Sturmwinder Kuriere - Unparteiisch Postalischer Service

Nach dem Untergang Lordaerons im Dritten Krieg hat sich Sturmwind zur stärksten Bastion der Menschen sowie zu der zentralen Figur der Allianz erhoben. In den Spitzen der schneeüberzogenen Berge von Dun Morogh befindet sich die Zwergenfestung Eisenschmiede. Die Gnome versuchen ihre einstige Heimatstadt Gnomeregan zurück zu erobern.
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Nicolá
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Sturmwinder Kuriere - Unparteiisch Postalischer Service

Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:28

Lichtenstein stand gesattelt und gespornt im Eingang zu den Ställen. Es war noch dunkel und rundum schnarchte es aus den Boxen oder schnaubte verschlafen. Kluger Schachzug, Bertram hatte beschlossen, daß das die beste Zeit war, um aufzubrechen. Am Abend zuvor hatte Nico inmitten eines riesigen Berges an Klamotten gestanden, alles nützliche Dinge. Kaum zu glauben, was die Jungs so in ihren Kisten horteten. So viel konnte man doch gar nicht mitnehmen.

Eine Wollmütze? In der Wüste? Piet grinste verlegen. Nunja, die paßte sicher noch irgendwie... hm... oder auch nicht.
"Also die ist wirklich schön, so... pink und... diese gelben Sterne...bist du sicher, daß deine Eltern einen Sohn wollten, keine Tochter?"
Unschöne Tatsachen sollte man immer erst ansprechen, wenn man kurz davor war zu verschwinden. Unter normalen Umständen hätte er sie für diese zu fuß bis nach Booty Bay gejagt, doch nun fiel er ihr heulend um den Hals.
"Auch rosa Socken und einen Spitzenkragen fürs Hemd", greinte er.
"Ich weiß... ", Nico klopfte ihm auf die Schultern, bis Bertram ihn ihr schließlich abnahm.

Der Krokodilkuchen wurde redlich geteilt, so daß es zu guter letzt doch noch ein fröhlicher Abend wurde.

Doch nun stand sie vor dem Pferd, Rucksack auf dem Rücken, der ihr bis in die Kniekehlen hing, schrille Wollmütze auf dem Kopf. Hinter ihr klärten Boss und Kurier die letzten Dinge.
Sie musterte die Wände, den Boden, die Türen der Pferdeboxen und mit einem mal fiel ihr auf wie viel eigentlich noch zu tun war. Wann waren denn das letzte Mal die Ecken richtig ausgeschaufelt worden? Irgendjemand mußte das doch machen. Das Glas der Laternen war matt und ließ nur noch schummriges Licht durch, überall klebte Mist zwischen den Kopfsteinpflastern. Doch bevor sie den Rucksack ablegen und an die Arbeit gehen konnte, war der Kurier auch schon bei ihr und hob sie ohne Vorwarnung aufs Pferd.

"Gib mir den Rucksack, den machen wir fest."

Und schon waren sie unterwegs, auf der Straße nach Süden, hinter ihnen verschwanden die Tore und Mauern der Stadt, während sich die Sonne an den Dächern Sturmwinds emporhangelte.

"Ich glaube... ich habe vergessen die Kohlen aus dem Bügeleisen zu nehmen...."
Der Kurier schmunzelte, "Lehn dich zurück, das wird ein langer Ritt."
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:28

Es war bereits dunkel, als Nicola die Straßen in den Kanälen entlang schlenderte. Flackernd warfen die Laternen ihr Licht über die Kopfsteinpflaster. Unmotiviert kickte sie ein Steinchen vor sich her, weit vorgebeugt, so daß der Rucksack den höchsten Punkt der Gestalt bildete. Eine Grille hatte sich genügsam auf eine Schnalle der Rückentasche gesetzt und zirpte ihr munter ins Ohr. Wer hatte dieses muntere Tier losgelassen? Durch ein Loch im Stiefel drang die Kälte des städtischen Steins, während das Leder protestierend unter jedem Schritt knirschte und eine offene Schnalle am Rucksack klapperte. Und so schlenderten die Sturmwinder Stadtmusikanten mehr oder minder frohen Mutes den Ställen der Kuriere entgegen.

Leise schob Nicola die Tür einer Box auf, stellte den Rucksack in eine Ecke und legte sich so wie sie war zu einer schnarchenden Gestalt ins Stroh. Mürrisch machte der Junge Platz und ließ sie zu sich unter die Decke.
"Du stinkst Laurent", nörgelte Piet, als er den Arm um sie legte.
Unbeirrt zirpte die Grille auf einem Rucksack in der Ecke bis zum Morgengrauen.

...

Nach einem mehr als unwillkommenem Bad mit Wurzelbürste und Kernseife, hatte Berta Nicola unter all dem Staub und Schmutz wieder hervorgeputzt - nicht ohne Protest, denn sie hatte darauf bestanden, daß Krayas Kette und Vrakars Armband dazu ablegt werden mußten. Es war Waschtag, was Berta sehr willkommen war, denn während ihre Wäsche einweichte, konnte sie allen Unrat aus Haaren und hinter den Ohren entfernen. Sie hatte damit gedroht Nicola zwischen den Laken aufzuhängen, war jedoch davon abgerückt und so saß das Mädchen schließlich von Kopf bis Fuß in eine Decke eingewickelt, vor dem Kamin. Aus dem Ofen drang süßer, heißer Keksdampf, über dem Feuer köchelte ein Topf Suppe und am Tisch saß die alternde Frau des Stallinhabers und flickte Hose und Hemd, die in nur so kurzer Zeit so viel gesehen hatten.

...

"Was soll das heißen?! Das geht nicht...", sie hatte die Hände in die Hüfte gestemmt und starrte zu dem Mann auf, der bereits eine Hand am Sattelknauf hatte.
"Es geht einfach nicht. Das Paket in Ratchet zu hinterlegen muß reichen und das ist mein letztes Wort."
"Aber woher sollen sie denn wissen, daß es da ist... he, du kannst doch nicht einfach... warte... da... das ist doch..."
Er hatte sich, noch während sie sprach, auf den Gaul geschwungen und war mit Sack und Pack losgeritten, in der Satteltasche ein Paket mit Keksen für die Meute.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:28

Sie stand da, hatte mitten im Satz aufgehört zu reden, die Augen weit aufgerissen, die Hände zum Gestikulieren in der Luft... auch erstarrt. Piet hatte einige Male an ihr herumgedrückt und gezogen, doch es half nichts. Dieser Zustand hielt nun schon eine ganze Weile und bis auf gelegentliches Blinzeln, zeigte sie keine Regung. Kuriere und Stallburschen führten die Pferde um sie herum, als sei nichts. In der Zwischenzeit hatte sich Piet einen Apfel geholt und saß auf einer nahen Kiste, um den Moment abzuwarten.

