Der breite Arm von Onkel Ram lag schützend um sie während sie mit dem Kopf auf seinem Schoss lag. So konnte man doch eigentlich nur gut schlafen, oder?


Raymar hatte die wichtigsten Sachen gepackt und hier über das Lager gewacht während der Rest unterwegs gewesen war. Kurz hatte er überlegt jagen zu gehen, allerdings wusste er bei bestem Willen nicht wo und was. Viel gab es hier ja schliesslich nicht. Als der Rest wieder kam besprach man das weitere Vorgehen und die Pläne für die letzten Tage. Bald ging es zurück nach Hause, nach Sturmwind. Still hörte Ray zu wie Kwennar und Ram erzählten was sie damals miterlebt hatten. Auch das einige wenige Dinge ins Königshaus gerettet wurden. Neugierig fing Vergi an Fragen zu stellen und nickte dann. Sie wusste was sie wollte und da gab es kein rütteln dran, das wusste er. Irgendwann lehnte er sich zurück, seine Axt noch immer auf dem Schoss schloss er die Augen und kam endlich ein wenig zur Ruhe....


Still nahm sich Schi eine Decke und wickelte sich darin ein ehe sie sich hinlegte und die langen Beine anzog. Sie verstand die Welt nicht mehr. Was war nur los mit ihm? Manchmal wirkte er wie früher, losgelöst, verrückt...einfach wie er selbst. Doch dann schlug seine Laune um, er war wie ausgewechselt. Und das schlimmste von allem, er erkannte sie offensichtlich nicht mehr. Traurig schloss sie die Augen und versuchte die Stimmen zu überhören. Mit so weit hängenden Ohren viel das zum Glück nicht schwer. Aber würden sie noch tiefer sinken konnte sie die Spitzen bald unter dem Kinn verknoten. Ein letzter Seufzer entfuhr ihr ehe sie in einen Traumlosen Schlaf glitt...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:47

Vergilian schrieb am 16. Dez. 2017

Bibbernd machte sich Winni auf dem Schoss von Vergilian kleiner und vergrub sich mit in deren Decke. Sie war total kaputt und erschöpft. Sie wollte nur noch schlafen und sich ausruhen. In ein paar Stunden ging es wieder nach Hause in die Stadt sagte Tante Vergi. Sie freute sich auf ihr neues Zimmer und das große Bett und vor allem auf die große warme Badewanne! Onkel Kwennar hatte die erste Wache übernommen und war bereits auf seinem Posten vor der Kathedrale. Onkel Ramiak war zu ihm gegangen und unterhielt sich wohl noch etwas mit ihm. Müde schloss Winni die Augen, sie freute sich auf zu Hause....


Es war spät als Ray aus seinem kurzen Nickerchen erwachte und sich gähnend umsah. Vergi saß mit ein paar Seiten und Winni auf dem Schoss am Feuer, Schi lag unweit daneben, Ram ebenso. Kurz trat er zu ihr und nahm sich den Wasserschlauch um ein paar kräftige Züge Wasser zu nehmen. Als er den Schlauch wieder verschloss und hinlegte sah er Vergi kurz über die Schulter.
"Schon was neues?"
"Nicht wirklich." antwortete diese knapp und sah zu ihm.
"Ich geh mal Ablösen." sagte er und richtete sich auf um nach draußen zu gehen und Kwennar abzulösen.


Gähnend brummend streckte Ram sich und fuhr sich mit der Hand durch die nassen Haare. Was war er froh wenn sie hier wieder weg waren. Endlich wieder in Landstrichen zu sein wo es nicht die ganze Zeit regnete, darauf freute er sich. Winni hatte es sich bei Vergi bequem gemacht und schlief den Schlaf der gerechten. Schi hatte sich in eine Decke gewickelt und verkrochen und Ray lag auf den Resten einer Bank. Das erste was er tat wenn sie endlich wieder daheim wären war ausschlafen, das wusste er mit Sicherheit.


Seufzend hatte Schindera sich ihre Decke genommen und sich hingelegt. Versteh einer die Männer. Auf der einen Seite wollten sie nichts von einem Wissen und auf der anderen waren sie einem so nah das es unheimlich wurde. Wie sollte man mit so jemandem umgehen? Frustriert schloss sie die Augen und schob sich die weissen Haare aus dem Gesicht. Sie wollte nach Hause, bei diesem Dauerregen bekam man doch Depressionen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:48

Vergilian schrieb am 6. Jan. 2018

Der Morgen danach, machte das Gefühl welches unweigerlich einen überfiel am Eingang des Tales nicht leichter. Noch immer waren vereinzelt Wichtel im Nebel unterwegs und der sumpfige Morast schien eher noch tiefer geworden zu sein.
"Wir hätten sie direkt gestern durchsuchen sollen." brummte Ramiak, während seine Eisblauen Augen durch den Nebel zu starren schienen. Seine Hand tastete gerade eine weitere Hosentasche des einstigen Torwächters ab und er brummt wieder.
"Der Kerl war ein Spieler." sagte er und erntete von Vergilian fragende Blicke. Dann zeigte er ihr die zwei Würfel die neben ein paar Fuseln in seiner Hand lagen.
"Das sind aber keine normalen Würfel."
"Trollisch sind sie zumindest nicht."
"Hmm, die Würfelrunde verschieben wir auf später." damit steckte Vergi die Würfel ein und sah in Richtung der Höhle.
"Was man nicht im Kopf hat... los bringen wir es hinter uns." murmelte Vergilian leise und ging los. Die Wichtel umging man geschickt und schlich sich bis zur Höhle. Einzig die Spuren des Kampfes deuteten auf das was gestern hin in der Höhle geschehen war hin, es sei denn man war Druide und fühlte das dort noch immer etwas schlief ,nun in der Tiefe des Bodens, wartete es vielleicht auf wen oder um einen neuen Anlauf zu nehmen käme wer der es zu nutzen Verstand.
Die Leiche am Eingang der Höhle lag noch immer herum unberührt und auch die blutigen Fleischstücke an der Decke schaukelten sanft hin und her als winkten sie den Ankommenden. Friedlich war es nun dort drinnen, dennoch blieb das seltsame Gefühl. Eilig aber in voller Routine durchsuchte man die Höhle.
"Schau mal, der Priester war wohl wirklich ein Priester der umgedreht wurde." sagte Vergi leise und hielt eine Phiole mit klarer Flüssigkeit hoch, so das Ram sie sehen konnte.
"Denkst du das ist Weihwasser?"
"Keine Ahnung, wir nehmen es mit und finden es raus." Ram nickte und sah sich weiter um.
"Also immerhin wusste hier jemand wie weich Druidenfell ist." Ram brummte missmutig als er die Felle mit Druidensymbolen zusammen legte und in seinen Seesack stopfte.
"Wenn ich gestern nicht hier gewesen wäre würde ich jetzt einen verdammten Troll suchen." murmelte Vergi, wissend das Ram sie hören konnte.
"Was ist mit den Runen? Willst du sie abzeichnen?" Fragte Ram während er grinsend die beiden Mumifizierten Unterarme hob und still zu Vergi schielte. Diese nahm gerade eine eine Violette Linse unter die Lupe und sah sie sich genauer an. Leise trat er hinter sie und sah ihr problemlos über die Schulter. Vergi saß in der Hocke und sah sich den Stein genaustens an. Grinsend legte er die Mumifizierten Hände auf Vergis Schultern und schob sie soweit es ging unter die Schulterrüstung.
"Ich glaube du brauchst mal wieder eine Massage." sofort sah Vergi auf ihre linke Schulter und dann genervt nach oben.
"Echt jetzt? Werd erwachsen..." damit sah sie sich weiter und und trat bei seite. Ram lachte leise und steckte die beiden Arme ebenso in seinen Sack. Weiter sah er sich um und blieb vor einem stilisierten Auge stehen das an der hinteren Wand der Höhle war.
"Also mit Kunst haben es diese Kultisten nicht. So ein Ding wollte ich nicht im Schlafzimmer."
"Magische Symbole haben in der Regel immer eine Bedeutung." murmelte Vergi, in das Zeichnen der Runen vertieft die am Eingang waren. Wieder blickte Ram sich um und hängte seinen Sack am Ende an einem Kleiderhaken auf der hier an der Höhlenwand hing. Dann fielen ihm die Ketten und die Halsbänder auf die an den Felswänden und dem Boden angebracht waren.
"Wenn mir je einer mit einem Halsband kommt von diesen Kaspern brech ich ihnen eigenhändig jeden Knochen im Leib."
"Hör auf zu meckern und pack eine ein." brummte Vergi, sich daran machend das Auge abzuzeichnen das die Rückwand ziert. Knurrend wandelte sich Ram und wickelte eine Kette um sein Handgelenk ehe er mit einem kräftigen Ruck daran zog. Es klirrte und schepperte ehe ein paar kleine Steine zu Boden rieselten und er die Kette zusammen wickelte und ebenso einpackte.
"Ich glaub das wars... lass uns hier verschwinden." sagte Vergi und sah zu Ram. Dieser nickte nur und zuckte mit den Ohren als sie auf ihn zu kam.
"Wer ist bitte so groß?" fragte sie und deutete auf die Kleiderhaken die teilweise in nichtmenschlicher Höhe angebracht worden waren.
"Keine Ahnung. Trolle, Worgen, Tauren, Elfen, Oger?"
"Weil Oger ihre Klamotten aufhängen..." Vergi schüttelte den Kopf und steckte ihr Notizbuch wieder zurück unter die Brustrüstung.
"Nichts wie nach Hause.. ich brauch ein Bad in einer nicht geheiligten Wanne!" brummte Vergi und trat vor. Ram nahm seinen Seesack vom Haken und folgte, verschwinden war eine tolle Idee....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:48

