Tagebuch von Lucien de la Roussillon

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Veyt
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Tagebuch von Lucien de la Roussillon

Beitrag von Veyt » Fr 8. Feb 2019, 11:12

Lucien hat geschrieben:Mama hat mal gesagt, "Wer schreit, hat Recht." Also haben hier dann wohl 4 Leute Recht. Der Käpten. Sowieso. Weil er der Käpten ist. Dann zwei Damen. Die die uns begrüßt haben. Eine davon heißt Samielle. Aber ob man eine Dame noch Dame nennen kann, wenn sie "Schnauze" sagt, davon hat Mama mir nichts erzählt. Das muss ich noch rausfinden. Und dann noch einer. Dazu später mehr.

Mein Meister hat gesagt, ich soll alles aufschreiben, was mir auf der Reise so in den Kopf kommt. Weil, er hat gesagt, ich muss besser schreiben lernen. Hat Mama auch gesagt. Nur Papa nicht, der hielt das für Zeitverschwendung. Also sitze ich hier mit Kopfschmerzen und einer dicken Beule von einer Goblindose auf dem Schiff, dass uns nach Nordend bringen soll.

Warum bin ich eigentlich hier? Mein Meister hat gesagt, ich soll mir die Welt ankucken. Ich weiß zwar jetzt alles, was er mir beibringen konnte, aber er sagte, ich muss lernen, das zu benutzen. Naja, bisher gab es noch nicht viel Möglichkeiten dazu. Außerdem solls dort Pferde geben. Richtige wilde Pferde. Mein alter Gaul machts nicht mehr lange. Mein Papa hat mir alles gelernt, was ich über Pferde wissen muss. Auch wie man Wilde einfängt und zureitet. Und irgendwann will ich nach Hause zurück und den Hof wieder aufbauen. Mit einem neuen Pferd. Einem wilden.

Aber ich fange jetzt mal vorne an.

Ich war ein paar Minuten zu spät am Hafen, weil ichs nicht gleich gefunden habe. Das Schreien der Dame war nicht zu überhören. Ich dachte erst, die schimpft mit mir, weil ich zu spät war, aber dann merkte ich, dass sie zu allen so laut schrie. Also stellte ich mich dazu. Als sie fertig war, kam dann diese Samielle mit der "Schnauze". Sie hat einen winzigen Besen dabeigehabt. Ob sie den von ihrer Tochter aus der Puppenstube hat? Sie hat ihn hochgehalten und gesagt, wer nicht hört, schrubbt damit das Deck oder wird... ich hab das Wort vergessen. Jedenfalls muss es nicht sehr schön sein, so wie die meisten schauten. Ich hab wohl ziemlich dumm gekuckt. Aber wie soll man mit so einem kleinen Ding das Deck schrubben? Ob sie es wohl merken, wenn ich es über Bord werfe und sage, das es mir versehentlich zwischen die Planken gefallen ist?

Dann war sie fertig und ein Pater Robin hat unser Schiff gesegnet. Und uns. Segen sind immer gut. Sagt mein Meister auch. Ich hab viele davon lernen müssen. Dann sollten wir uns einschiffen. Also habe ich mich eingeschifft. Als ich aufgerufen wurde natürlich erst.
Als endlich alle an Bord waren, ging es dann auch schon los. Erst langsam dann immer schneller. Wie das so ist bei Segelschiffen. Da war so ein komischer Mann mit rotem Bart in einer Rüstung. Nur mit viel mehr Licht. Der heißt Aryaro Lightforger sagt er. Ob er wohl abends beim Lesen noch ein Licht braucht? Und er hat mir gesagt, ich soll meinen Wappenrock ausziehen. Weil sonst entdecken mich die Kultisten. Also habe ich ihn ausgezogen. Weil ich mag keine Kultisten und so kann ich mich dann wohl besser verstecken vor denen. Schade eigentlich ich hab den Rock gemocht. Der passte so gut zu meiner Rüstung.

