Zwischen Bandagen und Heilkräutern

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Safina
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Re: Zwischen Bandagen und Heilkräutern

Beitrag von Safina » Mo 11. Mär 2019, 10:43

Noch mitten in der Nacht und völlig durchnässt, klopfte es bei Lillyan an der Tür. War sie überhaupt da? Oder vielleicht war sie doch im Hospital? Ob sie schlafen würde, war Safina wohl egal. Schlafende könnte man wecken und es gab gerade viel Wichtigeres als zu schlafen. Safina war kalt und völlig durchgefroren. Zur Vorsicht klopfte sie noch einmal. Etwas Anstand hatte sie ja doch, aber nur etwas. Dann aber machte sie langsam die Tür auf und linste hinein. Huch? Hier war ja doch noch etwas Kerzenlicht zu sehen, aber keinerlei Reaktion. Die Tür ging weiter auf und da saß auch Lillyan auf dem Boden, mit einem Stück Stoff und schien gerade mit diesem etwas auszuprobieren. Langsam schritt Safina dann auf Lillyan zu, die wohl immer noch nichts von der Außenwelt mitbekam. Die Rüstung polterte zu Boden, die hatte sie ja immerhin nicht wieder angezogen nach dem Schwimmduell. Der Bogen fiel daneben. Jetzt musste Lillyan doch etwas mitbekommen, aber sie tat es immer noch nicht. Und dann passierte es, als wäre Lillyan gerade der einzige Mensch der Safina verstehen könne, ließ Safina sich zu Lillyan auf den Boden fallen und umarmte sie von hinten. Ein Schreck durchfuhr Lillyan, immerhin hatte sie keine Ahnung was hier gerade vor sich ging. Zudem wurde es plötzlich am Rücken kalt und sie merkt nur wie einige Tropfen auf ihrer Schulter landeten. Langsam und doch unsicher, drehte Lillyan den Kopf so weit wie möglich nach hinten und sie brauchte nicht lange überlegen wer da war, immerhin gab es ja ein bekanntes Detail was diese Person für einige wohl ausmachte.

„Herrje Safina!!! Musst du mich so erschrecken…und überhaupt…wa…warum bist du nass und hier?“

„Hast du…Apfelstrudel? Ich habe Hunger und mir ist kalt.“

„Ja…dass dir kalt ist kann ich mir vorstellen und nein…ich…ich habe keinen Apfelstrudel, hast du mal bemerkt wie spät es ist? Ich kann dir einen Tee machen.“

„Hast du Alkohol?“

„Nein, wir haben hier oben keinen Alkohol und ich werde dir auch keinen geben, solange du mir nicht sagst was los ist und was du hier machst.“

„Ich bin so eine schlechte Freundin, so eine schlechte Tochter…so eine schlechte Schwester…“

Lillyan blinzelte, das einzige was wohl gerade bei ihr ankam war wohl einfach nur Tiefenbahn, aber es würde jedem anderen so gehen. Seufzend löste sie sich aus dieser Umarmung, erhob sich und ging zu ihren Kleidern.

„Hier zieh dir jetzt erstmal was Trockenes an und dann erzählst du mir was los ist. Während du dich umziehst, mach ich den Tee fertig. Einverstanden?“

„Kannst du mir noch was zu schreiben mitbringen? Ich muss Paps noch schreiben!“

Lillyan nickte nur knapp. Sie kannte Safina ja, sie hielt wohl vieles hinter dem Berg, aber irgendwann würde sie schon mit der Sprache herausrücken. Es dauerte nur einige Augenblicke, als Lillyan wieder ihr Zimmer betrat. Die nassen Klamotten lagen auf den Boden, aber auf den ersten Blick war keine Safina zu sehen. Also suchte sie das Zimmer ab und was sie dann sah, konnte wohl nur den Umständen geschuldet sein. Safina lag in ihrem Bett. Schlafend. Friedlich und rührte sich nicht.

„Das war ja irgendwie klar.“, langsam schritt Lillyan noch an das Bett heran, legte die Hand auf die Stirn von Safina.

„Wenn sie mal jetzt nicht krank wird, dann weiß ich auch nicht.“, seufzend räumte sie den für sie unnötigen Kram beiseite und widmete sich weiter dem womit sie aufgehört hatte, bevor sie den großen Schreck bekam. Dabei würde sie immer wieder einen prüfenden Blick zu Safina werfen.

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