Ramiak schrieb am 18 Jan. 2018

Er leerte sein Glas mit einem einzigen Schwung ehe er den Kerlen nachsah die gerade rein gekommen waren. Noch mehr wild spekulierende Spinner. Das schwummrige Licht hier unten war besser als jede andere Taverne. Abgesehen davon hatten die sowieso alle geschlossen als Argus vom Himmel gefegt wurde. Also konnte er sich nur hier zulaufen lassen. Und nachdem was sein Kopf gerade veranstaltete brauchte er das heute um ansatzweise ruhig schlafen zu können. Die Barfrau schenkte ihm schon nach, welch ein Segen. Er kippte den nächsten Kurzen hinunter und rieb sich die Augen mit den Handballen ehe er den Tabakbeutel zog und sich eine Zigarette drehte. Zum Glück konnte er das blind denn sonst wäre er ziemlich aufgeschmissen gewesen. Wieder kam die Bardame und schenkte ihm nach ehe sie weiter wollte. Doch dann blieb sie stehen und sah mit der Flasche in der Hand zu ihm ehe sie ihm diese einfach hinstellte.
"Du machst sie eh leer. Kotz mir hier nur nicht alles voll!" ermahnte sie ihn und ging weiter. Als wenn er kotzen würde. Wegen so ein bisschen Schnaps, tze! Wieder schlichen ein paar Damen hinter ihm vorbei und sahen sich die Kämpfe in der Grube an. Leise kichernd und wild wettend. Am anderen Ende des Raumes fingen zwei Männer Streit an, Handfesten streit. Als die erste Faust flog kamen auch schon die Türsteher und griffen ein. Braves bezahltes Personal. Er schob sein leeres Glas bei Seite und trank direkt aus der Flasche. Am Anfang hatte er gedacht das Zeug würde ihm den Magen wegbrennen, doch mittlerweile war alles auf dem Weg dorthin taub und er trank das Zeug wie Wasser. Keine tolle Eigenschaft, das wusste er, aber immerhin konnte er es. Während er an seiner Zigarette zog fiel sein Blick auf seine verbundene Hand. Wann hatte Katherina gesagt sollte er das Ding wechseln? Heute? Morgen? Leicht hob er die Hand und ballte sie testweise zur Faust ehe er sie wieder entspannte und sich seine Zigarette zwischen die Lippen klemmte ehe er mit der freien linken Hand testweise die verbundene zwischen den Fingern und dem Daumen rieb. Die Wunde war deutlich zu spüren. Kurz blitzte die Erinnerung daran auf wie ihm der Kerl das Messer durch die Hand donnerte und ihn am Tisch fest nagelte. Doch dann hatte er das Messer gezogen und dem Kerl bis zum Anschlag in die Stirn gedonnert. Ein Glück wusste hier nur Vergi davon. Aber was in Beutebucht passierte blieb in Beutebucht. Und was die Wachen hier nicht wussten machte sie auch nicht heiss. Außerdem hatte er sich ja sowieso nur gewehrt.

Erst Stunden später machte er sich auf den Weg nach Hause. Das Vergi noch immer vor dem Kamin saß und in einem Buch laß überraschte ihn nicht. Nicht seit dem letzten Job und ihren darauß hervorkommenden Alpträumen. Das sie dadurch langsam aber sicher Gefühlskalt wurde beunruhigte ihn zwar aber ändern konnte er es sowieso nicht. Er konnte nur warten und sie fangen sollte sie abstürzen. Also ging er leise nach oben und in sein Zimmer. Nallja hatte wieder geputzt. Er roch es sofort, abgesehen davon war es zu sauber hier. Das Bett war gemacht und frisch bezogen. Naja immerhin musste er jetzt nicht in den Blutflecken letzter Nacht schlafen. Er trat in das kleine Badezimmer und warf sich eine Hand voll Wasser aus der Waschschüssel ins Gesicht ehe er mit nassen Haaren die Tür hinter sich schloss und zu seinem Bett trat. Die Stiefel die er selten wirklich band flogen in die Ecke, das Hemd hinterher sodass die Tatzenkette nun auf seiner nackten Brust lag. Gürtel auf, Hose aus, ins Bett fallen. Noch die Decke etwas über sich ziehen und dann die Augen schliessen und hoffen das man ihn am nächsten Morgen nicht all zu früh weckte. Oder noch besser... garnicht weckte!
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:48

Ramiak schrieb am 21 Jan. 2018

Wieder hatte sie mitten in der Nacht geschrieen das alle im Haus wach wurden. Sofort war er aus dem Bett gesprungen und zu vergi ins Zimmer. Wie immer saß sie im Bett, der Atem schnell gehend als wäre sie gerade einen Marathon gelaufen und der kalte Schweiß klebte an ihr wie ihre Kleider. Schnell schloss er die Tür hinter sich bevor er sich zu ihr setzte. Das sie gerade Block und Stift griff und etwas kritzelte kannte er. Er hingegen griff sich das nächste Tuch das er fand und legte es ihr auf die Wange. Sie hatte sich die Kratzer vom Training wieder aufgekratzt und dünne Linien Blut liegen über ihre Wange hinab. Irgendwann warf sie den Block zurück auf den Nachttisch und ließ sich nach hinten fallen.
"Was für eine scheisse." Murmelte sie dabei.
"Geht's wieder?" Fragte er besorgt. Sie nickte nur und warf das Tuch von ihrer Wange hinter dem Block her.
"Wieder der gleiche Traum?"
"Nein... ein anderer." Erklärte sie mit brüchiger Stimme.
"Ich hab wieder alle geweckt oder?" Fragte sie leise nachdem Minuten des Schweigens vergangen waren. Er nickte nur. Er hatte die anderen hausgewohner gesehen als er durch den Flur gerannt war. Alle hatten erneut die Köpfe mit besorgten blicken aus ihren Zimmern gestreckt und sich umgesehen.
"Ich sollte wo anders hin solang das nicht vorbei ist." Murmelte vergi leise seufzend.
"Unsinn. Wir sind eine Familie. Wir stehen das gemeinsam durch." Er brummte und reichte ihr ein Glas Wasser das er von ihrem Nachttisch genommen hatte. Sie setzte sich auf, wobei sie das Gesicht verzog und nahm es ihm mit einem denkenden nicken ab Ehe sie es auf einmal leerte. Danach stellte die es selbst weg und fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht.
"Wir sollten mit den anderen darüber reden. Sie sollten es erfahren."
"Und dann? Pumpen sie mich mit ihren komischen druidentee voll bis ich kotze? Du hast sie doch schon gehört."
"Vielleicht weil sie den Ernst der Lage nicht verstanden haben. Du erklärst es ihnen ja nicht."
"Sie haben andere Dinge im Kopf." Seufzte vergi.
"Wir reden mit ihnen. Wenn sie kein intresse daran haben machen wir es allein. Wie immer."
"Von mir aus. Damit du endlich Ruhe gibst." Sie nickte und sah zu ihm.

Leise trat er in sein Zimmer und blickte zum Bett. Winni hatte sich darin klein gemacht und in seine Decke gewickelt während die unruhig schlief. Vorsichtig legte er sich zu ihr und legte den Arm um sie. Sofort drückte sie sich an ihn und seufzte.
"Hat Tante vergi wieder schlecht geschlafen?" Fragte sie und rieb sich die Augen verschlafen.
"Ja aber es geht ihr gut. Schlaf weiter kurze es ist alles gut." Winni nickte und schloss die Augen während er ihr sacht den Rücken streichelte. Es dauerte nicht lange und die kleine Lady schlief wieder tief und fest.

OOC:
übers Handy getippt und eingestellt. Bitte Tippfehler zu entschuldigen
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:49

Vergilian schrieb am 25. Jan. 2018

Genervt lief sie durch die Stadt und versuchte den Kopf wieder klar zu bekommen. Was leichter gesagt als getan war. Caran trottete brav neben ihr her während sie nun schon die 5 Runde durch die Stadt drehte. Die wachen standen, wer hätte es gedacht, immer noch vor ihrem Haus. Und langsam dämmerte ihr das dass auch nicht so schnell vorbei gehen würde. Gut diese laufenden blecheimer waren still und bewegten sich nicht. Trotzdem machten sie sie alle nur unnötig nervös. Das seit gestern sowieso immer einer wach war sollte logisch sein. Ram hatte sich am Mittag ein paar Stunden hingelegt und stand nun wieder am Fenster. Winni wagte sich nicht mal mehr aus dem Haus und damit war sie nicht allein. Als Ram sie in die Gasse einbiegen sah nickte er ihr zu und löste sich vom Fenster im oberen stock. Sie schlüpfte an den wachen vorbei ins Haus und ging geradewegs nach oben. Am oberen Ende der Treppe wartete Ram bereits. Seine arme waren vor der Brust verschränkt und er brummte. Er zog seine lederne Rüstung schon garnicht mehr aus.
"Und?" Fragte vergi während sie caran in ihr Zimmer ließ.
"Die meisten schlafen. Miri hab ich mit her gebracht. Frost kommt später. Kellan ist oben und hält wieder Wache." Vergi nickte und versuchte diese infos schnell zu verarbeiten.
"Irgendwas auffälliges ?" Fragte vergi während sie ihre Waffen und die schulterstücke nebst Handschuhe auszog und aufs Bett warf.
"Ein unbekannter Kerl. Mitte 20 stand kurz bei uns. Als wir ihn auf seinen Namen ansprachen ging er. Kam kurze Zeit später wieder war aber immer noch nicht gesprächig."
"Gefährlich?"
"Nein denke nicht. Nur unhöflich."
"Dann ist er nicht wichtig."
"Das denke ich auch. Bei dir?"
"Ein paar neugierige Bürger. Ließen sich aber mit der tollwütigen hundegeschichte beruhigen und abwimmeln."
"Also keine massenpanik?"
"Nein. Wann legst du dich hin?"
"Morgen früh wenn Winni mit Tho los geht zur Schule. Du?"
"Ich überlege es jetzt hinter mich zu bringen. Andererseits hab ich Angst das diese übereifrigen wachen uns die Tür eintreten wenn sie mich schreien hören."
"Ich erklär es ihnen. Dann kannst du dich hinlegen."
"Danke Ram." Vergi nickte als Ram das Zimmer verließ und sie die Tür schloss. Sie war total fertig aber das zuzugeben kam nicht in Frage. Zwei Nächte noch dann könnte sie wieder ruhig schlafen. Noch nie hatte sie sich so auf irgendwelche Tabletten gefreut...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:51

Winni schrieb am 27. Jan. 2018

( OOC. Platzhalter. Bilder folgen später)
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:52

Vergilian schrieb am 17 Feb. 2018

EIN MORGEN MIT TORTE!