"...all tanzen?!", ging es plötzlich weiter.

Nicola sah sich verwirrt um, bis sie den kichernden Piet auf der Kiste fand, der vor einigen Minuten noch an einer ganz anderen Stelle gestanden hatte.

"Sag bloß du wußtest das nicht. Jeder weiß das, sogar meine kleine Schwester weiß das."
"Du bist ein Einzelkind", nörgelte sie.
"Ja, aber hätte ich eine, wüßte sie es."

Auf Erstarren folge bodenlose Verzweiflung. Nun, vielleicht doch nicht so bodenlos, denn ihr Hosenboden, landete unsanft auf dem verdreckten Kopfsteinpflaster in der Einflugschneise der Ställe - sozusagen auf dem Boden der Tatsachen - denn gleich darauf rief ein verärgerter, alter Mann:
"Piet, Nico... Schluß jetzt, ihr habt genug rumgealbert. Ich bezahl euch nicht fürs Rumstehen!"

Der eine rutschte von der Kiste, die andere stand auf und beide gingen an die Arbeit... du mußt mir das beibringen... aber ich kann nicht tanzen!... scheiß egal... nich egal... wohl...
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:29

Es war einmal ein Junge, der war schrecklich frech und ungezogen. Also gaben ihn seine Eltern weg und er mußte tagein tagaus fürchterlich schuften. Natürlich beschwerte er sich darüber, aber es half nichts. Bertolomus, ein grausamer Mann, wachte über ihn. Mit der Peitsche in der Hand, stand er hinter ihm und wenn er nicht spurte, dann knallte es. Es waren die Ställe des Meisters, die er sauber halten sollte. Doch die Bestien, die darin hausten waren grausam. Am ganzen Körper hatte er Bißwunden von ihren messerscharfen Zähnen und seine Füße waren platt und hatten Abdrücke von den glühenden Hufen.
Ein Mädchen wurde wie er gefangen gehalten, doch anders als er, war sie hübsch, brav und unschuldig. Man hätte meinen können, daß sich die beiden in ihrer Not halfen, weit gefehlt. Der Junge ließ sie all das spüren, was ihm wiederfuhr. Er liebte es sie zu erschrecken und ihr Streiche zu spielen und er brachte sie zum Weinen, wurde nicht müde sie zu knechten...
Eines Tages, es war noch dunkel, da kam der Meister zu den Käfigen, wo sie schliefen und er zerrte den Jungen heraus. Der kleine Frechdachs sollte eine Lieferung in die Stadt bringen. Die Strafe dafür, daß er das Mädchen jeden Tag gängelte. Denn es war nicht irgendein Mann, dem er dieses Paket bringen sollte. Nein. Es war der wohl schrecklichste Mensch, der diese Stadt bewohnte. Es war der Henker des Königs. Nie war ein Botenjunge zurück gekehrt, wie er vorher gewesen war. Sie sprachen nicht darüber, aber in ihren Augen sah man Furcht. Und nie schickte man einen zweimal dort hin. Man munkelte, daß es sie umbringen würde dem Mann ein zweites Mal zu begegnen.
Der garstige Junge zitterte vor Angst, doch blieb ihm nichts anderes übrig als...


"Oh komm Nico, halt die Klappe. Was soll ich für dich wegbringen?", Piet seufzte angestrengt und gleichermassen gelangweilt, als er ihr die Kerze wegnahm, mit der sie in dramatischer Geste ihr Gesicht beleuchtet hatte.

"Ah! Gut, daß du fragst. Also es ist eine Überraschung. Ein Teller, guck...mußt ihn ganz gerade halten."
Sie hielt ihm einen Holzteller hin, auf dem Marienkäfer aus Radieschen geschnitzt waren, Schmetterlinge aus Karottenstummeln mit Apfelschalenflügeln und ein Gurkenfrosch.

"Du hast einen Knall... wer solls kriegen?"
"Sir Vailean Lightblade. Ich glaube er wohnt nun bei Eleona. Also wasch dir die Füße, bevor du los gehst, damit die Ohren sauber sind."

Piet grinste koboldartig und rieb mit dem Finger hinter einem der abstehenden Ohren.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:30

"Au!"

"Du mußt schon still halten, kleine Miss", mit einer Engelsgeduld steckte die Schneiderin Tuch und Borten an dem Kleid fest. Es war schon das dritte, das sie über das Mädchen gestülpt hatte. Allein der Weg, zur Umkleide war ein Weiter gewesen, hatte Nicola doch nicht einsehen wollen, warum sie sich vor einer Fremden ausziehen sollte. In den üblichen verdreckten Hosen und dem ausgelatschten Hemd hatte sie mit rot leuchtenden Ohren vor der soliden Frau gestanden.

Die Schneiderin seufzte, "Das mit der Spitze war keine gute Idee und es hängt an dir wie ein Sack. Wenn ich das.. hm.. einen Augenblick."
Wieder fummelte sie los. Hier ein wenig raffen, da feststecken, dort hoch ziehen...

"Ich krieg keine Luft mehr... das..."
"Das trägt man so!"
"Aber ich kann mich nicht bewegen und Luft... Luft!"
Mit spitzen Fingern löste die Frau die Schleife am Korsett. "Du sollst dich nicht bewegen, nur deine Füße beim Tanzen und das ist wohl möglich... aber gut, dann etwas anderes."
"Kann ich nicht... vielleicht was Einfaches?", jammerte das Gestell auf dem Hocker.

Diese Szenerie bot ein abendfüllendes Programm.

Nachdem alle Nadeln da saßen, wo sie sein sollten und aus dem Mädel selbst entfernt waren, saßen Schneiderin und Nicola zusammen bei Kakao und Mitternachtsstulle.

"Du bist wirklich das Anstrengendste, das je meinen laden betreten hat."
"Das war wirklich das Schlimmste, was ich je tun mußte. Weißt du, wenn ich Ritter bin, dann führe ich höfische Hosenmode für Frauen ein."
Beide nickten und stießen zu Besiegelung dieses Plans mit den Tassen an.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:37

Er stand vor der Tür und als er seine Hand hob, um anzuklopfen, da...

"Nico... dein Ernst? Was ist es dieses Mal?" Piet saß auf einem Zaun und schlug mit den Fersen gegen das Holz.
"Oh, gut daß du fragst! Also ich habe hier einen Brief und der..."
"Jaja, weiß schon, der Sir, dein neuer bester Freund", unterbrach er sie und erntete eine fliegende, sandgefüllte Socke.