Dann wurde es erst mal sehr langweilig. Ich hab mir die Leute angekuckt. Ein sehr großer Nachtelf. Der ist so groß, weil er immer das Gemüse aufgegessen hat. Weil seine Mama gesagt hat, Gemüse ist gut. Ich wusste garnicht, dass Nachtelfenkinder auch auf ihre Mamas hören. Dann haben die von großen Seegurken geredet. Die muss ich unbedingt mal probieren. Vielleicht werde ich dann auch groß. Zumindest so groß wie ein normaler Nachtelf.
Dann waren da noch ein paar andere. Ein Mensch mit einem Rucksack, doppelt so dick wie meiner. Der tritt anscheinend immer in irgendwelche Wassereimer, deswegen muss der wohl mehr Socken und Schuhe mithaben.
Dann waren da noch ein paar Worgen. Einige hatten Menschengestalt, so dass man nicht erkannt hat, ist das nun Worg oder Mensch. Mir sind Worgen unheimlich. Weil die sind verflucht sagt mein Meister. Mir kommen die aber garnicht verflucht vor. Auch wenn die Worgengestalt gefährlich aussieht. Ich glaube das muss ich mir mal noch näher ankucken.

Das Schiff ist so groß, dass ich mich da drauf verlaufe. Viel zu viele Türen und Treppen. Bei mir zu Hause gabs zur drei Türen. Die ins Haus rein, die ins Schlafgemach meiner Eltern und die in meine Kammer.
Irgendwann hab ich mich dann hingesetzt und in dem Buch gelesen, was mein Meister mir geschenkt hat. Ich soll so oft es geht darin lesen. Manche Worte versteh ich noch nicht ganz, aber es hilft mir dabei, das besser zu verstehen, was mein Meister mir beigebracht hat. Ich musste nur bald aufhören, weil es dunkel wurde und ich nichts mehr erkennen konnte.

Irgendwann brüllte einer, der da oben auf dem Mast saß, etwas von fremden Schiffen. Das waren Hordenschiffe. Jetzt wurde es wirklich gefährlich. Weil, die schießen erst und stellen dann Fragen. Oder auch nicht. Drei von denen sind umgedreht, als wir angefangen haben mit unseren Kanonen auf die zu ballern. Das vierte nicht. Das hat sich gedreht und auf uns geballert. Wir haben uns das natürlich nicht gefallen lassen und zurück geballert. Dabei ist einiges kaputtgegangen. Ein paar von uns sind böse verletzt worden. Mich hat wohl das Licht und der Segen von dem Pater Robin geschützt, weil ich hab nur ene von diesen Goblincoladosen abbekommen, als ich sehen wollte, ob die endlich fertig sind. Aber warum schießen die mit Goblins und ihren Coladosen? Können die keine vernünftigen Kanonenkugeln machen? Ich glaube aber solche Fragen kann ich erst später stellen, wenn ich mal eine Horde treffe. Die hier jedenfalls hatten wohl mehr mit Schwimmen zu tun. Wenn sie nicht von uns umgeballert worden sind.

Irgendwer hat mich ins Lazarett geschleift. Ich weiß es nicht, da ich durch die dumme Dose umgehaun wurde. Als ich wieder munter wurde saß dieser Leuchtemann neben mir und mir brummte der Schädel, als wäre ein Elekk da drüber getrampelt. Ich wollte erst ein Bier trinken, aber der Lichtmensch hat es mir verboten.
Also wollte ich dann den anderen helfen und ging zu einer Worgin, die eine Beinverletzung hatte. In dem Moment brüllt mich der vierte Schreier an, den sie Veyt nennen, ich solle der Worgin helfen. Dabei wollte ich doch nichts anderes! Aber ich habe Kongtenanz bewahrt, wie meine Mama immer gesagt hat. Ich schreie ein anderes Mal. Und dann habe ich der Worgin geholfen. Kayshira Brooks heißt sie. Also ich finde sie ja ganz nett. Für eine Worgin.

Und jetzt bin ich fertig. Mein Kopf tut immer noch weh, auch wenn ich die Coladose inzwischen getrunken habe. Geholfen hat es aber wohl nicht. Ich glaube ich werde mir doch noch einen Helm schmieden.