Brummend saß sie ihm Wohnzimmer und wartete. Wie konnte man nur so lange schlafen? Gut ein paar waren schon aus dem Haus aber das der Rest der Mannschaft noch in seinen Betten lag und teilweise schnarchte das man es bis hier runter hörte störte sie gewaltig. Vor ihr auf dem Tisch stand die Torte die Tairah für sie und die Mannschaft gebacken hatte. Eigentlich hatte sie vor die Torte mit den anderen heute zu frühstücken aber da sich niemand rührte fiel das wohl aus. Oder doch nicht? Wenn die anderen nicht zur Torte kamen kam die Torte eben zu ihnen. Vergilian nickte sich selbst nochmal zur Bestätigung zu und nahm dann das Messer um die Torte in Stücke zu schneiden ehe sie Nallja herbei pfiff und dieser die Torte in die Hand drückte und ihr auftrug ihr zu folgen. Brav wie Nallja war folgte sie Vergilian die Treppe hinauf zu den Zimmern. Winni war bereits wach und außer Haus, sie war mit Tho zum Waisenhaus gegangen und damit in der Schule. Brave Mädchen bekam ihre Torte später nach der Schule wenn sie wieder daheim waren. Aki war ebenfalls schon außer Haus und Schi war mit ihrer Mutter unterwegs. dafür hörte man Kwennar unendlich laut durchs Haus schnarchen. Vergi öffnete die Tür zu dem Zimmer das er sich mit Schi teilte und hob eine Braue. Der Kerl musste mal wieder im knien geschlafen haben denn es sah aus als wäre er einfach vorn über gekippt. Nun streckte er seinen Hintern in die Höhe und schnarchte laut. Nallja verzog das Gesicht als Vergi das erste Stück Torte mit der Hand griff und brummte.
"KWENN! ANGRIFF!" brüllte Vergi und sah wie Kwenn sofort hochschreckte. Seine langen Haare standen wirr in alle Richtungen während er sich verschlafen umsah und zu ihr blickte. Und dann klatschte es auch schon. Kwenn hatte die Torte voll ins Gesicht bekommen und kippte einfach wieder zurück ins Bett wo er anfing mit einem genießenden Brummen die Torte von seinem Gesicht zu lecken. Vergi schmunzelte und ging weiter zur nächsten Tür. Sie riss die Tür auf und sah Durzo auf dem Bett sitzen und mit Maija reden als er erschrocken aufsah. Schon hob Vergi die Hand mit der Torte und holte aus.
"Vergi! Nein! Warte ich bi--" KLATSCH! auf er hatte die Torte ins Gesicht bekommen und knurrte während Nallja hinter Vergi ebenso versucht hatte sie aufzuhalten. Die einzige die sich freute war Maija, denn die begann Durzos Gesicht von der Torte zu befreien.

Nächste Tür nächster Kandidat. Vergi riss die Tür auf und Kalgethan sah verschlafen auf als es schon klatschte und er die Torte im Gesicht kleben hatte. Er wischte sich einmal mit der großen Hand darüber und ließ sich wieder ins Bett fallen um offensichtlich weiter zu schlafen. Knurrend verengte Vergi die Augen zu Schlitzen ehe sie sich das nächste Stück Torte griff und zu ihm trat. Ein kurzer Griff und die Decke war gehoben ehe die Torte auf seinem nackten Hintern landete und sie wieder ging, wobei sie die Tür laut krachend zuwarf.

Das Wenedei gerade verschlafen aus seinem Zimmer kam traf sich passend denn schon flog auch nach ihm ein Stück der guten Torte. Doch der Zwerg war schnell und duckte sich ehe er zu Vergi sah. Die Torte die hinter ihm am Türrahmen klebte bröselte langsam abwärts und klatschte auf den Boden.
"TORTENBOMBENANGRIFF!" brüllte er dabei und sah sich um. Das er dabei zu Nallja trat und sich ein Stück Torte so griff und anfing direkt aus der Hand zu essen störte keinen. Vergi nickte zufrieden. Das hatte die Leute wohl geweckt. Das Nallja sich insgeheim schon darauf freute endlich wieder was zum putzen zu haben sah man in ihren funkelnden Augen als sie die Torte wieder runter brachte. Und so begann ein neuer ganz normaler Tag bei den Tatzen...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:53

Katherina schrieb am 22. Feb. 2018

Die Morgensonne strahlte schon durch das Fenster als Katherina ihre Augen öffnete und sich kurz umsah. Schnell wusste sie wieder, wo sie sich befand und ein Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus.
Die junge Frau befreite sich geschickt aus der Umarmung des neben ihr Schlafenden und aus der Decke, die sie dann erst mal über ihn legte. Kurz betrachtete sie den Schlafenden und verschwand dann erst mal einige Zeit.
Wenig später konnte man leises Werkeln aus der Küche des Hauses hören. Der Adeptin kam zu gute, dass sie das oft genug in der Ordensburg machte, so hatte sie innerhalb kurzer Zeit ein stattliches Frühstück zusammengestellt.
Das ganze schaffte sie dann leise hoch in das Zimmer von Ram, der wohl langsam wach wurde, oder hatte sie zu viel Krach gemacht?
Gemeinsam machten sie sich über das Frühstück her, selbst Katherina war verwundert, welchen Hunger sie an diesem Morgen hatte. Danach verschwand sie im Bad und machte sich fertig, nur um dann doch einmal für einige Zeit aus dem Haus zu verschwinden.

Vor dem Mittag kehrte sie mit eine kleinen Tasche zurück. Doch fiel gleich auf, dass sie eben nicht die üblich rote Robe des Ordens trug, sondern ein neues Kleid. Der Wappenroch verdeckte das Oberteil dessen, der Rock hatte jedoch eine rötlich blaugraue Färbung, mit einigen Fellapplikationen.

"Umdrehen und Augen zu, mein Lieber" meinte die Priesterin und schmunzelte als der grosse Kerl brummte.

Sie zog sich den Wappenrock über den Kopf und so offenbarte sich das darunterliegende Oberteil des Kleides

„Darfst wieder schauen!“ kam von Katherina und sie musste sich das Kichern verkneifen, als Ram sie anblickte. War das Oberteil doch nicht ganz so Hautabdeckend. Doch lies es mehr erahnen als es wirklich zeigte. Die Seiten waren frei und der Ausschnitt war tiefer, als die hochgeschlossene Robe.

„Aber nicht zu sehr dran gewöhnen, das ist nur mal für heute, denk ich“, lächelte sie und meinte dann „Wie findest du es?“
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:53

Katherina schrieb am 1. März 2018

Die ganze Nacht verbrachte sie junge Adeptin die Zeit am Lager ihrer Schwester Arianne. Ab und an dachte sie, würde der Eimer gebraucht, doch meist verlief alles ruhig.
Am morgen gab sie Arianne einen Trank gegen die Kopfschmerzen und lies dann Fran sich um Arianne kümmern. Katherina ging sich waschen und zog sich eine neue Robe an, dann begab sie sich zur Morgenmesse in die oberen Bereiche der Kathedrale, um anschliessend ihren Weg zum Quartier der Tatzen zu suchen.

Diese hatten ihr Frühstück gerade begonnen und so nahm sie daran teil. Wenn man ihre Portion mit denen von Ray und Ram verglich, fragte man sich, ob sie überhaupt etwas ass.
Dann sah sie Ram bei seinen morgentlichen Übungen zu. Am Mitag hatte sich Kath einfach mal vorgenommen für alle zu kochen. Das war zwar eine Mammutaufgabe, aber sie schien sie doch zu meistern.

Dann bereitet sie sich langsam auf den Abend vor, den beide - Ram und sie - wohl erstmal getrennt verbringen würden. Schliesslich hatte Aveline wieder eine Lehrstunde vorbereitet und dieser wollte die Adeptin beiwohnen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:53

Tairah schrieb am 6 März 2018

Die Sonne war seit zwei Stunden schon aufgegangen als Tairah noch immer in dem Kleid von dem Abend davor im Bett lag. Seelig war diese Stille und die Vögel sangen ihr Lied, als man aus dem Kinderzimmer es rumpeln hörte. Calem war aufgestanden und stand in seinem kleinen Schlafanzug mit Teddy drauf in seinem Zimmer. Die schwarzen kurzen Haare standen in alle Richtungen ab und sein Plüschritter war im Arm noch gefangen, aber sein Geist war schon putz munter. So schaute der kleine Mann sich um und wunderte sich. Keine Mutter die ihn schon drangsalierte sich anzuziehen und kein blödes Zähneputzen oder baden am Morgen. Was war hier nur los? So lief er los und stolzierte wenig später in das Schlafzimmer von Tairah. Da lag sie auf dem Bauch und schlief seelenruhig.

Calem grinste in sich hinein und ging erstmal wieder los, um na oh Wunder Stifte zu holen. In seinem Kinderzimmer schon die eine Wand hübsch frisch verziert ging er mit den Stiften zurück ins Schlafzimmer von Tairah und kletterte mit ganzen drei Versuchen auf das Bett, dass er dabei das Bettlaken anmalte passierte halt. So leise wie es ging fing er an die Fingernägel von seiner Mama anzumalen, sie sollte doch hübsch sein oder? Nur Dumm das die gute Tairah langsam wach wurde, so schmiss er die Stifte schnell unter das Bett und hüpfte freudig auf Tairah herum bis sie wach war. Grummelig die gute Frau schaute sie ihren Sohn an, bis sie auf einmal hoch hechtete. „Wir haben verschlafen. Los anziehen und Zähne putzen.“ Sie hob ihn vom Bett und schon ging die wilde Fahrt los. Eine halbe Stunde später standen beide dann vor dem Haus der Tatzen, mehr oder weniger wach.

Der Tisch war gedeckt und die meisten Bewohner schon auf den Beinen als Tairah und Calem bei den Tatzen ankamen. Ray saß bereits am Tisch und hatte Mira auf dem Schoss um sie zu füttern. Die kleine Prinzessin war eifrig dabei ihm alles aus den Fingern zu mümmeln, während Vergi gerade mit frischem Tee wieder ankam. Nach einem kurzen Gespräch beschloss man die noch schlafenden zu wecken, abgesehen von Kath und Ram. Als erstes waren Kwenn und Shi dran. Das beide gerade am Aufstehen waren hielt Calem nicht davon ab, auf dem Bett Trampolin zu springen. Danach ging es zu Kals Zimmer. Der stumme Herr hatte sich wohl gerade gewaschen denn er kam mit nassen Haaren aus seinem Zimmer und lächelte.