Lieber Sir Lightblade Junior!

Ich hoffe, es geht Euch gu.. (durchgestrichen)
Oh man, ich hab ein Kleid! Ein ächtes Kleid! Das ist so unklaublich schick! Hab dick was an Nadeln kassiert und die Schneiderin ist so freundlich! Wir haben einen Kakao getrunken. Und wir haben einen Plan. Willsst du mitmachen?

Aber ich darf dir das Kleid nicht zaigen, weißt du? Das bringt Unglück... oder war das nur bei der Hochzeit. Oh Licht! Nein, nicht Hochzeit. Bringts auch bei sowas Unglück? Wenn es in Ordnung ist, dann zeig ichs dir vorher. Ja? Willst du es sehen?

Nico
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:37

Eine Faust stürmte auf eine Tür ein und hämmerte wild dagegen. Die Kette mit einer Raptorklaue und ein Brief wehten unter dem Ansturm eiliger Aufregung.

"Veyt... Veyt... veyt....veyt ...veyt...veyt..", der Arm wurde müde und der Brief ebenso. Zumindest deuteten Knicke und Eselsohren darauf hin.

"Veyt! Wir müssen zu Vailean, wirklich! Es ist wichtig. Jetzt!", sie stemmte die Hände in die Hüfte und starrte die Tür an. "Wenn du nicht raus kommst, dann singe ich das Lied über dich und Seenhain. Laut und immer wieder."
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:38

... vom Hafen war Nebel heraufgezogen und kroch durch die Gassen, benetzte die Häuser der Stadt. Feine Tropfen flossen, Tränen gleich, über den kalten Stein der Wände. Aus der Kathedrale drangen noch immer die Litaneien. Sie hatten die ganze Nacht ununterbrochen gebetet. Die Glocken hatten beinahe um Schlag Mitternacht begonnen zu läuten und waren erst in den frühen Morgenstunden verklungen. Die Kunde hatte zuerst den Klerus, die Wachmannschaften und die großen Orden erreicht. Aber Sturmwind ist, was Gerüchte angeht, ein Dorf. Noch in der Nacht hatte man Gestalten, wie Diebe durch die Gassen huschen sehen. Sie klopften an Häuser, wurden hineingebeten und überall sah man vereinzelt schwummeriges Licht in den Fenstern. Als ich am Morgen die ersten Briefe weg brachte, da waren die Straßen leer. Viele Händler hatten ihre Läden noch nicht geöffnet. Manche standen an ihren Karren und schienen für eine Reise zu packen. Schwierig zu sagen, was in den Köpfen der Leute vor sich ging.
Als den Menschen klar wurde, welche Botschaften wir an diesem Morgen herumtrugen, machten einige ihre Türen nicht auf, schickten uns wieder weg. Doch ein großer Teil war bereits bei den Ställen und wollte wissen, ob wir etwas für sie hätten. Glücklich waren jene, die an diesem und den folgenden Tagen keine Nachricht erhielten. Und dennoch waren viele wütend, wenn wir nichts für sie hatten.
Erst als der Tag bereits die ersten Alterserscheinungen zeigte, schien alles seinen gewohnten Gang zu gehen. Und doch sah man Gruppen mit gesenkten Köpfen beisammen sitzen, die Kathedrale war viel besucht, manche waren über Nacht wortkarg geworden. Einige wenige Häuser schienen verlassen, als wären die Bewohner Hals über Kopf aufgebrochen.


Erst einige Tage darauf kamen die ersten freudigen Nachrichten.

Auch wenn das Portal viele, viele Tage von uns entfernt eingestürzt war, war die Erschütterung selbst in Sturmwind noch zu spüren. Man sagte es seien Helden, denn sie hatten uns alle gerettet. Aber wie ihr seht sind Helden nicht immer die Gewinner und ein Sieg hinterläßt manchmal einen schalen Geschmack, als habe man verloren.


Nicola langte über die Lehne des Sessels hinweg nach einer dampfenden Tasse.
"Aber Oma, sind denn all diese Soldaten wieder zurück gekommen?"
"Das ist eine Geschichte für einen anderen Abend."
Ein schiefes Lächeln stahl sich in das faltenreiche Gesicht, als bedauernde "Ohs" und traurige Gesichter folgten und die kurzen Menschen die Schultern hängen ließen.

"Vailean. Schatz, sei doch bitte so lieb und bring deine kleine Schwester ins Bett. Sie hat sich den Teppich schon in den Mund gestopft und nuckelt daran. Deine Mutter wird mir wieder böse sein, wenn sie das erfährt."
Ein kleiner Junge mit goldblonden Locken und viel zu ernstem Gesicht für sein Alter nickte pflichtbefohlen.

"Veyt! Du bleibst hier, du sollst gleich noch gebadet werden."
"Och menno."
"Ach du liebes Lottchen, du siehst wieder aus wie ein Ferkel. Wenn du so weiter machst, dann wirst du kein Mann, sondern ein Oger mit einem Lendenschurz."
"Jaaa!"
"Und der Rest der Rasselbande geht jetzt schlafen," dabei schob sie den kleinen Oger mit den strohblonden Schlammhaaren aus dem Zimmer.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:40

Zwei Ecken, zwei Knappen.

In dieser Nacht würde Veyt nicht entkommen. Immerhin war versprochen worden auf ihn zu achten und der einzige Ausweg, der ihm jetzt blieb, war das Fenster. So weit würde er aber doch wohl nicht gehen? Nicola drückte ihr Ohr an die Tür und lauschte. Nichts. Ganz sicher schlief er nicht. An seiner Stelle würden die meisten nicht schlafen. Aber man konnte auch nichts machen. Die Tür zu bewachen war schon recht tröstlich und das einzige, was gerade zu tun blieb.
Sie versuchte es so zu sehen, wie Vailean mit seinem Vater. Keine Leiche, kein Tod. Das war sicher eine simple Einstellung, aber alles andere konnte einfach nicht sein. Jemand, den man sich nur grummelig und mit Gegenständen werfend vorstellen konnte, der überlebte alles. Es hatte einige Stunden gedauert, bis sie zuverlässig an dieser Einstellung festhalten konnte und sie war einen Haufen Kekse an sich und auch den Mitbewacher losgeworden. Aber schließlich hatte sie sich davon überzeugen können, daß kein anderer Schluß zutreffen konnte.