Gute Nacht.
Lucien hat geschrieben:Westwacht. Nettes ruhiges Fleckchen. Wären da nicht wütende Schaufelhauerbullen, herumschreiende Gobbos und die Kälte, könnte man es glatt für zu Hause halten.

Wir haben heute Ruhetag und ich habe die Zeit genutzt und nach Erzen gesucht um mir einen Helm zu schmieden.

Dann gabs Futter. Reichlich. Ich muss mir schon Sorgen machen, nicht mehr in die Rüstung zu passen. Von den anderen hat offensichtlich auch keiner Probleme, sich mit mir zu verständigen. Ich erwisch mich immer wieder, wie ich in meinen Dialekt verfalle.

Danach habe ich mich gemeldet Kanonenkugeln zu sammeln. Ein alter Aufzug mag zwar interessant sein, aber davon hat die Truppe nicht viel bei der Weiterreise. Eine Kugel sah komisch aus. So richtig riesig. In was für eine Kanone die man wohl gestopft hatte?
Als wir wieder zurückkamen, hat sich dann rausgestellt das das eigentlich ein Drachenei ist. So sehen die also aus. Naja, bin ich halt noch mal losgelaufen und hab ganz allein die fehlende Kugel geholt. Inzwischen war der Drache geschlüpft und einer von den Menschen und der Zwerg, der Balgrim hieß, haben angefangen sich zu prügeln. Warum weiß ich nicht. Ich mag keine Prügeleien, also bin ich weiter weg gegangen. Die wollten ja nicht aufhören. Typisch zwergische Dickköpfe. Den hätten sie besser in eine Kanone stopfen sollen, die Wirkung wäre bei dem Dickkopf sicher verheerend gewesen.

Dann wollte die Kommandantin, dass wir alle in einer Reihe rumstehen. Im Hauptgebäude. Oben im großen Saal. Warum der Zwerg hinter ihr wie ein Schwein das geschlachtet werden soll hin und her rannte, weiß ich nicht. Das Gerenne hat einen bald irre gemacht. Jedenfalls wollte sie wissen, wie es allen geht, ob die Rüstung in Ordnung ist und ob was fehlt. Bei mir stimmt alles. Ich habe ja jetzt einen Helm.

Ich glaube ich schleich mich nachher in die Küche und hol mir noch ein paar Steaks. Für unterwegs.
Lucien hat geschrieben:Gestern gings beizeiten los nach Fort Wildervar. Bis auf einen Vorfall mit einem Turm voller Vrykul, wütenden Zwergen (die sahen aber eher aus, als hätten sie nicht alle Latten am Zaun) und wildgewordenen Worgsen verlief der Marsch recht ereignislos.

Den Vrykulturm hat ein Zwerg irgendwie in die Luft gejagt. Ich befand mich bei der Nachhut und konnte leider nichts erkennen, war zu weit weg. Meinen Helm hätte ich garnicht gebraucht. Aber sicher ist sicher.

Die kalten Steaks sind fast genau so lecker wie die frisch zubereiteten.

In Fort Wildervar angekommen, habe ich mir erst mal den Betrieb angeschaut. Waren das viele Leute! Da war einer der da irgendwelches Zeug erzählt hat von wegen kultivieren und in Besitz nehmen und Samen kaufen. Ob er wirklich glaubt, dass man in dieser Wildnis siedeln kann? Auf jeden Fall liegt hier Schnee. Viel Schnee. So viel hab ich mein Lebtag noch nicht gesehen. Lassen sich sicher schöne Schneeballschlachten machen.

Darüber denke ich aber erst morgen nach. Jetzt muss ich schlafen.
Lucien hat geschrieben:Zwerge sind doof. Naja nicht alle, aber Eisenzwerge schon. Und Golems noch mehr.

Wir haben eine Expedition nach Thor Modan unternommen. Warum und was die da wollten, ich weiß es nicht. Aber ich muss ja nur aufpassen das keiner der Kleiderträger zu Schaden kommt.

Schreihals Nummer vier kann ganz schön laut brüllen. Der muss das öfter machen, sonst wäre er nicht so trainiert da drin.