Dann fehlte noch Kellan. Das der noch leise schnarchend in seinem Bett lag freute Calem fast. Mit einem schnellen Sprung war er ebenso auf dem großen Bett und hüpfte was das Teil hergab. Kellan selbst wachte brummend davon auf und zog sich das Kissen über den Kopf, während er darunter hervor brummte. Calem tatschte mit den Händen auf Kellans Schultern herum bis der sich endlich aufrappelte und hinsetzte. Nach einem langen Strecken und einem ausgiebigen Gähnen griff Kellan unters Bett. Als er seine Hand wieder hervor zog reichte er Calem ein Holzschwert in dessen Griff sein Name eingraviert war. Calem blinzelte überrascht und rannte dann damit durch das Haus um es allen zu zeigen ehe es endlich Frühstück für alle gab.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:54

Schindera schrieb am 2. Juli 2018

Der sachte Wind der über die Dächer strich war warm. Gemischt mit einer leichten Brise Salz, die vom Meer herauf wehte. Hier und da hörte man das schlagen von Greifenflügeln, wenn die fliegenden Wachen über die Stadt flogen. Die Monde standen hell am Himmel und erhellten die Stadt recht gut. Doch das war eigentlich garnicht nötig. Die Laternen an den Straßen spendeten ebenfalls Licht und hier und da bewegte sich eine weitere Laterne, wenn eine Wache sich im nächtlichen Rundgang durch die Stadt bewegte, begleitet von leisem Rüstungsklappern. Schinderas Ohren zuckten dabei leicht, alles Geräusche die sie seit einer ganzen Weile gewohnt war. Doch heute war etwas anders. Abgesehen vom normalen nächtlichen Treiben von betrunkenen und Wachen bewegte sich eine wirklich jung wirkende Kaldorei recht nervös und offensichtlich ziemlich Hilflos durch die Stadt. Sie war Schindera schon vor einer Weile aufgefallen. Als sie die Brücke zum Handelsviertel zum dritten mal überquert hatte. Wenn sie einer Sturmwinder Wache begegnete so versuchten beide mit Respekt einander zu helfen. Leider aber auch mit Händen und Füßen. Wie es scheint gab es wohl Verständigungsprobleme. Lange hatte Schindera sich das angesehen, wenig entschlossen der Kaldorei zu helfen. Doch irgendwann packte sie das Mitleid und sie kletterte vom Dach um sich der hilflosen Elfe in den Weg zu stellen. Als die Fremde sie entdeckte zögerte sie sichtlich und musterte Schindera genau.
"Kann ich euch behilflich sein?" fragte Schindera auf darnassisch, eine Begrüßung sparte sie sich absichtlich als sie die Arme vor der Brust verschränkte und ihr Gegenüber musterte. Lange hatte sie ihre Muttersprache nicht mehr gesprochen, bereut hatte sie es nicht so wirklich wie ihr nun auffiel.
"Elune Adore Schwester. Ja, ich hoffe das ihr das könnt. Ich suche eine Söldnergruppe. Sie soll hier in der Stadt beheimatet sein. Es sind die roten Tatzen" die Fremde musterte Schindera wieder, sah sich aber auch deutlich nervös um, versucht genau das zu überspielen. Seufzend löste Schindera die Arme und zeigte das schwarze Hemd mit der roten Tatze darauf.
"Ich bin von den Tatzen. Was also wollt ihr von uns?"
"Seit ihr Schindera Schattenlied?"
"Die bin ich. Also, was wollt ihr?"
"Ich bin Botin aus Darnassus. Ich soll euch das hier überbringen." Nun griff die Botin in ihre Gürteltasche und zog einen ordentlich gefalteten Brief hervor um mit wenigen Schritten näher zu treten und ihn Schindera zu reichen. Misstrauisch nahm sie den Brief an und öffnete ihn, überflog die Zeilen und seufzte dann.
"Ich muss das abklären. Sichere Wege." Schindera wand sich schon ab, da jedoch stoppte sie die Botin mit einem leisen Ruf.
"Hättet ihr die Güte mir zu erklären wie ich zur Botschaft komme? Ich kenne mich hier leider überhaupt nicht aus." Ertappt lächelte die Botin und senkte den stolzen Blick. Schindera hob die Hand und auf den kurzen Wink folgte die Botin ihr. Bald schon hatte Schi die junge Kaldorei bei der Botschaft abgesetzt und ging auf direktem Weg und mit eiligem Schritt nach Hause. Leise trat sie durch das Wohnzimmer und die Treppe hinauf als ihr Blick in die Küche fiel. Ramiak und Kellan standen dort, unterhielten sich leise aber angeregt.
"Hey Schi." Grüßten beide wie aus einem Mund.
"Hallo ihr beiden. Vergi ist nicht da oder?"
"Nein, die ist unterwegs. Wieso, was gibts?" Es war Ramiak der fragte und sein Wasserglas hinter sich auf die Küchenzeile stellte, ehe er wieder die Arme vor der nackten Brust verschränkte. Schindera hingegen zog seufzend den Brief aus der Hosentasche und hielt ihm diesen hin. Schnell hatte Ram den Brief genommen und gelesen, dann brummte er und seufzte langgezogen.
"Willst du da hin?" fragte er, wobei er den Brief wieder zusammen faltete und ihn ihr zurück reichte.
"Ja, ich will es mir ansehen. Darf ich?"
"Natürlich, nur sei vorsichtig. Ich werd Vergi bescheid sagen. Sollte also was sein bekomm ich auf den Deckel." grinste er und nickte ihr dabei zu.
"Danke Ram." damit wand sie sich auch schon um und ging nach oben in ihr Zimmer, wo sie ihre Sachen packte. Danach ging sie auf direktem Weg zum Hafen und stieg auf das dort wartende Schiff nach Darnassus....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:54

Schindera schrieb am 6 Juli 2018

Seufzend schloss Schindera die Augen. Sturmwind verschwand langsam aber sicher immer weiter in der Ferne und im Nebel der über dem Meer lag. Darnassus.... was zum Nether sollte sie da? Am liebsten hätte sie sich ein Boot zu Wasser gelassen und wäre zurück gepaddelt. Lust hatte sie überhaupt keine. Aber Job war Job und der Brief klang wirklich wichtig. Nun wo sie endlich aus ihren Gedanken erwacht war drangen leise Stimmen an ihre Ohren. Einige der Besatzung unterhielten sich und äußerten ihren Unmut über ihre Situation. Sie wären lieber in Silithus, bereit sich dort mit der Horde zu bekämpfen wären sie alle male. Aber der Auftrag der wohl von sehr sehr weit oben kam hieß, schafft besagte Söldner und Späher heran, egal wo sie herkommen. Und das Schindera offensichtlich nicht die einzige hier an Bord war diskutierte man im nächsten Moment mit. Neugierig lauschte sie weiter und trat näher an die beiden heran. Eine Junge Kaldorei, man nannte sie wohl den Schatten. Lange noch stand Schi da, lauschte intressiert und schüttelte hier und da den Kopf. Doch dann lachte jemand leise hinter ihr und sie sah in dessen Richtung.
"So Unloyal wie sie sagen bin ich nicht." lachte die Fremde leise und schaukelte weiter in der Hängematte hin und her.
"Du bist der Schatten? Du bist Coravas Schattensong?" Schindera war überrascht, das hatte sie nun nicht erwartet. Neugierig trat sie näher, musternd und forschend. Das die beiden nun in ein langes Gespräch kamen und sich lange unterhielten hätte wohl keine der beiden gedacht....


Darnassus. Wie eh und je in voller Blüte. Die Schildwachen standen ihren Dienst und die Urtume trampelten durch die Gassen der Stadt. Schindera und Coravas gingen den Weg gemeinsam vom Schiff bis zum angegebenen Treffpunkt. Überrascht stellten sie fest das hier mehr als üblich los war. Offensichtlich eine große Mobilmachung. Coravas trat einen anderen Weg an während Schi sich neugierig umsah. Bald schon begann die Besprechung und überraschenderweise trug man Schi eine ganze Gruppe zu die sie leiten sollte. Nervös dachte sie an andere Aufträge. Sie hatte noch nie das Kommando gehabt. Nun gleich mit fremden Leuten? Ob das gut gehen konnte?



Der Wechsel ging schnell und quasi blind von statten. Amulett gegen ein paar wenige Silbermünzen. Seufzend steckte Coravas die Münzen weg und sah sich um.
"Ich habe noch einen Auftrag für euch. Diesmal mit größerer Belohnung. Schafft mir jemanden heran wenn eure gemeinsame Mission beendet ist." sprach die dunkle Männerstimme leise. Dabei hob man die Hand und deutete auf keine geringere Als Schindera. Verwirrt blinzelte Coravas kurz ehe sie in schallendes Gelächter ausbrach. Hier und da sah man zu ihr und sie brauchte einen Moment bis sie sich wieder vollkommen im Griff hatte.
"Seit ihr vollkommen von Sinnen? Wisst er zu wem sie gehört? Sie ist eine Tatze. Ich bin doch nicht Lebensmüde und schaufel mir mein eigenes Grab. Das ist mir kein Geld der Welt wert." Damit ließ Coravas den Herren einfach stehen und trat zu der Gruppe von Schindera. Sie gehörte ebenso zu dieser und irgendwie freute sich Coravas auf das gemeinsame Abenteuer im Eschental...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:55