Und während sie zwischen Decken und Kissen im Türrahmen hockte und mit der Logik eines Menschen, der noch an Kobolde und den Allvater Winter glaubt, erfolgreich den größten Kummer vertrieb, dämmerte es draussen.
Der erste Hahnenschrei gellte über den Platz und Nicola fielen die Augen zu.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:41

Dunkel war's der Mond schien helle
lange hielt der kurze Ritt
als ein Würmchen blitzeschnelle
langsam um die Ecke glitt

Süßer Jasmin war so bitter
gleich dem Namen, den man rief
als ein alter, toter Ritter
auf einem Hügel Amok lief...


Nicola stapfte auf und ab. Gute Eastvale-Eiche, denn auf jedem anderen Holz hätte man bereits die Fahrspur deutlich sehen können. Bei ihrem Marsch über's Parkett, schleppte sie eine Kerze mit. Begleitet wurde sie von einer anhänglichen Motte, die unermüdlich um das Licht der Kerze kreiste. Immer wieder an dem kleinen Fenster vorbei und so wurde Three Corners in dieser Nacht zu einem Leuchtturm mit Beinantrieb. Welches Schlachtschiff von Pferd heute auch noch die Grenzen passieren würde, am Turm würde es nicht branden. Sie waren sicher.

Platsch platsch platsch - rasten die rastlosen, nackten Füße wieder vorbei. Das war ein schlimmer Traum gewesen, kein Guter. Schmetterlinge brachten immer nur Gutes. Also mußte das hier auch etwas dieser Art an sich haben. Sie kam an einer kleinen Truhe vorbei, langte herüber und setzte sich die weiß-blau gestreifte, extra lange Schlafmütze mit Bommel auf den Kopf, zog sie über die glühenden Ohren, ohne anzuhalten. "Wir halten fest: Alles gut, noch gut, aber nicht mehr lange, was wir nun wissen, oder glauben zu wissen, eigentlich nur ahnen, und doch sind wir uns ziemlich sicher, jedenfalls über das "Daß", nicht jedoch über das "wie", "wann" und vor allem "wo". Das berühmte "wer" teilt sich in zwei Fraktionen... heißt das Fraktionen? Ach, egal", Nico warf die Mütze zurück auf die Truhe. "Also das "wer", das darf man nicht außer Acht lassen, denn wenn es zwei "wers" gibt, gibt es auch zwei "warums" und das zusammen macht....", der Wind blies durchs Fenster und löschte die Kerze. "Zwei mögliche Fronten! Was'n Mist!", In der Dunkelheit wurde ein Zeigefinger in die Höhe gestreckt, er verharrte einige wertvolle Sekunden in der Luft, dann folgte der erneute und routinierte Griff nach der Schlafmütze.

Das Gute an der Sache war nun, daß man es wußte, oder glaubte zu wissen, was deutlich mehr war, als zuvor.

Glücklich über diese dramatische Wendung der Intention eines Schmetterlings, fiel Nicola - einem Untoten, dem der Saft ausgegangen war, gleich - ins Bett und schlief ein, noch bevor ihr Kopf ins Kissen eingeschlagen war. Motiviert durch neue Ziele, verließ die Motte das dunkle Zimmer.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:41

Zwei rechts, zwei links, einen fallen lassen...

leise klapperten die Kettenringe im Beutel, wenn Nicola hineingriff und sich einen neuen nahm. Keine Sorge, Arken, dreißig Reihen, das war ein Klacks. Schon bald würden sie auf ihren Pferden sitzen, den Schal um den Hals, einen Winterpulli an, auf der Straße nach Norden. Und sie wäre nicht unvorbereitet. Dreißig Reihen Stahl würden unter ihrem Winterhauchpullover klackern und Lichtenstein bekam ein Stirnband um die Ohren. Das ließ ihn wütender aussehen. Sie hatte versucht ihn zu überreden Flammen aus den Nüstern zu blasen, aber er war ein störrischer Gaul. Das Stirnband mußte genügen. Vielleicht erlaubte Sir Veyt ein wenig Kriegsbemalung im Gesicht des Pferdes. Das wäre sicher beeindruckend.

Klack klack klack... so viel konnten dreißig Reihen nicht sein. Eine Kleinigkeit. Und wenn sie erst einmal fertig waren, dann könnte es sicher bald los gehen. Aber sie mußte aufpassen, nur nicht schlampen. Sonst war alles für die Katz und Katzen konnte man im Norden nicht brauchen. Schon gar nicht zwischen all den Pferden. Was man wohl alles da oben brauchte? In den letzten Tagen hatte sie festgestellt, daß Kekse nicht das Nonplusultra in Sachen Nahrung waren. Sie waren sicher lecker und man wurde schrecklich schnell davon satt, aber irgendwie wurde man auch grauenvoll schnell müde, wenn man den ganzen Tag nur Kekse aß. Also war sie all den guten Ratschlägen gefolgt und hatte sich zu den verbleibenden Kathul am Essenstisch gesetzt. Unglaublich worüber die so redeten. Jetzt wo sie bei solchen Gesprächen dabei sein durfte, war es klar... sie war eindeutig beinahe und fast unumkehrbar erwachsen.

Knirsch... machte es, als sie ihren Fehler bemerkte und einen Teil der letzten Reihe wieder öffnen mußte. So viel konnten dreißig Reihen gar nicht sein. Immerhin war sie schon ziemlich weit gekommen. Großmutter Magali hatte ihr beigebracht dicke Socken zu stricken. Das würde sich nun eindeutig bezahlt machen. Vielleicht würde der Herr von Tieritz ja mal ein Paar bekommen, aber erst, wenn sie sich sicher waren wie ähnlich er seiner Schwester war und dieser untote Rüpel, der würde nichts erhalten. Möglicherweise eine Rute. Die würde sie ihm persönlich überbringen, weil Alvater Winter keine Toten beschenkt. Sie hatte, nur um ganz sicher zu sein, einen Streifen Mehl von einer Seite des Türrahmens zur anderen gestreut. Angeblich konnte man die Untoten damit aufhalten. Zumindest hatte ihre Großmutter das von Gnollen behauptet und die waren mindestens genauso unheimlich.

Pock... Nicolas Kopf erreichte unsanft den Kammerboden, als ihr die Augen zu fielen und sie nach vorne über kippte.
Ganze sieben Reihen hatte sie geschafft.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:41

Piet stiefelte im Stall auf und ab, die Hände hinterm Rücken verschränkt und die Stirn in Falten. Die Haare standen ihm zu Berge und die Sohle eines Schuhs schlingerte in der Luft und schlug im Gleichschritt auf den Boden auf, kurz bevor der Fuß folgte.