Aber ich fange einfach mal vorne an. Es ging früh los, mitten durch den Wald. Dann kamen wir auf eine Ebene auf der in der Ferne ein Tor zu erkennen war.
Ringsherum prügelten sich irdene Zwerge mit Golems. Diese Irdenen sehen ganz schön ulkig aus. So als hätten sie nichts an. Dabei haben sie aber was an. Frieren die nicht?

Jedenfalls liefen wir langsam nach vorn, immer wieder gestört von Golemangriffen. Ich konnte mein Schwert nicht benutzen, da die Golemse aus Stein sind und Steine und Schwert - nicht gut. Aber der Hammer, den ich erhielt, erfüllte seinen Zweck auch. Wir hatten zum Anfang Probleme mit den Golemsen, aber nach und nach stellte sich heraus, dass auch sie ihre Schwachstellen haben. Ich kann mit einem Hammer recht gut umgehen als Schmied, aber Golemse damit zerklopfen war mal was neues.

Als wir vor dem Tor ankamen dachten einige, das hier sei ein zweites Eisenschmiede. Ich auch. Aber drinnen sah es dann ganz anders aus. Jede Menge Eisenzwerge stürmten auf uns ein. Da half dann nur noch mein Schild. Zusammen mit dem Hammer und ein paar anderen klopften wir uns bis zu einer Schlucht durch.

Dort sah es vielleicht chaotisch aus. Jede Menge Steintrümmer und Äste und Zweige. Links und rechts offensichtlich Zwergenbehausungen. In der Mitte ein Fluss mit gefährlichen langhälsigen Kreaturen. Wir kämpften uns bis fast ans Ende vor, immer wieder Geschossen von oberhalb der Schlucht ausweichend. Der große Elf hat offensichtlich ordentlich eins auf die Rübe bekommen dabei, er ging zu Boden. Aber er spricht schon wieder klar und deutlich.

Dann gings Los. Rätsel. Ich kann noch nicht mal eine Rechenaufgabe ohne Hilfe richtig lösen. Außer es geht um Geld. Aber Rätsel? Ich glaube ich hab nicht mal die Hälfte von dem verstanden, was die da wollten. Einige andere aber schon. Wozu das ganze gut sein sollte, weiß ich nicht.

Auf dem Rückweg kamen noch ein paar Zwerge, die wir aber erfolgreich vertrieben. Auch mit Hilfe von Wurffeuer. Am Ausgang dann wieder ein Rätsel, als wir rauswollten, war da plötzlich ein Schild. Ein paar gaben falsche Antworten, sie hätte bald ein Blitz erwischt. Dem Licht sei Dank können Eisenzwerge offenbar nur sehr schlecht zielen.

Wir zogen uns ins Lager zurück, wo es Essen gab. Eigentlich ist Gemüse garnicht so mein Ding. Aber dann fiel mir der Elf wieder ein und ich habs trotzdem gegessen. War garnicht mal so schlecht. Neben mir lag die Kommandantin. Ich dachte schon, sie wollte nur schlafen, aber dann sagte einer was von Herzkammerflimmern. Was auch immer das ist, es tat ihr offensichtlich nicht sehr gut. Also habe ich für die Heiler Platz gemacht und bin lieber zum Schmiedezwerg gegangen. Der hatte alles Nötige an Werkzeug da und so habe ich meine Rüstung repariert. Einige Beulen waren drin von den Eisenzwergen.

Die letzte Nacht war sehr kurz. Es heulte und schrie und dann kam Nebel. In dem Nebel stand da plötzlich ein riesiger Worgen. Der hat uns gedroht. Es war richtig unheimlich.

Da habe ich mir zum allerersten Mal gewünscht ich könnte so leuchten wie dieser Aryaro Lightforger. Ich muss noch viel lernen.

Heute morgen dann erhielt ich einen Brief von meinem Meister. Ich soll nach Zul'Drak und mich dort beim Argentumkreuzzug melden. Das muss ich nun der Kommandantin beibringen. Sie wird nicht begeistert sein.
"Egal wie tief man die Messlatte für menschlichen Verstand auch hängt, es gibt jeden Tag einen, der aufrecht drunter durchgeht!"
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