Schindera schrieb am 10 Juli 2018

Der Tag der Abreise. Noch einmal, mittlerweile zum neunten mal, überprüfte Schindera ihre Ausrüstung. Die Hippogryphen warteten bereit, die anderen Gruppen waren schon lange weg. Und auch Schinderas Gruppe stand bereit und genervt wartend da. Die Stimmung war mies, Sie wusste das sie schon viel schneller und viel weiter sein sollten. Doch sie war so nervös das sie zitterte. doch noch länger warten konnte sie nicht. Seufzend trat sie zu der Gruppe und nickte allen zu. Dann ging alles ganz schnell. Die Tiere wurden gesattelt und es ging hoch in die Lüfte. Einige seufzten missmutig als die Gruppe die Dunkelküste überflogen und die volle Zerstörung wohl erst jetzt sahen. Und das obwohl es nun schon lange so war. Überall noch immer lagen deutliche Spüren des Weltenbebens herum. Erst als sie ihr Ziel erreicht hatten und die Tiere zum landen brachten besinnten sich die meisten wieder. Das Eschental... nervös sahen sich die meisten um. Der nächste Stützpunkt der Horde war nicht weit und die Situation hier alles andere als einfach. Die Tiere wurden wieder fort geschickt und sich dann in der Umgebung genaustens umgesehen. Plätze für offensichtliche und nicht offensichtliche Fallen wurden ausgespäht. Dazu ein kleiner Lagerplatz ausgesucht der sich in Form einer Höhle zeigte. Nach einer kurzen Einteilung machte sich die Gruppe daran alles vorzubereiten. Der Plan war klar und übersichtlich. Die Fallen wurden aufgestellt, dann hieß es warten. Und sie warteten lange. Doch dann entdeckte man sie. Die Shal´dorei Abgesannten und Botschafter die sich hier im Eschental umsehen sollten. Neugierig aber deutlich vorsichtig inspizierten sie die Gegend hier. Und dann gab es das Signal. Schnell griffen die Kal´dorei an und versuchten ihre entfernten Verwandten zu überwältigen. Doch das stellte sich als überhaupt nicht so leicht heraus. Wilde Kämpfe entbrannten, der ein oder andere ging ko, auf beiden Seiten aber wollte man nicht aufgeben. Zögerlich stand Schi hinter einem Baum und grübelte. Was würde Vergi nun tun? Außer dort vorn in wilder Manier mitmischen und einigen Elfen zeigen wo der Frosch die Locken hatte. Granate! Schnell zückte Schi das Ding vom Gürtel und zog den Stift. Dann warf sie es und sofort verteilte sich der dichte Nebel. Verwirrung machte sich bei allen anderen breit aber sie war daran gewöhnt. Vergi hatte sie und die anderen Tatzen so oft in diesem Nebel trainieren lassen das sie genau wusste was sie tat. Schnell schaltete sie die letzten beiden shal´dorei aus und begann diese bereits zu fesseln. Ihre Gruppe sammelte sich eher zwiegespalten als sich der Nebel endlich verzog. Die einen waren begeistert und nickt anerkennend, die anderen fanden sowas absoluten Mist und äußerten ihren Unmut deutlich....


Endlich hatten sie die gefangenen Botschafter in die Höhle geschafft und sicher versteckt. Die waren nicht nur gefesselt sondern auch geknebelt und man hatte ihnen die Augen verbunden. Bei solch magischen Langohren konnte man nie wissen. Der Tarntrank wurde eingenommen und man machte sich auf, das Ziel war das Lager der Horde. Die Orcs waren misstrauisch und verschwiegen. Doch irgendwann führte man sie durch das Lager und zeigte ihnen alles. Auch ihr Quartier, in dem es roch als hätten dort eben noch einige der Grünhäute versucht sich fortzupflanzen. Sie rümpften die Nasen, gingen aber dennoch hinein. Die erste Nacht, umgeben und getarnt unter Feinden. Das würde etwas werden. Schon bald legten sich die ersten schlafen und Schindera nutzte die Chance sich aus dem Lager zu stehlen. Ihr erster Weg führte auf einen Baum, wo sie sich über allmöglichen Situationen den Kopf zerbrach. Erst später in der Nacht ging sie zu der Höhle wo sie die Botschafter versteckt hatten. Coravas war bereits dort und machte sich daran die "Gäste" zu füttern und zu versorgen. Schindera half ihr und danach schlichen sie gemeinsam zurück ins Lager. Als sie endlich auf ihrer Bettstadt lagen schossen Schindera tausend Gedanken durch den Kopf. Was würde Vergi tun? Hatte Vergi es auch so schwer gehabt damals die Tatzen zu vereinen? Wie wurde Vergi mit dem ständigen Unmut fertig? Woher wusste Vergi wer was konnte? Wie konnte Vergi sie immer richtig einteilen? Fragen über Fragen und keine Chance sie zu stellen. Hätte sie früher gewusst was auf sie zukommt hätte sie Vergi wahrscheinlich gelöchert....
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:55

Schindera schrieb am 24 Juli 2018

Lange schon saß die Truppe hier im Posten der Horde fest. Immer auf die Tarnung achtend verhielten sie sich weiter wie bisher. Doch nach und nach wurde ihnen klar das es hier wohl nur wenig Infos zu holen gab. Doch Befehl war Befehl also taten sie weiter wozu sie hier waren. Überrascht stellten sie eines Tages fest das es ungewöhnliche Bewegungen im Lager gab. Und kurze Zeit später wussten sie auch wieso. Ein Spezialtrupp aus Unterstadt war angerückt. Die dunklen Waldläuferinnen und die anderen Verlassenen folgten einem Troll der direkt mit dem Kommandanten des Posten sprach. Und dann wurden auch die Botschafter heran zitiert. Argwöhnisch musterte man sie erneut und behielt sie genau im Auge.

„Man hat in anderen Posten getarnte Spione der Kal dorei entdeckt. Wir sind hier um eure Personen zu prüfen. Wenn ihr gestattet, Botschafterin.“ Der Verlassene gab sich alle Mühe die Höflichkeit zu wahren und reichte Schindera einen großen Becher mit einer einfachen dunkelblauen Flüssigkeit. Kurz zögerte sie, doch dann schlug sie dem Kerl den Becher aus der Hand und stampfte empört mit dem Fuß auf den Boden auf.

„Was fällt euch ein! Wir sollen Spione sein? Wir können nicht so einfach nachgemacht werden von irgendwelchen halbseidenen Amateuren!“ wütend wand sie sich ab und verließ mit ihrer Truppe den Platz, es ging zurück in ihre Hütte wo sie erst mal tief durchatmete. Doch unter ihren Leuten ging das Gemurmel los. Wie hatte man die anderen entdecken können? Was hatte man mit ihnen gemacht? Fragen über Fragen brachten mehr und mehr Unruhe in die Truppe....



Tage später machte sich die Truppe der Horde auf den Weg, die Umgebung noch einmal genaustens zu untersuchen. Es dauerte eine ganze Weile bis man die Höhle und die darin versteckten und Gefesselten Shal dorei entdeckte. Doch damit machten die Verlassenen kurzen Prozess, ganz so wie es die Befehle der Dunklen Fürstin verlangten.


Als der Trupp zurück zum Posten kam wurden erneut alle herbei gerufen. Nervös aber um Ruhe bemüht folgten auch Schindera und ihr Team dem Aufruf. Der Posten war umstellt und alle Augen auf die Shal dorei gerichtet. Einer der Trolle kippte ohne einen Kommentar einen Sack aus. Heraus fielen die Köpfe der eigentlichen Botschafter, die einst in der Höhle versteckt gehalten wurden.
„Ihr könnt mir ein bisschen zu viel Orcisch meine Liebe“ berichtete der Verlassene und sah sich die Falschen Botschafter genau an. Doch dann ging es schnell. Wie besprochen versuchte das Team von Schindera sich zu trennen, zu flüchten und sollte es nur einer schaffen für den Rest Hilfe zu fordern. Doch da surrten Pfeile durch die Luft und man hörte Körper auf den Boden fallen. Vor Schock erstarrt sah Schindera sich um, sah wie ihr Team tot auf der Erde lag. Von Pfeilen gespickt verflog die Tarnung des Trankes nun gänzlich und wieder nahmen alle ihre normale Gestalt an. Es war das leise Knacken das Schindera hinter sich hörte und sie aus ihrer Starre riss. Sofort wirbelte sie herum und konnte dem Troll gerade noch so ausweichen. Sie musste hier sofort weg! Eilig versuchte sie zu entkommen doch da riss ein Pfeil sie zu Boden und im nächsten Moment saß ein Troll in voller Größe und Gewicht auf ihr, ihr einen seiner Dolche an die Kehle haltend.
„Oh mit euch wird man seinen Spaß haben!“ Lachte der Verlassene trocken während man Schindera fesselte...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:56

Winni schrieb am 1. Aug. 2018

(Platzhalter. Bilder folgen später)
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:57

Vergilian schrieb am 22. Aug. 2018

Seufzend war sie aufgestanden und war ans Regal getreten. Gerade als sie etwas heraus ziehen wollte griff es sie. Ihren Geist... Sie blinzelte und fand sich wieder wo anders wieder. Sofort wusste sie das es ein Traum, eine Vision war. Wie immer konnte sie nichts tun und das alles nur miterleben. Irgendwo weit im Unterbewusstsein hörte sie eine Tür und wie man mit ihr sprach. Aber es war so weit weg das sie nicht verstand was gesprochen wurde. Oder wer es war. Der Traum nahm seinen lauf und als sie endlich wieder in ihrem eigenen Körper landete wollte sie tief durchatmen. Doch mehr als ein normaler Atemzug gelang ihr nicht. Sie wollte sich setzen, doch auch hier versagte ihr Körper ihr den Dienst. Nun trat Ramiak in ihr Sichtfeld und sie wollte ihn anblicken. Doch weiter versagte ihr Körper ihr den Dienst. Immerhin konnte sie noch blinzeln.
"Zauber?" fragte Ram knapp. Wie immer blinzelte sie zwei mal.
"Egal was die Scheisse soll es nervt mich jetzt schon!" knurrte er und zog sich einen Stuhl heran. Und so blieb er neben ihr sitzen. Erst nach Stunden löste sich die Starre nach und nach. Erst die Finger, dann die Arme und nach und nach der Rest. Erst in der Nacht konnte sie sich wieder ganz bewegen, war aber mehr als steif und verspannt.
"Wenn sie das lustig findet bring ich das Weib zweimal um." knurrte Vergi schlussendlich. Ram hingegen grinste nur als er die Beine vom Tisch nahm und aufstand. "Naturgewalt du"
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:57