"Also das ist eine wirklich wichtige Aufgabe und eine sehr ehrenvolle dazu. Ich werde dir das alles nur einmal erklären, so wie ich das schon bei deiner Schwester gemacht habe..."
"Aber ich dachte sie hat dich..."
"Ruhe! Bauch rein! Brust raus! Steh gefälligst gerade! Der Ernst des Lebens hat für dich vor... äh wenigen Minuten angefangen. Wenn du glaubst, daß du eine Sonderbehandlung verdienst, weil ich deine Schwester kenne, dann irrst du dich gewaltig. Hast du das nun verstanden?!"
Geraldine zupfte an ihrem Wappenrock herum und starrte auf die zwei aufgestickten, geflügelten Schuhe, die sich dabei in die eine und die andere Richtung verschoben. Sie kicherte leise und drehte das Wappen einmal um sich herum, als sich zwei Füße an den Rand ihres Wahrnehmung schoben und mit Nachdruck stehen blieben. Piet räusperte sich und erntete einen verdutzten Blick.
"Äh... was hast du gesagt? Tschuldigung?"
"Wir fangen jetzt an, paß gefälligst auf. Ich erkläre dir alles, was wichtig ist."
"OH DANKE!" Geraldine sprang den Jungen an und warf ihre Arme um seinen Hals.

Piet seufzte.
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Bester Ritter der Welt

Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:47

Und dann klopfte es am Morgen an Veyts Tür. Herein kam ein blonder Knappe mit roter Nase, glühenden Wangen und leuchtenden Augen und brachte dem Mann Kaffee in einem ganz besonderen Krug.

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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:47

Es war schon wieder dunkel, noch immer viel zu früh, wie Nicola fand. Aus dem Schornstein der Hütte bei den Ställen stieg Qualm auf. Bertram saß auf einem Stuhl und las die neueste Ausgabe des Allianzblattes. Die Pfeife der einen und eine Butterstulle in der anderen Hand, blinzelte er, während er versuchte beim flackernden Kerzenlicht die Buchstaben zu entziffern. In der anderen Ecke des Raumes, stand eine alternde, untersetzte Frau und ein schlacksiger, kurzer Bursche mit strohblondem Haar. Die Alte zupfte an der Kleidung des kleinen Menschen.

"Und du bist sicher, daß du nicht noch ein paar Tage Zeit hast? Ich habe die Abende frei."
"Nein wirklich, das ist in schon gut so, also wirklich. Da kommt auch sicher nichts dran."
"Berta, laß das Mädel in Ruhe. Es ist gut so, hast du doch gehört",
kam es brummend am Pfeifenstiel vorbei von der anderen Seite.
"Mhm...", die Frau namens Berta zupfte noch einmal an einigen Ecken und Enden, "also dann lassen wir das so. Alles für einen Mann, hm? Was ist mit Filibert?", skeptisch hob sie die Augenbrauen und sah Nicola streng an.
"Oh doch nicht so ein Mann. Und Filibert ist immernoch mein Freund. Ich hab wirklich Besseres zu tun, als da.. also... uhm, diese... Dinge...", stotterte sie und rollte mit den Augen, um schließlich in einer sich ergebenden Geste die Schultern hängen zu lassen.
"Also ich bin dann wieder weg, ja? Geraldine bleibt heute Nacht hier."

Der Mann brummte und winkte beschäftigt mit einer Hand, während die Frau beide Hände zusammenschlug und Nicola wie einen kleinen, liebenswerten Hundewelpen ansah, als diese zur Türklinke griff, was ein erneutes Augenrollen auslöste.


Sie blinzelte in den Abendhimmel. Es regnete wieder, schon wieder. Das Schwert hatte sie gewissenhaft eingewickelt und auf den Rücken gebunden, die Stiefel waren frisch geflickt, so schlimm war es gar nicht. In den Ställen schnaubte Lichtenstein und trat auffordernd gegen die Holzwand, doch Nicola ließ ihn zurück. Sie raffte das Kleid hoch - Berta hatte es mit einem breiten Gürtel in der Taille zusammengebunden und alles, was zu lang war, über den Gürtel gezogen, so daß es wie ein verschnürtes Zelt an dem Mädchen hing - und stiefelte davon, den Gang nach Canossa trat man zu fuß an.

Weststrom konnte ziemlich weit entfernt sein, wenn man die eigenen Beine benutzte, noch länger, wenn man sich die beschwerten Lederbänder um die Knöchel gebunden hatte und die Kleidung Wasser für die Westfaller Trockenperiode sammelte. Doch irgendwann kam sie an. Vor einer Tür in Vaileans neuem Lehen, wohinter sie ihn vermutete, hielt sie an, klopfte und als nicht gleich geöffnet wurde, setzte sie sich auf die Stufe und wartete. Während sich der wolkenreiche Himmel über ihr entleerte.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:49

Bis tief in die Nacht hatte der Wind den Regen gegen die Fensterscheiben und Mauern des Hauses getrieben. Kleinen, knochigen Fingern gleich tippten die Äste eines Busches an das nasse Glas. Im oberen Winkel des Rahmens hatte sich eine Spinne in die hinterste Ecke ihres Netzes zurückgezogen, um dem Regen zu entgehen. Erst als der Mond hell und hoch am Himmel stand, war es still geworden und das Wetter hatte sich beruhigt.
Wie benommen glomm die Glut im Kamin. Scheinbar von unermüdlich wiederkehrendem Lebenswillen angetrieben, flackerte das Feuer auf, ließ einzelne Flammen über die verkohlten Holzreste tanzen und erweckte das Innere des Raumes zum Leben. Verschwommen huschten Schatten über die Wände und erstarben. Mit dem Wiedererwachen des Feuer kamen sie zurück.
Leise raschelte es am Fußende des Bettes und hielt inne, als sich ein Schatten näherte, anwuchs und an der gegenüberliegenden Wand Platz nahm. Er räkelte sich schemenhaft über die Holzverkleidung, ragte fast bis zur Decke hoch, dann öffnete er sein Maul und fletschte die spitzen Zähne, wurde erneut zu einer unförmigen, dunklen Masse - bis die Eule ihr Gefieder spreizte, sich von der Fensterbank abdrückte und davon flog.

Die Spinne im Fenster hatte sich aus ihrem Schlechtwetterversteck ins Freie bewegt und nun den Platz der Eule übernommen. In einer grandiosen Vorstellung vieler Beine, die sich geschwind über ein dünnes Netz bewegten und dennoch nicht verhedderten, turnte sie vom Mond beschienen und übergroß als Schatten ihrer selbst an der Wand entlang. Von irgendwoher kam ein leises Kratzen, dann war es wieder still und nur das Knistern der Glut blieb. In einer weit ausholenden Geste, erklomm der eilige Achtfüßler sein Gelfecht, klappte die meterlangen Beine ein und verschwand in einem seidenen Unterschlupf im Winkel des Fensters.

Wieder kratzte es, wie Fingernägel auf Holz. Dann klapperte es leise. Langsam bewegte sich der Deckel einer der vielen Kisten. Erst zuckte er nur, doch dann schob er sich langsam zur Seite, bis er drohte herunterzufallen. Lange, knochenweiße, dürre Finger streckten sich einzeln in die Höhe und griffen um den Rand der Kiste. Ein pollierter Schuh wurde über den Rand hinweggeschwungen und baumelte an einem hageren Bein einige Momente nach, bevor er Bodenkontakt bekam. Es folgte ein zweites Bein mit gleichem Schuh und erst dann folgte der Rest. Schwankend wie ein Betrunkener, kam die augenlose Gestalt aus der Kiste, drohte einige Male umzukippen bis sie sich fing und aufrecht im Raum stand. Dünne, weiße Haut spannte sich über die Knochen, die Finger spinnenartig. Es beugte sich vor, verschwand mit dem Oberkörper in der Kiste und als es wieder auftauchte, hatte es eine schwarze Melone auf dem Kopf und einen Gehstock in der Hand. Gewand drehte es sich um, lächelte zahnlos das Bett an, in dem Nicola lag. Dann hob es in einer galanten Verbeugung den Hut vom spärlich behaarten Kopf, richtete sich wieder auf und schritt, den Gehstock im Gleichtakt aufsetzend, zur Tür. Die Klinke wurde heruntergedrückt und als es das Haus verließ, erhellte der Mond noch einmal die Gestalt auf groteske Weise, kurz bevor die Tür ins Schloß fiel und der Spuk sein Ende fand.


Nicola riß die Augen auf und starrte an die Zimmerdecke. Langsam, sehr langsam zog sie die Bettdecken über ihre Nase. Noch immer vor Schreck geweitet blickten die Augen im Raum umher. Dann schlüpfte auch der Schopf unter den Deckenstapel und war verschwunden.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:51

Scheppernd fiel die Rüstung mitsamt Inhalt zu Boden.

"Ich hab schon eine geschafft."
"Hab ich gesehn", Bertram zog am Seil und das klappernde Blechmännchen wurde über die Vertäuung an einem Dachbalken der Ställe hoch gezogen. Das ganze war mehrfach um den stählernen Rumpf gewickelt. Unter all dem Gezappel löste sich ein Handschuh, rutschte von den Fingern und wurde im letzten Moment von den Füßen in die Zange genommen, wodurch das Rumgehampel ein Ende fand.
"Das ist zu hoch!", protestierte sie schaukelnd.

Der alte Mann knotete das Ende des Stricks fest und machte kehrt.
"Also ich muß mich eben um was kümmern, bin gleich zurück", warf er der baumelnden Nico nach, als er um die Ecke verschwand und einen vor Lachen brüllenden Jungen zurück ließ.

"Sehr witzig Piet..."
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:53

Wie eine sprechende Ausgabe des Sturmwinder Allianzblattes saß Nicola vor einem noch nicht ganz wachen Veyt und blubberte die neusten Neuigkeiten ihres letzten Familienausflugs über den Fürhstückstisch. Dabei hielt sie einen Becher nicht mehr ganz so heißen Kakaos in der Hand.

"Beim kürzlich stattgefundenen Westfaller Fischtennisturnier, das neben anderen Disziplinen, wie dem Schlammkuchenwettessen, Krabbenkicken, Stockfischwerfen und Rohpfanner Doppelkopf, zu der Beliebtesten gehört, kam es zu einigen einprägsamen Szenen.

Es gelang einer Abordnung der von Breents den ersten Platz für sich zu entscheiden, nachdem sie wie schon im vergangenen Jahr die Laurents bereits in der Vorrunde vom Platz gefegt hatten. Wie auch schon im letzten Jahr, war der Rausschmiß nicht ganz hindernisfrei. Nachdem sich der Tintenfisch im Netz verfangen hatte und der Schiedsrichter zugunsten der von Breents entschieden hatte, kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen Vater Laurent, einer der Töchter und Schiedsrichter. Erst als Mutter Laurent ihre beiden Streithähne an den Ohren vom Spielfeld gezogen hatte, konnte das Turnier weiter gehen.
Auch in diesem Jahr kam es zu zahlreichen Verletzungen durch tieffliegende Schläger, einer Fischvergiftung und glitschigen Algen. Ein Zuschauer entging nur knapp dem Erstickungstod, als sich der als Ball fungierende Tintenfisch in seinem Gesicht verirrt und festgesaugt hatte. Anwesende Feldscher konnten den Mann jedoch retten.

Auch die Disziplin des Rohpfanner Doppelkopf gewinnt zunehmend Anhänger und entpuppt sich als Familiensport. Hierbei kommen zwei Paar Pfannen und ein Heulbutt zum Einsatz. Gerade bei den älteren, schwerhörigen und sehgetrübten Zuschauern wird dieses Spiel immer beliebter, da der Fisch im Flug ein pfeifend-heulendes Geräusch von sich gibt - daher der Name. Die einzelnen Sätze sind kurz und rasant, insbesondere, weil der Fisch in regelmässigen Abständen wieder aufgeblasen werden muß.

Eine betrübliche Mitteilung: Beim Stockfischwerfen kam auf dramatische Weise ein Huhn ums Leben, das sich auf das Spielfeld verirrte. Man tröstete sich anschließend mit einer Suppe über den Verlust hinweg."

Nico stellte den Kakao beiseite.

"Ich sags dir, du mußt mal mitkommen. Das ist das Ereignis des Jahres! Wir wären ein tolles Doppelkopfpaar!"
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:53

Wütend schnatterte das kleine, rotbuschige Eichhörnchen, während es vor dem Fenster herum sprang und Nacken- wie auch Schwanzhaare sträubte. Die kleinen, spitzen Finger kratzten über die Fensterscheibe. Dabei schlug es einmal mit dem Kopf wie eine Nuß gegen das Glas. Im Raum sah Nicola kurz auf, als sie die finale Nuß oben auf die Pyramide legte. Triumphierend hob sie die Arme langsam in die Höhe und jubelte lautlos. Noch immer tobte der zu groß geratene Hamster auf dem Sims und starrte fassungslos auf den Nußhaufen auf Veyts Bett.