Vergilian schrieb am 8 Sep. 2018

Leise trottete Vergilian auf ihrem Säbler aus der Stadt, die Kapuze des Mantels tief ins Gesicht gezogen ließ sie den Säbler einfach laufen. Er kannte den Weg gut und war sicheren Schrittes unterwegs. Zurück in die Stadt blickte sie nicht. Warum auch? Es war mitten in der Nacht und bis auf die Wachen schliefen die meisten Einwohner ohnehin. Also ließ sie Shirran platz, so das er in ein gutes Lauftempo verfallen und sich austoben konnte während sie sich dicht auf ihn legte, um den Ästen auszuweichen die ihr bald ins Gesicht geschlagen hätten...
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:58

Vergilian schrieb am 18. Sep. 2018

Kaum war sie wieder da, war sie wieder weg. Zumindest geistig. Kellan seufzte als er auf Vergi blickte. Sie hatte ihr Gedächtnis verloren und hatte keinerlei Ahnung mehr wer sie war. Leise besprach er sich mit den anderen, das weitere Vorgehen planend. Es sollte keine große Runde machen das es so war. Das die Tatzen nun Führungslos waren. Zum ersten mal seit langem waren sie wirklich Angreifbar.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:58

Lutisana schrieb am 30. Okt. 2018

Vor zwei Tagen war Lutisana Ammar im Hafen von Sturmwind eingetroffen und erfreute sich darüber, endlich wieder festen Boden unter ihren Füßen zu spüren. Die Dunkeleisenzwergin hatte es während der Überfahrt tunlichst vermieden an Deck des Kul Tiras Handelsschiffes herum zu stolzieren. Es wäre auch gar nicht möglich gewesen, man hatte sie mehr wie eine Gefangene, denn eine Passagierin behandelt. Als Söldnerin der Handelskompanie Aschenwind war sie mit den Soldaten der Prachtmeeradmiralität in Konflikt geraten und für über einen Mond interniert gewesen. Der Fürsprache der Magierin Andorella Egromond verdankte Lutisana schließlich eine Haftentlassung. So war sie in Ermangelung an Perspektiven nach Sturmwind aufgebrochen und auf Empfehlung ihrer Gönnerin bei dem Bund der roten Tatzen vorstellig geworden. Die trinkfeste Dunkeleisenzwergin mit der markanten Tätowierung um die Augenpartie hatte die letzten beiden Tage damit verbracht Sturmwind und deren Einwohner näher kennen zu lernen. Ihrem Gemüt und ihrer Gesinnung nach suchte sie dabei eher zwielichtige Gassen und fragwürdige Gestalten auf um Kontakte zu knüpfen.

An jenem Morgen wurde sie bei ihrer Gönnerin, der Sturmwinder Magierin Andorella Egromond vorstellig. Es klopfte an der Tür des arkanen Instituts im Magierviertel und die ergraute Maga öffnete der kecken Dunkeleisenzwergin die Tür. Sogleich ließ sich Lutisana auf einen Stuhl fallen, streckte ihre Füße auf dem Tisch ab und schenkte der Magierin ein verschmitztes Lächeln.

Andorella: Willkommen in Sturmwind, Lu. Hatte dich früher erwartet.

Lutisana: Ja, gab noch Ärger in Boralus. Den Prachtmeerpissern schmeckte es nicht so ganz, dass du mich freigekauft hast. Aber wie immer regiert Gold Azeroth, ha. Die haben das Prozedere künstlich hinausgezögert bis ich auf das Handelsschiff durfte.

Andorella: Und, Sturmwind schon ein wenig erkundet?

Lutisana: Bin deiner Empfehlung nachgegangen und hab mich bei den Tatzen beworben. Vergilian spricht klare Worte, sowas gefällt mir. Wurde auf Probe aufgenommen und stehe den Tatzen als Söldnerin zur Verfügung.

Andorella: Betrachte es als Privileg, gerade bei deiner Vorgeschichte, Lu. Hör zu, ich verdanke Vergilian mein Leben, mehrmals sogar. Ich weiß ob deiner Fähigkeiten und Kontakte, aber deine Vorgeschichte spricht auch Bände.

Lutisana: Mach dir nicht ins Hemd, Andi. Jeder hat seine Vergangenheit und meine wird entsprechend kaschiert. Außerdem, strikte Arbeitstrennung, du kennst mich. Ich ziehe niemanden in meine Nebengeschäfte hinein, womit wir ja beim Thema wären, hä?

Andorella: Leg los!

Lutisana: Tja, Wregk ist tot und Marilina sitzt in Tol Dagor. Weiß auch nicht, wie das Ganze dort drüben ausgegangen ist. Vor meiner Überfahrt hab noch ich erfahren, dass viele Warenbestände der Handelskompanie konfisziert und beschlagnahmt worden sind. Dreckiger Mist, aber ich kann mich dort vorerst nicht mehr blicken lassen und meine Informanten haben Schiss herum zu schnüffeln.

Andorella: Ich bin mir sicher, dass die Aschenwinds Einiges nach Freihafen gebracht haben bevor es heiß wurde.

Lutisana: Drauf möchte ich wetten! Die Eisenfluträuber legen hin und wieder in Beutebucht an. Da könnte man mal höflich anklopfen, hä?

Andorella: Hier hast du zwei Goldmünzen. Sofern es dein Dienst erlaubt bereise Beutebucht. Die warme Luft des Südens soll dort wohltuend wirken.

Lutisana: So wie der Hopfensaft in dortigen Tavernen.

Beide lachten heiter und saßen noch eine Weile beisammen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:59

Lutisana schrieb am 2. Nov. 2018

Einsam trabte ein kastanienbrauner Gaul über die Steppe Westfalls und bog um eine Wegkreuzung. Auf dem hohen Ross saß etwas unterdimensioniert wirkend eine Dunkeleisenzwergin in Lederrüstung gekleidet darauf. Ihr schwarzes, flammendes Haar war zu Rasterlocken geflochten und tänzelte wild um ihr Gesicht herum. Dabei trällerte sie ein heiteres Lied, derer Worte man kaum verstand. Es lag wohl an der Zigarre in ihrem Mund, an der sie genüsslich herumkaute und den Qualm in sich hineinzog. Vorsichtig behielt sie ihr Umfeld im Auge, eine Hand befand sich stets am Griff ihres Dolches. Ihre feuerroten Augen huschten zwischen ihrer schwarz tätowierten Augenpartie suchend herum. Diese markante Tätowierung trug dafür Sorge, dass sie unter dem Synonym „die schwarze Maske“ bekannt war. Sowohl im Syndikat, als auch in der Handelskompanie Aschenwind kannte man diese Bezeichnung und doch verband sie zu beiden Organisationen kein Funke Loyalität. Lutisanas Klinge gehört Jenen, die sie gut bezahlten. Es wäre ihr auch gleich ob sie von der Allianz oder der Horde angeheuert werden würde, ihre Entscheidung würde sie ganz nach der Höhe des Lohnes treffen. Jetzt war sie jedoch über die Probezeit im Bund der roten Tatzen dankbar. Außerdem hatte sie noch ein Nebengeschäft am Laufen, das sie nun nach Mondbruch führte.

Sie beobachtete die herumlungernden Menschen, als sie in das ruinengleiche Dorf hineinritt. Es gab also immer noch Verlierer im Königreich, dachte sich Lutisana. Und für ihr Vorhaben brauchte es eben genau solche Verlierer. Personen, die am Rande der Gesellschaft nichts mehr zu verlieren haben. Jenen fällt es leichter die Schwelle der Moral zu überschreiten als Anderen. Sie näherte sich einer Gruppe von kartenspielenden Männern und schwang sich von ihrem kastanienbraunen Ross herab. Die Männer musterten die Dunkeleisenzwergin teils abschätzig, teils neugierig.

Rempton: Sieh an, wen haben wir denn da! Eine Zwergin!

Lutisana: Eine Zwergin, die dir gleich die Fresse poliert, wenn du meinst dich lustig machen zu müssen. Mach Platz, ich will mit euch reden.

Rempton, ein menschlicher Rohling von kräftiger Natur, war über diese Aussage so verdutzt, dass er schweigend zur Seite rückte.

Lutisana: Also Jungs, ich spar mir das lange herumlabern. Ich suche ein paar kräftige Fäuste die mir Waren von Ort A nach Ort B schmuggeln und auf das Spielzeug gut aufpassen. Keine Fragen was in den Kisten drin ist, keine Fragen für wen das Zeug ist. Ausstattung und Proviant bekommt ihr von mir. Bezahlung 5 Goldstücke pro Kopf und Lieferung. Fragen?

Rempton: Das geht etwas schnell. Woher willst du wissen, dass wir an einem solchen Auftrag überhaupt Interesse haben. Oder dafür qualifiziert sind?

Lutisana: Eure Statur und eure Waffen, die ihr hinter eurer verbergt, sprechen Bände. Und da ihr hier sinnlos rumlungert weiß ich, dass die momentane Auftragslage für euch wohl flau ist.

Rempton: Und von welchen Orten sprechen wir da?

Lutisana: Von Beutebucht bis hier in die Gegend, Details folgen noch.

Rempton: Wir überlegen es uns. Wie finden wir dich?

Die Dunkeleisenzwergin zog eine Flasche hochwertigen Rum aus ihrer Umhängetasche und stellte ihn auf die am Boden liegenden Karten ab. Darauf schwang sie sich auf ihr Pferd und verabschiedete sich mit den Worten: Taverne Dunkelhain, hinterlasst einfach eine Nachricht an die schwarze Maske gerichtet.

Gemächlich trabte das Pferd davon, während sich die Reiterin darauf eine Zigarre in den Mund schob.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:59

Lutisana schrieb am 6 Nov. 2018

Zwischen Fässern und Kisten drang Gelächter hervor und zeugte von der Tatsache, dass der Hafen Sturmwinds niemals schlief. An jenem Abend saßen Jen, Atrick und Siara bei Kerzenlicht, Bier und Rum beisammen und gaben sich dem Kartenspiel hin. In drei Tagen sollte ihr Schiff repariert sein und dann würden die Drei wieder zur See hinausfahren. Der Krieg gegen die Horde hat sie dann wieder fest im Griff, doch bis dahin würden sie einfach nur das Leben genießen. Eine Möwe flog müde über sie hinweg, als plötzlich ein Schatten an dem Gelage vorbei huschte. „Was war das“ fragte Jen irritiert. „Hab nichts gesehen. Du bist dran, Atrick“ antwortete die von Narben übersäte Siara und schob sich noch ein Stück Käse in den Mund. Doch Atrick teilte keine Karten aus, sie fielen ihm förmlich aus der Hand. Schweißperlen formten sich an seiner Stirn und er verhielt sich ganz ruhig. Jemand drückte ihm von hinten eine Klinge an den Hals.