Auf Zehenspitzen, jeden Fuß einzeln, nahm Nico Abstand von dem Kunstwerk, als die Tür auf ging und sich die architektonische Meisterleistung vash'irschen Ursprungs in Wohlgefallen auflöste. Alles begann mit nur einer Nuß, die die Pyramide herunter kullerte, eine stetig wachsende Lawine mit sich riß und schließlich wasserfallartig zu Boden plätscherte. In zahlreichen Einzelteilen rollte die Sammlung durch den Raum und verschwand in Ritzen, unter Kisten und Schränken. Ein nicht unerheblich kleiner Teil blieb jedoch als Stolperfalle auf dem Pakett liegen.

Eichhorn und Mädchen erstarrten und beide wandten den Blick langsam zur geöffneten Tür.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:56

Veyt hat geschrieben:Eine Nuss rollte gegen eine Stiefelkante. Noch eine, noch eine, noch eine, eine rollte sogar drüber. Überall rollte und kullerte es, während das Eichhörnchen auf dem Fenstersims in einen cholerischen Anfall überging und es vermutlich bald geschafft haben würde, sich durchs Glas zu kratzen. In 1,75 m Höhe über der Steifelsohle ruckte eine blonde Augenbraue einen Zentimeter höher, begleitet von einem Räuspern einer eindeutig männlichen Stimme.

Mit vorsichtigen Schritten näherte sich Veyt dem Bett, auf dem immer noch eine gute Vielzahl von Nüssen lag. Er blickte zu Nicola, dann zum Fenster, zu Nicola, die verzweifelt gewinnbringend lächelte, zum Eichhörnchen dass dabei war, mystische Runen zur Aufhebung der unsichtbaren Barriere ins Glas zu fräsen, wieder zu Nicola, die mit den Schultern zuckte, wieder zum Eichhörnchen, welches begann, sich durchs Holz des Fensterrahmens zu nagen....

Zugegeben, es war wirklich unterhaltsam. Man könnte noch eine ganze Weile hier stehen und zusehen. Oder man könnte den Spaß ausweiten, immerhin war er ja gerade erlöst worden von seiner Kerk... Küchenhaft. Mit einer Hand hob er soviele Haselnüsse auf, wie sie gerade in Reichweite waren, ging zum Fenster, wo das Eichhörnchen gerade auf einem nahen Ast Anlauf für einen gewagten Dropkick gegen das Fenster nahm, platzierte die Nüsse auf der Fensterbank und schloss das Fenster wieder, ehe eine Pelzkugel mit einem dumpfen WAMM gab an der Scheibe landete. Danach folgten nur noch Quietsch- und Schnatterlaute, ab und an gemischt mit einem leisen Klackern von leeren Nussschalen gegen Fenster und Sims.

Der Rest des pyramidablen Meisterwerks architektonischen Wahnsinns einer Knappin lag noch immer auf dem Boden verstreut herum. Er versuchte zu seinem kleinen Tisch zu kommen, ohne auf eine Nuss zu treten, aber in diesem Falle blieb es nur ein Wunsch. Er blickte gen Nicola.

"Also..... weil dir Nussplätzchen zu Winterhauch nicht reichen, hast du die Zutaten noch nobelgartig zum Suchen verteilt?"
"Äh.... ja also weißt du..."
Nicola verschwand kopfüber mit Schwung unter dem Bett, nur der Hintern stach senkrecht darunter hervor und es war zu sehen, daß der Rest von ihr eine Menge zu tun hatte.
"Ich habe für uns Vorräte gesammelt", kam es gedämpft unter dem Bett hervor. "Diese Eichhörnchen bunkern immer so viel. Aber ich habe alle Nüsse gefunden. Und in ein paar Tagen hätte es Eichhörnchenschinken gegeben. Mit Nußsoße. Das war immer das Beste bei uns zu Hause, im Winter."
Der Hintern verschwand ruckartig. Wie eine nußgeile Raupe, schob Nicola sich und den gesammelten Vorrat unter dem Bett hervor. Die Arme dienten als Staudamm, drängten die kleinen Tretminen weiter und hielten sie gleichzeitig davon ab sich auf Veyts Stiefel zu stürzen.

"Du magst doch Nüsse, oder? Sir?"

Auf umständliche Weise wechselten Arme und Beine die Position, so daß nach oben kam, was nach oben gehörte und das Nußkonglomerat im Beinkessel gefangen gehalten wurde. Alles, was in Reichweite lag, wurde eingesammelt und hineingeworfen.

Als der erreichbare Umkreis um Nico frei von Nüssen war, sah sie nachdenklich auf. "Hättest du vielleicht ein Tuch oder eine Schüssel? Darf auch gerne pyramidische Form haben."
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 14:57

Es rumpelte in Nicolas Kammer. Die Waschschüssel wackelte und wurde von einer eiligen Hand am freien Fall gehindert. Wasser hüpfte über den Rand. Nico stand im Raum, ein Holzschwert in der Hand und zum Schlimmsten entschlossen. Sie senkte die Spitze und zeigte damit auf eine Ecke, in der ihre Truhe stand.

"Ergib dich und laß deine Beute fallen!"

Ein Helm schob sich hinter der Truhe hoch. Listige, kleine Augen blinzelten Nico an. Der Helm rutschte über die Augen und wurde von kleinen, pelzigen Fingern wieder hoch geschoben.

"Nimm ein Schwert und verteidige dich!", krakelte "Ritter" Nico.
Zur Unterstreichung ihrer Heldenhaftigkeit, warf sie sich eine Decke über den Rücken und fuchtelte mit einer Hand darunter herum, so daß der vermeintliche Umhang im Wind flatterte. Langsam näherte sie sich dem Untier, als von unten ihr Name gerufen wurde.

"Oh..."
Hastig warf sie den Umhang weg, das Schwert oben drauf, klopfte dem Waschbären auf den behelmten Kopf - der daraufhin unbegeistert an dem festgedrückten Helm zerrte - rannte zur Tür, noch einmal zurück, nahm das Schwert wieder auf, wieder zum Ausgang... *türklapp*

Ein Helm flog über die Truhe hinweg und plumpste auf den Boden, wo er kullernd zum Liegen kam.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 15:00

"Hallo Sir? Sir, hallo... hallo?"
Es klopfte an DES ANDEREN Tür, im Sturm, heftig und ohne Anstalten zu machen je wieder aufzuhören. Geraldine hielt mit einer Hand einen Brief, mit der anderen trommelte sie an die Tür, zog sich die viel zu große Hose hoch und klopfte weiter. Insgesamt schien sie in ihren Klamotten zu versinken und nur ein Gürtel raffte das Gerümpel in der Mitte zusammen und verhinderte, daß sie dauernd auf die Nase flog.