„Wenn ich etwas zum Kotzen finde, dann Spielschulden. Oder wie seht ihr Beide das“, fragte eine heisere, dumpfe Stimme hinter dem erstarrten Atrick. Plötzlich schob sich hinter seiner Schulter ein Kopf hervor. Schwarze Rasta Locken, deren Enden glutrot glühten, kamen zum Vorschein. Ein junges Gesicht, deren obere Hälfte komplett schwarz tätowiert war, grinste Jen und Siara entgegen. „Hör mich an, Lu“, wollte Atrick noch zu der Dunkeleisenzwergin sagen, doch er stockte im Wort, als sie ihm den Dolch fester an den Hals drückte. „Ich habe dir nicht die Erlaubnis gegeben zu reden und deine zwei Halunkenfreunde sollen gefälligst ihre Finger dort lassen, wo ich sie sehen kann. So Atrick, ich gebe dir jetzt eine ganz einfache Aufgabe, so einfach, dass es sogar ein Spatzenhirn wie du kapiert. Hinter dir liegt auf dem Boden ein Schlüssel, geh zu einem Schmied und lass ein Duplikat anfertigen. Du hast fünf Kerzenlängen dafür Zeit" maulte Lutisana.

Atrick schluckte und meinte „und was, wenn ich es nicht rechtzeitig schaffe?“ Lutisana grinste und antwortete darauf: „Du wirst sehr motiviert sein, es rechtzeitig zu schaffen. Denn das Gift, welches ich dir heimlich und ungesehen in deinen Krug Bier gegeben habe, beginnt in exakt fünf Kerzenlängen zu wirken. Das Gegengift gibt’s bei der Übergabe, sobald ich den fertigen Schlüssel in meinen Händen halte.“ Atrick schluckte schwer und wollte noch etwas los werden, doch Lutisana war im Dunkel der Nacht verschwunden. Sogleich sprang der verängstigte Matrose auf und ließ seine Gefährten verdutzt sitzen. Sein Weg sollte ihn eiligst zu den Schmieden des Zwergenviertels führen.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 16:59

Lutisana schrieb am 12. Nov. 2018

Eine durchzechte Nacht neigte sich dem Ende zu und die Dunkeleisenzwergin Lutisana schlenderte gemütlich von der Altstadt zu Lyranjas Haus. Die gilnearische Druidin gewährte ihr in ihrem Anwesen Unterkunft. Es mag wohl daran liegen, weil sie Beide die Freundschaft zu einer bestimmten Sturmwinder Magierin pflegten. Lutisana wertete diese Nähe zu besagter Zauberkundigen mehr als Geschäftsbeziehung denn Freundschaft, aber sie wusste auch, was sie der ergrauten Magierin zu verdanken hatte. Wäre sie nicht gewesen, Lutisana würde vermutlich noch immer in Tol Dagor interniert vor sich hingammeln. Ihre Verbindung zu ihrem Dienstgeber, dem Haus Aschenwind, wäre der Söldnerin fast zum Verhängnis geworden.

Mit einer Hand am Griff des Dolches näherte sie sich dem Haus, öffnete die Tür und trat ein. Die Lederrüstung wurde hastig abgelegt und sogleich pflanzte sie sich auf die für sie zur Verfügung gestellte Schlafstätte. Nach einem unappetitlichen Rülpser wäre sie dem Schlaf schon nahe gewesen, doch plötzlich begann es bläulich unter ihrem Bett zu schimmern. Schlaftrunken holte sie den magischen Kristall unter dem Bett hervor und setzte sich damit in der Hand auf. Aufgrund einer natürlichen Magiebegabung und einer ausführlichen Einschulung ließ sie Mana in das Objekt einfließen und justierte das Verbindungsspektrum entsprechend. Es dauerte länger als erwartet und Lutisana war immer wieder gezwungen Korrekturen vor zu nehmen. „Draenei Drecksdinger“ entfuhr es ihr, innerlich wohl wissend, dass es nicht an dem Artefakt, sondern an ihrer mangelnden Fachkenntnis lag. Irgendwann war die Verbindung stabil und im Kristall zeichneten sich weibliche Konturen ab.

Andorella: Na endlich, ich dachte schon das wird nichts mehr.

Lutisana: Troggpisse, mein Handwerk führe ich mit dem Dolch aus und nicht mit Zauberei! Bin froh das ich es überhaupt hinbekommen hab. Wo bleibt das Lob?

Andorella: Wenn ich aus Boralus zurück bin werde ich dich weiter unterweisen, zumindest was halt möglich ist. Aber kommen wir zum Punkt, die Astralverbindung wird sicherlich gleich abbrechen. Hör zu, die Sache läuft. Das Azerit wird in den nächsten Tagen nach Freihafen gebracht und dort zwischengelagert. Ein Schiff unter der Flagge der Eisenfluträuber wird die Kisten zu einer kleinen Insel östlich von Kul Tiras transportieren. Du musst dich nun darum kümmern, dass diese dort abgeholt werden. Unser Kontaktmann in Beutebucht erwartet dich, ich habe das geregelt. Noch Fragen?

Lutisana: Wir haben Unterstützung erhalten und ich regle bereits die Weiterverfrachtung von Beutebucht aus. Ich brauch jedoch noch etwas Zeit um die Vereinbarung auszuhandeln. Ich hoffe du weißt, dass ich hier mit Gold spekuliere, was du noch eigentlich gar nicht hast. Und denk dran, mein Gehalt wird auch fällig!

Andorella: Falls es sich um jene Unterstützer handelt, die ich erhofft habe, dann sollen sie ordentlich mitschneiden und auch daran verdienen. Das wird keine kleine Sache, aber wir müssen vorsichtig sein. Und mach dir keine Sorgen um dein Gold, sobald ich zurück bin folgt eine Anzahlung.

Lutisana: Kannst dich auf mich verlassen.

Andorella: Das weiß ich, dennoch müssen wir …

Die Verbindung brach ab und der Kristall schimmerte nicht länger bläulich vor sich hin. Lächelnd warf sich Lutisana aufs Ohr.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 17:00

Lutisana schrieb am 15 Nov. 2018

Schon immer galten gewisse Gassen der Altstadt von Sturmwind als Umschlagplatz für dubiose Machenschaften, was für entsprechendem Ruf in der Gegend sorgte. Die dort agierenden zwielichtigen Gestalten wussten ob der Patrouillenwege der Stadtwachen und koordinierten deren Treffen entsprechend. Wenngleich man oft gezwungen war alternative Orte zu anderen Zeiten aufzusuchen, schließlich war die Stadtwache und das Wachregiment ebenso entsprechend informiert und traf entsprechende Maßnahmen. So fand sich der ein oder andere Schmalspurganove schneller wieder im Verließ nahe des Magierviertels, als ihm lieb war.

In jener Nacht verlagerte man ein anberaumtes Treffen in den Keller des Giftmischer Ladens. Die Dunkeleisenzwergin Lutisana hatte es sich auf einem Holzfass gemütlich gemacht und genoss den kratzigen Rauch einer Zigarre. Wohl gemerkt, dass sich darin echtes, getrocknetes Beulengras befand. Und das wie Lutisana stets gerne hervorhob „nicht so ein gestrecktes Zeug aus Beutebucht“. Ihr gegenüber saß Uthred Lazard, Handlanger und Helfershelfer. Der aus Kul Tiras stammende Kartograph war vom rechten Weg abgekommen und Lutisana förmlich in die Arme gelaufen. Und die gewiefte Dunkeleisenzwergin wusste das es ein Netzwerk braucht für das, was ihre Auftraggeberin vorhat. Die Kellertür öffnete sich und ein glatzköpfiger Mensch mittleren Alters in blauer Robe betrat den schwach beleuchteten Raum. Er stellte sich kopfschüttelnd vor Lutisana.

Sohrren: Was bitte soll die Leiche im Hafen?

Lutisana: Das Schlitzohr kannte mich noch aus Boralus und hat mich hier am Hafen gesehen. Das Risiko konnte ich nicht eingehen. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort, Kollateralschaden eben. Konnte ihn nicht mehr fachgerecht entsorgen.

Sohrren: Sehr dürftig, Lutisana. Deine Vertraute hat dich als fähige Söldnerin hofiert. Solche Fehler können zum Verhängnis werden.

Lutisana: Reg dich ab, Sohrren. Konzentrier dich lieber aufs Geschäft und palavere nicht fad herum. Was ist jetzt mit der Bestellung?

Sohrren: Die graue Motte bestellt die angeforderte Menge Azerit. Jedoch ändert sich der Zielort, nämlich auf Shattrath.

Lutisana: Zum Sargeras mit Sonderwünschen! Geht’s noch, wir wissen noch nicht mal richtig wie wir das Azerit von Beutebucht weiter schmuggeln und du willst es in Shattrath haben? Vielleicht noch verpackt mit einer rosa Schleife darum, hä?

Sohrren: Deine Gönnerin und die graue Motte pflegen ein gutes Verhältnis, Lu. Ich rate dir den Anforderungen gerecht zu werden. Auftrag ist Auftrag!

Lutisana: Aus dem Stehgreif nenne ich dir fünf andere Interessenten, wir sind auf diesen Auftrag nicht angewiesen, Sohrren.

Sohrren: Es stellt sich nur die Frage, ob Andere diesen Preis bezahlen. Du musst dich vor deiner Gönnerin verantworten, ich nicht. Überlege es dir.

Der kahlgeschorene Mann in blauer Robe verließ den Keller, während Lutisana mit genervtem Blick auf den Boden spuckte. „Irgendwann ramm ich dem Pisser meinen Dolch zwischen die Augen“ murmelte sie gen Uthred. Dieser erwiderte die Aussage lediglich mit einem Grinsen. Die restliche Nacht verbrachten sie mit Pläne schmieden und Vorbereitungen treffen. Das Netzwerk wuchs ebenso an wie die Anspannung.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 17:00

Lutisana schrieb am 20. Nov. 2018

Der Dolch blitzte nur kurz im fahlen Mondlicht auf, ehe er tief in seinem Ziel wieder verschwand. Was folgte war ein lauter Aufschrei des Getroffenen, der seinen schartigen Säbel fallen ließ und unbeholfen zurücktaumelte. Sein Gefährte wirbelte sein Schwert herum und ließ es auf die Angreiferin niedersausen, doch er verfehlte. Geschickt rollte sie sich nämlich zur Seite und parierte im liegen den nächsten Stoß. Ein Fußtritt von ihr brachte den Piraten aus dem Gleichgewicht, während sie einen Wurfstern zuckte und diesen auf seinen bereits angeschlagenen Freund schleuderte. Der Dolchstoß bescherte ihm schon unsagbare Schmerzen, und nun fand der Wurfstein sein Ziel am Hals des Piraten. Keuchend und Blut spuckend fiel er auf die Knie zu Boden und röchelte dort vor sich hin. Der zweite Pirat atmete tief durch und versuchte die Angreiferin im Blickfeld zu behalten. Sogleich sie sich vom Boden erhoben hatte sprang sie ihm entgegen und verwickelte ihn in einen wilden Schlagabtausch ihrer Waffen. Dabei verletzte er die Angreiferin am Oberarm und zog eine saubere Schnittwunde. Hingegen seiner Erwartung kreischte sie jedoch nicht auf, sondern stieß ihm mit dem Ellenbogen in die Rippen. Der Blutsegelbukanier taumelte zurück und ehe er sich versah hatte ein Dolch sein Bein durchbohrt. Ein stummer Schrei verhallte in einem Lederhandschuh, den ihn seine Angreiferin vor den Mund drückte.

Lutisana: So, ich ziehe jetzt meine Hand ganz vorsichtig weg. Wenn du brüllst, bist du tot. Wenn du dich bewegst, bist du tot. Nicke wenn du verstanden hast!

Der Pirat nickte schweißgebadet, worauf die Dunkeleisenzwergin ihre Hand von seinem Gesicht zog.

Miller: Ich hasse Zwerge!

Lutisana: Freut mich! Du wirst jetzt zwitschern, Freundchen. Und wenn ich mit der Antwort zufrieden bin, lass ich dich laufen. Wo ist Deeg?

Miller: Ich weiß es nicht!

Die im Gesicht tätowierte Dunkeleisenzwergin mit ihren markanten, schwarzen Rasta Locken drehte dem Piraten leicht den Arm nach hinten und stellte ihre Frage erneut.

Miller: Du lässt mich laufen, klar!

Lutisana: Sicher doch!

Miller: Unter der alten Hafenbehörde existiert ein modriger Keller. Wir halten Deeg dort fest bis wir das Lösegeld haben.

Lutisana: Wie kommt man in den Keller?

Miller: Hinter einem Tresen im Haupthaus, eine gut getarnte Holzplatte. Darunter führt ein Stiegen Abgang in den Keller. Lass mich jetzt frei!

Lutisana: Habs mir soeben anders überlegt.

Die Söldnerin wirbelte ihren Dolch und zog diesen durch Millers Kehle. Wirr um sich greifend beförderte ihn ein Tritt in die Bucht hinab. Platsch!

Lutisana: Das ist mein Beitrag für eine gesunde Artenvielfalt im Meer vor Beutebucht. Haifischfutter im Ganzen!

Notdürftig verband sie sich ihre Wunde am Arm mit einem abgerissenen Stofffetzen und murmelte zu sich selbst „immerhin weiß ich nun wo er ist“. Sodann verschwand sie im Dunkeln der Nacht.
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 17:01

Lutisana schrieb am 26. Nov. 2018

Zwei Matrosen banden die Seile los, welche das Schiff an den Hafensteg hielten. Anweisungen wurden herumgebrüllt und Lieder gesungen. Bevor die Planke eingezogen wurde huschten Lyranja, Uthred und Lutisana noch schnell an Bord. Die Nacht war bereits eingebrochen als das Schiff den Hafen von Sturmwind hinter sich ließ und Kurs Richtung südliches Kalimdor setzte. Die Formalitäten wurden abgeklärt und Quartier bezogen.

Die sonst so wortstarke und freche Lutisana wurde während der Fahrt immer ruhiger, ließ sich ihre innere Bedrückung jedoch nicht ankennen. Meeresangst! Das Wasser war einfach nicht ihr Element, schon gar nicht, wenn es darum ging, es zu trinken. Seit je her plagte sie dieser Nachteil. Als Dunkeleisenzwergin lebte sie mit festem Boden unter den Füßen, Schiffsfahrten waren ihr seit je her ein Graus. Als sie sich vor Jahren vom Handelshaus Aschenwind in Kul Tiras als Söldnerin anheuern ließ hoffte sie, diese Angst überwinden zu können. Doch die zahlreichen Boots- und Schifffahrten in jener Zeit prägten diese Empfindungen lediglich weiter aus. Während sie auf ihrer Hängematte hin und her wippte, erinnerte sie sich an eine Schiffsfahrt von Boralus nach Freihafen. Es war noch gar nicht so lange her. Sie hatte dem Kapitän während des Abendessens auf den Teller gekotzt und es lag sicher nicht an dem exzessiven Bierkonsum. Man konnte gar nicht genug Bier trinken, so Lutisanas Lebensweisheit. Sie war eine Dunkeleisen, ihrer eins wird mit Bier großgezogen.

Lutisana legte sich auf die Hängematte und versuchte so gut es ging nicht an das hin und her wanken zu denken. Sie nahm die Schriftrolle, welche ihr Vergilian gegeben hatte, in die Hand und öffnete diese. Sie beinhaltete ihren Auftrag, den Grund ihrer Überfahrt nach Gadgetzan. Der Bruder eines goblinischen Bankiers wurde also ins Visier genommen, aufmerksam las und studierte sie die vorhandenen Beschreibungen zu seiner Person. Uthred und Lyranja könnten sich derweil amüsieren oder vor den Toren der Stadt eine Sandburg bauen, während sie sich um den Goblin annahm, so die aufheiternden Gedanken der Dunkeleisenzwergin.

Obwohl der Magen noch rumorte schlief sie irgendwann ein. Tags darauf verlief die Überfahrt ruhig, bis gen Abend als sich plötzlich dunkle Wolken über den Himmel schoben.
"Es gibt eben immer was zutun"

Warum heißt der Träumer Träumer? - Weil er auf unmögliche Dinge hofft. Täte er das nicht, wäre er nur ein Realist.

Ich will mit den Engeln fliegen und mit den Haien schwimmen, nur dann bin ich wirklich frei...

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Vergilian
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Re: Ein Söldnerleben

Beitrag von Vergilian » Mo 28. Jan 2019, 17:01

Lutisana schrieb am 3. Dez. 2018

Die Verfolgungsjagd hätte wohl nicht spektakulärer verlaufen können. Hoch auf den Dächern des Zwergenviertels von Sturmwind ereignete sich ein Sprint der besonderen Art. Der schlaksige Mensch, dessen Kapuze in der Hast des Laufs zurückgefallen war und ein unrasiertes Gesicht preisgab, tänzelte geschickt von Dachziegel über Schornstein zu Hausvorsprung. Verfolgt wurde er dabei von der Dunkeleisenzwergin Lutisana, welche ihr Defizit an geringer Größe mit beharrlicher Verbissenheit ausglich und nicht nachgab. Keuchend und pustend tat sie es dem Verfolgten gleich, hüpfte von einem Dachvorsprung zu einem Kamin, hantelte sich daran vorbei und sprang durch ein Dachbodenfenster. Der Verfolgte verließ bereits den Dachboden durch das Fenster auf der gegenüberliegenden Seite schon wieder. Lutisana wusste, sie würde ihn verlieren. Ihre Stärke lag in der Informationsbeschaffung und dem Warenschmuggel, aber sicher nicht in Kondition und Dauerlauf.

Während sie aus dem Fenster kletterte zog sie einen Wurfstern aus ihrer Gürteltasche und warf diesen nach dem Flüchtenden. Shhhhhhhhh, und daneben. „Troggpisse“ entfuhr es der Dunkeleisenzwergin mit den schwarzen Rasta Locken. Die Jagd ging weiter und Lutisana balancierte über ein Schrägdach eines hohen Hauses. Ein zweiter Wurfstern wurde gezückt und nach dem Verfolgten geworfen. Shhhhhhhhhhhh, und wieder daneben. Er gewann an Vorsprung. Lutisana blieb nur noch eine Chance, ihr letzter Wurfstern. Sie hielt inne, atmete durch und schleuderte das Stück Metall in Richtung des Flüchtigen. Zack! Er blieb in der Wadengegend des linken Beines stecken und ließ den Mann taumeln. Er stolperte über einen Dachvorsprung und blieb kurzerhand darauf liegen. Während er schmerzverzerrten Gesichtes den Wurfstern aus seinem Fleisch zog, näherte sich ihm die Söldnerin mit gezogenen Dolchen.

Lutisana: So Pisser, und jetzt zwitschere mal freundlich. Warum schnüffelst du hier oben auf den Dächern des Zwergenviertels herum und spähst ein bestimmtes Haus aus?

Die Dunkeleisenzwergin konnte ihre Frage gerade noch fertig stellen, als der Mann sie mit seinem unverletzten Fuß am Kniegelenk traf. Sie fiel vorne über, landete hart mit dem Gesicht auf einem Dachziegel, verlor den Halt und rutschte in die Tiefe. Gerade noch konnte sie sich an einer Fensterbank festhalten, wobei ihrem rettenden Halt ein Blumentopf zum Opfer fiel. Die Hausherrin öffnete erbost das Fenster, wunderte sich über den Anblick der da herumhängenden Zwergin und starrte sie wortlos an. „Ich bin nicht von den Zeugen des Lichts und möchte auch nicht mit ihnen über ihr Leben sprechen, aber ich wär ihnen wirklich dankbar, wenn sie mich reinziehen würden“ faselte Lutisana genervt und ironisch zu der völlig verdutzten Frau. Ihr wurde geholfen, doch der Spion war entkommen.
"Es gibt eben immer was zutun"

Warum heißt der Träumer Träumer? - Weil er auf unmögliche Dinge hofft. Täte er das nicht, wäre er nur ein Realist.

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