"Sir Sir ... Sir ein Brief für Euch, Sir."
Die Wachen schmunzelten, doch als sich jemand der Tür näherte, entschlossen sie eiligst eine Runde drehen zu müssen und verschwanden. Geraldine zog die Nase hoch, wischte mit dem faltenreichen Ärmel darunter entlang und stellte das Klopfen ein. Sie grinste aufgeregt.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 15:01

Shephard hat geschrieben:DER ANDERE blickte auf ... ES.. hinab. Es sah aus als würde aus dem oberen Ende strohähnliche Struktur sprießen, die über die Seitenauswüchse fielen, welche fast rechtwinklig abstanden. Unterhalb dessen waren zwei blaue Punkte, darunter ein auslaufender Knubbel, darunter wiederum eine Lärmausgabevorrichtung, welche defekt und auf Dauerausgabe eingestellt war und deren Frequenz in den Ohren schmerzte. Der Rest des Subjekts bestand aus mehrenden dutzend laufender Meter Falten, geworfen von Leinen, Baumwolle und Leder.

Kaum merklich verzog DER ANDERE das Gesicht, zog die Hände ein wenig zurück und nahm den Kopf nach hinten, als wolle er sichergehen, dass es auch ja keine noch so geringe Berührung gibt.


"Was... will es? Einen Brief? Für mich?"

Das Blonde Gestrüpp nickte heftig und die Lärmaugabevorrichtung verzerrte sich horizontal bis es fast die seitlichen Auswüchse erreichte. Ein rechteckiger Umschlag wurde unter dem Faltenwurfensemble hervorgeholt und DEM ANDEREN entgegen gereicht.

Behutsam, mit Daumen und Zeigefingerspitze, nahm dieser den Umschlag und blickte skeptisch auf die ausgestreckt bleibende Überreichungseinheit. Offenbar wollte sie etwas. Vielleicht war es einer dieser seltsamen Gerätschaften wie auf den Jahrmärkten. Man warf etwas hinein, dann gaben sie etwas von sich, meist kluge Sprüche, Lebensweisheiten oder das aktuelle Gewicht. Auf keins davon hatte DER ANDERE im Moment Bedarf. Aber sei es drum.

DER ANDERE holte eine Münze hervor, ließ sie zwischen den Fingern wandern.

"Möchtest du das haben, ja?"

Ein Blick auf das blonde Gestrüpp, das erneut die "Nicken"-Bewegung ausübte und ein Geräusch der Klassifikation "Freude" ausgab. DER ANDERE schnippte die Münze gen Treppengang.

"Lauf! Fass!"
Die Münze kullerte den Gang hinunter, auf die Treppe zu, dicht gefolgt von eiligen Füßen, die in viel zu großen Schuhen steckten. Die Hände weit ausgestreckt, als würde sie ein Huhn jagen, tippelte Geraldine hinter dem rollenden Kleinod die Treppe hinunter, stieß in der Kurve gegen die Wand, bis ein endgültiges Knirschen die Jagd beendete.

"Oh danke, Sir... wenn Ihr nun vielleicht den Stiefel wieder... ja, wunderbar", Jim Button hob den Stiefel und starrte auf das Mädchen hinunter, das todesmutig unter seinen Fuß griff, die Münze aufhob und die Treppe wieder nach oben verschwand. Er schüttelte den Kopf und machte kehrt, suchte Deckung.

"Sir! Sir Schewallee? Ihr habt etwas verloren, aber ich habe es wiedergefunden, Sir"; so strandete sie wieder vor DES ANDEREN Tür.
"Es ist doch schon bezahlt, Sir. Aber vielleicht habt Ihr ein Antwortschreiben oder möglicherweise einen Apfel? Sir?"
Irgendetwas unter dem Wäscheberg knurrte DEN ANDEREN an.
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 15:02

Shephard hat geschrieben:DER ANDERE musterte das wandelnde blonde Gestrüpp mit einem kaum zu verbergenden Maß an Skepsis. Man warf etwas weg, es brachte es zurück. Würde es sich auf allen Vieren bewegen... wobei. Das ganze Bekleidungsensemble war weit genug zu verbergen ob es nicht doch auf 4 Beinen lief.

Ein knappe, wegwischende Geste beließ die Münze in den Händen des Apportierenden. Eine Augenbraue wanderte nach ob als das Gestrüpp knurrende Geräusche von sich. Ein missmutiges Schnauben erklang als Antwort.

"Kann es springen? Ich schätze nicht. Ich schätze nicht sehr hoch."

Ein herausfordernder Blick auf den wandelnden Stoffhaufen mit Strohhaarhut.
Ein Paar kugelrunde Augen schauten zu dem eigenartigen Mann mit den schlechten Manieren auf.

"Ich bin eine Sie, Sir. Kein Es. Guckt...", es ..äh sie stellte sich stolz gerade hin, wuchs um beinahe einen Zentimeter, strich die Kleidungschichten glatt und zeigte... nichts.
"Seht Ihr?"
Dann sackte der Wäschehaufen wieder in seine ursprüngliche Form zusammen und die Münze verschwand fachmännisch in einer der mittleren Schichten.
"Ich kann springen, Sir. Ziemlich gut sogar. Ich komme auf die ganz großen Pferde drauf. Aber der Marschall sagt immer, ich soll erst fragen wie hoch", mit kreisrundem Grinsen, das rechts und links um die Nase abbog, starrte Geraldine den Chevalier herausfordernd an, "wie hoch, Sir?"
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Beitrag von Nicolá » Mo 4. Feb 2019, 15:03

Shephard hat geschrieben:DER ANDERE blickte weiter alles andere als gute gelaunt auf ES hinab.

"Man artwortet auf Fragen nicht mit Gegenfragen," knurrte DER ANDERE zurück. Statt dessen schnippte er mit den Fingern und man hätte denken können dass der Hall des Geräuschs nicht mal verklungen war, da stand Buttons bereits in Habacht neben ihm. Noch ein Schnippen, ein Zeigen auf das Ding vor ihnen.

"Stapel ein paar Äpfel. So hoch es springt, kann es die haben."

Damit wandte er sich um und verschwand in der Finsternis seines Zimmers.
Es also sie, also Geraldine wandte sich von der Tür des unfreundlichen ANDEREN ab und stapfte mit den beiden Gardisten den Gang hinunter.

"He, Jungs. Warum seid ihr immer zu zweit? Gibt es wirklich den Allvater Winter? Können wir die Äpfel auch zusammen essen? Ich hab noch schrecklich viele Fragen."

Die Gardisten tauschten Blicke, Schultern wurden gezuckt und der blonde Schopf getätschelt. "Aber sicher", die beiden Großen grinsten spitzbübisch.
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